Tödlicher Frost / Alexander Winther Bd.1

Kriminalroman. Deutsche Erstausgabe

Alexander Winther 1

(7)
In der Nähe von Tromsø wird während der Polarnacht in einem Kuhstall ein Mann ermordet aufgefunden. Er wurde auf dem Heuboden an den Armen aufgehängt, Spuren am Tatort deuten darauf hin, dass er gefoltert wurde ...
Der Afghanistan-Veteran Alexander Winther, der als Journalist bei der Zeitung »Nordlys« arbeitet, wird auf den Fall angesetzt. Sehr schnell sieht er Verbindungen zu Grausamkeiten, die sich vor sechzig Jahren am selben Ort abgespielt haben. An dem Ort, an dem die Deutschen 1942 ein Lager für jugoslawische Kriegsgefangene aufgebaut hatten, in dem Häftlinge auf brutale Art und Weise gefoltert und getötet wurden. Ein später Racheakt? Die Spuren führen ihn nach und nach auch zum Balkankrieg Anfang der 1990er Jahre – und zu einem streng gehüteten Staatsgeheimnis.
Rezension
"Spannend, voller geheimnisvoller Charaktere und feinem Kolorit."
Dagbladet
Portrait
Asbjørn Jaklin stammt aus Tromsø, er ist Journalist bei Nordlys, Historiker und Autor zahlreicher Sachbücher.
Ulrich Sonnenberg, geb. 1955, arbeitete nach seiner Buchhändlerlehre mehrere Jahre in Kopenhagen und war bis Ende 2003 Verkaufsleiter der Verlage Suhrkamp und Insel in Frankfurt am Main. Seit Anfang 2004 lebt und arbeitet er als freier Übersetzer, Herausgeber und Publizist in Frankfurt am Main.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 337
Erscheinungsdatum 20.10.2014
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-46481-6
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 18,8/11,6/2,5 cm
Gewicht 322 g
Originaltitel Svart Frost
Auflage 1. Deutsche Erstausgabe
Übersetzer Ulrich Sonnenberg
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
7 Bewertungen
Übersicht
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Erbsünde
von anyways am 24.10.2015

Die Fotografin Tora vom „Avisa Nordland“ und der Reporter Alex vom „Nordlys“ recherchieren im Fall eines Ermordeten tief oben in Nordnorwegen. Der Ermordete wurde nicht nur erhängt, sondern seine Beine mit einem Grabstein vom nahegelegenen Soldatenfriedhof beschwert. Tora und Alex werden mit der traurigen und erschütternden Vergangenheit dieses Landstrichs,... Die Fotografin Tora vom „Avisa Nordland“ und der Reporter Alex vom „Nordlys“ recherchieren im Fall eines Ermordeten tief oben in Nordnorwegen. Der Ermordete wurde nicht nur erhängt, sondern seine Beine mit einem Grabstein vom nahegelegenen Soldatenfriedhof beschwert. Tora und Alex werden mit der traurigen und erschütternden Vergangenheit dieses Landstrichs, kurz vor dem Polarkreis konfrontiert. In Botn war zu Kriegszeiten das größte Serbierlager der Region. Unzählige Serbier wurden dort interniert, zu Tode gefoltert oder aus Angst vor Seuchen ermordet. Neben den Deutschen waren auch die Norweger an diesen Grausamkeiten beteiligt. Eine humanitäre Katastrophe auf norwegischem Boden. Einiges deutet auf eine Verbindung zwischen dem Ermordeten, der aus Bosnien stammt, wie die späteren Ermittlungen ergeben, und der blutigen Vergangenheit dieses Landstriches, hin. Doch mehr als sechzig Jahre trennen die beiden Geschehnisse. Alex, ein ehemaliger Soldat, der sich erst seit kurzem als Volontär bei Nordlys befindet, recherchiert auf eigene Faust. Hilfe bekommt er auf Umwegen von seinem Vater, einem ehemaligen Geheimagenten, der ihm zwar nicht direkt alle Fragen nach der nordnorwegischen Kriegsvergangenheit beantworten kann, aber trotzdem entscheidende Hinweise liefert. Während der ersten Seiten stellte ich mir immer wieder die Frage wie die beiden Erzählstränge aus der Nachkriegszeit und der Gegenwart wohl zusammen laufen. Ich konnte mir eine direkte Verbindung zwischen den Geschichten nicht vorstellen, aber es gibt sie. Der Autor flichtt eine Geschichte in der man ständig zwischen Wut, Ungläubigkeit und Verachtung ob der Grausamkeiten der Kriegsherren und Mitleid, Scham und Schmerz ihrer Opfer schwankt. Die Besonderheit: Das Gute und das Böse wechseln in einem stetigen Fluss. Allem obliegt die Frage nach der Erbsünde. Werden Grausamkeiten vererbt, von Vater auf den Sohn oder die Tochter? Ist das Kind eines Kriegsverbrechers selbst ein Verbrecher? Oder wird das Kind eines Kriegsopfers auch eine Opferrolle in seinem Leben zuteil. Ich habe selten einen Krimi gelesen, der mich geschichtlich so stark aufgewühlt hat. Ich finde die Recherchen des Autors hoch interessant, zumal mir vieles gar nicht bekannt war. Bis zum Schluss gelingt es Jaklin, seinen Leser zu fesseln. Immer wenn ich dachte, ich kenne den Ausgang der Geschichte kam eine neue Wendung. Tödlicher Frost ist ein ganz besonderes Buch, das ich gerne weiterempfehle, da es selbst ausgemachte Krimiliebhaber fesseln dürfte.

Tödlicher Frost
von Asio Otus am 26.02.2015

Das war mein erstes Buch von einem Norweger was ich gelesen habe. Obwohl ich arbeitsmäßig im Moment wenig Zeit habe musste ich jeden Abend dieses Buch zur Hand nehmen. Ich habe es weniger als Kriminalroman gelesen, am Anfang stand der Mord und am Ende war ein Mörder, das war... Das war mein erstes Buch von einem Norweger was ich gelesen habe. Obwohl ich arbeitsmäßig im Moment wenig Zeit habe musste ich jeden Abend dieses Buch zur Hand nehmen. Ich habe es weniger als Kriminalroman gelesen, am Anfang stand der Mord und am Ende war ein Mörder, das war alles was mit Krimi zu tun hatte. Für mich war es vielmehr ein Geschichtsroman wo man sehr viele Informationen über die Vergangenheit von Nordnorwegen erfahren konnte. Es war das erste mal das ich von den Internierungslagern auf Norwegischem Territorium gehört habe. In Botn war zu Kriegszeiten das größte Serbierlager der Region. Unzählige Serbier wurden dort interniert, zu Tode gefoltert oder aus Angst vor Seuchen ermordet. Neben den Deutschen waren auch die Norweger an diesen Grausamkeiten beteiligt. Eine humanitäre Katastrophe auf norwegischem Boden, die nicht wieder gut zu machen ist. Zum zweiten erfährt man etwas von dem Jugoslawienkrieg speziell aus dem Ort Foca wo sich der Zusammenhang zum Mord am Anfang findet. Für mich ein sehr informatives Buch aus der Vergangenheit was man schlecht aus der Hand legen kann, wenn man die ganzen Folterungen und Morde die dort während der Kriege beschrieben sind mitzählt – na ja dann kann man es vielleicht in die Spalte Krimi mit einordnen. Zum Schluss noch ein Wort zum Cover, das hat mit ausgesprochen gut gefallen,richtig edel mit frostigen Blumen.

Tödlicher Frost
von raschke64 aus Dresden am 02.12.2014

In Tromso wird ein Mann ermordet im Kuhstall aufgefunden. Er ist gefoltert worden. Die Polizei hat keine wirkliche Spur und es kommt einem so vor, als ermitteln sich auch nicht richtig. Der Journalist Alexander Winther, Ex-Elitesoldat und in Afghanistan eingesetzt, nimmt sich der Sache an und versucht zu recherchieren.... In Tromso wird ein Mann ermordet im Kuhstall aufgefunden. Er ist gefoltert worden. Die Polizei hat keine wirkliche Spur und es kommt einem so vor, als ermitteln sich auch nicht richtig. Der Journalist Alexander Winther, Ex-Elitesoldat und in Afghanistan eingesetzt, nimmt sich der Sache an und versucht zu recherchieren. Es stellt sich heraus, dass der Tote ein Serbe ist. Hat er etwas damit zu tun, dass in der Nähe von Tromso im 2. Weltkrieg ein KZ vorwiegend mit Jugoslawen war? Außerdem geht es noch um eine Konferenz 1949 in Norwegen, an der hochrangige ehemalige SS-Offizieren teilgenommen haben, zwar unter Decknamen – doch jeder wusste, wer sie wirklich waren. Die Recherchen führen Alexander bis nach Holland … Ich muss sagen, dass ich nicht so richtig in das Buch hineingekommen bin. Am Anfang wechseln die Kapitel zwischen dem Auffinden des Toten in der Gegenwart (danach folgt lange erst mal in dieser Richtung nicht viel) und dem Geschehen in dem KZ im 2. Weltkrieg. Dazu kommen ausführliche Erklärungen zu der Situation und ein weiterer Wechsel zu dieser Konferenz 1949 mit wiederum ausführlichen Erklärungen. Anfangs hatte ich das Gefühl, dass ich 3 völlig unterschiedliche Bücher gemischt wurden. Dann kommen noch die Geschehnisse aus dem Krieg in Jugoslawien in der Gegenwart dazu, Kriegsverbrecherverhandlungen in Den Haag und die persönlichen/gesundheitlichen Probleme von Winther sowie sein eher schlechtes Verhältnis zu seinem Vater. Am Ende vermischt sich das zwar alles zu einer runden Sache, doch bis dahin hatte ich bis etwa zur Mitte des Buches ziemlich zu kämpfen und war immer kurz davor, mit dem Lesen aufzuhören. Hier war vieles gut gemeint, doch die Umsetzung war am Ende nicht wirklich mein Geschmack. Dabei war das Buch rein vom Stil her gut zu lesen, doch ich fand zu kaum einer der handelnden Personen irgendwie einen Draht, sie blieben für mich blass. Gut gelungen fand ich allerdings die Vermischung der verschiedenen Kriege. Ich meine damit, wie weit Handlungen aus der Vergangenheit in das Heute hineinreichen und damit das Leben von Menschen verändern können. Und wie sich Menschen (im Buch im 2. Weltkrieg ein Beamter und im Jugoslawien-Krieg ein Lehrer) und wie sich Menschen unter dem Gefühl von Macht in regelrechte Bestien verändern können. Leider auch erschreckend, dass die Menschheit wohl nichts aus den vergangenen Kriegen und Gräueln gelernt hat. Alles in allem ist das Buch für mich lesbar, aber nicht unbedingt der ganz große Wurf.