Traumnovelle

1925

(3)
Die Geschichte einer Ehe in faszinierenden und beklemmenden Bildern: Nach den unheimlichen erotischen Erlebnissen einer Nacht – seinen in einer traumhaften Wirklichkeit und ihren im Traum – erkennen beide ihre unerfüllten Wünsche und Begierden und finden einen Weg aus der Krise.
Rezension
"Lieber und verehrter Dr. Schnitzler, hingerissen haben wir die Traumnovelle hier gelesen, beide in einem Zuge, atemlos, und begrüßen Sie voller Bewunderung." (Thomas und Katja Mann)
Portrait
Arthur Schnitzler, geb. 15.5.1862 in Wien, versuchte bereits als Neunzehnjähriger seine ersten Dramen zu schreiben. Nach dem Studium der Medizin war er Assistenzarzt an der Allgemeinen Poliklinik und dann praktischer Arzt in Wien, bis er sich mehr und mehr seinen literarischen Arbeiten widmete. 1886 erscheinen die ersten Veröffentlichungen in Zeitungen, 1895 das erste Buch. Bei Arthur Schnitzler bildet stets der einzelne Mensch den Mittelpunkt seiner durchweg im Wien der Jahrhundertwende angesiedelten Stoffe. Er starb am 21.10.1931 als einer der bedeutendsten österreichischen Erzähler und Dramatiker der Gegenwart in Wien.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 96
Erscheinungsdatum 01.01.2006
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-596-17042-5
Verlag Fischer Taschenbuch Verlag
Maße (L/B/H) 19,6/12,4/1,2 cm
Gewicht 158 g
Auflage 1
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träumerische Realität oder realitscher Traum
von Manu aus Wien am 28.07.2007

Passion pur ! Leidenschaft in jedem Wort, die Gegenüberstellung von Traum u. Realität, die verborgene Sehnsucht u. Wohllust des einzelnen läßt eine fast unüberwindbare Distanz zwischen dem Ehepaar Fridolin u. Albertine heranwachsen, welche aber letztendlich das Gegenteil bewirkt u. sie zu Innigkeit u. Verbundenheit erlangen welche sie zuvor gemeinsam... Passion pur ! Leidenschaft in jedem Wort, die Gegenüberstellung von Traum u. Realität, die verborgene Sehnsucht u. Wohllust des einzelnen läßt eine fast unüberwindbare Distanz zwischen dem Ehepaar Fridolin u. Albertine heranwachsen, welche aber letztendlich das Gegenteil bewirkt u. sie zu Innigkeit u. Verbundenheit erlangen welche sie zuvor gemeinsam nie bewußt empfinden konnten.

Traum der Realität? Zwischen Liebe und Triebhaftigkeit
von LongGoneBy aus Wien am 10.03.2007

Im Mittelpunkt dieses gelungenen Werkes steht das Ehepaar Fridolin und Albertine. Ihre Situation ist geprägt von dem Konflikt zwischen der Sehnsucht einer individuellen Paarbeziehung und der Befriedung des nicht-individuellen Triebbedürfnisses. Im Verlauf des Romans gelingt es Albertine, ihre Wünsche durch einen Traum zu befriedigen, Fridolin setzt jedoch durch seine... Im Mittelpunkt dieses gelungenen Werkes steht das Ehepaar Fridolin und Albertine. Ihre Situation ist geprägt von dem Konflikt zwischen der Sehnsucht einer individuellen Paarbeziehung und der Befriedung des nicht-individuellen Triebbedürfnisses. Im Verlauf des Romans gelingt es Albertine, ihre Wünsche durch einen Traum zu befriedigen, Fridolin setzt jedoch durch seine Versuche zur Erfüllung seiner Sehnsüchte seine Ehe aufs Spiel und es gelingt ihm dennoch nicht, seine Triebe zu erfüllen. Am Ende des Romanes steht ein Erkenntnisgewinn des Paares, die gemeinsame Liebe wird über die Triebbefriedigung gestellt und nur durch die Aufrichtigkeit der Partner wird die Beziehung gerettet. Hier ist Arthur Schnitzler ein fasznierendes Werk gelungen, welches die Unterscheidung zwischen Traum und Realität manchmal nicht eindeutig zu erkennen gibt. Ein sehr guter Klassiker, den jeder einmal lesen sollte.

Traum oder doch Realität
von Mario Pf. aus Oberösterreich am 03.01.2006

Arthur Schnitzlers Traumnovelle beschäftigt sich wie schon der Name vermuten lässt vorwiegend mit Träumen und traumgleicher Realität. Nach den turbulenten, einen seltsamen Traum gleichen, Ereignissen eines Maskenballs sehen sich Albertine und ihr Mann Fridolin gezwungen sich wieder einmal so richtig auszusprechen. Im Verlauf ihres Gespräches erfolgt die tiefgehende Schilderung... Arthur Schnitzlers Traumnovelle beschäftigt sich wie schon der Name vermuten lässt vorwiegend mit Träumen und traumgleicher Realität. Nach den turbulenten, einen seltsamen Traum gleichen, Ereignissen eines Maskenballs sehen sich Albertine und ihr Mann Fridolin gezwungen sich wieder einmal so richtig auszusprechen. Im Verlauf ihres Gespräches erfolgt die tiefgehende Schilderung ihrer letzten Urlaubserlebnisse, die typisch für Schnitzler eindeutige sexuelle Anspielungen enthalten. Das Gespräch legt auch dar, wie die beiden Ehepartner zueinander stehen und lässt erahnen wie sich die Geschichte schon bald entwickeln wird. Mit dem Versprechen sich solche Erlebnisse in Zukunft immer gleich zu erzählen versucht Fridolin das Gespräch zu beenden, doch Albertine erwähnt noch ein anderes verschwiegenes Erlebnis, dass noch in ihre Jugendzeit zurückreicht. Das Dienstmädchen unterbricht die beiden jedoch, denn soeben hat sie die Botschaft erreicht, dass ein Patient Fridolins, ein wichtiger Hofrat, einen Herzanfall erlitten hat und im Sterben liegt. Fridolin verabschiedet sich von seiner Frau, doch als er beim Hofrat angekommen ist und dessen Tochter ihn empfängt, kann er nur noch den Tod des alten Mannes feststellen. In ihrer Verzweiflung offenbart ihm die Tochter seines verstorbenen Patienten schließlich dass sie ihn liebt, obwohl sie widerwillig mit einem Universitätsdozenten verlobt ist. Sie verrät ihm weiters, dass sie wegziehen werden und wie unglücklich sie mit ihrem zukünftigen Mann jetzt schon ist. Als die ersten Trauergäste, der engere Kreis der Familie, eintreffen muss Fridolin jedoch gehen. Während er durch den Park spaziert ist er so in Gedanken versunken, dass er es gar nicht merkt, wohin ihn seine Schritte führen und plötzlich steht er in einer Gasse. Dort findet er mehrere Dirnen vor, von denen eine ihn in seinen Bann zieht. Sie gehen in ihr Haus, wo sie sich als Mizzi vorstellt. Anders als zu erwarten lehnt er ihre Angebote jedoch ab und bittet sie ihm doch stattdessen etwas zu erzählen. Nachdem er Mizzi wieder verlassen hat, führt ihn sein Weg in ein Kaffeehaus wo er auf einen alten Freund und Studienkollegen trifft, der ihm von einer mysteriösen Veranstaltung berichtet, zu der er als Klavierspieler eingeladen ist. Fasziniert von den Ausführungen seines alten Freundes beschließt Fridolin kurzerhand sich auch auf diese Feier zu schleichen. Selbst mit anderen Werken Schnitzlers verglichen ist die Traumnovelle ein überaus komplexes Buch, welches viel Freiraum für Interpretationen lässt. Selbst Sigmund Freud soll sich einst Gedanken über dieses Buch gemacht haben und das tut dieses Werk auch heute noch. Ob es nun an diesem Verschwimmen von Realität und Traum liegt oder Schnitzlers Fähigkeit eine Geschichte nicht bloß zu erzählen, sondern tiefsinnig nachempfinden zulassen, ist eine Frage für sich, erfolgreich und faszinierend ist dieses Werk ohnehin.