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Unbekannt verzogen

Roman

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Carol hat es gründlich satt: Da ist sie mit einem Mann verheiratet, dessen Rumgejammer bei ihr beinahe Mordgelüste weckt, hat eine halbwüchsige Tochter, die ihr vorkommt wie ein Alien im eigenen Haus, und nun auch noch das – endlich hatte sie sich ein Herz gefasst, nach Athen abzuhauen, da macht das Schicksal ihr einen Strich durch die Rechnung.
Und dann ist da Albert: Der Briefträger schlurft einsam und lustlos durchs Leben, seit seine Frau gestorben ist. Nicht mal seine selbstmordgefährdete Katze Gloria schenkt ihm so recht Beachtung. Und jetzt, kurz vor der Rente, wird er auch noch dazu verdonnert, unzustellbare Briefe zu sortieren. Er gehört wohl endgültig zum alten Eisen – doch plötzlich trudeln bei ihm Briefe einer anonymen »C.« ein, schlagartig fühlt er sich ihr verbunden wie einer alten Freundin und macht sich auf den Weg, sie zu finden …
Tom Winter erzählt mit beißendem Humor und doch mit großer Wärme für seine Figuren von zwei Pflichterfüllern, die endlich den Mut aufbringen, aus dem Gewohnten auszubrechen.
Portrait

Tom Winter, 1974 in der Nähe Londons geboren, lebt nach 15 Jahren in Hongkong und Shanghai in Berlin und arbeitet als Werbetexter für internationale Firmen.

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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja
Seitenzahl 281 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 11.03.2013
Sprache Deutsch
EAN 9783458731948
Verlag Insel Verlag GmbH
Originaltitel Lost and Found
Dateigröße 5097 KB
Übersetzer Regina Rawlinson, Sabine Lohmann
eBook
10,99
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Übersicht
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Meine Erwartungshaltung war zu groß
von LEXI am 05.10.2013
Bewertet: Einband: Paperback

Der einsame Postzusteller Albert erhält kurz vor Eintritt in den Ruhestand einen neuen Aufgabenbereich zugeteilt: er soll unzustellbare Briefe sortieren und der Vernichtung zuführen. Ein Brief mit einem Smiley auf dem Kuvert ohne Adressangabe macht ihn so neugierig, dass er gegen jegliche Vorschriften verstößt, ihn öffnet und liest. Und... Der einsame Postzusteller Albert erhält kurz vor Eintritt in den Ruhestand einen neuen Aufgabenbereich zugeteilt: er soll unzustellbare Briefe sortieren und der Vernichtung zuführen. Ein Brief mit einem Smiley auf dem Kuvert ohne Adressangabe macht ihn so neugierig, dass er gegen jegliche Vorschriften verstößt, ihn öffnet und liest. Und mit dieser Lektüre offenbart sich für den verwitweten einsamen Mann, dessen ganze Aufmerksamkeit sich bislang auf sein Fernsehgerät und seine Katze Gloria gerichtet hatte, eine vollkommen andere Welt. Nämlich die Welt der mysteriösen „C“, die ihm unter dem Schutzmantel der Anonymität in mehreren Briefen ihr Innerstes offenbart, ihre Seele ausbreitet. Carol ist eine unglücklich verheiratete Ehefrau und Mutter, mit ihrem Leben, ihren Lebensumständen und all ihren Angehörigen unzufriedene Frau. Das Verhältnis zur Mutter ist beinahe schon als hasserfüllt zu bezeichnen, für ihre Tochter Sophie kann sie keine Zuneigung empfinden, und „Liebe“ ist in Bezug auf ihren krebskranken Ehemann Bob ebenfalls ein Fremdwort. Das Zusammentreffen dieser beiden Welten, die jeweils von Einsamkeit und einer unglücklichen Grundsituationen geprägt sind, wird in dem vorliegenden Erstlingswerk von Tom Winter in teilweise herrlich-schrägem englischen Humor beschrieben. Doch nur teilweise. Grundsätzlich zieht sich als Grundstimmung das Unglücklich sein der Protagonisten bis hin zur beginnenden Depression durch den gesamten Plot. Der lockere, flüssige Schreibstil wird für meinen persönlichen Lesegeschmack ganz stark durch die vom Autor gewählte Ich-Form beeinträchtigt, auch die Tatsache, dass der ganze Roman im Präsens geschrieben ist, verleidete mir das Lesevergnügen. Der dennoch unterhaltsame Inhalt wurde für meinen Geschmack stark durch das traurige, teilweise offene Ende „verdorben, das einen schalen Nachgeschmack hinterlässt. Hinsichtlich der Figuren dieses Romans bin ich zweigeteilter Meinung. Einerseits gibt es eine gewisse Situationskomik und einen schrägen Sarkasmus, der den Leser bei der Lektüre oftmals ein vergnügtes Schmunzeln entlockt. Andererseits kann ich manche Handlungen einfach nicht nachvollziehen… weshalb sie beispielsweise ihr halbes Leben lang in einer Situation verharren, in der sie unglücklich sind, weshalb sie keinen einzigen Versuch unternommen haben, um ihre Lage – oder ihre Einstellung – zu ändern. Und weshalb sie am Ende genau so – und nicht anders – reagieren; Sympathie erweckte keine der handelnden Personen dieses Buches in mir. Die gelangweilte, frustrierte Ehefrau schreibt ihre Briefe, adressiert sie jedoch nicht. Ein „unbekannt verzogen“ ist demnach in Folge nicht nur unlogisch, sondern schlichtweg unmöglich. Zudem irritiert der Titel „Unbekannt verzogen“ und erweckt Assoziationen mit dem gleichnamigen Kriminalroman von Michael Connelly aus dem Jahre 2006. Aufgrund des teilweise herrlich-schrägen Humors und des flüssigen Schreibstils würde ich dem Buch glatte 4 Sterne vergeben. Die für meinem persönlichen Lesegeschmack empfundenen Mängel, nämlich die erwähnte Ich-Form und das Präsens, die durchgehend negative Grundstimmung des Buches und das offene, einen schalen Nachgeschmack hinterlassende Ende, verleideten mir das Lesevergnügen jedoch empfindlich. Daher auch nur 2 Bewertungssterne von mir.

Rabenschwarz
von einer Kundin/einem Kunden am 24.04.2013
Bewertet: Einband: Paperback

Carol hat die Nase voll, von ihrem Ehemann, den sie nur geheiratet hat, weil sie von ihm ein Kind erwartete. Als sie endlich die passenden Worte für ihren „Abschied“ findet, kommt sie nicht zum Zug; ihr Mann teilt ihr vorher mit, dass er an Hodenkrebs erkrankt ist. ... Carol hat die Nase voll, von ihrem Ehemann, den sie nur geheiratet hat, weil sie von ihm ein Kind erwartete. Als sie endlich die passenden Worte für ihren „Abschied“ findet, kommt sie nicht zum Zug; ihr Mann teilt ihr vorher mit, dass er an Hodenkrebs erkrankt ist. Ihren Frust schreibt sie sich mit Briefen an das Universum von der Seele. Diese gelangen in das Archiv eines Postbeamten, der selber ein unglückliches Dasein fristet. Aber, er wird neugierig und macht sich auf die Suche nach „C.“ Keineswegs ein trauriger Roman; ganz im Gegenteil, unterhaltsam mit viel bissigem britischen Humor.

Für dieses Schreiben wird das Postgeheimnis nicht garantiert.
von Brilli aus Hagen am 23.04.2013
Bewertet: Einband: Paperback

Aufregend war das Leben des verwitweten, pflichtbewußten Postangestellten Albert bisher nicht gewesen und seine berufliche Karriere neigte sich dem Ende zu, einige Wochen waren es nur noch bis zu seiner Pensionierung. Was danach auf ihn wartete, ließ ihn seinem Ruhestand wenig beschwingt entgegen sehen. Seine Katze Gloria, die einen... Aufregend war das Leben des verwitweten, pflichtbewußten Postangestellten Albert bisher nicht gewesen und seine berufliche Karriere neigte sich dem Ende zu, einige Wochen waren es nur noch bis zu seiner Pensionierung. Was danach auf ihn wartete, ließ ihn seinem Ruhestand wenig beschwingt entgegen sehen. Seine Katze Gloria, die einen selbstmörderischen Sprung aus dem Fenster mit zwei gebrochenen, inzwischen eingegipsten Beinen überlebt hatte und sein boshafter, zänkischer Nachbar Max würden die Fixpunkte seines Lebens sein. Laut Anweisung von oben verbrachte er nun die noch verbleibende Amtszeit mit dem Sortieren von unzustellbaren, zurückgekommenen Briefen, was eigentlich als Beschäftigungtherapie für "berufliche Auslaufmodelle" gedacht war. Aber einer dieser Briefe - auf teurem Papier geschrieben, mit einem Smiley ausgerüstet, und ans Universum adressiert, veränderte sein Leben von einer Minute zur anderen. Dass es sich bei dieser Person, die mit einem schlichten C. unterschrieben hatte, um Carol handelte, die mit Ehemann Bob und Tochter Sophie ein ihrer Meinung nach ätzendes Leben führte, das ständig von Scheidungsgedanken begleitet wurde, offenbarte sich Albert erst im Verlauf der Zeit und durch das Öffnen weiterer, ebenfalls nicht an ihn gerichteter Briefe. So wurde dann diese "unbekannte Freundin" ein Teil seines Lebens, seine Anteilnahme galt ihrem Schicksal, dass diese unwissend in einer Art Lebensbeichte mit ihm teilte. Je enger die Bindung an die Unbekannte wurde, desto größer war sein Verlangen, sie aufzuspüren und kennenzulernen, seinen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Tom Winter hat ein wunderschönes, kleines Buch geschrieben, das ohne Schwierigkeit das Herz des Lesers erreicht. In angenehmer Sprache flüssig geschrieben, entwickelt sich der Roman zu einem ansehnlichen Lesegenuss. Die Protagonisten sind authentisch und überzeugend, so nah am Leser, dass viele Parallelen zum Leben erkenntlich sind, die sowohl ein Lächeln als auch ein Gefühl von Nachdenklichkeit mit sich bringen. Dieses Buch hat soviel liebenswürdige Menschlichkeit, dass es keiner großen Worte oder Ereignisse bedarf, um ihm einen Platz in der Favoritenliste der Lesenden zu sichern. Vielleicht fehlt dem Einen oder Anderen zum Ende hin dann eine genaue Aussage über das weitere Ergehen der Hauptpersonen, vielleicht sieht man auch eigene Wünsche für einen erhofften Schluss, die sich während des Lesens gebildet haben, nicht erfüllt. Aber ist es in unserem Leben nicht ebenso? Schrauben nicht auch wir Erwartungen zurück und begnügen uns, ohne das Glücklichsein zu verlernen? Tom Winter sollte weiter schreiben, ich finde, er trifft genau den Ton, den wir alle verstehen.