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Und du bist nicht zurückgekommen

(23)

Marceline ist fünfzehn, als sie zusammen mit ihrem Vater ins Lager kommt. Sie nach Birkenau, er nach Auschwitz. Sie überlebt, er nicht. Siebzig Jahre später schreibt sie ihm einen Brief, den er niemals lesen wird.

Einen Brief, in dem sie das Unaussprechliche zu sagen versucht: Nur drei Kilometer sind sie voneinander entfernt, zwischen ihnen die Gaskammern, der Geruch von brennendem Fleisch, der Hass, die Unausweichlichkeit der eigenen Verrohung, die ständige Ungewissheit, was geschieht mit dem anderen? Einmal gelingt es dem Vater, ihr eine kleine Botschaft auf einem Zettel zu übermitteln. Aber sie vergisst die Worte sofort – und wird ein Leben lang versuchen, die zerbrochene Erinnerung wieder zusammenzufügen.

Marceline Loridan-Ivens schreibt über diese Ereignisse und über ihre unmögliche Heimkehr, sie schreibt über ihr Leben nach dem Tod, das gebrochene Weiterleben in einer Welt, die nichts von dem hören will, was sie erfahren und erlitten hat. Und über das allmähliche Gewahrwerden, dass die Familie ihren Vater dringender gebraucht hätte als sie: »Mein Leben gegen deines.«


Und du bist nicht zurückgekommen ist eine herzzerreißende Liebeserklärung, ein erzählerisches Meisterwerk, ein einzigartiges Zeugnis von eindringlicher moralischer Klarheit – das wohl letzte Zeugnis seiner Art.

Rezension
"Man liest es benommen, bewegt, erschüttert."
Le Nouvel Observateur 28.05.2015
Portrait
Judith Perrignon ist Mitte 40 und lebt in Paris. Sie war lange Journalistin bei der Libération, Essayistin und Autorin.
Eva Moldenhauer, 1934 in Frankfurt/Main geboren, ist seit 1964 als Übersetzerin tätig. Sie übersetzte u.a. Claude Simon, Jorge Semprun, Agota Kristof, Jean Paul Sartre und Lévi-Strauss. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. 1982 mit dem "Helmut-M.-Braem-Preis" und 1991 mit dem "Celan-Preis". 2005 wurde sie für ihre Neu-Übersetzung von Claude Simons "Das Gras" für den "Preis der Leipziger Buchmesse" nominiert. 2012 wurde Eva Moldenhauer mit dem "Prix de l'Académie de Berlin".ausgezeichnet.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 111
Erscheinungsdatum 06.09.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-458-17660-2
Verlag Insel Verlag
Maße (L/B/H) 209/128/15 mm
Gewicht 206
Originaltitel Et tu n'es pas revenu
Auflage 1
Verkaufsrang 71.398
Buch (gebundene Ausgabe)
15,00
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„Berührend...“

Judith Wolf, Thalia-Buchhandlung Münster

Einfach beeindruckend was Marceline in ihrem Brief an ihren Vater schreibt...
Die Sehnsucht nach ihm und der Schrecken des Lagers Auschwitz-Birkenau, der Schrecken der Nazis sind allgegenwärtig!!!
Lässt niemanden ungerührt zurück und mahnt gleichzeitig davor so was nie wieder geschehen zu lassen....!
Einfach beeindruckend was Marceline in ihrem Brief an ihren Vater schreibt...
Die Sehnsucht nach ihm und der Schrecken des Lagers Auschwitz-Birkenau, der Schrecken der Nazis sind allgegenwärtig!!!
Lässt niemanden ungerührt zurück und mahnt gleichzeitig davor so was nie wieder geschehen zu lassen....!

Evgenia Bolshakova, Thalia-Buchhandlung Halle

Eine wenn auch nur kurze, so doch eine Geschichte von unglaublicher Heftigkeit, Wucht - sie lässt niemanden kalt. Erschütternd, bewegend und mit einer eindeutigen Botschaft an uns. Eine wenn auch nur kurze, so doch eine Geschichte von unglaublicher Heftigkeit, Wucht - sie lässt niemanden kalt. Erschütternd, bewegend und mit einer eindeutigen Botschaft an uns.

A. Tesch, Thalia-Buchhandlung Berlin

An solch einem Thema kann man eigentlich nichts kritisieren, es ist wahnsinnig traurig, eine solche Geschichte zu lesen und unfassbar, was Menschen erlebt haben. An solch einem Thema kann man eigentlich nichts kritisieren, es ist wahnsinnig traurig, eine solche Geschichte zu lesen und unfassbar, was Menschen erlebt haben.

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Kundenbewertungen


Durchschnitt
23 Bewertungen
Übersicht
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Berührendes Zeitzeugnis
von einer Kundin/einem Kunden aus Bielefeld am 20.01.2017

Marceline wird als junges Mädchen gemeinsam mit ihrem Vater nach Auschwitz deportiert. Sie überlebt den Holocaust, doch ihr Vater stirbt und kehrt nie wieder nach Hause zurück. 70 Jahre später schreibt sie ihm einen Brief, der ihn nie erreichen wird… . Marceline Loridan-Ivens hat hier einen bewegenden und sehr persönlichen... Marceline wird als junges Mädchen gemeinsam mit ihrem Vater nach Auschwitz deportiert. Sie überlebt den Holocaust, doch ihr Vater stirbt und kehrt nie wieder nach Hause zurück. 70 Jahre später schreibt sie ihm einen Brief, der ihn nie erreichen wird… . Marceline Loridan-Ivens hat hier einen bewegenden und sehr persönlichen Brief verfasst, der Zeugnis von den Schrecken der Lager, aber auch von dem Leben danach gibt. Besonders eindringlich beschreibt sie das einzige Zusammentreffen mit ihrem Vater in Auschwitz. Dieses Erlebnis und die verschwommene Erinnerung an eine Nachricht, die er ihr heimlich zukommen ließ, haben sie ihr ganzes Leben lang nicht losgelassen. Sie gibt auch einen tiefen Einblick in die Zeit nach Auschwitz, in der niemand ihre Geschichte hören wollte und sie zum Vergessen gedrängt wurde. Es ist tieftraurig zu lesen, wie sie von der mutigen jungen Frau, die im Holocaust jeden Tag um ihr Überleben gekämpft hat, innerlich daran zu zweifeln beginnt, ob sie überhaupt hätte zurückkehren sollen und ob sich ein Leben danach überhaupt noch lohnt. Mich persönlich hat Marcelines Brief sehr berührt. Sie beschreibt eindrücklich das Leiden der KZ-Insassen und schafft es, dass erlebte Grauen mit all seinen Ausmaßen in Worte zu fassen und hat so auf ihre ganz eigene Weise ihre Vergangenheit literarisch verarbeitet. Obwohl das Buch vom Umfang nicht sehr lang ist, kann man es nur Stück für Stück lesen, da es doch sehr bewegt und nachdenklich macht. Insgesamt hat mich dieser eindrücklich geschriebene Zeitzeugnis von Marceline sehr berührt. Ich kann es daher an jeden empfehlen, der sich mit dem Holocaust auseinandersetzen möchte und starke Nerven mitbringt.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
„Und du bist nicht zurückgekommen“ - Die Wunden einer verletzten Seele.
von Liane Marth / LimaKatze am 11.01.2016

KLAPPENTEXT: Marceline ist fünfzehn, als sie zusammen mit ihrem Vater deportiert wird. Sie nach Birkenau, er nach Auschwitz. Sie überlebt, er nicht. Siebzig Jahre später schreibt sie ihm einen Brief, den er niemals lesen wird. ZUM INHALT: „Die Wörter hatten uns verlassen. Wir hatten Hunger. Das Massaker war in vollem... KLAPPENTEXT: Marceline ist fünfzehn, als sie zusammen mit ihrem Vater deportiert wird. Sie nach Birkenau, er nach Auschwitz. Sie überlebt, er nicht. Siebzig Jahre später schreibt sie ihm einen Brief, den er niemals lesen wird. ZUM INHALT: „Die Wörter hatten uns verlassen. Wir hatten Hunger. Das Massaker war in vollem Gange. Ich hatte sogar Mamas Gesicht vergessen. Und da war deine Botschaft vielleicht plötzlich zu viel Wärme, zu viel Liebe, ich habe sie nach dem Lesen sofort geschluckt, wie eine Maschine, die Hunger und Durst hat. Und dann habe ich sie ausgelöscht. Zu viel daran denken hieß, den Mangel zuzulassen, es macht verwundbar, es weckt die Erinnerungen, es schwächt und es tötet. Im Leben, dem richtigen, vergisst man auch, man geht darüber hinweg, man siebt, man verlässt sich auf die Gefühle. Dort ist es das Gegenteil, zuerst verliert man die Bezugspunkte der Liebe und der Sensibilität. Man erfriert von innen her, um nicht zu sterben.“ (Zitat, Seite 18/19) Marceline war fünfzehn Jahre alt, als sie 1944 gemeinsam mit ihrem Vater in Bollène festgenommen und anschließend deportiert wurde. Sie selbst verschleppte man nach Birkenau und den geliebten Vater nach Auschwitz. Ein einziges Mal gelang es ihrem Vater damals, seiner Tochter heimlich eine Nachricht im Lager zukommen zu lassen. Marceline erinnert sich allerdings nur noch an die Anrede „Mein liebes kleines Mädchen“ und an die Unterschrift ihres Vaters. Der weitere Inhalt geriet in Vergessenheit. Eine Lücke, die Marceline ihr Leben lang nicht ruhen lassen sollte, weil diese Botschaft das letzte Lebenszeichen ihres Vater war. Sie überlebte den Holocaust, der europaweit ca. sechs Millionen Juden das Leben gekostet hat, und kehrte zu ihrer Familie zurück. Die traumatischen Erlebnisse haben für immer tiefe Spuren bei Marceline hinterlassen, doch niemand wollte ihr seinerzeit zuhören und etwas davon wissen. Doch am schlimmsten war für das junge Mädchen der spürbare Vorwurf hinter all diesem Schweigen: Warum bist du zurückgekommen und nicht er, der Vater, den die Familie viel nötiger gebraucht hätte. Und tatsächlich hatte der Verlust des Vaters letztendlich für die gesamte Familie tragische Folgen. Marceline Loridan-Ivens, geborene Rozenberg, ist eine alte Dame von sechsundachtzig Jahren, als sie einen Brief an ihren Vater schreibt, auch wenn dieser ihn nicht mehr lesen kann. Der Brief ist eine Liebeserklärung an ihren Vater und gleichzeitig ein vielleicht letzter Versuch, die furchtbaren Geschehnisse aus der Vergangenheit zu verarbeiten. Grauenvolle und unmenschliche Ereignisse, die das normale Vorstellungsvermögen übersteigen, und die Marceline für ihr ganzes Leben prägen sollten. Dieser in klaren Worten und ohne Bitterkeit formulierte Brief ist der Inhalt dieses bewegenden Buches. „Wenn sie wüssten, alle, wie sie da sind, dass das Lager ständig in uns ist. Wir alle haben es im Kopf bis in den Tod.“ (Zitat, Seite 106) MEIN FAZIT: „Und du bist nicht zurückgekommen“ ist ein erschütterndes Zeitdokument, das unter die Haut geht. Es beschreibt die entsetzlichen Erlebnisse in der Gefangenschaft und den nachfolgenden Lebensweg der Autorin. Die junge Marceline überstand zwar die Zeit im Lager, doch innerlich zerbrach sie fast daran. Die Hoffnung, den Vater wiederzusehen, gab ihr vermutlich den nötigen Überlebenswillen. In ihrem späteren Leben wurde sie zu einer engagierten Frau, die beispielsweise mit Ehemann Joris Ivens Dokumentarfilme in Kriegsgebieten drehte. Das Schicksal und die Biografie von Marceline Loridan-Ivens haben mich unglaublich berührt und beeindruckt. Der Buchinhalt erzeugt ein Gefühl von Dankbarkeit und Demut in dieser heutigen Zeit des Überflusses, in der Rechtsradikalismus und Fremdenhass leider noch immer ein großes Thema ist. Eine bemerkenswerte Lektüre mit viel Stoff zum Nachdenken, die sich tief im Herzen des Lesers verankert und noch lange darin nachklingen wird. Unzählige Male habe ich mit dieser Rezension angefangen und den Text immer wieder verworfen. Es erschien mir beinahe anmaßend, ein derart persönliches Buch auf irgendeine Art und Weise zu bewerten. Aber weil ich diese Lektüre jedem ans Herz legen möchte, spreche ich hiermit eine unbedingte Leseempfehlung aus und vergebe selbstredend fünf Sterne.

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Ein sehr berührendes Werk!
von einer Kundin/einem Kunden aus Essen am 04.11.2015

Mit 15 Jahren wird Marceline Loridan-Ivens mit ihrem Vater deportiert. Sie werden gewaltsam auseinandergerissen: Sie wird nach Birkenau und er nach Auschwitz deportiert. Zu diesem Zeitpunkt sagt ihr Vater ihr, dass sie wahrscheinlich aufgrund ihres Alters freikommen, er aber niemals zurückkommen wird. Marceline Loridan-Ivens konnte sich nie von ihrem Vater... Mit 15 Jahren wird Marceline Loridan-Ivens mit ihrem Vater deportiert. Sie werden gewaltsam auseinandergerissen: Sie wird nach Birkenau und er nach Auschwitz deportiert. Zu diesem Zeitpunkt sagt ihr Vater ihr, dass sie wahrscheinlich aufgrund ihres Alters freikommen, er aber niemals zurückkommen wird. Marceline Loridan-Ivens konnte sich nie von ihrem Vater verabschieden, weswegen sie nun, 70 Jahre später, einen Brief an ihn schreibt. Dieser ist die Antwort auf einen Brief ihres Vater, den sie im Konzentrationslager im Sommer 1944 durch ein großes Glück erhalten hat. Wegen ihrer schlechten körperlichen und seelischen Verfassung vergaß sie sofort, was in ihm stand, kennt nur noch die einleitenden Worte. Sie weiß nicht mehr genau wann, aber kurz darauf hat sie den Brief verloren. Dieser Verlust beschäftigt sie noch heute. In dem Buch beschreibt sie, wie sie die Zeit überlebt hat und, wie sie sich ausdrückt, das Lager nie verlassen hat, da es für immer in ihrem Gedächtnis festsitzt. Denn als sie zurückkehrte war in ihrer Familie nichts mehr wie es war. Es war, als wäre ihr Vater für sie gestorben, alle dachten das- und so begann der Verfall der Familie. Das Lager hat Marceline Loridan-Ivens dazu gebracht, anderen zu helfen. Sie reiste zusammen mit ihrem Mann Joris Ivens in Krisen- und Kriegsgebiete, um zu helfen und mit Dokumetarfilmen auf die Probleme aufmerksam zu machen. Doch handelt dieses Buch nicht nur davon. Gerüche, Geräusche, Gefühle, Erlebnisse und Ängste werden so beschrieben, dass es beim Lesen ganz tief unter die Haut geht. Ganz berührend ist auch die Liebe des Mädchens und später der Frau zu ihrem Vater, die einen das ganze Buch begleitet. Man fühlt sich nach Birkenau gezogen, da alle Sinneseindrücke so eindringlich beschrieben werden. Der Geruch nach verbrannten Leichen zum Beispiel. Besonders Marceline Loridan-Ivens’ Gefühle werden so genau wiedergegeben, nicht nur während ihrer Zeit im Konzentationslager, wenn sie die Kleidung der Toten durchwühlen muss, oder wenn die Menschen um sie herum ermordet werden, sondern auch nach ihrer “Befreiung”: Die für sie noch immer offen stehende Frage, ob sie, die Überlebenden, gut daran taten, aus den Lagern zurückzukehren, zum Beispiel. Eine Frage, von der sie hofft, dass sie sie vor ihrem Ableben mit einem “Ja” beantworten können wird. Und das wünsche ich ihr sehr. Mit leisen Worten ist es der Autorin gelungen, mir immer und immer wieder Schauer über den Rücken laufen und Tränen in die Augensteigen zu lassen. Wenn einem Bilder von Kindern in den Kopf steigen, die Gräber ausheben oder die Kleidung Toter durchwühlen müssen, oder von einem kleinen Mädchen, das völlig erschöpft zusammenbricht und dann umgebracht wird, ist es etwas so bedrückendes und ergreifendes, dass es sich kaum in Worten angemessen beschreiben lässt. Und dennoch gelingt es der Verfasserin in diesem gerade einmal 110 Seiten umfassenden Werk genau solche Bilder auszulösen und ein ganzes Leben, und die Auswirkungen des Verschwindens eines solchen, zu beschreiben. “Und du bist nicht zurückgekommen” ist ein sehr gefühlvolles und persönliches Buch über die in den Konzentrationslagern erlebte Unmenschlichkeit. Aber nicht nur das; es ist auch ein Buch über die immer währende Liebe eines Kindes, einer Frau, zu ihrem verschollenen Vater. Es ist ein Brief, der sehr nahe geht, zum Nachdenken anregt und niemals von dem Adressaten gelesen werden wird. Gerade in der heutigen Zeit ein Werk, welches ich weiterempfehlen kann.

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