Unsere Seite des Himmels

Roman

(5)
Solange die Liebe uns gehörte

Küstrin, 1941: Schon als Kinder waren Henriette und Hans unzertrennlich, dann verlieben sie sich. Doch ihre Liebe muss geheim bleiben, denn Henriette ist Jüdin. Als die politische Lage sich zuspitzt, entschließt sich ihre Familie zur Flucht und wird auseinandergerissen.
Jahrzehnte später kehrt Henriette zurück. Noch einmal möchte sie ihre alte Heimat sehen. Aber vor allem will sie eins: endlich Hans wiederfinden.

Eine Rückkehr in die verlorene Heimat und eine hochemotionale Reise zu den Erinnerungen, die ein Leben prägen.
Rezension
" Ein gelungener, aufwühlender und doch auch versöhnlicher Roman. " Fachzeitschrift /-magazin 20171217
Portrait
Hans D. Meyer zu Düttingdorf wurde 1967 in Bielefeld geboren. Er ist Musiker, Schauspieler und Unternehmenscoach und wurde für seine deutschsprachigen Chansons bereits mehrfach ausgezeichnet. Durch seinen Partner, Juan Carlos Risso, lernte er Argentinien und den Tango lieben. Gemeinsam entwickelten sie die Idee zum Buch „Das Bandoneon“ und erarbeiteten dessen Geschichte. Die beiden leben in Berlin und in der Küstenstadt Necochea am argentinischen Atlantik.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 448
Erscheinungsdatum 15.09.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7466-3379-4
Verlag Aufbau
Maße (L/B/H) 20,5/13,4/3,8 cm
Gewicht 440 g
Auflage 1. Auflage
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Hans Meyer zu Düttingdorf. Was für ein Name! Wie aus einem Roman. Und es waren dieser Name des Autors, das Buchcover und dann natürlich der Klappentext, was mich veranlasst hat, das Buch „Unsere Seite des Himmels“ zu lesen. Bis eben dachte ich noch, dass dieses Buch ein Erstling sei. Aber dann habe ich festgestellt, dass es bereits zwei andere Titel von dem Autoren gibt, wovon mich „Das Bandoneon“ (Aufbau Verlag) nun ebenfalls sehr interessiert. Vielleicht werden Sie dazu auch einmal eine Buchbesprechung von mir finden.

Was für eine traurige Geschichte einer großen Liebe! Hans Meyer zu Düttingdorf erzählt die Geschichte von Henriette Ahrenfelss, die um 1925 in Küstrin geboren wurde. Sie ist die Tochter des jüdischen Ehepaars Ephraim und Herta, die in Küstrin ein kleines Geschäft „Tuchhandel und Dekoration“ betreiben. Henriette ist Teil der Kleeblattbande, zu der noch Karl, Hans und Charlotte gehören. Diese vier Kinder stammen aus sehr unterschiedlichen Verhältnissen, halten aber so lange zusammen, wie es in der damaligen Zeit ging. Karl ist der Älteste der Gruppe und der Anführer. Er stammt aus der Vorstadt, dem Stadtteil von Küstrin, wo die Arbeiter leben. Sein Vater ist zu Beginn der Geschichte arbeitslos. Aber im Laufe der Geschichte wird sich das Schicksal der Familie wenden. Die anderen wohnen innerhalb der Küstriner Festung, dem alten und wohlhabenden Teil der Stadt. Die Familie von Hans ist gerade erst dorthin gezogen. Sein Vater ist Arzt. Und Charlotte ist Halbwaise. Ihre Mutter ist bereits bei ihrer Geburt gestorben. Nun sorgt ihr Vater, ein Angestellter der Schlossverwaltung, für sie.

Der Autor erzählt die Geschichte nicht stringent. Das macht es nicht unbedingt einfach zu lesen, aber sehr spannend. Erst nach und nach beginnt man zu verstehen, was Henriette für ein dramatisches Leben gelebt hat und wie sie gelernt hat, damit umzugehen. Nach dem Prolog geht der Autor erst einmal zurück in die Gegenwart. Henriette ist mit ihrer Urenkelin Rachel in Berlin angekommen. Jetzt mit über 90 Jahren möchte Henriette mit ihrer Geschichte abschließen und endlich versuchen herauszufinden, was aus den anderen Mitgliedern ihrer früheren Kinderbande geworden ist. Und während Henriette in Berlin weilt, kommen immer mehr Erinnerungen bei ihr hoch. Durch diese Erinnerungen entfaltet sich für uns langsam die traurige Geschichte dieser jüdischen Frau. Wir erfahren, wie es ihrer Familie während des 3. Reichs bis 1941 ergangen ist, und wie es danach weiterging. Wir erleben die unbeschwerte Kindheit der vier Freunde. Wir erkennen, dass sich langsam aus Freundschaft Liebe entwickeln kann. Und wir bekommen immer mehr die Grausamkeit des 3. Reichs zu spüren. Diese vier Kinder und ihre Eltern sind so unterschiedlich und doch bleiben die Kinder zusammen. Und gleichzeitig lernen wir, dass Henriette als blutjunge Frau erst nach Argentinien und dann nach Uruguay gekommen ist, wo sie später auch geheiratet hat. Und so geht die Geschichte zwischen diesen 3 wichtigen Lebensabschnitten Henriettes hin und her. Langsam bekommen wir die ganze Geschichte ihres Lebens zusammen.

Mir hat gerade diese Art des Erzählens sehr gut gefallen. Nach und nach bekommen wir ein Bild. Erfahren immer mehr, was passiert ist. Und wir erkennen auch, dass in der Zeit des Nationalsozialismus nicht alles nur schwarz oder weiß war. Der Autor schafft es sehr gut die Gesellschaft der damaligen Zeit zu beschreiben. Eine sehr spannende und traurige Familiengeschichte, die mir wieder neue Aspekte dieser Zeit aufgezeigt hat.
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Durchschnitt
5 Bewertungen
Übersicht
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Bewegend und spannend
von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 24.05.2018

Ein bewegender Roman über eine Frau, sie als Jüdin im Deutschland der 30er Jahre aufwuchs, die nach Südamerika fliehen konnte und jetzt ein letztes Mal die verlorene Heimat besucht. Ich habe mich immer mitten drin gefühlt, sowohl in den Absätzen die in der Gegenwart, aber vor allem denen die... Ein bewegender Roman über eine Frau, sie als Jüdin im Deutschland der 30er Jahre aufwuchs, die nach Südamerika fliehen konnte und jetzt ein letztes Mal die verlorene Heimat besucht. Ich habe mich immer mitten drin gefühlt, sowohl in den Absätzen die in der Gegenwart, aber vor allem denen die in der Vergangenheit spielen. Das Buch fängt einen ein und lässt einen erst (mich weinend) auf der letzten Seite wieder los.