Unsichtbar

(27)
Rezension
Alex Dengler, Deutschlands führender Buchkritiker, denglers-buchkritik.de, 09.08.10
Paul Auster gehört zu den größten amerikanischen literarischen Schriftstellern unserer Zeit! Er hat schon solch begnadete Bestseller wie Die Brooklyn-Revue und Mann im Dunkel verfasst. Nun ist ihm ein Glanzstück gelungen, das viele seiner bisherigen Werke in den Schatten stellt. Bei Unsichtbar darf man sich nie sicher sein was passiert, Paul Auster spielt mit dem Leser. Er erzählt die Geschichte weit ab von bekannten Wegen und überrascht den Leser immer wieder. Er schildert die damalige Zeit, Ende der 1960er, mit Spotlights, ist dabei nie aufdringlich, vermittelt dem Leser genau die richtige Dosis Wissen, entfernt sich dabei nie von der eigentlichen Geschichte. Viele Literaten schweifen hier ellenlang ab, Auster tut es nicht. Wenn Alfred Hitchcock heute noch leben würde, würde er diesen Roman verfilmen wollen. Er erinnert an die starken Charakterstücke, wie Rebecca und Verdacht, aus dem zweiten Drittel der Schaffenszeit des Ausnahmeregisseurs.
Portrait
Paul Auster, 1947 als Nachkomme eingewanderter österreichischer Juden in Newark, New Jersey geboren, studierte Anglistik und vergleichende Literaturwissenschaft an der Columbia University New York (B.A. und M.A.) und fuhr danach als Matrose auf einem Öltanker zur See. 1971 - 74 lebte er in Frankreich, hauptsächlich in Paris. Nach seiner Rückkehr in die USA nahm er einen Lehrauftrag an der Columbia University an und arbeitete zusätzlich als Übersetzer französischer Autoren (Blanchot, Bouchet, Dupin, Joubert, Mallarmé, Sartre) sowie als Herausgeber französischer Literatur in amerikanischen Verlagen. Paul Auster lebt in Brooklyn, New York, ist mit der Schriftstellerin Siri Hustvedt verheiratet und hat zwei Kinder. Er erhielt Stipendien der National Endowment for the Arts (1977 für Lyrik, 1983 für Prosa), den France Culture Prix Etranger (1988) und den Morton Dauwen Zabel Award (1990). 2006 erhielt er den Prinz-von-Asturien-Preis in der Sparte Literatur.
Werner Schmitz wurde 2011 mit dem "Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Preis" ausgezeichnet. Er wurde für seine Übersetzungen zeitgenössischer amerikanischer Literatur, insbesondere für seine Übertragung der Romane Paul Austers geehrt.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 315
Erscheinungsdatum 16.07.2010
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-498-00081-3
Verlag Rowohlt Verlag
Maße (L/B/H) 21,1/13,5/2,9 cm
Gewicht 401 g
Originaltitel Invisible
Auflage 3
Übersetzer Werner Schmitz
Buch (gebundene Ausgabe)
19,95
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Buchhändler-Empfehlungen

Gundi Schön, Thalia-Buchhandlung Karlsruhe

Düster und subtil verstörend fühlt sich Paul Auster wieder einmal in die Abgründe des Menschen. Bisher neben Leviathan für mich sein bestes Buch. Düster und subtil verstörend fühlt sich Paul Auster wieder einmal in die Abgründe des Menschen. Bisher neben Leviathan für mich sein bestes Buch.

„Wahrheit oder Phantasie??“

Ingrid Böhmer-Pietersma, Thalia-Buchhandlung Kleve

Paul Auster schreibt so unglaublich gut. Worte, die nachhaltig beeindrucken, Geschichten, die nachhaltig bedrücken – er spricht Tabuthemen an, die unangenehm berühren, aber Sogwirkung ausüben. Hat man sich in die Irre führen lassen?? Wahrheit oder Phantasie, geschicktes Taktieren – und immer für eine absurde Überraschung gut. Ganz grosses Paul Auster schreibt so unglaublich gut. Worte, die nachhaltig beeindrucken, Geschichten, die nachhaltig bedrücken – er spricht Tabuthemen an, die unangenehm berühren, aber Sogwirkung ausüben. Hat man sich in die Irre führen lassen?? Wahrheit oder Phantasie, geschicktes Taktieren – und immer für eine absurde Überraschung gut. Ganz grosses Kino.

„Die Abgründe der menschlichen Seele“

Kai Reinhard, Thalia-Buchhandlung Zweibrücken

Paul Auster erzählt in seinem Roman die Geschichte des jungen Mannes Adam Walker und meisterlich schildert er die Abgründe der menschlichen Seele. Der Roman gliedert sich in vier Teile:
Im ersten Teil des Buches kommt Adam Walker selbst zu Wort und schildert seine Erlebnisse im Jahre 1967 in New York.
Der zweite Teil wird erzählt,
Paul Auster erzählt in seinem Roman die Geschichte des jungen Mannes Adam Walker und meisterlich schildert er die Abgründe der menschlichen Seele. Der Roman gliedert sich in vier Teile:
Im ersten Teil des Buches kommt Adam Walker selbst zu Wort und schildert seine Erlebnisse im Jahre 1967 in New York.
Der zweite Teil wird erzählt, als ob ein guter Freund von Walker die ganze Geschichte schildern würde und spielt kurz nach den schicksalhaften Ereignissen, die diesem ­wiederfahren sind, bis kurz bevor dieser nach Paris reist.
Der dritte Teil erzählt die Erlebnisse von Walker in Paris.
Der vierte und letzte Teil sind die Tagebucheinträge der gealterten Cecile.

Paul Auster versteht es meisterlich, mit dem Leser zu spielen. Nie weis man genau, welche der geschilderten Ereignisse jetzt von Adam erfunden wurden und welche der Realität entsprechen. Die Sprache des Romanes fesselt den Leser von der ersten bis zur letzten Seite. Ich würde sogar sagen, das dieser Roman sein bisher bester ist. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich war hin und her gerissen zwischen Mitleid für Adam und den abschreckenden Ereignissen, die geschildert werden. Paul Austers Roman hat mich tief bewegt und ich kann ihm jedem nur empfehlen.

„fesselnd und faszinierend!“

Annegrit Fehringer, Thalia-Buchhandlung Kassel

Adam Walker, smart, gutaussehend und hochsensibel, studiert an der Columbia University Literaturwissenschaften und möchte gern Dichter werden. Auf einer Party lernt er den Universitätsprofessor Rudolf Born, gebürtiger Schweizer, und dessen Freundin Margot, eine Pariserin, kennen. Man kommt ins Gespräch und am Ende der Nacht ist eine Adam Walker, smart, gutaussehend und hochsensibel, studiert an der Columbia University Literaturwissenschaften und möchte gern Dichter werden. Auf einer Party lernt er den Universitätsprofessor Rudolf Born, gebürtiger Schweizer, und dessen Freundin Margot, eine Pariserin, kennen. Man kommt ins Gespräch und am Ende der Nacht ist eine Idee geboren, an die man am Morgen nicht im geringsten geglaubt hätte... Wenn Sie sich dieses eBook auf Ihren neuen, schönen eReader OYO downloaden, dann vergessen Sie alles andere, was Sie noch erledigen wollten! Ein großartiger, sog-artiger Erzählstil wird Sie gefangennehmen!

„Unsichtbar“

A. Fröhlich, Thalia-Buchhandlung Zeitz

"Lesen, lesen und wieder lesen!!!" (18.10.2010)

Unsichtbar von Paul Auster ist wie seine früheren Werke einzigartig. Für mich ist es eines der besten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe.

"Lesen, lesen und wieder lesen!!!" (18.10.2010)

Unsichtbar von Paul Auster ist wie seine früheren Werke einzigartig. Für mich ist es eines der besten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe.

„Meister der Verwirrung“

Ulrike Seine, Thalia-Buchhandlung Lingen

Ein typischer Auster? Nein, das ist dieser Roman nicht. Die erste Hälfte schon, aber dann beginnt ein völlig anderer Erzählstil, der mich zunächst verwirrte. Aber das ist dann doch wieder der typische Auster, der Meister der Verwirrung.
Lesen Sie selbst die Geschichte des Adam Walker im Jahre 1967 und wie sich die Wahrheit viele Jahrzehnte
Ein typischer Auster? Nein, das ist dieser Roman nicht. Die erste Hälfte schon, aber dann beginnt ein völlig anderer Erzählstil, der mich zunächst verwirrte. Aber das ist dann doch wieder der typische Auster, der Meister der Verwirrung.
Lesen Sie selbst die Geschichte des Adam Walker im Jahre 1967 und wie sich die Wahrheit viele Jahrzehnte später anfühlt.

„Fantastisch geschrieben!“

Elke Heger, Thalia-Buchhandlung Siegburg

Paul Auster habe ich lesen müssen, zu meiner Abschlussprüfung als Buchhändlerin. Da fand ich "Die Brooklyn-Revue" schon sagenhaft gut. Mit "Unsichtbar" setzte er noch einen darauf. Die Abgründe des Menschen werden auf eine sehr einnehmende Weise beschrieben, die einem beim Lesen nicht mehr los lässt. Gute Literatur, die spannend erzählt Paul Auster habe ich lesen müssen, zu meiner Abschlussprüfung als Buchhändlerin. Da fand ich "Die Brooklyn-Revue" schon sagenhaft gut. Mit "Unsichtbar" setzte er noch einen darauf. Die Abgründe des Menschen werden auf eine sehr einnehmende Weise beschrieben, die einem beim Lesen nicht mehr los lässt. Gute Literatur, die spannend erzählt wird.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
27 Bewertungen
Übersicht
16
8
3
0
0

„Sex, Sex und dann auch noch Inzest”
von einer Kundin/einem Kunden aus Bad Lippspringe am 07.04.2012
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Während die grundlegende Story des Romans verwirrend klingt, erweist sich der Plot im Roman selbst als spannend und höchst interessant. So beschreibt der Roman nicht nur Walkers Lebensweg, sondern vermittelt auch einen interessanten Eindruck der Zeit und lässt tief in das amerikanische Selbstverständnis blicken. Spannend sind insbesondere die Figuren,... Während die grundlegende Story des Romans verwirrend klingt, erweist sich der Plot im Roman selbst als spannend und höchst interessant. So beschreibt der Roman nicht nur Walkers Lebensweg, sondern vermittelt auch einen interessanten Eindruck der Zeit und lässt tief in das amerikanische Selbstverständnis blicken. Spannend sind insbesondere die Figuren, deren Facettenreichtum nicht nur für zahllose Überraschungen sorgt, sondern einen großen Teil der Faszination des Romans ausmacht. So entwickeln sich die Charaktere unheimlich stark und sorgen dabei für viele Wendungen: Der großzügige Born, der zunächst zum sarkastischen Exzentriker und dann zum kaltblütigen Mörder wird; der schüchterne, unsichere Walker, der sich zum depressiven, aber sexgeilen Mann entwickelt oder die zurückhaltende Margot, die sich als selbstbewusste Verführerin präsentiert. Dabei bleibt die Entwicklung der Figuren trotz aller Wendungen jederzeit plausibel und nachvollziehbar. Ein beeindruckender Kniff ist aber auch die Erzählweise Austers: So ist der Roman mit verschiedenen zeitlichen Sprüngen und Rückblenden gespickt, so dass sich die Handlung des Romans über gute 40 Jahre hinzieht. Dabei enthalten diese Sprünge nicht nur wichtige Informationen über das Ende Walkers, sondern begründen seine Entwicklung auch psychologisch anschaulich. So zeigt sich, dass sein Leben sowohl durch die sexuelle Anziehungskraft seiner eigenen Schwester Gwyn, die zum Inzest führt, als auch den frühen Tod des kleinen Bruders und die dadurch entstandenen Schwierigkeiten im Elternhaus bestimmt worden ist. Diese verschiedenen Informationen und Eindrücke, die im Laufe des Romans vermittelt werden, fügen sich am Ende zu einem plausiblen Gesamtbild zusammen und sorgen so für eine klare Konzentration auf die Entwicklung Walkers. Hinzu kommt die Multiperspektivität, die in diesem Roman als postmodernes Element eingesetzt wird. So wird der Roman mal aus der Sicht Walkers, mal aus der Sicht eines alten Freundes von Walker geschildert. So liest dieser nicht nur stellvertretend für den Leser das erste Kapitel aus Walkers Autobiographie, sondern schreibt diese auf Basis von Walkers Notizen nach dessen Tod auch zu Ende. Diese verschiedenen Perspektiven sorgen für eine zusätzliche Variation des Bildes, das von den Figuren entsteht, da die einzelnen Elemente nur mosaikartig zum Vorschein kommen. Die zahllosen Erzählerkommentare bringen dabei zusätzliche Spannung in die Handlung. Der einzige wirkliche Schwachpunkt ist die Episode, wo Walker selbst nach Paris geht. So ist Walker zunächst scheinbar antriebslos in Paris, landet dann zufällig doch wieder mit Margot im Bett, will dann plötzlich doch Born für seinen Mord bestrafen, um schließlich fast mit Borns Stieftochter im Bett zu landen. Diese Passage ist als einzige nur ansatzweise plausibel und viel zu grob erzählt, um nachvollziehbar zu sein. Fazit: Alles in Allem ist Austers „Unsichtbar“ ein Roman, der ersten Güteklasse: Eine anspruchsvolle, intelligent gemachte Geschichte wird auf unterschiedlichste Art und Weise im Roman erzählt und präsentiert, bleibt dabei aber jederzeit spannend und glaubwürdig. Die höchst interessanten und facettenreichen Figuren sind dabei extrem faszinierend und fesseln auf diese Weise den Leser. Wer postmoderne Romane (wie auch andere Werke von Paul Auster wie Moon Palace) mag, wird auch mit diesem Roman glücklich werden. Wer hingegen weniger anspruchsvolle Unterhaltungsliteratur sucht, sollte sich einen Kauf gut überlegen.

Sex, Sex und dann auch noch Inzest
von einer Kundin/einem Kunden aus Bad Lippspringe am 23.03.2012
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Während die grundlegende Story des Romans verwirrend klingt, erweist sich der Plot im Roman selbst als spannend und höchst interessant. So beschreibt der Roman nicht nur Walkers Lebensweg, sondern vermittelt auch einen interessanten Eindruck der Zeit und lässt tief in das amerikanische Selbstverständnis blicken. Spannend sind insbesondere die Figuren, deren... Während die grundlegende Story des Romans verwirrend klingt, erweist sich der Plot im Roman selbst als spannend und höchst interessant. So beschreibt der Roman nicht nur Walkers Lebensweg, sondern vermittelt auch einen interessanten Eindruck der Zeit und lässt tief in das amerikanische Selbstverständnis blicken. Spannend sind insbesondere die Figuren, deren Facettenreichtum nicht nur für zahllose Überraschungen sorgt, sondern einen großen Teil der Faszination des Romans ausmacht. So entwickeln sich die Charaktere unheimlich stark und sorgen dabei für viele Wendungen: Der großzügige Born, der zunächst zum sarkastischen Exzentriker und dann zum kaltblütigen Mörder wird; der schüchterne, unsichere Walker, der sich zum depressiven, aber sexgeilen Mann entwickelt oder die zurückhaltende Margot, die sich als selbstbewusste Verführerin präsentiert. Dabei bleibt die Entwicklung der Figuren trotz aller Wendungen jederzeit plausibel und nachvollziehbar. Ein beeindruckender Kniff ist aber auch die Erzählweise Austers: So ist der Roman mit verschiedenen zeitlichen Sprüngen und Rückblenden gespickt, so dass sich die Handlung des Romans über gute 40 Jahre hinzieht. Dabei enthalten diese Sprünge nicht nur wichtige Informationen über das Ende Walkers, sondern begründen seine Entwicklung auch psychologisch anschaulich. So zeigt sich, dass sein Leben sowohl durch die sexuelle Anziehungskraft seiner eigenen Schwester Gwyn, die zum Inzest führt, als auch den frühen Tod des kleinen Bruders und die dadurch entstandenen Schwierigkeiten im Elternhaus bestimmt worden ist. Diese verschiedenen Informationen und Eindrücke, die im Laufe des Romans vermittelt werden, fügen sich am Ende zu einem plausiblen Gesamtbild zusammen und sorgen so für eine klare Konzentration auf die Entwicklung Walkers. Hinzu kommt die Multiperspektivität, die in diesem Roman als postmodernes Element eingesetzt wird. So wird der Roman mal aus der Sicht Walkers, mal aus der Sicht eines alten Freundes von Walker geschildert. So liest dieser nicht nur stellvertretend für den Leser das erste Kapitel aus Walkers Autobiographie, sondern schreibt diese auf Basis von Walkers Notizen nach dessen Tod auch zu Ende. Diese verschiedenen Perspektiven sorgen für eine zusätzliche Variation des Bildes, das von den Figuren entsteht, da die einzelnen Elemente nur mosaikartig zum Vorschein kommen. Die zahllosen Erzählerkommentare bringen dabei zusätzliche Spannung in die Handlung. Der einzige wirkliche Schwachpunkt ist die Episode, wo Walker selbst nach Paris geht. So ist Walker zunächst scheinbar antriebslos in Paris, landet dann zufällig doch wieder mit Margot im Bett, will dann plötzlich doch Born für seinen Mord bestrafen, um schließlich fast mit Borns Stieftochter im Bett zu landen. Diese Passage ist als einzige nur ansatzweise plausibel und viel zu grob erzählt, um nachvollziehbar zu sein. Fazit: Alles in Allem ist Austers „Unsichtbar“ ein Roman, der ersten Güteklasse: Eine anspruchsvolle, intelligent gemachte Geschichte wird auf unterschiedlichste Art und Weise im Roman erzählt und präsentiert, bleibt dabei aber jederzeit spannend und glaubwürdig. Die höchst interessanten und facettenreichen Figuren sind dabei extrem faszinierend und fesseln auf diese Weise den Leser. Wer postmoderne Romane (wie auch andere Werke von Paul Auster wie Moon Palace) mag, wird auch mit diesem Roman glücklich werden. Wer hingegen weniger anspruchsvolle Unterhaltungsliteratur sucht, sollte sich einen Kauf gut überlegen.

Paul Auster in Bestform
von einer Kundin/einem Kunden am 03.01.2012
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Der Zufall regiert wieder einmal in einer Geschichte von Paul Auster. Die Lebensgeschichte von Adam Walker, der im Jahr 1967 eine schicksalhafte Begegnung mit Rudolf Born wird erzählt von Walker selbst, einem alten Sudienfreund und Celine, die damals in Paris so unglaublich ihn ihn verliebt war. Die abwechselnden Erzählperspektiven... Der Zufall regiert wieder einmal in einer Geschichte von Paul Auster. Die Lebensgeschichte von Adam Walker, der im Jahr 1967 eine schicksalhafte Begegnung mit Rudolf Born wird erzählt von Walker selbst, einem alten Sudienfreund und Celine, die damals in Paris so unglaublich ihn ihn verliebt war. Die abwechselnden Erzählperspektiven machen den Roman so spannend, immer wieder erhält man eine neue Sichtweise des Geschehenen, die Wahrheit verändert sich ständig. Die Figuren sind einem so vertraut als wären sie gute Freunde von uns und man wünscht sich, dieses Buch möge nie enden.


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