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Unterleuten

Roman. Nominiert für die Shortlist zum 'Lieblingsbuch des unabhängigen Buchhandels' 2016

(56)
Der große Gesellschaftsroman von Juli Zeh
Manchmal kann die Idylle auch die Hölle sein. Wie das Dorf "Unterleuten" irgendwo in Brandenburg. Wer nur einen flüchtigen Blick auf das Dorf wirft, ist bezaubert von den altertümlichen Namen der Nachbargemeinden, von den schrulligen Originalen, die den Ort nach der Wende prägen, von der unberührten Natur mit den seltenen Vogelarten, von den kleinen Häusern, die sich Stadtflüchtlinge aus Berlin gerne kaufen, um sich den Traum von einem unschuldigen und unverdorbenen Leben außerhalb der Hauptstadthektik zu erfüllen. Doch als eine Investmentfirma einen Windpark in unmittelbarer Nähe der Ortschaft errichten will, brechen Streitigkeiten wieder auf, die lange Zeit unterdrückt wurden. Denn da ist nicht nur der Gegensatz zwischen den neu zugezogenen Berliner Aussteigern, die mit großstädtischer Selbstgerechtigkeit und Arroganz und wenig Sensibilität in sämtliche Fettnäpfchen der Provinz treten. Da ist auch der nach wie vor untergründig schwelende Konflikt zwischen Wendegewinnern und Wendeverlierern. Kein Wunder, dass im Dorf schon bald die Hölle los ist …
Mit „Unterleuten“ hat Juli Zeh einen großen Gesellschaftsroman über die wichtigen Fragen unserer Zeit geschrieben, der sich hochspannend wie ein Thriller liest. Gibt es im 21. Jahrhundert noch eine Moral jenseits des Eigeninteresses? Woran glauben wir? Und wie kommt es, dass immer alle nur das Beste wollen, und am Ende trotzdem Schreckliches passiert?
Rezension
Claudia Hüllmann, Literatur-Expertin Thalia:
"Unterleuten" ist der Name eines Dorfes in Brandenburg, und dieser Name ist gleichzeitig Programm. Es gibt zahlreiche handelnde Personen, die alle, mehr oder weniger, miteinander verbunden sind. Zwei junge Paare, die vor Kurzem hierher gezogen sind und nun versuchen, in der Gemeinschaft Fuß zu fassen - und zwei seit Ewigkeiten hier lebende verbohrte alte Männer, die aus ihrer Feindschaft keinen Hehl machen. Wiederum andere, die von diesen mehr oder weniger abhängig sind und Partei ergreifen. Juli Zeh schafft ein umfangreiches Spektrum von Charakteren, und auf den 640 Seiten, die dieser Roman umfasst, hat sie sich die Zeit genommen, diese in ihren Handlungen und Befindlichkeiten auf das Gründlichste zu beschreiben. Der Roman beginnt in der Wendezeit; diese schuf Tatsachen und Probleme, mit denen einige überfordert sind. Andere nutzten ihre Chance, wie Gombrowski, der aus der heruntergewirtschafteten LPG ein florierendes landwirtschaftliches Unternehmen machte. Kron, sein Gegner in der Gemeinschaft, der aus seiner Feindschaft keinen Hehl macht, provoziert und sabotiert ihn, wann immer sich eine Gelegenheit bietet. Als von übergeordneter Stelle der Beschluss gefasst wird, hier einen Windpark zu etablieren, schafft das Stoff für neue Konflikte. Im weitesten Sinne ist das auch einer der Gründe, warum Frederik, der Partner von Linda, eines der beiden Paare, die sich hier eine Zukunft aufbauen wollten, ums Leben kommt. Der Roman ist sehr lesenswert, die Fülle der Facetten, mit denen Juli Zeh ihre Personen ausstattet, ist beeindruckend, die Handlung voller Spannung, manchmal komponiert wie ein Stück Musik. Nicht zuletzt spielt bei der Beschreibung der Natur auch die Liebe der Autorin zu ihrer Heimat eine Rolle, einem Dorf in Brandenburg.


"Mitreißend geschrieben, lebendig und spannend - ein großer Roman." Natascha Geier / ARD Das Erste (ttt -titel thesen temperamente)
Portrait
Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, Jurastudium in Passau und Leipzig, Studium des Europa- und Völkerrechts. Längere Aufenthalte in New York und Krakau. Ihr Roman "Adler und Engel" (2001) wurde zu einem Welterfolg und ist mittlerweile in 24 Sprachen übersetzt. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem "Deutschen Bücherpreis" (2002), dem "Rauriser Literaturpreis" (2002), dem "Hölderlin-Förderpreis" (2003), dem "Ernst-Toller-Preis" (2003), dem "Carl-Amery-Literaturpreis" (2009) und dem Gerty-Spies-Literaturpreis der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz (2009). 2013 wurde sie mit dem"Thomas Mann Preis" für ihr "vielfälgiges Prosawerk" geehrt, 2014 mit dem "Hoffmann-von-Fallersleben-Preis" für zeitkritische Literatur. Juli Zeh lebt in Leipzig.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 640
Erscheinungsdatum 08.03.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-630-87487-6
Verlag Luchterhand Literaturverlag
Maße (L/B/H) 222/146/50 mm
Gewicht 837
Verkaufsrang 814
Buch (gebundene Ausgabe)
24,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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Juli Zeh ist eine der intelligentesten deutschen Autorinnen.
Spannend, sarkastisch, klug und kenntnisreich schreibt sie davon wie "Gemeinschaften" funktionieren. Was in diesem kleinen Dorf im Brandenburgischen passiert, kann man getrost auf die Weltbühne übertragen. Einzigartig. Ein Buch für alle Leser die eine gute Geschichte klug
Juli Zeh ist eine der intelligentesten deutschen Autorinnen.
Spannend, sarkastisch, klug und kenntnisreich schreibt sie davon wie "Gemeinschaften" funktionieren. Was in diesem kleinen Dorf im Brandenburgischen passiert, kann man getrost auf die Weltbühne übertragen. Einzigartig. Ein Buch für alle Leser die eine gute Geschichte klug erzählt schätzen.

„Juli Zeh, Unterleuten“

Marion Beyerlein, Thalia-Buchhandlung Görlitz

Unterleuten-brandenburgisches Dorf zwischen DDR-Vergangenheit und den gesellschaftlichen Problemen der Gegenwart.
Ein kluger, absolut spannender Roman über den Mikrokosmos eines Dorfes, problemlos übertragbar auf weite Teile unserer Gesellschaft.
Unterleuten-brandenburgisches Dorf zwischen DDR-Vergangenheit und den gesellschaftlichen Problemen der Gegenwart.
Ein kluger, absolut spannender Roman über den Mikrokosmos eines Dorfes, problemlos übertragbar auf weite Teile unserer Gesellschaft.

„Mein Buch des Jahres.“

Gabriele Sudhoff, Thalia-Buchhandlung Cottbus

Als Brandenburgerin war ich besonders neugierig, wie Juli Zeh diesen Roman erzählen wird. Und was soll ich sagen. Ich bin total begeistert! Ich habe jedes Kapitel genossen und konnte nicht aufhören zu lesen. Die Personen des Buches sind so facettenreich und ergeben durch ihre starken Charaktere eine großartige Geschichte. Dazu kommt, Als Brandenburgerin war ich besonders neugierig, wie Juli Zeh diesen Roman erzählen wird. Und was soll ich sagen. Ich bin total begeistert! Ich habe jedes Kapitel genossen und konnte nicht aufhören zu lesen. Die Personen des Buches sind so facettenreich und ergeben durch ihre starken Charaktere eine großartige Geschichte. Dazu kommt, dass dieser Roman eine große Aktualität besitzt, wie Gesellschaft lebt, in Stadt und Land, in Ost und West. Juli Zeh hat eine unglaubliche Beobachtungsgabe und Ausdrucksweise. Hab lange keine Eselsohren mehr in Bücher gemacht. Hier konnte ich nicht anders. Dieses Buch ist einfach nur großartig.

„Unterleuten“

Tina Dammer, Thalia-Buchhandlung Baden-Baden

Der Gesellschaftsroman von Juli Zeh spielt im brandenburgischen Dorf Unterleuten. Zuzügler aus dem Westen und die ehemaligen DDR-Bewohner geraten mit ihren verschiedenen Ansichten in Feindseligkeit. So gibt es Probleme beim Aufstellen von einem Windpark und Spekulationen über den Grund und Boden. Juli Zeh greift damit deutsch-deutsche Der Gesellschaftsroman von Juli Zeh spielt im brandenburgischen Dorf Unterleuten. Zuzügler aus dem Westen und die ehemaligen DDR-Bewohner geraten mit ihren verschiedenen Ansichten in Feindseligkeit. So gibt es Probleme beim Aufstellen von einem Windpark und Spekulationen über den Grund und Boden. Juli Zeh greift damit deutsch-deutsche Geschichte und Gegenwart auf. Sie erzählt meisterhaft, so dass der Leser die Emotionen der Dorfgemeinschaft sehr gut nachempfinden kann.

„Klasse geschrieben!“

Annegrit Fehringer, Thalia-Buchhandlung Kassel

Ein ganz großartiger Gesellschaftsroman über ein kleines Dorf in der Mark Brandenburg! Über Wendegewinner, Wendeverlierer, Vogelschutz, Windenergie und vieles mehr. Warum werden Menschen so wie sie geworden sind?! Lesen Sie unbedingt diesen tollen Roman von Juli Zeh! Ein ganz großartiger Gesellschaftsroman über ein kleines Dorf in der Mark Brandenburg! Über Wendegewinner, Wendeverlierer, Vogelschutz, Windenergie und vieles mehr. Warum werden Menschen so wie sie geworden sind?! Lesen Sie unbedingt diesen tollen Roman von Juli Zeh!

„Einfach alles, was ein Buch haben muss“

Claudia Tross, Thalia-Buchhandlung Offenbach am Main

Hier ist alles drin, was ich mir bei einem Roman wünsche. Von der Dorfidylle bis Dorftratsch, Witz wie in einer Komödie, Spannung wie im Krimi und ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Die kurzen Kapitel, die immer wieder einen anderen Protagonisten in der Handlung vorantreiben, sind wie Häppchen und so langsam sollte man es lesen, Hier ist alles drin, was ich mir bei einem Roman wünsche. Von der Dorfidylle bis Dorftratsch, Witz wie in einer Komödie, Spannung wie im Krimi und ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Die kurzen Kapitel, die immer wieder einen anderen Protagonisten in der Handlung vorantreiben, sind wie Häppchen und so langsam sollte man es lesen, damit man lange davon hat. Am Ende des Romans war ich traurig, weil ich diese Welt zuklappen musste, aber beim Lesen war ich mittendrin und die Dörfler waren wie meine Nachbarn. Egal, welcher Charakter eine Figur hatte, ob Lump oder Saubermann, Umweltschützer oder Wendegewinner, ich habe alle gern gehabt!

„Gewaltiger Roman“

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Aus stets wechselnder Perspektive erzählt Juli Zeh über die Geschehnisse im kleinen brandenburgischen Dorf Unterleuten. Die von außen idyllisch erscheinende kleine Gemeinschaft wird durch gegenseitige Gefälligkeiten, die zum großen Teil noch aus der Zeit vor dem Mauerfall stammen, zusammengehalten. Dieses Bauwerk gerät aber gefährlich Aus stets wechselnder Perspektive erzählt Juli Zeh über die Geschehnisse im kleinen brandenburgischen Dorf Unterleuten. Die von außen idyllisch erscheinende kleine Gemeinschaft wird durch gegenseitige Gefälligkeiten, die zum großen Teil noch aus der Zeit vor dem Mauerfall stammen, zusammengehalten. Dieses Bauwerk gerät aber gefährlich ins Wanken, wenn Zugezogene anfangen, sich einzumischen. Das Schicksal nimmt eine dramatische Wendung, wenn bekanntgegeben wird, dass in der Nähe des Dorfes einen Windpark geplant ist. Alte und neue Konflikte flammen auf, längst Vergessenes kommt ans Tageslicht und wird die Zukunft Unterleutens und ihrer Bewohner für immer verändern.
Mit diesem gewaltigen, klugen Roman festigt Juli Zeh endgültig ihren Platz unter den ganz großen deutschen Schriftstellern. Bücher wie diese lassen dem Leser wirklich keine Wünsche offen. Es ist nicht nur unterhaltsam. Es ist ein erstklassiges, hochwertiges LeseErlebnis. Das Beste, das ich bis jetzt in diesem Lesefrühling gelesen habe … .

„Ein Roman wie ein Sturm“

Herbert Konkel, Thalia-Buchhandlung Münster

Juli Zeh hat einen großartigen Gesellschaftsroman geschrieben, einen aktionsreichen Thriller, einen Ost-West-Roman, ein Intrigenspiel. Sie zeigt, dass auch 25 Jahre nach der Wende die Einheit nicht vollzogen ist, sondern, dass sich mehr und mehr Konflikte auftun, besonders der zwischen Stadt und Land. "Unterleuten" ist nicht zuletzt Juli Zeh hat einen großartigen Gesellschaftsroman geschrieben, einen aktionsreichen Thriller, einen Ost-West-Roman, ein Intrigenspiel. Sie zeigt, dass auch 25 Jahre nach der Wende die Einheit nicht vollzogen ist, sondern, dass sich mehr und mehr Konflikte auftun, besonders der zwischen Stadt und Land. "Unterleuten" ist nicht zuletzt ein Roman über gescheiterte Kommunikation: Alle reden ständig über einander, aber kaum mit einander. Es entsteht ungewollte Gewalt und Aggression, die die letzten Gemeinsamkeiten zerstört. Ich wünsche diesem großartigen Buch ganz viele Leser.

Ulrike Walther, Thalia-Buchhandlung Gotha

In diesem fesselnden Gesellschaftsroman prallen die unterschiedlichen Lebensentwürfe und -träume der Handelnden gnadenlos aufeinander. In diesem fesselnden Gesellschaftsroman prallen die unterschiedlichen Lebensentwürfe und -träume der Handelnden gnadenlos aufeinander.

Katalin Kocsis, Thalia-Buchhandlung Neubrandenburg

Fantastischer gesellschaftskritischer Roman über das "idylische" Dorfleben in dem vielschichtige Charakteren aufeinander treffen. Eine beeindruckende Darstelleung des realen Leben. Fantastischer gesellschaftskritischer Roman über das "idylische" Dorfleben in dem vielschichtige Charakteren aufeinander treffen. Eine beeindruckende Darstelleung des realen Leben.

Valesca Wolfgramm, Thalia-Buchhandlung Köln

Großartig wie Zeh es schafft jeden Charakter so unglaublich lebendig zu bekommen. Jede und jeder ist auf eine Art sympathisch auf die andere einfach furchtbar. Menschlich halt. Großartig wie Zeh es schafft jeden Charakter so unglaublich lebendig zu bekommen. Jede und jeder ist auf eine Art sympathisch auf die andere einfach furchtbar. Menschlich halt.

Sarah Schorr, Thalia-Buchhandlung Karlsruhe

Juli Zeh ist ein grandioser Gesellschaftsroman gelungen! Hat man einmal mit dem Lesen angefangen, ist das Buch fast schon zu schnell am Ende. Juli Zeh ist ein grandioser Gesellschaftsroman gelungen! Hat man einmal mit dem Lesen angefangen, ist das Buch fast schon zu schnell am Ende.

Andrea Dippel, Thalia-Buchhandlung Weiterstadt

Großartiger Roman über menschliche Schwächen, Missgunst, unerfüllte Träume und die Suche nach einem glücklichen Leben: eine ganze Welt in einem Dorf: Unterleuten. Großartiger Roman über menschliche Schwächen, Missgunst, unerfüllte Träume und die Suche nach einem glücklichen Leben: eine ganze Welt in einem Dorf: Unterleuten.

„Ein neues Lieblingsbuch!“

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Münster

Ein großartiger, spannender Roman über ein kleines Dorf „Unterleuten“ in Brandenburg und seine zugezogenen und alteingesessenen Bewohnern. Kapitel für Kapitel wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, so dass man nach und nach in das Treiben und die Verstrickungen des Dorfes eintaucht. Ein Großprojekt eines Investors, ein Windpark Ein großartiger, spannender Roman über ein kleines Dorf „Unterleuten“ in Brandenburg und seine zugezogenen und alteingesessenen Bewohnern. Kapitel für Kapitel wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, so dass man nach und nach in das Treiben und die Verstrickungen des Dorfes eintaucht. Ein Großprojekt eines Investors, ein Windpark in der idyllischen Landschaft, stellt die Dorfgemeinschaft auf die Probe. Manch alte Geschichte aus der Zeit vor und während der Wende kommt wieder zu Tage und die unterschiedlichen Interessen seiner Bewohner bringen die Dorfidylle zum Bersten.
Der lebendige Stil von Juli Zeh und die unterhaltsamen Wendungen erzeugen eine große Lesefreude. Man legt diesen Roman nicht so schnell aus der Hand. Spannend wie ein Krimi, dennoch lustig und manchmal nachdenklich. Sehr empfehlenswert!

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Bonn

Ein Dorf wie ein Pulverfass, das schwelt und kurz davor ist, zu explodieren. Es fehlt nur ein kleiner Funke ... Faszinierend, erschreckend, menschlich und packend geschrieben! Ein Dorf wie ein Pulverfass, das schwelt und kurz davor ist, zu explodieren. Es fehlt nur ein kleiner Funke ... Faszinierend, erschreckend, menschlich und packend geschrieben!

Bettina Krauß, Thalia-Buchhandlung Neuwied

Genial - einer meiner absoluten Favoriten 2016!
Wie sich dem Leser peu a peu geschichtliche und zwischenmenschliche Zusammenhänge erschließen, Abgründe öffnen ist oberstes Niveau.
Genial - einer meiner absoluten Favoriten 2016!
Wie sich dem Leser peu a peu geschichtliche und zwischenmenschliche Zusammenhänge erschließen, Abgründe öffnen ist oberstes Niveau.

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Münster

Toller Titel, der das Leben im Dorf kritisch unter die Lupe nimmt. Viele spannende Charaktere machen dieses Buch lesenswert. Toller Titel, der das Leben im Dorf kritisch unter die Lupe nimmt. Viele spannende Charaktere machen dieses Buch lesenswert.

Julia Nitschke, Thalia-Buchhandlung Dortmund

Großartiger Gesellschaftsroman, der zum Nachdenken anregt. Großartiger Gesellschaftsroman, der zum Nachdenken anregt.

Marta Gorecki, Thalia-Buchhandlung Münster

Erschreckender Blick auf das Biotop "Dorfgemeinschaft", in der ein paar zugezogene Städter das Pulverfass der lang gehegten Fehden zur Explosion bringen! Schonungslos mitreißend! Erschreckender Blick auf das Biotop "Dorfgemeinschaft", in der ein paar zugezogene Städter das Pulverfass der lang gehegten Fehden zur Explosion bringen! Schonungslos mitreißend!

Anke Schnöpel, Thalia-Buchhandlung Hilden

Ein großartiger Gesellschaftsroman, der mal wieder zeigt, es gibt nicht immer nur Gut und Böse und Schwarz und Weiß, wir alle sind ein wenig grau! Ein großartiger Gesellschaftsroman, der mal wieder zeigt, es gibt nicht immer nur Gut und Böse und Schwarz und Weiß, wir alle sind ein wenig grau!

Carolin Brehmeier, Thalia-Buchhandlung Göttingen

Liest sich wie ein guter Krimi und ist dabei ein komplexer Gesellschaftsroman. Spannend bis zur letzten Seite! Liest sich wie ein guter Krimi und ist dabei ein komplexer Gesellschaftsroman. Spannend bis zur letzten Seite!

Kristina Urban, Thalia-Buchhandlung Berlin

Dieses Buch entfaltet einen Sog ab der ersten Seite, der mich bis zum Ende nicht mehr losgelassen hat. Scheinbar mühelos gelingt es Juli Zeh, alle Figuren zum Leben zu erwecken. Dieses Buch entfaltet einen Sog ab der ersten Seite, der mich bis zum Ende nicht mehr losgelassen hat. Scheinbar mühelos gelingt es Juli Zeh, alle Figuren zum Leben zu erwecken.

Juli Zeh beschreibt das brandenburgische Dorf Unterleuten und seine Bewohner und erschafft damit einen Mikrokosmos unserer Gesellschaft. Einfach großartig! Juli Zeh beschreibt das brandenburgische Dorf Unterleuten und seine Bewohner und erschafft damit einen Mikrokosmos unserer Gesellschaft. Einfach großartig!

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Jedem Dorfbewohner von Unterleuten in Brandenburg verleiht Juli Zeh eine Stimme. Die Freund- und Feindschaften setzen sich wie Puzzleteile zusammen. Große Unterhaltung! Jedem Dorfbewohner von Unterleuten in Brandenburg verleiht Juli Zeh eine Stimme. Die Freund- und Feindschaften setzen sich wie Puzzleteile zusammen. Große Unterhaltung!

Kai Reinhard, Thalia-Buchhandlung Zweibrücken

Wieder einmal beweist Juli Zeh ihr schriftstellerisches Können und hat einen meisterlichen Gesellschaftsroman voller Spannung geschaffen. Wieder einmal beweist Juli Zeh ihr schriftstellerisches Können und hat einen meisterlichen Gesellschaftsroman voller Spannung geschaffen.

Pascal Endres, Thalia-Buchhandlung Karlsruhe

Ein kleines Dorf, jeder kennt jeden. Hier ist man unter Leuten. Dazu alte Feindschaften. Das gepaart mit Juli Zehs tollem Erzählspiel ergibt einen spannenden Roman. Ein kleines Dorf, jeder kennt jeden. Hier ist man unter Leuten. Dazu alte Feindschaften. Das gepaart mit Juli Zehs tollem Erzählspiel ergibt einen spannenden Roman.

Monika Heinrich, Thalia-Buchhandlung Erlangen

Das Psychogramm eines Dorfes, fesselnd beschrieben. Die Konflikte um Wendegewinner, -verlierer und Neubürger eskalieren. Erschreckend, wie man sich selbst darin wiedererkennt. Das Psychogramm eines Dorfes, fesselnd beschrieben. Die Konflikte um Wendegewinner, -verlierer und Neubürger eskalieren. Erschreckend, wie man sich selbst darin wiedererkennt.

Petra Kurbach, Thalia-Buchhandlung Osnabrück

Nur auf den ersten Blick vermittelt "Unterleuten" einen dörflich beschaulichen Eindruck. Ein Roman über das vermeintlich romantische Dorfleben. Mein Favorit in diesem Frühling. Nur auf den ersten Blick vermittelt "Unterleuten" einen dörflich beschaulichen Eindruck. Ein Roman über das vermeintlich romantische Dorfleben. Mein Favorit in diesem Frühling.

Anka Ziegler, Thalia-Buchhandlung Chemnitz-Center

Sie sind mittendrin, "unter den Leuten". Der Mikrokosmos "Dorf" ist faszinierend. Es hat mich schon an meine Jugend erinnert, auch wenn es die Gegenwart zeigt. Spannung und Spaß. Sie sind mittendrin, "unter den Leuten". Der Mikrokosmos "Dorf" ist faszinierend. Es hat mich schon an meine Jugend erinnert, auch wenn es die Gegenwart zeigt. Spannung und Spaß.

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Ein geniales Buch über die Dynamik zwischen den Menschen in einem Dorf Ein geniales Buch über die Dynamik zwischen den Menschen in einem Dorf

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Oberhausen

Mitreißend, lebendig, spannend und treffsicher gezielt auf jegliches Klischee. Mitreißend, lebendig, spannend und treffsicher gezielt auf jegliches Klischee.

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Minden

Gerade durch die spannenden und interessanten Bewohner wird das fiktive Dorf „Unterleuten" lebendig. Ein wirklich toller Gesellschaftsroman! Gerade durch die spannenden und interessanten Bewohner wird das fiktive Dorf „Unterleuten" lebendig. Ein wirklich toller Gesellschaftsroman!

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Münster

Ein Gesellschaftsroman, so spannend wie ein Thriller. In dem kleinen Ort in Brandenburg hat jeder mit jedem noch eine Rechnung offen. Ein Gesellschaftsroman, so spannend wie ein Thriller. In dem kleinen Ort in Brandenburg hat jeder mit jedem noch eine Rechnung offen.

Leokadia Kessel, Thalia-Buchhandlung Dinslaken

Gesellschaftsanalyse und Generationenkonflikt. Ein mikroskopisch unter die Lupe genommenes Dorfleben. Juli Zeh wandelt auf den Spuren von Jonathan Franzen. Gesellschaftsanalyse und Generationenkonflikt. Ein mikroskopisch unter die Lupe genommenes Dorfleben. Juli Zeh wandelt auf den Spuren von Jonathan Franzen.

Natascha Bauer, Thalia-Buchhandlung Ulm

Ein großartiger Gesellschaftsroman, der von der ersten bis zur letzten Seite mitreißt. Ein großartiger Gesellschaftsroman, der von der ersten bis zur letzten Seite mitreißt.

B. Gebhardt, Thalia-Buchhandlung Aurich

Das Romanpersonal ist sehr treffend gezeichnet, oft reicht ein Nebensatz. Auch die Handlung ist gelungen, mir war sie aber etwas zu langatmig. Nichtsdestotrotz äußerst lesenswert. Das Romanpersonal ist sehr treffend gezeichnet, oft reicht ein Nebensatz. Auch die Handlung ist gelungen, mir war sie aber etwas zu langatmig. Nichtsdestotrotz äußerst lesenswert.

Erika Schmidt-Sonntag, Thalia-Buchhandlung Schweinfurt, Stadtgalerie

Das Dorf Unterleuten ist gefangen in seiner DDR-Vergangenheit, bestimmt von der Gier und den Zwistigkeiten seiner Bewohner. Großer Gesellschaftsroman, der zum Nachdenken anregt. Das Dorf Unterleuten ist gefangen in seiner DDR-Vergangenheit, bestimmt von der Gier und den Zwistigkeiten seiner Bewohner. Großer Gesellschaftsroman, der zum Nachdenken anregt.

Petra Dressing, Thalia-Buchhandlung Kaiserslautern

Sehr spannendes Gesellschaftspanorama, toll zu lesen. Zeh schafft durch den Mikrokosmos Dorf das Abbild einer ganzen Welt. Klasse! Sehr spannendes Gesellschaftspanorama, toll zu lesen. Zeh schafft durch den Mikrokosmos Dorf das Abbild einer ganzen Welt. Klasse!

Carola Ludger, Thalia-Buchhandlung Lippstadt

Unter Leuten im 100 Seelendorf Unterleuten ist ein lebendiger Roman, das Thema zwar nicht neu, aber ansprechend u sprachlich einfach verpackt. Liest sich wie ein spannender Krimi. Unter Leuten im 100 Seelendorf Unterleuten ist ein lebendiger Roman, das Thema zwar nicht neu, aber ansprechend u sprachlich einfach verpackt. Liest sich wie ein spannender Krimi.

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Kundenbewertungen


Durchschnitt
56 Bewertungen
Übersicht
43
12
1
0
0

Dorf, Tratsch, Überleben, Überschätzen, Sonnenuntergang und Wirklichkeit
von einer Kundin/einem Kunden am 28.06.2016

"Zugezogene begriffen nicht, dass der Weltuntergang hier bereits stattgefunden hatte. Mehrmals." Ein kleines Dorf in Brandenburg namens Unterleuten, Dörfler mit Vergangenheit der DDR, angekommen in der BRD, zugezogene Westler, Investoren, EU-Förderwahnsinn, Vogelschützer, eine Windparkanlage, die die Finanzen des Dorfs retten könnte, Seilschaften, Feindschaften, Tricksereien, ein nicht ganz geklärter Todesfall aus... "Zugezogene begriffen nicht, dass der Weltuntergang hier bereits stattgefunden hatte. Mehrmals." Ein kleines Dorf in Brandenburg namens Unterleuten, Dörfler mit Vergangenheit der DDR, angekommen in der BRD, zugezogene Westler, Investoren, EU-Förderwahnsinn, Vogelschützer, eine Windparkanlage, die die Finanzen des Dorfs retten könnte, Seilschaften, Feindschaften, Tricksereien, ein nicht ganz geklärter Todesfall aus 1991, Landflucht, jede Menge Ehekrisen, Geschlechter- und Generationenkonflikte, schrullige Dorfmenschen, Städter, die mit rosaroter Brille die Natur betrachten. So könnte man in Kurzform den Inhalt der Geschichte beschreiben, Stadt-Wessi trifft auf Ureinwohner-Ost. Unterleuten ist pleite, aber es besteht die Möglichkeit das Dorf zu retten, indem man mit Windkraft Steuereinnahmen erzielen könnte. Es entsteht ein Streit um den Bau. Die einen sind dafür, die anderen wollen die Natur retten. Alte Seilschaften werden ausgegraben, neue geschlossen. Uralte Freundschaften und Feindschaften, die über die Jahre hochgehalten wurden, werden benutzt. Anfangs meint der Leser, die eine Gruppe kämpft gegen die andere und eine von beiden wird gewinnen. Aber dieser subtile Roman geht ins Detail, in die Tiefe der einzelnen Protagonisten. Irgendwann ist dem Betrachter klar, es gibt keine Gruppen, hier kämpft gegen jeden, für sein kleines Universum, egoistisch, für Macht oder Geld. Es wird getrickst und gelogen, alte Wunden platzen auf, Männer prügeln sich. Es gibt den eingesessenen Kron, ein alter Kommunist, der zur Solidarität gegen den Windpark aufruft, Kron, der Macht ausspielt, ein Choleriker, der gern im Mittelpunkt steht, mit Enkelin Krönchen, die schon jetzt im Kindesalter die fiesen Charakterzüge des Opas zeigt. Sein Erzfeind Gombrowski will den Windpark, um Arbeitsplätze zu erhalten. Gombrowski, der damals die LPG leitete, diese nach der Wende in die Ökologica GmbH umwandelte, ein machtbesessener Typ, dessen Vorväter als Großgrundbesitzer die Ländereien besaßen. Arne Seidel, der Bürgermeister hat nur das Dorf im Sinn, der Diplomat. Seine verstorbene Ehefrau hatte als IM der Stasi einst das gesamte Dorf abgehört, was Arne erst nach ihrem Tod erfuhr. Georg ist zugezogen, der Vogelschützer aus der Stadt, Gegner des Windparks, weil dieser nicht in die Natur gehört, weil er nicht in seine Sicht des Landlebens passt. Georg, ein verkrachter Akademiker, Aussteiger, der im Dorfleben seine Erfüllung sucht, verheiratet mit einer ehemaligen Studentin, die für ihr Kind hier ein Nest bauen möchte, zurück in die Vergangenheit, einfach Mutti sein. Georg hat seine Dozentenstelle an der UNI gekündigt und ist nun verantwortlich für 32 geschützte Kampfläufer-Vögel. Nachbar Schaller, von Georg «das Tier» genannt, entwickelt sich zu seiner persönlichen Kriegsstätte. Schaller betreibt eine illegale Autowerkstatt und verbrennt täglich Gummireifen direkt auf der Grundstücksgrenze. Die Polizei bleibt tatenlos. Und dann haben wir die Pferdeflüsterin Linda Franzen, die für sich und ihr Pferd ein Zuhause sucht und plant mit Pferde-Seminaren für Manager ihr Geld zu verdienen. Sie erweist sich im Lauf der Geschichte als ziemlich hinterlistig. Ein Investor, der für lau gleich nach der Wende ein großes Stück Land ergatterte mischt auch noch mit. Einen Hauptprotagonisten gibt es nicht. Schicksale von Einzelnen, Inneneinsichten in die Protagonisten in ständigem Perspektivwechsel stricken diese Geschichte zusammen. Die Kapitel sind im Wechsel jeweils einer Hauptfigur zugeordnet. In gemächlichem Plauderton entwickelt sich ein Dorfgewitter, Blitze zucken, bis es zum Ende an allen Seiten kracht. Die Städter geben sich Illusionen hin. In einem Gespräch wird dem Bürgermeister geraten, auf der wundervollen Erde mehr auf Bio zu machen. Der weist darauf hin, dass nicht so viel wachse, außer dem Mais für die Biogasanlage und dass die Gesprächspartnerin bestimmt nicht wissen möchte, was man nach der Wende unter der Erde alles vergraben wurde … Obst vergammelt an Bäumen und darunter, während die Dörfler im Supermarkt einkaufen. Die Wirklichkeit von harter Landwirtschaft mit lauem Einkommen trifft auf rosa Brillen von Berlinern. «Er war nicht aufs Land gezogen, um zu erleben, wie der urbane Wahnsinn die Provinz erreichte. Er verzichtete nicht auf Theater, Kino, Kneipe, Bäcker, Zeitungskiosk und Arzt, um durchs Schlafzimmerfenster auf einen Maschinenpark zu schauen, dessen Rotoren die ländliche Idylle zu einer beliebigen strukturschwachen Region verquirlten.» Die Autorin zeigt auf Kommunikationsstrukturen im Dorf: Stufe eins für Zugezogene, Information, Stufe zwei, Fremde, die Vertrauen erlangen können, tiefere Information. Stufe 3, die Eingesessenen, die untereinander alles aushandeln, tiefe Information. Hier schuldet der eine dem anderen etwas, schiebt ihm etwas zu, sieht weg oder tritt auch nochmal drauf, um sich zu rächen. «Wenn sich Datenschützer in der Zeitung wegen Überwachung im Internet ereiferten, musste Kron regelmäßig lachen. Man musste nur ein handelsübliches Dorf besuchen, um zu verstehen, was der gläserne Mensch tatsächlich war.» Egoismus auf allen Seiten. Jeder greift nach dem dicksten Tortenstück, wobei auch große Geschütze aufgefahren werden und kein mieser Trick ausgelassen wird. Menschen demaskieren sich. Die Figuren sind plakativ überzeichnet. Aber das macht den Reiz aus, 600 Seiten des Dorflebens in aller Intensität als Leser mitzuerleben und macht einen guten Schuss Humor aus. Die jüngeren Männer werden als Looser dargestellt, der mürrische Vogelschützer, der es als Akademiker nicht geschafft hat, der langhaarige Informatiker, der Spiele entwirft, sich nicht traut, sich selbstständig zu machen, der den großen Wurf im Kopf hat, aber Angst vorm Scheitern hat. Krons Tochter, Ärztin, verheiratet mit einem Schriftsteller, der nichts auf das Papier bekommt. Die Frauen stehen letztendlich alle ihren Mann. Die Sprache ist einfach, mit viel Symbolik bestückt, immer in gekonnt erzählerischem Ton, keine literarische Meisterleistung. Ein gelungener Gesellschaftsroman über Nachwirkungen des geteilten Deutschlands, Dorfidylle, die keine ist, ein Sumpf mitten im Dorf, gemacht aus den eigenen Unzulänglichkeiten der Einzelnen, Eigennutz und Hinterfotzigkeit, ein voyeuristisches Vergnügen für den Leser. Willkommen auf dem Lande. Manchmal stinkt es gewaltig.

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639 S., die ich verschlang
von einer Kundin/einem Kunden aus Münster am 31.03.2017

Vorweg, Juli Zeh ist seit Jahren meine Lieblingsschriftstellerin, ich erwarte dementsprechend aber auch viel von ihrem jeweils neuen Roman. "Unterleuten" enttäuschte mich nicht! Es ist faszinierend, wie sich Zeh stets neu ausprobiert, wie sich ihre schriftstellerische Entwicklung vollzieht. Sie ist längst etabliert, aber der Geist der ganz jungen Autorin ist... Vorweg, Juli Zeh ist seit Jahren meine Lieblingsschriftstellerin, ich erwarte dementsprechend aber auch viel von ihrem jeweils neuen Roman. "Unterleuten" enttäuschte mich nicht! Es ist faszinierend, wie sich Zeh stets neu ausprobiert, wie sich ihre schriftstellerische Entwicklung vollzieht. Sie ist längst etabliert, aber der Geist der ganz jungen Autorin ist noch immer spürbar. In "Unterleuten" gelingt es ihr außerordentlich gut, die verschiedensten Handlungsstränge und Charaktere miteinander zu verquicken. Ständig wechseln die Lesenden den Blickwinkel, aber Zeh führt sehr, sehr gut. Das Ende überraschte mich - positiv! Es ist tragisch, aber gleichzeitig so humoristisch.

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Für Literaturinteressierte ein Muss
von Eberhard Landes am 07.02.2017

Roman, Thriller, Sozialstudie, Gesellschaftsroman, wie auch immer man dieses Buch nennen will, für mich ist es über all das hinaus ein phantastisches, multimediales Gesamtkunstwerk. Denn es ist mehr als nur ein Buch, aber darüber später mehr. Das Buch beschreibt in 6 Teilen die Schicksale von Bewohnern eines kleinen,... Roman, Thriller, Sozialstudie, Gesellschaftsroman, wie auch immer man dieses Buch nennen will, für mich ist es über all das hinaus ein phantastisches, multimediales Gesamtkunstwerk. Denn es ist mehr als nur ein Buch, aber darüber später mehr. Das Buch beschreibt in 6 Teilen die Schicksale von Bewohnern eines kleinen, brandenburgischen Dorfes namens Unterleuten rd. 20 Jahre nach dem Mauerfall. In schöner Natur gelegen, von Vögeln seltener Art (s. Titelbild) besucht, ist nichts in Unterleuten so idyllisch, wie man meint, wie es sein könnte. Zudem ist nichts anonym, denn alle in Unterleuten sind ?unter Leuten?. Der Focus liegt auf dem komplexen Geflecht von Beziehungen und Ereignissen rd. um die Dorfbewohner. Es brodelt heftig. Zum Teil aus aktuellen Begebenheiten, was auch die großstadtmüden, hinzugezogenen Wessis einbezieht; zum Teil aus lang in die DDR zurückreichenden Zeiten, was die Alteingesessenen betrifft. Und jeder erlebt und erzählt aus seiner Perspektive. Brandbeschleuniger für Entstehen und Wiederaufleben von Streitigkeiten und Konflikten, von Aggressivität und Zerwürfnissen ist die geplante Errichtung eines Windparks. Jeder lebt hierbei seine Rolle und jeder findet diese richtig. Moral bleibt zurück hinter Familienverbünden und Eigeninteressen. In der Dorfgemeinschaft entwickeln sich egoistische Hassfiguren. Es ist reizvoll zu spekulieren, wie viel Autobiographisches (vermutlich jede Menge) die Autorin, die ? wie man lesen kann ? selbst von Leipzig in ein brandenburgisches Dorf gezogen sei, hier verarbeitet hat. Wesentlicher aber ist folgendes: Wenn ich eingangs sagte, es sei mehr als nur ein Buch so begründet sich das damit, dass Juli Zeh hier wirklich im wahrsten Sinne dieses Wortes ein Gesamtkunstwerk geschaffen hat. Zum Einen hat sie zusätzlich - reale und doch fiktive - Websites kreiert: für die Gemeinde Unterleuten http://www.unterleuten.de/ (incl. Flurkarte), für die ?Windkraftfirma Ven-todirect? http://www.ventodirect.de/ (incl. Kontaktformular), für das Unterleutener Dorflokal ?Märkischer Landmann? http://www.maerkischer-landmann-unterleuten.de/ (incl. Speisekarte), für den ?Vogelschutzbund Unterleuten? http://www.vogelschutzbund-unterleuten.de/ (incl. Foto eines der Hauptakteure im Roman). Auf diese Internetseiten sei hier nicht nur verwiesen, sondern auch verlinkt, damit der Leser sich davon überzeugen möge, wie täuschend echt diese wirken und wie Fiktion zur Wirklichkeit wird. Zum Zweiten hat wohl Juli Zeh unter dem Synonym Manfred Gortz ein weiteres Buch (?Dein Erfolg?) geschrieben, das im Roman häufig zitiert wird und dessen reale Autorenschaft im Dunkeln bleibt. Natürlich hat auch dieser ?Autor? eine Website zum Buch http://www.manfred-gortz.de/ (incl. Impressum; auch Videos von ihm finden sich im Netz), was das Verwirrspiel komplett macht. Beides ? o.a. Internettäuschungen und zusätzliches Buch ? sind ergänzende Aspekte, absichtlich integrierte ?Fakenews?, wie man heute sagt, was ich so elegant kreativ bisher noch bei keinem Autor gesehen habe. Alles zusammen macht dies ?Unter Leuten? m.E. zu einem Geniestreich, für den ich gerne in meiner persönlichen Skala die Bewertung ?Für Literaturinteressierte ein Muss? vergebe.

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