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Verfahren

Roman

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Jelena, eine Kosovo-Serbin, wird in ihrer Heimat wiederholt Opfer unvorstellbarer Gewalt. Die geht nicht vom Staat aus, sondern von enthemmten Mitgliedern der Mehrheitsbevölkerung. Schwer traumatisiert, hofft die junge Frau nach zwei Selbstmordversuchen auf einen Neuanfang in Österreich. Dort aber gerät sie in die Mühlen eines unmenschlichen Asylrechts, das seinem Namen nicht gerecht wird.
Seit langem prägt das Thema Asyl die öffentlichen Debatten und sorgt nach jedem von den Medien aufgegriffenen Einzelfall für heftige Kontroversen. Ludwig Laher überträgt diese brandaktuelle Thematik auf eine literarische Ebene. Er erzählt die exakt recherchierte Geschichte Jelenas als roten Faden eines aufwühlenden Romans, in dessen Mittelpunkt das Justizwesen selbst steht, die Welt der Paragraphen und ihrer Anwendung, ein Spiegelbild unserer Verfassung im doppelten Wortsinn: vielschichtig, mitreißend diskret, erhellend und weit davon entfernt, komplexen Fragestellungen mit einfachen Antworten beikommen zu wollen.
Portrait
Ludwig Laher, geb. 1955 in Linz, studierte Germanistik, Anglistik und Klassische Philologie in Salzburg, Dr. phil. und lebt in St. Pantaleon (Oberösterreich). Er schreibt Prosa, Lyrik, Essays, Hörspiele, Drehbücher und Übersetzungen.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 180
Erscheinungsdatum 30.08.2011
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-85218-680-1
Verlag Haymon Verlag
Maße (L/B/H) 213/135/20 mm
Gewicht 296
Auflage 2
Buch (gebundene Ausgabe)
19,90
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Die Komplexität der Welt - eine Zumutung für die Behörden
von einer Kundin/einem Kunden am 15.04.2011

Wie schon in früheren Romanen hat L. Laher wieder ein politisch relevantes Thema aufgegriffen und die Fakten genau recherchiert. Resultat seiner Recherchen ist ein reportageartiger Roman zur aktuellen Asyldebatte in Österreich. Exemplarisch steht das Asylverfahren einer traumatisierten Kosovo-Serbin im Mittelpunkt. Darum herum gruppiert der Autor einen vielstimmigen Chor der am... Wie schon in früheren Romanen hat L. Laher wieder ein politisch relevantes Thema aufgegriffen und die Fakten genau recherchiert. Resultat seiner Recherchen ist ein reportageartiger Roman zur aktuellen Asyldebatte in Österreich. Exemplarisch steht das Asylverfahren einer traumatisierten Kosovo-Serbin im Mittelpunkt. Darum herum gruppiert der Autor einen vielstimmigen Chor der am Verfahren beteiligten Akteure. Zu Wort kommen ein Richter des Asylgerichtshofes und dessen juristische Mitarbeiter, ehrenamtliche Flüchtlingshelfer, Menschen, die für eine Verschärfung und Menschen, die gegen eine Verschärfung der Asylgesetzgebung Stellung beziehen. Offizielle Protokolle von Einvernahmen und andere Dokumente werden wörtlich zitiert. Abstrakte und verklausulierte Satzkonstruktionen der juristischen Amtssprache stehen den Lebensgeschichten der Asylwerber/innen gegenüber. Was ist asylrelevant, was nicht? Missstände, Fehler und Willkür im Gesamtzusammenhang der Asylproblematik werden deutlich und fernab der gängigen polarisierenden öffentlichen Debatten zur Diskussion gestellt.

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Im Dschungel des Asylrechts
von dark_angel aus Ulm am 08.04.2011

In ihrer Heimat wird Jelena, eine Kosovo-Serbin, wiederholt Opfer von Gewalt, die nicht vom Staat selbst ausgeht, sondern von der Mehrheitsbevölkerung. Schwer traumatisiert und nach zwei Selbstmordversuchen hofft sie auf einen Neuanfang in Österreich. Doch sie hat nicht damit gerechnet, in die Mühlen des undurchsichtigen Asylrechts zu geraten... Der... In ihrer Heimat wird Jelena, eine Kosovo-Serbin, wiederholt Opfer von Gewalt, die nicht vom Staat selbst ausgeht, sondern von der Mehrheitsbevölkerung. Schwer traumatisiert und nach zwei Selbstmordversuchen hofft sie auf einen Neuanfang in Österreich. Doch sie hat nicht damit gerechnet, in die Mühlen des undurchsichtigen Asylrechts zu geraten... Der Autor Ludwig Laher ist dafür bekannt, aktuelle Themen in seinen Romanen zu verarbeiten. So geschieht dies auch hier mit dem Thema "Asyl", das wohl nie an Aktualität verlieren dürfte. Nach gründlichen Recherchen erzählt er die Geschichte von Jelena, die sich wie ein roter Faden über den aufwühlenden Roman zieht, und gewährt zugleich Einblick in das (österreichische) Justizwesen, das von Paragraphen beherrscht wird und nichts Humanes an sich hat. Das Asylrecht spaltet die Menschen. Die einen finden es in Ordnung, so wie es ist, die anderen zu lasch, zu streng oder gar zu einladend für irgendwelches "Gesindel". Wenn man sich von Lahers Roman rasche und aufklärende Antworten erhofft, so dürfte der Leser enttäuscht werden. Denn es gibt keine einfachen Antworten oder Ausführungen zu einem derart komplexen Thema. Der Autor legt anhand von Beispielen die Sachlage dar, wobei der Leser zum Nachdenken angeregt wird und sich seine eigene Meinung bilden kann/soll. Dabei erzählt der Autor die Geschichten von Jelena und Kurt Lippmann, wie sie in ein fremdes Land gingen und über deren Aufenthalt entschieden wurde. Dies schafft einen guten Ausgleich zum Rest des Romans, in dem der Autor auf die Beamtensprache zurückgreift und den Leser in die Welt des Justizwesens, Asylrechts und den Dschungel der Paragraphen begleitet. Man mag vielleicht bemängeln, dass das Beamtendeutsch sehr nüchtern, sachlich und unverständlich daherkommt und es dem Leser dadurch schwer fällt, einen Bezug zum Thema zu erhalten. Persönlich werte ich dies jedoch als Geniestreich des Autors. Denn wenn bereits jemand, der der deutschen Sprache mächtig ist, seine Mühe mit dem Beamtendeutsch hat, wie dürfte es da wohl z.B. einem Asyl-Antragsteller gehen, der noch nicht einmal die deutsche Sprache richtig beherrscht? Wenn er nicht gerade einen Top-Anwalt an seiner Seite hat, der sich in diesem Dschungel auskennt; wie kann er auf seine Not hinweisen, ohne über irgendwelche juristische Spitzfindigkeiten zu stolpern, die sich vielleicht sogar ungünstig auf sein Begehren auswirken? Es ist in der Tat kein Buch, das man in einem Rutsch liest und mit der Zeit in Vergessenheit gerät. Wer sich die Zeit nimmt und sich auf den komplexen Inhalt einlässt, wird mit einem aufrüttelnden, aufwühlenden und dramatischen Inhalt belohnt, im dem mehr als nur ein Körnchen Wahrheit steckt und den Leser auch danach nicht kalt lässt.

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