Verschwörung gegen Amerika

Roman. Bestseller

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1940 gewinnt Fliegerheld und Nazifreund Charles Lindbergh die Präsidentschaftswahlen. Unter den amerikanischen Juden breitet sich Furcht aus - auch bei Familie Roth. Dabei setzt die Wende zum Schlechten ganz sachte ein. Aus der Sicht des 8jährigen Philip schildert der Autor, was passiert wäre, wenn ... Ein unerhört spannender "historischer" Roman, ein Gipfel der Roth`schen Erzählkunst.
Portrait
Philip Roth war Träger der wichtigsten US-amerikanischen Literaturpreise und hoch geehrt von der internationalen Schriftstellervereinigung P.E.N. 1998 erhielt Philip Roth für ‹Amerikanisches Idyll› den Pulitzerpreis. Im gleichen Jahr wurde ihm im Weißen Haus die National Medal of Arts verliehen, und 2001 erhielt er die höchste Auszeichnung der American Academy of Arts and Letters, die Gold Medal, mit der unter anderem John Dos Passos, William Faulkner und Saul Bellow ausgezeichnet worden sind. Er hat zweimal den National Book Award und den National Book Critics Circle Award erhalten und dreimal den PEN/Faulkner Award und außerdem den PEN/Nabokov Award und den PEN/Saul Bellow Award. 2011 wurde ihm der Man Booker International Prize verliehen. Der 1933 in Newark, New Jersey, geborene Autor mit europäisch-jüdischem Hintergrund schrieb unermüdlich, schonungslos und in drastischer Sprache über seine Landsleute. Das erste Buch mit Short Storys erschien 1959. Die folgenden Romane und Erzählungen über die jüdische Mittelklasse der Nachkriegszeit, über ihre Beziehungen, Zwänge und Neurosen, lösten oft Skandale aus. Bis 1992 unterrichtete Roth an verschiedenen Universitäten. Liebe, Sexualität und Tod waren bis zuletzt die Themen seines Werks. Philip Roth ist 2018 gestorben.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 541
Erscheinungsdatum 01.03.2007
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-499-24087-4
Verlag Rowohlt Taschenbuch
Maße (L/B/H) 19/11,6/3,5 cm
Gewicht 370 g
Originaltitel The Plot Against America
Auflage 3. Auflage
Übersetzer Werner Schmitz
Verkaufsrang 52.974
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Faschistisches Amerika der 1940er Jahre? Faszinierende Idee und zum Glück nur ein Roman, der eventuell den klassischen Roth Leser nicht komplett überzeugt. Faschistisches Amerika der 1940er Jahre? Faszinierende Idee und zum Glück nur ein Roman, der eventuell den klassischen Roth Leser nicht komplett überzeugt.

Kundenbewertungen

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Was wäre gewesen, wenn...?
von Ulrich Harthun aus Chemnitz, Sachsenallee am 04.10.2009

1938 Charles Lindbergh wird das Großkreuz des Deutschen Adlerordens durch die Nazis verliehen. 1940 wird er Präsident der USA. Was in diesem beklemmenden fiktionalem Roman scheinbar Realität wird, ist von Philip Roth hervorragend in diesem Roman am Beispiel der... 1938 Charles Lindbergh wird das Großkreuz des Deutschen Adlerordens durch die Nazis verliehen. 1940 wird er Präsident der USA. Was in diesem beklemmenden fiktionalem Roman scheinbar Realität wird, ist von Philip Roth hervorragend in diesem Roman am Beispiel der Familie Roth(!) dargestellt. Unter den amerikanischen Juden breitet sich Angst und Schrecken aus. Wird das Horrorszenario noch politisch aufgehalten? Ein Buch für alle historisch Interessierten, die einen gut gestrickten Roman suchen.

In Lindberghs Falle
von Polar aus Aachen am 27.07.2007
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Was wäre wenn? Robert Harris hat es in seinem Roman Vaterland vorgemacht und die Geschichte der Nazis weitergeschrieben. Bei Harris wurde ein Kriminalroman daraus. Philip Roth geht dabei einen Schritt weiter und mancher Amerikaner mag seinen Roman als Beschimpfung der Nation empfinden. Wie hätte sich Amerika unter einem Präsidenten... Was wäre wenn? Robert Harris hat es in seinem Roman Vaterland vorgemacht und die Geschichte der Nazis weitergeschrieben. Bei Harris wurde ein Kriminalroman daraus. Philip Roth geht dabei einen Schritt weiter und mancher Amerikaner mag seinen Roman als Beschimpfung der Nation empfinden. Wie hätte sich Amerika unter einem Präsidenten Lindbergh verhalten? Der Hort der Freiheit plötzlich verwandelt in eine Brutstätte von Angst und Unterdrückung. Wie ändern sich die Menschen, wenn ihre Welt eine andere Richtung einschlägt? Selbst in der Familie, die eigentlich bedroht zusammenstehen müßte, reagieren die Mitglieder unterschiedlich. Daß alle moralischen Fragen in einem Roman, der nur die Frage nach dem Was wäre wenn stellt, sich nicht einfach beantworten lassen, gehört zu den Stärken Philip Roths. Man könnte so gut moralisch widerstehen, gut ausgehende Fabeln für gute Menschen schreiben, doch dafür ist Roth ein zu exzellenter Autor. Sprachlich sowieso und die Fragen, die seine Bücher stellen, rütteln einen Leser immer wieder durch. Wie nach einem Horrorfilm ist man froh, wenn man sich zurücklehnen und sich sagen darf, ist ja nur ein Film. Hier: Ist ja nur ein Roman. Ein guter.

Ein faschistisches Amerika in den 1940er Jahren?
von einer Kundin/einem Kunden aus Kottingbrunn, Niederösterreich am 27.12.2006
Bewertet: Buch (gebunden)

Die USA der 1940er Jahre. Der Wahlkongress der Republikaner endet mit dem Vorschlag Charles A. Lindbergh zum Präsidentschaftskandidaten zu machen. Der weltbekannte Flieger und Isolationist verspricht die USA aus dem zweiten Weltkrieg herauszuhalten und gewinnt die Wahl gegen Franklin D. Roosevelt in einem Erdrutschsieg. In der Folge macht er... Die USA der 1940er Jahre. Der Wahlkongress der Republikaner endet mit dem Vorschlag Charles A. Lindbergh zum Präsidentschaftskandidaten zu machen. Der weltbekannte Flieger und Isolationist verspricht die USA aus dem zweiten Weltkrieg herauszuhalten und gewinnt die Wahl gegen Franklin D. Roosevelt in einem Erdrutschsieg. In der Folge macht er sein Wahlversprechen wahr und schließt mit den Achsenmächten Pakte. Dazu trifft er sich sowohl mit Hitler als auch mit Hirohito, mit denen er schließlich auch offen sympathisiert. Die USA haben sich den Frieden mit einer faschistischen Regierung erkauft. Ähnlich wie in Europa schlägt auch die Stimmung in den USA um, und es kommt zu Pogromen ähnlich der deutschen Reichskristallnacht. Wenn man dem Buch etwas vorwerfen kann, dann vielleicht den mangelnden Mut die letzte Konsequenz zu ziehen: In einer weit hergeholten Erklärung für das Geschehene, schiebt Roth die Schuld dem Hitlerregime in die Schuhe. Da hat ihn schließlich doch die Angst vor der eigenen Courage gepackt. Philip Roth erzählt diese Geschichte durch die Augen des vorpubertären Philip Roth, den jüngsten Sohn einer jüdischen Familie in Newark, NY. Wie wäre seine Familie gewesen, wie hätte sie sich entwickelt, wäre dieser Weg in der Geschichte eingeschlagen worden? In prachtvollen Worten, Sätzen und Absätzen erzählt er uns über seine Erlebnisse. Allerdings erzählt er nicht die Geschichte durch die Augen eines naiven Kindes, sondern Roth unterstellt, dass er heute - 60 Jahre nach den Ereignissen - die Historie nacherzählt. Es ist also eine Mischung aus kindlicher Berichterstattung und verarbeiteter Geschichte. Alles hypothetisch versteht sich - was wäre wenn? Der Kern der Erzählung (also ohne Vor- und Rückblicke) erstreckt sich über einen Zeitraum von ungefähr drei Jahren, er beginnt kurz vor der Wahl von Lindbergh zum Präsidenten und schließt mit seiner vorzeitig beendeten Amtszeit. Sprachlich und stilistisch ragt das Werk deutlich aus der Menge heraus. Die Charaktere sind absolut glaubhaft und machen auch glaubhafte Entwicklungen durch. Besonders interessant ist die Beschreibung der Auswirkungen der traumatischen Ereignisse auf das Familienleben und den Umgang miteinander innerhalb Roths Familie. Insgesamt legt Philip Roth ein wirklich gutes Werk vor. Besonders interessant erscheinen in diesem Zusammenhang aufgeworfene Fragen: Wie sehr hängt geschichtliche Entwicklung von relativen Kleinigkeiten ab? Wie fragil sind eine Gesellschaft und ihre Geschichte? Wie schnell schlagen spitzenpolitische Entwicklungen bis in das letzte Glied der Gesellschaft durch? Wie viel Schuld lastet auf dem Einzelnen? Ein Werk also, das unglaublich viele Fragen aufwirft und Stoff für unendliche Diskussion liefern kann. Die zentrale Frage lautet aber, wäre das wirklich möglich gewesen? Wenn man dieses Buch gelesen hat, wird man darauf wohl mit Ja antworten müssen. Die Darstellung ist absolut glaubhaft - und auch wenn über fiktive USA des vorigen Jahrhunderts geschrieben wird, so bietet das Buch doch auch politischen Zündstoff für das 21. Jahrhundert.