Von Edelfedern, Phrasendreschern und Schmierfinken

Die schrägen Typen der Journaille

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Journalisten? Hohle Schwätzer und vorlaute Kläffer! Zeitungsmacher? Elende Opportunisten! Kritiker? Perfide Ignoranten! Für Balzac waren Presseleute so ziemlich das Letzte. In seinem Bestiarium der Pariser Journaille, hier erstmals ins Deutsche übersetzt, wagt der Autor einen satirischen Rundumschlag – respektlos, böse und herrlich einseitig.

Die Herren von der schreibenden Zunft haben in Balzacs Augen samt und sonders etwas maliziös Wankelmütiges, sind offen korrupt oder von eherner Prinzipienlosigkeit. Angelehnt an die zoologische Artenbestimmung knöpft er sich in seiner Typenlehre nun sämtliche Gestalten der Pressewelt vor: den Leitartikler, den Vulgarisator, das Faktotum, den Lobhudler, den Monothematiker, den Sektierer, den Mann fürs Grobe und was sonst alles über die Flure von Zeitungsredaktionen kreucht und fleucht. Die kritische Inventur des modernen Journalismus ist ein origineller Sidekick in der aktuellen Debatte um die Rolle der Medien. Ergänzt wird die heitere Philippika durch Balzacs Appell an Schriftsteller, ihr Urheberrecht zu verteidigen.

Rezension
"Weil der Platz fehlt, sei Balzacs Artenlehre hier einfach umstandslos empfohlen. ... Ein Stück Karikatur der Vergangenheit, mit dem man die Gegenwart etwas lässiger sieht." DIE WELT, Literarische Welt, Marc Reichwein
Portrait
Honoré de Balzac (1799-1850): Der französische Schriftsteller gilt als Begründer des soziologischen Realismus. Mit seinem Hauptwerk, dem unvollendeten Zyklus 'La Comédie Humaine' versucht er in über 80 Bänden, die Gesellschaft seiner Zeit darzustellen. Balzac, am 20. Mai 1799 in Tours als Sohn eines Rechtsanwalts geboren, wandte sich allerdings erst nach dem Abbruch seines Jura-Studiums an der Pariser Sorbonne der Literatur zu. Zunächst verfasste er jedoch wenig erfolgreich unter verschiedenen Pseudonymen Romane. Ebenso scheiterte er als Verleger, mit seiner Druckerei ging er Bankrott. Erst sein historischer Roman 'La dernier Chouan' bringt 1829 den Durchbruch. Fünf Monate vor seinem Tod am 18. August 1850 heiratet Balzac Eveline Hanska, mit der er bereits viele Jahre Briefkontakt pflegte.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 320
Erscheinungsdatum 26.09.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7175-2382-6
Verlag Manesse Verlag
Maße (L/B/H) 15,5/9,7/2,2 cm
Gewicht 190 g
Übersetzer Rudolf Bitter
Buch (gebundene Ausgabe)
19,95
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Sehr kritisch, aber toll...
von EvaMaria aus Bregenz am 13.12.2016

Ich mag ja die Bücher des Autors sehr gerne, obwohl viele davon, besonders stellenweise recht anstrengend sind zu lesen, was ich denke, aber damit zusammenhängt, dass doch die Sprache sehr ausdrucksvoll ist und auch teilweise alte Ausdrücke verwendet werden. Natürlich habe ich mich dann sehr gefreut, dass ich dieses schöne... Ich mag ja die Bücher des Autors sehr gerne, obwohl viele davon, besonders stellenweise recht anstrengend sind zu lesen, was ich denke, aber damit zusammenhängt, dass doch die Sprache sehr ausdrucksvoll ist und auch teilweise alte Ausdrücke verwendet werden. Natürlich habe ich mich dann sehr gefreut, dass ich dieses schöne Exemplar hier gesehen habe, da ich es noch nicht kannte und somit sehr gespannt darauf war. Wie auch die anderen Bücher des Verlages, passt auch dieses hier wieder wunderbar in meine Sammlung, da es wieder das kleine Format hat und schön dezent gestaltet wurde. In diesem Buch werden die Schreiberlinge sehr kritisch vom Autor aufs Korn genommen, was ich absolut klasse gemacht fand. Das Buch wurde, wie eine Art Lexikon aufgebaut und jede Gattung an Journalisten, wurde bis ins kleinste Detail unterteilt, womit der Leser eine wirklich sehr schöne Übersicht über das ganze hat. Fand ich aber auch eine witzige Idee, die ganzen Untergattungen. Die Schreiberlinge werden als sehr selbstverliebt dargestellt, denen doch die Auflage wirklich sehr wichtig ist. Ich empfand manche Stellen des Buches doch auch sehr zeitlos und finde, die Beschreibungen könnten heute noch stimmen. Zusätzlich zum Haupttext gibt es noch ein 64seitiges Nachwort. Fazit: 5 von 5 Sterne. Definitiv eine Kauf – und Leseempfehlung für dieses Buch. Ich denke, wer Klassiker mag, ist hier richtig.