Was sich liebt, das nervt sich

Wer verliebt ist, möchte am liebsten mit dem anderen auf einer rosaroten Wolke der Realität entschweben. Dass dieses Gefühl der Leichtigkeit des Seins in der Regel nicht lange anhält, merkt man spätestens dann, wenn morgens die Zahnpasta nicht aus der Tube kommen will, weil die Herzallerliebste sie völlig zerknautscht hat, oder wenn plötzlich ein ausgestopfter Fischkopf das Wohnzimmer ziert, weil der geliebte Hobbyangler seinen ersten Hecht gefangen hat. Die eigenartigen Vorstellungen und Verhaltensweisen unserer Partner können uns gewaltig auf die Nerven gehen. Dieser Ärger ist jedoch keineswegs zufällig und bedeutungslos, sondern läuft stets nach präzisen Mechanismen ab, die Aufschluss darüber geben, wie Beziehungen insgesamt funktionieren.
Für sein neues Buch hat Jean-Claude Kaufmann zahlreiche ebenso verzweifelte wie unwiderstehlich komische Aussagen von Frauen und Männern über ihren Beziehungsärger gesammelt und ausgewertet. Durch die Infragestellung der traditionell vorgeschriebenen Rollen und das Streben nach Gleichberechtigung und Selbstverwirklichung scheint das Ärgerpotenzial seit den 1960er-Jahren kontinuierlich anzusteigen.
Kaufmann zeigt die Ursachen auf und untersucht, welchen Einfluss das soziale Umfeld hat. Er geht der Frage nach, ob Frauen und Männer sich auf unterschiedliche Art und Weise ärgern, und schildert, welche Kriegslisten und Liebestaktiken sie ersinnen, um den Ärger zu beheben oder mit ihm klarzukommen. Denn glücklicherweise hat auch diese Fähigkeit zugenommen.

Rezension
Kaufmann langweilt nicht durch lautsprecherische Thesen, sondern unterhält durch sein en passant zur Entfaltung gebrachtes Material. (Frankfurter Rundschau, 21.02.2008)
Der Gelehrte ist nicht nur Spezialist für alltagsnahe Themen - er versteht es vor allem, diese sehr unterhaltsam darzustellen. (Focus, 09/2008)
Ein wissenschaftlicher Titel liest sich nicht mühelos, doch die aufregende Thematik gibt viel her, nicht nur für Großstadtnutzer/-innen. (ekz-Informationsdienst, 15/2008)
Was dieses Buch anregend, nachdenklich und lesenswert macht, ist die beiläufige Art, mit der der Autor in alltäglichen Situationen und persönlichen Beziehungen die großen Themen auch der gesellschaftlichen Beziehungen aufscheinen lässt. (taz.de, 26.05.2008)
Einfach toll, welcher Themen sich der französische Soziologe Jean-Claude Kaufmann peut à peut annimmt: der Soziologie des Kochens, des Oben-ohne, der schmutzigen Wäsche - und nun des alltäglichen, 'kleinen' Beziehungsärgers. (chrismon.de, 06.06.2008)
Portrait

Prof. Dr. Jean-Claude Kaufmann ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in der Bretagne. Er begann seine Laufbahn als Soziologe 1969. Seit 1977 arbeitet er am Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS), zunächst als Forschungsbeauftragter, seit 2000 als Forschungsdirektor. Er ist Mitglied des Centre de Recherche sur les Liens Sociaux (CERLIS), eines CNRS-Instituts der Universität Paris V Sorbonne, wo er auch lehrt.

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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 279
Erscheinungsdatum Januar 2008
Sprache Deutsch, Französisch
ISBN 978-3-89669-646-5
Verlag UVK
Maße (L/B/H) 214/132/20 mm
Gewicht 354
Originaltitel Agacements
Auflage 1. Auflage
Übersetzer Anke Beck
Buch (Taschenbuch)
24,00
inkl. gesetzl. MwSt.
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