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Weine nicht

(5)
Ausgezeichnet mit dem Prix Goncourt 2014
Eine alte Frau, die am Fenster ihrer kleinen Wohnung sitzt, hat das Gedächtnis verloren und erzählt ihrer Tochter immer wieder von der einzigen Periode ihres Lebens, die in ihrem Geist lebendig geblieben ist: Montse wächst als Bauerstochter in einem kleinen katalanischen Dorf auf, in einer Welt, die so langsam wie der Schritt der Maulesel ist. Sie soll Dienstmädchen bei dem reichsten Großgrundbesitzer der Gegend werden. Stattdessen folgt sie im Sommer 1936 ihrem älteren Bruder José, der von anarchistischen Ideen beseelt ist, nach Barcelona. Dort entdeckt sie eine Freiheit, die sie schwindeln macht, und erlebt eine leidenschaftliche Liebe. Obwohl ihr Geliebter im Untergrund verschwindet, bleibt dieser kurze Sommer der Anarchie in ihrer Erinnerung für immer als Verzauberung haften. Schwanger kehrt sie in ihr Heimatdorf zurück und lässt sich von ihrer Mutter ausgerechnet mit dem politischen Widersacher ihres Bruders José verheiraten. Bald erschüttern erste Gewalttätigkeiten die Gemeinde, und Montses Familie ist gezwungen, neue Wege zu beschreiten.
Rezension
"Lydie Salvayres Roman ist stark autobiographisch geprägt, die Autorin konstruiert das Leben ihrer eigenen Mutter. Sie erzählt mit Witz, Verve und großer epischer Kraft."
Portrait
Lydie Salvayre, 1948 in Südfrankreich geboren, studierte Literaturwissenschaft und Medizin. Sie arbeitete als Psychiaterin in Marseille und begann in den 1970er Jahren mit dem Schreiben. Für „La compagnie des spectres“ erhielt sie 1997 den Prix Novembre Ihre Romane wurden in viele Sprachen übersetzt, auch in Deutschland erschienen drei Romane. Für "Weine nicht" ("Pas pleurer") wurde sie 2014 mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja
Seitenzahl 256 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 29.02.2016
Sprache Deutsch
EAN 9783641184674
Verlag Karl Blessing Verlag
Übersetzer Hanna van Laak
eBook
15,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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R. Braun, Thalia-Buchhandlung Ludwigshafen am Rhein

„Weine nicht“ von Lydie Salvayre ist ein sehr starkes, poetisches und emotionales Buch. Es lohnt sich auf jeden Fall, dieses Buch zu lesen. „Weine nicht“ von Lydie Salvayre ist ein sehr starkes, poetisches und emotionales Buch. Es lohnt sich auf jeden Fall, dieses Buch zu lesen.

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Kundenbewertungen

Durchschnitt
5 Bewertungen
Übersicht
1
3
1
0
0

von einer Kundin/einem Kunden aus Münster am 13.08.2016
Bewertet: anderes Format

Eine gute Mischung aus Gegenwart und Vergangenheit zu Zeiten des WW2 in Spanien.

WEINE NICHT - Bewegender Roman einer authentische Familiengeschichte im Spanien des Jahres 1936
von j.h. aus Berlin am 06.03.2016

Spanien 1936. Die in einem kleinen katalanischen Dorf weitab von der großen Welt aufgewachsene Montse ist mit 15 Jahren nahezu noch ein Kind als sie ihre Stelle als Dienstmädchen bei einem reichen Großgrundbesitzer antreten soll. Doch das Land ist nach dem Wahlsieg der aus linksliberalen, sozialistischen und kommunistischen Parteien... Spanien 1936. Die in einem kleinen katalanischen Dorf weitab von der großen Welt aufgewachsene Montse ist mit 15 Jahren nahezu noch ein Kind als sie ihre Stelle als Dienstmädchen bei einem reichen Großgrundbesitzer antreten soll. Doch das Land ist nach dem Wahlsieg der aus linksliberalen, sozialistischen und kommunistischen Parteien bestehenden Volksfront im Aufruhr. Die vielen neuen Möglichkeiten bewegen das Mädchen, mit ihrem älteren, anarchistischen Ideen anhängenden Bruder José nach Barcelona zu gehen. Sie entdeckt dort eine ganz neue Freiheit, in der alles möglich scheint. Und die erste Liebesnacht mit einem bald im Untergrund verschwindenden französischen Schriftsteller bringt mit der ungewollten Schwangerschaft ein ganz neues Problem. Montse kehrt mit ihrem inzwischen desillusionierten Bruder in die Heimat zurück, in der sich die gesellschaftliche Entwicklung im Kleinen spiegelt ... Lydie Salvayre (*1948) erzählt in ihrem 2014 mit dem renommierten Prix Goncourt ausgezeichneten Roman PAS PLEURER bewegend die Geschichte ihrer Mutter, die im hohen Alter ihr Gedächtnis verloren hat und sich nur noch an jenen kurzen Sommer der Anarchie erinnert, der mit dem spanischen Bürgerkrieg und dem letztendlichen Sieg der nationalistischen Garden von General Franco ein jähes Ende fand. "Seitdem ich schreibe, spüre ich die kategorische Aufforderung, dieser anarchistischen Episode ins Auge zu sehen, die für meine Mutter die reine Verzauberung war - dieser Episode, die meines Wissens nicht ihresgleichen in Europa hatte und die ich mit großer Freude wiederauferstehen lasse, und das umso mehr, als sie lange Zeit verkannt wurde, mehr als verkannt, vertuscht, vernebelt von den spanischen Kommunisten und den französischen Intellektuellen, die damals fast alle der kommunistischen Partei nahestanden, vertuscht von Präsident Azana, der hoffte, durch ihre Verleugnung Unterstützung bei den westlichen Demokratien zu finden, und verdunkelt von Franco, der den Bürgerkrieg auf eine Auseinandersetzung zwischen dem katholischen Spanien und dem atheistischen Kommunismus reduzierte. Und zugleich dieser Niederträchtigkeit ins Auge zu sehen, die sich auf Seiten der franquistischen Nationalisten Bahn brach und die Bernanos unerbittlich beobachtete, diese Niederträchtigkeit der Menschen, wenn der Fanatismus sie packt und sie zur Raserei treibt, bis sie die schlimmsten Abscheulichkeiten begehen." (S. 92) Jener französische Schriftsteller Georges Bernanos (1888-1948) bildet in gewissem Sinne die zweite Erzählebene des Romans, in der Lydie Salvayre aus dessen schockierender Reportage "Die großen Friedhöfe unter dem Mond" (1938) zitiert. Der bürgerliche Autor wandelte sich in Anbetracht des auf Mallorca Erlebten unerwartet zum Sympathisanten der Volksfront. Damit wirft der Roman neue Fragen über die Jahre des spanischen Bürgerkriegs auf - vor allem über die unheilige Rolle der katholischen Kirche und das Schweigen der westlichen bürgerlichen Demokratien. Fragen, die auch vor dem Hintergrund aktueller politischer Entwicklungen große Bedeutung haben. Das vom BLESSING VERLAG in sehr guter deutscher Übersetzung von Hanna van Laak vorgelegte Buch ist mit Sicherheit keine einfache Lektüre und verlangt einen interessierten Leser mit einigen Kenntnissen der spanischen Geschichte des 20. Jahrhunderts.