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Wir können doch nicht alle nehmen!

Europa zwischen "Das Boot ist voll" und "Wir sterben aus"

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Nicht gutmenschig, sondern hochgradig pragmatisch greift Livia Klingl ein heißes Eisen an: Während immer mehr Menschen vor Gewalt und religiösem Fanatismus, vor Krieg und Hunger fliehen, zieht Europa die Festungsmauern hoch – und beraubt sich damit selbst vieler ukunftschancen. Es ist nicht nur humanitäre Pflicht und geltendes Gesetz, Flüchtlinge aufzunehmen, es ist auch sinnvoll, ja notwendig, uwanderung zuzulassen.
Die Geburtenraten in Europa sinken, die Menschen werden immer älter, beides Faktoren, die den Wohlstand und das Sozialsystem ins Wanken bringen. Selbst wenn es kaum jemanden schert, dass das Mittelmeer zum Massengrab verkommen ist und gegen jene Fremden Stimmung gemacht wird, die es mittels professioneller Schmuggler bis zu uns geschafft haben: Es wäre aus reinem Eigennutz hoch an der Zeit für
eine neue Ausländerpolitik. Eine, die es Flüchtlingen ermöglicht, in einem solidarischen Europa ein neues Leben in Frieden zu finden, und die Wirtschaftsmigranten einen geordneten Zuzug erlaubt – der letztlich auch uns zugutekommt.
Portrait
Livia Klingl, geboren 1956 in Wien, mehr als 20 Jahre Kriegs- und Krisenberichterstatterin vom Balkan über Afghanistan bis Irak, Iran und Libanon, neun Jahre Leiterin des Außenpolitikressorts im Kurier und Buchautorin. Österreichischer Staatspreis für „publizistische Leistungen im Interesse der Geistigen andesverteidigung“ im Jahr 2000, wohnt als passionierte Realistin (Eigendefinition) in Wien Rudolfsheim-Fünfhaus, dem Bezirk mit der niedrigsten Kaufkraft und dem höchsten Ausländeranteil.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 176
Erscheinungsdatum März 2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-218-00968-3
Verlag Kremayr & Scheriau
Maße (L/B/H) 223/146/24 mm
Gewicht 393
Auflage 1. Auflage
Buch (gebundene Ausgabe)
22,00
inkl. gesetzl. MwSt.
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Hochaktuelles Thema - regt zum Nachdenken an
von Lisam aus Wien am 20.04.2015

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, da ich mich mit dem Thema näher auseinandersetzen und dafür mehr Hintergrundinformationen erhalten wollte. Aufgrund diverser Schlagzeilen hat man ja leider oft das Gefühl, dass wir von Asylanten überschwemmt werden. Die Anzahl der Asyl suchenden macht aber weniger als 0,1 % der... Mir hat das Buch sehr gut gefallen, da ich mich mit dem Thema näher auseinandersetzen und dafür mehr Hintergrundinformationen erhalten wollte. Aufgrund diverser Schlagzeilen hat man ja leider oft das Gefühl, dass wir von Asylanten überschwemmt werden. Die Anzahl der Asyl suchenden macht aber weniger als 0,1 % der EU-Bevölkerung aus. Es wird anschaulich geschildert, warum wir die Flüchtlinge aufnehmen sollten und sie am Arbeitsmarkt benötigt werden, da unsere Gesellschaft altert. Livia Klingl schildert anschaulich die Gründe, Risiken und Kosten für die Flucht. Mich haben die Zustände an den EU-Außengrenzen und in den EU-Ländern, die die erste Anlaufstelle für die Flüchtlinge sind, sehr betroffen gemacht. Mir war nicht bewusst, dass Italien 9 Mio. Euro pro Monat für die Operation Mare Nostrum ausgeben musste ohne finanzielle Hilfe der EU. Abgerundet wird das Buch mit Erlebnisberichten von Flüchtlingen, die schon länger in Österreich leben. Von mir eine Leseempfehlung, wenn man sich mit dem aktuellen Thema auseinandersetzen will und nicht mit Zahlen etc. erschlagen werden möchte.

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Wir können doch nicht alle nehmen?
von Sikal am 01.06.2015

Lampedousa – eine Insel, die vor wenigen Jahren nur Insidern bekannt war. Mittlerweile kennt jeder die traurigen Geschichten, die sich laufend dort abspielen. Beinahe wöchentlich erhält man Schreckensnachrichten von Lampedousa und Europa schaut zu! Und warum? Weil es immer noch politische Richtungen gibt, die Angst bei der Bevölkerung schüren,... Lampedousa – eine Insel, die vor wenigen Jahren nur Insidern bekannt war. Mittlerweile kennt jeder die traurigen Geschichten, die sich laufend dort abspielen. Beinahe wöchentlich erhält man Schreckensnachrichten von Lampedousa und Europa schaut zu! Und warum? Weil es immer noch politische Richtungen gibt, die Angst bei der Bevölkerung schüren, die polarisieren und nicht davor zurückschrecken, Unwahrheiten in ihren Propagandareden zu verbreiten. Die Journalistin Livia Klingl versucht mit diesem Buch ein anderes Bild der Flüchtlingsproblematik zu vermitteln, als in den Massenmedien oftmals üblich. Sie versucht den Leser über die Chancen und Wichtigkeit der Migration aufzuklären, weist auf die Problematik der Schlepperbanden hin, die ohne Blick auf die Menschen rücksichtslos ihr Ziel verfolgen und macht Schluss mit den Halbwahrheiten, die uns in den Medien laufend propagiert werden: 0,1 % der gesamten EU-Bevölkerung machen Asylwerber aus – und davor haben wir Angst? Ein zweites großes Thema des Buches sind Hintergründe und Gefahren der Flucht, die verschärften Bedingungen an den EU-Außengrenzen und last but not least der Bürokratiedschungel, der jedweder Logik entbehrt. Man fragt sich manches Mal, wer sich solche Hürden überlegt? Ein großer Teil ist persönlichen Berichten gewidmet, die die Menschen und Schicksale hinter den Zahlen sichtbar machen. Wer meint, diese Menschen wollen sich hier im „goldenen Westen“ ein nettes Leben auf unsere Kosten machen, ist auf dem Holzweg (dass es in jeder Kultur auch solche „schwarzen Schafe“ gibt, ist schon klar – doch das ist nicht die Regel, sondern die Ausnahme). Im Normalfall wollen diese Menschen Akzeptanz und eine Chance, ein Leben ohne Hunger und Angst führen zu dürfen. Der Schreibstil der Autorin ist sehr sachlich und erklärend. Das Buch liest sich flüssig und ist teilweise mit sehr vielen Zahlen untermalt. Hier hätte ich mir ergänzende Quellen bzw. einen Anhang mit statistischen Aufstellung oder ähnliches gewünscht. Was mich sehr gestört hat, waren die Verweise auf Wikipedia – ich finde, das hat in einem Sachbuch keinen Platz. Da gibt es unzählige Primärquellen, die dafür besser geeignet wären. Das Cover ist sehr passend und trifft leider die Problematik sehr genau. Man darf nur hoffen, dass dieses brisante Thema doch noch zu einer positiven Wendung kommt – wenngleich es im Moment eher nicht so aussieht.

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Hochaktuelles Thema sachlich dargestellt
von mabuerele am 19.04.2015

Die Autorin hat das Buch in fünf Abschnitte gegliedert. Schwerpunkt ihrer Ausführungen sind die Verhältnisse in Österreich. Ab und an erweitert sie aber das Betrachtungsfeld. Im ersten Teil belegt sie mit Zahlern und Fakten, warum Österreich und Deutschland unbedingt Zuwanderungen brauchen. Im zweiten Abschnitt beschreibt sie die Zustände auf der... Die Autorin hat das Buch in fünf Abschnitte gegliedert. Schwerpunkt ihrer Ausführungen sind die Verhältnisse in Österreich. Ab und an erweitert sie aber das Betrachtungsfeld. Im ersten Teil belegt sie mit Zahlern und Fakten, warum Österreich und Deutschland unbedingt Zuwanderungen brauchen. Im zweiten Abschnitt beschreibt sie die Zustände auf der Flucht. Dabei beschäftigt sie sich insbesondere mit den Verhältnissen an den europäischen Außengrenzen. Gleichzeitig hält sie Europa einen Spiegel vor, indem sie belegt, wie hoch die Zahl der Asylanten ist, die von wesentlich ärmeren Ländern außerhalb Europas aufgenommen werden. Als Drittes analysiert sie die Asyl-Bürokratie Österreichs. Sie verweist unter anderen darauf, was die Zeit der Ungewissheit, das lange Warten auf die Anerkennung, für die Menschen psychisch und physisch bedeutet und welche Verschwendung von Ressourcen dies ist. Anschließend finde ich als Leser im Buch den Wortlaut der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“. Dadurch wird deutlich, wie weit Theorie und Praxis auseinander klaffen. Den größten Teil des Buches nehmen Erlebnisberichte von Menschen ein, die in Österreich eine neue Heimat gefunden haben. Bei allen wird eines deutlich: Sie wollen kein Mitleid und keine Almosen. Sie suchen nur die Chance, ohne Krieg und Verfolgung leben zu können und sich ein neues, selbstbestimmtes Leben aufbauen zu dürfen, um ihre Begabungen und Fähigkeiten in den Dienst der Gesellschaft stellen zu können. Das Buch lässt sich zügig lesen. Es b bietet eine Menge an Fakten, leider aber keine Quellenangaben zu den umfangreichen Zahlenmaterial. Die Erlebnisberichte sind sehr sachlich formuliert und wirken durch ihren Inhalt und nicht durch Emotionen. Das Cover mit dem vollbeladenen Schiff ist treffend. Das Buch hat mir gut gefallen. Es greift ein hochaktuelles Thema auf und stellt es sachlich dar.

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