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Wittgenstein über Regeln und Privatsprache

Eine elementare Darstellung

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"Was heißt: einer Regel folgen?" Saul A. Kripke sieht in dieser Frage das zentrale Problem von Wittgensteins Spätphilosophie. Wittgenstein, so Kripke, präsentiere ein skeptisches Paradox, das zu zeigen scheine, daß der Begriff "einer Regel folgen" nicht intelligibel sei. Nach einer Diskussion von wahrscheinlichen Antworten Wittgensteins auf mögliche Lösungen dieses Problems stellt Kripke Wittgensteins eigene "skeptische" Lösung dar - so wie er, Kripke, sie versteht. Sie hat weitreichende Konsequenzen für Wittgensteins Philosophie der Sprache und bildet die Grundlage für seine späteren Untersuchungen zur Philosophie der Mathematik.
Im Postskriptum geht Kripke vom Problem der Privatsprache weiter zu einer überraschenden Diskussion von Wittgensteins Auffassungen über das Problem des Fremdpsychischen. Kripkes Wittgenstein Interpretation ist ein Glanzstück der Sprachphilosophie und mittlerweile selbst ein Klassiker.
Portrait
Saul A. Kripke, Professor für Philosophie an der Princeton University, gilt spätestens seit seiner epochemachenden Vorlesungsreihe "Naming and Necessity" von 1972, die deutsch 1981 als "Name und Notwendigkeit" erschien, als einer der wichtigsten analytischen Philosophen der Gegenwart.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 185
Erscheinungsdatum 24.04.2006
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-29383-6
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 181/109/17 mm
Gewicht 118
Originaltitel Wittgenstein on Rules and Private Language An Elementary Exposition
Auflage 2
Buch (Taschenbuch)
14,00
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Kripkes Wittgenstein
von Zitronenblau am 17.08.2011

Kripkes "Wittgenstein über Regeln und Privatsprache" ist eine sensationelle wenn auch kritisierte Interpretation, die das Regelfolgen zum zentralen Schlüsselproblem in Wittgensteins Spätphilosophie sublimiert. Er führt ein mit Wittgensteins Regelparadox (§ 201 PU): "Unser Paradox war dies: eine Regel könnte keine Handlunsgweise bestimmen, da jede Handlungsweise mit der Regel in... Kripkes "Wittgenstein über Regeln und Privatsprache" ist eine sensationelle wenn auch kritisierte Interpretation, die das Regelfolgen zum zentralen Schlüsselproblem in Wittgensteins Spätphilosophie sublimiert. Er führt ein mit Wittgensteins Regelparadox (§ 201 PU): "Unser Paradox war dies: eine Regel könnte keine Handlunsgweise bestimmen, da jede Handlungsweise mit der Regel in Übereinstimmung zu bringen sei." M.a.W., wir mögen eine Regel lernen und diese anwenden, aber die gelernten Anwendungen sind endlich, die Regel soll aber in unendlichen Anwendungen die Handlungsweise bestimmen. Wie kann ich mir also sicher sein, dass zukünftige Anwendungen mit dieser Regel in Übereinstimmung gebracht sind? Dies ginge nur dann, wenn wir Regel und Handlunsgweise zusammenfallen ließen, nur dann folgten wir keiner Regel mehr und wären irgendwie gezwungen, zu handeln, was den Begriff der Regel ab adsurdum führen würde, denn Handlungsweisen sind ja kontingent. Abgesehen davon würde dies bedeuten, wenn jede Handlungsgweise mit der Regel in Übereinstimmung zu bringen sei, dann auch solche, die GEGEN die Regel sind, was wirklich paradox wäre. (Allerdings is mir nicht ganz klar, wie das gemeint sein soll: die Regel soll ja nur EINE Handlungsweise bestimmen, welche in unendlichen Fällen angewendet werden soll und diese Handlungsweise ist m.E. keine der Regel widersprechende. Das Wort "jede" ist doch quantitativ und nicht qualitativ bestimmt, oder?) Was heißt also dann Regelfolgen? Kripke veranschaulicht dies am Beispiel der Quaddition (ein Skeptiker fragt, ob wir nicht immer die Quaddition anstelle der Addition verwendet hätten). Der Beweis, der erklären soll vermittels faktischer Lösung, ist jedoch unmöglich. Kripke führt dies an mehreren Beispielen an (Verschiebung des Problems, infiniter Regress durch die Regelung der Regel, Dispostionstheorie etc.). Am Ende will Kripke dem Skeptiker mit einer skeptischen Lösung begegnen, indem er die "Öffentlichkeit" mit ins (Sprach-)Spiel bringt, d.h. Regelfolgen sei etwas "Öffentliches" (s. § 201 PU: "Darum ist 'der Regel folgen' eine Praxis. Und der Regel zu folgen glauben ist nicht: der Regel folgen. Und darum kann man nicht der Regel 'privatim' folgen, weil sonst der Regel zu folgen glauben dasselbe wäre, wie der Regel folgen."). Dieser Bezug auf das Privatsprachenargument vernichtet den skeptischen Einwand nicht gegenüber dem Individuum, aber gegenüber der Öffentlichkeit, die Kripke dem Skeptiker entgegenstellt. Das klingt für mich nur schwer annehmbar. Die Übereinkunft zu einem Regelfolgen in einer Lebensform soll die Begründung dafür sein, dass ich einer Regel folge, weil mir sonst Ausschluss droht? Dieser Konventionalismus würde die Fähigkeit des Einzelnen berauben, Regeln selbst festzulegen und zu folgen. Freilich könnte man sagen, dass ein einzelner quaddiert, statt addiert und man wüsste es nie, bis man dies vielleicht neurophysiologisch beweist. Ich gehe auch d'accord mit der heiklen Frage nach Notwendigkeit auch in der Mathematik und Logik allgemein. Dennoch ist dieser Skeptizismus für mich nur sehr schwer verdaulich...

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