Wo fahren wir hin, Papa?

Ausgezeichnet mit dem Prix Femina, Kategorie französische Literatur 2008. Deutsche Erstausgabe

(35)
Wer hat schon die Kinder, die er sich erträumt hat?
Wie gerne hätte der Vater seinen Söhnen ›Tim und Struppi‹ geschenkt - aber leider können sie nicht lesen. Wie gerne wäre er mit ihnen auf Berge gestiegen, hätte mit ihnen Musik gemacht, hätte mit ihnen Volleyball gespielt - aber leider können sie immer nur mit Holzklötzchen spielen. Thomas und Mathieu sind behindert und waren nie das, was sich der Vater gewünscht hätte: normale Kinder. Pointiert und mit überraschendem Witz schildert Fournier das Leben mit seinen Söhnen, die zu lieben nicht leicht war. Für die beiden wäre eine Engelsgeduld nötig gewesen, doch Fournier, so bekennt er offen, war kein Engel. Der französische Bestseller des Jahres 2008!»Man sollte dieses Buch nicht nacherzählen. Das würde ihm nicht gerecht werden. Der Einzige, der die richtigen Worte für diese Geschichte finden kann, ist Jean-Louis Fournier.« Le Monde
Rezension
"Ein berührendes Buch, das einen hin und herwirft zwischen Gänsehaut und feuchten Augen."
Ursula Czerlinski, Lesart Nr. 9/2009
Portrait

Jean-Louis Fournier, am 19. Dezember 1938 in Arras geboren, ist Schriftsteller und Humorist und arbeitet zudem als Regisseur für das Fernsehen. Er hat eine Vielzahl von Büchern veröffentlicht. Sein Buch 'Wo fahren wir hin, Papa?' wurde 2008 zum Nr. 1-Bestseller in Frankreich, mit dem renommierten Prix Femina ausgezeichnet und für den Prix Goncourt nominiert.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 160
Erscheinungsdatum 01.11.2009
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-423-24745-0
Verlag dtv
Maße (L/B/H) 21,1/13,5/1,8 cm
Gewicht 262 g
Originaltitel Où on va, papa?
Übersetzer Nathalie Mälzer
Verkaufsrang 60.220
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Buchhändler-Empfehlungen

„Wo fahren wir hin, Papa?“

Kai Schwichtenberg, Thalia-Buchhandlung Münster

Wem empfiehlt man ein Buch, dessen Autor so scheinbar respektlos über seine behinderten Kinder schreibt? Der sie Spatzenhirne, Krüppel, Weltuntergang nennt. Der lügen möchte wenn er von ihnen erzählt. Der sich manchmal wünscht sie wären tot. Wem?
Jedem, der Kinder liebt. Der in diesen wunderbaren kurzen Texten die Liebe und Zuneigung
Wem empfiehlt man ein Buch, dessen Autor so scheinbar respektlos über seine behinderten Kinder schreibt? Der sie Spatzenhirne, Krüppel, Weltuntergang nennt. Der lügen möchte wenn er von ihnen erzählt. Der sich manchmal wünscht sie wären tot. Wem?
Jedem, der Kinder liebt. Der in diesen wunderbaren kurzen Texten die Liebe und Zuneigung erkennt, den wahren Respekt, das Verständnis für die Not aber auch das Eingeständnis eigener Machtlosigkeit vor dem Schicksal. Jedem, der in all dem Sarkasmus und er Ironie auch die Verzweiflung hört: "Wenn ich bedenke, dass ich ihm das Leben geschenkt habe, dieses furchtbare Leben, das er auf Erden verbracht hat, dass ich ihn hergeholt habe, möchte ich ihn am liebsten um Vergebung bitten." Verstörend, ergreifend, voller Liebe.

„Wo fahren wir hin, Papa“

Susanne Küster, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Ein ganz besonderes Buch, an das ich mich erst nicht rangetraut habe. Ich wollte nicht wirklich ein Buch über zwei behinderte Kinder lesen. Geschrieben hat es der Vater, der direkt zweimal hintereinander mit diesem Schicksal geschlagen wurde, und dessen Frau die Familie verlassen hat, weil sie einfach nicht damit klarkam. Ich habe damit Ein ganz besonderes Buch, an das ich mich erst nicht rangetraut habe. Ich wollte nicht wirklich ein Buch über zwei behinderte Kinder lesen. Geschrieben hat es der Vater, der direkt zweimal hintereinander mit diesem Schicksal geschlagen wurde, und dessen Frau die Familie verlassen hat, weil sie einfach nicht damit klarkam. Ich habe damit gerechnet, dass mich dieses Buch berühren würde, aber nicht damit, dass ich über viele Szenen herzhaft lachen musste. Wirklich bewundernswert, wie dieser Mann mit seinem Leben und dem seiner Kinder umgeht.

„Ein einfühlsames und trotzdem humorvolles Buch“

Frank Solcher, Thalia-Buchhandlung Dresden

Jean-Louis Fournier, Wo fahren wir hin, Papa?

Gesunde und intelligente Kinder, das ist wohl der Wunsch eines jeden Elternpaares.
Was aber wenn alles anders kommt und die mit Freude erwarteten Kinder mit schweren körperlichen und geistigen Behinderungen geboren werden.
Dieses Buch schildert in sehr einfühlsamer Weise einen Vater
Jean-Louis Fournier, Wo fahren wir hin, Papa?

Gesunde und intelligente Kinder, das ist wohl der Wunsch eines jeden Elternpaares.
Was aber wenn alles anders kommt und die mit Freude erwarteten Kinder mit schweren körperlichen und geistigen Behinderungen geboren werden.
Dieses Buch schildert in sehr einfühlsamer Weise einen Vater im Widerstreit seiner Gefühle. Schwankend zwischen der Liebe zu seinen beiden „Vögelchen“ und gleichzeitigem Hadern mit dem Schicksal.
In seinen Träumen erfüllen sich alle Zukunftspläne für Thomas und Matthieu. Die Realität fordert manchmal ein Übermaß an Geduld und Ausdauer.
Der Autor schrieb dieses Buch dennoch mit Leichtigkeit und einer Prise Humor.
Ein sehr lesenswerter Titel.

Gabriele Joch

Kundenbewertungen

Durchschnitt
35 Bewertungen
Übersicht
12
15
5
1
2

Jammerlappen Literatur
von einer Kundin/einem Kunden aus Perpignan am 19.07.2016
Bewertet: Taschenbuch

Aufreger Literatur. Immerhin. Jean Louis Fournier schreibt über das Leben mit seinen beiden behinderten Kindern. So einfach kann man den Roman inhaltlich zusammenfassen. Was zu Anfang noch recht warmherzig klingt, in angenehm reduzierter Sprache rübergebracht wird, entwickelt sich schnell zu einem vor selbstmitleidtriefenden Anklageschrift, die sich vor allem gegen... Aufreger Literatur. Immerhin. Jean Louis Fournier schreibt über das Leben mit seinen beiden behinderten Kindern. So einfach kann man den Roman inhaltlich zusammenfassen. Was zu Anfang noch recht warmherzig klingt, in angenehm reduzierter Sprache rübergebracht wird, entwickelt sich schnell zu einem vor selbstmitleidtriefenden Anklageschrift, die sich vor allem gegen die Existenz seiner Kinder richtet. Das wird wohl auch von vielen Lesern, als der eigentliche Skandal begriffen und alle kaufen fröhlich. Ich kann das Buch aus zweierlei Gründen nicht empfehlen. Zum Einen gehen mir nach kürzester Zeit diese Abhackkapitel auf die Nerven, die nie länger als eine Seite sind, die geschickt auf zwei Seiten aufgegliedert werden, um den Roman aufzublasen. Zur Erklärung das Buch ist lediglich 155 Seiten lang, wenn man die vielen Leerstellen mitzählt handelt es sich um nicht mehr als Hundert Seiten Literatur. Der zweite Aspekt, der viel tiefgreifender ist: Mir ist selten ein Buch in die Quere gekommen, bei dem ich mehr Ekel vor dem Ich-Erzähler gefühlt habe. Es trieft nur so von hedonistischem Selbstmitleid und selbstherrlicher Arroganz. Durch die Behinderungen seiner Kinder hat Fourniers Selbstbild offensichtlich ernsthaft Schaden genommen. Er wünscht sich förmlich den Tod der Kinder herbei, weil sie nicht in seine Norm passen, weil sie Arbeit machen. Geld kosten, nicht vorzeigbar sind. Seinen Status nicht erhöhen, sogar ankratzen. Schliesslich arbeitet Fournier beim Fernsehen, wie er mehrfach betont, um sich ins rechte Licht zu setzen. Das Buch hat Null Humor. Selbst die eigentlich Hundert Buchseiten fand ich zu viel für diese Art der Vergangenheitsbewältigung, in der vor allem die Schwächsten die Schuld tragen. Fournier, der noch ein drittes Kind gezeugt hat, obwohl die Risikofaktoren ihm da ja nun hinlänglich bekannt waren ist der Types eines modernen Menschen gelungen, dem jede ausserberufliche Anstrengung zu viel ist. Bei dem nur der Schein zählt. Ein selbstverliebter Zyniker, der jeden lieber Tod wissen möchte, der seinem Blick nicht Stand hält. Nichts für mich.

Berührend, beeindruckend und trotz aller Traurigkeit wirklich schön
von CabotCove aus Lemgo am 11.04.2016
Bewertet: Taschenbuch

Es gibt Bücher, die kann man nicht ohne genügend Taschentücher neben sich lesen... „Wo fahren wir hin, Papa“ von Jean-Louis Fournier ist so eines... Allein schon die Einleitung treibt einem die Tränen so heftig in die Augen, dass Weiterlesen erst einmal nicht möglich war... Denn dort erfährt der Leser schon, dass... Es gibt Bücher, die kann man nicht ohne genügend Taschentücher neben sich lesen... „Wo fahren wir hin, Papa“ von Jean-Louis Fournier ist so eines... Allein schon die Einleitung treibt einem die Tränen so heftig in die Augen, dass Weiterlesen erst einmal nicht möglich war... Denn dort erfährt der Leser schon, dass Mathieu bereits – und sein Vater drückt es wunderschön aus - „fortgegangen ist, um seinen Ball dort zu suchen, wo wir ihm nicht mehr helfen können“ und Thomas „noch auf der Erde ist, aber mit seinem Kopf schon fast ganz in den Wolken“ und dass er das Buch für seine zwei Söhne geschrieben hat, denen er leider nie „Tim und Struppi“ schenken konnte, die ihn als Kind so begeistert haben... Aber man sollte dieses Buch lesen, denn Jean-Louis Fournier erzählt es mit einer solchen Liebe, Wärme und Authenzität, dass man das Gefühl hat, man sei „live“ dabei gewesen. Das Buch gibt einem soviel. Mir fehlen fast die Worte, um diesem Buch gerecht zu werden, weil es eben keine ausgedachte Geschichte ist, sondern eine Lebensgeschichte. Echt, hautnah, schnörkellos, teilweise unbarmherzig direkt und offen erzählt, aber immer ehrlich und sehr schön trotz aller Traurigkeit. „Wo fahren wir hin, Papa ?“ ist eine beeindruckende, berührende Geschichte um zwei tapfere, kleine Jungs und einen fast noch tapferen Vater, der zugeben kann, dass man eben nicht immer die nötige Geduld hat, die man braucht bei Kindern, gerade wenn diese behindert sind. Diese Ehrlichkeit fand ich sehr beeindruckend – er hätte all das auch beschönigend schreiben können... Wer hätte das schon überprüfen mögen/können..? Aber er hat sich für schonungslose Ehrlichkeit und den mutigeren Weg entschieden und das ehrt ihn sehr in meinen Augen. Hut ab vor diesem engagierten Vater und seiner berührenden Geschichte !

Sehr fein und sehr böse...
von einer Kundin/einem Kunden am 12.02.2012
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Ich habe gerade lachend&weinend in nicht einmal 2 Stunden "Wo fahren wir hin, Papa?" gelesen und gleich anschließend meinem Mann daraus vorgelesen - lachend&weinend. Ich nahm das Buch aus unserem Leseexemplar-Regal mit, weil auch ich Mutter von einem Kind bin, das nicht so ist, "wie andere" (offengestanden sind meine beiden Kinder... Ich habe gerade lachend&weinend in nicht einmal 2 Stunden "Wo fahren wir hin, Papa?" gelesen und gleich anschließend meinem Mann daraus vorgelesen - lachend&weinend. Ich nahm das Buch aus unserem Leseexemplar-Regal mit, weil auch ich Mutter von einem Kind bin, das nicht so ist, "wie andere" (offengestanden sind meine beiden Kinder "anders" - jedoch sind Mädchen besser in Kompensation ;-) ) Ich war neugierig, ob Fournier wirklich so offen und direkt schreibt, wie es der Klappentext verspricht. Er tut es! Fournier beschreibt Situationen aus dem Leben mit seinen beiden "anderen" Söhnen, formuliert messerscharf seine Gedanken und Gefühle, nicht mit freundlichem Augenzwinkern, sondern immer mit bösem, schwarzem Humor. "Wo fahren wir hin, Papa?" ist ein besonderes Buch. Ehrlich, schonungslos gar, beschreibt Fournier den Menschen, der Behinderung als Makel ansieht und entlarvt dabei oft genug sich selbst. Zur Erkenntnis, dass 'anders' nicht immer 'schlechter' bedeutet, wäre Fournier gern anders gekommen - das gibt er rundheraus zu. Einer meiner liebsten Absätze (neben vielen andern) ist dieser hier: >>Die anderen sagen:"Ein behindertes Kind ist ein Geschenk des Himmels." [...] Wenn man so ein Geschenk bekommt, möchte man dem Himmel am liebsten zurufen:"Ach! Das wäre doch nicht nötig gewesen..."<< - denn er steht für mich beispielhaft für Fourniers lakonischen Ton, der jedoch seine Liebe zu seinen Söhnen nicht zu verbergen vermag. Ich wünsche diesem Buch viele aufmerksame Leser!


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