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Zur Genealogie der Moral

Eine Streitschrift

(2)
Friedrich Nietzsche: Zur Genealogie der Moral. Eine Streitschrift
In seiner vielleicht einflussreichsten Schrift überhaupt verzichtet Nietzsche auf die sonst vielbemühten Aphorismen und arbeitet systematisch historische Entwicklungen und psychologische Bedingungen moralischer Wertsetzungen heraus.
»Wir haben eine Kritik der moralischen Werthe nöthig, der Werth dieser Werthe ist selbst erst einmal in Frage zu stellen - und dazu thut eine Kenntniss der Bedingungen und Umstände noth, aus denen sie gewachsen, unter denen sie sich entwickelt und verschoben haben.« F.N.
Erstdruck: Leipzig (C. G. Naumann) 1887.
Vollständige Neuausgabe mit einer Biographie des Autors.
Herausgegeben von Karl-Maria Guth.
Berlin 2016.
Textgrundlage ist die Ausgabe:
Friedrich Nietzsche: Werke in drei Bänden. Herausgegeben von Karl Schlechta. München: Hanser, 1954.
Die Paginierung obiger Ausgabe wird in dieser Neuausgabe als Marginalie zeilengenau mitgeführt.
Umschlaggestaltung von Thomas Schultz-Overhage unter Verwendung des Bildes: Friedrich Nietzsche, Fotografie von F. Hartmann, um 1875.
Gesetzt aus der Minion Pro, 11 pt.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 132 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 01.06.2016
Sprache Deutsch
EAN 9783843057981
Verlag Hofenberg
Dateigröße 248 KB
eBook
0,49
inkl. gesetzl. MwSt.
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Nietzsche der Realist
von Alex am 27.07.2011
Bewertet: gebundene Ausgabe

Wieder ein Buch in dem Friedrich Nietzsche aufzeigt mit welch klarer Denkweise er an die Dinge herangeht. Der Mensch ist Meister der Selbsttäuschung. Nietzsche geht als einer der wenigen nicht diesen Irrweg.

"Lieber will noch der Mensch das Nichts wollen, als nicht wollen"
von Zitronenblau am 10.02.2010
Bewertet: Taschenbuch

Die Genealogie ist hinlänglich rezeptiert und bekannt. Im Grunde handelt es sich hierbei nicht um eine Ethik, die fragt: was und wie - sondern warum? Nietzsche bildet eine Art soziologische und psychologische ("Jeder ist sich selbst der Fernste") Abhandlung aus, die auf die geschichtlichen Ursachen der Moral hinaus... Die Genealogie ist hinlänglich rezeptiert und bekannt. Im Grunde handelt es sich hierbei nicht um eine Ethik, die fragt: was und wie - sondern warum? Nietzsche bildet eine Art soziologische und psychologische ("Jeder ist sich selbst der Fernste") Abhandlung aus, die auf die geschichtlichen Ursachen der Moral hinaus will: Am Anfang war der Wille - der Wille zur Macht! Nietzsche legt drei Unterhandlungen vor: im Wesentlichen werden in der ersten Unterhandlung Herrenmoral und Sklavenmoral (Ressentiment) besprochen, wobei derjenige, der sowohl Herr als auch Sklave SICH immer als gut und die ANDEREN als schlecht bezeichnet, sodass Gut und Böse zu relativen Begriffen (je nach Moral aktiv oder reaktiv) werden. In der zweiten Unterhandlung kristallisiert sich der Wille zur Macht heraus - durch die Korrelation mit den begriffen "Schuld aus dinglicher Schuld" und "schlechtes Gewissen". Jedoch fiel mir schwer, die Systematik zu erkennen: ist Moral eine Folge von Schuldgefühlen oder schlechtem Gewissen? Oder sind beide eine Folge einer Moral? Einen psychoanalytisch interessanten Satz sehe ich in: "[...] das Leiden des Menschen am Menschen, an sich: als die Folge einer gewaltsamen Abtrennung von der thierischen Vergangenheit, eines Sprunges und Sturzes gleichsam in neue Lagen und Daseins-Bedingungen, einer Kriegserklärung gegen die alten Instinkte, auf denen bis dahin seine Kraft, Lust und Furchtbarkeit beruhte." Das erinnert mich an Schellings notwendiger Bosheit des Menschen, der aus der Finsternis des Schoßes geboren wurde. Freilich sollte man hier sehr vorsichtig sein, wenn man auf der Suche nach Wahrheit ist. Die dritte Unterhandlung thematisiert das Ideal der Askese, das alle die "praktizieren" (wohl eher: "denken", denn "Ein verheiratheter Philosoph gehört in die Komödie"), die sich vom Machtwillen abwenden mit einem Nein. U.a. (teilweise ästhetischen Ausführungen ?) erklärt er dadurch auch den Nihilismus, denn da Nicht-Wollen schlechterdings unmöglich ist, Wille immer ist, entschließt der Mensch sich kurzerhand zum Nichts-Wollen. Letztlich wird - anders noch als m.E. bei Schopenhauer - das asketische Ideal als verderbend eingeschätzt. Dessen eingedenk nun bleibt (für mich jedenfalls) das Fazit offen. Sollen wir Zarathustra fragen? Wahrscheinlich... Irgendwo da muss die "neue Moral" zu finden sein.