Maria Theresia

Die Kaiserin in ihrer Zeit. Eine Biographie. Ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2017 in der Kategorie Sachbuch/Essayistik

(13)

Eine "Weiberherrschaft" war im 18. Jahrhundert an sich nicht ungewöhnlich - ungewöhnlich aber war, dass Kaiserin Maria Theresia das Geschäft des Regierens als ihre persönliche Aufgabe derart ernst nahm und mit äußerster Akribie betrieb. Damit unterschied sie sich von vielen europäischen Monarchen, die lieber ihren Neigungen nachgingen und die Amtsgeschäfte gern anderen überließen. Dass Maria Theresia nicht nur in dieser Hinsicht eine außergewöhnliche Frau war, zeigt diese eindrucksvolle Biographie.

Barbara Stollberg-Rilinger lässt in ihrer meisterhaften Darstellung die Verhältnisse am Habsburger Hof, in der Stadt Wien, im Heiligen Römischen Reich und in den vielen Ländern lebendig werden, aus denen sich die Monarchie zusammensetzte. Ihre Haupt- und Staatsaktionen wie der Erbfolgekrieg (1740 - 1748) oder der Siebenjährige Krieg (1756 - 1763) gegen ihren Erzfeind Friedrich den Großen von Preußen werden ebenso anschaulich beschrieben wie das Verhältnis zu Ehe, Sexualität und Schwangerschaft, die Erziehung ihrer vielen Kinder, die Divertissements bei Hofe, die erbitterten Konflikte mit dem Sohn und Mitregenten Joseph II. und nicht zuletzt die unbarmherzige Religionspolitik der kompromisslos katholischen Kaiserin, die am Ende wie aus der Zeit gefallen schien. Gestützt auf zahllose, mitunter kaum bekannte Quellen, entsteht ein ganz einzigartiges Portrait Maria Theresias. Es ist frei von hagiographischen Zügen und zeigt eine Matriarchin von äußerstem Pflichtbewusstsein, die sich selbst ebenso wie ihre Familie und ihre Untertanen einem strengen Regiment unterwarf.

Portrait
Prof. Dr. Barbara Stollberg-Rilinger, geboren 1955 in Bergisch Gladbach, studierte von 1974 bis 1980 Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte an der Universität Köln. 1985 Promotion und 1994 Habilitation an der Universität Köln. 1997 folgte ihre Berufung als C4-Professorin für Geschichte der Frühen Neuzeit am Historischen Seminar der WWU Münster. Von 2003 bis 2011 war sie Sprecherin des Sonderforschungsbereichs "Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Wertesysteme". Im Jahr 2005 erhielt sie den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft, 2007 wurde ihr die Ehrendoktorwürde der École normale supérieure Lettres et Sciences humaines in Lyon verliehen, 2014 wurde sie mit dem Preis des Historischen Kollegs geehrt. Barbara Stollberg-Rilinger ist Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Seit 2012 ist sie Sprecherin des Exzellenzclusters "Religion und Politik" an der WWU Münster, seit 2003 Schriftleiterin der "Zeitschrift für Historische Forschung"; seit 2006 Mitherausgeberin der Zeitschrift "Der Staat".
… weiterlesen
In den Warenkorb
Filialabholung

Versandkostenfrei

Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 1083
Erscheinungsdatum 05.02.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-406-69748-7
Verlag C. H. Beck
Maße (L/B/H) 22,1/14,4/5,5 cm
Gewicht 1309 g
Abbildungen mit 82 Abbildungen, davon 30 in Farbe, 1 Karte und 3 Stammtafeln
Auflage 5. Auflage
Verkaufsrang 9.651
Buch (gebundene Ausgabe)
34,00
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort lieferbar
Versandkostenfrei
In den Warenkorb
Filialabholung

Versandkostenfrei

Andere Kunden interessierten sich auch für

  • 48058160
    Maria Theresias Kinder - Hanne Egghardt
    Maria Theresias Kinder
    von Hanne Egghardt
    (7)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    14,90
  • 47779756
    Habsburg - Pieter M. Judson
    Habsburg
    von Pieter M. Judson
    (4)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    34,00
  • 42473682
    Das Europa der Könige - Leonhard Horowski
    Das Europa der Könige
    von Leonhard Horowski
    (15)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    39,95
  • 47871929
    Sie kam aus Mariupol - Natascha Wodin
    Sie kam aus Mariupol
    von Natascha Wodin
    (14)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    19,95
  • 47832464
    Maria Theresia - Liebet mich immer - Monika Czernin, Jean-Pierre Lavandier
    Maria Theresia - Liebet mich immer
    von Monika Czernin
    (1)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    21,95
  • 47871937
    Ohne Liebe trauern die Sterne - Hannelore Hoger
    Ohne Liebe trauern die Sterne
    von Hannelore Hoger
    Buch (gebundene Ausgabe)
    19,95
  • 47876994
    Österreich liegt am Meer - Helmut Luther
    Österreich liegt am Meer
    von Helmut Luther
    (1)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    25,00
  • 2833109
    Die Familie Manzoni - Natalia Ginzburg
    Die Familie Manzoni
    von Natalia Ginzburg
    Buch (Taschenbuch)
    12,90
  • 47092868
    Die Spione des Papstes - Mark Riebling
    Die Spione des Papstes
    von Mark Riebling
    (3)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    26,00
  • 30014556
    Schweizer im Fernen Osten - Stefan Sigerist
    Schweizer im Fernen Osten
    von Stefan Sigerist
    Buch (gebundene Ausgabe)
    48,00
  • 47870691
    Freundliche Übernahme - Juan Pablo Cardenal, Heriberto Araújo
    Freundliche Übernahme
    von Juan Pablo Cardenal
    Buch (gebundene Ausgabe)
    26,00
  • 47602178
    Lenins Zug - Catherine Merridale
    Lenins Zug
    von Catherine Merridale
    Buch (gebundene Ausgabe)
    25,00
  • 44347132
    So viel wie eine Liebe - Paula Banholzer
    So viel wie eine Liebe
    von Paula Banholzer
    Buch (gebundene Ausgabe)
    20,00
  • 46135012
    Penguin Bloom - Cameron Bloom, Bradley Trevor Greive
    Penguin Bloom
    von Cameron Bloom
    (27)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    19,99
  • 47953751
    Sissinghurst - Vita Sackville-West, Harold Nicolson
    Sissinghurst
    von Vita Sackville-West
    Buch (gebundene Ausgabe)
    12,00
  • 32160009
    Elisabeth - Brigitte Hamann
    Elisabeth
    von Brigitte Hamann
    (12)
    Buch (Taschenbuch)
    16,00
  • 5713379
    Maria Theresia - Franz Herre
    Maria Theresia
    von Franz Herre
    Buch (Taschenbuch)
    14,00
  • 2841543
    Jürgen Bartsch - Selbstbildnis eines Kindermörders - Paul Moor
    Jürgen Bartsch - Selbstbildnis eines Kindermörders
    von Paul Moor
    (1)
    Buch (Taschenbuch)
    12,99
  • 13713177
    Stalin - Simon Sebag Montefiore
    Stalin
    von Simon Sebag Montefiore
    (3)
    Buch (Taschenbuch)
    12,95

Buchhändler-Empfehlungen

Andreas Koch, Thalia-Buchhandlung Bergisch Gladbach

Diese detaillierte, über 1000 Seiten umfassende Biografie,beschreibt die Habsburger Herrscherin, als eine disziplinierte und kluge Machtpolitikerin( Reformen, Heiratspolitik,etc.). Diese detaillierte, über 1000 Seiten umfassende Biografie,beschreibt die Habsburger Herrscherin, als eine disziplinierte und kluge Machtpolitikerin( Reformen, Heiratspolitik,etc.).

Anja Cordes, Thalia-Buchhandlung Neuss

Die beste Biographie über Maria Theresia, die es überhaupt gibt! Gewann den Sachbuchpreis 2017 in Leipzig! Die beste Biographie über Maria Theresia, die es überhaupt gibt! Gewann den Sachbuchpreis 2017 in Leipzig!

„Eine der ungewöhnlichsten Herrscherinnen der Geschichte im Porträt“

Julia Joachimmeyer, Thalia-Buchhandlung Osnabrück

Eine der ungewöhnlichsten Herrscherinnen der Geschichte im Porträt. Sachlich fundiert, aber spannend wir ein richtig guter historischer Roman.
Erleben sie völlig neue Einblicke in die Welt einer Kaiserin, die von ihren Zeitgenossen gleichermaßen gehasst wie verehrt wurde und die im Laufe der Jahrhunderte immer wieder von unterschiedlichsten Seiten vereinnahmt wurde. So macht Geschichte Spaß!
Eine der ungewöhnlichsten Herrscherinnen der Geschichte im Porträt. Sachlich fundiert, aber spannend wir ein richtig guter historischer Roman.
Erleben sie völlig neue Einblicke in die Welt einer Kaiserin, die von ihren Zeitgenossen gleichermaßen gehasst wie verehrt wurde und die im Laufe der Jahrhunderte immer wieder von unterschiedlichsten Seiten vereinnahmt wurde. So macht Geschichte Spaß!

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Berlin

Eine der besten Biografien die ich je gelesen habe ! So kurzweilig dass selbst über 1000 Seiten ratzfatz weg gelesen sind... Eine der besten Biografien die ich je gelesen habe ! So kurzweilig dass selbst über 1000 Seiten ratzfatz weg gelesen sind...

„Habsburgs Queen Victoria“

Martin Roggatz, Thalia-Buchhandlung Bonn (Universitätsbuchhandlung Bouvier)

Sie schaffte es, als Frau sich an der Spitze des Habsburger-Reiches zu behaupten. Ihre Vernetzung in der europäischen Mächtepolitik bewahrte Habsburgs Großmachtstatus trotz des Aufstiegs Preussens. Das Einbringen ihrer Kinder in ihre Politik brachte ihr Freud (gesicherte Nachfolge) und Leid (Hinrichtung ihrer Tochter Maria Antonia in der Französ. Revolution). Umfangreiche Biographie einer vielschichtigen Persönlichkeit. Sie schaffte es, als Frau sich an der Spitze des Habsburger-Reiches zu behaupten. Ihre Vernetzung in der europäischen Mächtepolitik bewahrte Habsburgs Großmachtstatus trotz des Aufstiegs Preussens. Das Einbringen ihrer Kinder in ihre Politik brachte ihr Freud (gesicherte Nachfolge) und Leid (Hinrichtung ihrer Tochter Maria Antonia in der Französ. Revolution). Umfangreiche Biographie einer vielschichtigen Persönlichkeit.

Unsere Buchhändler-Tipps

  • 42473682
    Das Europa der Könige
    Das Europa der Könige
    von Leonhard Horowski
    (15)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    39,95
  • 45255195
    Die Romanows
    Die Romanows
    von Simon Sebag Montefiore
    (12)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    35,00
  • 45366836
    1517
    1517
    von Heinz Schilling
    (9)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    24,95
  • 47779756
    Habsburg
    Habsburg
    von Pieter M. Judson
    (4)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    34,00
  • 56042950
    Habsburgs verkaufte Töchter
    Habsburgs verkaufte Töchter
    von Thea Leitner
    Buch (Taschenbuch)
    12,00

Kundenbewertungen

Durchschnitt
13 Bewertungen
Übersicht
8
4
0
1
0

Magna Mater Austriae
von Gertie Gold aus Wien am 08.01.2018

Autorin und Historikerin Barbara Stollberg-Rilinger macht ihren Lesern zum 300. Geburtstag von Maria Theresia ein besonderes Geschenk: Eine knapp 1.000 Seiten starke Biographie, die penibel recherchiert und umfassend dokumentiert ist. Es bleiben kaum Fragen offen. Die Autorin nimmt sich in 15 Kapiteln der vielschichtigen Persönlichkeit der Herrscherin detailliert an.... Autorin und Historikerin Barbara Stollberg-Rilinger macht ihren Lesern zum 300. Geburtstag von Maria Theresia ein besonderes Geschenk: Eine knapp 1.000 Seiten starke Biographie, die penibel recherchiert und umfassend dokumentiert ist. Es bleiben kaum Fragen offen. Die Autorin nimmt sich in 15 Kapiteln der vielschichtigen Persönlichkeit der Herrscherin detailliert an. Das hochwertig gebundene und mit Lesebändchen versehene Buch enthält zahlreiche farbige Abbildungen, eine Landkarte der Habsburgischen Länder zur Zeit Maria Theresiens, eine Ahnentafel sowie viele Anmerkungen, weiterführende Literatur und Quellen. Auch ein Personenregister sowie ein Glossar helfen dem Leser sich in diesem opulenten Werk zurechtzufinden. Obwohl diese Biografie nicht die einzige ist, kann sie als wohltuend und umfassend bezeichnet werden. Ohne zu werten, wird das historische Umfeld, in das Maria Theresia hineingeboren wird, dargestellt. Obwohl die anderen Monarchien der als „Pragmatische Sanktion“ bekannten Vereinbarung über eine weibliche Thronfolge nach Karl VI. zustimmen, fallen diese Länder (vor allem Preußen unter Friedrich II.) nach dem Tod Kaiser Karls, wie die Aasgeier über die Habsburgischen Erbländer her. Man glaubt mit der jungen Herrscherin leichtes Spiel zu haben. Trotz der nicht allzu guten Ausbildung schafft es die junge Regentin, ihre Macht auszuspielen. „Die 23jährige zeigte sich vom ersten Tag ihrer Regierung an als die geborene Herrscherin“. (Prolog S.XX) Die einzelnen Kapitel umreißen verschiedene Episoden aus dem langen Leben Maria Theresias. In ihrem tief katholischen Religionsverständnis verschreibt sie sich dem Kampf gegen den „protestantischen Irrglauben“. Sie siedelt Bewohner aus „infizierten Gegenden“ weit weg vom Wiener Hof an. Daher gibt es in einigen Ländern der ehemaligen Donaumonarchie auch heute noch protestantische Enklaven (z.B. Siebenbürgen) Wir erhalten Einblick in das recht komplizierte Hofleben. Gemäß der Auffassung dieser Zeit ist „der fürstliche Körper im Alten Europa ein politischer Gegenstand ersten Ranges“. In Wien geht man zwar nicht so weit, wie im absolutistischen Frankreich, wo man dem König bei seinem Stuhlgang beobachten konnte. Ein wenig Privatleben behält sich Maria Theresia vor. Interessant ist jedenfalls ihr Verständnis zu ihren Titeln und Ländereien. So lässt sich zum König (und nicht zur Königin) von Ungarn bzw. Böhmen krönen, weil dort keine weibliche Thronfolge vorgesehen ist. Sie ist eine unermüdliche Arbeiterin mit einem überaus vollen Stundenplan. Die hohen Ansprüche, die sie an sich selbst stellt, verlangt sie auch von den anderen. Ihre (Liebes)Heirat mit Franz Stephan von Lothringen stellt in der damaligen Zeit, in der Ehen ausschließlich nach dynastischen Überlegungen geschlossen wurden, eine einsame Ausnahme dar. Ihre Kinder verheiratet sie nach nützlichen und Gewinn bringenden Aspekten, ohne Rücksicht auf deren Gefühle zu nehmen (Kap. IX „Kapital der Dynastie)). Maria Theresia gilt als große Reformerin. Mit der Einführung der Schulpflicht für alle Kinder macht sie sich nicht überall beliebt, denn die Kinder sind als Arbeitskräfte oft unentbehrlich. Die langen Sommerferien (9 Wochen), die es in Österreich nach wie vor gibt, sind ein Erbe dieser Verordnung. Die verschiedenen Verwaltungsreformen, die Maria Theresia einführt, bestehen in einigen Grundzügen im österreichischen Staat heute noch: z.B. die Kameralistik und/oder die „Maria Theresianische Kanzleiordnung“. Mit diesen Verwaltungsreformen gelingt es ihr aus dem „heruntergekommenen Riesenreich“ einen modernen Staat zu machen. Zwar bleiben die Reformen hinter jenen Friedrich II. von Preußen zurück, doch dessen Reich ist um einiges kleiner und beheimatet weniger unterschiedliche Völker. Maria Theresia reformiert das Hofleben. So erhalten die Beamten erstmals eine echte Besoldung und sind nicht auf „persönliche Gunst“ und „Gnadengaben“ nach Gutdünken bzw. auf ihre eigenen Güter angewiesen. (Kap. XIII „Die Unterthanen“) Auch die später „josephinisch“ genannte Landesaufnahem geht auf ihre Initiative zurück. Die Herrscherin musste einfach wissen, wie viele wehrfähige Männer ihr zur Verfügung stehen. Erstmals werden in der ganzen Monarchie die Häuser erfasst. Jedes Gebäude erhält eine „Konskriptionsnummer“. Ihr Hofmathematiker Johann Jakob Marinoni wird großen Anteil an der Vermessung haben. Wenn Österreich im Jahre 2017 das 200-jährige Bestehen des Katasters feiert, so ist auch dies auf Maria Theresia zurückzuführen. Nach dem Tod Franz Stephans wird Joseph II. Mitregent, was naturgemäß für ein hohes Konfliktpotential sorgt (Kapitel X). Ein großes Augenmerk wird auf Maria Theresia als Mutter gelegt. Sie wird ihre Kinder bis zu ihrem Tod 1780 mit guten Ratschlägen und oft harscher Kritik nerven. Sie ist ein echtes Kontrollfreak. Die zahlreichen Darstellungen Maria Theresiens im Kreise ihrer Familie sind gutgemeinte Illusionen, denn weder ist die Zeit, noch die Herrscherin selbst „gemütlich“. In ihren letzten Lebensjahren kam Maria Theresia sich selbst vor wie ein Relikt aus einem anderen Jahrhundert. Was ihr keine Freude, sondern Widerwillen bereitete. (Kap. XIV „Der Herbst der Matriarchin“). Im kurzen Epilog wird das lange Leben und Wirken Maria Theresias an Hand von wichtigen Eckdaten nochmals zusammengefasst. »Außergewöhnlich war im 18. Jahrhundert weniger, dass eine Frau Herrschaft ausübte, außergewöhnlich war vielmehr, dass ein Monarch, ob Mann oder Frau, das Geschäft des Regierens als persönliche Aufgabe derart ernst nahm.« Meine Meinung: Diese Biographie ist ausgezeichnet geschrieben und räumt mit so manchem Mythos oder Unwahrheit auf. Wir können in ein langes, ereignisreiches Leben Einblick nehmen, ohne voyeuristisch zu sein. Als Österreicherin und Beamtin sind mir die meisten Themen bekannt. Doch auch ich durfte ein paar Neuigkeiten oder Vertiefungen kennen lernen. Die Autorin hat die komplexen Zusammenhänge anschaulich und umfassend dargestellt, sodass kaum eine Frage offen bleibt. Dabei lässt ihr angenehmer Schreibstil diese gewichtige Biographie gut lesen. Aufgelockert ist das Werk durch eine großartige Auswahl an Zitaten. In dem einen oder anderen habe ich den Eindruck, dass sich Maria Theresia über sich selbst lustig macht. Einige Themen wie „die Vereinbarkeit des Berufs und der Familie“ und die Rolle der Frau in der Politik sind aktueller denn je. Fazit: Eine sehr gute Biographie von Maria Theresia, die man unbedingt lesen muss.

Maria Theresia
von einer Kundin/einem Kunden aus Wien am 31.07.2017

Bewertung kann es noch keine geben, da ich gerade erst die Abhol-mail bekommen habe ?!?!

Umfassender Blick auf das Leben einer außergewöhnlichen Frau
von Igelmanu66 aus Mülheim am 16.06.2017

»Das vor allem machte die Faszinationskraft Maria Theresias aus: die erstaunliche Verbindung von männlichem Heldentum und weiblicher Tugend, ihre „mütterliche Majestät“. Sie war bekanntlich nicht nur eine Herrscherin, sondern auch eine treue Gattin und sechzehnfache Mutter. Sensationelle Fruchtbarkeit, verbunden mit tatkräftiger Herrschaft, also gleichsam weibliche und männliche Vollkommenheit in... »Das vor allem machte die Faszinationskraft Maria Theresias aus: die erstaunliche Verbindung von männlichem Heldentum und weiblicher Tugend, ihre „mütterliche Majestät“. Sie war bekanntlich nicht nur eine Herrscherin, sondern auch eine treue Gattin und sechzehnfache Mutter. Sensationelle Fruchtbarkeit, verbunden mit tatkräftiger Herrschaft, also gleichsam weibliche und männliche Vollkommenheit in einer Person, das ließ Maria Theresia als Ausnahmefigur erscheinen.« Was wusste ich bislang über Maria Theresia? Nicht viel, offen gestanden. Das hat sich nach der Lektüre dieses Buchs zum Glück geändert. Die Autorin lehrt als Professorin Geschichte der Frühen Neuzeit, wurde für ihre wissenschaftlichen Verdienste vielfach ausgezeichnet und bringt in dieses Werk reichlich Akribie und Fachwissen ein. Auf über 1.000 Seiten finden sich enorm viele Infos, alle wirken großartig recherchiert und gründlich belegt. Dafür sprechen zum Beispiel sehr viele in den Text eingeflochtene Zitate. Dazu gibt es diverse Abbildungen und Farbtafeln und einen sehr umfangreichen Anhang mit Anmerkungen, Quellen und Angaben zu weiterführender Literatur, mit einem Glossar, genealogischen Tabellen und Karten. Im Einzelnen erfährt der Leser neben praktisch allem, was die Person Maria Theresias betrifft, enorm viel über das zeitgeschichtliche Umfeld. Wenn ich noch mal so durch das Inhaltsverzeichnis schaue, fehlt eigentlich kein Themenbereich. Da werden Kriege geführt, da werden Ehen arrangiert, Pockenepidemien durchlitten, es gibt Aufstände, Reformen, moralische Höhen und Tiefen werden ausgelebt. Der Leser erhält einen sehr umfassenden Blick nicht nur auf die politische Lage dieser Zeit, sondern auch auf ihr Moral- und Religionsverständnis. Besonders interessant fand ich hier Maria Theresias Kampf gegen den „protestantischen Irrglauben“. Da wurde von „infizierten Gegenden“ gesprochen und von „gefährlichen Büchern“. Da gab es eine gesetzlich verordnete Denunziationspflicht, bei der belohnt wurde, wer Familienmitglieder oder Nachbarn verriet – und bei der man schwere Strafe riskierte, wenn man dies eben unterließ. Wie lebte es sich bei Hofe, was gehörte zu den Privilegien der Herrschaften und welche Pflichten standen diesen gegenüber? Themen wie Bildung, Gleichberechtigung, Körperpflege und -gesundheit werden erörtert. Hier habe ich mit großem Interesse von den ersten Pockenimpfungen gelesen und verfolgt, wie das körperliche Befinden im zentralen Interesse der Allgemeinheit stand. »Der fürstliche Körper war im Alten Europa ein politischer Gegenstand ersten Ranges.« Der Blick auf Maria Theresia war faszinierend, gefühlsmäßig war ich aber ständig hin- und hergerissen. War sie mir an ein paar Stellen sympathisch, so überwog doch meistens ein Gefühl der Ablehnung. Wenn ich ihr auch zugutehalten muss, dass sie mit ihrem Verhalten und ihrer Einstellung im Wesentlichen dem Zeitgeist entsprach. Interessant war auf jeden Fall ihr weiblich-männlicher Status, wie sie ihre Rolle übernahm und selbstbewusst ausfüllte. Ihre Aufgabe empfand sie gleichsam als Berufung und heilige Pflicht. Um den Akt ihrer Krönung zum König von Ungarn (nicht Königin!) angemessen vollziehen zu können, lernte sie eigens reiten. Höchst engagiert und diszipliniert lebte sie nach einem täglichen Stundenplan, der ihr vorgab, wann sie wem Audienzen zu geben hatte, wann sie die Post bewältigte, wann sie Hofbeamte und Minister empfing, um immer einen Überblick über die laufenden Geschäfte zu haben. Auch Zeiten für Gebet und Gottesdienst und für die Familie waren nach der Uhr zu erfüllen. Sie stellte ausgesprochen hohe Ansprüche an sich – und ebenso an ihr Umfeld. Meist erschien sie als strenge Moralverfechterin, häufig blockierte sie Reformen. Gelegentlich überraschte sie mich aber auch, zum Beispiel mit für die Zeit sehr fortschrittlichen Maßnahmen zum Schutz Neugeborener. Ihr Verhältnis zu ihrem Ehemann war im Zeitalter arrangierter Ehen sicher ein Besonderes. In hohem Maße negativ empfand ich ihr Verhalten gegenüber ihren Kindern, das von Dominanz und einem ausgeprägten Kontrollwahn bestimmt wurde. Auch ihre erwachsenen Kinder versuchte sie stetig zu manipulieren und in ihrem Interesse handeln zu lassen, sparte nie mit scharfer Kritik. Nachdem ihr Sohn Joseph Kaiser geworden war, gab es reichlich Punkte, bei denen er und seine Mutter gegensätzliche Auffassungen vertraten. Das Buch zeigt diverse Probleme auf, die durch diese Doppelregentschaft entstanden. Ein Beispiel war der Umgang mit den „irrgläubigen“ Protestanten. Ich stelle mir vor, dass diese Zeit auch für die Bevölkerung eine ungeheuer komplizierte und unsichere gewesen sein muss. Fazit: Umfassender Blick auf das Leben einer außergewöhnlichen Frau. An ein Sachbuch kann man keine weiteren Wünsche stellen. Dank hochwertiger Aufmachung auch perfekt als Geschenk. »Außergewöhnlich war im 18. Jahrhundert weniger, dass eine Frau Herrschaft ausübte, außergewöhnlich war vielmehr, dass ein Monarch, ob Mann oder Frau, das Geschäft des Regierens als persönliche Aufgabe derart ernst nahm.«


Wird oft zusammen gekauft

Maria Theresia - Barbara Stollberg-Rilinger

Maria Theresia

von Barbara Stollberg-Rilinger

(13)
Buch (gebundene Ausgabe)
34,00
+
=
Maria Theresia - Élisabeth Badinter

Maria Theresia

von Élisabeth Badinter

(1)
Buch (gebundene Ausgabe)
24,00
+
=

für

58,00

inkl. gesetzl. MwSt.

Alle kaufen