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Gott der Barbaren

Roman

China, Mitte des 19. Jahrhunderts. Eine christliche Aufstandsbewegung überzieht das Kaiserreich mit Terror und Zerstörung. Ein junger deutscher Missionar, der bei der Modernisierung des riesigen Reiches helfen will, reist voller Idealismus nach Nanking, um sich ein Bild von der Rebellion zu machen. Dabei gerät er zwischen die Fronten eines Krieges, in dem er am Ende alles zu verlieren droht, was ihm wichtig ist. An den Brennpunkten des Konflikts – in Hongkong, Shanghai, Peking – begegnen wir einem Ensemble so zerrissener wie faszinierender Persönlichkeiten: darunter der britische Sonderbotschafter, der seine inneren Abgründe erst erkennt, als er ihnen nicht mehr entgehen kann, und ein zum Kriegsherrn berufener chinesischer Gelehrter, der so mächtig wird, dass selbst der Kaiser ihn fürchten muss.

In seinem packenden neuen Buch erzählt Stephan Thome eine Vorgeschichte unserer krisengeschüttelten Gegenwart. Angeführt von einem christlichen Konvertiten, der sich für Gottes zweiten Sohn hält, errichten Rebellen in China einen Gottesstaat, der in verstörender Weise auf die Terrorbewegungen unserer Zeit vorausdeutet. Ein großer und weitblickender Roman über religiösen Fanatismus, über unsere Verführbarkeit und den Verlust an Orientierung in einer sich radikal verändernden Welt.
Rezension
"Vor allem aber gelingt es dem Autor, die geheimnisvoll in sich geschlossene und faszinierende Welt des chinesischen Denkens vor Augen zu führen. ... Einerseits ist dieses groß angelegte Buch also eine suggestive Einführung in die chinesische Ästhetik und Geschichtsauffassung, andererseits kann man es aber auch als einen spannenden Abenteuerroman lesen."
Helmut Böttiger, DIE ZEIT 13.09.2018
Portrait

Stephan Thome wurde am 23. Juli 1972 in Biedenkopf, Hessen geboren. Nach dem Zivildienst in einer sozialpsychiatrischen Einrichtung in Marburg studierte er Philosophie, Religionswissenschaft und Sinologie in Berlin, Nanking, Taipeh und Tokio. 2005 erschien unter dem Titel Die Herausforderung des Fremden: Interkulturelle Hermeneutik und konfuzianisches Denken seine Dissertationsschrift. Zur selben Zeit begann er als DFG-Stipendiat am Institut für Chinesische Literatur und Philosophie der Academia Sinica zu arbeiten, wo er über konfuzianische Philosophie des 20. Jahrhunderts forschte. Bis 2011 betätigte er sich als wissenschaftlicher Mitarbeiter an verschiedenen Forschungseinrichtungen in Taipeh und übersetzte unter anderem Chun-chieh Huangs Werk Konfuzianismus: Kontinuität und Entwicklung ins Deutsche. Sein Roman Grenzgang gewann 2009 den aspekte-Literaturpreis für das beste Debüt des Jahres und stand - wie auch sein zweiter Roman Fliehkräfte - auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis. 2014 wurde Thome von der Akademie der Künste Berlin mit dem Kunstpreis Literatur ausgezeichnet. Im gleichen Jahr erhielt die Verfilmung des Romans Grenzgang den Grimme-Preis. Seit 2011 lebt und arbeitet Stephan Thome als freier Schriftsteller; derzeit lebt er in Taipeh.

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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 719
Erscheinungsdatum 10.09.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-42825-2
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 21,8/14,2/4,8 cm
Gewicht 835 g
Auflage 2
Buch (gebundene Ausgabe)
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Buchhändler-Empfehlungen

Andreas Koch, Thalia-Buchhandlung Bergisch Gladbach

Dieser Roman spielt in einer Zeit als China noch ein Einflussgebiet der europäischen Kolonialmächte war. Das Thome Sinologe ist, sieht man an der Vielfältigkeit und am Umfang.

Vertraute Aktualitäten

Kathrin Leibrock, Thalia-Buchhandlung Jena

China zur Zeit des 2. Opiumkriegs (1856-1860). Crash der Kulturen: China versus England/ Frankreich; einheimische Religion versus Christentum; Kaiser versus Rebellen. Und über allem die Frage: Wer sind eigentlich die Barbaren? Das Buch bietet Einblick in eine ferne und in vielem doch erstaunlich nahe Zeit.

Kundenbewertungen

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Barbarische Zustände
von einer Kundin/einem Kunden aus Nürnberg am 16.05.2019

Jetzt habe ich das Buch seit ca. 2 Wochen zu Ende gelesen und bin mir auch jetzt nicht ganz sicher wie ich das Buch bewerten soll. Ich habe mindestens 6 Wochen für dieses Buch benötigt und zwischen Wow und ich ertrage es nicht mehr, waren alle Gefühlsrichtungen dabei. Ein junger Missionar aus Deutschland reist nach Asien, um ... Jetzt habe ich das Buch seit ca. 2 Wochen zu Ende gelesen und bin mir auch jetzt nicht ganz sicher wie ich das Buch bewerten soll. Ich habe mindestens 6 Wochen für dieses Buch benötigt und zwischen Wow und ich ertrage es nicht mehr, waren alle Gefühlsrichtungen dabei. Ein junger Missionar aus Deutschland reist nach Asien, um dort die Menschen zu bekehren. Interessant fand ich die Länder, die bereist wurden. Außerdem begegnet er einigen Leuten auf dieser missionarischen Reise, deren Erlebnisse der Autor ebenfalls erzählen lässt. Und da war mein erstes Problem: Es gab mehrere Ich-Erzähler und ich brauchte immer eine Weile, bis ich erkannte, wer denn gerade an der Reihe ist. Dies förderte meinen Lesegenuss nicht unbedingt. Außerdem schockierte mich die Härte, mit der der Autor die Erlebnisse schildert, auch wenn mich eigentlich der Titel vorwarnen hätte müssen. Gott der Barbaren, es geht wirklich barbarisch zu in dem Buch. Ich will gar nicht daran zweifeln, dass hier nicht die Realität abgebildet wurde, aber für mich war es einfach des Guten zu viel. Es war allerdings nicht alles schlecht. Der Autor kann erzählen, hat sicherlich gut recherchiert, kennt sich auf dem Gebiet aus und schafft es gut zu beschreiben. Leider konnten mich die Beschreibungen nicht 500+ Seiten lang begeistern, da hätte mir ein Bruchteil davon gereicht. Das Buch wird mir trotzdem lange in Erinnerung bleiben, auf Grund der Härte und der Menge an barbarischen Handlungen in der asiatischen Welt.

Von den Gerüchen der Demütigungen und der Gewalt
von einer Kundin/einem Kunden am 06.10.2018

Nach dem Widersacher“ von Emmanuel Carrère, war das Buch „Gott der Barbaren“ von Stephan Thome meine zweite Urlaubslektüre, die mir allerdings mehr behagte. Der Roman spielt während des zweiten Opiumkrieges in China. Thome erzählt sehr belesen und lehrreich seine spannende Geschichte. Als Sinologe und Philosoph kann er von kolon... Nach dem Widersacher“ von Emmanuel Carrère, war das Buch „Gott der Barbaren“ von Stephan Thome meine zweite Urlaubslektüre, die mir allerdings mehr behagte. Der Roman spielt während des zweiten Opiumkrieges in China. Thome erzählt sehr belesen und lehrreich seine spannende Geschichte. Als Sinologe und Philosoph kann er von kolonialen Kämpfen um Territorien und Herrschaftsansprüchen, von unterschiedlichen Weltbildern und Glaubensvorstellungen erzählen, die eine Welt voller Demütigungen und Gewalt hervorbrachten. Ronald Pohl schrieb über Stephan Thome im „Standard“: „Thomes prächtig durchblutete Figuren können in der einen Sekunde über Hegel und Schelling sprechen und in der nächsten haarfein den Geruch wahrnehmen, den ihre Gastgeber verströmen: nach Zitrone und Kokos.“ Dem Urteil schließe ich mich an!

Geschichte live
von Sursulapitschi am 02.10.2018

Stephan Thome hat sich ein komplexes Thema vorgenommen. Wie kam es zum Opiumkrieg in China und was genau passierte in der Zeit von ca. 1850-1860, das Millionen von Chinesen das Leben kostete? Während in China ein erbitterter Bürgerkrieg tobt, dringen die Engländer dort auf Handelsrechte. Sie wollen Niederlassungen, Botschaften ... Stephan Thome hat sich ein komplexes Thema vorgenommen. Wie kam es zum Opiumkrieg in China und was genau passierte in der Zeit von ca. 1850-1860, das Millionen von Chinesen das Leben kostete? Während in China ein erbitterter Bürgerkrieg tobt, dringen die Engländer dort auf Handelsrechte. Sie wollen Niederlassungen, Botschaften und die Erlaubnis, indisches Opium zu verkaufen. Kaiser Hsienfeng möchte nichts mit den Barbaren zu tun haben und legt ihnen Steine in den Weg, wo er nur kann. Das ist die Grundsituation, was sich daraus ergibt ist blanker Wahnsinn. Feinfühlig und nachvollziehbar werden die unterschiedlichen Positionen dargelegt. Hier kommt jeder zu Wort. Lord Elgin, Sonderbotschafter der britischen Krone, will nur friedlich verhandeln, aber wenn die verstockten Chinesen nicht reagieren, muss er sie wohl mit Waffengewalt wachrütteln. Der erhabene Kaiser ist krank und muss sich mit den langhaarigen Rebellen herumschlagen. Merkwürdige Drohbriefe der Engländer liest er gar nicht erst. Die Rebellen beflügelt ein hehres Ziel. China muss befreit werden von der dekadenten Mongolenherrschaft. Allerdings verschwimmt das Anliegen durch den Größenwahn und die religiöse Verblendung ihres Anführers. Der Himmlische König hat sich aus missionarischen christlichen Texten eine ganz eigene Weltanschauung gebaut, in der er Jesus jüngerer Bruder ist und ein neues Gottesreich errichten will. Dagegen geht Zeng Guofan erbittert vor. Eigentlich ist er ein Gelehrter, aber die läppischen Verteidigungsversuche des Kaisers erfordern Eigeninitiative. Seine Hunan Armee ist die schlagkräftigste Truppe im Reich. Phillipp Johann Neukamp, ein deutscher Abenteurer, der zufällig als Missionar nach China kam, treibt die missionarische Borniertheit seiner Kollegen ins chinesische Lager. Zwischendurch liest man noch im Tagebuch des Mädchens Shuhua, was das Volk dabei zu erleiden hat. Jede dieser Perspektiven ist ein eigenes Buch wert, hier bekommt man sie alle auf einmal, was das Buch vielschichtig macht, leichte Kost ist es nicht. Obwohl es wunderbar erzählt ist, habe ich lange gebraucht, um in diesem Buch anzukommen. Bisweilen ist man fast erschlagen von der Informationsflut, erschauert gleichzeitig vor Ehrfurcht vor dieser unglaublichen Rechercheleistung. Es hätte durchaus Kürzungen vertragen. Lord Elgins Monologe sind amüsant, aber unendlich weitschweifig. Die ein oder andere Truppenbewegung hätte man auch vernachlässigen können. Am Ende fragt man sich, wer denn nun wohl die Barbaren sind. Hier wird sinnloses Massenschlachten dokumentiert. Es prallen Welten aufeinander, die unvereinbar sind und doch eins gemeinsam haben. Westliche Arroganz trifft auf fernöstliche Ignoranz, niemand schaut über den Tellerrand, hat nur die eigenen Interessen im Blick. Es rollen Köpfe bei Freund und Feind. Auch wenn ich gelegentlich etwas beißen musste, bin ich beeindruckt von diesem Buch. Es ist unterhaltsam, höchst informativ und wunderbar lebendig erzählt. Ich habe viel gelernt. Wenn man auf der Suche nach dem perfekten historischen Roman ist, dann sollte man dieses Buch unbedingt auf die Liste setzen. „Gott der Barbaren“ ist Geschichte live.