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Darktown

Roman

Atlanta, 1948: Auf Druck von oben sieht sich das Police Department gezwungen, die erste Einheit farbiger Polizisten in seiner Geschichte aufzustellen. Acht Männer, die in »Darktown«, dem streng abgegrenzten Viertel der farbigen Einwohner, für Recht und Ordnung sorgen sollen. Die Situation ist alles andere als einfach: Ihre weißen Kollegen begegnen den Beamten mit tiefer Feindseligkeit. Sie dürfen nicht vom Polizeipräsidium aus arbeiten, haben keine Erlaubnis, weiße Verdächtige zu verhaften. Und selbst die farbige Bevölkerung begegnet ihnen mit Misstrauen. Als eine junge farbige Frau tot aufgefunden wird, scheint das niemanden zu interessieren – bis auf Lucius Boggs und Tommy Smith, zwei Cops der neuen Einheit, die sich gemeinsam auf die Suche nach der Wahrheit machen. Zwischen zwielichtigen Alkoholschmugglern, scheinheiligen Puffmüttern, korrupten Gesetzeshütern und unter permanenter rassistischer Unterdrückung riskieren Boggs und Smith ihre neuen Jobs – und ihr Leben –, um den Fall zu lösen.
›Darktown‹ ist ein hochatmosphärisches, komplex erzähltes und mitreißendes Krimi-Epos, eine kluge literarische Erkundung der Themen Rassismus, Korruption und Gerechtigkeit.

»Eine brillante Mischung aus Krimi und historischem Roman. Großartige Unterhaltung.« Stephen King
Rezension
»Thomas Mullen führt den Leser ins Herz der Südstaatenfinsternis, dorthin, wo Unmenschliches und allzu Unmenschliches einen fruchtbaren Nährboden finden.«
Kai Spanke, FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

»[Mullen] zeigt eindrücklich, dass die Vergangenheit nicht wirklich vergangen ist, sondern nur verwandelt.«
Marcus Müntefering, SPIEGEL ONLINE

»Ein faszinierendender historischer Roman über eine Bruchepoche der US-Geschichte. Wenn man es filmmäßig sagen will: näher bei Scorsese als bei Tarantino.«
Günther Grosser, BERLINER ZEITUNG

»[…] grandioses und düsteres Gesellschaftsportrait.«
Jürgen Christen, BUCHMARKT

»Was eine beeindruckende Story ausmacht: neben einem gut recherchierten Plot die psychologische Auslotung der Figuren […].«
Sylvia Treudl, BUCHKULTUR

»Mullen gelingt es, den historischen Hintergrund der Geschichte überzeugend in die Handlung einzubauen und zugleich einen spannenden Polizeikrimi zu erzählen.«
Astrid Wagner, DPA

»Schonungslos […] fulminant […] knallhart«
Hartmut Wilmes, KÖLNISCHE RUNDSCHAU

»Der Krimi als historischer Gesellschaftsroman – das überzeugt!«
Mario Scalla, HR 2

»›Darktown‹ ist ein durchdachter Roman über Hass und Rassismus und ein beeindruckendes Gesellschaftsporträt.«
Kirsten Reimers, DLF Büchermarkt

»›Darktown‹ ist ein hochatmosphärisches, komplex erzähltes und mitreißendes Krimiepos, eine kluge literarische Erkundung«
Buchmagazin

»Ein Roman der Spitzenklasse, da er intelligent, unterhaltsam und historisch authentisch geschrieben wurde. Hier stimmt einfach alles, was gute, spannende Literatur benötigt.«
Horst Tress, MAGAZIN KÖLLEFORNIA

»Ein fantastischer Cop-Krimi, ein außerordentlicher Südstaaten-Roman, ein starkes historisches Gesellschaftsportrait mit aktueller Relevanz.«
Christian Endres, DOPPELPUNKT

»›Darktown‹ ist eine harte Lektüre. Selbst der abgebrühte Leser muss angesichts der geschilderten Verhältnisse ein ums andere Mal schlucken […] Insgesamt ist dieses Buch ein aufrüttelnder, packender, überzeugender Roman.«
Gunnar Wolters, KALIBER.17
Portrait
Thomas Mullen wurde 1974 in Rhode Island geboren. Er ist der Autor mehrerer Romane, darunter ›The Last Town on Earth‹ (2006), für den er den James Fenimore Cooper Prize erhielt. Der erste Band der ›Darktown‹-Reihe stand auf der Shortlist für den Los Angeles Times Book Prize, den Southern Book Prize und den Indies Choice Book A-ward und war für zwei CWA Dagger Awards nominiert. Mit ›Weißes Feuer‹ legt Thomas Mullen nun den von der Presse gefeierten Nachfolger vor. Er lebt mit seiner Familie in Atlanta.
Berni Mayer, geboren 1974 in Mallersdorf, Bayern, hat Germanistik und Anglistik studiert, war Redaktionsleiter bei MTV und VIVA Online und hat für das Label Mute Records gearbeitet. Berni Mayer lebt in Berlin. Er ist Autor und Journalist und arbeitet für diverse Podcasts. Bei DuMont erschienen seine Romane ›Rosalie‹ (2016) und ›Ein gemachter Mann‹ (2019).
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 480
Erscheinungsdatum 25.01.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8321-8353-0
Verlag DuMont Buchverlag
Maße (L/B/H) 21,6/14,6/4 cm
Gewicht 644 g
Originaltitel >Darktown<
Auflage 2. Auflage
Übersetzer Berni Mayer
Verkaufsrang 74.850
Buch (gebundene Ausgabe)
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Buchhändler-Empfehlungen

„Atmosphärisch dichter Krimi und aufrüttelnder Protest“

Sabine Schmidt, Thalia-Buchhandlung Korbach

Lucius Boggs und Tommy Smith gehören 1948 zur ersten kleinen Einheit farbiger Polizisten in Atlanta. Nahezu ohne Befugnisse, von den weißen Polizisten schikaniert und bedroht, von den farbigen Bewohnern ihres Bezirks misstrauisch beäugt, kämpfen sie jeden Tag für ein kleines Stückchen Gerechtigkeit in 'Darktown' und um ihre Würde. Als eine junge, farbige Frau erstochen auf einer Müllhalde gefunden wird und sich niemand der weißen Kollegen für diesen Fall zu interessieren scheint, ermitteln Boggs und Smith auf eigene Faust. Damit riskieren sie nicht nur ihre Jobs, sondern auch ihr Leben. Darktown ist ein packender, atmosphärisch dichter Krimi und zugleich aufrüttelnder Protest gegen Rassismus. Ein gutes, ein wichtiges Buch. Lucius Boggs und Tommy Smith gehören 1948 zur ersten kleinen Einheit farbiger Polizisten in Atlanta. Nahezu ohne Befugnisse, von den weißen Polizisten schikaniert und bedroht, von den farbigen Bewohnern ihres Bezirks misstrauisch beäugt, kämpfen sie jeden Tag für ein kleines Stückchen Gerechtigkeit in 'Darktown' und um ihre Würde. Als eine junge, farbige Frau erstochen auf einer Müllhalde gefunden wird und sich niemand der weißen Kollegen für diesen Fall zu interessieren scheint, ermitteln Boggs und Smith auf eigene Faust. Damit riskieren sie nicht nur ihre Jobs, sondern auch ihr Leben. Darktown ist ein packender, atmosphärisch dichter Krimi und zugleich aufrüttelnder Protest gegen Rassismus. Ein gutes, ein wichtiges Buch.

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Münster

Ein spannender Fall, tiefgründige Charaktere und ein aufwühlendes Thema. Gehört zu der Sorte Bücher, die lange nachwirken. Ein spannender Fall, tiefgründige Charaktere und ein aufwühlendes Thema. Gehört zu der Sorte Bücher, die lange nachwirken.

Alexandra Sand, Thalia-Buchhandlung Landau

Ein Roman über Korruption, Skrupellosigkeit und Rassismus. Atlanta 1948, die 1. farbige Polizeieinheit stößt auf Widerstand. Ein Roman über Korruption, Skrupellosigkeit und Rassismus. Atlanta 1948, die 1. farbige Polizeieinheit stößt auf Widerstand.

Karin Harmel, Thalia-Buchhandlung Bielefeld

Ende der 40er Jahre in Atlanta, Rassenhass, Korruption bestimmen die Polizei in dieser Zeit. Kaum möglich, dass ein schwarzer Polizist einen komplexen Fall lösen kann. Aktuell Ende der 40er Jahre in Atlanta, Rassenhass, Korruption bestimmen die Polizei in dieser Zeit. Kaum möglich, dass ein schwarzer Polizist einen komplexen Fall lösen kann. Aktuell

Anke Schnöpel, Thalia-Buchhandlung Hilden

Ein starker Krimi und ein beeindruckendes Gesellschaftsporträt der 50er Jahre in den Südstaaten, dass leider nicht an Aktualität verloren hat. Ein starker Krimi und ein beeindruckendes Gesellschaftsporträt der 50er Jahre in den Südstaaten, dass leider nicht an Aktualität verloren hat.

Stephanie Hepp, Thalia-Buchhandlung Saarbruecken

Polizeiroman und erschütterndes Zeitzeugnis-die ersten farbigen Polizisten in Atlanta beginnen ihre Arbeit, erschwert von unsäglichen Vorschriften und allgegenwärtigem Rassismus Polizeiroman und erschütterndes Zeitzeugnis-die ersten farbigen Polizisten in Atlanta beginnen ihre Arbeit, erschwert von unsäglichen Vorschriften und allgegenwärtigem Rassismus

„Das Böse hat ein weißes Gesicht“

Julia Joachimmeyer, Thalia-Buchhandlung Osnabrück

Ein grandioses, düsteres Werk, das den Leser mitnimmt in die brutale, rassistische Welt der amerikanischen Südstaaten der 40er Jahre. Fesselnd und mitreißend von Anfang bis Ende! Ein grandioses, düsteres Werk, das den Leser mitnimmt in die brutale, rassistische Welt der amerikanischen Südstaaten der 40er Jahre. Fesselnd und mitreißend von Anfang bis Ende!

„Sie waren Streifenbeamte, keine Detectives. Und durften nicht einmal das Hauptquartier betreten...“

Matthias Kesper, Thalia-Buchhandlung Paderborn

Atlanta, tiefer Süden der USA, 1948. Acht afro-amerikanische Männer werden die ersten farbigen Polizisten der Stadt. Sie dürfen zwar Uniformen tragen, aber keine Waffen. Sie haben keine Streifenwagen, sie dürfen tatsächlich das Hauptquartier der örtlichen Polizei nicht betreten. Ihre Büros befinden sich im feuchten Keller des YMCA, fensterlos, mehr Abstellraum als Arbeitsplatz. Sie dürfen nicht ermitteln, schon gar nicht gegen Weiße, aber sie werden von sehr vielen Polizisten der Stadt gehasst, und müssen oft als Sündenböcke herhalten...

Zwei Mordopfer gibt es in diesem Krimi: Eine junge farbige Frau, aus kurzer Distanz erschossen. Und einen Ex-Polizisten, erstochen. Die beiden wurden kurz vor den Taten zusammen in einem Auto gesehen. Von Lucius Boggs und Tommy Smith, zwei Migliedern der Einheit farbiger Polizisten. Als deren Bericht darüber "verloren" geht, beschließen sie, den Fall selbsz aufzuklären. Iher Genspieler bei der Polizei: Lionel Dunlow, altgedienter Cop und übler Rassist, und sein jüngerer Partner, Denny Rakestraw, der tatsächlich glaubt, daß nicht immer automatisch Angehörige aus den "schwarzen" Stadtteilen für jedes Verbrechen verantwortlich sind....

Thomas Mullen hat einen extrem spannenden Roman geschrieben, Berni Mayer hat ihn in ganz eigener Sprache eingedeutscht, die ganze sprachliche Wucht dieses Buches geht nicht verloren. Beim lesen bleibt einem immer wieder buchstäblich die Luft weg ob seiner Härte, ob der herrschenden Ungerechtigkeit, ob des Unglaubens, daß diese Welt gerade einmal zwei Generationen her ist - und in Teilen auch heute noch existent ist! Brilliant!

Atlanta, tiefer Süden der USA, 1948. Acht afro-amerikanische Männer werden die ersten farbigen Polizisten der Stadt. Sie dürfen zwar Uniformen tragen, aber keine Waffen. Sie haben keine Streifenwagen, sie dürfen tatsächlich das Hauptquartier der örtlichen Polizei nicht betreten. Ihre Büros befinden sich im feuchten Keller des YMCA, fensterlos, mehr Abstellraum als Arbeitsplatz. Sie dürfen nicht ermitteln, schon gar nicht gegen Weiße, aber sie werden von sehr vielen Polizisten der Stadt gehasst, und müssen oft als Sündenböcke herhalten...

Zwei Mordopfer gibt es in diesem Krimi: Eine junge farbige Frau, aus kurzer Distanz erschossen. Und einen Ex-Polizisten, erstochen. Die beiden wurden kurz vor den Taten zusammen in einem Auto gesehen. Von Lucius Boggs und Tommy Smith, zwei Migliedern der Einheit farbiger Polizisten. Als deren Bericht darüber "verloren" geht, beschließen sie, den Fall selbsz aufzuklären. Iher Genspieler bei der Polizei: Lionel Dunlow, altgedienter Cop und übler Rassist, und sein jüngerer Partner, Denny Rakestraw, der tatsächlich glaubt, daß nicht immer automatisch Angehörige aus den "schwarzen" Stadtteilen für jedes Verbrechen verantwortlich sind....

Thomas Mullen hat einen extrem spannenden Roman geschrieben, Berni Mayer hat ihn in ganz eigener Sprache eingedeutscht, die ganze sprachliche Wucht dieses Buches geht nicht verloren. Beim lesen bleibt einem immer wieder buchstäblich die Luft weg ob seiner Härte, ob der herrschenden Ungerechtigkeit, ob des Unglaubens, daß diese Welt gerade einmal zwei Generationen her ist - und in Teilen auch heute noch existent ist! Brilliant!

Alexandra Herrmann, Thalia-Buchhandlung Gießen

Grossartiger Krimi, angesiedelt in den frühen 50ern in Atlanta und ein Einblick in eine korrupte und rassistische Gesellschaft. Grossartiger Krimi, angesiedelt in den frühen 50ern in Atlanta und ein Einblick in eine korrupte und rassistische Gesellschaft.

„Brutal und schonungslos“

Petra Dressing, Thalia-Buchhandlung Kaiserslautern

Atlanta 1948: die erste schwarze Polizei wird eingestellt um in ihrem Viertel Streife zu laufen, mehr Befugnisse haben sie in der streng getrennten, rassistischen Gesellschaft der Stadt nicht. Gegen den Widerstand der Bevölkerung und der eigenen Kollegen untersuchen zwei Polizisten den Mord an einer jungen Schwarzen, der ansonsten keinen interessiert. Dabei folgen sie einer lebensgefährlichen Spur von Hass, Korruption und Gewalt.
Ein brutaler, schonungsloser Roman, extrem spannend und leider auch sehr aktuell, zeigt er doch den tief verwurzelten Rassismus, unter dem die amerikanische Gesellschaft heute noch leidet.
Atlanta 1948: die erste schwarze Polizei wird eingestellt um in ihrem Viertel Streife zu laufen, mehr Befugnisse haben sie in der streng getrennten, rassistischen Gesellschaft der Stadt nicht. Gegen den Widerstand der Bevölkerung und der eigenen Kollegen untersuchen zwei Polizisten den Mord an einer jungen Schwarzen, der ansonsten keinen interessiert. Dabei folgen sie einer lebensgefährlichen Spur von Hass, Korruption und Gewalt.
Ein brutaler, schonungsloser Roman, extrem spannend und leider auch sehr aktuell, zeigt er doch den tief verwurzelten Rassismus, unter dem die amerikanische Gesellschaft heute noch leidet.

„Tiefster Süden“

Sabine van Ahlen, Thalia-Buchhandlung Münster

Ich gebe zu, ich bin eigentlich keine passionierte Krimileserin, auf die Dauer ist das zu viel Gewalt für meinen Geschmack, und das auch meistens noch in Serie.
Aber immer wieder gibt es Krimis oder Thriller, die im wahrsten Sinne des Wortes, aus der Reihe fallen, und vor allem glänzende Romane sind. So auch „Dark Town“.
Es ist das Jahr 1948. In Atlanta werden zum ersten Mal in der Geschichte der amerikanischen Südstaaten farbige Polizisten ernannt, eine Ungeheuerlichkeit in einer Welt, deren Rechtsprechung den alltäglichen Rassismus für verfassungsgemäß erklärt und in der die afroamerikanische Bevölkerung ständigen Benachteiligungen, Demütigungen und extremer Willkür ausgesetzt ist. Und obwohl sie kaum Befugnisse haben und nur in den farbigen Vierteln patrouillieren dürfen, ist doch die Ernennung von „Negroes“ zu Ordnungshütern ihren weißen „Kollegen“ ein Stachel im Fleisch, den es auszumerzen gilt, bevor die Wunde ernstlich zu eitern beginnt und droht, den ganzen gut funktionierenden Organismus zu infizieren. Als die Leiche einer jungen, farbigen Frau auf einer Müllhalde gefunden wird, haben die korrupten weißen Ermittler aus gutem Grund nur ein verschwindend geringes Interesse daran, ihren Mörder zu finden. Den farbigen Polizisten Boggs und Smith bleibt nur, heimlich Nachforschungen anzustellen, was sie im besten Fall ihren Job kosten kann, im schlimmsten Fall ihr Leben.
„Dark Town“ ist ein brillant erzählter, hochspannender und aufwühlender Roman, den man einerseits nicht aus der Hand legen kann, andererseits aber auch kaum erträgt, weil er uns schonungslos und konsequent mit einer pervertierten, zutiefst gespaltenen, rassistischen Gesellschaft konfrontiert. Wir erleben hart und unmittelbar den Hass und die schier unfassbare Willkür der Weißen, die mit der Polizei über ein williges und effektives Instrument der Unterdrückung verfügt, und die faktische Rechtlosigkeit der afroamerikanischen Seite. Dabei wird hier jeder auf die eine oder andere Weise schuldig, das System lässt niemanden unversehrt. Die farbigen Cops befinden sich zudem in einem Dilemma: sie sind letztlich Marionetten des weißen Systems, Symbole eines leeren Versprechens weißer Politiker, und sie werden von den Bewohnern der farbigen Viertel weniger als Hoffnungsträger, denn als Verräter und Heuchler wahrgenommen. Ohnehin geht der Riss fast zwangsläufig auch durch den afroamerikanischen Teil der Gesellschaft: das Leben in der Stadt bietet eine relative Sicherheit, die im ländlichen Georgia, wo der tägliche Rassismus sich vollkommen ungezügelt ausleben kann, nicht einmal mehr eine Illusion ist. Die besser situierten farbigen Viertel innerhalb Atlantas, in denen die gebildete, aufgeklärte und engagierte afroamerikanische Elite wie in einer Arche lebt (ganz kurz nur begegnen wir hier einem gewissen Reverend King, dessen Zeit aber erst Jahre später kommen sollte), grenzen sich gegen die armen Viertel ab, in denen Angst, Kriminalität und Prostitution grassieren und in denen die weiße Polizei ihr schmutziges Spiel ungehindert und schamlos spielen kann.
„Das Böse,“ so muss sich Officer Boggs von seinem in Paris lebenden Onkel Percy belehren lassen, „schlägt einem hier förmlich ins Gesicht(...) Es sonnt sich vor unseren Augen und fällt über Dich her, sobald Du Dich ihm näherst“.
Dem ist nichts hinzuzufügen, außer: unbedingt lesen!
Ich gebe zu, ich bin eigentlich keine passionierte Krimileserin, auf die Dauer ist das zu viel Gewalt für meinen Geschmack, und das auch meistens noch in Serie.
Aber immer wieder gibt es Krimis oder Thriller, die im wahrsten Sinne des Wortes, aus der Reihe fallen, und vor allem glänzende Romane sind. So auch „Dark Town“.
Es ist das Jahr 1948. In Atlanta werden zum ersten Mal in der Geschichte der amerikanischen Südstaaten farbige Polizisten ernannt, eine Ungeheuerlichkeit in einer Welt, deren Rechtsprechung den alltäglichen Rassismus für verfassungsgemäß erklärt und in der die afroamerikanische Bevölkerung ständigen Benachteiligungen, Demütigungen und extremer Willkür ausgesetzt ist. Und obwohl sie kaum Befugnisse haben und nur in den farbigen Vierteln patrouillieren dürfen, ist doch die Ernennung von „Negroes“ zu Ordnungshütern ihren weißen „Kollegen“ ein Stachel im Fleisch, den es auszumerzen gilt, bevor die Wunde ernstlich zu eitern beginnt und droht, den ganzen gut funktionierenden Organismus zu infizieren. Als die Leiche einer jungen, farbigen Frau auf einer Müllhalde gefunden wird, haben die korrupten weißen Ermittler aus gutem Grund nur ein verschwindend geringes Interesse daran, ihren Mörder zu finden. Den farbigen Polizisten Boggs und Smith bleibt nur, heimlich Nachforschungen anzustellen, was sie im besten Fall ihren Job kosten kann, im schlimmsten Fall ihr Leben.
„Dark Town“ ist ein brillant erzählter, hochspannender und aufwühlender Roman, den man einerseits nicht aus der Hand legen kann, andererseits aber auch kaum erträgt, weil er uns schonungslos und konsequent mit einer pervertierten, zutiefst gespaltenen, rassistischen Gesellschaft konfrontiert. Wir erleben hart und unmittelbar den Hass und die schier unfassbare Willkür der Weißen, die mit der Polizei über ein williges und effektives Instrument der Unterdrückung verfügt, und die faktische Rechtlosigkeit der afroamerikanischen Seite. Dabei wird hier jeder auf die eine oder andere Weise schuldig, das System lässt niemanden unversehrt. Die farbigen Cops befinden sich zudem in einem Dilemma: sie sind letztlich Marionetten des weißen Systems, Symbole eines leeren Versprechens weißer Politiker, und sie werden von den Bewohnern der farbigen Viertel weniger als Hoffnungsträger, denn als Verräter und Heuchler wahrgenommen. Ohnehin geht der Riss fast zwangsläufig auch durch den afroamerikanischen Teil der Gesellschaft: das Leben in der Stadt bietet eine relative Sicherheit, die im ländlichen Georgia, wo der tägliche Rassismus sich vollkommen ungezügelt ausleben kann, nicht einmal mehr eine Illusion ist. Die besser situierten farbigen Viertel innerhalb Atlantas, in denen die gebildete, aufgeklärte und engagierte afroamerikanische Elite wie in einer Arche lebt (ganz kurz nur begegnen wir hier einem gewissen Reverend King, dessen Zeit aber erst Jahre später kommen sollte), grenzen sich gegen die armen Viertel ab, in denen Angst, Kriminalität und Prostitution grassieren und in denen die weiße Polizei ihr schmutziges Spiel ungehindert und schamlos spielen kann.
„Das Böse,“ so muss sich Officer Boggs von seinem in Paris lebenden Onkel Percy belehren lassen, „schlägt einem hier förmlich ins Gesicht(...) Es sonnt sich vor unseren Augen und fällt über Dich her, sobald Du Dich ihm näherst“.
Dem ist nichts hinzuzufügen, außer: unbedingt lesen!

„Ein verstörendes Kapitel amerikanischer Geschichte“

Hendrikje Adriani, Thalia-Buchhandlung Berlin

Ein faszinierender Roman aus der Zeit der Rassentrennung in den USA: 1948 werden in Atlanta erstmals Schwarze als Polizeibeamte zugelassen. Was als "Fortschritt" daherkommt, ist für die neuen Polizisten jedoch eine tägliche Demütigung: schwarze Polizisten dürfen keine weißen Bürger festnehmen, das Polizeirevier nicht betreten (das ist nur für Weiße), keinen Streifenwagen fahren, nicht Detective werden und vieles mehr. Kein Wunder, dass ein Mord an einer schwarzen Frau die - weiße - Polizeiführung kalt lässt. Zwei engagierte schwarze Polizeibeamte ermitteln trotzdem - und riskieren dabei nicht nur ihren Job, sondern auch ihr Leben. Ein faszinierender Roman aus der Zeit der Rassentrennung in den USA: 1948 werden in Atlanta erstmals Schwarze als Polizeibeamte zugelassen. Was als "Fortschritt" daherkommt, ist für die neuen Polizisten jedoch eine tägliche Demütigung: schwarze Polizisten dürfen keine weißen Bürger festnehmen, das Polizeirevier nicht betreten (das ist nur für Weiße), keinen Streifenwagen fahren, nicht Detective werden und vieles mehr. Kein Wunder, dass ein Mord an einer schwarzen Frau die - weiße - Polizeiführung kalt lässt. Zwei engagierte schwarze Polizeibeamte ermitteln trotzdem - und riskieren dabei nicht nur ihren Job, sondern auch ihr Leben.

M. Döll, Thalia-Buchhandlung Wetzlar

Ein großartiger Roman über einen wichtigen Teil der amerikanischen Geschichte. Mullen überzeugt durch seinen einfühlsamen und zugleich packenden Schreibstil. Ein großartiger Roman über einen wichtigen Teil der amerikanischen Geschichte. Mullen überzeugt durch seinen einfühlsamen und zugleich packenden Schreibstil.

„Als ob es erst gestern gewesen wäre“

Kristina Urban, Thalia-Buchhandlung Berlin

1948 in Atlanta: die ersten acht schwarzen Polizisten treten ihren Dienst an. Doch da sie in nahezu nichts den weißen Polizisten gleichgestellt sind und dann noch von eben diesen weißen Kollegen schikaniert werden, mutet ihre Arbeit eher wie eine Strafe an.
Doch wie diese acht Polizisten damit umgehen und wie dann auch noch der Mordfall an einer jungen Frau aufgeklärt wird, ist unglaublich spannend dargestellt.
Immer wieder verschlug es mir beim Lesen den Atem, wie skrupellos Rassisten sind.
Thomas Mullen greift mit diesem Thema einerseits eine wahre Geschichte auf und andererseits natürlich ein Thema, das bis heute immer noch brandaktuell ist.
Dieses ist ein wichtiges Buch, dem ich eine breite Leserschaft wünsche!
1948 in Atlanta: die ersten acht schwarzen Polizisten treten ihren Dienst an. Doch da sie in nahezu nichts den weißen Polizisten gleichgestellt sind und dann noch von eben diesen weißen Kollegen schikaniert werden, mutet ihre Arbeit eher wie eine Strafe an.
Doch wie diese acht Polizisten damit umgehen und wie dann auch noch der Mordfall an einer jungen Frau aufgeklärt wird, ist unglaublich spannend dargestellt.
Immer wieder verschlug es mir beim Lesen den Atem, wie skrupellos Rassisten sind.
Thomas Mullen greift mit diesem Thema einerseits eine wahre Geschichte auf und andererseits natürlich ein Thema, das bis heute immer noch brandaktuell ist.
Dieses ist ein wichtiges Buch, dem ich eine breite Leserschaft wünsche!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
20 Bewertungen
Übersicht
16
4
0
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Separate but equal
von leseratte1310 am 07.12.2018

Bereits im Jahr 1865 wurde in den USA die Sklaverei aufgehoben, doch erst 1948 schaffte Truman die Rassentrennung in den Streitkräften ab. Aber es dauerte auch dann noch Jahre bis 1964, bis auch im zivilen Bereich die Rassentrennung aufgehoben wird. In Atlanta werden 1948 die ersten acht Black Police... Bereits im Jahr 1865 wurde in den USA die Sklaverei aufgehoben, doch erst 1948 schaffte Truman die Rassentrennung in den Streitkräften ab. Aber es dauerte auch dann noch Jahre bis 1964, bis auch im zivilen Bereich die Rassentrennung aufgehoben wird. In Atlanta werden 1948 die ersten acht Black Police Officers eingesetzt. Doch das bedeutet nicht, dass sie die gleichen Aufgaben und Rechte wie ihre weißen Kollegen haben. Im Gegenteil: Sie müssen seitens der Weißen wie der Schwarzen Demütigungen hinnehmen. Es ist schwer zu ertragen, was diese Männer Tag für Tag hinnehmen müssen. Sie dürfen nur in einem begrenzten Raum Streife gehen, bekommen eine eigens für sie eingerichtete Wache, dürfen keine Weißen verhaften und müssen selbst im Privatleben besondere Regeln einhalten. Aber auch die farbige Bevölkerung ist ihnen gegenüber misstrauisch. Als eine junge schwarze Frau ermordet und auf einer Müllhalde entsorgt wird, scheint niemand an der Klärung des Mordes Interesse zu haben. Die weißen versuchen die Sache zu vertuschen und die schwarzen Polizisten haben nicht die Berechtigung Ermittlungen anzustellen. Das Buch liest sich gut und die Geschichte ist ziemlich bedrückend. Es ist ein Krimi, aber auch ein politisches Buch. Die Rassentrennung ist zwar aufgehoben, aber immer noch gibt es einen starken Rassismus in den USA. Lucius Boggs und Tommy Smith, zwei Cops der neuen Einheit, wollen nicht, dass der Mordfall ungeklärt bleibt und machen sich daher auf die Suche nach der Wahrheit, womit sie ihren Job riskieren. Es wird gefährlich für sie. Alle Charaktere sind sehr gut und vielschichtig ausgearbeitet. Der rassistische Dunlow ist korrupt und gewalttätig, ein absolut unsympathischer Mensch. Dagegen konnte ich die zwiespältigen Gefühle von Rakestraw gut nachvollziehen. Es ist ein komplexer Roman, erschreckend und realistisch. Meine absolute Leseempfehlung.

Ein Krimi, Geschichtsunterricht und jede Menge Stoff zum Nachdenken
von Elchi130 am 05.12.2018

Zum einen treten 1948 in Atlanta die ersten acht farbigen Cops ihren Dienst an. Zum anderen wird eine Farbige ermordet und bei der Kripo scheint es niemanden zu interessieren… Das erste Drittel des Buches war ich fast nur mit meiner Wut beschäftigt. Wut auf die Zustände, unter denen die... Zum einen treten 1948 in Atlanta die ersten acht farbigen Cops ihren Dienst an. Zum anderen wird eine Farbige ermordet und bei der Kripo scheint es niemanden zu interessieren… Das erste Drittel des Buches war ich fast nur mit meiner Wut beschäftigt. Wut auf die Zustände, unter denen die farbigen Cops arbeiten mussten. Die Demütigungen, die sie täglich ertragen mussten – von Seiten ihrer weißen Kollegen, von Seiten der Weißen, die sie behandeln wie Vieh, von Seiten der anderen Farbigen. Dieser Rassismus, der wirklich alles durchdringt und wo Farbige ständig mit Affen gleichgesetzt werden, fand ich schockierend. Das Verhalten und die Gespräche der weißen Cops waren einfach nur abstoßend. Daraufhin habe ich im Internet recherchiert, um herauszufinden, ob es Berichte gibt zu diesen acht farbigen Cops aus Atlanta. Das Buch von Thomas Mullen ist zwar ein Roman, aber diese Cops gab es ja wirklich. Und tatsächlich waren sie damals in einem separaten Gebäude untergebracht, weil sie nicht das Polizeigebäude der weißen Cops betreten durften. Es hat 20 Jahre gedauert, bis schwarze und weiße Polizisten zusammenarbeiteten. Diese geschichtlichen Bezüge liefern selbstverständlich jede Menge Stoff zum Nachdenken. Zum einen über die Verhältnisse damals, aber auch über heute – und nicht nur in den USA, sondern auch über Rassismus in unserem Land. Das Buch passt deshalb sehr gut in die jetzige Zeit und ist daher sehr wichtig und aktuell, denn die Auseinandersetzung damit, wie wir andere Menschen behandeln, ist zurzeit wichtiger denn je! Aber das Buch erzählt auch einen spannenden Kriminalfall, den Tod an einer jungen Farbigen. Wie hier ermittelt bzw. nicht ermittelt wird, wie der Fall gelöst wird, was vertuscht wird, das alles finde ich sehr spannend. Und auch das finde ich zum Teil sehr politisch. Beim Lesen kam mir immer wieder der Gedanke, dass Darktown auf so vielen Ebenen Stoff zum Analysieren bietet, dass es sich lohnen würde, sich damit im Unterricht zu beschäftigen. Darktown ist für mich ein gelungener Krimi, ein hoch aktuelles Buch, welches zudem geschichtliches Wissen vermittelt. Mehr kann ich als Leser von einem Buch nicht erwarten!

Spannender Roman der zum Nachdenken anregt
von Worttaenzer aus NRW am 05.12.2018

Thomas Mullen überzeugt mit einem dunklen, spannenden Roman, der zum Nachdenken anregt. Es ist definitiv kein üblicher Kriminalroman, den man in einem Zug durchliest. Stattdessen geht die dichte Atmosphäre unter die Haut und entschleunigt den Leseprozess ein wenig. Man bekommt neue interessante, aber auch erschreckende Einblick in die damalige Zeit und... Thomas Mullen überzeugt mit einem dunklen, spannenden Roman, der zum Nachdenken anregt. Es ist definitiv kein üblicher Kriminalroman, den man in einem Zug durchliest. Stattdessen geht die dichte Atmosphäre unter die Haut und entschleunigt den Leseprozess ein wenig. Man bekommt neue interessante, aber auch erschreckende Einblick in die damalige Zeit und wird stark mit dem damaligen Rassismus gegenüber Farbigen konfrontiert. Keine weiße Hautfarbe zu haben bedeutete einen kompletten Ausschluss aus der Gesellschaft und Respektlosigkeit. Mit dem Fokus auf den acht ersten farbigen Polizisten steigt die Hoffnung, dass sich etwas verändert, doch aller Anfang ist schwer und sie kämpfen darum, überhaupt ernstgenommen zu werden. Die Geschichte nimmt einige interessante Wendungen und unternimmt einige Ausflüge in die Kriminalistik, während sich das Hauptaugenmerkt auf die damalige Situation richtet. Die Charaktere sind so komplex, interessant und nachvollziehbar, dass die eigene Wut oftmals ein ständiger Begleiter beim Lesen sein kann. Darktown ist ein Roman, der von Korruption, Skrupelosigkeit und Unterdrückung erzählt, aber auch den Kampf darum, dass Richtige zu tun und sich der Gesellschaft entgegenzustellen. Definitiv eine klare Leseempfehlung, denn Rassismus ist leider noch immer ein aktuelles Thema.