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Das Ministerium des äußersten Glücks

Roman

In ihrem Roman »Das Ministerium des äußersten Glücks« führt uns Arundhati Roy, Autorin des Weltbestsellers »Der Gott der kleinen Dinge«, an den unwahrscheinlichsten Ort, um das Glück zu finden. Eine Reihe ausgestoßener Helden ist hier mit ihrem Schicksal konfrontiert, aber sie finden eine Gemeinschaft, sie bilden eine Familie der besonderen Art.

Auf einem Friedhof in der Altstadt von Delhi wird ein handgeknüpfter Teppich ausgerollt. Auf einem Bürgersteig taucht unverhofft ein Baby auf. In einem verschneiten Tal schreibt ein Vater einen Brief an seine dreijährige Tochter über die vielen Menschen, die zu ihrer Beerdigung kamen. In einem Zimmer im ersten Stock liest eine einsame Frau die Notizbücher ihres Geliebten. Im Jannat Guest House umarmen sich im Schlaf fest zwei Menschen, als hätten sie sich eben erst getroffen – dabei kennen sie einander schon ein Leben lang.

Voller Inspiration, Gefühl und Überraschungen beweist der Roman auf jeder Seite Arundhati Roys Kunst. Erzählt mit einem Flüstern, einem Schrei, mit Freudentränen und manchmal mit einem bitteren Lachen ist dieser Roman zugleich Liebeserklärung wie Provokation: eine Hymne auf das Leben.
Rezension
Roy ist eine der besten Schreiberinnen auf dem Subkontinent. Eine geniale Beobachterin Indiens, ironisch im Ton, herzhaft in der Sache. Laura Höflinger Der Spiegel 20170722
Portrait
Roy, Arundhati
Arundhati Roy wurde 1959 geboren, wuchs in Kerala auf und lebt in Neu-Delhi. Den internationalen Durchbruch schaffte sie mit ihrem Debüt 'Der Gott der kleinen Dinge', für das sie 1997 den Booker Prize erhielt. Aus der Weltliteratur der Gegenwart ist er nicht mehr wegzudenken. In den letzten zehn Jahren widmete sie sich außer ihrem politischen und humanitären Engagement vor allem ihrem zweiten Roman 'Das Ministerium des äußersten Glücks' (2017). Dieser Roman wurde mit dem Bruno-Kreisky-Preis für das Politische Buch 2017 ausgezeichnet.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 560
Erscheinungsdatum 24.10.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-596-03674-5
Verlag Fischer Taschenbuch Verlag
Maße (L/B/H) 18,8/12,6/4,5 cm
Gewicht 475 g
Originaltitel The Ministry of Utmost Happiness
Auflage 1. Auflage
Übersetzer Anette Grube
Verkaufsrang 41443
Buch (Taschenbuch)
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Buchhändler-Empfehlungen

Svenja Lockenvitz, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Ein sehr realistisches Bild über Indien, das ich mir doch ganz anders vorgestellt habe. Neben der außergewöhnlichen Atmosphäre lernt man auch viel über die Geschichte des Landes.

Lorena Lahrem, Thalia-Buchhandlung Berlin

Ein sehr menschliches und tragisches Buch über verschiedene Schicksale im politisch-rechtlich zerrissenen Indien der Jetztzeit. Lassen Sie sich mit großem Erzähltalent verzaubern!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
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Äusserstes Glück
von einer Kundin/einem Kunden aus Turbenthal am 09.12.2017
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Schwere Kost! Ich versuchte zu Beginn, alles zu verstehen, alle Begriffe nachzuschlagen, alle Namen zu speichern. Und bin grandios gescheitert. Dann habe ich mich treiben lassen, habe darauf vertraut, dass alles seine Richtigkeit findet. Genau so habe ich einen guten Weg in ein grossartiges Werk gefunden. Indien ist wie das Buch... Schwere Kost! Ich versuchte zu Beginn, alles zu verstehen, alle Begriffe nachzuschlagen, alle Namen zu speichern. Und bin grandios gescheitert. Dann habe ich mich treiben lassen, habe darauf vertraut, dass alles seine Richtigkeit findet. Genau so habe ich einen guten Weg in ein grossartiges Werk gefunden. Indien ist wie das Buch. Das Buch ist wie Indien. Verwirrend, unfassbar für uns, voller Leben und Tod. Ich habe mit dieser Lektüre - so meine ich - viel erfahren über ein Indien, von dem ich offensichtlich nichts gewusst habe. Eine Reise tief hinein in eine völlig andere Welt. Mit einer warmherzigen, zornigen und liebevollen Reiseführerin. Danke dafür!

Schillerndes Indien!
von einer Kundin/einem Kunden aus Frankenthal am 25.10.2017
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Ein großartiger Roman über das heutige Indien. Facettenreich erzählt Roy von den ausgestoßenen Helden Indiens. Um historische Zusammenhänge zu verstehen, ist es sehr hilfreich Wikipedia parallel geöffnet zu haben!

Indien - mitfühlend und mitmenschlich, auf der anderen Seite grausam und voller Unmenschlichkeit
von einer Kundin/einem Kunden aus Hahnenbach am 05.10.2017
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Es heißt, Arundhati Roy habe an dem Buch DAS MINISTERIUM des ÄUSSERSTEN G L Ü C K S“ zehn Jahre lang geschrieben. Wer in dieses Buch eintaucht, der versteht sofort warum es so lange dauerte, dieses Werk zu vollenden. Es ist ein lebendiger Roman, voller Wärme und Großherzigkeit, als auch schier unerträglicher Grausamkeit. Beides ... Es heißt, Arundhati Roy habe an dem Buch DAS MINISTERIUM des ÄUSSERSTEN G L Ü C K S“ zehn Jahre lang geschrieben. Wer in dieses Buch eintaucht, der versteht sofort warum es so lange dauerte, dieses Werk zu vollenden. Es ist ein lebendiger Roman, voller Wärme und Großherzigkeit, als auch schier unerträglicher Grausamkeit. Beides will vom Leser erarbeitet werden. Mit welchen Vorstellungen verbinden wir Indien heute, 70 Jahren nach der Unabhängigkeit vom British Empire? Kinderarbeit? Armut? IT Spezialisten? Gurus und Bollywood? Im Grunde sind es zwei Roman, die erst gegen Ende des Buches zusammenlaufen. Aftab wird geboren. Ein Junge, wie seine Mutter immer wieder betont und wie sie viele Jahre versichert. Doch Aftab ist nicht eindeutig ein Junge, er hat auch die Merkmale eines Mädchens. Seite 22: „ Während der ersten Lebensjahre war Jahanara Begums Geheimnis sicher. Sie wartete darauf, dass sein Mädchenanteil heilte....“ Mädchensein als Makel. Es ist nicht mehr zu leugnen, er gehört zu den Hijras, Menschen, die nicht eindeutig des weiblichen oder männlichen Geschlechts zuzuordnen sind, da sie beide Merkmale an ihrem Körper vereinen. Doch Aftab entwickelt sich, begreift irgendwann, dass er sich fühlt wie ein Mädchen. Er - nein sie muss ihren ganz eigenen Lebensweg gehen. Es wird ihr nicht einfach gemacht. Doch sie trifft auf Menschen, die das gleiche Schicksal teilen. Jahre später lebt sie auf dem Friedhof, schläft zwischen Gräbern. Baut mit Saddam Hussein, einem anderen Menschen, der aus seinem Leben gefallen ist, ein Gästehaus neben den Friedhof, eröffnet danach ein Bestattungsinstitut, bei dem Verstorbene einen würdigen Abschied finden, die es sich ansonsten nicht leisten könnten. Aftab oder besser Anjum ist nicht mehr allein. Es gibt mehrere Gestrandete, die sie in ihrem Leben begleiten. Dieser Teil des Buches ist meist in einer blumigen Sprache verfasst wie wir sie im Westen kaum verwenden. Voller Wärme, Zuneigung und Mitmenschlichkeit, dass es den Leser anrührt. Doch nach und nach wandelt sich der Schreibstil, die Sprache wird härter, genau wie die erzählte Geschichte. Es ist von Umsiedlung der Armen die Rede. Seite 132: „Irgendjemand zahlt immer den Preis für den Fortschritt“ – wie wahr. Seite 133: „Überschüssige Mütter hockten wie Spatzen auf dem Schutt, der einst ihr Zuhause gewesen war, und sangen überschüssige Kinder in den Schlaf“. Stärker kann man Armut und das Gefühl unerwünscht zu sein nicht beschreiben. Es sind Menschen, die nicht gebraucht werden. Auch das ist Indien. Wir finden uns in der Welt der Herrschaft mit ihren Dienstboten, während sich dort gleichzeitig schmutzige Kinder mit Babys auf den Hüften amüsieren, indem sie auf Klingeln drücken und vor Vergnügen glucksen davonlaufen. (Seite 188). Welche Gegensätze. Seite 195: „Aus der Union-Carbide-Düngemittelfabrik in Bhopal trat Gas aus und tötete Tausende.“ Wer könnte je dieses Unglück vergessen. Auch hier zahlten die Armen den Preis für den Fortschritt. Es kommt die Gewalt hinzu. Soldaten. Ethnischen Gruppen. Menschen verschwinden. Werden umgebracht, indem man ihnen Steine an die Füße bindet und in Fäkaliengruben wirft. Tote mit ausgestochenen Augen. Seite 226: Einer der übelsten Männer wird beschreiben. „Eine Seuche wie er bleibt besser in Quarantäne“. Grausamkeiten, dass einem beim Lesen der Atem stockt. Ein viertel Jahrhundert Kaschmir Konflikt. (Seite 233). Wir lernen Thilo kennen. Von der Mutter im Waisenhaus abgegeben um später von ihr adoptiert zu werden. Der einzige gangbare Weg der Mutter, ihr Kind selbst großziehen zu können. Welch kranke Welt. Thilo ist die Person, die mich in diesem Roman am meisten beeindruckte. Ich sehe sie genau vor mit, mit ihrem dunklen Teint. Auch ihr wird im Leben kein roter Teppich ausgerollt. Und trotzdem. Sie und Naga heiraten. Später trennt sich Thilo von ihm. Seite 276: „Naga heiratete sie, weil er sie nicht wirklich erreichen konnte. Und weil er sie nicht erreichen konnte, konnte er sie nicht gehen lassen. (Es stellt sich natürlich eine weitere Frage: Warum heiratete Thilo Naga? Ein großzügiger Mensch würde antworten, weil sie Schutz brauchte. Ein weniger großzügiger Mensch würde behaupten, weil sie ein Versteck brauchte.)" Immer wieder ein Weg, dieser Gewalt zu entrinnen. Die Beschreibung der Gewalt, die Menschen einander antun, nur weil sie einer anderen Glaubensrichtung, anderen ethnischen Gruppen angehören, hat mich schockiert und mir manchmal den Atem geraubt. S. 282: „Das sind alles Pakistanis und Afghanen“, sagte Ashfaq Mir, ohne sich umzudrehen oder Naga Asu dem Blick zu lassen. „Ihre Haltbarkeitsdauer beträgt höchstens sechs Monate. Am Ende des Jahres werden alle eliminiert sein. Aber wir töten keine Kaschmiri-Jungen. NIE, Nie. Außer sie gehören zum harten Kern.“ Welch unmenschliche Bezeichnung für menschliches Leben - 'Haltbarkeitsdatum‘. Etwas das abläuft und dann auf dem Müll entsorgt wird, bezeichnen wir damit. Genau so werden Menschen, die es in Indien im Überfluss gibt, benannt und auch behandelt. S. 284: „Durchschnittsalter eines Milton 17-20 Jahre“. Ich muss gestehen, diese Ausdrucksweisen haben mich oftmals geschockt und ich brauchte beim Lesen einige Tage Pause zwischen bestimmten Abschnitten. Wollte ganz mit dem Lesen aufhören, da es zu arg wurde und entschied mich, nachdem ich mich wieder beruhigt hatte fürs Weiterlesen, weil ich nicht aufhören konnte. Etwas zog mich immer wieder in den Bann dieses Buches. Wenn Menschen so ein Schicksal ertragen können, dann kann auch ein Leser ertragen, darüber zu lesen. Trotzdem, mir ging das Schicksal dieser Menschen sehr nah. Zwar ist es „nur ein Roman“, doch heißt es, die Autorin habe diese Geschichte nicht aus der Luft gegriffen, sondern an der Realität festgemacht. Dann ein fast tröstliches Ende. Beide Geschichten laufen zusammen und ich als Leser atmete auf. Plötzlich erschien mir der Friedhof wie eine kleine friedliche Insel, auf der Menschen Mensch sein dürfen. Dieser Roman ist kein Schmöker, den man sich mal so nebenher zu Gemüte führt um nach der letzten Seite den Deckel zu schließen um zur Tagesordnung überzugehen. Dieses Buch wirkt nach, lässt die Gedanken des Lesers so schnell nicht mehr los. Ich bin mir sicher, dieser Roman gehört zu der Kategorie von Büchern, die auf lange Zeit Bestand haben werden.