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Vater unser

Roman

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Sie weiß alles, sie kriegt alles, sie durchschaut jeden. Nur sich selbst durchschaut sie nicht: Eine Geistesgestörte, wie es sie noch nicht gegeben hat: hochkomisch und zutiefst manipulativ.
Die Polizei hat sie hergebracht, in die psychiatrische Abteilung des alten Wiener Spitals. Nun erzählt sie dem Chefpsychiater Doktor Korb, warum es so kommen musste. Sie spricht vom Aufwachsen in der erzkatholischen Kärntner Dorfidylle. Vom Zusammenleben mit den Eltern und ihrem jüngeren Bruder Bernhard, den sie unbedingt retten will. Auf den Vater allerdings ist sie nicht gut zu sprechen. Töten will sie ihn am liebsten. Das behauptet sie zumindest. Denn manchmal ist die Frage nach Wahrheit oder Lüge selbst für den Leser nicht zu unterscheiden. In ihrem fulminanten Debüt lässt Angela Lehner eine Geistesgestörte auftreten, wie es sie noch nicht gegeben hat: hochkomisch, besserwisserisch und zutiefst manipulativ.
Portrait
Angela Lehner, geboren 1987 in Klagenfurt, aufgewachsen in Osttirol, lebt in Berlin. Sie studierte Vergleichende Literaturwissenschaft in Wien, Maynooth und Erlangen. U.a. nahm sie 2016 an der Prosawerkstatt des Literarischen Colloquiums Berlin und 2017 am Klagenfurter Häschenkurs teil. 2018 war sie Finalistin des Literaturpreises Floriana. "Vater unser" ist ihr erster Roman.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 284
Erscheinungsdatum 18.02.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-446-26259-1
Verlag Hanser
Maße (L/B/H) 21/13,4/2,5 cm
Gewicht 373 g
Verkaufsrang 6442
Buch (gebundene Ausgabe)
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Laura Donauer, Thalia-Buchhandlung Landau

Überzeugendes Debüt einer großartigen Schriftstellerin! Die Protagonistin wird Ihnen ans Herz wachsen - und den letzten Nerv rauben. Lesen!

Kundenbewertungen

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unbedingt lesen
von Simi159 am 12.05.2019

Eva Gruber landet in der Psychiatrie des Wiener Spitals. Die Polizei hat die dort hingebracht. Nun erzählt sie Dr. Korb, dem Chefpsychiater warum es so kommen musste. Über ihr Leben, die Beziehung zu ihrem kleinen Bruder, der ebenfalls in der gleichen Einrichtung ist. Ihrem Vater, ihrer Mutter. Ihren kleinen Bruder, Bernhard, w... Eva Gruber landet in der Psychiatrie des Wiener Spitals. Die Polizei hat die dort hingebracht. Nun erzählt sie Dr. Korb, dem Chefpsychiater warum es so kommen musste. Über ihr Leben, die Beziehung zu ihrem kleinen Bruder, der ebenfalls in der gleichen Einrichtung ist. Ihrem Vater, ihrer Mutter. Ihren kleinen Bruder, Bernhard, will sie retten, denn er ist Magersüchtig, doch er will nichts von ihr wissen. Für Eva ist der Vater schuld, diesen sollte man am besten töten, dann können sie und Bernhard endlich in Frieden leben. und so verfolgt sie die Mission, Rettung von Bernhard, egal wer sich ihr in den Weg stellt. Fazit; Wahrheit und Wahnsinn liegen oft näher beieinander, als und bewußt ist. Merken und realisieren tut man dies bei der Lektüre dieses Buches, den die Erzählungen von Eva kann man oft nicht in Wahrheit oder Lüge einteilen. Was ist Wahnsinn? Was hat sie wirklich erlebt? Wo geht ihre Fantasie mit ihr durch? Und wo lügt sie bewußt und ihr Gegenüber zu manipulieren? Und genau dieses- ist das jetzt wahr oder nicht- ist das, was mir besonders gut gefallen hat. Denn Eva Gruber, ist ein toller Charakter, der so authentisch normal und gleichzeitig verrückt verdreht ist, dass man sie einfach nur liebhaben kann, selbst wenn sie einem einen großen Bären auf den Bauch bindet. Sie versteckt sich nicht, spielt niemand etwas vor, brüllt jede Wahrheit ihrem Gegenüber ins Gesicht und lügt, dass sich die Balken biegen. Das macht sie so ungewöhnlich und einzigartig, daß man sie bewundert und gleichzeitig nicht recht greifen kann. Denn sie ist sprunghaft, getrieben in ihrem Handeln und scheint sich irgendwo auf ihrem Weg aus der Kindheit ins Jetzt verloren zu haben. Diesen tollen Charakter hat sich Angela Lehner ausgedacht und ihr Debüt „Vater unser“ gepackt. Eine angenehme Sprache, authentische Charaktere und eine Geschichte, die Raum zum Nachdenken und zwischen den Zeilen läßt, machen es zu einem tollen Buch. Auch wenn Eva am Ende sich nicht findet und viele Fragen scheinbar offen bleiben, so dass der Leser selbst entscheiden muss, was ist Wahr und was nicht, machen für mich „Vater unser“ perfekt. ungewöhnlich und absolut lesenswert 5 STERNE.

Vater unser
von einer Kundin/einem Kunden aus Wels am 14.04.2019

Der Titel gibt Anlass zur großen Frage, die mich durch die Lektüre begleitet hat. Wer ist hier der "böse Vater" - der Papa oder doch der Herrgott? Eva Gruber landet in Steinhof, der berühmten Wiener Klapsmühle und behauptet eine Kindergartengruppe erschossen zu haben. Schnell wird klar, dass Eva Gruber eine andere Beziehung z... Der Titel gibt Anlass zur großen Frage, die mich durch die Lektüre begleitet hat. Wer ist hier der "böse Vater" - der Papa oder doch der Herrgott? Eva Gruber landet in Steinhof, der berühmten Wiener Klapsmühle und behauptet eine Kindergartengruppe erschossen zu haben. Schnell wird klar, dass Eva Gruber eine andere Beziehung zur Realität hat. Sie nimmt anders wahr, verdreht die Wahrheit und kann sich auch auf ihre Wahrheiten nicht verlassen. Dementsprechend verwirrend ist das für uns LeserInnen. Wir verstricken uns in dieser Geschichte und wissen nicht, was wir glauben können oder glauben wollen. Eva Gruber ist manipulativ. Sie ist ein Alphatier und muss sich wie ein Alphatier verhalten. Sie schlägt um sich, wenn sie sich angegriffen fühlt und versetzt ihr Umfeld in Angst und Schrecken. Aber kann ihr das wirklich helfen? So wie wir durch ihre Psyche irren, irrt auch ihre verwundete Seele. Kein Wunder, dass hier kaum Licht ins Dunkel fällt. Angela Lehner hat mit Eva Gruber eine schwer gestörte Persönlichkeit geschaffen, an deren Geschichte sie uns Einblick gibt in die sozialen Strukturen der ländlichen, zutiefst katholischen österreichischen Gesellschaft. Im Namen des Vaters wurde hier viel Macht ausgeübt. Manche Szene erinnern mich ein bißchen an meine eigene Kindheit. Die Autorin hat das treffend eingefangen. Das hat mir im ersten Teil des Buches ausgesprochen gut gefallen. Doch wird die ganze Geschichte immer verworrener und zum Schluss hätte ich mir einen Funken Auflösung gewünscht. Der große Knaller am Ende war für mich vorhersehbar. Dafür bleibt alles andere im Nebel. Aber vielleicht ist der große Knaller der, dass es nicht zwingend einen geben muss. Dennoch habe ich das Buch gerne gelesen. Auch wenn ich keinen Überblick über Realität und Fiktion habe, mag ich den Grundton des Buches sehr. Angela Lehner ist sicher eine Autorin, von der wir noch großes erwarten dürfen!

Der Leser als Psychiater
von FrauSchafski am 14.04.2019

Mit großer Bestürzung habe ich diesen Roman zur Seite gelegt und musste mich erst einmal sammeln, zu sehr hat mich der Strudel tief hinein in Eva Grubers Kopf mitgenommen. Eine Figur, die mir so noch nicht begegnet ist. Von ihr und ihrer subjektiven Weltsicht lebt dieser ganze Roman. Wir befinden uns in einer Psychiatrie, da... Mit großer Bestürzung habe ich diesen Roman zur Seite gelegt und musste mich erst einmal sammeln, zu sehr hat mich der Strudel tief hinein in Eva Grubers Kopf mitgenommen. Eine Figur, die mir so noch nicht begegnet ist. Von ihr und ihrer subjektiven Weltsicht lebt dieser ganze Roman. Wir befinden uns in einer Psychiatrie, das wird schnell klar, und Eva wird gerade eingewiesen. Warum, bleibt Spekulation. Der erste Eindruck von unserer Protagonistin lässt vermuten, dass es gar nicht so schlimm sein kann, denn sie sammelt Sympathiepunkte durch ihren schnoddrig, derben Humor, der zum Zynismus tendiert. Doch je weiter wir in der Geschichte voranschreiten, je mehr wir von Eva erfahren, umso düsterer und erschreckender wird dieses Bild. Und dabei können wir uns nie sicher sein, dass das, was die Ich-Erzählerin da so von sich gibt, auch der Wahrheit entspricht. Selten habe ich eine so unzuverlässige Erzählerin erlebt, die den Leser dazu zwingt, ständig zwischen den Zeilen zu lesen und nach Erklärungen für ihr Verhalten zu suchen. Im Prinzip wird jeder Einzelne zum Psychiater. Diese Protagonistin polarisiert und genau das will sie auch. Es ist ein Schutzpanzer, den sie um ihr traumatisiertes Inneres gebaut hat, in Form von entwaffnendem Humor, schonungsloser Ehrlichkeit, aber auch gewalttätigen Ausbrüchen. All das ist sprachlich von der Autorin so treffend umgesetzt, dass man vor ihrem Debütroman nur den Hut ziehen kann. Ich schätze, von Angela Lehner werden wir noch einiges hören. Fazit: So wie Eva im Roman immer wieder ihren Bruder durchschütteln möchte, tut sie es mit dem Leser. Eine verstörende Protagonistin, die noch lange in meinem Kopf herumspuken wird. Sprachlich ist das ganz großes Kino. Vier Sterne mit deutlicher Tendenz nach oben.