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Kurt

Roman

Von der Suche nach Familie, der Sehnsucht nach dem richtigen Ort und darüber, dass nichts davon planbar ist

»Ich bin mit zwei Kurts zusammengezogen. Einem ganzen Kurt und einem Halbtagskurt. Jana und Kurt haben sich entschieden, dass sie ihr Sorgerecht teilen, vor allem wenn Kurt schon extra aufs Land zieht. Und so pendelt das Kind nun wochenweise zwischen seinen beiden Oranienburger Zuhauses hin und her: zwei Häuser, zwei Kinderzimmer, unterschiedliche Regeln und alle Menschen, die er liebt.
Und dann bin da noch ich.«

Lena hat mit ihrem Freund Kurt ein Haus gekauft. Es scheint, als wäre ihre größte Herausforderung, sich an die neuen Familienverhältnisse zu gewöhnen, daran, dass Brandenburg nun Zuhause sein soll. Doch als der kleine Kurt bei einem Sturz stirbt, bleiben drei Erwachsene zurück, deren Zentrum in Trauer implodiert.

Sarah Kuttner erzählt von einer ganz normalen komplizierten Familie, davon, was sie zusammenhält, wenn das Schlimmste passiert. Sie erzählt von dieser Tragödie direkt und leicht und zugleich mit einer tiefen Ernsthaftigkeit, so einfach und kompliziert, wie nur Sarah Kuttner das kann.
Portrait
Sarah Kuttner ist als überaus eloquente VIVA-Moderatorin mit "Sarah Kuttner Die Show" zu einer medialen Leitfigur der unter Dreißigjährigen geworden. Sarah Kuttner wurde im Oktober 1979 in Ost- Berlin geboren und ist die Tochter eines Radiomoderators. Nach dem Abitur ging sie als Au- Pair nach London, lernte dort einen "Spiegel"- Korrespondenten kennen und absolvierte ein Praktikum in der "Spiegel"- Redaktion. Nach ihrer Rückkehr nach Berlin im Jahr 2000 folgte sie ihrem Vater ins Radiometier, als sie bei Radio Fritz als freie Mitarbeiterin anfing. Ihre Fernsehkarriere startete Sarah Kuttner 2001 bei einem Casting für den Sender Musiksender VIVA, dem sie bis 2005 treu blieb. Ab 2005 arbeitete sie für die ARD und moderierte den Eurovision Song Contest, die Reportagen zu Fußball WM 2006 und ihre Show "Kuttners Kleinanzeigen". In den Jahren 2006 und 2007 erschienen ihre Glossen und Artikel, die sie während der ganzen Zeit im Musikexpress und der Süddeutschen schreibt, als Bücher veröffentlicht. 2009 erschien mit "Mängelexemplar" ihr erster Roman, der ein Bestseller wurde. Die Moderatorin und Autorin Sarah Kuttner lebt in Berlin.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 240
Erscheinungsdatum 13.03.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-10-397424-9
Verlag Fischer, S.
Maße (L/B/H) 20,5/13,2/2,2 cm
Gewicht 335 g
Auflage 5. Auflage
Verkaufsrang 3177
Buch (gebundene Ausgabe)
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Buchhändler-Empfehlungen

Diana Goldack, Thalia-Buchhandlung Dortmund

Kuttner schafft es, ganz schwierige Gefühle ganz toll und liebevoll aus dem Bauch heraus zu beschreiben. Eine berührende und authentische Geschichte.

Ehrlicher Roman über Trauer

Ingbert Edenhofer, Thalia-Buchhandlung Essen

Sarah Kuttner hat Chuzpe! In ihrem Roman über Lena, ihren Lebensgefährten Kurt und dessen Sohn Kurt gibt es Humor. Der wird von vornherein etabliert, doch dann stirbt Kurt, und zwar Kurt, der Sohn, und alles muss sich sortieren. Der Humor von Lena und dem übrigen Kurt verschwindet nicht total, aber er wird in mehr Kontext gestellt - er gehört nun in eine Welt, wo Humor auch mal daneben gehen kann. Was wirklich beeindruckt, ist Kuttners Art, den Schmerz der Figuren zu beleuchten. Es ist nicht der kunstvoll ausgeleuchtete Lichtreigen des Pathos, der dem Leiden eine Schöpfensgröße zuweist. Es ist aber auch nicht der grelle Schein der Ironie, hinter dem man sich verstecken kann. Stattdessen ist es das natürliche Licht einer Ehrlichkeit. Natürlich mag sich das auch einfach für mich so anfühlen - die Art, wie Kuttner Trauer schildert, erschließt sich mir, von daher packt sie mich mehr als etwa Jojo Moyes, deren Trauerbeschreibung teils in eine ähnliche Richtung geht, aber irgendwie "schöner" ist als die von Kuttner. Ja, auch bei Kuttner gibt es große Wallungen, aber viel ist kleine Emotion, Emotion, die nicht raus will, aber irgendwie doch den Weg raus findet, Emotion, die der Fühlende selbst nicht ganz versteht. Wie Lou in "Ein ganzes halbes Jahr" und den Fortsetzungen ist auch Lena gezwungen, erwachsener zu sein, als sie unbedingt will. Aber mich erquickt Lenas Wesen mehr, ihre Offenheit für verquere Blickwinkel - etwa das friedliche Festival von Zitronenfaltern und Hummeln am Lavendel ist charmant - und davon gibt es eine Menge. Als das Leseexemplar in den Laden kam, sagte meine Filialleitung, "hier, das ist vermutlich etwas für Dich" - ja, ist es - und für jeden, der schöne, weil ungeschönte Bücher sucht.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
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Kurt
von Timo Funken am 09.06.2019

Ein interessantes Buch, welches Themen wie Trauer und Schmerz behandelt, dies aber sprachlich recht schlicht manchmal fast schon flapsig gehalten. Mir persönlich hat es gut gefallen, ich konnte mich dadurch dem Thema gut annähern. Liebe Grüße Timo Funken

Ein Buch über Liebe und Trauer in speziellem Schreibstil
von Suska am 31.05.2019

Lena hat zwei Kurts. Einen großen und einen kleinen. Naja, es sind dann wohl eher anderthalb Kurts. Der kleine Kurt ist der Sohn vom großen Kurt, mit dem sie sich ein Häuschen in Brandenburg gekauft hat, damit der kleine Kurt wochenweise bei ihnen sein kann, denn das Sorgerecht teilt sich der große Kurt mit seiner Expartnerin. S... Lena hat zwei Kurts. Einen großen und einen kleinen. Naja, es sind dann wohl eher anderthalb Kurts. Der kleine Kurt ist der Sohn vom großen Kurt, mit dem sie sich ein Häuschen in Brandenburg gekauft hat, damit der kleine Kurt wochenweise bei ihnen sein kann, denn das Sorgerecht teilt sich der große Kurt mit seiner Expartnerin. Soweit, irgendwie so kompliziert. Und das muss auch Lena feststellen. Sich auf dem brandenburgischen Land einzugewöhnen, ist als Berlinerin gar nicht so leicht, das Geld ist knapp, und gehört sie eigentlich zur Familie? Mitten in diese Findungsphase fällt der kleine Kurt vom Klettergerüst und stirbt. Und plötzlich ist alles anders. Ein Kind zu verlieren, ist das schlimmste für Eltern, sagt man. Aber auch Lenas Welt bricht zusammen. Darf sie auch trauern? Was passiert jetzt mit ihrer Beziehung zum großen Kurt? Das Buch behandelt ein sehr schwieriges Thema. Der Tod eines Kindes, Trauer, Verlust, die Welt, die sich weiterdreht, und die Auswirkungen auf die Trauernden. Das alles trifft auf Sarah Kuttners einzigartigen Schreibstil. Offen und ehrlich, authentisch, berlinerisch. Die Sprache ist sehr eigen, und man mag sie, oder man mag sie nicht. Ich mochte sie auf Anhieb und werde sicherlich weitere Bücher von Kuttner lesen. Die offene Art brachte für mich auf sehr direkte Weise die Emotionen und Gefühle der Charaktere rüber. Das Buch kann niemanden kalt lassen. Und es wirkt nach.

Familie, Trauer & Humor
von NiWa aus Euratsfeld am 11.05.2019
Bewertet: Medium: H?rbuch-Download

Lena und ihr Lebensgefährte Kurt kaufen sich ein Haus am Land. Denn der große Kurt hat einen kleinen Kurt im Gepäck, der zwischen seinen erziehungsberechtigten Eltern pendelt. Wochenweise lebt Kurt beim Gespann Lena und Kurt, dann wieder bei seiner Mutter Jana. Während sich alle Beteiligten eingewöhnen geschieht das Unfassbare: ... Lena und ihr Lebensgefährte Kurt kaufen sich ein Haus am Land. Denn der große Kurt hat einen kleinen Kurt im Gepäck, der zwischen seinen erziehungsberechtigten Eltern pendelt. Wochenweise lebt Kurt beim Gespann Lena und Kurt, dann wieder bei seiner Mutter Jana. Während sich alle Beteiligten eingewöhnen geschieht das Unfassbare: Der kleine Kurt stirbt. "Kurt" ist - trotz der ernsten Thematik - ein amüsant-charmantes Buch über Familie, Trauer und Zusammenhalt. Lena und Kurt ziehen auf's Land, um die optimale familiäre Versorgung für den kleinen Kurt zu gewährleisten. Dabei ist sich Protagonistin Lena oftmals nicht sicher, welche Rolle ihr in dieser Patchwork-Family-Lösung zugestanden wird. Sie versucht ihren Platz innerhalb der Familie zu finden, und fragt sich, ob sie nicht doch weiterhin am Rand stehen soll. Gleichzeitig ist sie mit dem neuen Haus beschäftigt, und als Leser taucht man in diverse Gestaltungsmöglichkeiten des neuheimischen Gartens ab. Dann passiert es. Der kleine Kurt fällt vom Klettergerüst und ist auf der Stelle tot. Wo vorher amüsante Verwirrung vorrangig war, zieht ein trister Schatten der Trauer ein, indem Lena genauso wenig ihre Rolle kennt. Zuallererst muss ich Sarah Kuttners Erzählstil erwähnen. Ich hatte das Gefühl, die Autorin beziehungsweise Lena erzählt frei von der Leber weg. Details über nackte Hintern, Blümchen auf Gartenschaufeln oder winzige Handtücher werden amüsant-charmant geschildert und ebnen den Weg für die ernsten Themen im Vordergrund. Im Mittelpunkt steht Lenas Rolle in dieser Patchwork-Family. Meiner Meinung nach greift Sarah Kuttner damit ein aktuelles Thema auf. Es existieren viele familiäre Verbunde, die sich zwar - mehr oder weniger - freiwillig zusammenschließen, allerdings kaum auf vorgefertigte Rollen zurückgreifen können. Wie soll sich Lena dem kleinen Kurt gegenüber verhalten? Ist sie die Stiefmutter, die sie gar nicht sein will? Auf die Freundin des Vaters reduziert? Oder darf sie sich die Vorteile einer Art großen Schwester verschaffen? All diese Fragen schwirren der Protagonistin im Kopf herum, bis der kleine Kurt ein schwarzes Loch der Trauer hinterlässt. Kurts Familie ist fassungslos, sie ertragen es kaum. Damit nimmt Lenas Unsicherheit zu, weil sie sich auch in dieser tristen Situation an keine Handlungsanweisungen von außen halten kann. Wie sehr darf sie trauern, wenn überhaupt? Inwiefern ist sie ihrem Lebensgefährten eine Stütze, wenn er der Mutter seines Sohnes zur Seite steht? Und wie soll sie sich verhalten, wenn ihr ihre Beziehung zu entgleiten droht? Allesamt spricht Sarah Kuttner brisante Aspekte an, die jeden in einer bunt gemischten Familiensituation beschäftigen. Dabei behält sie ihre humorvolle Art bei, lässt die Figuren kein Blatt vor den Mund nehmen, sich gegenseitig necken und schon mal im Regen stehen. Nur das Ende hat mir nicht gefallen. Während man Lenas gärtnerische Erfolge im Garten bewundert und durch einen Spalt in der Hecke rüber zu den Nachbarn späht, ist es mit einem Moment vorbei. Der abrupte Abschied hat mich irritiert zurückgelassen, auch wenn es zum Gesamtkonzept des Werkes passt. Mit „Kurt“ hat die Autorin einen besonderen Roman über Liebe, Familie und Trauer geschaffen, der emotional überwältigend zu hören und wahrscheinlich ebenso zu lesen ist. Die Lachmuskeln kommen kaum zur Ruhe, die Tränchen drücken auf die Drüse und um’s Herz wird einen ganz warm, weil dieses Werk ergreifend geschrieben ist.