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Ein Verräter wie er

Die Geschichte eines kaltblütigen Doppelmords und wie ihn die Stasi vertuschte

Das neue Buch des renommierten Investigativ-Journalisten Jürgen Schreiber liest sich wie ein Thriller und ist doch ein ganz reales Stück DDR-Geschichte. Zwei Tote in einem Wald bei Ost-Berlin, kaltblütig hingerichtet – jahrelang tappen die Stasi-Ermittler im Dunkeln. Es ist dem langen Atem und der Akribie einer Handvoll Beamten zu verdanken, dass die Indizien verdichtet, die Spur zum Mörder gefunden werden kann. Doch die Lösung des Falls ist ein Skandal.

Anfang der 1960er-Jahre, zwei halb verweste Leichen in einem Waldstück bei Ost-Berlin, alle Spuren führen ins Leere. Der Mörder, gierig und brutal, fühlt sich sicher – zu sicher. Erst in jahrelanger Puzzlearbeit machen sich die Stasi-Ermittler ein Bild. Und stoßen auf Ungeheuerliches: Ein Mann aus den eigenen Reihen scheint Blut an den Händen zu haben …
Als einziger hatte Jürgen Schreiber Zugang zu streng geheimen Archiven des militärischen Nachrichtendienstes der DDR. Über 9000 Aktenseiten hat er mit größter Genauigkeit seziert und zu einer fesselnden True-Crime-Reportage verdichtet. Eine Reportage, die tief hinein führt in den menschenverachtenden Geheimdienst-Apparat und in die Seele eines grausamen Mörders.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 336
Erscheinungsdatum 01.02.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-426-27758-4
Verlag Droemer HC
Maße (L/B/H) 21,8/14,4/3,2 cm
Gewicht 550 g
Verkaufsrang 86.698
Buch (gebundene Ausgabe)
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Anne Pietsch, Thalia-Buchhandlung Coburg

Dieser gründlich recherchierte Politthriller befasst sich mit einem Stasi-Agenten, der sich in immer tiefere Betrügereien verstrickt und am Ende nur noch einen Ausweg sieht. Dieser gründlich recherchierte Politthriller befasst sich mit einem Stasi-Agenten, der sich in immer tiefere Betrügereien verstrickt und am Ende nur noch einen Ausweg sieht.

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Ein Spion in der Ego-Falle
von Dr. M. am 15.03.2019
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Wenn Major Hellmut Scheithauer ein Verräter im klassischen Sinne gewesen wäre, hätte er sich in den Westen abgesetzt. Probleme hätte ihm eine solche Flucht nicht bereitet, denn er war ständig im Westen. Mit diesen Aufenthalten beginnt sein Drama. Zu Anfang der 1960er Jahre entfaltet die westliche Konsumwelt ihre Verführungen... Wenn Major Hellmut Scheithauer ein Verräter im klassischen Sinne gewesen wäre, hätte er sich in den Westen abgesetzt. Probleme hätte ihm eine solche Flucht nicht bereitet, denn er war ständig im Westen. Mit diesen Aufenthalten beginnt sein Drama. Zu Anfang der 1960er Jahre entfaltet die westliche Konsumwelt ihre Verführungen bei Scheithauer. Er zweigt kleine Beträge von Zahlungen an seine Westspione ab und benutzt sie für seinen privaten Konsum. Die Stasi erhält gefälschte Quittungen von ihm. Als zwei seiner Leute sich anfangen zu beschweren und seinen Chef sprechen wollen, gelangt Scheithauer an den Scheideweg: Entweder die Sache fliegt auf und seine Karriere beim militärischen Geheimdienst der DDR ist zu Ende oder er löst das Problem anders. Scheithauer kommt auf die für ihn einfachste, aber wohl auch dümmste Idee. Er richtet seine beiden Spione hin. In Waldstücken nahe der Transitautobahn. Fünf Jahre später wird er gefasst. Wie die Ermittler ihm auf die Spur gekommen sind, ist eigentlich eine Meisterleistung, denn die Spurenlage war dünn und die aufgefundenen Toten konnten nicht so einfach identifiziert werden. Selbstverständlich hielt die DDR dieses Verbrechen geheim. Nicht einmal Scheithauers Ehefrau kannte die Vorwürfe gegen ihn, noch erfuhr sie, dass man ihn zum Tode verurteilt hatte. Er starb eben in der Haft. Wäre dieser Fall bekanntgeworden, hätte er mit Sicherheit die Rekrutierungsversuche der Stasi im Westen erheblich erschwert. Wer will schon gerne von seinem Führungsoffizier ermordet werden? Jürgen Schreiber hat sich durch unzählige Akten gequält, um Scheithauers Doppelmord der Öffentlichkeit bekanntzumachen. Interessant ist nach den vielen Jahren nicht nur der reale Fall, sondern vor allem das Offenlegen der tatsächlichen Verhältnisse innerhalb des im Westen so gefürchteten DDR-Geheimdienstes. Wenn man dieses Buch gelesen hat, bleibt vom Selbstporträt der Hauptabteilung Aufklärung und anderer Dienste der DDR nicht mehr viel übrig. Besonders imposant sind dabei die gegenseitigen Bespitzlungen selbst hoher Offiziere, für die Schreiber zahlreiche Belege anführt, die im Nachhinein ziemlich lustig und albern klingen. Für Leser, die niemals in diesem System gelebt haben, mag das Buch mitunter seine Längen haben. Der tatsächliche Fall ist eigentlich banal und lässt sich kurz abhandeln. Schreiber aber hat so viele DDR-Akten gelesen, dass er ihn etwas in die Länge zieht und dabei immer wieder mit Einzelheiten etwas abseits des eigentlichen Geschehens ausschmückt, auch wenn dies durchaus interessant sein kann. Auch bei seinen psychologischen Ausführungen über Scheithauers Persönlichkeitsprofil kann man geteilter Meinung sein, denn im Grunde ist die Sache recht einfach. Scheithauer ist gewissermaßen ein Klassiker, jedenfalls was sein Mordmotiv anbelangt. Es dürfte in der Kriminalgeschichte recht häufig vorkommen. Menschen wie Scheithauer finden nicht zufällig zum Geheimdienst. Ihnen liegt diese Tätigkeit, weil sie bereits mit genügend krimineller Energie ausgestattet sind. Scheithauer konnte lügen, dass sich die Balken biegen. Das musste er auch, denn die Rekrutierung von Spionen läuft sehr häufig auf Erpressung hinaus. Den Kandidaten wird etwas vorgespielt, sie werden in eine bestimmte Falle gelockt und dann damit erpresst. Das war auch im Falle seiner Opfer so. Kommen solche Menschen erst einmal auf die schiefe Bahn, und ist dann ihre Enttarnung möglich, dann handeln sie konsequent nach ihrem bisherigen Muster, immer vorausgesetzt, sie können auch morden und haben die Mittel dazu. Das Buch ist also in vielerlei Hinsicht eine interessante Quelle. Vielleicht empfindet nicht jeder Leser den Stil von Jürgen Schreiber als besonders flüssig. Aber das ist nur eine Randbemerkung.

EIN VERRÄTER WIE ER - Spannende True-Crime-Story nach geheimen Akten der DDR-Staatssicherheit
von j.h. aus Berlin am 23.02.2019

August 1961. Eben wurde in Berlin die Mauer errichtet, die von der DDR fortan als "antifaschistischer Schutzwall" und friedenssichernde Maßnahme gepriesen wurde. Zweifellos war Berlin zu jener Zeit einer der heißesten Brennpunkte des Kalten Krieges und ein Hotspot des Agentengeschäftes. Einige Zeit zuvor hatte Hellmut Scheithauer im Rahmen seiner... August 1961. Eben wurde in Berlin die Mauer errichtet, die von der DDR fortan als "antifaschistischer Schutzwall" und friedenssichernde Maßnahme gepriesen wurde. Zweifellos war Berlin zu jener Zeit einer der heißesten Brennpunkte des Kalten Krieges und ein Hotspot des Agentengeschäftes. Einige Zeit zuvor hatte Hellmut Scheithauer im Rahmen seiner Tätigkeit für den Militärischen Abschirmdienst der NVA zwei junge Niceraguaner gewonnen, die im Westen für die DDR spionieren sollten. Doch immer öfter veruntreute er Devisen, die für seine Agenten vorgesehen waren, um sich selbst einen besseren Lebensstandard zu sichern. Nun drohte sein Kartenhaus aus Manipulation und Betrug einzufallen. Scheithauers Lösung: Doppelmord ... Eher zufällig stieß der Journalist Jürgen Schreiber (*1947) bei Recherchen in den Archiven der DDR-Staatssicherheit auf den ungeheuerlich erscheinenden Fall, der seinerzeit vertuscht wurde und auch nach dem Ende der DDR unbekannt blieb. Der mörderische Verräter aus den eigenen Reihen wurde 1967 in Leipzig unter strengster Geheimhaltung hingerichtet. Schreiber untergliedert die "Geschichte eines kaltblütigen Doppelmordes" in 5 Teile: 1. Die Anbahnung 2. Die Einkreisung 3. Die Auflösung 4. Der Prozess 5. Briefe eines Toten Im Stil einer literarischen Reportage ermöglicht Schreiber dem Leser einen auf beängstigende Weise fesselnden Einblick in die kranke Psyche des Täters. Dabei bedient sich der Autor zeitweise etwas zu penetrant des Jargons der Boulevardpresse: "In den Jahren nach den Morden kam Scheithauer jeder vernünftige Maßstab abhanden: Er musste sich ablenken oder betäuben. Hier seine Wühlarbeit gegen die verhasste BRD mit ihren Produkten, die ihn kirre machten. Wollte er etwas, befiel ihn ein albernes Verlangen. Drüben sah er erstmals Reichtum. Hüben war ihm täglich eingeträufelt worden, 'der Marxismus ist allmächtig, weil er wahr ist!' Und da die von der SED postulierte Tiefenverwurzelung in der Arbeiterklasse, von der er munter schwadronierte. Zum Schein lehnte er den kapitalistischen Überfluss ab, der doch von der Wirkung eines Aufputschmittels war, den er hasste und nach dem er mit der Skrupellosigkeit Abhängiger lechzte." (S. 143 f.) Etwas weniger "schwadronierend" wäre im Sinne einer Reportage besser lesbar ... Auch verfügt das Buch leider über keinerlei Quellenangaben oder Abbildungen von Originaldokumenten - abgesehen vom Foto des Täters auf dem Schutzumschlag. Das bei DROEMER erschienene Buch bietet dem an True-Crime interessierten Leser spannenden Einblick in einen unbekannten Fall vor dem Hintergrund der deutschen Teilung - nicht mehr und nicht weniger.