Warenkorb
 

Schuldig

Roman

Weitere Formate

gebundene Ausgabe
Vier Freunde, ein tragisches Unglück und die Frage nach der Schuld

Fünf Studenten aus Tokio wollen in einem abgelegenen Bergdorf zusammen Ferien machen. Vier sind bereits da und haben die Ankunft mit reichlich Bier gefeiert. Es ist eine stürmische Winternacht. Als der letzte von ihnen unbedingt vom Bahnhof abgeholt werden will, ist nur Hirosawa noch nüchern genug, ein Auto zu lenken. Er lässt sich überreden, trotz Sturm und Dunkelheit die kurvenreiche Bergstraße hinunter zu fahren und verunglückt tödlich. Drei Jahre nach dem tragischen Ereignis werden die inzwischen gesellschaftlich arrivierten Studienfreunde mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Sie erhalten anonyme Briefe, in denen sie des Mordes an Hirosawa beschuldigt werden.

Kanae Minato erzählt raffiniert von der tragischen Verkettung von Umständen, die erst aus der Rückschau zu entschlüsseln ist - denn jeder der Freunde hat Mitschuld an Hirosawas Tod...

Portrait
Minato, Kanae
Kanae Minato, geboren 1973 in Japan, begann ihre Karriere als Schriftstellerin mit dem Bestseller "Geständnisse", der erfolgreich verfilmt wurde. Ihre Romane und Kurzgeschichten wurden vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Yamamoto-Shuguro-Preis. »Schuldig« wurde auch verfilmt und war 2017 eine der beliebtesten Mini-Series im japanischen Fernsehen.
… weiterlesen
  • Artikelbild-0
  • Artikelbild-1
In den Warenkorb

Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 320
Erscheinungsdatum 22.04.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-570-10367-8
Verlag Bertelsmann
Maße (L/B/H) 20,8/13,7/3 cm
Gewicht 443 g
Originaltitel Reverse
Übersetzer Sabine Mangold
Verkaufsrang 21409
Buch (gebundene Ausgabe)
Buch (gebundene Ausgabe)
18,00
18,00
inkl. gesetzl. MwSt.
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort lieferbar Versandkostenfrei
Sofort lieferbar
Versandkostenfrei
In den Warenkorb
PAYBACK Punkte
Vielen Dank für Ihr Feedback!
Entschuldigung, beim Absenden Ihres Feedbacks ist ein Fehler passiert. Bitte versuchen Sie es erneut.
Ihr Feedback zur Seite
Haben Sie alle relevanten Informationen erhalten?

Buchhändler-Empfehlungen

Kaffee und Honig

Philip Szykulla, Thalia-Buchhandlung Lünen

Ein tiefgründiger und aufwühlender Roman, der uns die Frage stellt, was wir wirklich über die Menschen wissen, die wir lieben, und der so fulminant endet, dass einen noch lange, nachdem man das Buch ausgelesen hat, eine Gänsehaut überkommt. Wer große Knalleffekte oder Hochspannung erwartet, den holt dieses Buch nicht ab. Doch sind es nicht eh viel mehr die kleinen und scheinbar unbedeutenden Dinge, die unser Leben und unser Umfeld prägen?

Schuldig?

Julia Dyroff, Thalia-Buchhandlung Augsburg

Was ist an diesem stürmischen Abend wirklich passiert? War der Unfall vom Hirosawa wirklich ein Unfall und was steckt hinter den Nachrichten die die vier Freunde erhalten haben? Ein Kriminalroman bei dem ich etwas gebraucht habe um mit ihm warm zu werden, der mich am Ende aber wirklich überzeugt hat. Halten Sie bis zum Ende durch, es lohnt sich!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
15 Bewertungen
Übersicht
2
9
4
0
0

Subitler und interessanter Roman
von vielleser18 aus Hessen am 28.06.2019

"Schuldig" ist - nach "Geständisse - der zweite Roman der japanischen Autorin Kanae Minato, Fünf Studenten, die eigentlich nur ein Wochenende in den Bergen verbringen wollen. Einer kann nicht direkt mit den anderen vieren aufbrechen, er reist mit der Bahn nach und kommt unverhofft früher an als erwartet. Ein Unwetter tobt. ... "Schuldig" ist - nach "Geständisse - der zweite Roman der japanischen Autorin Kanae Minato, Fünf Studenten, die eigentlich nur ein Wochenende in den Bergen verbringen wollen. Einer kann nicht direkt mit den anderen vieren aufbrechen, er reist mit der Bahn nach und kommt unverhofft früher an als erwartet. Ein Unwetter tobt. Einer muss ihn abholen. Der, der ihn abholen muss, kommt nie am Bahnhof an. Er verunglückt auf der kurvigen Strecke tödlich. Wer hat Schuld? Die vier Studienkollegen bewahren jahrelang ein Geheimnis.... Sie haben die Jahre danach nur noch sporadisch Kontakt zueinander. Doch dann tauchen anonyme Drohbriefe auf, Mordandrohungen. Sind diese ernst zu nehmen? Minato schildert die Geschichte aus Sicht des eher schüchternen Einzelgängers Kazuhisa Fukase. Die Geschichte beginnt ruhig und auch der Erzählfluss während des Aufrollens der Ereignisse und der Suche nach einer Wahrheit bleibt konstant ruhig. Dennoch ist sie fesselnd. Auch als Leser möchte man mehr herausfinden, mehr über die Personen erfahren und ob es einfach nur Schicksal, ein böser Unfall oder ob mehr dahinter steckt. Nach und nach lernt man die Einzelnen mehr kennen. Besonders natürlich Fukase, aber auch den toten Hirosawa. Fukase begibt sich auf Spurensuche, erfährt dabei auch selbst mehr über seinen toten Freund und dessen Vergangenheit. Schuld- Trauer- aber auch das nicht aussprechen von Wahrheiten, das Vertuschen, das Verdrängen und auch das alle erst aktiv werden, als es an ihren eigenen "Kragen" geht, sind zentrale Themen. Minato zeigt uns gekonnt die Schwächen ihrer Protagonisten. Man fühlt sich beim Lesen hineinversetzt in Fukase, man begibt sich mit ihm auf die Suche. Man möchte ihn das ein oder andere mal schütteln. Das ruhige Fahrwasser der Erzählung, an das man sich gewöhnen konnte, da Minato interessant zu erzählen vermag, endet mit - ja, überraschenden Wendungen am Ende, die den Leser auch nach dem Zuklappen über Tragik und Schuld weiter sinnieren lassen. Auch wenn meines Erachtens "Geständnisse" ihr bisher bestes Buch war, kann ich auch Minatos neuesten Roman für alle, die subtile Erzählungen mögen, sehr gerne weiter empfehlen.

Freundschaft, Loyalität und Schuld
von FrauSchafski am 08.06.2019

Kanae Minato hat mich mit ihrem ersten in Deutschland erschienen Buch „Geständnisse“ begeistert. Besonders fasziniert hat mich die ungewöhnliche Erzählweise, die unterschiedliche Texttypen so zusammenfügt, dass daraus aus verschiedenen Perspektiven auf ein und denselben Vorfall geblickt wird und so am Ende die Wahrheit ans Licht... Kanae Minato hat mich mit ihrem ersten in Deutschland erschienen Buch „Geständnisse“ begeistert. Besonders fasziniert hat mich die ungewöhnliche Erzählweise, die unterschiedliche Texttypen so zusammenfügt, dass daraus aus verschiedenen Perspektiven auf ein und denselben Vorfall geblickt wird und so am Ende die Wahrheit ans Licht kommt. Insofern hatte ich recht hohe Erwartungen, als ich mich ihrem zweiten Buch „Schuldig“ widmete. Auch in diesem steht der Tod eines Menschen in Vordergrund. Hirosawa verunglückt tödlich mit dem Auto, als er auf dem Weg ist, einen Freund vom Bahnhof abzuholen. Das allein ist tragisch genug, jedoch werden seine Freunde, die mit ihm ein langes Wochenende auf einer Berghütte verbringen wollten, von Schuldgefühlen heimgesucht, weil sie Hirosawa losgeschickt haben, obwohl er zuvor Alkohol getrunken hatte. Als sie Jahre später in anonymen Briefen des Mordes bezichtigt werden, macht sich Fukase auf, um die Wahrheit hinter dem Unfall herauszufinden. Die Figur des Fukase ist für westliche Gemüter nur sehr schwer nachzuvollziehen. Er verkörpert gesellschaftliche Umstände Japans, die für uns fremd sind, weil er mit nur geringem Selbstbewusstsein gesegnet wurde und sich allein deswegen innerhalb seines Umfeldes, das auf Leistung und Status getrimmt ist, minderwertig fühlt. In seinem Empfinden ist er es kaum wert, gesehen zu werden, geschweige denn Freundschaft oder Liebe zu verdienen. Diese Gefühle ziehen sich durch die gesamte Handlung, da Fukase unser Erzähler ist, und das andauernde Nachdenken über seine Minderwertigkeitskomplexe ist kaum zu ertragen. Allein das macht „Schuldig“ zu einer eher anstrengenden Lektüre. Hinzu kommt, dass die Aufklärung des Falls vom sozialen Geflechts Hirosawas geprägt ist. Wer - wie ich - einen mysteriösen Komplott erwartet, wird am Ende vielleicht enttäuscht sein. Dennoch spiegelt dieser Roman erneut für mich faszinierende Besonderheiten japanischen Zusammenlebens wieder und nicht zuletzt eine große Liebe für Kaffee - und Honig. Fazit: Die gesellschaftlichen Gepflogenheiten sind gut eingefangen, jedoch für uns schwer nachzuvollziehen. Sich in Fukases Figur hineinzuversetzen, erweist sich als schier unmöglich. Der Spannungsaufbau wird von diesen beiden Faktoren dermaßen überlagert, dass der Roman streckenweise eher zähflüssig wie Honig ist. Aber die Lektüre tut auch nicht weh und wer sich für Japan interessiert, wird eine weitere Facette hinzufügen können. Für mich bleibt es letztlich bei drei Sternen.

Von Tee und Tränen
von einer Kundin/einem Kunden am 06.05.2019

„Kazuhisa Fukase ist ein Mörder“. Nicht mehr und nicht weniger als das steht in dem Brief, den Fukases Freundin erhalten hat. Seine Erinnerungen gehen unweigerlich zurück an jenen inneren wunden Punkt vor drei Jahren als er mit vier Freunden einen Ausflug unternahm und einer von ihnen unter tragischen Umständen bei einem Autounf... „Kazuhisa Fukase ist ein Mörder“. Nicht mehr und nicht weniger als das steht in dem Brief, den Fukases Freundin erhalten hat. Seine Erinnerungen gehen unweigerlich zurück an jenen inneren wunden Punkt vor drei Jahren als er mit vier Freunden einen Ausflug unternahm und einer von ihnen unter tragischen Umständen bei einem Autounfall das Leben verlor. Dieser Brief weckt seine Angst von neuem, dass jemand erfahren haben muss, was er und die anderen drei seit diesem Unglück versucht haben vor allen Anderen zu verbergen… Im Jahr 2017 erschien mit „Geständnisse“ zum ersten Mal ein Roman der japanischen Autorin in deutscher Übersetzung. Darin erzählte sie aus wechselnden Perspektiven eine Geschichte von Schuld und Sühne, Verlust, Rache und das empfundene „Recht“ auf Selbstjustiz. Durch zahlreiche unerwartete Wendungen, eine hohe Handlungsdichte und viele düstere Höhepunkte las sich dieses Buch äußerst kurzweilig und spannend. „Schuldig“ ist eine deutlich entschleunigte Variante davon und richtet stärker den Blick auf die Psyche des Protagonisten und seiner Suche nach der Antwort auf die Frage, wie viel Schuld ihm am Tod seines besten Freundes tatsächlich anzulasten ist und ob er dem Toten tatsächlich so nahe stand wie er es immer geglaubt und empfunden hatte. Angetrieben wird der Roman von Fukases Suche nach dem Verfasser der Briefe, die nicht nur er, sondern auch seine Freunde erhielten, die damals am tragischen Ausflug beteiligt waren. Gleichzeitig beginnt er mit den Recherchen zu einem Buch über den toten Hirosawa, wozu er dessen Familie, Freunde und Mitschüler aufsucht und so nach und nach Facetten seines Freundes kennenlernt, von denen er niemals wusste und die ihn seine Beziehung in einem neuen Licht erscheinen lassen. Während Minatos erster Roman einem immer radikaler werdenden Strudel aus Drama und Gewalt glich, bewegt sich hier die Handlung eher bedächtig und legt den Fokus auf die verletzlichen Emotionen der beteiligten Figuren, die durch Hirosawas Leben und Tod beeinflusst wurden. So sind die eigentlichen Höhepunkte des Geschehens nicht die „großen“ Aufdeckungen über Tod und Tragik, sondern die oberflächlich gesehen stillen Momente, in denen sich Personen einander emotional öffnen und ihre Ängste und Unzulänglichkeiten preisgeben, was aus europäischer Perspektive gewöhnlich scheinen mag, aber in Japan eigentlich gesellschaftlich nicht gewünscht ist. So mag „Schuldig“ ein Buch sein, das nicht zwangsweise alle LeserInnen des Vorgängers abholen wird und zwar ähnliche Thematiken aufs Papier bringt, den Ton und Fokus aber deutlich verändert, was zu einem stilleren und stärker in sich gekehrtem Roman führt.