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Wie die Schweine

Roman


Marcos verantwortet die Produktion einer Schlachterei. Er kontrolliert die eingehenden Stücke, kümmert sich um den korrekten Schlachtvorgang, überprüft die Qualität, setzt die gesetzlichen Vorgaben um, verhandelt mit den Zulieferern … Alles Routine, Tagesgeschäft, Normalität. Bis auf den Umstand, dass in der Welt, in der Marcos lebt, Menschen als Vieh zum Fleischverzehr gezüchtet werden.

Dieser Roman hält uns Fleischfressern kompromisslos den Spiegel vor. Er stellt Fragen in den Raum  - nach Moral, Empathie, den bestehenden Verhältnissen. Und er verschafft, was nur die Literatur verschafft: neue Einsichten, neue Gefühle, nachdem alle Argumente längst ausgetauscht sind.

Portrait
Agustina Bazterrica, geboren 1974 in Buenos Aires, traf mit der Veröffentlichung ihres Romans einen neuralgischen Punkt der argentinischen Kultur. Nach wochenlanger Platzierung auf der Bestsellerliste und der Verleihung des Premio Clarín, der wichtigsten literarischen Auszeichnung des Landes, gilt sie als eine der erfolgreichsten Autorinnen ihrer Generation.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Paperback
Seitenzahl 236
Erscheinungsdatum 20.01.2020
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-47023-7
Verlag Suhrkamp
Maße (L/B/H) 21,1/12,8/2,5 cm
Gewicht 290 g
Originaltitel Cadáver exquisito
Übersetzer Matthias Strobel
Verkaufsrang 47367
Buch (Paperback)
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15,95
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Buchhändler-Empfehlungen

Fleisch

Simone Büchner, Thalia-Buchhandlung Coburg

Es ist leise. Es gibt keine Tiere mehr. Ein Virus macht das Fleisch von Tieren ungenießbar. Vor dem „Übergang“ wurden Tiere gezüchtet. Heute sind es Menschen, die „Stücke“. Niemand darf Mensch sagen. Alle sagen Produkt, Fleisch, Nahrung. Kannibalismus ist erlaubt. Tod im Akkord. Der Mensch tötet und isst Menschen. Wie nah sind sich Mensch und Monster? Das Handwerk des Schlachtens erlernte Marcos Tejo im Betrieb seines Vaters. Heute ist er die rechte Hand vom Inhaber eines Schlachthofs. Er kümmert sich um Abläufe, verhandelt mit Zuchtbetrieben und Gerbereien, organisiert den Vertrieb und vermittelt Nachschub an ein Forschungslabor. Früher hat er Kühe und Schweine geschlachtet. Heute bringt er seinen Mitarbeitern bei, wie man Menschen tötet und schlachtet. „Jemandem beizubringen wie man tötet, ist schlimmer, als selbst zu töten. Doch längst denkt Marcos um, ist nicht länger immun gegen das Grauen… Das Buch ist wichtig und schrecklich zugleich. Ich blieb verstört zurück.

M. Dupré, Thalia-Buchhandlung Limburg

In einer nahen Zukunft, in der Tiere aufgrund eines Viruses nicht mehr essbar sind, verarbeitet Schlachthofbesitzer Marcos eigens gezüchtete Menschen zu Nahrung... Ein schockierender, nachdenklich stimmender Roman über unseren globalen Fleischkonsum.

Kundenbewertungen

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Fleischeslust oder -last?
von einer Kundin/einem Kunden aus Kissing am 17.02.2020

Die Argentinierin Agustina Bazterrica zeichnet eine erschreckende Zukunft. Erschreckend grausam und unmenschlich und zugleich dennoch erschreckend vorstellbar: Ein Virus macht Rind, Schwein, Geflügel & co. ungenießbar für den menschlichen Verzehr, und so muss "Spezialfleisch" her - Menschen, die gezüchtet werden, um als Speise a... Die Argentinierin Agustina Bazterrica zeichnet eine erschreckende Zukunft. Erschreckend grausam und unmenschlich und zugleich dennoch erschreckend vorstellbar: Ein Virus macht Rind, Schwein, Geflügel & co. ungenießbar für den menschlichen Verzehr, und so muss "Spezialfleisch" her - Menschen, die gezüchtet werden, um als Speise auf dem Teller anderer Menschen zu landen. Thematisch ist dies fürwahr keine leichte Kost, und doch entwickelt die Geschichte eine große Sogwirkung. Einerseits führt uns Bazterrica die Brutalität unserer heutigen Massentierhaltung vor Augen, denn die von ihr geschilderten Szenen in den Schlachthöfen sind größtenteils real, nur eben mit Schweinen und Rindern statt mit menschlichem Schlachtvieh. Andererseits zeigt die Autorin geschickt auf, wie totalitäre Regime anhand von Sprachvorgaben Menschen entmenschlichen und dadurch Verbrechen zunächst denkbarer und schließlich gesellschaftlich akzeptabel werden. Moralisch-ethische Grenzen werden überschritten - wie etwa aktuell auch in Tschechien, wo Buchläden das antisemitische Kinderbuch "Der Giftpilz" wieder vertreiben, in dem Juden als giftige Gewächse verunglimpft werden. Außerordentlich gut gelungen ist auch das Cover : Wie ein Stück abgepacktes Fleisch in der Kühltheke des Supermarkts kommt das Paperback daher. Titel und Autorin sind wie in ein Etikett eingedruckt, hier ist alles stimmig bis ins kleinste Detail, einschließlich der realen Gewichtsangabe des Buches, seines Preises und des "100 % Mensch"-Piktogramms. Fazit: große Literatur, die ganz große Fragen aufwirft und Alltägliches in neuem Licht erscheinen lässt. Unbedingt lesen!

Die Zivilisation ist ein dünner Firnis, darunter brodelt die Barbarei (Kurt Imhof)
von Xirxe aus Hannover am 06.02.2020

Dass mit dem Konsum von Fleisch, insbesondere mit dessen Herstellung, etwas bei uns im Argen liegt, ist ja bereits länger bekannt. Und auch andere Länder haben offenbar so ihre Schwierigkeiten damit. Denn dieses Buch, das die Gier der Menschen nach Fleisch auf eine allerhöchste Spitze treibt, ist in Argentinien erschienen, wo es... Dass mit dem Konsum von Fleisch, insbesondere mit dessen Herstellung, etwas bei uns im Argen liegt, ist ja bereits länger bekannt. Und auch andere Länder haben offenbar so ihre Schwierigkeiten damit. Denn dieses Buch, das die Gier der Menschen nach Fleisch auf eine allerhöchste Spitze treibt, ist in Argentinien erschienen, wo es ausgezeichnet wurde und wochenlang auf der Bestsellerliste stand. Marco ist der stellvertretende Chef eines Schlachthofes. Doch dort werden keine Tiere mehr geschlachtet, da alle ein Virus befiel, der für den Menschen tödlich ist. Die Gier nach Fleisch ist jedoch ungebrochen, so dass, zuerst heimlich, mit Zustimmung der Regierung mit der Züchtung von menschlichem Fleisch begonnen wurde. Diejenigen, die es sich leisten können, kaufen es sich in offiziellen Metzgereien; die anderen versuchen ihr Glück auf dem Schwarzmarkt oder auch auf Friedhöfen. Was sich so makaber anhört, führt Agustina Bazterrica bis ins Detail aus: die Anlieferung in den Schlachthof, die Ruhigstellung (Stress macht das Fleisch schlecht), das Betäuben, das Köpfen und Ausbluten, usw. Was heute die tägliche Routine beispielsweise bei Schweinen ist, wird in diesem Buch an Menschen vollzogen, was einem die Rohheit und Grausamkeit dieses Tuns überdeutlich macht. Marco ist nicht immun gegenüber diesem Grauen, das er täglich vor Augen hat. Und durch den plötzlichen Tod seines eben erst geborenen Sohnes und dem Weggang seiner Ehefrau erkennt er das entsetzliche Leid der zu schlachtenden Stücke (wie diese Menschen umschrieben werden) um einiges deutlicher. Der Zwiespalt zwischen seiner Arbeit und seinem Bedürfnis nach Empathie und Zuwendung werden immer größer. Und um ihn herum erkennt er die zusehende Verrohung der Gesellschaft. 'Wie die Schweine' ist wirklich keine leichte und unterhaltsame Lektüre. Obwohl die Autorin in einem völlig nüchternen klaren Stil schreibt, ist das Buch eklig, grausam und brutal - und stellt ein extrem übersteigertes Abbild unserer Gesellschaft dar. Grandios gemacht!

Ein Wahnsinnsroman!
von einer Kundin/einem Kunden aus Bonn am 05.02.2020

Mannomann, war ich am Ende fertig. Was für ein Hammerbuch! Kurz, knackig, grausam... und unfassbar gut!  Marcos, der Protagonist, lebt in einer Welt, in der die Tierwelt von einem Virus befallen wurde, das für Menschen tödlich ist. Große Teile der Tierwelt wurden deshalb getötet, weil sie eine unmittelbare Gefahr für Menschen... Mannomann, war ich am Ende fertig. Was für ein Hammerbuch! Kurz, knackig, grausam... und unfassbar gut!  Marcos, der Protagonist, lebt in einer Welt, in der die Tierwelt von einem Virus befallen wurde, das für Menschen tödlich ist. Große Teile der Tierwelt wurden deshalb getötet, weil sie eine unmittelbare Gefahr für Menschen darstellen. Aber die Menschen möchten Fleisch essen und die Wissenschaftler im Roman kommen zu dem Schluss, dass der Mensch Fleisch essen MUSS. Positiver Nebeneffekt: Die Überbevölkerung nimmt ab. Menschen werden in dieser Welt gezüchtet, aufgepäppelt und zu Fleisch, Leder, Dünger etc. pp. verarbeitet. Das ist die Prämisse. Klingt grausam? Nun, "Wie die Schweine" ist natürlich nichts anderes als eine Dystopie, in der Menschen das angetan wird, was wir schon heute Tieren antun. Aber wie das so ist: Das Leid der Tiere als Leid von Menschen präsentiert zu bekommen, das entfaltet eine Wirkung, ein Mitgefühl, das uns abgestumpfte Wohlstandsmenschen Tieren gegenüber fehlt. Denn es sind ja nur Tiere. Im "Wie die Schweine" werden deshalb Menschen, die gezüchtet wurden, folgerichtig nicht als Menschen bezeichnet, denn "Es gibt Wörter, die die Welt verschleiern." und "Es gibt Wörter, die bequem sind, hygienisch, legal." So ist der offizielle Begriff "Spezialfleisch", um die Wahrheit zu beschönigen. Das Interessante ist, was während des Lesens passierte. Denn auch wenn ich immer wieder schockiert war über das, was ich las, trat bei mir auch ein Gewöhnungseffekt ein. Hatte ich anfangs noch geradezu körperliche Reaktionen auf Alternativbegriffe wie Spezialfleisch, so trat bereits nach kurzer Zeit Gewöhnung ein. Nur noch mein Kopf spielte da nicht mit, der wusste nach wie vor, dass das alles nicht richtig ist. Aber zurück zu dem unfassbar guten Buch: Denn so grausam die Prämisse ist und so grausam die Lebensumstände, die beschrieben werden sind, so nüchtern werden sie von Agustina Bezterrica vorgetragen. Sie weidet sich nicht an der Grausamkeit, sie stellt sie nur dar. Und so ist "Wie die Schweine" kein Blutfest, sondern im Kern ein Porträt der Gesellschaft, in der wir jetzt und hier leben. "Wie die Schweine" entfesselt dabei eine Sogwirkung, der ich mich nur schwer entziehen konnte. Der Roman führt uns den menschlichen Egoismus vor Augen, die Schattenseiten der Konsumgesellschaft, in der jedes alles und möglichst billig haben will - ohne Rücksicht auf die Umwelt, die Tiere und die Menschen, die dabei auf der Strecke bleiben. Und das alles gelingt der Autorin ohne erhobenen Zeigefinger, sondern durch eine Geschichte, die von Marcos, dem vielschichtig gestalteten Protagonisten, der früher Tiere geschlachtet hat und nun in einer Menschenschlachterei arbeitet. Seine Geschichte fesselt die Leser*innen, lässt sie immer weiter vordringen bis zum bitteren Ende, das so konsequent ist, das noch einmal verdeutlicht, wie egoistisch wird als Menschen sind, wie vor gestrickt sind, wie wir handeln, wenn um uns als Individuen geht.  "Wie die Schweine" ist ein großartiges Buch. Ich habe es verschlungen, habe mich hineinreißen lassen, habe mit Marcos gefühlt, dem Tierfreund, der seinen Sohn über alles geliebt hat und ihn auf so herzzerreißende Weise vermisst, habe mit ihm seine unsägliche Schwester verabscheut, habe mich für ihn gefreut, als er endlich begann, sich durchzusetzen und wurde am Ende des Romans ins kalte Wasser geworfen. Augustina Bazterricas Roman funktioniert auf allen Ebenen. Er ist nicht zu kurz und nicht lang, er ist sprachlich toll umgesetzt (und toll ins Deutsche übertragen von Matthias Strobel), er ist konsequent, er ist hart und doch schön, er regt zum Denken an, ist aber trotzdem unterhaltsam... kurz: "Wie ein Schwein" ist ein verdammt guter Roman. Lest ihn! (Anmerkung: Mir wäre übrigens lieber gewesen, Suhrkamp Nova, wenn der deutsche Titel näher am Original gewesen wäre. "Exquisite Leiche" ist so viel passender und poetischer und tatsächlich auch subtiler.)