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Die drei Leben der Hannah Arendt

Graphic Novel

Ken Krimstein

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Buch (Paperback)
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Beschreibung

Am Leben zu sein und zu denken ist ein und dasselbe

Hannah Arendt: streitbare Jahrhundertphilosophin, zu früh, zu wütend, auf so einschüchternde Weise klug, zu jüdisch, nicht jüdisch genug. 1933 floh sie aus Nazi-Deutschland ins Exil, über Tschechien, Italien und die Schweiz zunächst nach Paris. Später dann in die USA. Sie blieb unabhängig und unbequem und avancierte zu einer der großen Ikonen unserer Zeit. ›Die drei Leben der Hannah Arendt‹ skizziert rasant und liebevoll ihren Lebensweg.

Mit einem Nachwort von Ken Krimstein.

Ken Krimsteins Cartoons erscheinen im ›New Yorker‹, in ›Punch‹, dem ›Wall Street Journal‹ und vielen anderen. Er unterrichtet an der DePaul-Universität in Chicago und ist Kreativdirektor einer Werbeagentur.

Produktdetails

Einband Paperback
Seitenzahl 244
Erscheinungsdatum 15.11.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-423-28208-6
Verlag dtv
Maße (L/B/H) 22,1/16,7/2,2 cm
Gewicht 573 g
Originaltitel The Three Escapes of Hannah Arendt
Abbildungen Illustriert von Ken Krimstein
Illustrator Ken Krimstein
Übersetzer Hanns Zischler
Verkaufsrang 3730

Buchhändler-Empfehlungen

Johanna Kasischke, Thalia-Buchhandlung Köln

Diese Graphic Novel ist wahrlich gelungen. Sie erzählt das Leben von Hannah Arendt, ihre Jugend, ihr Studium, ihre politische Aktivität und ihr Denken. Sehr beeindruckend!

Kundenbewertungen

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Hannah Arendts Leben im Schnelldurchlauf
von hapedah am 14.05.2020

Die Graphic Novel führt den Leser in stellenweise rasantem Tempo durch das Leben der Jahrhundertdenkerin Hannah Arendt. Laut des Autors Ken Krimstein ist "Die drei Leben der Hannah Arendt" nicht als exakte Biographie zu verstehen, sondern stellt eher eine "Interpretation ihres Lebens, eine biographische Fiktion mit textlich trad... Die Graphic Novel führt den Leser in stellenweise rasantem Tempo durch das Leben der Jahrhundertdenkerin Hannah Arendt. Laut des Autors Ken Krimstein ist "Die drei Leben der Hannah Arendt" nicht als exakte Biographie zu verstehen, sondern stellt eher eine "Interpretation ihres Lebens, eine biographische Fiktion mit textlich tradierten Anleihen aus ihrem Werk" dar. Dabei werden die Stationen ihres Lebens aufgeführt, angefangen bei der Kindheit und Jugend in Deutschland und dem Studium, bei dem sie Martin Heidegger kennen lernt und stark von seinen Lehren beeinflusst wird. Nach einer kurzen Inhaftierung durch die Gestapo flüchtet Hannah nach Frankreich, doch auch dort holt das Nazi-Regime die Jüdin ein, so dass sie schließlich in die USA auswandert. Auch im Exil verfolgt die Philosophin besorgt die Entwicklung in Deutschland und setzt sich intensiv mit der Suche nach dem "Warum" hinter dieser Grausamkeit auseinander. Die Ereignisse beschäftigen Hannah Arend sehr, mit ihrer Schrift über die Banalität des Bösen, die sie nach Verfolgung des Eichmann-Prozesses verfasst, verliert sie die Anerkennung vieler ehemaliger Freunde und Mitstreiter. Wenn ich die Comics meiner lang zurück liegenden Jugendzeit nicht mit rechne, war "Die drei Leben der Hannah Arendt" die erste Graphic Novel, mit der ich mich auseinander gesetzt habe - und sie hat mich mit gemischten Gefühlen zurück gelassen. Ken Krimsteins Zeichenstil hat mir gut gefallen, die Darstellungen sind oft skizzenhaft, schwarz gehalten, und Hannah wird als einzige mit etwas grüner Farbe in ihrer Kleidung betont. Ihre Lebensgeschichte wird geradezu rasant erzählt, vieles nur am Rande gestreift. Wer sich noch nicht mit der Person Hannah Arendt befasst hat, erhält hier nur einen groben Überblick über Ihr Leben, ihre Werke und man findet auf einigen Seiten der Novel aufgelistete Namen ihrer Mitstreiter im jeweiligen Lebensabschnitt. Das Tempo, mit dem der Leser durch die Geschichte bewegt wird ist sicherlich der Buchform geschuldet, ein ganzes Leben in eine Graphic Novel zu pressen stelle ich mir als große Herausforderung für den Autor vor. Fazit: Das Buch ist geeignet, um oberflächlich in das Leben der Hannah Arendt hinein zu schnuppern und Interesse zu wecken. Wer mehr über die Philosophin erfahren möchte, dem empfehle ich umfassendere Literatur zu besorgen. Doch ich denke, genau das will Ken Krimstein mit seinem Werk bezwecken - einen leichten Einstieg zu finden, der den Leser bewegt, sich nach dem Ende der Graphic Novel intensiver mit Hannah und ihrem Lebenswerk oder auch dem ihrer Mitstreiter zu beschäftigen.

Freiheit des Denkens
von Hennie aus Chemnitz am 13.05.2020

- „Die drei Leben der Hannah Arendt“ Graphic Novel von Ken Krimstein, übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Hanns Zischler - Für mich war dieses Buch die erste Bekanntschaft mit dem Genre. Diese Graphic Novel zeichnet die Lebensgeschichte (im wahrsten Sinne des Wortes) einer bedeutenden Frau. Hannah Arendt war eine de... - „Die drei Leben der Hannah Arendt“ Graphic Novel von Ken Krimstein, übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Hanns Zischler - Für mich war dieses Buch die erste Bekanntschaft mit dem Genre. Diese Graphic Novel zeichnet die Lebensgeschichte (im wahrsten Sinne des Wortes) einer bedeutenden Frau. Hannah Arendt war eine der größten Denkerinnen, eine bedeutende politische Philosophin des 20. Jahrhunderts. Die Vorstellung beginnt mit der kleinen Hannah, die ihre ersten unangenehmen Erfahrungen als Jüdin machen muss. Doch das sind nur Momentaufnahmen, denn es geht schnell weiter im Lauf der Zeit. Ich empfand die Darstellung der drei Leben der Hannah Arendt, die identisch dargestellt werden mit ihren drei Fluchten, zu skizzenhaft, zu flüchtig. Ihrer komplexen Bedeutung kann das Buch nicht gerecht werden. Doch diese Kunstgattung macht mit den illustrierten Texten einen leichteren Zugang in historische Zusammenhänge möglich. Hannah Arendt erscheint in den Zeichnungen stets als einzige Person in Grün, sehr oft auch mit Zigarette. Ihre Gegenüber sind in der überwiegenden Mehrzahl berühmte Männer, die mir oft zu viel Bedeutung bekommen. Da möchte ich nur Martin Heidegger nennen, ihren Lehrer und langjährigen Geliebten. In der männlich geprägten Umgebung muss sie eine sehr starke Frau gewesen sein. Das Genre besitzt viele künstlerische Freiheiten durch die Art der eigenwilligen Darstellung und nutzt besondere Stilmittel. Mir gefiel der humorige Umgang mit Hannah Arendt, z. B. sei hier ihre Unterhaltung mit dem Wasserfleck an der Decke in der Gestalt Walter Benjamins genannt. Das war eine Superidee! Weiterhin erhielt ich Einblicke in die Ursprünge des Arendtschen Denkens (eine Überschrift) auf S. 168, die mich in der Kürze und der Radikalität betroffen machten. Für ein neues Phänomen im Weltgeschehen findet sie ein neues Wort: TOTALITARISMUS. Ihre Einsichten, Erkenntnisse empfinde ich brennend aktuell. Hier nur ein Zitat: S. 169 „Bevor totalitäre Herrscher die Realität an ihre Lügen anpassen können, bestehen ihre Signale aus einer unerbittlichen Missachtung der Fakten.“ – Hier drängt sich mir sofort ein ganz bekannter Zeitgenosse mit seiner selbstgefälligen, eitlen Mimik und Gestik auf. – Hannah Arendts lebenlange Suche nach dem Sinn des Lebens, ihr Kampf für die Wahrheit, ihre Analysen zum Nationalsozialismus und zur totalen Herrschaft kamen für mich informativ an. Am Ende des Buches befindet sich ein aussagekräftiges, umfangreiches Personenverzeichnis. Mit vielen berühmten Zeitgenossen hatte sie persönlich Kontakt. Fazit: Für mich als ältere Person ist das Genre Graphic Novel nichts, aber für junge Menschen finde ich es als Einstieg für die weitere Beschäftigung mit ernsten Themen empfehlenswert. Mich machte es wissensdurstig. Ich wollte trotz (oder wegen?) der skizzenhaften Darstellung mehr über Hannah Arendt erfahren. Ken Krimsteins Anliegen sollte Wirklichkeit werden. Er sagt im Nachwort: „Ich hoffe, dass es eine neue Leserschaft an Hannah Arendts bewegtes Leben heranführt und dass es sie dazu einlädt, sich direkt mit ihrem Denken auseinanderzusetzen.“ Ich frage: Wer war diese Frau? Warum sind ihre Erkenntnisse auch heute noch so aktuell? Deshalb halte ich weiter Ausschau nach Lektüre über Hannah Arendt.

Visuell ansprechend aber inhaltlich nicht vollkomment überzeugend
von Cattie aus Kiel am 07.05.2020

Eine Graphic Novel über das Leben - oder besser gesagt, die drei Leben - der Hannah Arendt? Her damit. Die Idee hinter Ken Krimsteins Graphic Novel hat mich anfangs direkt angesprochen. Drei Stationen in Hannah Arendts Leben, in Deutschland, Paris und New York, gliedern seinen Versuch, ihre Lebensgeschichte auf einer visuelle... Eine Graphic Novel über das Leben - oder besser gesagt, die drei Leben - der Hannah Arendt? Her damit. Die Idee hinter Ken Krimsteins Graphic Novel hat mich anfangs direkt angesprochen. Drei Stationen in Hannah Arendts Leben, in Deutschland, Paris und New York, gliedern seinen Versuch, ihre Lebensgeschichte auf einer visuellen Ebene zu verarbeiten. Trotz ansprechender Illustrationen gelingt ihm dies jedoch nur ansatzweise. Für die ca 200-Seiten umfassende Graphic Novel ist Arendts Leben und Wirken einfach zu komplex und ereignisreich. Zudem versteht sich Krimsteins Werk nicht als Biographie an sich, sondern als "Interpretation ihres Lebens, eine biographische Fiktion mit textlich tradierten Anleihen aus ihrem Werk". Die Lektüre der Graphic Novel sollte daher losgelöst von einem wissenschaftlichen Kontext betrachtert werden, auch da ihre philosophischen Ansichten, oder eher der zu ihrer politischen Theorie, nur skizziert werden. In den schwarz-weißen Illustrationen sticht Hannah, bzw ihr grünes Kleid, hervor. Diese Farbgebung ist gut gewählt, könnte es bei der Vielzahl an Personen, die hier und da in die Geschichte eintreten, teilweise schwer sein, ihr zu folgen. Die Seiten sind abwechslungsreich gestaltet, verschiedene Techniquen aus dem Bereich der Graphic Novel/Comic Gestaltung werden verwendet, was der Geschichte eine dynamische und visuell anspruchsvolle Seite verleiht. Hervorzuheben ist auch die gewählte Schriftart, die leicht zu lesen ist und doch einen handschriftlichen Charakter bewahrt. Kurze Captions, ebenfalls in grün gehalten, über einer Vielzahl von Seiten fungieren als eine Art Kapitelüberschrift und situieren die Geschichte, die mehrere Jahrzehnte und Aufenthaltsorte überspannt, zeitlich und geographisch sowie inhaltlich. Der linearen Erzählung lässt sich so gut folgen und die Stufen Hannahs Lebens nachvollziehen. Schwer hingegen ist oftmals, den vielen Personen zu folgen, die sich durch die Geschichte tummeln. Nicht selten erscheint dies eher wie ein Namedropping von Krimsteins Seite, großartig ausgeführt werden viele der Personen, oftmals wichtige Zeitgenossen Arendts, nicht. Das Namensverzeichnis inklusive sehr kurzer Personenbeschreibungen am Ende der Graphic Novel wirkt eher überlastend, zu viele Informationen prasseln hier auf die LeserInnen ein. Auch wenn es zu begrüßen ist, dass Krimstein es sich zum Ziel gesetzt hat, Hannahs Bekanntenkreis zu gut wie möglich auszumalen, wäre man hier mit mit weniger Personen besser bedient gewesen, besonders wenn diese nie als direkt mit Hannah agierend gezeigt werden. Auch ihre philosophischen und politischen Ansichten kommen zu kurz in diesem Werk, wenn man sich dieses denn gewünscht hätte. Zwar angeschnitten, dient die Graphic Novel weniger einer Tradierung ihres Schaffens, dies erscheint nur nebensächlich. Für diejenigen, die sich vor allem für das Leben der Juden im 3. Reich und die Flucht aus diesem interessieren ist immer noch Art Spiegelmans Maus die beste Empfehlung. Zu einfach und problemlos wird Hannahs Flucht ins Exil beschrieben, werden ihre Aufeinandertreffen mit Nationalsozialisten und Inhaftierungen behandelt. Ein kurzweiliges Leseereignis das visuell überzeugen kann, inhaltlich jedoch mehr durchdacht hätte sein können.


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