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Die rechtschaffenen Mörder

Roman

Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2020

Wie wird ein aufrechter Büchermensch zum Reaktionär – oder zum Revoluzzer? Eine aufwühlende Geschichte über uns alle.
Norbert Paulini ist ein hoch geachteter Dresdner Antiquar, bei ihm finden Bücherliebhaber Schätze und Gleichgesinnte. Über vierzig Jahre lang durchlebt er Höhen und Tiefen. Auch als sich die Zeiten ändern, die Kunden ausbleiben und das Internet ihm Konkurrenz macht, versucht er, seine Position zu behaupten. Doch plötzlich steht ein aufbrausender, unversöhnlicher Mensch vor uns, der beschuldigt wird, an fremdenfeindlichen Ausschreitungen beteiligt zu sein. Die Geschichte nimmt eine virtuose Volte: Ist Paulini eine tragische Figur oder ein Mörder?
Auf fulminante Weise erzählt Ingo Schulze von unserem Land in diesen Tagen und zieht uns den Boden der Gewissheiten unter den Füßen weg.
Portrait
Ingo Schulze, 1962 in Dresden geboren, studierte von 1983 bis 1988 klassische Philologie in Jena. Anschließend war er bis 1990 als Dramaturg am Landestheater Altenburg, dann in einer Zeitungsredaktion tätig. Diese Arbeit führte ihn 1993 für ein halbes Jahr nach Sankt Petersburg. Seither lebt er als freier Autor in Berlin. 2006 erhielt Ingo Schulz den Peter-Weiss-Preis der Stadt Bochum.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 320
Erscheinungsdatum 04.03.2020
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-10-390001-9
Verlag S. Fischer Verlag
Maße (L/B/H) 21,1/12,8/3,5 cm
Gewicht 414 g
Auflage 3. Auflage
Verkaufsrang 2883
Buch (gebundene Ausgabe)
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Buchhändler-Empfehlungen

Rechtschaffener Mörder ?

Haike Zimmer, Thalia-Buchhandlung Dresden

Mein Lieblingssatz: "Er hatte sich für das intensivste und angenehmste Leben entschieden, das einem Menschen möglich war, für das Leben eines Lesers." Stilistisch wunderbarer Roman, die Schilderung des Antiquars Paulini nimmt gefangen. Schulze erzählt wie die Welt dieses Büchermenschen vollkommen in sich zusammen fällt. Hat Paulini, welcher eigentlich ein unpolitischer Mensch war, sich aus diesen Gründen radikale Ansichten zugelegt ? Die Lektüre lässt mich etwas ratlos zurück. Wir haben momentan für vieles Grummeln und Unwohlsein in unserem Land keine Erklärung. Vielleicht ist es das richtige Buch in dieser Zeit und man sollte es mit diesem Gedanken lesen.

Carina Roth, Thalia-Buchhandlung Wilhelmshaven

Hautnah erlebt man den Aufstieg und Fall des dresdener Antiquars Norbert Paulini, in Jahrzehnten von DDR, Stasi und Grenzöffnung. Das Buch stellt einen vor politischen Fragen aus Zeiten in denen es noch zwei deutsche Staaten gab, die man zusammen führe will.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
25 Bewertungen
Übersicht
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Wenn Bücher dein Leben bestimmen...
von nicigirl85 aus Ilsenburg am 14.04.2020

In der Literatursendung "Buchzeit" wurde dieser Roman besprochen und man war sich nicht ganz sicher über die Qualität des Werkes, weshalb direkt meine Neugier geweckt war. In der Geschichte geht es um Norbert Paulini, der bereits als Kind auf Büchern schlief und seiner verstorbenen Mutter nacheifert und Antiquar wird. Aus nah... In der Literatursendung "Buchzeit" wurde dieser Roman besprochen und man war sich nicht ganz sicher über die Qualität des Werkes, weshalb direkt meine Neugier geweckt war. In der Geschichte geht es um Norbert Paulini, der bereits als Kind auf Büchern schlief und seiner verstorbenen Mutter nacheifert und Antiquar wird. Aus nah und fern strömen sie zu ihm, um Bücher zu erwerben. Doch dann kommt die Wende und es geht bergab. Wirklich? Was wird ihm die neue Zeit bringen? Und vor allem: kann er der ewige Leser bleiben? Der Roman besticht durch eine unglaublich angenehme Sprache, die mich direkt für das Buch eingenommen hat. Es fällt mir schwer dies genau zu beschreiben. Letztendlich spürt man die Liebe zu Büchern und Literatur in jeder Zeile. Das Ungewöhnliche hier ist wohl, dass uns die Handlung über eine Figur des Buches nahe gebracht wird, die jedoch nur eine kleine Rolle im Geschehen einnimmt und eher beobachtet als selbst agiert. So als würde ein Stasimitarbeiter über die Jahre unseren Antiquar beobachten und dessen Leben durchleuchten. Auch wenn viele Paulini als einen Antihelden wahrnehmen, so empfand ich ihn als liebenswerten Büchernarren, der mir nicht unähnlich ist. Für ihn stehen Geschichten, allen voran die Klassiker, an erster Stelle und das Lesen bestimmt seinen Alltag. Verwundern tut einen dies nicht, schließlich ist er quasi im Büchermeer aufgewachsen. Ich habe ihn als einen durchschnittlichen Menschen wahrgenommen, der in seiner Leidenschaft zu Büchern erst so richtig aufgeht. Der Titel des Romans erschließt sich erst auf den letzten vierzig Seiten und während der Lektüre fragt man sich natürlich dauernd, wo denn da ein Mörder auftauchen soll. Eine Auflösung gibt es nicht, da muss sich jeder Leser seine eigenen Gedanken machen. Aus dem Lesefluss gebracht hat mich, als wir von Paulini zum Erzähler Schultze umschwenken. Die Einteilung in Kapitel ist plötzlich verschwunden und die eigentliche Geschichte wird mitten im Satz unterbrochen. Auch dies erschließt sich erst im Verlauf der weiteren Handlung. Fazit: Ein kontroverser Roman, aus dem die Liebe zur Literatur spricht und der mich auf weiter Strecke unfassbar gut unterhalten hat. Ungewöhnlich, anspruchsvoll und mal was anderes. Also langt zu und steckt eure Nasen in dieses Buch!