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Das Meer in meinem Zimmer

Roman

Jana Scheerer

(12)
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Beschreibung

Als Jolandas Vater Pax kurz vor ihrem Abitur stirbt, kann ihre Mutter es nicht fassen. Jolanda muss ins Krankenhaus, um nachzufragen, ob er wirklich tot ist. Es stimmt – Ex um drei Uhr dreiundzwanzig, wird ihr mitgeteilt. Doch ihre Mutter weigert sich, seinen Tod zu akzeptieren. Verwirrt und wie gelähmt spielen Jolanda und ihre jüngere Schwester Lilli das Spiel mit. Aber die künstliche Normalität ist brüchig. Erinnerungen an das Leben mit Pax holen Jolanda ein: Die Nordseepension, die er betrieb, ohne je einen Gast zu haben. Seine aufbrausende Unberechenbarkeit. Seine leidenschaftliche, wütende, irrsinnige Suche nach einem verschollenen Schiffswrack. Als die kleine Lilli voller Verzweiflung nachts ins Watt läuft, um nach dem Vater zu suchen, führt das Leugnen seines Todes fast in die Katastrophe. Jolanda muss handeln.
Jana Scheerers Roman »Das Meer in meinem Zimmer« erzählt von einer Familie, die ihr Zentrum verliert und sich neu finden muss – alle zusammen und jede für sich allein.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 256
Erscheinungsdatum 21.07.2020
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-89561-352-4
Verlag Schöffling
Maße (L/B/H) 21,1/13,4/2,5 cm
Gewicht 395 g
Abbildungen Umschlagbild von Sharlotta / CanStock Photo
Auflage 1. Auflage
Verkaufsrang 67941

Portrait

Jana Scheerer

Jana Scheerer, geboren 1978 in Bochum, lebt in Berlin. Nach ihrem Studium der Germanistik, Amerikanistik und Medienwissenschaft arbeitet sie jetzt als akademische Mitarbeiterin am Institut für Germanistik der Universität Potsdam. 2004 wurde sie für ihr erstes Buch "Mein Vater, sein Schwein und ich" mit dem "Literaturpreis Prenzlauer Berg" ausgezeichnet.

Artikelbild Das Meer in meinem Zimmer von Jana Scheerer

Buchhändler-Empfehlungen

Feststecken im Schlick...

Claudia Heine , Thalia-Buchhandlung Celle

Eine Familie die ein Familienmitglied (den Vater und Ehemann) an die miese Krankheit Leukämie verliert, muss lernen wie man trauert. Allein zu begreifen, dass ein Teil der Familie nicht mehr da ist und nie wieder kommt, scheint undenkbar. Jana Scheerer schafft es eindrucksvoll den Weg der Trauer und das sehr langsame Begreifen der Familie zu schildern. Sie scheinen alle oft festzustecken in ihrem ganz persönlichen Schlick des Wattenmeeres. Constanze, Jolanda und Lilli in ihrer Trauer zu begleiten ist beeindruckend und traurig, denn Verdrängung ist sehr präsent. Mir hat die Sprache des Buches sehr gefallen! Ein feines Buch der Trauerbewältigung!

Loslassversuche

Simone Büchner, Thalia-Buchhandlung Coburg

Pax war nicht einfach, jedoch trotz seines schwierigen Charakters der geliebte und akzeptierte Mittelpunkt der Familie. Sein Tod ist keine Überraschung, wurde angekündigt durch eine unheilbare Erkrankung, für seine Frau Constanze aber derart unfassbar, dass sie ihn schlichtweg leugnet. Lilli, die jüngere Tochter versucht diese Haltung zu übernehmen. Yolanda, die ältere versucht das Erlebte zu verarbeiten und im „Danach“ anzukommen. Die Wirklichkeit wird den Geist des Ehemannes und Vaters, der nicht gehen darf, langsam vertreiben. Ein sehr gefühlvoller und empathischer Roman in dem auch mit geistreichem Witz nicht gespart wird. Besonders!

Kundenbewertungen

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Das Drama der psychischen Erkrankung
von Schmiesen am 06.08.2020

Wenn jemand da wäre, um mich zu sehen, dann würde ich vielleicht wieder sichtbar werden. Jolandas Vater Pax stirbt nach einer schweren Leukämie-Erkrankung. Ihre Mutter Constanze leugnet Pax Tod und macht weiter, als sei nichts geschehen. Jolandas kleine Schwester Lilli fügt sich bereitwillig in die Lüge, doch Jolanda weiß genau... Wenn jemand da wäre, um mich zu sehen, dann würde ich vielleicht wieder sichtbar werden. Jolandas Vater Pax stirbt nach einer schweren Leukämie-Erkrankung. Ihre Mutter Constanze leugnet Pax Tod und macht weiter, als sei nichts geschehen. Jolandas kleine Schwester Lilli fügt sich bereitwillig in die Lüge, doch Jolanda weiß genau: Pax ist nicht mehr da. Und ist das nicht vielleicht gut so? Immer tiefer taucht sie ab in ihre Erinnerungen an eine Kindheit mit einem manisch-depressiven Künstler als Vater, dessen einzige wahre Liebe einem versunkenen Schiffswrack zu gelten scheint: der Jolande. In ihrem neuesten Buch spielt Jana Scheerer geschickt mit unserer Wahrnehmung tragischer Ereignisse. Man könnte meinen, der Tod des Vaters sei hier das Thema, der große Schmerz, den es für Jolanda und ihre Familie zu verarbeiten gilt. Aber eigentlich liegt das Trauma in der Vergangenheit - nach und nach offenbart uns Jolanda die harte Realität des Zusammenlebens mit einem psychisch kranken Vater. Dabei wechseln sich die Gegenwarts- und die Vergangenheitsperspektive ab. In der Vergangenheit ist die Geschichte am intensivsten, denn dort lernen wir Pax und seine Verrücktheiten kennen. Er ist besessen von dem Schiffswrack Jolande (sogar seine Tochter hat er danach benannt), kauft eine Pension, die dann nie auch nur einen Gast beherbergt, und fährt zu Schatzsucherkongressen, die eigentlich Aufenthalte in psychiatrischen Kliniken sind. Pax ist nicht einfach nur ein überdrehter Künstler - er ist offensichtlich manisch-depressiv, und die Hauptleidtragende ist seine älteste Tochter Jolanda. Beinahe noch schlimmer als Pax ist Constanze, die Psychologin-Mutter, die mit ihren eigenen psychischen Problemen und denen ihres Mannes nicht umzugehen weiß. Klar, nur weil jemand Psychologin ist, heißt dass nicht, dass diejenige auch mit ganz persönlichen Lebenskrisen gut umgehen bzw. diese durchschauen kann. Aber Constanze hat schon ein pathologisches Problem, und was sie bei Pax hält ist mir völlig schleierhaft. Statt sich gegen ihn zu wehren und ihre Tochter in Schutz zu nehmen, liefert sie Jolanda dem manchmal völlig durchgedrehten Mann schutzlos aus - und krittelt dann auch noch an ihr herum. Jolanda wird so erzogen, dass ihre eigene Meinung entweder falsch oder eingebildet ist, sie lebt ausschließlich nach dem Gusto ihrer Eltern, versucht verzweifelt, unauffällig zu sein und es ihnen recht zu machen. Dass daraus kein psychisch gesunder Mensch mit einem guten Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen erwachsen kann, ist ja selbstverständlich. Lilli ist ganze 10 Jahre jünger als Jolanda, und auch bei ihr merkt man den Knacks schon. Sie hat ein bisschen was Autistisches, Obsessives, das sie ihrem Vater ähnlich macht. In der Gegenwart steht alles Kopf, denn Pax ist gestorben. So völlig einleuchtend waren mir die heftigen Reaktionen der drei nicht direkt, denn wie Jolanda ganz richtig sagt könnten sie ja froh sein, den Tyrannen los zu sein. Außerdem hat sich sein Tod durch die lange Erkrankung eh angekündigt. Aber so einfach ist das eben nicht. Schließlich hat sich die Welt um ihn gedreht, alle drei haben sie sich so verhalten, positioniert und angepasst, dass es ihm wenigstens einigermaßen gut ging. Wenn dieser Fixstern im eigenen Universum plötzlich wegbricht und man völlig auf sich selbst zurückgeworfen ist - dann ist es verständlich, dass man erstmal abdreht. Denn jetzt ist man ja wieder für seine eigenen Wünsche verfügbar und muss Verantwortung dafür übernehmen. Dennoch konnte mich der Gegenwartserzählstrang gerade gegen Ende nicht mehr ganz überzeugen, da mir insbesondere die Schilderung der Null-Tag-Feier (Abifeier) zu surreal und allegorisch angemutet hat. Da taucht der Schlickmergel auf (der Geist aus dem Watt, das ihr Vater so liebte), der Tod, die sieben Zwerge, und alles verkommt zu einer Art Fiebertraum, der Jolanda und die Leserin auch nicht weiterbringt. Ein besonderes Schmankerl dieses Romans ist der Schreibstil. Scheerer schreibt jugendlich-frisch, ein wenig abgedreht und voller Anspielungen. Ich habe sogar manchmal gelacht, wenn eine Metapher besonders schräg geraten ist. Das Lachen ist mir dann aber recht schnell im Hals stecken geblieben, denn zu Lachen gab's in Jolandas Kindheit nun wirklich nicht viel. "Das Meer in meinem Zimmer" ist ein melancholischer, tragischer Roman, der die psychische Krankheit der Eltern aus Kindersicht beleuchtet. Es geht nicht unbedingt darum, Verständnis für die kranke Person zu erwecken, sondern das Drama zu schildern, das es bedeutet, mit so jemandem als Erziehungs- und Bezugsperson aufzuwachsen. Kinder können psychische Erkrankungen schließlich nicht zuordnen - für sie ist der Papa dann eben aggressiv, zornig, wütend, traurig; einfach unberechenbar. Mich hat der Roman sehr berührt.

Ein unglaublich berührender Roman vor der Kulisse der Nordsee
von einer Kundin/einem Kunden aus Dalberg am 31.07.2020

„Das Meer in meinem Zimmer“ von Jana Scheerer ist im Juli 2020 im Verlag Schöffling & Co. erschienen. Der Roman umfasst in der gebundenen Ausgabe 256 Seiten. Jolanda Jellerich macht gerade ihr Abitur und alles könnte so schön und unbeschwert sein in ihrem Leben – ist es aber nicht und dies schon über einen sehr langen Zeitra... „Das Meer in meinem Zimmer“ von Jana Scheerer ist im Juli 2020 im Verlag Schöffling & Co. erschienen. Der Roman umfasst in der gebundenen Ausgabe 256 Seiten. Jolanda Jellerich macht gerade ihr Abitur und alles könnte so schön und unbeschwert sein in ihrem Leben – ist es aber nicht und dies schon über einen sehr langen Zeitraum. In Rückblenden und aus der Ich-Perspektive berichtet Jolanda von ihrem schwierigen Vater, der psychisch erkrankt ist, Leukämie hatte und letztendlich daran verstorben ist. Zudem neigte er zur Gewalttätigkeit und war besessen von der Suche nach einem untergegangenen Schiff. Mit der schwierigen Lebenssituation ihres Mannes und letztendlich auch seinem Tod kommt Constanze, die Mutter von Jolanda, nicht klar. Sie steht hilflos und teilweise auch kopflos daneben, obwohl sie selbst Psychologin ist. Jolanda muss immer wieder Aufgaben übernehmen, die ihr sehr viel abverlangen, die ihr als Mädchen/junge Frau nicht gerecht werden und sie heillos überfordern. Letztendlich muss sich die Familie in der neuen Konstellation zurechtfinden und es gibt Hoffnung. Jana Scheerer gelingt es in ihrem Roman den Leser durch ihren feinfühligen und fesselnden Schreibstil in den Bann zu ziehen. Ich als Leserin fühlte so ab der ersten Seite sowohl was die Höhen als auch die Tiefen von Jolanda anbelangt, mit und konnte mich gut in die Protagonistin hineinversetzen und ihre Gefühle und Gedanken nachvollziehen. Jolanda ist eine starke Protagonistin, die den Leser all ihre Gefühlsebenen durchlaufen lässt. Oft handelt es sich hier um die Hoffnungslosigkeit, aber auch um das Gefühl der Trauer, der Schwere der Verantwortung und der Ernsthaftigkeit, mit der Jolanda vielen Geschehnissen angeht. Beim Lesen ist diese Schwere oft direkt spürbar und man meint fast, davon erdrückt zu werden. Aber dies macht in meinen Augen auch den Reiz des Romans aus. Es ist sicherlich keine leichte Lektüre. Besonders gefallen hat mir auch das Setting des Meeres, das immer wieder auftaucht und oft als Vergleich im Leben der Familie Jellerich herangezogen wird. Fazit: Ein eindrücklicher Roman mit einer starken und modernen Protagonistin, die vom Verlust des Vaters innerhalb ihrer Familie erzählt und der Neuorientierung dieser. Es war für mich ein berührendes Erlebnis, dieses Buch zu lesen und in die Welt von Jolanda einzutauchen.

Wenn der Schlickmergel ruft
von einer Kundin/einem Kunden aus Wels am 29.07.2020

Pax war Zeit seines Lebens auf der Suche nach der Jolanda, die immer mal wieder im Watt auftaucht. Ein Schiffswrack mit einer Legende und einem Geist. Der Schlickmergel, der macht den Sturm. Und Sturm wütete immer wieder mal in Pax Kopf. Dann warf er mit Gegenständen, beschimpfte Frau und Kinder oder weinte tagelang, eingespe... Pax war Zeit seines Lebens auf der Suche nach der Jolanda, die immer mal wieder im Watt auftaucht. Ein Schiffswrack mit einer Legende und einem Geist. Der Schlickmergel, der macht den Sturm. Und Sturm wütete immer wieder mal in Pax Kopf. Dann warf er mit Gegenständen, beschimpfte Frau und Kinder oder weinte tagelang, eingesperrt in seinem Zimmer. Das war die Zeit für einen weiteren "Schatzsucherkongress". Jetzt ist Pax tot und seine Frau und seine beiden Töchter müssen damit zurechtkommen. Jolanda hat eben maturiert und sollte eigentlich feiern, aber ihre Mutter will den Tod nicht wahrhaben und es ist an Jolanda, den Kopf zu bewahren. Völlig überfordert mit der Situation irrt sie durch ihr Leben auf der Suche nach Hilfe und erinnert sich dabei ihrer Kindheit und Jugend mit ihren Eltern. Wenn man anfangs noch den toten Vater betrauert, ändert sich die Stimmung beim Lesen schnell. Der Vater ist ein narzisstischer, cholerischer Mann, der unter einer schweren psychischen Erkrankung leidet und seine Stimmungen immer wieder an seiner großen Tochter auslässt. Die Mutter, eigentlich Psychologin, versucht diesen Zustand immer wieder zu ignorieren. Als Alleinverdienerin ist sie mit ihrem Alltag überfordert und sucht ebenfalls Unterstützung bei ihrer großen Tochter. Deshalb bekommt sie auch schon zum 12 Geburtstag die "Erlaubnis" ihre Eltern mit dem Vornamen anzureden. Mama und Papa wäre ja mittlerweile zu kindisch. Die Eltern wollen sich freikaufen, denn es gibt ja mittlerweile eine zweite Tochter, um die sich Jolanda ebenfalls regelmäßig kümmert. Diese Geschichte entwickelt sich völlig anders als erwartet. Doch ich bin positiv überrascht. Die jugendliche Erzählerin zeigt sich in einem interessanten Licht. Ihre Gedanken sind manchmal etwas wirr, doch sie weiß ihre Welt zu beschreiben. Sie jammert nicht, obwohl sie häufig Grund dazu hätte und sie ist Meisterin darin, allem oder zumindest vielem etwas positives abzugewinnen. Ihre Art, ihre Umwelt zu betrachten und zu begreifen hat etwas sehr erfrischendes und zugleich tieftrauriges, denn einfach nur Kind sein, durfte sie nie. Man könnte jetzt meinen, die Familie wäre ohne diesen Vater besser dran, doch ihr Alltag hat sich immer um ihn und seine Stimmungen gedreht. Die Familie muss sich völlig neu strukturieren und erfinden. Aber es gibt einen Hoffnungsschimmer am Ende. Mir hat diese berührende Geschichte sehr gut gefallen. Die Erzählerin ist ein großartiges Mädchen, zeigt Stärke und Resilienz. Ein komplett anderer Roman als erwartet in großartigem Setting, mit spannender Handlung und erhellenden Rückblenden.


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  • »Nordsee, Watt, Möwen und ringsum nur Horizont: Für viele ist das Watt das Sehnsuchtsziel überhaupt. Aber es kann auch unheimlich werden, das beweist Jana Scheerer in ihrem neuen Roman "Das Meer in meinem Zimmer" - das NDR Buch des Monats Juli.« Peter Helling, NDR Kultur