Über Menschen

Roman

Juli Zeh

(122)
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Beschreibung

Dora ist mit ihrer kleinen Hündin aufs Land gezogen. Sie brauchte dringend einen Tapetenwechsel, mehr Freiheit, Raum zum Atmen. Aber ganz so idyllisch wie gedacht ist Bracken, das kleine Dorf im brandenburgischen Nirgendwo, nicht. In Doras Haus gibt es noch keine Möbel, der Garten gleicht einer Wildnis, und die Busverbindung in die Kreisstadt ist ein Witz. Vor allem aber verbirgt sich hinter der hohen Gartenmauer ein Nachbar, der mit kahlrasiertem Kopf und rechten Sprüchen sämtlichen Vorurteilen zu entsprechen scheint. Geflohen vor dem Lockdown in der Großstadt muss Dora sich fragen, was sie in dieser anarchischen Leere sucht: Abstand von Robert, ihrem Freund, der ihr in seinem verbissenen Klimaaktivismus immer fremder wird? Zuflucht wegen der inneren Unruhe, die sie nachts nicht mehr schlafen lässt? Antwort auf die Frage, wann die Welt eigentlich so durcheinandergeraten ist? Während Dora noch versucht, die eigenen Gedanken und Dämonen in Schach zu halten, geschehen in ihrer unmittelbaren Nähe Dinge, mit denen sie nicht rechnen konnte. Ihr zeigen sich Menschen, die in kein Raster passen, ihre Vorstellungen und ihr bisheriges Leben aufs Massivste herausfordern und sie etwas erfahren lassen, von dem sie niemals gedacht hätte, dass sie es sucht.

Juli Zehs neuer Roman erzählt von unserer unmittelbaren Gegenwart, von unseren Befangenheiten, Schwächen und Ängsten, und er erzählt von unseren Stärken, die zum Vorschein kommen, wenn wir uns trauen, Menschen zu sein.

»Ein Buch, das einem die Augen öffnet für unsere bundesrepublikanische Wirklichkeit.«

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 416
Erscheinungsdatum 22.03.2021
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-630-87667-2
Verlag Luchterhand
Maße (L/B/H) 22,3/14,7/4,2 cm
Gewicht 643 g
Verkaufsrang 10

Buchhändler-Empfehlungen

Über die Graustufen der Menschen

Natalie Block, Thalia-Buchhandlung Zweibrücken

Juli Zeh schreibt in ihrem neusten Roman über Menschen. Was sie sind und was sie nicht sind, was sie ausmacht und was nicht. Erdrückend nahe an der Realität wird einem als Leser*in klar, dass das Leben nicht nur in schwarz und weiß eingeteilt werden kann.

Stephanie Hepp, Thalia-Buchhandlung Saarbruecken

Die "Raumforderung" des Lebens - und "im Hintergrund lächeln die Wölfe" Das Leben folgt keinem Algorithmus, nicht alles was passt macht glücklich. Ein schlaues Buch das das Herz berührt, von dem man lernen kann und das man mehr als nur einmal lesen möchte. Absolut lesenswert!!!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
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Übersicht
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Einfach grossartig
von einer Kundin/einem Kunden am 16.06.2021

Einmal mehr hat mich Juli Zeh begeistert mit ihrer Gabe, ihre Charaktere so verletzlich, sympathisch, nervtötend und ungeeignet für jede Schubladisierung zu zeichnen. Die Geschichte von Dora, Gote, Franzi, Jochen dem Rochen und all den anderen hat mich gefesselt und berührt. Es geht um’s füreinander da sein, miteinander klarkom... Einmal mehr hat mich Juli Zeh begeistert mit ihrer Gabe, ihre Charaktere so verletzlich, sympathisch, nervtötend und ungeeignet für jede Schubladisierung zu zeichnen. Die Geschichte von Dora, Gote, Franzi, Jochen dem Rochen und all den anderen hat mich gefesselt und berührt. Es geht um’s füreinander da sein, miteinander klarkommen trotz aller Differenzen und Abgründe, die sich in und zwischen den Menschen auftun. Auch die Innigkeit der Mensch-Hund Beziehung beschreibt sie unsentimental und voll warmherzigem Humor.

Das Buch Über Menschen
von einer Kundin/einem Kunden aus Bärschwil am 12.06.2021

Dieses Buch von Juli Zeh war spannend zu lesen. Man erfährt viel von verschiedenen Menschentypen. Es ist lesenswert.

Wenn die Städter auf's Land ziehen
von einer Kundin/einem Kunden aus Salzburg am 09.06.2021

Das Buch hätte auch ohne Corona geschrieben werden können oder wurde vielleicht auch vor Corona begonnen. Letztendlich egal. Corona passt als Baustein oder Beispiel dafür, dass Regeln und Anordnungen, die in der Hauptstadt Berlin beschlossen werden, in Brandenburg auf dem Land nicht zwangsläufig 1:1 akzeptiert und umgesetzt werd... Das Buch hätte auch ohne Corona geschrieben werden können oder wurde vielleicht auch vor Corona begonnen. Letztendlich egal. Corona passt als Baustein oder Beispiel dafür, dass Regeln und Anordnungen, die in der Hauptstadt Berlin beschlossen werden, in Brandenburg auf dem Land nicht zwangsläufig 1:1 akzeptiert und umgesetzt werden. Doch in dieser Geschichte geht es nicht um Corona, sondern um die Unterschiede zwischen Stadt- und Landbevölkerung, um Vorurteile und Erwartungshaltungen – erzählt aus der Perspektive der frustrierten Städterin Dora, die sich „janz weit draußen“ ein altes Haus in einem Dorf kauft und damit auch das Leben und die Bewohner des Dorfes. Neben den veränderten Lebensumständen, wie zum Beispiel der Tatsache, dass man ohne Auto kaum zum Einkaufen kommt, weil kleine Geschäfte zugunsten großer Einkaufszentren geschlossen wurden, lernt sie vor allem die Notwendigkeit nachbarschaftlicher Hilfe kennen. Sie wird von der Aufmerksamkeit ihrer Mitmenschen überrumpelt, nimmt sie schließlich an und wächst langsam mit ihnen zusammen. Die markanteste und zentrale Begegnung der Geschichte ist die mit ihrem direkten Nachbarn Gote, dem selbst erklärten „Dorfnazi“. Er erfüllt ihre stereotypen Vorstellungen vom prolligen, grölenden, gewalttätigen Neonazi, bricht sie gleichzeitig laufend durch seine unaufgeforderte, selbstlose und nicht auf Gegenleistung zielende Hilfsbereitschaft. Gegen ihren Willen und mit teils körperlichem Widerstand freundet sie sich mit ihm an. Zwei Themen sind für mich zentral in dem Buch: Zum Einen, dass der vergessene deutsche Osten oder auch das vergessene Land bei Beschlüssen der Stadt und des Staates mitgedacht werden müssen. Zeh verteidigt Neonazis und Rechtsradikale nicht, aber sie zeigt den Menschen, der dahinter stecken kann. Sie fordert mit ihrem Buch, nicht in Schubladen zu denken und nicht pauschal abzulehnen, auch wenn es – wie der Protagonistin – körperlich schwer fällt. Ich spreche mich nicht von diesen Vorurteilen frei, Zeh hat es mit ihrem Roman geschafft, dass ich genauer hinsehe und das finde ich toll. Das andere zentrale Thema, das dem ersten nicht fern liegt, ist ein Kernproblem unserer Gesellschaft, das sie in dem großen Streit zwischen Dora und Gote direkt ausspricht – dass Dora sich besser fühlt, als die Brandenburger Dorfbevölkerung – und eigentlich auch umgekehrt. Sobald Dora es ausgesprochen hat, ist die Luft raus. Sie hat sich selber gehört und stellt es in Frage. Die neue Grenze, die sich durch das Land zieht, ist zwischen Stadt und Land, zwei Welten, die immer weniger gemeinsam haben. Zeh liefert viel „food for thought“, ein Buch, über das es Spaß macht zu diskutieren - auch im Blick darauf: was können wir für Österreich aus dem Buch ziehen, denn die Zunahme der konservativen Rechten ist kein deutsches Problem, sondern das der europäischen / westlichen Länder (Frankreich, Italien, Ungarn, USA.......)


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