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Vielleicht Esther

Ausgezeichnet mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis 2013, dem Aspekte-Literatur-Preis 2014, dem Ernst-Toller-Preis 2015 und dem Schubart-Literaturpreis 2015

Hieß sie wirklich Esther, die Großmutter des Vaters, die 1941 im besetzten Kiew allein in der Wohnung der geflohenen Familie zurückblieb? Die jiddischen Worte, die sie vertrauensvoll an die deutschen Soldaten auf der Straße richtete – wer hat sie gehört? Und als die Soldaten die Babuschka erschossen, »mit nachlässiger Routine« – wer hat am Fenster gestanden und zugeschaut?
In Kiew und Mauthausen, Warschau und Wien legt Katja Petrowskaja Fragmente eines zerbrochenen Familienmosaiks frei – Stoff für einen Epochenroman, erzählt in lapidaren Geschichten. Die Autorin schreibt von ihren Reisen zu den Schauplätzen, reflektiert über ein zersplittertes, traumatisiertes Jahrhundert und rückt Figuren ins Bild, deren Gesichter nicht mehr erkennbar sind. Ungläubigkeit, Skrupel und ein Sinn für Komik wirken in jedem Satz dieses eindringlichen Buches.
Rezension
"Schon jetzt ist die deutsche Gegenwartsliteratur um eine kluge, flamboyante und höchst eigenständige Stimme reicher."
Ijoma Mangold, DIE ZEIT 11.07.2013
Portrait
Petrowskaja, Katja
Geboren 1970 in Kiew, studierte Katja Petrowskaja Literaturwissenschaften in Tartu (Estland) und promovierte 1998 in Moskau. Seit 1999 lebt sie in Berlin. 2014 erschien ihr preisgekröntes Debüt Vielleicht Esther.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 285
Erscheinungsdatum 06.04.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-46596-7
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 18,8/11,6/2 cm
Gewicht 261 g
Abbildungen mit 14 Abbildungen
Auflage 3. Auflage
Buch (Taschenbuch)
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Jüdische Identität heute. Familiengeschichte einer abwesenden Familie mit Einfluss. Großartig!

Kundenbewertungen

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"...dieser Krieg (ist) dein Ursprung..., deine Geschichte, deine Antike (...)." (321)
von Miri am 17.11.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Ich-Erzählerin Katja, begibt sich auf die Suche nach ihren Verwanden/ihrem Stammbaum. Viele Fragen bleiben jedoch unbeantwortet, da der Großteil der Familie schweigt, verschollen bleibt oder nicht mehr am Leben ist. Ihr bleibt nichts anderes übrig als in Archiven und an Gedenkstätten ihren Drang nach „(Ge-)Wissen“ zu befriedigen... Ich-Erzählerin Katja, begibt sich auf die Suche nach ihren Verwanden/ihrem Stammbaum. Viele Fragen bleiben jedoch unbeantwortet, da der Großteil der Familie schweigt, verschollen bleibt oder nicht mehr am Leben ist. Ihr bleibt nichts anderes übrig als in Archiven und an Gedenkstätten ihren Drang nach „(Ge-)Wissen“ zu befriedigen/zu stillen. Als sie die Orte betritt, wo unzählige Menschen ermordet wurden, plagt sie der Gedanke der Kontaminierung/Überschreibung und Selektion. Sowie ihre fast blinde Oma manchmal das Blatt beim Niederschreiben ihrer Memoiren nicht gewechselt hatte und einfach das Vorige mit Neuem überschrieben hatte, so findet sie auch diese Orte vor (Bahnhof Berlin, Babij Jar - Kiew, Mauthausen, St.Johann und viele andere). „Bleibt ein Ort derselbe Ort, wenn man an diesem Ort mordet, (…), später zehn Mahnmale errichtet, der eigenen Opfer einmal pro Jahr gedenkt oder meint, man habe damit nichts zu tun?“ (224). „Zehn Denkmäler, aber keine gemeinsame Erinnerung, sogar im Gedenken setzt die Selektion sich fort. Was mir fehlt, ist das Wort Mensch.“ (234). Sie realisiert, dass ohne Krieg, auch sie keine Geschichte hätte. Toll geschrieben. Man spürt die Verzweiflung beim Lesen. Viele Stellen bringen einen zum Nachdenken und Innehalten. Wir alle sind durch den Krieg geformt, der weder Verlierer noch Gewinner hatte/hat (so scheint es mir), weil durch die unzähligen Toten an beiden Seiten, hat die ganze Menschheit verloren. Unmenschlichkeit der Menschlichkeit. Ein tolles Werk, das zeigt wie die Sowjets den Krieg gedenken dürften - nur Helden wurden geehrt, Kriegsgefangene und Opfer des Holocausts (Zigeuner, Behinderte, Juden...) dürften noch viele Jahre nach dem Krieg kein Teil der Erinnerung und Huldigung sein. Werk, das mahnt und auch die absichtlich vergessenen Opfer ehrt. Sehr lesenswert. Meine absolute Empfehlung.

ein wunderbares Buch
von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 15.12.2015
Bewertet: gebundene Ausgabe

Lesenswert von der ersten bis zur letzten Seite. Für alle, die sich für Familiengeschichte, offene und "geheime" Erinnerung und die Frage nach Identität interessieren. Wunderbar erzählt, voller Überraschungen sprachlich wie erzählerisch. Mein Highlight 2015

Berechtigt
von einer Kundin/einem Kunden am 24.06.2014
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Über den Bachmann-Preis kann man ja vieles sagen. Höchstes Lob bis hin zum lieblosen Schriftstellergeschiebe. Dennoch, immer wieder setzen sich Autoren und Autorinnen durch, welche a) berechtigt sich als Sieger rühmen dürfen, und b) auch Bestand in der Welt der Literatur haben. So auch diesmal. Sich mit der Geschichte ihrer Fami... Über den Bachmann-Preis kann man ja vieles sagen. Höchstes Lob bis hin zum lieblosen Schriftstellergeschiebe. Dennoch, immer wieder setzen sich Autoren und Autorinnen durch, welche a) berechtigt sich als Sieger rühmen dürfen, und b) auch Bestand in der Welt der Literatur haben. So auch diesmal. Sich mit der Geschichte ihrer Familie auseinandersetzend, für sich selber den jüdischen Wurzeln nachgehend schafft Petrowskaja ein äußerst dichtes Werk, welches zu lesen sich mehr als lohnt.