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Meine Bewertungen

Blackwood

Mine_B , am 24.04.2019

Bisher habe ich noch nichts von der Autorin Britta Sabbag gelesen. Ihr Werk „Blackwood – Briefe an mich“ habe ich als Hörbuch, erschienen bei „Der Audio Verlag“ gehört, wo es als ungekürzte Lesung erschienen ist.

Die Gestaltung des Hörbuches empfand ich als ansprechend, hier wurde viel Liebe ins Detail gesteckt und es passte zum Inhalt des Hörbuches. Auch die Sprecher haben mir zugesagt. Zunächst musste ich mich erst einmal an die Stimme von Milena Karas gewöhnen, aber nach einer kurzen Eingewöhnungsphase haben sich diese Startschwierigkeiten gelegt, auch fand ich, dass die Stimme gut zur Protagonistin Gesine gepasst hat. Gut gefallen haben mir auch die männlichen Sprecher. Sie konnten mich an ihren Part fesseln, gerne habe ich ihnen gespannt zugehört und dem Verlauf der Geschichte verfolgt. Auch die Musikeinlagen, welche nicht zu häufig eingespielt wurden, fand ich passend und diese haben das Gesamtpaket des Hörbuches abgerundet.
Gut gefallen hat mir auch die Idee mit dem Radiosender. Blackwood ist wahrlich nur ein kleines Dorf in Irland, wo jeder jeden kennt. Dies ist die Art des Dorfes, den Buschfunk am Leben zu erhalten und ihre Informationen über das Dorfleben und dessen Bewohner zu beziehen. Im Radiosender wird alles diskutiert, was nicht immer von Vorteil ist, aber de Art und auch die Umsetzung des Radiosenders haben mir gefallen. Sie haben meiner Meinung nach das Buch aufgelockert und nochmal wichtige Geschehnisse zusammengefasst. Teilweise kam ich mir selber wie ein Bewohner von Blackwood vor, der seinen Tratsch aus dem Radio bezieht.
Die weibliche Protagonistin ist Gesine. Nach dem tragischen Unfalltod ihrer Mutter kommt sie zu ihrer Tante. Sie muss von Wien in ein kleines Dorf in Irland ziehen. Dort muss sie sich an dessen Gewohnheiten und Traditionen gewöhnen. Vieles ist für sie nicht nachvollziehbar oder verständlich. Dabei nimmt sie oftmals diverse Fettnäpfchen mit und lässt selten eine Gelegenheit aus, um der Situation eine gewisse Tragik zu vermitteln. Zusammen mit Gesine lernt man Blackwood, dessen Bewohner und ihre Eigenarten besser kennen und verstehen. Recht häufig hätte ich sie zu gerne geschüttelt, da sie so ein typisches Teenagerverhalten an den Tag legt. Sie schaukelt die Situation unnötig auf, macht sich selber richtig fertig und am Ende wird es doch ganz anders. Kleinigkeiten werden zu einen wichtigen und bedeutungsvollem Ereignis, welches nicht einfach zu erreichen ist. Auch manchmal hat sie sich für mich zu sehr wie ein typischer Teenager verhalten, da hätte ich sie gerne mal geschüttelt. Ich muss leider gestehen, dass ich mich Gesine nicht immer warm geworden bin, manchmal war mir ihr Verhalten zu unreif und unbedacht. Spannend wird es eigentlich in meinen Augen erst, als sie einen Brief von ihrem zukünftigen Ich bekommt. Allgemein fand ich den Aspekt mit dem magischen Schreibtisch sehr ansprechend, hier hätte ich mir gewünscht, dass dies mehr ausgebaut wird. Diese Briefe sind zwar ein wesentlicher Aspekt des Buches, jedoch hatte ich mir einfach mehr davon erhofft.
Der männliche Gegenpart ist Arian. Er wirkte auf mich recht blass – wichtiges Merkmal von ihm: seine Familie ist reich und er will mit der Familientradition brechen. Hier hätte ich mir mehr charakterliche Entwicklung gewünscht.
Allgemein fehlt mir persönlich hier ein bisschen das mystische Etwas. Ich hoffte, dadurch dass das Buch in Irland spielt, wird dies stärker in die Geschichte eingebunden. Aber der Glauben und die Traditionen der Iren spielen hier nur eine untergeordnete Rolle. Dies fand ich etwas schade. Der Schwerpunkt des Buches lag eher auf dem Liebesdrama, welches mich jedoch leider nicht packen konnte.
Positiv möchte ich noch den Erzählstil erwähnen. Dieser war locker, man konnte der Geschichte gut folgen. Auch gab es einige humorvolle Stellen, sodass ich während des Hörens öfters mal Lachen musste.

„Blackwood – Briefe an mich“ von Britta Sabbag ist ein nettes Buch für zwischendurch. Das Hörbuch ist wunderbar umgesetzt und zu gerne habe ich der Geschichte gelauscht. Leider bin ich mit den Protagonisten nicht richtig warm geworden und auch der Schwerpunkt war etwas anders gelegt, als ich gehofft hatte. Dennoch habe ich den Verlauf der Geschichte gerne mitverfolgt. Daher möchte ich 3,5 Sterne vergeben.

Blackwood - Britta Sabbag
Blackwood
von Britta Sabbag
(41)
Buch (gebundene Ausgabe)
18,99

Die Töchter von Ilian

Mine_B , am 25.03.2019

Das neue Buch von der Autorin Jenny- Mai Nuyen trägt den Titel „Die Töchter von Ilian“ und ist wieder mal ein Fantasy- Roman aus ihrer Feder, auf den ich mich sehr gefreut habe. Ich war sehr auf ein weiteres Fantasy- Werk von Nuyen gespannt, dementsprechend hoch waren meine Erwartungen.

Ihre früheren Fantasybücher wie z.B. Nijura oder Nocturna habe ich damals verschlungen. Als ich gelesen habe, dass Nuyen ein weiteres High- Fantasy- Werk veröffentlicht, habe ich mich darauf gefreut und konnte es kaum erwarten. Meine Erwartungen waren recht hoch. Und leider muss ich gestehen, dass diese nicht vollständig erfüllt wurden.
Positiv möchte ich den poetischen und bildhaften Schreibstil von Nuyen hervorheben. Dieser ist wortgewaltig und hat mich in eine fantastische Welt katapultiert. Ich hatte das Gefühl, mit den Charakteren zusammen ein Abenteuer zu erleben und konnte mich in diesem Erzählstil richtig fallen lassen. „Die Töchter von Ilian“ hat viele spannende Passagen und recht unvorhersehbar. Einige Wendungen werden in die Geschichte eingebaut, die ich so nie erwartet hätte – oftmals wurde ich überrascht und die Geschichte entwickelte sich in eine ganz andere Richtung als ich vermutet hätte, wirkte dabei aber dennoch stimmig. Dies muss man Nuyen lassen, eine Geschichte spannend und vielschichtig aufbauen, kann sie. Die Grundidee konnte mich ebenfalls überzeugen. Die Geschichte rund um die vier Iliaden empfand ich fesselnd und überzeugend, welches ein solides Konzept abgegeben hat. Auch das Worldbuilding fand ich ansprechend. Eine vielseitige Welt mit einer eigenen Geschichte und unterschiedlichen Völkern und Traditionen wird erschaffen, sie besticht durch individuelle Ideen, die mit klassischen Ansätzen kombiniert werden. Die einzelnen Völker, welche diese Welt besiedeln, werden gut und umfangreich beleuchtet, sodass man einen guten Einblick in ihre Kultur erhält. Im Buch sind auch ein Personenregister und eine Landkarte beigefügt wurden. Besonders zu Beginn fand ich diese recht hilfreich und habe sie gerne zu Rate gezogen.
Die Charaktere sind vielschichtig und haben ihre Ecken und Kanten. Die wichtigen Personen haben ihre eigene Geschichte, welche sie zu ihrem Handeln antreibt und dieses auch nachvollziehbar macht. Walgreta ist eine noch recht junge Zwergin, die bei den Weisen Frauen gelernt hat. Sie hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und ist willensstark. Walgreta ist bereit, für ihre Meinung einzutreten und vertritt diese auch, auch wenn es manchmal sinnvoll gewesen wäre, diese nicht immer laut kundzutun. Fayanu ist ein Waldelf in Begleitung einer Gans. Von seinem Volk hat er eine schicksalsschwere Aufgabe übertragen bekommen, mit dessen er hadert. Er sucht seine Aufgabe in dieser Welt, will diese aber auch zu einer besseren machen. Rianon ist ein Fürst der Urier, er strebt nach Macht, ist aber im Vergleich zu anderen Männern seines Volkes noch recht human. Leider muss ich gestehen, dass ich trotz der Vielseitigkeit der Charaktere keine richtige Bindung zu diesen aufbauen konnte. Ich habe ihre Entwicklungen mit verfolgt und war auch gespannt, was sie noch alles erleben werden, welche Aufgaben sie meistern müssen – aber einen Zugang zu ihnen habe ich leider nicht gehabt. Mit Walgreta bin ich bis zum Ende des Buches leider nicht warm geworden- Fayanu ist mir da schon eher sympathisch geworden, wobei es auch bei ihm Passagen gab, da hätte ich ihn gerne voran gestoßen. Allgemein waren mir die Urier viel zu präsent. Dieses Volk ist recht rau und kämpferisch. Hier hätte ich mir ein paar Kürzungen gewünscht. Diverse kriegerische Auseinandersetzungen werden ausgefochten - nicht immer habe ich diese als spannend empfunden. Bei anderen Szenen hätte ich mir mehr Infos gewünscht – z.B. über das Volk der Elfen oder vielleicht auch über die Iliaden.

Jenny- Mai Nuyen hat mit „Die Töchter von Ilian“ ein vielschichtiges, komplexes High- Fantasy- Werk mit einem überzeugendem Worldbuilding erschaffen. Doch leider habe ich keinen Zugang zu den Protagonisten gefunden. Die Grundidee konnte mich aber dennoch überzeugen. Daher möchte ich 4 Sterne vergeben.

Die Töchter von Ilian - Jenny-Mai Nuyen
Die Töchter von Ilian
von Jenny-Mai Nuyen
(33)
Buch (Paperback)
16,99

Wolfswille

Mine_B , am 05.03.2019

Das Buch „Wolfswille“ war mein erstes Werk aus der Feder von Melanie Vogltanz. „Wolfswille“ gehört zur „Schwarzes Blut“- Reihe. Leider wusste ich dies nicht vor dem Lesen, jedoch hat es sich ohne Vorkenntnisse ohne Probleme lesen lassen, ich hatte keine Schwierigkeiten der Handlung zu folgen.

Dieses Werk ist eine Mischung aus Fantasy und Krimi in einem historischen Setting. Dieser Genremix hat mir gut gefallen. Auch die fantastischen Elemente, wie zum Beispiel die Wesen Wolfsmensch oder auch Vampir, konnten mich überzeugen. Der Kriminalaspekt hat mir ebenfalls gut gefallen. In diesem Buch wird eine Verfolgungsjagd thematisiert. Ein Serienmörder a la Jack the Ripper macht London unsicher und wird vom Protagonisten Alfio gejagt
Der Schreibstil von Melanie Vogltanz ist sehr angenehm, sodass sich das Buch flüssig lesen lässt. Auch gefällt mir ihre Darstellung des historischen Londons dieser Zeit. Man kann sich diese trostlose Atmosphäre und den Gestank von damals sehr gut vorstellen. Zusammen mit den Charakteren wandelt man in der damaligen Zeit und hat das Gefühl, dass man in diese zurückversetzt wurde. „Wolfswille“ ist vielseitig gestaltet. Einige Wendungen, welche die Geschichte nimmt, hätte ich so nicht erwartet und konnten mich auf jeden Fall überraschen. Diverse Szenarien hätte ich am Anfang vermutet und konnten mich vom Stil der Autorin, wie sie eine Geschichte aufbaut, überzeugen. Die Wendungen haben auf jeden Fall auch zur Handlung gepasst und waren in keinster Weise aus der Luft gegriffen. Sie waren plausibel und haben sich gekonnt in den Verlauf der Story eingebettet. Durch die unerwarteten Handlungsverläufe konnte der Spannungsbogen permanent aufrechterhalten werden. Jedoch gab es meiner Meinung ein paar Szenen, die man hätte kurzen können. Sie haben zu viel Raum eingenommen und das Buch etwas gestreckt, dabei jedoch meinen Lesefluss gestört. Die Spannung wurde unterbrochen, manchmal hätte ich mir ein paar Kürzungen gewünscht – manche Ausführungen haben nicht zur Handlung beigetragen und ich habe sie als störend empfunden.
Der Protagonist Alfio ist ein Wolfsmensch. Er hadert mit seiner Wolfsseite. Sein innerer Zwiespalt wird gut dargestellt. Dies habe ich als ansprechend empfunden. Seine permanente Angst vor dem Kontrollverlust und den Folgen, wenn er in die Wolfsform wechselt, sind gut dargestellt. Dadurch lebt Alfio recht isoliert. Er versucht, keine sozialen Kontakte zu pflegen, lässt keinen nah an sich heran, weil er mögliche Konsequenzen scheut. Auch hat Alfio eine harte Schale, aber einen weichen Kern. Seine Darstellung hat mir gut gefallen, ein sympathischer Protagonist, dessen Geschichte man gerne verfolgt. Gut gefallen haben mir auch die Andeutungen aus seiner Vergangenheit. Diverse Aspekte werden angesprochen, welche bestimmt noch weitergeführt werden. Diese machen neugierig und Lust auf mehr.
Leider konnte mich der Einstieg nicht überzeugen. Ich habe den Tagebucheintrag als holprig empfunden. Die eigentliche Handlung hat mir wesentlich besser gefallen. Der Prolog hat sich meiner Meinung nach etwas gezogen. Sobald ich diesen Prolog ausgelesen hatte, hat mir das Buch besser gefallen. Der Schreibstil und auch die Handlung konnten mich eher überzeugen. Durch den Prolog musste ich mich leider ein bisschen durchbeißen.

Insgesamt hat mir „Wolfswille“ von Melanie Vogltanz gut gefallen. Das Buch hat meiner Meinung nach ein paar Schwächen, über die ich aber getrost hinweglesen konnte. Die Geschichte von Alfio in dem längst vergangenen London habe ich mit Spannung verfolgt. Da ich jedoch finde, dass noch Luft nach oben ist, möchte ich 3,5 Sterne vergeben.

Vogltanz, M: Wolfswille - Melanie Vogltanz
Vogltanz, M: Wolfswille
von Melanie Vogltanz
(21)
Buch (Taschenbuch)
14,95

Sturmluft

Mine_B , am 04.03.2019

Die deutsche Autorin Julia Dippel hat mit dem Fantasy- Werk „Sturmluft“ den dritten Teil zu ihrer Izara- Reihe veröffentlicht. Mit Spannung habe ich auf die Weiterführung der Geschichte rund um Ari und Lucian gewartet. Meine Anforderungen und Hoffnungen an dieses Werk waren wirklich groß – konnten mich doch die beiden Vorgänger „Das ewige Feuer“ und „Stille Wasser“ vollkommen in ihren Bann ziehen. Umso überraschter war ich, dass meine Erwartungen nicht enttäuscht wurden. Hierbei möchte ich auch empfehlen, dass man vorher die ersten beiden Bücher aus dieser Reihe gelesen haben sollte, ohne diese kann man der Handlung von „Sturmluft“ sonst nicht folgen.


Nachdem der zweite Teil „Stille Wasser“ mit einem bösen Cliffhanger geendet hat, konnte ich es kaum erwarten, dass die Geschichte endlich weitergeführt wird. Ich musste einfach wissen, wie es weitergeht und habe daher den dritten Band mit Spannung erwartet.

Dank dem sehr angenehmen Schreibstil von Julia Dippel bin ich gut in das Buch reingekommen. Dass ich den vorherigen Band gelesen habe, war schon einige Zeit her, dennoch bin ich sofort mitten in der Handlung gewesen, was auch daran lag, dass der Inhalt von „Stille Wasser“ noch sehr präsent war. Wesentliche Handlungsstränge werden zu Beginn nochmal kurz in die Story mit eingebunden, sodass man das Wichtigste wieder in Erinnerung gerufen bekommt. Aber auch der bildgewaltige und humorvolle Stil haben dazu geführt, dass ich mich gleich wieder wie zu Hause gefühlt habe, sodass die Seiten nur so dahingeflogen sind. Dippel schreibt mit einer mitfühlenden Art, sodass die Emotionen der Charaktere gut transportiert werden und dabei geschickt mit der Handlung im Einklang stehen. „Sturmluft“ ist rasant, tempo- und actionreich. Man kommt von einer spannenden Szene in die nächste, als Leser kommt man kaum zu Luft. Viele unverhoffte Wendungen und Richtungswechsel werden eingebaut und man klebt quasi an den Seiten. Der Spannungsbogen wird permanent aufrechterhalten. Aber es gibt auch ruhige Sequenzen, in denen der Leser und auch die Protagonisten Luft holen können. Gut gefallen haben mir in diesen Passagen die Dialoge zwischen den einzelnen Charakteren. Man konnte sie dadurch besser verstehen und ihre Beweggründe nachvollziehen. Dippel schafft es auch in diesem Band wieder gekonnt, eine vielschichte Geschichte zu weben. Die einzelnen Handlungen sind miteinander verwoben, es erfolgt der Grundsatz, dass jeder Aktion auch eine Reaktion folgt. Man muss manchmal hinter die Fassade schauen, die einzelnen Charaktere und ihre Handlungen sind miteinander verwoben. Gekonnt werden sie verknüpft – dies steigert die Spannung, denn man wartet sehnsüchtig auf die Reaktion des Gegenpart und lauert, was hier wohl kommen mag.

Überzeugen konnten mich auch dieses Mal wieder die Charaktere. Wobei ich als kleinen Kritikpunkt anbringen möchte, dass mir die Freunde von Ari in diesem Buch etwas zu kurz gekommen sind. Gerne hätte ich mehr über ihr Leben erfahren, während Ari ihren Weg geht. Mir hat hier einfach etwas gefehlt – dieses harmonische und freundschaftliche Miteinander. Eine taffe Gruppe, die sich gegenseitig unterstützt – mir war hier Ari viel zu präsent. Im Mittelpunkt stand eindeutig, wie sie mit ihren Problemen umgeht, wie sie versucht, mit dem Verlust von Lucian klarzukommen. Wobei mich Ari auch hier wieder überzeugen konnte, das will ich mit diesen Sätzen gar nicht schlecht reden. Mir war nur manchmal zu viel der Fokus auf Ari gelegt wurden. Besonders positiv hervorheben möchte ich Tristan. Dieser Charakter hat diverse Emotionen in mir hervorgerufen. Kleine Einblicke hinter seine Fassade, seine Maske haben mir hier besonders gefallen. Viele Charaktere bestechen durch ihre Vielschichtigkeit und konnten nicht vollkommen überzeugen. Auf Lucian möchte ich hier nicht weiter eingehen, da dies zu sehr spoilern würde.

Auch sollte man sich vor dem Lesen bewusst sein, dass auch diesmal wieder ein gewisser Aspekt auf den Emotionen und auch auf der Liebesgeschichte zwischen Ari und Lucian liegt. Die Geschichte zwischen den beiden nimmt einen gewissen Raum ein, ist aber nicht der Mittelpunkt der Handlung.



Auch diesmal konnte mich Julia Dippel wieder vollkommen überzeugen – sowohl von ihrem Schreibstil, der Handlung als auch den Charakteren. Das Gesamtkonzept hat mich erneut überzeugt und bis auf ein paar Kleinigkeiten war ich rundum mit dem Fantasy- Buch begeistert. Daher möchte ich 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung vergeben.

Izara 3: Sturmluft - Julia Dippel
Izara 3: Sturmluft
von Julia Dippel
(43)
Buch (gebundene Ausgabe)
16,00

Emily Bones

Mine_B , am 09.01.2019

Gesa Schwartz hat mit „Emily Bones – Die Stadt der Geister“ eine schaurig- schöne Geistergeschichte geschrieben, welche ab 10 Jahren empfohlen wird.

Von der Autorin Gesa Schwartz kannte ich bereits andere Fantasy- Bücher für Erwachsene und war daher sehr auf ihr Kinderbuch gespannt. Der Schreibstil von ihr ist ja doch recht speziell und daher war ich sehr auf die Umsetzung gespannt.
Zuerst ist mir die liebevolle Gestaltung positiv aufgefallen. Sie hat mich sofort überzeugen können und hat meine Neugier auf den Inhalt des Buches noch gesteigert. Der Schreibstil von Schwartz ist angenehm, phantasievoll und poetisch. Jedoch war ich positiv überrascht, dass der typische Erzählstil von der Autorin hier nicht so zum tragen kommt. Geschickt werden Bilder gemalt, in der poetischen Weise von Schwartz, bloß nicht so intensiv, wie ich es bisher von ihren bisherigen Büchern gewohnt war. Dies hat mir gut gefallen, es hat besser zu einem Kinder- /Jugendbuch gepasst. Schwartz zeichnet in „Emily Bones“ gekonnt ein ansprechendes Setting, man lernt Paris und seine schaurig- schöne Seite besser kennen. Das Setting wird gekonnt in die Handlung eingebunden und verstärkt die Atmosphäre. Auch dieses gekonnte Miteinander hat mich wieder vom Stil der Autorin überzeugen können.
Gut gefallen haben mir auch die Charaktere. Diese sind gut ausgearbeitet, vielseitig und wirklich liebevoll gestaltet. Sie passen einfach zur Handlung und auch zur Atmosphäre und transportieren die Geschichte wunderbar. Allein die ganzen Wesen auf dem Friedhof fand ich wunderbar. Wie sie Emily aufnehmen und in ihren Kreis einführen, als sie als Geist auf diesem Friedhof erwacht. Klar, gibt es Anfangsschwierigkeiten – aber man muss ja auch erst mal überwinden, dass man als Geist wiedergeboren wurde. Protagonistin in das Mädchen Emily. Recht schnell erfährt man, wie sie gestorben ist und warum sie als Geist jetzt ihr Unwesen treibt. Sie hat ihr Herz am richtigen Fleck. Besonders ihre enge Bindung zu ihrer Schwester hat mir gut gefallen. Auch ist Emily mutig und kämpferisch, sie lässt sich nicht so schnell von ihrem Vorhaben abbringen und kämpft für ihre Sache. Ihre liebevolle und dennoch gewitzte Art konnten mich überzeugen. Emily ist ein Mädchen, welches Mut spendet und war mir sofort sympathisch, auch wenn sie manchmal flucht wie ein junger Kesselflicker. Dies hat die Situation gekonnt aufgelockert und ich mochte ihre Art einfach. Aber auch die anderen Charaktere waren liebevoll ausgearbeitet und haben die Geschichte bereichert.
Trotz all dieser positiven Aufzählungen hatte ich leider so meine Schwierigkeiten mit dem Buch. Irgendwie konnte es mich nicht immer in seinen Bann ziehen – teilweise gab es langatmige Passagen, welche die Spannung des Buches deutlich gedämpft haben. Der Spannungsbogen konnte meiner Meinung nach nicht immer aufrechterhalten werden, ein paar Kürzungen hätten dem Buch gutgetan. Auch das eigentlich spannende Finale konnte mich nicht vollständig in seinen Bann ziehen. Es war gut umgesetzt, die Lösung hat mir gefallen, dennoch musste ich mich zwingen, die letzten Seiten nicht nur zu überfliegen. Die Geschichte und dessen Umsetzung konnten mich leider nicht vollständig überzeugen.

Mit „Emily Bones- Die Stadt der Geister“ hat Gesa Schwartz ein schaurig- schönes Jugendbuch auf den Markt gebracht, welches mich leider nicht komplett überzeugen konnte. Ein wundervolles Setting mit einer ansprechenden Atmosphäre und liebevollen Charakteren, dennoch konnte mich die Geschichte nicht hundertprozentig fesseln. Daher möchte ich 3,5 Sterne vergeben.

Emily Bones - Gesa Schwartz
Emily Bones
von Gesa Schwartz
(34)
Buch (gebundene Ausgabe)
15,00

Spiel der Krone

Mine_B , am 09.01.2019

„The Crown’s Game“ aus der Feder von Evelyn Skye ist der Auftakt einer fantastischen Reihe, welche im alten Russland spielt - der erste Band ist an das frühe 19. Jahrhundert angelehnt.

Sowohl Cover als auch Klappentext und eine Leseprobe haben mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht. Es hat sich gut anlesen lassen und hat einen spannenden Kampf im Spiel der Krone versprochen. Jedoch wurden meine Erwartungen nur zum Teil erfüllt.
Zuerst möchte ich den angenehmen Schreibstil von Skye loben. Ich habe dank ihrer Beschreibungen gut in das Buch herein gefunden und besonders das Setting und die damit verbundene Atmosphäre haben mir sehr gefallen. Ich bin quasi im alten Russland spazieren gewesen, habe dieses Land ein bisschen besser kennen gelernt und habe es einfach genossen, eine Geschichte in diesem Setting zu lesen. Die Landschaftsbeschreibungen, welche gekonnt in die Handlung eingebunden wurden, habe ich genossen und hatte so ein Bild von der damaligen Zeit vor meinem Auge. Auch die Grundidee konnte mich begeistern. Zwei starke Magier gibt es in Russland, jedoch darf es nur einen geben, damit dieser vollständig auf die Magie zugreifen darf. Daher wird das Spiel der Krone ausgerufen. Die beiden Magier müssen ihr Können unter Beweis stellen und den Zar von ihrem Talent und ihrer Kraft überzeugen. Für einen von beiden geht dieses Spiel tödlich aus. Ich hatte mir in diesem Rahmen ein spannendes und dramatisches Spiel vorgestellt, indem die beiden Kontrahenten verbissen gegeneinander kämpfen und versuchen, den anderen zu übertrumpfen. Schließlich ist es ein Spiel um Leben und Tod. Sie müssen dem Zar beweisen, dass sie das Reich besser verteidigen können. Jedoch empfand ich die Umsetzung als mangelhaft. Es hat an Spannung und Dramatik gefehlt. Thema vom Spiel der Krone war der anstehende Geburtstag vom Zarensohn Pascha. Die Stadt wurde dekoriert oder Sachen zur Belustigung erfunden. Unterschwellig wurde versucht, dem anderen zu schaden, aber ohne es wirklich zu wollen. Aus dieser Grundidee hätte man viel mehr machen können und das Potential wurde einfach nicht genutzt, was wirklich schade ist. So wird daraus eher ein langweiliges Spiel, welches der Verschönerung der Stadt dient. Dramatik habe ich hier vergebens gesucht. Aus dem Spiel der Krone hätte man so viel machen können. Der allgemeine Aufbau und dessen Ablauf wurden mangelhaft umgesetzt und auch die Aufgaben innerhalb dessen hätte man besser darstellen können.
Erzählt wird das Buch aus mehreren Perspektiven. Hierbei erfährt man abwechselnd die Geschichte aus der Sicht der beiden Magier Vika und Nikolai, welche gegensätzlicher nicht sein könnten. Vika ist ein wildes Mädchen, sie ist mit ihrem Vater auf einer kleinen Insel relativ isoliert aufgewachsen. Sie beweist im Verlauf des Buches öfters ihren Mut und Tatendrang, kann aber auch recht naiv reagieren. Nikolai ist dagegen ein zivilisierter junger Mann, welcher direkt in St. Petersburg in edlen Kreisen aufgewachsen ist. Er ist eher still und bedacht, im Verlauf des Buches ist er mir ans Herz gewachsen. Zwischen den beiden Protagonisten entwickelt sich natürlich immer mehr eine Bindung. Sie interessieren sich für den anderen Magier und eine Zuneigung ist absehbar. Mich hat die Beziehung zwischen den beiden nicht überzeugen können. Sie wirkte auf mich recht konstruiert. Diverse Nebencharaktere werden in die Handlung mit eingebaut, wobei hier besonders Pasche, der Sohn vom Zar, hervorsticht. Auch seine Person wurde interessant gestaltet und konnte mich begeistern. Von einem anderen Nebencharakter, welcher sogar einen einzelnen Erzählstrang bekam, hatte ich mir mehr erhofft. Diese Person war irgendwie nur Mittel zum Zweck. Mehr verrate ich hier nicht, dies würde zu sehr spoilern.

Evelyn Skye hatte mit „The Crown’s Game“ eine tolle Grundidee, welche leider nur mangelhaft umgesetzt wurde. Meiner Meinung nach wurde hier viel Potential verschenkt, mehr Spannung und Dramatik hätte dem Buch gut getan. Daher möchte ich 3,5 Sterne vergeben.

The Crown's Game - Evelyn Skye
The Crown's Game
von Evelyn Skye
(42)
Buch (gebundene Ausgabe)
17,95

Awaking

Mine_B , am 08.01.2019

Die mir bisher unbekannte Autorin Lea Weiss hat mit „Awaking – Das Erwachen der Gabe“ ein Romantasy- Buch zum Thema Engel geschrieben, welches mich von der Grundidee neugierig gemacht hat.

Als ich den Klappentext gelesen habe, hat mich die Grundidee interessiert. Eine Geschichte über Engel, wobei es auch böse Exemplare geben soll, welche Seelen jagen, hat mich angesprochen. Ich war auf die Umsetzung gespannt und hatte gehofft, dass die Liebesgeschichte geschickt in die Handlung mit eingebunden wurde. Doch leider wurde ich enttäuscht.
Gefühlreich wird die Geschichte erzählt. Viele Emotionen sind thematisiert wurden und oftmals stehen sie auch im Vordergrund. Man erfährt viel über das Gefühlschaos der Protagonistin Rose, welches wohl charakteristisch für einen Teenager ist. Der Schwerpunkt des Buches liegt meiner Meinung nach definitiv auf der emotionalen Ebene. Dies führte dazu, dass die Erzählung für mich persönlich etwas zu kurz kam. Mir haben Beschreibungen gefehlt, ich konnte keinen Zugang zur Geschichte finden, teilweise kam mir die actionreiche Spannung, die einen Konflikt zwischen den einzelnen Engelkategorien ja eigentlich haben müsste, einfach zu kurz und wurde kaum thematisiert. Auch hatte ich meine Probleme mit der Art des Erzählens. Dies führte wohl dazu, dass ich keinen Zugang zur Geschichte gefunden habe. Oftmals hat mir die Spannung gefehlt, diverse Passagen habe ich als langwierig empfunden, sie haben das Buch ausgebläht und waren für die Handlung eigentlich unnötig.
Die Protagonistin namens Rose ist ein Teenager, sie hat ihre Mutter bei einem Verkehrsunfall verloren und lebt daher mit ihrem Vater allein. Dieser ist recht wohlhabend, aber mehr an seiner Arbeit interessiert als an dem Leben seiner Tochter. Rose ist ein recht einfühlsames Mädchen, an sich hat sie recht typische Probleme. Dennoch steckt in ihr mehr als sie eigentlich ahnt. Der männliche Gegenpart ist Chulo, ein Engel, welcher Rose vor den gefallenen Engeln gerettet hat, obwohl er dies eigentlich nicht tun dürfte. Seine Entwicklung war recht interessant dargestellt. Auch erfährt der Leser einiges aus seiner Gedankenwelt. Er ist ein recht grüblerischer Engel, welcher über die Prinzipien der Welt, wie er sie kennt, nachdenkt. Recht schnell entwickelt sich eine Anziehung zwischen den beiden. Eine richtige Erklärung bzw. eine Basis für ihre Liebesbeziehung habe ich leider vergeblich gesucht. Auf mich wirkte diese recht konstruiert und platt. Mir hat auch in diesem Aspekt der Geschichte die Tiefe gefehlt.
Anhand des Klappentextes habe ich einfach mehr erwartet, vielleicht auch etwas anderes. Ich hatte gehofft, dass der Konflikt mit den gefallenen Engeln eher im Vordergrund steht. Dass ihre Geschichte ausgebaut wird, dass dadurch Spannung aufgebaut wird. Doch leider stand in diesem Buch definitiv die Liebesgeschichte im Vordergrund, welche auf mich leider auch noch konstruiert wurde. Ich bin für dieses Buch wohl einfach das falsche Publikum.
Das Ende ist so gestaltet, dass eine Fortsetzung der Geschichte denkbar wäre. Diverse Erzählstränge werden abgeschlossen, einige Aspekte bleiben jedoch offen.

Insgesamt konnte mich Lea Weiss mit ihrem Romantasy- Werk „Awaking – Das Erwachen der Gabe“ leider nicht überzeugen. Mir haben einfach die Tiefe und auch die fesselnde Handlung gefehlt. Vielleicht bin ich einfach auch mit falschen Erwartungen an das Buch herangegangen. Diese Geschichte werde ich, falls es eine Fortsetzung geben sollte, wohl nicht weiter verfolgen. Ich hatte mir mehr Handlung und weniger platte Liebesgeschichte erhofft. Diese Erwartung wurde jedoch nicht erfüllt. Daher kann ich leider nur 2 Sterne vergeben.

Awaking - Lea Weiss
Awaking
von Lea Weiss
(22)
eBook
3,99

Der Spielmann

Mine_B , am 07.01.2019

Der Autor Oliver Pötzsch hat mit „Der Spielmann“ den Auftakt seiner Faustus- Reihe geschrieben, welche man in das Genre der historischen Romane einordnen kann.

Ich habe bereits andere Werke aus der Feder von Oliver Pötzsch gelesen, welche mich bisher alle in ihren Bann gezogen haben. Thematisch hat mich auch sein neustes Werk angesprochen. Ein Buch über die historische Persönlichkeit Johann Georg Faustus. Daher war ich sehr gespannt auf dieses Werk und auch diesmal konnte mich Pötzsch von seinem Schreibtalent überzeugen.
Der Autor hat einen sehr angenehmen Schreibstil, dieser ist bildreich und packend. Dieser fesselnde Stil schafft es, dass die Seiten des umfangreichen historischen Werkes nur so dahinfliegen und man in eine längst vergangene Zeit hineingezogen wird. Dabei habe ich den Alltag vergessen können und habe zusammen mit Johann Georg Faustus einige Abenteuer bestreiten dürfen. Pötzsch gestaltet dieses Buch durchweg spannend. Einige interessante Wendungen, welche ich so nicht erwartet hätte, wurden eingebaut. Immer neue Aspekte wurden in die Geschichte eingeflochten und haben dazu geführt, dass man sowohl den Protagonisten als auch die damalige Zeit besser kennen gelernt hat. Jeder Seite merkt man an, dass eine umfangreiche Recherche zugrunde liegt. Gut gefallen hat mir hierbei die Mischung aus Fakten und Fiktion. Nicht immer ist erkennbar, ob hier ein wirkliches Geschehnis vorliegt, aber bei vielen Passagen kann man die vielseitigen Ausschmückungen und Erfindungen des Autors bewundern. Der Autor hat sich intensiv mit dem Thema beschäftigt und hat dabei einiges an Herzblut in dieses Projekt einfließen lassen. Diverse Zitate wurden in die Handlung eingebunden und es hat mir große Freude bereitet, wenn ich eins entdeckt habe. Ansprechend empfand ich auch die beigefügte Karte, welche ich gerne als Orientierungshilfe genutzt habe, oder auch das Nachwort des Autors.
Man lernt den Protagonisten Johann Georg, welcher von seiner Mutter liebevoll Faustus genannt wird, bereits in jungen Jahren kennen. Man erfährt das ein oder andere über seine nicht immer schöne Kindheit und wird mit ihm zusammen reifer und lernt immer mehr dazu. Faustus ist bereits in seiner Kindheit ein wissbegieriger und zielstrebiger Junge, diese Eigenschaften legt er auch mit fortschreitendem Alter nicht ab. Er strebt nach immer größerem Wissen und will die Geheimnisse der Welt erkundigen. Dabei merkt er recht oft nicht, was das für sein Umfeld oder seine Freunde bedeutet. Ein wichtiger Wegbegleiter ist der Magier Tonio del Moravia, er nimmt ihn nach einem Schicksalsschlag auf und wird sein Lehrmeister. Doch nicht alles ist immer so, wie es zunächst scheint. Tonio hat auch seine Schattenseiten und mit diesen wird Faustus konfrontiert. Ich muss leider gestehen, dass mir Johann Georg über die gesamte Anzahl an Seiten nicht wirklich sympathisch geworden ist. Leider ist er mir nie wirklich ans Herz gewachsen. Es war spannend und interessant, über ihn zu lesen, aber sein Umgang mit seinen Mitmenschen hat mich wohl davon abgehalten, dass er mir sympathisch wurde. Dennoch wurde er vielseitig gezeichnet und ich fand es gut, dass Faustus nicht als schillernde Persönlichkeit dargestellt wurde, dass auch Schattenseiten aufgezeigt wurden. Auch gut gefallen haben mir diverse Nebencharaktere, welche mir teilweise schon eher ans Herz gewachsen sind. Ihre Geschichten habe ich ebenfalls mit großem Interesse verfolgt.
Pötzsch hat diverse interessante Ausführungen in die Handlung einfließen lassen. Zum Beispiel die Erstellung von Horoskopen oder auch das Leben als Gaukler, wie es damals gewesen sein könnte, konnten mich in ihren Bann ziehen. Sie haben das Buch vielseitiger gemacht, viele kleine Informationshappen wurden eingebaut und so hat man noch einiges über diese Zeit gelernt. Die Darstellung des Okkulten hat mir auch gefallen. Wobei ich mir an manchen Stellen nicht ganz sicher bin, ob hier fantastische Elemente mit eingebunden wurden oder ob der Autor uns nur die damaligen abergläubischen Denkweisen und Ansichten näher bringen wollte. Hier hoffe ich auf eine Erklärung im nächsten Band.

Insgesamt konnte mich Oliver Pötzsch mit „Der Spielmann“ wieder von seiner Art, Geschichten zu erzählen, überzeugen. Leider bin ich mit dem Protagonisten Faustus nicht richtig warm geworden, was dem Lesevergnügen keinen Abbruch getan hat. Jedoch ist meiner Meinung nach noch ein bisschen Luft nach oben, sodass ich 4 Sterne vergeben möchte.

Der Spielmann - Oliver Pötzsch
Der Spielmann
von Oliver Pötzsch
(57)
Buch (gebundene Ausgabe)
22,00

Die Prophezeiung des magsichen Steins

Mine_B , am 14.10.2018

Der Autor Stephan M. Rother hat mit „Die Prophezeiung des magischen Steins“ ein Fantasy- Buch für Jugendliche geschrieben. Bisher ist es ein eigenständiges Werk und lässt sich somit ohne Vorkenntnisse lesen.

Als ich den Klappentext zu diesem Buch gelesen habe, war sofort mein Interesse geweckt wurden. Und als ich dann auch noch gesehen habe, dass dieses Werk von Stephan M. Rother geschrieben wurde, wollte ich dieses nur zu gerne lesen. Hatte ich bereits einen Thriller und Fantasy für Erwachsenen von Rother gelesen, welche mir gut gefallen haben. Daher war ich sehr gespannt, ob der Autor auch Bücher für Jugendliche schreiben kann.
Der Schreibstil ist, wie bereits aus seinen anderen Werken gewohnt, bildlich gehalten. Hat man sich erst einmal an diesen blumigen und teilweise etwas ausschweifenden Stil gewohnt, dann lässt sich das Buch sehr flüssig lesen, man kann in eine fremde Welt vollständig eintauchen und den Alltag dabei vergessen. Auch gibt es einige humorvolle Stellen, welche gut platziert wurden. Gut gefallen haben mir auch die Lieder und Gedichte, welche in die Handlung eingebaut wurden. „Die Prophezeiung des magischen Steins“ wird aus verschiedenen Erzählperspektiven erzählt, sodass man in die jeweiligen Charaktere einen guten Einblick bekommt. Auch erhält man dadurch einen besseren Überblick in die parallel verlaufenden Handlungen. Diese vielseitige Beleuchtung hat mir gut gefallen und hat die Geschichte dreidimensionaler und interessanter gemacht.
Das Worldbuilding hat mir auch gut gefallen. Diese ist an eine mittelalterliche Welt, bevölkert mit fantastischen Wesen angelehnt. Es gibt Burgen und Schlösser mit Königen und Prinzen. Die Wesen sind hauptsächlich – neben den Menschen – Zwerge, Elfen, Gnome, Trolle oder auch Magier. Das Rad wird hier definitiv nicht neu erfunden, es wird auf Altbewährtes zurückgegriffen. Mir hat hier so ein bisschen die Individualität gefehlt. Man muss nicht immer etwas komplett Neues erfinden – aber so ein spezielles Wiedererkennungszeichen, welches ich hier leider vergebens gesucht habe. Auch die Story an sich ist nichts Neuwertiges. Ein Junge aus der Unterschicht, der am Hof lebt und sich in die Prinzessin verliebt. Ein magisches Artefakt, welches zur Bedrohung der Welt werden könnte, gelangt es in die falschen Hände – und eine Reisegruppe, die diese Welt retten soll. Auch ist die Geschichte recht schwarz- weiß. Es gibt entweder gut oder böse. Klar, dies ist ein Jugendbuch, welches ab zwölf Jahre empfohlen wird. Aber ich hätte mir ein bisschen mehr Komplexität gewünscht. Manchmal hat mir einfach das Besondere gefehlt, der Spannungsbogen bleibt permanent hoch – viele spannende Wendungen oder Passagen werden eingebaut. Neue Situationen werden entworfen, aber so einen Spannungsverlauf habe ich leider nicht entdeckt. Am Ende kam es zur entscheidenden Schlacht, welche wohl der Höhepunkt des Buches sein soll.
Die Charaktere haben mir gut gefallen. Dafydd, der männliche Protagonist, ist ein sympathischer Junge, welcher mir recht schnell ans Herz gewachsen ist. Seine Weiterentwicklung im Verlauf des Buches konnte mich überzeugen, er ist mit seinen Aufgaben gewachsen. Auch wie er mit dem Stein agiert, hat mir gefallen. Auch die Prinzessin wurde gut gezeichnet. Aber auch hier verläuft alles recht linear, was ich persönlich ein bisschen schade finde.

Insgesamt hat mir das Fantasy- Jugendbuch „Die Prophezeiung des magsichen Steins“ von Stephan M. Rother gut gefallen. Eine interessante, vielseitige und spannende Handlung mit sympathischen Charakteren. Jedoch hat mir hier das besondere Etwas gefehlt, sodass der Funke nicht komplett übergesprungen ist. Daher möchte ich 3,5 Sterne vergeben.

Die Prophezeiung des magischen Steins - Stephan M. Rother
Die Prophezeiung des magischen Steins
von Stephan M. Rother
(35)
Buch (Paperback)
15,00

Fünf plus drei

Mine_B , am 14.10.2018

Der skandinavische Autor Arne Dahl hat mit seinem Kriminalroma „Fünf plus drei“ einen neuen Fall von Berger und Blom auf den Markt gebracht. Die Vorgänger heißen „Sieben minus eins“ und „Sechs mal zwei“. Dies war mein erstes Buch von Arne Dahl, ich würde empfehlen, dass man die vorherigen Bände aus der Reihe bereits gelesen hat, einfach damit die Zusammenhänge besser verständlich sind und somit besser in die Geschichte findet. Es ist zwar auch möglich, dass man dieses Buch ohne Vorkenntnisse liest, aber für einen größeren Lesegenuss empfehle ich, dass man bereits die ersten beiden Bände dieser Reihe kennt.

Bisher hatte ich viele positive Stimmen zu den Büchern von dem skandinavischen Autor Arne Dahl gehört. Daher wollte ich mir ein eigenes Bild machen und wagte einen Quereinstieg in seine Reihe rund um das Ermittlerteam Sam Berger und Molly Blom. Doch leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt, dies hatte verschiedene Ursachen.
Zum einen konnte mich der Erzählstil von Dahl nicht wirklich mitreisen. Er hat einen trockenen, teilweise recht sachlichen Stil. Oftmals wurden Andeutungen auf das spätere Geschehen gemacht. Mir persönlich fehlten so ein bisschen die Emotionen. Ich hatte das Gefühl, dass ich als neutraler Beobachter in das Geschehen geworfen wurde, welcher jedoch nur geduldet, aber nicht erwünscht war. So ein richtiger Bezug zu dem Buch wollte sich nicht einstellen, ich bekam keine Verbindung zur Geschichte und habe daher auch nicht wirklich mitfiebern können. Positiv möchte ich aber die tollen Landschaftsbeschreibungen erwähnen. Die Atmosphäre von Schweden wurde gekonnt in das Geschehen mit eingebunden. Allgemein hat mir das Setting ganz gut gefallen. Die Umgebungen wurden gut beschrieben und es hat irgendwie perfekt zur Geschichte gepasst. Dieses raue und winterliche Klima hat sich den Fall und auch das Ermittlerteam ergänzt. Manche Wendungen waren unerwartet, andere eher vorhersehbar. Beziehungsweise konnte man erahnen, in welche Richtung die Handlung gehen wird und das in manchen Situationen einfach noch etwas kommt, das dieser Faden noch nicht zu Ende erzählt wurde.
Der Einstieg in das Buch ist mir relativ schwer gefallen. Die ersten Seiten habe ich als rätselhaft empfunden. Manche Zusammenhänge haben sich mir nicht erschlossen, waren für mich nicht nachvollziehbar. Ob dies daran liegt, dass ich die Vorgänger nicht gelesen habe oder ob dies die Absicht des Autors war – ob er damit zusätzliche Spannung erzeugen wollte – kann ich leider nicht nachvollziehen. Auch konnte ich leider keinen Bezug zu den Charakteren aufbauen. Sie wurden mir auch im späteren Verlauf der Handlung leider nicht sympathischer. Jeder scheint sein eigenes Süppchen zu kochen und spinnt seine eigenen Intrigen, verfolgt seine eigenen Ziele. Jeder misstraut jedem, vertraut sich niemanden wirklich an. Verlangt im Gegenzug aber von seinem Gegenüber, dass dieser ihm vertraut. Manchmal wirkten die Vergangenheit und der jeweilige Hintergrund diverser Charaktere für mich recht konstruiert. Als wurde es speziell für diese Story so eingerichtet, dass es passt, es wirkte auf mich leider nicht stimmig – zu stark in die Handlung reingepresst.
Leider musste ich mich teilweise ein bisschen durch das Buch durchbeißen. Weder die Story an sich noch die Charaktere konnten mich vollkommen überzeugen. Es gab aber auch Passagen, die mir wieder gut gefallen haben, auch wenn dies nicht die Mehrheit war.

Insgesamt konnte mich Arne Dahl mit „Fünf plus drei“ leider nicht in den Bann ziehen. Ich empfand dieses Buch als recht zäh und auch mit den Charakteren bin ich nicht wirklich warm geworden. Dies kann aber auch daran liegen, dass dies mein erstes Buch aus seiner Feder war. Daher würde ich es nicht für Quereinsteiger empfehlen. Leider kann ich dem Buch nur 2,5 Sterne vergeben. Ob ich ein weiteres Buch von Dahl lesen werde, bleibt ungewiss.

Fünf plus drei - Arne Dahl
Fünf plus drei
von Arne Dahl
(16)
Buch (Paperback)
16,99