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BuchhändlerInnen im Portrait

Laura Donauer
aus der Thalia-Buchhandlung in Landau

Gesamte Empfehlungen 332 (ansehen)


Über mich:
"I am part of everything that I have read" (Roosevelt) - in diesem Sinne: "The only thing you absolutely have to know is the location of the library" (Einstein)
Lieblingsautoren:
Henry James, Zelda Fitzgerald, F. Scott Fitzgerald, Heinrich Steinfest, David Mitchell, Charles Dickens, Clemens Meyer

Meine Empfehlungen

Großes vom Großen

Laura Donauer aus der Thalia-Buchhandlung in Landau , am 19.07.2017

Das "kleine" Ulysses vom großen Joyce.
Wir begleiten Stephen Dedalus, er begegnet uns auch im gewaltigen Ulysses, auf seinem Weg vom kleinen Jungen zum mündigen Bürger.
Joyce' besonderem Schreibstil ist es geschuldet, dass wir auf unnachahmliche Weise Zeuge von Stephens Weg werden. Mit zunehmender geistiger Entwicklung des Protagonisten entwickelt sich auch Joyce' Sprache in Bezug auf ihre Komplexität und ihre Vielfalt.
Dedalus' Handlungen sind auch unsere Handlungen, seine Entscheidungen unsere Entscheidungen und seine Verlust ist genauso unser Verlust.
Ein besonderes Buch vom ganz großen Meister, das dem Leser aber auch einiges an Konzentration und Durchhaltevermögen abverlangt.

Ein Porträt des Künstlers als junger Mann - James Joyce
Ein Porträt des Künstlers als junger Mann
von James Joyce
(2)
Buch (gebundene Ausgabe)
24,95

Die Macht der kleinen Entscheidungen

Laura Donauer aus der Thalia-Buchhandlung in Landau , am 19.07.2017

Im Gegenzug für etwas Tee gewährt Holly Sykes einer alten Frau "Asyl". Ein kurzer Akt, ohne langfristige Folgen. Denkt Holly.
Erst später wird ihr bewusst, welche geheimen Vorgänge sie damit in Gang gesetzt hat und wie sie unbewusst Teil eines schon lange währenden Kampfes wird.
David Mitchell führt den Leser durch das Leben von Holly Sykes und das auf eine Art und Weise, die seinesgleichen sucht. Jedes Kapitel aus einer anderen Sichtweise, jedes Kapitel erzählt von einem anderen Protagonisten.
Auf diese Weise wird der Leser buchstäblich mitten hineingezogen in das Universum von Mitchell, welches, mal wieder, nur so vor Energie, unerwarteten Wendungen und magischen Elementen trotzt.
Dabei fügen sich alle Teile in ein beinahe unfassbares Ganzes und erst mit Ende des Romans wird deutlich, welche Folgen Hollys Entscheidungen wirklich nach sich ziehen.
Ein typischer Mitchell, für mich einer seiner besten Romane.

Die Knochenuhren - David Mitchell
Die Knochenuhren
von David Mitchell
(18)
Buch (gebundene Ausgabe)
24,95

Von der Suche nach dem eigenen Ich

Laura Donauer aus der Thalia-Buchhandlung in Landau , am 19.07.2017

Alles beginnt in einem Sommercamp an der Ostküste. Julie, endlich der Provinz entflohen, schließt sich den "Interessanten" an, einer Clique privilegierter New Yorker.
Mit den Jahren sehen sich die Freunde immer neuen Herausforderungen gegenüber und stehen vor der Frage, wie sie ihre besonderen Fähigkeiten am besten einsetzen, um ihre hochgesteckten Ziele zu erreichen.
Neid, Mut, Toleranz und Hoffnung.
Wolitzer´s Roman trotzt nur so von der Suche nach der eigenen Existenz und der Rolle in der Gesellschaft. Durch die authentisch dargestellten Protagonisten bleibt dem Leser gar nichts anderes übrig, als deren Krisen selbst zu durchleben, deren Hoffnung zu spüren und die Welt durch deren Augen zu sehen.
Ein großes Buch.

Die Interessanten - Meg Wolitzer
Die Interessanten
von Meg Wolitzer
(22)
Buch (Taschenbuch)
9,99

Fitzgerald und das Kämpfen

Laura Donauer aus der Thalia-Buchhandlung in Landau , am 19.07.2017

Roman, Biografie, Liebesgeschichte, Chronik eines Absturzes.
Der neue Roman von Stewart O'Nan ist vieles zugleich und pendelt in einem Span-nungsfeld von Gegensätzen: Glamour und Ruin, Liebe und Verlust, Genie und Wahnsinn, Erfolg und Versagen.
Fesselnd beschreibt O’Nan die letzten drei Jahre des großen Schriftstellers F. Scott Fitzgerald und den langsamen Abstieg eines Autors, dessen Lebensplanung eigentlich immer nur ein Ziel hatte, nämlich nach ganz oben zu kommen.
Mit 41 Jahren kommt Fitzgerald nach Hollywood, nachdem er die Jahre seines Ruhms und seines frühen literarischen Erfolgs mit Werken wie „Die Schönen und Verdammten“ bereits hinter sich hat. Seine Frau Zelda, bis zu diesem Zeitpunkt wichtiger Bestandteil des großen Glamourpaares des Jazz-Age, ist zu diesem Zeitpunkt bereits wegen einer bipolaren Störungen in einer Nervenheilanstalt untergebracht.
Um die Kosten hierfür, das Internat seiner Tochter Scottie sowie der eigenen Lebensweise bzw. Alkohlsucht decken zu können, beginnt Fitzgerald seine Arbeit als Drehbuchautor in Hollywood und hangelt sich von einer abgesagten Produktion zu der Nächsten, um die offenen Rechnungen zahlen zu können.
Langsam, aber beständig, erlebt der Lesen den Absturz und das Scheitern des eins großen Schriftstellers und wird dabei Zeuge, wie sich Fitzgerald immer wieder das zerstört, was er sich zuvor mühsam aufgebaut hat.
Mit großer Einfühlsamkeit beschreibt O’Nan die Gedankenwelt des Protagonisten und zieht den Leser buchstäblich mitten hinein in das Leben in der „Traumfabrik“ Hollywood in den 30er Jahren.
O’Nan schafft es bereits zu Beginn des Romans, mich zu fesseln, was besonders an der Art und Weise liegt, wie er seinen Protagonisten mit dessen langsamen Niedergang umgehen lässt. Trotz all der Rückschläge, die Fitzgerald in diesen drei Jahren verkraften muss, findet er immer wieder die Kraft aufzustehen und weiterzukämpfen.
Die traurigen Details aus Fitzgeralds Leben, in Verbindung mit seiner bis zum Ende bestehenden Hoffnung, noch einmal eine großen literarischen Erfolg zu landen, haben mich sehr bewegt und sind für mich die Hauptgründe dafür, diesen Roman zu lesen.
Nicht nur für Fitzgerald-Fans ein absolutes Muss!

Westlich des Sunset - Stewart O'Nan
Westlich des Sunset
von Stewart O'Nan
(6)
Buch (gebundene Ausgabe)
19,95

Reise in den Untergrund für ein Leben in Hoffnung

Laura Donauer aus der Thalia-Buchhandlung in Landau , am 19.07.2017

xistiert sie wirklich, die mysteriöse Underground Railroad, die entkommenen Sklaven bei der Reise in den amerikanischen Norden hilft?
Nach ihrer Flucht von einer Baumwollplantage in Georgia gelangt die junge Cora durch eine Falltür in den Untergrund und wird buchstäblich mitten hineingezogen in Erlebnisse und Verstrickungen, die weit größer sind, als ihr dies bewusst ist.
Für Cora beginnt eine lange Reise, deren Ziel nicht immer offensichtlich ist und während derer sie mit einigen grausamen Tatsachen konfrontiert wird.
Radikal, direkt und deprimierend beschreibt Whitehead die Zeit des Sklavenhandels in den USA.
Dabei schildert er den grausamen Alltag der Sklaven mit einer Art Abgedroschenheit, die auf den ersten Blick befremdlich wirkt.
Es klingt beinahe wie aus einem alten Geschichtsbuch, wenn Whitehead in einem schmerzhaft-nüchternen Stil von dem Grauen erzählt, dem die Sklaven tagein tagaus ausgesetzt sind.
Aber gerade das macht mitunter den Reiz des Buches aus. In den teilnahmslos wirkenden Beschreibungen des Autors liegt in Wahrheit eine gewaltige Anklage: der grausame Umgang mit den Sklaven ist Alltag, geschieht immer wieder vor den Augen aller. Und keiner unternimmt etwas dagegen. Keiner steht auf. Keiner benutzt seine Stimme. Keiner, außer den Mitgliedern des Netzes der Underground Railroad.
Das Buch verlangt dem Leser einiges ab. Hat man sich aber auf Whiteheads Schreibstil eingestellt, liefet der Roman ein großartiges Bekenntnis. Vor allem die zweite Hälfte baut noch einmal Spannung auf, liefert unerwartete Wendungen und die ein oder andere Überraschung.

The Underground Railroad - Colson Whitehead
The Underground Railroad
von Colson Whitehead
(6)
Buch (gebundene Ausgabe)
17,99 bisher 19,99

Berührend und authentisch

Laura Donauer aus der Thalia-Buchhandlung in Landau , am 19.07.2017

Selma sieht den Tod. Nicht direkt. Eigentlich sieht sie ein Okapi in ihren Träumen. Aber das ist so ziemlich dasselbe, denn immer in den darauf folgenden Stunden stirbt ein Bewohner des Dorfes.
Okapi und Tod. Zwei Dinge, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen, versetzen die Bewohner des Dorfes in einen Ausnahmezustand und führen zu allerlei Geständnissen und unüberlegten Handlungen.
Mit einer Mischung aus Nachdenklichkeit und witzigen Pointen kommt Mariana Lekys neuer Roman daher, versprüht Lebensfreude und gleichzeitig Melancholie.
Das Geschichte von Luise, ihrer Großmutter Selma sowie den Bewohnern des kleinen Dorfes hat mich wirklich berührt.
Auf jeder Seite habe ich mit Luise mitgefühlt, mit ihr gehofft und getrauert.
Dabei habe ich mir mehrfach selbst die Frage gestellt, welche Auswirkungen ein Okapi auf mich hätte, welche unausgesprochenen Wahrheiten dann vielleicht den Weg an die Oberflächen finden würden.
Oder wäre es besser, unausgesprochen bleibe unausgesprochen?

Was man von hier aus sehen kann - Mariana Leky
Was man von hier aus sehen kann
von Mariana Leky
(226)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,00

Das richtige Buch zur richtigen Zeit

Laura Donauer aus der Thalia-Buchhandlung in Landau , am 19.07.2017

Starr ist dabei, als es geschah. Als ihr bester Freund Kahlil, unbewaffnet und schutzlos, von einem Polizisten erschlossen wird.
Auf eine grausame Weise erkennt sie daraufhin die Macht ihrer Stimme. Reichen Worte allein aus, um eine Veränderung zu bewirken? Und wie viel zählt die Wahrheit in ihrer Welt, einer Welt zwischen einem "schwarzen Ghetto" und einem "weißen" Vorort?
Aufwühlend, authentisch, kraftvoll.
"Black life matters" - die bedeutende (und notwendige!) internationale Bewegung verpackt in einem großartigen Roman mit authentischen Figuren und aktuellen Bezügen.
Starr und Kahlil stehen als Beispiel für viele und nehmen den Leser mit in eine Welt voll Gewalt, Vorurteilen und Hoffnungslosigkeit. Aber auch in eine Welt der Freude, der Zuversicht und des Glaubens.
Ein wichtiges Buch, ein notwendiges Buch. Ein Buch, dass ich in einem Rutsch gelesen habe und welches mich lange Zeit nicht mehr losgelassen hat.
Das richtige Buch zur richtigen Zeit!

The Hate U Give - Angie Thomas
The Hate U Give
von Angie Thomas
(114)
Buch (gebundene Ausgabe)
18,00

 
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