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Caren Lückel aus Bad Berleburg

Gesamte Bewertungen 71 (ansehen)


Meine Bewertungen

Ein Dorf hält zusammen

Caren Lückel aus Bad Berleburg , am 30.04.2017

Inhalt:
Wanda und Richard, jung und verliebt, leben in einem Dorf im Münsterland. Richard zieht nach München zum Studium, die beiden verlieren sich aus den Augen - aber nicht aus dem Sinn! Zehn Jahre später kehrt Richard zurück nach Osterbüren. Die Dorfgemeinschaft, allen voran die beiden Omas von Wanda, wollen um jeden Preis verhindern, dass das ehemalige Liebespaar sich trifft. Ob das wohl gelingt?

Meine Meinung:
Dorothea Böhme hat einen herrlich leichten und unterhaltsamen Roman geschrieben. Man ist sofort mittendrin im Geschehen und kann nur den Kopf schütteln über die Machenschaften der Dorfbewohner. Die Charaktere sind herrlich gezeichnet, jeder ist auf die eine oder andere Art verrückt. Die beiden Omas von Wanda, Gertie und Maggie, könnten gegensätzlicher nicht sein. Sie sind die Initiaoren der Aktion "rettet Wanda vor Richard" und haben schnell das gesamte Dorf auf ihrer Seite. Sie raufen sich zusammen und tun alles dafür, gehen (fast) über Leichen, damit Richard und Wanda nicht aufeinander treffen. Die beiden merken nichts davon, wundern sich nur über manch merkwürdige Geschehnisse. Manches, was die Horror-Clique veranstaltet hat, erschien mir etwas übertrieben aber es hat irgendwie gepasst.
Von Anfang an hatte ich das Gefühl, dass die beiden wieder zusammenkommen, aber so ein Gefühl kann ja auch mal täuschen. Man muss bis zum Ende warten, um zu erfahren, ob oder ob nicht.
Für mein Empfinden waren die Aktionen der Dorfgemeinschaft etwas zu detailliert und langatmig beschrieben, darunter musste der letzte Abschnitt leiden. Das Ende hätte ich mir etwas ausführlicher gewünscht. Einige Fragen bleiben offen.

Fazit:
Ein herrlich leichter und unterhaltsamer Roman, durchaus empfehlenswert.

Ein Dorf zum Verlieben - Dorothea Böhme
Ein Dorf zum Verlieben
von Dorothea Böhme
(6)
Buch (Taschenbuch)
9,99

Emotionslos und anstrengend

Caren Lückel aus Bad Berleburg , am 12.03.2017

Tom geht durch die Hölle. Kurz vor der Geburt ihres ersten gemeinsamen Kindes stirbt seine Frau völlig überraschend. Die Tochter Livia bleibt am Leben.
Der Autor gewährt uns einen tiefen Einblick in seine Gefühls- und Gedankenwelt. Er schildert die Zeit nach dem traumatischen Erlebnis. Da er freischaffender Poet ist, hat er Zeit, sich um seine Tochter zu kümmern. Er blickt auch viel zurück in die Vergangenheit.
Diese übrigens autobiographische Geschichte ist an sich herzzerreißend. Mich hat sie leider überhaupt nicht erreicht, was an dem Erzählstil lag. Das Buch hat weder eine Kapiteleinteilung noch Überschriften. Auf mich wirkt es wie ein langer Satz ohne Punkt und Komma und dadurch monoton und emotionslos. Durch die unberechenbaren Zeitsprünge in der Erzählung war das Lesen sehr anstrengend. Oft brauchte ich ein paar Sätze, um zu begreifen, ob es gerade um die Gegenwart oder um die Vergangenheit geht. Bei manchen Passagen wurde mir überhaupt micht klar, ob der Autor von heute oder von damals schreibt. Ein Großteil spielt sich in Dialogen ab, die leider keine "Anführungszeichen" haben.
Da ich an einer Leserunde teilgenommen habe, habe ich mich bis zum Ende durchgekämpft. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das alleine geschafft hätte. Schade.

In jedem Augenblick unseres Lebens - Tom Malmquist
In jedem Augenblick unseres Lebens
von Tom Malmquist
(50)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,00

Leben in Südtirol vor und während dem Krieg

Caren Lückel aus Bad Berleburg , am 01.11.2016

Inhalt:
Südtirol, am Anfang des 20. Jahrhunderts. Elisa lebt mit ihrer Familie in einem lebendigen Dorf und wächst dort behütet auf. Ins Nachbarhaus zieht Vito mit seinen Eltern und Geschwistern. Schnell freunden sich die beiden Familien an und das Leben könnte so schön weitergehen. Dann kommt das Jahr 1914 und mit ihm der Beginn des ersten Weltkrieges. Für alle Familien im Dorf hat der Krieg fatale Folgen. Fast alle Männer ziehen an die Front, die Frauen müssen alleine klarkommen.

Meine Meinung:
Marie Buchinger schildert wunderschön und zu Herzen gehend das Leben in dem ladinischen Südtirol. Elisa, die Hauptperson der Geschichte, ist mir sofort ans Herz gewachsen. Aber auch alle anderen Protagonisten werden liebevoll und authentisch beschrieben, ich fühlte mich, als wäre ich dabei gewesen. Der Krieg mit all seinen Schrecken und all dem Leid spielt natürlich eine tragende Rolle, das Hauptaugenmerk liegt aber eindeutig auf den Personen. Wir lernen Elisa als zehnjähriges Mädchen kennen und dürfen miterleben, wie sie sich zu einer mutigen und starken jungen Frau entwickelt, die weiß, was sie will. Auch die anderen Beteiligten begleiten wir durch die Jahre und erleben die Veränderungen, die der furchtbare und sinnlose Krieg nach sich zieht. Es wird aber auch deutlich, wie wichtig Familie und Freundschaft ist. Ohne den Zusammenhalt im Dorf wäre es sicher noch schlimmer geworden. Und auch an der Front erleben wir, dass Feinde zu Freunden werden können.
Als sehr positiv habe ich empfunden, dass die Geschichte nicht mit dem ersten Weltkrieg anfängt. Wir erleben schon ein paar Jahre vorher das Leben und den Alltag, ein Stückchen "heile Welt" in diesem wunderschönen Tal. Da ich die Gegend gut kenne, haben die wundervollen Landschaftsbeschreibungen Jugenderinnerungen in mir hervorgerufen.
Besonders gut hat mir gefallen, das die Kapitel die Geschichte jeweils aus wechselnden Perspektiven erzählen, das macht das Lesen abwechslungsreich und interessant. Mal sind wir im Val Badia, mal an der Kriegsfont.
Als "roter Faden" zieht sich die Liebesgeschichte zwischen Elisa und Vito durch das Buch. Bis zum Ende bangt und hofft man, ob und wie die beiden zusammenfinden.
Das Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Es hat mich zum Lachen, aber auch zum Weinen gebracht.

Fazit:
Eine absolute Leseempfehlung. Eine Geschichte, die fesselnd, spannend und mit viel Gefühl geschrieben ist. Sie hat mich berührt und wird mich noch einige Zeit beschäftigen.

Ein Tal in Licht und Schatten - Marie Buchinger
Ein Tal in Licht und Schatten
von Marie Buchinger
(4)
Buch (Paperback)
14,99

Spannung, Dramatik und viel Gefühl

Caren Lückel aus Bad Berleburg , am 14.10.2016

Inhalt:
Köln, 1408: Im Haus des Münzwechslers Birboim wird Urs van Oeche ermordet aufgefunden. Sein Knecht Wendel verdächtig die Tochter des Toten, die Hebamme Clara. Diese landet im Gefängnis. Adelina, Neklas und vor allem Griet, die uneheliche Tochter von Neklas und eine gute Freundin Claras, sind sich sicher, dass sie unschuldig ist. Das zu beweisen und den richtigen Täter zu finden erweist sich allerdings als schwierig. Der zukünftige Gewaltrichter Cristan Reese setzt sich zusammen mit Griet für Clara ein. Er interessiert sich aber auch für Griet - mehr als ihr lieb ist.

Meine Meinung:
Dieses Buch war für mich eine Herausforderung: bis vor kurzem war ich der Meinung, ich mag keine historischen Romane. Da ich Petra Schier alias Mila Roth aber durch andere Bücher kenne, habe ich das Experiment gewagt. Und was soll ich sagen - ich bin ein Fan dieses Buches geworden. Wie erwähnt, die Vorgängerbände kenne ich (noch!) nicht, hatte aber beim Lesen nicht das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Es gibt, sozusagen nebenbei, immer mal wieder kleine Rückblenden, in denen Adelina-Unkundige wie ich auf den aktuellen Stand gebracht werden. Allerdings wird nicht zu viel verraten, ich freue mich auf die ersten fünf Bände und habe nicht das Gefühl, dass zuviel "verraten" wurde.
Die Protagonisten werden sehr überzeugend und liebevoll dargestellt. Petra Schier schafft es durch ihre authentische und sensible Schreibweise, den Leser in das Leben im Mittelater zu "beamen", man fühlt sich mittendrin statt nur dabei. Ich konnte mich in alle Protagonisten hineinversetzen und fühlte mich manchmal, als würde ich selber durch das Köln des 15. Jahrhunderts spazieren.
Der Schreibstil der Autorin hat mich schon in anderen Büchern begeistert. Durch die flüssige Schreibweise ist man von den ersten Zeilen an gefesselt und möchte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Ich würde nur "ausgebremst", weil ich den Roman im Rahmen einer Leserunde gelesen habe.
Durch die Handlung ziehen sich zwei rote Fäden: zum einen geht es um den Mord an Claras Vater. Man weiß von Anfang an, dass Clara unschuldig ist, tappt aber bis zum Schluss total im Dunklen. Den tatsächlichen Täter hatte ich überhaupt nicht auf der Rechnung.
Zum anderen nimmt sie Liebesgeschichte zwischen Griet und Cristan mindestens genauso viel Raum ein. Die beiden mit ihrer jeweils unrühmlichen Vergangenheit haben es nicht leicht bis zum Happyend. (Heute würde man auf Facebook schreiben: Beziehungsstatus: es ist kompliziert.) Es geht wirklich ans Herz, wie die beiden zueinander finden. Petra Schier versteht es wie kein(e) andere(r) (behaupte ich einfach mal), erotische Szenen anschaulich und prickelnd zu beschreiben, ohne dass es pornographisch wirkt.
Im Nachwort schreibt die Autorin an, dass sie das Wort "niemals" aus ihrem Wortschatz verbannt hat. Es ersteht also eine klitzekleine Hoffnung, dass in der Zeit, in der ich die ersten fünf Bände lese, vielleicht ein siebter Band entsteht. Die Hoffnung stirbt zuletzt.....

Fazit:
Dies Roman hat mich (vormals historische-Romane-Gegnerin) auf der ganzen Linie überzeugt. Absolute Leseempfehlung!

Vergeltung im Münzhaus / Adelina Burka Bd. 6 - Petra Schier
Vergeltung im Münzhaus / Adelina Burka Bd. 6
von Petra Schier
(23)
Buch (Taschenbuch)
9,99

Spannend, mysteriös, verwirrend

Caren Lückel aus Bad Berleburg , am 27.09.2016

Inhalt:
Die ehemalige Ermittlerin Gesine Cordes findet an ihrem jetzigen Arbeitsplatz, dem Friedhof, ein ausgesetztes Baby. Zeitgleich wird vor dem Friedhof eine Frauenleiche gefunden, außerdem wurde der Pförtner lebensgefährlich verletzt. Wider Willen wird Gesine in die Ermittlungen hineingezogen. Als auch noch ihr Exmann, ein Polizist, auftaucht, wird die Sache kompliziert und außerdem sehr gefährlich.

Meine Meinung:
Fuchskind ist der zweite Band um Gesine Cordes. Den ersten Band (Kaninchenherz) kenne ich nicht, hatte aber nicht den Eindruck, etwas verpasst zu haben. Es gibt kurze Rückblenden zum Vorgängerbuch, in denen man erfährt, dass Gesines Sohn an einer Pflanzenvergiftung gestorben ist. Daran ist ihre Ehe zerbrochen und deswegen hat sie ihren Beruf aufgegeben. In ihrem Job als Friedhofsgärtnerin geht sie auf und versucht krampfhaft, die Trauer um ihren Sohn und ihr "altes Leben" zu bewältigen.
Zwischen den Kapiteln werden immer wieder giftige Pflanzen beschrieben. Das ist zwar interessant, hat aber mit der Handlung nichts zu tun.
Die Protagonisten sind sehr authentisch beschrieben. Gesines schwieriger Charakter, mit dem sie sich oft selbst im Wege steht, wird sehr gut dargestellt. Auch die anderen Personen haben mich überzeugt.
Leider fehlt dem Buch etwas die Spannung. Der Anfang ist spannend, auch in den letzten Kapiteln nimmt die Handlung nochmal Fahrt auf. Dazwischen hatte ich das Gefühl, dass es nur so dahinplätschert und die Ermittlungen sich im Kreis drehen. Schade, man hätte vielleicht aus diesen brisanten Themen (Menschenhandel, Prostitution und illegale Einwanderung) mehr Spannung erzeugen koönnen.
Der Schreibstil von Annette Wieners gefällt mir gut. Sie schreibt locker und flüssig, zwischendurch bin ich aber über manch merkwürdige Formulierung und unvständliche Sätze gestolpert. Gestört hat mich außerdem, dass viele Dinge, die passieren unglaubwürdig und unlogisch sind. Für mein Empfinden wurden auch nicht alle aufgeworfenen Fragen beantwortet.

Fazit:
Ein außergewöhnlicher, gut zu lesender Krimi, der mich leider nicht überzeugt hat.

Fuchskind / Gesine Cordes Bd.2 - Annette Wieners
Fuchskind / Gesine Cordes Bd.2
von Annette Wieners
(61)
Buch (Klappenbroschur)
9,99

Märchenhafte Morde

Caren Lückel aus Bad Berleburg , am 23.09.2016

Inhalt:
Piet van Loon hat einige grausame Morde verübt. Dafür wandert er in den Knast. Ermittler Maarten S. Sneijder überzeugt sich höchstpersönlich davon, dass der Schwerverbrecher hinter den Mauern des Hochsicherheitsgefängnisses verschwindet.
Jetzt, fünf Jahre später, passieren auf einmal wieder mehrere Morde mit der gleichen Handschrift. Piet kann nicht der Täter sein, er ist im Gefängnis. Oder vielleicht nicht? Sneijder und seine Partnerin Sabine Nemez ermitteln und geraten dabei selbst in höchste Gefahr.
Märchen sind teilweise brutal und grausam, die Morde orientieren sich daran.

Meine Meinung:
Nach "Todesfrist" und "Todesurteil" ist "Todesmärchen" der dritte Fall für Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez. Man kann dieses Buch ohne weiteres lesen, ohne die Vorgänger zu kennen. Für mein Empfinden war dieser Band noch besser als die ersten beiden, obwohl die schon kaum zu toppen sind.
Maarten S. (!) Sneijder läuft wieder zu Höchstform auf. Eigentlich ist er ein unmöglicher Typ, der seine Mitmenschen respektlos und äußerst unfreundlich behandelt. Trotzdem ist er irgendwie liebenswert. Seine Partnerin Sabine Nemez weiß mit seiner Art umzugehen und bietet ihm immer besser die Stirn.
Auch die Charaktere der anderen Protagonisten zeichnet Andreas Gruber genial und sehr überzeugend. Entweder findet man jemanden von Herzen sympathisch oder abgrundtief unsympathisch. Das geht so weit, dass ich selbst den Mord an einer Person nicht bedauert habe.
Die grausamen Mordszenen sind stellenweise detailgenau beschrieben - das ist nichts für schwache Nerven.
Die Geschichte wir in zwei Handlungssträngen erzählt, einmal wird die Zeit vor fünf Jahren beleuchtet, das Hauptaugenmerk liegt aber auf der Gegenwart.
Die Story ist von er ersten bis zur letzten Seite spannend und fesselnd, immer wieder passieren überraschende Dinge, mit denen man als Leser überhaupt nicht gerechnet hat. Da ich das Buch im Rahmen einer Leserunde gelesen habe, musste ich mich bremsen. Ansonsten hätte ich es gewiss in einem Rutsch durchgelesen.

Fazit:
Eine absolute Leseempfehlung, mit Abstand der beste Thriller, den ich in diesem Jahr gelesen habe.

Todesmärchen / Maarten S. Sneijder Bd.3 - Andreas Gruber
Todesmärchen / Maarten S. Sneijder Bd.3
von Andreas Gruber
(100)
Buch (Klappenbroschur)
9,99

Von Köln an's Ende der Welt

Caren Lückel aus Bad Berleburg , am 03.07.2016

Inhalt:
Melanie Brenner lebt in Köln. Sie ist mit ihrem Leben zufrieden. Ein gut bezahlter, verantwortungsvoller Job, der sie ganz und gar ausfüllt. Soziale Kontakte? Fehlanzeige. Familie? Da ist nur ihre etwas durchgeknallte Mutter, die mit Ehemann Nr. 3 irgendwo in der Welt unterwegs ist. Außer ihren Arbeitskollegen hat sie niemanden. Vor "großen Gefühlen" hat sie Angst, deswegen hat ein Mann in ihrem Leben keinen Platz.
Dann stirbt ihre Großtante und Melanie ist die Alleinerbin. Ein Haus, ein Geschäft, ein Hund (Labradorwelpe Schoki). Das Testament hat nur einen kleinen Haken: Melanie muss ein Jahr in Lichterhaven wohnen, bevor sie das Erbe antreten darf.
Der Anwalt Alex Messner ist der Testamentsvollstrecker.
Melanie fährt an die Nordsee, um sich alles anzuschauen. Sie ist natürlich der Überzeugung, nur kurz zu bleiben, um alles zu regeln, und dann ihr altes Leben in Köln wieder aufzunehmen.

Meine Meinung:
Dieser Roman lässt sich herrlich leicht und flüssig lesen. Man ist vom ersten Augenblick an mittendrin. Die Beschreibungen der Landschaft, des Wattenmeeres und der Umgebung sind so wunderschön, dass man am liebsten sofort hinfahren möchte. Schade, dass der Ort Lichterhaven erfunden ist.
Melanie sträubt sich mit allen Mitteln gegen einen Umzug an's Ende der Welt, aber wie der erfahrene Leser schon ahnt - es gibt ein happy end. Einen großen Beitrag dazu leistet Schoki, die sich in Melanies Herz schleicht. Sie lässt immer mal wieder zwischendurch an ihren Gedanken teilhaben, es macht einfach Spaß, das zu lesen!
Lichterhaven ist ein Dorf mit Familienanschluss, das ist für Melanie neu und anfangs auch abschreckend. Der Anwalt Alex hat - wie Schoki - sehr großes Interesse daran, dass Melanie bleibt.
Alle Charaktere, incl. Schoki, sind sehr interessant und überzeugend dargestellt. Man kann sich das Dorfleben bildlich vorstellen - und dass das nicht jedermann's Sache ist! "Für wen es wat is, für den isset wat" wie der Kölner sagt. :-)
Petra Schier gelingt es, so zu schreiben, dass man mittendrin statt nur dabei ist. Bei dem Unwetter war es mir richtig unheimlich. Und wem sehr gut und ziemlich detailliert beschriebene Beischlaf-Szenen nicht gefallen, der sollte die Finger von diesem Buch lassen.

Fazit:
Ein hundertprozentig empfehlenswertes Buch! Man kann dem verkorksten Sommer hier entfliehen und träumt sich einfach an die Nordsee.

Körbchen mit Meerblick - Petra Schier
Körbchen mit Meerblick
von Petra Schier
(22)
Buch (Taschenbuch)
9,99

Hat mich nicht überzeugt

Caren Lückel aus Bad Berleburg , am 12.06.2016

Das Schicksal führt zwei Geschwisterpaare zusammen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Auf der einen Seite Zoe und Russell Howard. Sie wachsen verwöhnt und behütet auf, ihre Eltern sind wohlhabend und angesehen. Während Zoe bisher nur die Sonnenseite des Lebens kennengelernt hat, hat Russell schon Schlimmes erlebt.

Auf der anderen Seite Anna und Stephen Quayle. Die beiden sind elternlos aufgewachsen und lernen nun die reiche Familie Howard kennen.

Die Lebenswege der vier werden in diesem Buch beschrieben.

Mich hat der Erzählstil überhaupt nicht überzeugt. Eine Handlung, die sich als roter Faden durch das Buch zieht, fehlt völlig. Die Geschichte besteht aus Momentaufnahmen, aus Gedanken und Dialogen der beiden Geschwisterpaare. Russells Frau Lily spielt auch noch eine Rolle.

Hauptsächlich geht es um Zoe, die lernen muss, dass es im Leben nicht immer so zugeht, wie man es gerne möchte. Sie verändert sich spürbar durch die Dinge, die sie erlebt.

Es ist auch schwer ersichtlich, in welcher Zeitspanne sich das Ganze abspielt. Nur durch nebenbei erwähnte Altersangaben ist der Leser wieder informiert, wieviele Jahre vergangen sind.

Einiges hat mir auch gefallen. Die Charaktere sind sehr gut und überzeugend dargestellt und gerade Zoes charakterliche Veränderung ist gut gelungen.

Die Dialoge, teilweise langatmig und verwirrend, waren zeitweise witzig und haben zum Nachdenken angeregt. Es ist allerdings sehr mühsam zu lesen, da man oft nicht weiß, wer gerade spricht.

Das Buch wurde 1971 geschrieben und erst jetzt veröffentlicht. Auf mich wirkt es wie ein Entwurf, der nicht fertig überarbeitet wurde. Hätte ich das Buch nicht im Rahmen einer Leserunde gelesen, hätte ich wahrscheinlich nicht bis zum Ende durchgehalten.

Harrower, E: In gewissen Kreisen - Elizabeth Harrower
Harrower, E: In gewissen Kreisen
von Elizabeth Harrower
(4)
Buch (gebundene Ausgabe)
22,95

La vie est belle!

Caren Lückel aus Bad Berleburg , am 12.06.2016

Inhalt:
Marita ist Krankenschwester mit Leib und Seele. Eben deswegen ist sie mehr und mehr unzufrieden mit ihrem Job im Krankenhaus. Es bleibt einfach zu wenig Zeit für den persönlichen Umgang mit den Patienten.
Nach einem Streit mit dem Klinikleiter hat die sie Nase voll und bewirbt sich - ohne allzu große Hoffnung auf Erfolg - auf eine Stellenanzeige. In der Nähe von Nizza wird eine Pflegerin für einen Schlaganfallpatienten gesucht. Da die Stelle auf drei Monate befristet ist, sieht Marita eine willkommene Chance auf eine Auszeit.
Wider Erwarten bekommt sie den Job und krempelt mit 40 Jahren ihr Leben um. Mit rudimentären Französischkenntnissen macht sie sich auf den Weg von Husum nach Grasse.

Ihr Patient ist ein alter, etwas eigensinniger Mann. Sein Sohn wohnt auch im selben Haus, oder besser Anwesen. Marita meistert die drei Monate mit einigen Hürden. Hilfe erfährt sie von Ségolène, der Haushälterin der Familie.

Wird sie ihre Zeit dort verlängern oder zurück nach Deutschland gehen?

Meine Meinung:
Das Buch liest sich herrlich leicht und flüssig. Man ist sofort mitten im Geschehen und kann sich Südfrankreich bildlich vorstellen, ja, man meint sogar manchmal, Jasmin und Lavendel zu riechen.
Die Personen sind wunderbar beschrieben, vor allem die diversen Verehrer von Marita. Die Handlung selber ist manchmal etwas holprig und unglaubwürdig, was dem Lesespaß aber keinen Abbruch tut. Am Ende geht es noch einmal hoch her und irgendwie geht manches auch zu schnell.

Zwischendurch gibt es kurze Ausflüge in die Vergangenheit. Bo Rickleffs ist Seemann. Von Amrum aus (die Insel ist auch Maritas Heimat) kommt er eines Tages nach Grasse, bleibt dort und findet sein Glück. Das spielt dich um die Zeit der französischen Revolution ab. Die Verbindung zu der Geschichte um Marita ist mir aber etwas zu dünn. Die Einschübe sind nach meinem Geschmack überflüssig.

Fazit:
Ein sommerlich leichtes Lesevergnügen, das Lust auf Südfrankreich macht.

Sonnensegeln - Marie Matisek
Sonnensegeln
von Marie Matisek
(13)
Buch (Klappenbroschur)
9,99

Protokoll einer Albtraum-Ehe

Caren Lückel aus Bad Berleburg , am 03.06.2016

Lidia leidet in ihrer Ehe und möchte ihren Mann umbringen. Sie plant, ihm sein Lieblings-Pilzgericht zu kochen: Schirmpilze, die sehen den hochgiftigen Knollenblätterpilzen zum Verwechseln ähnlich....

Das Buch besteht aus 5 Teilen. Im ersten, umfangreichsten Abschnitt erzählt Lidia von ihrer Ehe, im zweiten kommt ihr Ehemann Helmut zu Wort. Der dritten Teil ist der einzige, in dem etwas "passiert". Der vierte Abschnitt lässt den Anwalt von Lidia und Helmut erzählen, im letzten Teil geht es um Lidias Putzfrau und Freundin.

Für mein Empfinden besteht das Buch nur aus Aneinanderreihungen von Gedanken, Erinnerungen, Weisheiten und Wahrheiten. Manches ist tiefsinnig, regt zum Denken an, manches bringt den Leser zur m Lachen. Unsere Gesellschaft wird kritisch betrachtet und manches überspitzt dargestellt.

Gut, dass die Geschmäcker verschieden sind, dieses Buch hat meinen Geschmack leider nicht getroffen.

Anatomie einer Absicht - Ana Bilic
Anatomie einer Absicht
von Ana Bilic
(5)
Buch (gebundene Ausgabe)
16,90