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Meine Bewertungen

Colleen Hoover - der weibliche Nicholas Sparks für Jugendliche!

Skyline Of Books , am 05.04.2015

Klappentext
„Auf die Vergangenheit zurückzublicken, das hat Dean Holder seit dem Tod seiner Schwester Les erfolgreich vermieden und stattdessen kräftig an seinem Image als Bad Boy gearbeitet. Bis er Sky trifft, die seine Welt von einem Moment auf den anderen aus den Angeln hebt. Denn Sky erinnert Dean an Hope, seine verschwundene Kindheitsfreundin, nach der er seit Jahren vergeblich sucht. In Skys Gegenwart brechen Gefühle auf, die Dean längst verloren glaubte - doch immer mehr wird klar: Um in die Zukunft blicken zu können, muss Dean sich den Geistern seiner Vergangenheit ebenso stellen wie Sky…“

Gestaltung
Beim neusten Colleen Hoover-Roman wurde das englische Originalcover übernommen. Man sieht einen jungen Mann, der direkt in die Kamera (bzw. die Augen des Betrachters) schaut. Der Name der Autorin sowie der Titel sind zentral darunter gedruckt. Schön finde ich vor allem, dass bei der neusten Auflage des „Vorgängerbandes“ der Schrifttyp an den von „Looking for Hope“ angepasst wurde. So erkennt man, dass diese zwei Bände zueinander gehören (denn immerhin erzählen sie dieselbe Geschichte nur aus zwei verschiedenen Perspektiven).

Meine Meinung
Bisher hatte ich noch kein einziges Werk von Colleen Hoover gelesen. Als absoluter Hoover-Frischling wusste ich also nicht, was mich erwarten würde. Das Einzige, was ich wusste, war, dass viele Leser absolut begeistert von all ihren Werken sind. Ich hatte immer den Eindruck, dass alles, was aus ihrer Feder kommt, jeden Leser begeistert hat. Aber warum, das konnte ich nie sagen. Nun allerdings, verstehe ich warum.

Colleen Hoover schafft es das wahre Leben wie es ist mit all seinen Facetten, Gedanken und Gefühlen perfekt in ihren Geschichten einzufangen und widerzuspiegeln. Als ich „Looking for Hope“ las, war es wie ein Sog. Ein Sog, der mich in die Geschichte gesaugt und an den Zeilen hat kleben lassen.

Zu Beginn habe ich einfach nur gelesen, ohne viel nachzudenken. Aber je näher man Protagonist Dean Holder, kurz Holder, kennen lernt, desto tiefer versinkt man in Colleen Hoovers Roman. Selten habe ich ein Buch gelesen, das den Leser so tief in die Innenwelt eines männlichen Charakters hat blicken lassen. Dadurch, dass in der Ich-Perspektive aus Holders Sicht erzählt wird, erlebt der Leser seine Gedanken und Gefühlswelten hautnah.

Vor allem die Briefe, die er an seine verstorbene Zwillingsschwester Les schreibt, sind dabei so intensiv, dass ich beim Lesen immer das Gefühl hatte, dass ich Holder persönlich kennen würde. Es erschien mir, als sei ich direkt mit ihm verbunden. So etwas habe ich bisher nur selten erlebt.

Holder ist eigentlich ein sehr fürsorglicher, lieber und nachdenklicher Charakter. Auf die Außenwelt und seine Mitmenschen wirkt er allerdings wie ein Bad Boy. Diese Zweigleisigkeit ist es, welche ihn für mich sehr faszinierend gemacht hat. Aber auch Sky, in welche Holder sich verliebt, ist meiner Meinung nach eine sehr vielschichtige und spannende Figur. Dadurch, dass Holder denkt sie sei seine vor Jahren verschwundene Kindheitsfreundin Hope, wird ein hoher Spannungsbogen aufgebaut, denn als Leser fragt man sich immer „Hat Holder nun recht? Ist Sky wirklich Hope? Oder doch nicht?“. Diese Frage hat mich beim Lesen immer weiter angetrieben.

„Looking for Hope“ ist der zweite Band einer Dilogie. Allerdings erzählt der erste Band, „Hope Forever“ dieselbe Geschichte, nur aus der Perspektive von Sky. Ich selber habe diesen „Quasi-Vorgänger“ nicht gelesen, aber diese Tatsache hat mich beim Lesen nicht ein einziges Mal gestört, da keine Wissenslücken oder Fragen entstanden sind. Man kann die Handlung problemlos ohne Vorkenntnisse verstehen und genießen.

Ich muss sogar sagen, dass meine Nichtkenntnis von „Hope Forever“ die Wirkung von „Looking for Hope“ für mich sogar noch intensiviert hat. Ich könnte mir gut vorstellen, dass jemand, der „Hope Forever“ und somit das Ende der Geschichte kennt, die Handlung vorhersehen kann. Ich allerdings wusste an keiner Stelle, was als nächstes passieren würde (jemand der „Hope Forever“ kennt weiß vermutlich schon von Beginn an, ob Sky Hope ist oder nicht, so könnte es schneller zu Langeweile kommen).

Anzumerken ist allerdings auch, dass für meinen Geschmack manche Szenen zu langgezogen wirkten. Wenn Holder und Sky rumknutschen oder miteinander rummachen, geht dies wirklich über viele viele Seiten. Da habe ich mich manchmal gefragt, wann sie denn nun endlich auf des Pudels Kern kommen.

Fazit
„Looking for Hope“ ist so intensiv, dass es direkt unter die Haut geht! Die beiden Protagonisten Holder und Sky sind vielschichtig, geheimnisvoll und es ist spannend sie genauer kennen zu lernen. Die Innensicht eines männlichen Protagonisten zu erleben war sehr interessant, vor allem weil ich den Vorgänger „Hope Forever“ nicht kannte. Diese Tatsache stört allerdings keineswegs beim Lesen, vielmehr intensiviert die Nichtkenntnis das Leseerlebnis, da man die Handlung noch nicht kennt und so alles neu erlebt. Colleen Hoover ist eindeutig der weibliche Nicholas Sparks für Jugendliche! Ihr Schreibstil war sehr flüssig zu lesen und ihr Roman spiegelt wunderbar das wahre Leben wieder.
Allerdings waren manche Szenen in der Handlung etwas zu langgezogen.
Daher 4 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
1. Hope Forever (Skys Sicht)
2. Looking for Hope (Holders Sicht)

Looking for Hope - Colleen Hoover
Looking for Hope
von Colleen Hoover
(31)
Buch (Taschenbuch)
9,95

Ein sehr gelungener Folgeband mit nur kleinen Kritikpunkten

Skyline Of Books , am 13.01.2015

Klappentext
„Seit Daemon Katy geheilt hat, sind sie für immer miteinander verbunden. Doch heißt das, dass sie auch füreinander bestimmt sind? Auf keinen Fall, findet Katy und versucht sich gegen ihre Gefühle zu wehren. Das ist allerdings gar nicht so einfach, denn Daemon ist nun fest entschlossen, sie für sich zu gewinnen. Dann taucht ein neuer Mitschüler auf – und mit ihm eine dunkle Gefahr. Katy weiß nicht mehr, wem sie trauen kann. Was geschah mit Daemons Bruder? Welche Rolle spielt das zwielichtige Verteidigungsministerium? Und wie lange wird sie Daemons enormer Anziehungskraft noch widerstehen können?“

Gestaltung
Das Cover passt wundervoll zum ersten Band „Obsidian“ der fünfteiligen Lux-Reihe. Nicht nur von der Art her, sondern auch von den Farben schmiegt sich „Onyx“ perfekt an seinen Vorgänger an. Der Stil des (Korn-)Feldes mit Menschen drauf wurde eingehalten, ebenso wie das leichte metallische Schimmern sowie das haptische Erlebnis des Softtouch-Covers. Auch unter dem Schutzumschlag wurde der Stil von „Obsidian“ beibehalten. Die Farben passen zu denen des Covers und verfügen wieder über die Lichtreflex-Punkte. Ein wahrer Augenschmaus!

Meine Meinung
„Onyx“ übertrifft seinen Vorgängerband „Obsidian“ in Spannung, Action und Dramatik um Längen! Wurden zuvor noch „Twilight“-Vergleiche herangezogen aufgrund der sich doch in manchen Aktionen recht ähnlich erscheinenden Handlung, so glänzt „Onyx“ nun mit Individualität, Selbstständigkeit und Einzigartigkeit.

Nicht einmal kam Langeweile beim Lesen auf, da der Spannungsbogen wirklich hoch gehalten wird. Sei es nun durch witzige, fetzige, freche Wortgefechte zwischen den Protagonisten Katy und Daemon, durch gefährliche Situationen oder durch Überraschungen. Doch auch die Romantik kommt nicht zu kurz, denn immer wieder wurden an passenden Stellen kleine romantische Szenen eingebaut. Auch der neue männliche Love Interest, durch den man erst befürchtet es artet in eine neue klischeehafte Dreiecksbeziehung aus, weiß den Leser zu überraschen, denn: es kommt anders, als man zunächst denkt!

Allerdings hat sich bei Katy und Daemon charakterlich nicht sehr viel getan. Die beiden ändern immer noch ständig ihre Meinung und schwanken wirklich andauernd Hin und Her. Mal wollen sie einander, dann wieder doch nicht, dann doch, dann wieder nicht. Mal sind sie nett zu einander, dann mögen sie sich nicht mehr und streiten, dann sind sie wieder ein Herz und eine Seele. Bei diesem ewigen Hin und Her kommt man als Leser nicht drum herum, sich zu fragen, ob und vor allem WANN die beiden sich denn endgültig entscheiden. Denn, dass die beiden einander lieben, das ist schließlich von vorneherein klar. Da macht es das ewige Geschwanke auch nicht überraschender oder packender.

Dieses Mal wird zudem häufig betont, wie Katy körperlich auf Daemon reagiert. War es in „Obsidian“ noch Katys ständige Schwärmerei davon, wie toll Daemon doch aussieht, hat sich dies in „Onyx“ dahin geändert, dass sie nun immer wieder beschreibt, wie sie auf Daemon reagiert. Dies lässt jedoch gen Ende des Buches nach und mag vielleicht auch daran liegen, dass die Geschichte aus Katys Sicht beschrieben wird, sodass man in diese Figur einen tieferen Einblick erhält, als in die anderen.

Dennoch gibt es gerade bei Daemon eine kleine Entwicklung. Durch die neue männliche Figur zeigt er das ein oder andere Mal auch seinen weichen Kern, seine verletzliche Seite. Denn nun hat er Konkurrenz bekommen und lässt seine Machoseite auch endlich mal im Keller ruhen. Diese kleinen Lichtblicke sowie neuen Seiten bei Daemon haben mir sehr gut gefallen und ihn sympathischer gemacht.

Der Schreibstil ist wie schon aus Band 1 gewöhnt, flüssig zu lesen und nah an der Jugendsprache gehalten, sodass man auch „Onyx“ schnell lesen kann. Trotz, dass manch eine Handlung für den Leser vorhersehbar war, klebte man dennoch an den Seiten, da es immer wieder auch Überraschungen gab, mit denen man so nicht gerechnet hatte oder rechnen konnte.

Fazit
„Onyx“ ist eine perfekte Mischung aus Science Fiction, Fantasy und Liebesgeschichte! Dieser zweite Teil der „Lux“-Reihe hält perfekt die Waage zwischen diesen drei Genres und bedient jedes gleichermaßen, sodass das Leserherz höherschlägt. Allerdings gibt es einen Stern Abzug für Katy und Daemons ständiges Hin und Her ihre Liebesbeziehung und Gefühle betreffend.
Sehr gute 4 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
1. Obsidian - Schattendunkel
2. Onyx - Schattenschimmer
3. Opal - Schattenglanz (erscheint auf dt. am 24.04.15)
4. Origin (engl.: bereits erschienen, dt.: unbekannt)
5. Opposition (engl.: bereits erschienen, dt.: unbekannt)

Onyx. Schattenschimmer / Obsidian Bd.2 - Jennifer L. Armentrout
Onyx. Schattenschimmer / Obsidian Bd.2
von Jennifer L. Armentrout
(97)
Buch (gebundene Ausgabe)
19,99

Alice im Wunderland reloaded – kurios, düster, spannend

Skyline Of Books , am 10.01.2015

Klappentext

„Folge dem Flüstern … in das Reich hinter dem Spiegel

Alyssa kann Blumen und Insekten flüstern hören, eine Gabe, die schon ihre Mutter um den Verstand brachte. Denn sie sind die Nachfahrinnen von Alice Liddell – besser bekannt als Alice im Wunderland. Als sich der Zustand ihrer Mutter verschlechtert, kann Alyssa ihr Erbe nicht mehr leugnen, sie muss jenen Fluch brechen, den Alice damals verschuldet hat. Durch einen Riss im Spiegel gelangt sie in das Reich, das so viel finsterer ist, als sie es aus den Büchern kennt, und zieht dabei ihren besten Freund und geheime Liebe Jeb mit sich. Auf der anderen Seite erwartet sie jedoch schon der zwielichtige und verführerische Morpheus, der sie auf ihrer Suche leitet. Aber wem kann sie wirklich trauen?“

Gestaltung

Das Cover wurde vom englischen Original übernommen und gefällt mir sehr gut. Die unterschiedlichen Grüntöne des Hintergrundes heben das Mädchen mit den blonden Haaren und ihre roten Lippen sehr schön hervor. Zusammen mit dem roten Titel wirkt es dabei schön düster und mythisch.

Meine Meinung

Der Reihenauftakt von A. G. Howards „Alice im Wunderland“ Adaption ist nicht nur Wunderland-Fans zu empfehlen, sondern jedem ans Herz zu legen, der atmosphärische, wundersame Geschichten mag! Schon das Cover deutet mythisch, mystische und düstere Handlungsstränge mit einem Hang zum geheimnisvollen an und genau das ist es auch, was der Leser von „Dark Wonderland“ bekommt.

Die Protagonistin Alyssa ist mit Lewis Carrolls Alice verwandt. Allerdings ruht auf ihr ein Fluch, der durch Alice ausgelöst wurde und den Alyssa nun versucht zu brechen. So ergibt es sich, dass auch unsere Alyssa, wie einst Alice, ins Wunderland gelangt und sich dort auf die Suche begibt, die begleitet ist von allerhand Kuriosem. Was wäre auch ein Wunderland ohne seltsame, verrückte und kuriose Begegnungen?

A.G. Howard versteht sich dabei vorzüglich darauf, die Kuriosität des Wunderlands einzufangen und in der Atmosphäre des Buches wieder zu spiegeln. Durch ihre Beschreibungen, die nicht zu ausufernd sind wie es bei vielen anderen Märchenadaptionen der Fall ist, schafft die Autorin es, das altbekannte Wunderland vor dem inneren Auge des Lesers entstehen zu lassen. Dabei verleiht sie ihm jedoch auch einige neuere Aspekte, da sie den Fokus auf die Gefahren und die düstere Seite legt. Dieser Aspekt hat mir sehr gut gefallen, da gerade in vielen aktuellen Alice Verfilmungen das Wunderland ein recht düsterer Ort ist und man als Leser so sofort viele Bilder vor Augen hatte, wie diese fantastische Welt aussehen könnte.

Bei der Beschreibung des Wunderlandes kommen auch die Figuren nicht zu kurz. Jeder Charakter ist individuell und hat seine eigenen Charaktereigenschaften. Gerade Protagonistin und Ich-Erzählerin Alyssa ist dabei sehr vielschichtig. Zum einen erlebt der Leser die Handlung durch ihre Augen aufgrund der Ich-Form, sodass man wirklich nah am Geschehen dran ist. Zum anderen vereint Alyssa in sich ein einerseits taffes und ein andererseits manchmal doch hilfebenötigendes Mädchen. Diese Mischung macht sie sehr menschlich und für den Leser greifbar, sodass man ihre Perspektive sehr gut nachvollziehen kann (nicht nur durch die Ich-Erzählung).

Zudem war die Handlung wirklich spannend. Ständig ist etwas passiert. Seien es nun neue Hürden oder Probleme, die auftauchten und überwunden werden wollten oder aber neue Gefahren, die es zu bezwingen galt. Allerdings muss ich hier anmerken, dass es mir manchmal etwas zu chaotisch und verworren war. Es kam nie Langeweile auf, aber man musste sich konzentrieren, um nicht den Faden zu verlieren.

Fazit

A.G. Howards Reihenauftakt „Dark Wonderland“ vermag es wirklich sehr gut, die düsteren, gefährlichen Seiten von Lewis Carrolls Wunderland zu zeigen und dem Leser bildlich vor Augen zu führen. Jedem, der Fantasy mag und sich nicht von Kuriositäten abschrecken lässt, wird „Dark Wonderland“ gefallen. Die Protagonistin ist sehr vielschichtig und auch die anderen Figuren haben ihre individuellen Züge, sodass dieser Roman nicht zu einem Einheitsbrei in der Masse verschmilzt, sondern hervorsticht. Auch die spannende Handlung, die manchmal allerdings etwas dazu neigt, zu verworren zu werden, sorgt für ein paar unterhaltsame Stunden.

4 von 5 Sternen!

Reihen-Infos

1. Dark Wonderland - Herzkönigin

2. Unhinged (engl.)

3. Ensnared (engl.)

Herzkönigin / Dark Wonderland Bd.1 - A.G. Howard
Herzkönigin / Dark Wonderland Bd.1
von A.G. Howard
(49)
Buch (gebundene Ausgabe)
17,99

Unnötig detaillierte Beschreibungen, Langeweile und Co: Schlechter als Band 1!

Skyline Of Books , am 30.12.2014

Klappentext
„Romantic Thrill mit Suchtfaktor – verstörend und anrührend, zart und brutal.

Emma lebt wieder bei ihrer leiblichen Mutter. Jetzt haben ihre Leiden ein Ende – denkt sie. Doch als sie sich ihrer Vergangenheit stellt, stößt Emma auf dunkle Familiengeheimnisse. Und muss schmerzlich lernen, dass Worte schlimmer verletzen können als körperliche Gewalt.“

Gestaltung
Vom Stil her ist die Gestaltung genauso gehalten wie beim ersten Band der Trilogie: Ein schlicht schwarzer Hintergrund mit vielen verschiedenen Objekten drauf. Dieses Mal sind es keine Kastanien, sondern blaue Federn. Einen Zusammenhang von diesen zur Geschichte konnte ich allerdings nicht entdecken.

Meine Meinung
In dieser Fortsetzung zu „Liebe verletzt“ geht der Leidensweg von Protagonistin Emma weiter. Nach dem gemeinen Ende von Band eins, setzt „Liebe verwundet“ genau an dieser Stelle an und erzählt Emmas Geschichte weiter. Sie kommt endlich aus dem Haus ihrer Tante und ihres Onkels heraus und lebt zunächst bei ihrer besten Freundin Sara. Schnell entscheidet sich Emma jedoch dafür bei ihrer Mutter Rachel, die schon in Band eins ab und an auftauchte, einzuziehen.

Für mich waren Emmas Entscheidungen in diesem Band allerdings immer noch genauso unnachvollziehbar wie schon zuvor. Warum Emma sich beispielsweise urplötzlich (wie aus dem nichts!) dazu entscheidet, bei ihrer Mutter einzuziehen, ist mir ein Rätsel. Rachel war eine Alkoholikerin und ist nun angeblich trocken, jedoch hat Emma sie gute 6 Monate nicht gesehen und direkt beim ersten Telefonat kündigt sie an, bei Rachel einziehen zu wollen. Dabei war Emma doch glücklich bei Sara und ihren Eltern.

Diese Entscheidung (genauso wie alle!!! anderen) rührt meiner Meinung einfach nur daher, dass die Autorin Emma leiden lassen möchte. Ergo: man lässt Emma bei ihrer Mutter einziehen, wobei für den Leser eigentlich schon von vorneherein klar ist, dass das nicht gut gehen kann. In dieser ganzen Buchreihe geht es wirklich ausschließlich darum, dass Emma leidet und wie Emma leidet. War es in Band eins noch körperlicher Natur, so ist es hier nun seelisch/psychisch. Logik und Nachvollziehbarkeit bleiben dabei auf der Strecke.

Und Emmas Leiden als roten Faden zu sehen, macht es dabei auch nicht viel besser, denn dieser „rote Faden“ wird mit der Zeit wirklich langweilig. Lief schon in Band eins alles nach einem gewissen Schema ab, so geht es hier in Band zwei damit weiter. Die Handlung ist so vorhersehbar, dass man sich einfach nur langweilt. Hinzukommt, dass gut dreiviertel des Buches über nichts passiert. Wirklich rein gar NICHTS! Emma wohnt bei Rachel, sie streiten sich, Rachel trinkt, Emma kümmert sich um sie und entwickelt ihr gegenüber (warum auch immer) ein gewisses Verantwortungsgefühl, Emma kommt nicht von Rachel los, Emma macht mit Evan rum. Es wechselt sich immer zwischen irgendeinem unnachvollziehbaren, an den Haaren herbeigezogenem Drama und langweiligem Gerede ab. Selten habe ich mich beim Lesen eines Buches so gelangweilt oder war so wütend über so viel Unsinnigkeit, dass ich innerlich die Seiten aus dem Buch gerupft habe.

Die Handlungen der Figuren dabei nachvollziehen zu wollen, habe ich dann irgendwann aufgegeben. Es ist einfach nicht möglich, zu verstehen, warum die Figuren so handeln wie sie handeln. Und der einzige Grund, warum andauernd irgendwelches Drama herrscht ist meiner Meinung nach wirklich nur bereits erwähnter „roter Faden“ (oder innerer Wunsch?) der Autorin.

Zudem finden sich auch hier wieder die langen, detaillierten und absolut unnötig ausführlichen Beschreibungen über unwichtige Dinge. Die Autorin konzentriert sich mindestens drei Seiten lang darauf, zu beschreiben was Emma anhat, wo sie sich befindet, wie es dort aussieht etc. Während sie wichtige Gespräche oder andere handlungsvorantreibende Aspekte nur kurz darstellt und ansonsten außen vor lässt. Ich hatte beim Lesen oft den Eindruck, dass Frau Donovan gar nicht so genau weiß, wie sie die Prioritäten setzen sollte. Andererseits kommt man mit vielen detaillierten Beschreibungen natürlich auch schnell auf seine 590 Seiten, egal ob die Stringenz der Handlung darunter leider oder nicht. Who cares? Hauptsache man hat viele Seiten voll! Dieses Mal ging es an einer Stelle sogar soweit, dass Emmas Gang zur Toilette wirklich sehr genau beschrieben wurde.

Fazit
Noch schlechter als Band eins! Die Handlung ist absolut langweilig, weil einfach nichts passiert (abgesehen natürlich davon, dass Emma andauernd in irgendeiner Weise leiden muss). Erst im letzten Viertel kommt ein wenig Spannung auf. Zudem glänzt „Liebe verwundet“ wieder durch viel zu detaillierte Beschreibungen von unwichtigen Orten oder Handlungen, sodass das Wichtige auf der Strecke bleibt. Die Figuren und deren Reaktionen sind zudem immer noch genauso unnachvollziehbar wie im Vorgängerband.
1 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
1. Liebe verletzt
2. Liebe verwundet
3. Liebe verrät

Liebe verwundet / Liebe-Trilogie Bd.2 - Rebecca Donovan
Liebe verwundet / Liebe-Trilogie Bd.2
von Rebecca Donovan
(15)
Buch (Taschenbuch)
9,99

Unnachvollziehbare Figuren, detaillierte Kleinigkeiten und unübersichtliche Handlung

Skyline Of Books , am 21.12.2014

Klappentext
siehe oben

Gestaltung
Das Cover ist sehr schön herbstlich durch die Kastanien, die aufgrund des schwarzen Hintergrundes auch schön hervorstechen. Allerdings hat es wenig mit der Geschichte zu tun. Vom Stil her erinnert es mich ein wenig an die Jette-Thriller von Monika Feth (u.a. „Der Erdbeerpflücker“), auch wenn diese beiden Bücher nicht miteinander zu vergleichen sind.

Meine Meinung
Zu Beginn ist es wichtig zu erwähnen, dass „Liebe verletzt“ ein Roman über das Leben einer Jugendlichen namens Emma ist, welche von ihrer Tante misshandelt wird und versucht ihr Leben zu meistern. Eigentlich ein sehr berührendes Thema, allerdings ist „Liebe verletzt“ mit seinen 560 Seiten ein sehr umfangreiches Buch, dank dem ich nun nach dem Lesen der letzten Seite, Nacken- (da ich so oft den Kopf schütteln musste) und Augenschmerzen (da ich fast andauernd dazu gebracht wurde die Augen zu verdrehen) habe. Der Auftaktband dieser „Thriller“trilogie versteht sich wirklich gut darauf den Leser bis an die Schmerzgrenze zu nerven und die Geduld auf die Probe zu stellen.

Allem voran gestellt ist Protagonistin Emma, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird. Wäre Emma nicht gewesen, hätte es etwas besser sein können (wenn auch nicht viel). Aber sie ist sehr sprunghaft und scheint beinahe Stimmungsschwankungen zu haben. Sprunghaft in dem Sinne, dass sie dauernd ihre Meinung ändert (erst möchte sie mit Evan, dem Love Interest in „Liebe verletzt“ ) zusammen sein, dann wieder nicht, dann wieder doch, dann ist ein neuer Typ interessanter, dann doch wieder Evan usw. Emmas Verhalten und ihre Handlungen sind sehr unnachvollziehbar. Zudem werden andauernd ihre Zweifel, ihre Schuldgefühle und ihr apathisch, depressives Verhalten breitgetreten, sodass der Leser diese Parolen sowie Handlungsmuster irgendwann schon auswendig kennt. Emmas innerliches Rumgeheule, ihr Selbstmitleid und ihre „traurige“ Art werden mit der Zeit wirklich anstrengend. Zumal sie auch nichts tut, um ihre Situation zu ändern. Sie erträgt es einfach nur und wartet ab.

Besonders anstrengend wurde Emma dann, als sie nach gut 450 Seiten langem leugnen, dass sie Evan nicht liebt, auf einmal urplötzlich die Erkenntnis hat, dass sie doch in Evan verliebt ist. Zack, da hat es Klick gemacht und Emma wirft sich Evan an den Hals. Obwohl ihre beste Freundin Sara schon auf Seite 20 sagte, Emma und Evan seien füreinander geschaffen.

Aber nicht nur Emma handelte unnachvollziehbar (und teilweise auch übertrieben), auch alle anderen Figuren glänzen nicht dadurch, dass sie realistisch oder nachvollziehbar handeln. Ich konnte viele Reaktionen oder Handlungen der Figuren überhaupt nicht nachvollziehen. Häufig entstand so auch der Eindruck, dass die Charaktere einfach mitten in der Handlung eine 180° Wendung machen. Das hat mich während des Lesens irgendwann wirklich fertig gemacht, weil es einfach anstrengend ist. Ich würde die Handlungen/Reaktionen bitte gerne nachvollziehen können. Beispielsweise ist das Handeln von Emmas Tante Carol nur indirekt erklärt worden, man musste sich als Leser wirklich viel hinzureimen, um überhaupt verstehen zu können, warum sie ihre Nichte misshandelt. Dies störte mich doch schon sehr. Ein Grund für so brutales Verhalten, wäre doch schön gewesen.

Auch gefiel mir nicht, dass die Männer so überzeichnet dargestellt wurden. Gerade Evan war viel zu perfekt! Verständnisvoll, empathisch, die Frauen auf den Händen tragend… fast alle Männer waren perfekt und hatten keinerlei Fehler (dass sie auch noch gut ausgesehen haben, muss ich ja nicht erwähnen, das ist ja wohl selbstverständlich!). Diesen Aspekt fand ich unrealistisch.

Nicht nur bei den Figuren auch bei der Handlung muss man allerdings Abstriche machen. Sie ist langweilig und zieht sich unnötig in die Länge. Die 560 Seiten hätte man auch gut auf knapp 300 kürzen können. Es gab kaum Ereignisse, die die Handlung wirklich vorangetrieben haben. Dafür wurde allerdings das Augenmerk auf viele (sehr sehr viele!!) unwichtige Kleinigkeiten gelegt. Diese wurden dann auch sehr ausführlich und äußerst detailliert beschrieben. Diese langen, detaillierten Beschreibungen (u.a. andauernd davon, wie Emma von Sara gestylt wird oder wie die Räume/Umgebungen aussehen bei den Partys wo Emma hingeht) sorgen dafür, dass die Handlung noch kleinschrittiger erscheint als sie es ohnehin schon ist.

Vor allem läuft die komplette Handlung nach immer ein und demselben Schema ab. Dieses Muster hat sich so sehr eingeschliffen, dass man kaum noch überrascht wurde. Emma und Sara gehen von einer Party auf die nächste, Emma geht zur Schule, wird zu Hause von ihrer Tante misshandelt, geht wieder zur Schule, hat Angst, geht wieder auf eine Party und so weiter und so weiter. Währenddessen passieren andauernd so viele (wirklich unwichtige) Kleinigkeiten, dass man als Leser überhaupt nicht den Überblick über die Handlung behalten kann. Dieser Einheitsbrei sorgt dafür, dass irgendwann auch in meinem Kopf alles zu einem Brei, einem Rauschen zusammengematscht worden ist und ich nicht mehr sagen konnte, was überhaupt passiert ist.

Dies sorgte natürlich auch für Orientierungsschwierigkeiten. Trotz des gewissen Schemas, nach dem alles ablief, waren zu viele Einzelheiten in der Handlung. Dabei wurde allerdings auch die Gewichtung der Ausführlichkeit mancher Szenen, meiner Meinung nach, etwas fragwürdig gelegt. Für wichtige Szenen, die handlungsentscheidend waren, wurde oftmals keine Zeit gelassen. Andere unwichtige Ereignisse allerdings (u.a. Emmas Styling mit ihrem rosa Pulli, der immer wieder auftauchte) wurden extrem lange beschrieben.

Das einzig Gute an „Liebe verletzt“ war, dass es sich wirklich schnell lesen lässt aufgrund des flüssig und angenehm zu lesenden Schreibstils der Autorin. Wenn man erst einmal angefangen hat zu lesen und ein paar langweilige Szenen überwunden hat, kann man es schnell „weglesen“.

Fazit
Die Handlung „Liebe verletzt“ zieht sich vor allem durch die Beschreibung vieler unwichtiger Kleinigkeiten in die Länge. Zudem verliert man den Überblick und die Orientierung über die Handlung, da wichtige Szenen kurz angeschnitten werden, während Unwichtiges seitenlang und extra detailliert ausgeführt wird. Eigentlich fehlte nur noch die Beschreibung darüber, wie jemand auf Toilette geht und…den Rest kann man sich denken. Für 560 Seiten ist definitiv zu wenig Entscheidendes, Spannendes passiert. Auch die Handlungen, Verhaltensweisen und Reaktionen der Figuren sind so unnachvollziehbar, dass es anstrengend ist, ihnen zu folgen. Die im Klappentext versprochene „atemberaubend spannende[…] Thriller-Handlung“ habe ich schmerzlich vermisst. Einziger Lichtblick war, dass sich der Roman aufgrund des Schreibstils der Autorin schnell lesen lies.
Knappe 2 von 5 Sternen!

0 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.
Liebe verletzt / Liebe-Trilogie Bd.1 - Rebecca Donovan
Liebe verletzt / Liebe-Trilogie Bd.1
von Rebecca Donovan
(25)
Buch (Taschenbuch)
9,99

Schöne Kurzgeschichten, die zusammenhängen und ein nettes Extra darstellen

Skyline Of Books , am 03.12.2014

Klappentext
„Four – das ist der attraktive Protagonist von Veronica Roth‘ Bestseller-Trilogie »Die Bestimmung«. Seine Geschichte unterscheidet sich von Tris‘ – und ist mindestens genauso interessant. In »Fours Geschichte « erfahren die Leser endlich mehr über ihren Lieblingshelden: Wie kam er zu den Ferox? Wie wurde er ein Anführer? Und wie lernte er Tris kennen? In fünf Kurzgeschichten erzählt er von seinem Leben. Ein Muss für alle Fans der »Bestimmung«.“

Gestaltung
An diesem Cover zu dem Zusatzband von Veronica Rohts Trilogie um Tris und Four finde ich besonders die Einheitlichkeit sehr schön. Die Stadt im Hintergrund am unteren Bildrand (sowie am Buchrücken) und das Symbol im Zentrum des Covers passen perfekt zur Reihe, auch wenn „Fours Geschichte“ als Klappenbroschur erschienen ist und nicht als gebundenes Buch. Allerdings ist mir nicht ganz klar, warum das Riesenrad (das ja eine sehr schöne Anspielung auf den ersten Band der Trilogie darstellt) Funken sprüht. Selbst nach der Lektüre des Romans hat sich mir dieser Sachverhalt nicht erschlossen.

Meine Meinung
Der Einstieg in die Kurzgeschichtensammlung rund um den Protagonisten Four aus Veronica Roths Trilogie „Die Bestimmung“ fiel mir sehr leicht. Ich war sofort wieder in der Welt von Four, Tris und Co drin. Das war fast wie ...nach Hause kommen (vor allem weil ich das Ende von Band 3 so gerne mochte und so berührt davon war...trotz einiger Unlogik vorher).

Besonders gut gefallen hat mir, dass der Schreibstil von Veronica Roth so ist, wie auch schon bei der Trilogie. So flogen die Seiten geradezu dahin, weil es sich so schnell liest, obwohl gar nicht groß actionreich (o.ä.) etwas Neues passiert. Vor allem die Schriftgröße, die recht groß ist, und der weite Zeilenabstand sorgen dafür, dass sich „Fours Geschichte“ sehr gut für Zwischendurch eignet und sich schnell runterlesen lässt.

Unterteilt ist „Fours Geschichte“ in vier große Kurzgeschichten in folgender Reihenfolge: „Der Fraktionswechsler“, „Der Initiant“, „Der Sohn“ und „Der Verräter“. Abschließend folgen noch drei kürzere Geschichten mit den Titeln: „Erste Springerin“, „Vorsicht, Tris“ und “Du siehst gut aus, Tris“. Diese stellen Szenen aus „Die Bestimmung“ dar, die nochmal neu aus Fours Perspektive berichtet werden. Erzählt wird auch der Kurzgeschichtenband wieder in der Ich-Perspektive, dieses Mal allerdings aus Fours Sicht (in der Trilogie ist es abgesehen von Band 3, in dem sowohl Tris als auch Four erzählen, immer Tris Sicht).

Beim letzten Band der Trilogie („Die Bestimmung – Letzte Entscheidung“) war ein Kritikpunkt, dass sich Tris' und Fours Sicht zu ähnlich sind und sie sich kaum voneinander unterscheiden lassen (oder dass zumindest dabei Schwierigkeiten auftreten können). In diesem Kurzgeschichtenband hingegen, fand ich, dass man sehr gut Four und seine Gedanken hinter den Zeilen erkennen kann (wobei dies natürlich auch daran liegen kann, dass wir hier keinen direkten Vergleich zu Tris haben). Auch waren in diesen Geschichten manchmal wirklich sehr tiefgründige Gedanken zu erkennen, die Four so in Band 3 nicht hatte (da hat er ja eher stumpf alles gemacht, was man ihm sagte, ohne zu hinterfragen) und hier reflektiert er wirklich mal (und das auch sehr tiefgründig). Das gefiel mir sehr gut und stellt eine echte Verbesserung zu Band 3 dar.

Sehr schön ist auch, dass die Kurzgeschichten aufeinander aufbauen. Bei einer Kurzgeschichtensammlung hat man es ja oft, dass die einzelnen Geschichten unzusammenhängend sind oder abrupt enden. Hier bauen sie allerdings schön aufeinander auf und bilden einen roten Faden. Zudem hat mir auch sehr gut gefallen, dass dieser Aufbau Parallel zum ersten Band „Die Bestimmung“ und Tris Erlebnissen dort ist: zuerst das Leben bei den Altruan, dann der Tag der Bestimmung, der Fraktionswechsel, das Einleben in der neuen Fraktion…

Diese chronologische Ordnung (die auch sehr gut die zeitliche Abfolge in Fours Leben widerspiegelt) wurde nur dadurch überschattet, dass ganz am Ende nach den vier „großen“ Kurzgeschichten noch drei sehr kurze (ungefähr 10 Seiten) Geschichten über Tris und Four kamen. Diese waren einfach ans Ende gesetzt worden, wobei zwei davon vor die letzte große Kurzgeschichte gemusst hätten (um die chronologische/zeitliche Reihenfolge einzuhalten) und nur eine davon hätte ruhig am Ende bleiben können. Dies hat mich ein wenig gestört, da ich zuvor so glücklich über diese schöne chronologische Logik und die tolle Zusammengehörigkeit war.

In „Fours Geschichte“ trifft man die bekannten Figuren wieder, erfährt Hintergründe und lernt vor allem Four besser kennen. Somit stellt dieser Roman ein schönes Extra für Fans dar, aber gerade die letzte „große“ Kurzgeschichte ist etwas langweilig, da diese fast wörtlich aus Band eins der Trilogie übernommen wurde (mit dem Unterschied, dass diesmal Four der Erzähler ist statt Tris). Aber manch einen Gedankengang von Four zu erfahren, fand ich schon interessant, das ergänzt die Reihe schön.

Fazit
„Fours Geschichten“ umfasst vier Kurzgeschichten rund um den Protagonisten Four aus Veronica Roths „Die Bestimmung“. Die Inhalte der Geschichten sind nicht neu, liefern aber interessante Einblicke in Fours Vergangenheit und bilden so ein tolles Extra für Fans der Reihe! Besonders Fours Gedanken haben mir dieses Mal gut gefallen, da sie tiefgründig sind (und nicht wie in Band drei eher stumpf und ohne zu hinterfragen). Auch war die Erzählperspektive dieses Mal viel persönlicher, sodass man Four hinter den Zeilen erkennen konnte (in Band drei war es schwierig zwischen den verschiedenen Erzählperspektiven zu unterschieden).
4 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
1. Die Bestimmung
2. Die Bestimmung – Tödliche Wahrheit
3. Die Bestimmung – Letzte Entscheidung
Zusatz: Die Bestimmung – Fours Geschichte

1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.
Fours Geschichte / Die Bestimmung Bd.4 - Veronica Roth
Fours Geschichte / Die Bestimmung Bd.4
von Veronica Roth
(32)
Buch (Paperback)
14,99

Neues, gruseliges Abenteuer der Geisterjäger mit leichten Schwächen

Skyline Of Books , am 22.11.2014

Klappentext
„Wenn Londons Geisterwelt erwacht

Dank des spektakulären Erfolgs im Fall der seufzenden Wendeltreppe ist Lockwood & Co. nun eine der angesagtesten Geisteragenturen Londons. Doch inzwischen wird die Metropole bereits von einer Reihe neuer grausiger Ereignisse erschüttert: In einer beispiellosen Diebstahlserie werden mächtige magische Artefakte entwendet und deren Hüter grausam ermordet. Als dann auch noch auf einem Friedhof ein schauerlich eiserner Sarg geborgen wird, dessen Inhalt unter mysteriösen Umständen verschwindet, steht fest: Ein klarer Fall für Lockwood & Co.! Nur wenn das Team um Anthony Lockwood, Lucy und George ihre ganze Genialität im Umgang mit übernatürlichen Ereignissen in die Wagschale wirft, kann es ihnen gelingen, die Verschwörung, die hinter all dem steckt, aufzudecken.“

Gestaltung
Das Cover von „Lockwood & Co 02 – Der Wispernde Schädel“ gefällt mir sehr gut, da durch den Totenkopfschädel der Titel auf dem Cover wieder aufgegriffen wird und die Degen, die sich dahinter kreuzen symbolisch für Lockwood & Co stehen könnten. Vor allem der Farbton gefällt mir allerdings sehr gut. Das dunkle Rot passt sehr gut zu dem sehr dunklen Blau vom ersten Band und auch die Goldelemente am Titel sind wie beim ersten Band gehalten.

Meine Meinung
Erzählt wird „Lockwood & Co 02“ wieder aus Lucys Sicht in der typischen Ich-Erzähler-Form. Durch diese Variante erfährt der Leser nichts über Georges oder Lockwoods Gefühle und Gedanken, was meiner Meinung nach allerdings auch mal sehr spannend wäre. Andererseits erscheint gerade Lockwood so noch viel geheimnisvoller und mysteriöser, da Lucy so wenig über ihn weiß und somit auch der Leser viele Fragen zu seinem Verhalten und seiner Person hat.

Besonders schön war es daher, dass in diesem Band ein paar Mal auf Lockwood und seine Vergangenheit angespielt wurde und den Leser ganz am Ende sogar eine sehr große Enthüllung diesbezüglich erwartet (da Lockwood sich dazu entschließt ein großes Geheimnis über sich zu lüften). So wurden wenige Infos über Lockwood eingestreut, die das Interesse und die Neugierde nur noch mehr schüren. Diese wird aber vermutlich erst im Folgeband gestillt.

Am Ende blieben auch noch einige Fragen offen und ungeklärt, sodass ich gespannt auf den nächsten Teil warte und hoffe, dass dort die in „Der wispernde Schädel“ angesprochene Geheimgesellschaft thematisiert wird und auch in die Thematik rund um Typ drei Geister ein wenig mehr Licht ins Dunkel gebracht wird. Aber vor allem die große Enthüllung von Lockwood am Ende lassen mich gespannt auf das nächste Abenteuer warten.

Wie schon von Band 1 gewohnt, gab es auch hier wieder gruselige, spannende und actionreiche Momente. Vor allem da die Einführungen in die Welt und die Charaktere wesentlich kürzer ausfielen (und ausfallen konnten), gab es in diesem Band wesentlich mehr Augenblicke, in denen man an seinen Fingernägeln kaut oder es einem eiskalt den Rücken runter läuft. Herr Stroud versteht sich auch besonders gut darauf, die gruseligen Gesitermomente so zu beschreiben, dass man sie beinah vor Augen sieht und Angst hat, ein Geist würde hinter der nächsten Tür lauern.

Aber meinem Empfinden nach, hat es sich auch alles ein wenig hingezogen. Bis es so richtig "zur Sache kommt", werden tausend Untersuchungen angestellt, Gespräche geführt und und und. Klar gehört das alles zu Ermittlungen dazu, aber ich hatte oft den Eindruck, dass manches absichtlich lange (seeeehr lange) heraus gezögert wird. Spannend ist es, keine Frage, aber irgendwann ist alles (z.B. ein Gespräch) auch einmal ausgereizt und dann würde ich auch bitte gerne wissen, wie es weiter geht, statt noch ewig in dem Gespräch (um beim Beispiel zu bleiben) zu verharren. Dies sorgt dafür, dass man nach einer gewissen Zeit anfängt, sich zu langweilen, bis dann wieder etwas spannendes passiert. Diese langen Phasen zwischen den spannenden Momenten hätten meiner Meinung nach wirklich um einiges kürzer sein können.

Zu Beginn war auch die Dynamik zwischen Lockwood, George und Lucy in diesem Band irgendwie noch nicht ganz so...spritzig wie beim ersten. Manch ein Spruch erschien eher erzwungen lustig, statt locker lustig. Etwas schade finde ich, dass es nur Lucy ist, die besondere Fähigkeiten bzw. besonders stark ausgeprägte Fähigkeiten(die sich in diesem Band sogar noch verstärkt haben) hat.

Zudem hatte ich auch Probleme dabei, die Namen der Nebenfiguren immer richtig zuzuordnen. George, Lucy und Lockwood waren klar, die werden auch immer nur so genannt. Aber bei dem Team der mit Lockwood „verfeindeten“ Agentur, variiert der Autor immer mal zwischen Vor- und Nachnamen. So entstanden zumindest bei mir immer wieder Probleme bei der Orientierung wer denn nun genau wer war. Durch diesen Wechsel bei den Namen (und ich kann mir Namen eigentlich gut merken), die dann auch noch recht ungewöhnlich sind, stockte ich des Öfteren in meinem Lesefluss. Bei so vielen Geistertypen, Waffen, Methoden gegen Geister etc., die man sich auch alle merken muss, wäre etwas Einheitlichkeit beiden Namen (allein schon der Übersichtlichkeit wegen) schön gewesen.

Fazit
Ebenso wie bereits im ersten Band der „Lockwood & Co“ Reihe, gibt es auch hier spannende sowie actionreiche Momente und gerade die gruseligen Szenen sind so packend beschrieben, dass dem Leser ein eiskalter Schauer über den Rücken läuft. Etwas anstrengend sind die langen Phasen zwischen diesen tollen Augenblicken, da Gespräche, Ermittlungen und Co sich gefühlt ewig in die Länge ziehen, bis der nächste große Knall kommt. Auch die Verwendung von ungewöhnlichen Vor- und Nachnamen bei den Nebencharakteren sorgte zumindest bei mir teilweise für Verunsicherung darüber wer nochmal wer war.
4 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
Serie

Der wispernde Schädel / Lockwood & Co. Bd.2 - Jonathan Stroud
Der wispernde Schädel / Lockwood & Co. Bd.2
von Jonathan Stroud
(50)
Buch (gebundene Ausgabe)
18,99

Aller Anfang ist düster, gruselig und spannend

Skyline Of Books , am 16.10.2014

In „The Diviners“, Libba Brays neustem Werk, erlebt der Leser zusammen mit der Protagonistin Evie O’Neill ein spannendes Abenteuer, das vor allem durch gruselige sowie fantastische Elemente heraussticht. Passend zum Herbst, der düsteren Jahreszeit, bietet „The Diviners“ viel, um das Herz von Gruselfans zu erfreuen.

Wie schon aus Libba Brays „Der geheime Zirkel“-Trilogie ist auch in diesem Werk der Schreibstil der Autorin sehr ausführlich und wortgewandt. Erzählt wird in der 3. Person in der Gegenwartsform. Auf diese Weise fühlt man sich als Leser sofort in die Zwanzigerjahre sowie das dortige New York versetzt und wird dazu eingeladen, sich die für unsere heutige Zeit ungewöhnlichen, Dinge vorzustellen. Allerdings nutzt Frau Bray in „The Diviners“ oftmals ziemlich lange Beschreibungen, die schon nah an Abschweifungen grenzen. Ihre ausgedehnten Ausführungen sind an manchen Stellen bzw. Szenen auch sehr nah daran, dass man als Leser den roten Faden beinahe aus den Augen verliert.

Ein wenig anstrengend empfand ich auch die (Fach-)Begriffe aus den Zwanzigern, mit denen ich nicht so viel anfangen konnte. Oftmals musste ich sie dann googlen, um zu wissen, von was die Figuren gerade sprachen. Ebenso war auch die Anzahl der vielen Figuren ein wenig mühsam, sodass man sich nicht ablenken lassen durfte, um nicht den Überblick zu verlieren. Vermutlich ist dies der Länge geschuldet, ebenso wie die Langatmigkeit, die an wenigen Stellen auftrat. Man hätte den Roman um manche Beschreibung oder Szene auch gut kürzen können.

Besonders interessant und spannend waren die Beziehungen zwischen den Figuren. Evie trifft im Handlungsverlauf viele unterschiedliche Nebenfiguren, die allesamt individuell waren. Auch die Protagonistin selber durchlebt eine kleine Entwicklung auf den gut 700 Buchseiten. Von einer naiven, leicht launischen Jugendlichen wird sie am Ende der Handlung erwachsener und moderner als andere Frauen der Zwanziger.

Die Charaktere wurden zudem in eine sehr interessante Idee um Geister und Okkultes eingestrickt. Ich habe noch nicht viele Romane, wenn nicht sogar gar keinen, aus diesem Bereich gelesen und fand es sehr spannend herauszufinden, was sich Libba Bray ausgedacht hatte. Dass in „The Diviners“ jemand ermordet wird, mischt die Fantasy/Mystery Elemente noch ein wenig auf und verleiht der ganzen Geschichte das gewisse Etwas.

Besonders schön empfand ich die gruselige, mystische und leicht düstere Atmosphäre, die mich auf ihre ganz eigene Weise immer wieder an die „Der geheime Zirkel“-Reihe erinnert hat. Dieses eindeutige Wiedererkennungsmerkmal liegt am Stil der Autorin, die mythischen Aspekte immer wieder gezielt in die Handlung einzustreuen.

Fazit
Der Länge des Buches und teilweise ausufernden Ausführungen geschuldet sind Langatmigkeit an manchen Stellen sowie zu viele Figuren. Allerdings knüpft Libba Bray mit „The Diviners“ nahtlos an ihre vorherigen Werke an: eine düstere, mysterienumwobene Atmosphäre, (Ritual-)Morde, Fantasy sowie Mystery Elemente und interessante Figuren – das ist der Stoff aus dem Bray‘sche Geschichten gemacht sind! Ich freue mich sehr auf die Fortsetzung und bin gespannt, wie es mit Evie weiter geht.
4 von 5 Sternen!

Aller Anfang ist böse / The Diviners Bd.1 - Libba Bray
Aller Anfang ist böse / The Diviners Bd.1
von Libba Bray
(23)
Buch (gebundene Ausgabe)
19,95

Grandioser Dystopie-Trilogie-Auftakt, der dafür sorgt, dass Adrenalin durch die Adern fließt

Skyline Of Books , am 05.10.2014

Gestaltung
Auf dem Cover sieht man ein Mädchen, das von hinten mit einem Licht beleuchtet wird und von dem man so nur einen Schattenumriss sieht. So wirkt es, als stände sie in einer Höhle oder als würde sie in eine hineinblicken. Zu einer optischen und vor allem auch haptischen Besonderheit wird die Gestaltung allerdings vor allem durch die raue Cover- sowie Buchrückenoberfläche. Es fühlt sich an wie sanftes Schmirgelpapier oder angeklebter Sand und macht „Die Überlebenden“ so zu einer Besonderheit auf dem Buchmarkt.

Meine Meinung
Nicht nur durch die Gestaltung ist „Die Überlebenden“ eine Besonderheit, auch der packende, actionreiche und spannende Inhalt fesselt den Leser und lässt sein Herz vor lauter Atemlosigkeit schneller schlagen.

Die Idee und der wirklich düstere Zukunftsentwurf von „Die Überlebenden“ haben mich dabei besonders gepackt. Ein Virus hat die jüngsten Generationen befallen und die Jugendlichen sind in Folge dessen mit bestimmten Fähigkeiten „verflucht“. „Verflucht“ deshalb, weil Kinder mit solchen Fähigkeiten in Camps weggesperrt werden, da die Bevölkerung Angst vor ihnen hat. Die Idee mit Fähigkeiten erinnert ein wenig an X-Men und wer, so wie ich, die X-Men mag, der wird auch „Die Überlebenden“ lieben!

Auch Protagonistin Ruby ist eine dieser Jugendlichen mit einer Fähigkeit. Die Geschichte wird komplett aus ihrer Sicht in der Form eines Ich-Erzählers berichtet. So kommt der Leser natürlich besonders dieser Figur sehr nahe und kann ihr Handeln sowie Denken sehr gut nachempfinden. Ruby ist dabei allerdings keine gewöhnliche 0815-Heldin, sondern wirklich besonders. In ihrer Kindheit musste sie viel durchmachen, ihre Fähigkeit ist gefährlich und schwer zu kontrollieren. Aber mit der Zeit lernt Ruby ihre Gabe einzusetzen und entwickelt sich zu einer selbstbewussten, taffen sowie starken Heldin.

Rubys Freunde Liam, Chubs und Zuzume sind dabei auch ganz besondere Charaktere, vor allem dadurch, dass jeder von ihnen so unterschiedlich ist. Vor allem Liam und seine Beziehung zu Ruby waren für mich etwas ganz besonderes, da wir hier nicht das sonst so typische Klischee der Liebe auf den ersten Blick erleben. Bei diesen beiden Figuren gibt es keine Zweifel, keine Fragerei, kein „Wir können wegen dem und dem nicht zusammen sein“. Sie passen einfach zusammen und merken dies erst im Lauf der Geschichte, ebenso wie der Leser selber.

“Die Überlebenden” ist seit langer Zeit mal wieder endlich ein Roman, der mich von vorne bis hinten komplett fesseln konnte. Dies lag nicht zuletzt auch an Alexandra Brackens grandiosem Schreib- sowie Erzählstil. Bildreiche Erzählungen, die allerdings auch sehr ins Detail gehen und somit manch einen Leser auch stören könnten, schalteten bei mir schon auf Seite 1 das Kopfkino ein und erst nach der letzten Seite wieder aus. Ich habe mich nicht ein einziges Mal gelangweilt, sondern war so in die Handlung vertieft, dass ich manchmal nicht bemerkt habe, wie ich vor Spannung die Luft angehalten habe.

Vor allem das wirklich überraschende Ende mit der erstaunlichen Wendung haben mich wirklich atemlos gemacht, sodass ich es kaum erwarten kann, dass der Februar endlich kommt, damit ich Band 2 „Furchtlose Liebe“ endlich verschlingen kann.

Fazit
Ein Trilogie-Auftakt, den man einfach lieben muss, da er alles hat, was ein Leserherz begehrt: Action, Dramatik, Spannung, Herzrasen-Momente, Atemlosigkeit! „Die Überlebenden“ ist ein Feuerwerk, das auf der ersten Seite entfacht wird und auch auf der letzten Seite immer noch brennt. Einzig der detailreiche Schreibstil könnte manchen Leser stören.
5 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
1. Die Überlebenden
2. Furchtlose Liebe (16. Februar 2015)
3. In the Afterlight (engl. 28. Oktober 2014)

Die Überlebenden - Alexandra Bracken
Die Überlebenden
von Alexandra Bracken
(40)
Buch (Taschenbuch)
12,99

Ein Krimi mit Augenmerk auf der polizeilichen Ermittlung

Skyline Of Books , am 03.09.2014

Klappentext
„Myriam Bellinger, Star der Internetserie Missing, wurde entführt. Die Täter hinterlassen keine Spuren, und Hauptkommissarin Amelie Fröhlich, die die Ermittlungen leitet, tappt völlig im Dunkeln. Da erscheint auf der Fanpage der Serie ein Videoblog. Man sieht – Myriam Bellinger, gefesselt, misshandelt und gefangen in einer winzigen Zelle. Tag für Tag kann die schockierte Öffentlichkeit Myriams Leiden nun online mitverfolgen. Dabei scheint sie sich zunehmend in einen ihrer Entführer zu verlieben. Die Kommentare der Internetgemeinde werden immer emotionaler, und die Klickzahlen schießen in die Höhe. Erst recht, als die erste Lösegeldforderung eintrifft: Zwei Millionen Euro, zu finanzieren über Crowdfunding!“

Gestaltung
Schlichtes rot mit weißen Köpfen und einem schwarzen – erstmal wirkt das Cover so recht unauffällig, aber der Zusammenhang von dem Bild und dem Buchtitel sowie Inhalt stechen doch sofort ins Auge. Der schwarze Frauenkopf könnte Myriam sein, die von vielen Menschen, den weißen Köpfen, beobachtet wird. Es ruhen sozusagen „alle Augen auf ihr“. Das Interessanteste an diesem Buch ist allerdings, dass die Oberfläche leicht geribbelt ist und somit auch für den Tastsinn ein Erlebnis darstellt.

Meine Meinung
Erzählt wird „Alle Augen auf dich“ aus zwei unterschiedlichen Perspektiven in der 3. Person. So erfährt der Leser zum einen die Erlebnisse von Myriams Freund Jo und zum anderen die Erlebnisse und Ermittlungsarbeiten aus Sicht der Kommissarin Amelie Fröhlich.
So kam es auch zu zwei parallel verlaufenden Handlungssträngen, die unabhängig voneinander waren. Ich hatte mir erhofft, dass diese beiden Handlungsstränge irgendwann zusammenlaufen, einander berühren oder irgendeine Bedeutung füreinander haben. Leider war dies nicht der Fall. Amelie ermittelt alleine „vor sich hin“ und auch Jo ermittelt für sich alleine, da er einen Filmriss hat und in Folge dessen eine Frau sucht, die ihm Geld gestohlen hat. Diesen Handlungsstrang hätte man meiner Meinung nach entweder ganz weglassen können, da er für die Geschichte um Myriam ohne Bedeutung war, oder man hätte ihn besser mit der Handlung an sich verweben können. So kam es mir allerdings eher vor, wie zwei nebeneinander her verlaufende Geschichten.

Ich habe diesen Roman auch nicht als Thriller empfunden, da der Leser die ganze Zeit einfach nur die Polizeiarbeiten und nebenbei ein wenig Jos „Recherchen“ miterlebt, aber sonst? Thrill kam bei mir jedenfalls nicht auf. Ich würde „Alle Augen auf dich“ eher als trockenen Krimi beschreiben und nicht als Jugendthriller. Ich fand es auch irgendwie ziemlich vorhersehbar. Schon zu Beginn des Romans ahnte ich, wer Myriam entführt hat und dann war es am Ende auch so.

Da es die ganze Zeit über immer nur um die polizeilichen Ermittlungsarbeiten ging, war es teilweise schon sehr langweilig. Natürlich habe ich mitgerätselt und spekuliert, wer denn die Entführer sein könnten, aber richtige Spannung wollte einfach nicht aufkommen. Die Videos, die die entführte Myriam zeigen, spielten zum Beispiel eher nur eine Nebenrolle und wurden immer nur nebenbei mal erwähnt sowie beschrieben, wenn einer der Ermittler sich eines angesehen hat. Wäre das Augenmerk mehr auf diese Videos sowie die Entführung an sich gelegt worden und nicht auf die Ermittlungsarbeiten, so hätte auch mehr Thrill oder Spannung eingebracht werden können. Auch eine weitere Erzähkperspektive neben der von Jo und Amelie, vielleicht aus Sicht des unbekannten Entführers, hätten die Spannung vielleicht steigern können.

Fazit
Die Handlung plätschert nur so vor sich hin, sodass ich mich manchmal wirklich nach deren Sinn gefragt habe. Im Klappentext geht es hauptsächlich um Myriam, sodass man denken könnte, es würde ein wenig mehr Augenmerk auf ihr liegen. Aber „Alle Augen auf dich“ konzentriert sich wirklich ausschließlich auf die Ermittlungsarbeiten der Polizei, sodass es eher einem Krimi gleicht und keinem Thriller. Dennoch rätselt der Leser mit, wer die Entführer sind, sodass es zu kurzweiliger Unterhaltung kommt.
Knappe 3 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
Einzelband

Alle Augen auf dich - Gina Mayer
Alle Augen auf dich
von Gina Mayer
(10)
Buch (Taschenbuch)
14,95