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PMelittaM aus Köln

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Über mich:
lese gerne, vor allem Phantastik in allen Variationen (Horror, Fantasy, SF ...), Krimis/Thriller und historische Romane.

Meine Bewertungen

Schöner Appetizer

PMelittaM aus Köln , am 19.05.2019

Das Prequel zu „Gold & Schatten“ spielt 1923 in Paris, und dreht sich um Maél, der auf der Suche ist. Man erfährt ein bisschen etwas über ihn, der auch der Protagonist im Roman ist, und auch in die Hintergründe der Geschichte kann man ein bisschen hineinschnuppern.

Ich lese gerade „Gold & Schatten“, habe etwa ein Viertel hinter mir, und habe dort noch nicht so viel über Maél erfahren wie hier. Wer sich also im Roman noch überraschen lassen will, sollte das Prequel vielleicht erst nach dessen Lektüre lesen.

Mir hat es gut gefallen, im Paris der damaligen Zeit zu sein, und Charakteren der griechischen Mythologie zu begegnen. Das machte mir große Lust auf den Roman. Maél wirkt interessant und ich bin gespannt darauf, mehr über ihn zu erfahren.

Für mich ist diese Kurzgeschichte ein schöner Appetizer zum Roman, die zwar schon mehr über Maél verrät, als zunächst im Roman über ihn aufgedeckt wird, aber gerade dadurch bei mir Lust auf diesen weckte – dafür vergebe ich 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

Träume & Hoffnung - Kira Licht
Träume & Hoffnung
von Kira Licht
(20)
eBook
0,00

Leider enttäuschend

PMelittaM aus Köln , am 16.05.2019

Caitlyns Geschichte geht weiter, neue Erkenntnisse werden gewonnen und weitere Rätsel gelöst – der zweite Band schließt unmittelbar an den ersten an.

Band 1 hat mir noch gut gefallen, da war ich neugierig, was alles dahintersteckt und hatte Spaß am Rätseln. Leider ist das fast ein Jahr her und ich hatte sehr starke Probleme, überhaupt wieder in die Geschichte zu kommen. Es hat dieser Geschichte nicht gut getan, dass eine so lange Pause dazwischen war, besser hätte man beide Teile zeitnah veröffentlicht, oder gleich einen Roman daraus gemacht. Vielleicht hätte es geholfen, eine aussagekräftige Zusammenfassung vor die Fortsetzung zu setzen, oder wenigstens ein Personenverzeichnis, das verrät, was bisher mit den Charakteren passiert ist. Die Geschichte ist einfach zu komplex, vor allem durch die verschiedenen Zeitebenen und Perspektiven.

Probleme hatte ich auch mit den Charakteren, vor allem Caitlyn und Duncan, aber teilweise auch mit den weiteren. Caitlyns Handeln und Denken, vor allem ihre Gefühle für Duncan konnte ich meist nicht nachvollziehen. Das lag auch daran, dass sie mir seltsam emotionslos vorkam, und das bei allem, was sie über sich, ihre Familie und Duncan herausfindet. Duncan ist nie wirklich einzuordnen – ist er „nur“ ein bisschen böse, oder ist er richtig böse – eigentlich legt vieles letzteres nahe, aber immer, wenn es gerade besser zur Handlung passt, sieht es wieder anders aus. Leider erfährt man relativ wenig über seine Motivationen. Auch bei ihm wirkt vieles aufgesetzt und wenig nachvollziehbar.

Auch sonst kam mir sehr vieles merkwürdig und manchmal auch unlogisch vor, so dass ich keine rechte Freude am Lesen hatte, und schließlich den Roman nur noch zu Ende lesen wollte. Sicher, die eine oder andere Szene war spannend zu lesen, hin und wieder kam auch wieder Neugierde auf, vor allem die Erwähnung John Dees fand ich interessant und habe gleich ein wenig gegoogelt. Aber das reicht halt nicht, um am Ende zufrieden zu sein. Und leider hat mich dieser zweite Teil der Geschichte enttäuscht.

Leider konnte mich dieser Band, im Vergleich zum Vorgänger, gar nicht packen. Ich konnte vieles nicht nachvollziehen und die Charaktere blieben mir fern, so dass ich auch nicht mitgefiebert habe. Mehr als 2 Sterne kann ich leider nicht vergeben. Ohne Band 1 zu kennen, sollte man Band 2 übrigens nicht lesen.

Das Vermächtnis der Kristalle - Emma Finch
Das Vermächtnis der Kristalle
von Emma Finch
(8)
eBook
6,99

Ein (Kinder)Buch für jedes Alter

PMelittaM aus Köln , am 13.05.2019

Holunder Trotz ist vom staatlichen KonTrollAmt anerkannter und zertifizierter Privatdetektiv, hat es aber als Troll nicht leicht, zu viele Vorurteile gibt es in der Bevölkerung. Trotzdem erhält er von höchster Stelle Aufträge, seinen neuesten von König Leopold, dessen Reichsapfel verschwunden ist. Bei seinen Ermittlungen stolpert er über Prinzessin Estrildis, die sich ihm bald als Assistentin aufdrängt – was letztlich gar nicht so schlecht ist …

Ich liebe Kinderbücher mit skurrilen Charakteren und ich liebe Märchenadaptionen – dieser Roman liefert mir gleich beides, und obendrauf eine Menge zu Schmunzeln. Man muss Holunder einfach gern haben, die Autorin lässt ihn selbst in Ich-Form erzählen, das passt perfekt. Estrildis hat direkt für einige Lacher gesorgt, und wächst einem ebenfalls schnell ans Herz. Sie ist sie sehr selbstbewusst und Holunder hat es nicht immer leicht mit ihr. Ein besonderes Highlight ist Amanda, Holunders „Kristallkugel“, die alle möglichen Informationen besorgen kann, aber leider auch gerne plappert – sie liefert ein paar herrliche Wortspiele.

Ganz schnell kann man merken, dass der Roman auch erwachsenen Lesern Spaß macht, sei es man liest ihn Kindern vor, sei es, man liest ihn für sich selbst. Besonders gelungen ist das Auftreten diverser Märchenfiguren und ihre Neu-Interpretation durch die Autorin.

Ein zusätzliches Highlight sind die wunderbaren Illustrationen Thomas Hussungs, das Cover bietet schon einen kleinen Eindruck darauf. Sie passen ausgezeichnet zur Geschichte, auch die Atmosphäre bringen sie perfekt herüber, und auch sie lassen den Leser mehr als einmal schmunzeln.

Die Geschichte ist spannend und bietet einige Überraschungen, und am Ende sogar die Möglichkeit weiterer Bände. Ich würde mich freuen, Holunder, Estrildis und Amanda wiederzutreffen, Kriminalfälle sollte es im Land der Märchen genug geben.

Ich habe mich wunderbar unterhalten und herrlich amüsiert und wünsche diesem Kinderbuch ganz viele Leser. Kindern, aber auch Jugendlichen und Erwachsenen, die Märchen lieben und skurrile Charaktere mögen, sei der Roman unbedingt ans Herz gelegt. Von mir gibt es 5 Sterne.

Holunder Trotz - Antje Leser
Holunder Trotz
von Antje Leser
(10)
Buch (gebundene Ausgabe)
14,95

Ein typischer Dicker

PMelittaM aus Köln , am 12.05.2019

Das Verschwinden der Journalistin Stephanie Mailer führt dazu, dass die Ermittlungen in einem 20 Jahre alten Vierfachmord neu aufgerollt werden. Nach und nach zeigt sich, dass die damaligen Ermittler nicht alle Fakten kannten, doch heißt das auch, dass der überführte Täter gar nichts mit den Morden zu tun hat? Jesse Rosenberg und Derek Scott hatten 1994 ihren ersten großen Fall, und stellen 2014 ihre damaligen Ermittlungen in Frage.

Nachdem mich Joël Dickers ersten zwei Romane bereits begeistert haben, musste ich auch seinen dritten unbedingt lesen – und auch hier findet sich wieder Dickers typischer Stil. Der Roman ist sehr komplex, erst nach und nach gibt er die ganze Wahrheit preis. Bis dahin hat der Leser Überraschungen erlebt, Schockierendes gelesen und seine eigenen Vermutungen immer wieder korrigieren müssen. Den Leser lange im Ungewissen zu lassen, ihn manchmal regelrecht an der Nase herumzuführen, das beherrscht der Autor perfekt. Auch wenn hier manche Szenen schon fast satirehaft überspitzt wirken, bleibt die Logik nie auf der Strecke, und am Ende fügt sich alles meisterhaft zusammen.

Wie das Geschehen sind auch die Charakter vielschichtig angelegt und ebenfalls alle für eine Überraschung gut. In diesem Roman hat man allerdings hin und wieder das Gefühl, auch manche Charaktere sind allzu überspitzt dargestellt, vor allem den ehemaligen Polizeichef Kirk Harvey kann man kaum ernst nehmen. Ob man allerdings die Charaktere richtig eingeschätzt hat, erfährt man erst am Ende des Romans.

Nicht nur das Geschehen und die Charaktere sind komplex, auch Dickers Erzählstil. Wie schon in den Vorgängern erzählt er auch hier wieder auf mehreren Zeitebenen und aus verschiedenen Perspektiven, vorwiegend in der Ich-Form, zwischendurch aber auch immer wieder in der dritten Person, wobei hier auch die Ich-Erzähler auftauchen können. Man muss schon ein bisschen aufmerksam lesen, damit einem nichts entgeht und man immer weiß, wo und wann man sich befindet. Für mich haben solche Erzählungen immer einen gewissen Reiz und sorgen dafür, dass ich den Roman nur schwer aus der Hand legen kann.

Der Roman ist ein typischer Dicker, komplex, deckt nach und nach Zusammenhänge auf, hat immer wieder Überraschungen zu bieten, mehrere Zeitebenen und Perspektiven. Dickers beide anderen Romane haben mir etwas besser gefallen, aber auch sein dritter Roman ist absolut lesenswert und ich freue mich schon auf viele weitere. Von mir gibt es 4,5 Sterne (aufgerundet wo nötig) und natürlich eine Leseempfehlung.

Das Verschwinden der Stephanie Mailer - Joël Dicker
Das Verschwinden der Stephanie Mailer
von Joël Dicker
(132)
Buch (gebundene Ausgabe)
25,00

Insgesamt zu langatmig

PMelittaM aus Köln , am 11.05.2019

Vor 1.000 Jahren wurde ein Dämon in eine Schriftrolle gebannt. Nun scheint mit dem Siegel etwas nicht zu stimmen, und Prinz Tymur macht sich auf den Weg zur Alfeyn Ililiané, die seinerzeit das Siegel installiert hat, sie soll es kontrollieren und ggf. erneuern. Als Reisegefährten sucht er sich eine bunte Truppe. Kev Kaltnadel, einen ehemals brillanten Fälscher, der nach dem Tod seines Bruder den Drogen anheim fiel, Enidin Adramel, eine noch sehr junge Ordensmagierin und Lorcan Demirel, ehemals Steinerner Wächter der Schriftrolle. Unter den Gruppenmitgliedern gibt es eine Menge Ressentiments und Eifersüchteleien, und der Weg zu Ililiané ist so schon schwer genug.

Ich bin sicher nicht die einzige, die dem Cover kaum widerstehen kann, es schreit direkt „Ich bin ein toller Fantasy-Roman“, Klappentext und Leseprobe taten ein übriges, und ich war dem Roman verfallen. Zunächst gab mir die Lektüre des Romans auch recht, die Protagonisten sind wunderbar unterschiedlich, ihre Quest versprach Spannung, und die Bedrohung war nachvollziehbar. Jedoch flachte die Geschichte dann stark ab, wurde sehr langatmig und damit auch langweilig, und am Ende war ich sehr am Zweifeln, ob ich weitere Bände lesen möchte, denn dies ist wieder einmal kein Einzelroman.

Leider sind die Protagonisten nicht besonders tiefgründig gearbeitet, im Grunde sind sie mit ein oder zwei Charaktermerkmalen beschrieben, Enidin ist sehr von sich eingenommen und blickt auf die anderen herab, noch dazu ist sie verliebt. Auch Lorcan ist verliebt, ansonsten kann er gut kämpfen, Tymur ist schwierig und man durchschaut ihn schwer. Einzig Kev hat mehr Facetten und ihn lernt man auch am besten kennen. Und er ist derjenige, der sich am ehesten entwickelt.

Die „Handlung“ besteht aus vielen Dialogen, vor allem Tymur redet gern, immer wieder drehen sich Gespräche um dasselbe. Viel passiert im Roman tatsächlich nicht, Gefahren werden eher angedeutet als ausgeführt, mit den Protagonisten wird man nicht recht warm, außer mit Kev. Am Ende gibt es einen recht heftigen Cliffhanger, der mich allerdings nicht wirklich überrascht hat, und mich leider auch nicht so recht zum Weiterlesen animiert.

Der Erzählstil allerdings gefällt mir gut, vor allem im Prolog hat mir die Sprache sehr gut gefallen, da gibt es schöne Sätze wie „Seine Füße hüpften ein Muster in die Treppenstufen“, später kann man unter anderem lesen "Selbst das Muster, das sein Atem in die Luft malte, zitterte vor Angst" (Pos. 4607). Auch die Welt scheint gut gelungen, soweit man das beurteilen kann, leider wird sie noch recht wenig ausgereizt. Die Autorin erzählt aus den verschiedenen Perspektiven der Begleiter Tymurs, obwohl diese ja immer zusammen unterwegs sind, man erhält so einen differenzierten Blick auf das Geschehen, und erfährt auch mehr darüber, wie alle übereinander denken.

War ich zunächst noch begeistert von dem Roman, hat das im weiteren Verlauf immer mehr nachgelassen, am Ende habe ich mich fast gelangweilt und bin mir trotz Cliffhanger nicht im Klaren, ob ich weitere Bände lesen möchte. Die Charaktere sind mir zu wenig ausgearbeitet, nur Kev und teilweise Tymur zeigen mehr als nur ein oder zwei Wesenszüge, wobei bei Tymur viele Fragen offen bleiben, die Geschichte insgesamt ist mir zu langatmig gestaltet. Ich vergebe 3 Sterne, für die Sprache und das gelungene erste Drittel, wer Fantasy liebt, findet sicher gelungenere Werke.

Das gefälschte Siegel - Maja Ilisch
Das gefälschte Siegel
von Maja Ilisch
(55)
Buch (gebundene Ausgabe)
22,00

Empfehlenswerte Kurzgeschichte aus dem Doctor-Who-Universum

PMelittaM aus Köln , am 03.05.2019

Der dritte Doctor und Jo Grant wollen einen Strandurlaub in Australien machen, landen dann aber an einem Salzsee mit merkwürdigen Salzstatuen – schlechtes Salz scheint Menschen zu verwandeln, und so wird es nichts mit dem Urlaub, denn es gilt die Ursache aufzuklären.

Die Australierin Trudi Canavan hat sich eine spannende Kurzgeschichte aus dem Doctor-Who-Universum ausgedacht, die sich unterhaltsam liest und Lust auf mehr von dieser Inkarnation macht. Das Setting, die Protagonisten und die Nebencharaktere sind gelungen, die Autorin erzählt bildhaft, man kann sich das Ganze auch gut verfilmt vorstellen. Insgesamt empfehlenswert.

Doctor Who - Zeitreisen 4: Das Salz der Erde - Trudi Canavan
Doctor Who - Zeitreisen 4: Das Salz der Erde
von Trudi Canavan
(1)
eBook
1,99

Mimis Geschichte geht lückenlos weiter

PMelittaM aus Köln , am 02.05.2019

Laichingen 1911: Die Wanderfotografin Mimi Reventlow ist auf der Schwäbischen Alb gestrandet, um ihrem kranken Onkel zu helfen. Sie übernimmt dessen Fotoatelier, eckt aber mit ihren „neumodischen“ Ideen bei manchen an, vor allem bei Hermann Gehringer, einem der Webereibesitzer des Ortes. Dem gefällt auch nicht, dass sie einige Jugendliche unterstützt, ihren Neigungen nachzugehen, und nicht traditionell in die Fußstapfen der Väter zu treten um auch Weber zu werden.

Einer dieser Jugendlichen ist Alexander, künstlerisch begabt, dem sie eine Kunstausbildung zu ermöglichen versucht. Alexander hat es nicht leicht, zuhause nagt man am Hungertuch, der Vater ist trübsinnig und trinkt. Sein Freund Anton, der Gastwirtsohn, will alles andere als in Laichingen zu versauern, und hat die ein oder andere dumme Idee, wie er sich und Alexander helfen kann.

Und dann ist da noch Hannes, den Mimi von früher kennt, und in den sie sich verliebt hat. Der Gewerkschaftler kehrt nun nach Laichingen, seiner Heimatstadt, zurück. Er will den Webern helfen, doch das muss er langsam angehen lassen. Mimi, die sich sicher ist, dass er ähnlich fühlt wie sie, muss erleben, dass er sich von ihr zurückzieht und ihre Beziehung geheim halten will.

Band 1 der Reihe endete ziemlich abrupt und offen, Band 2 setzt die Handlung nun lückenlos fort. Im Vorgängerband schien Mimi eine unabhängige und erfolgreiche Geschäftsfrau zu sein – das ist sie auch immer noch, allerdings macht die Liebe sie blind. Gut, der Leser weiß mehr als Mimi, denn er liest verschiedene Perspektiven, aber auch sie sollte sich ihre Gedanken über Hannes, der sich jetzt wieder Johann nennt, machen, und das Gespräch mit ihm suchen. Diese langgezogene „Liebes“geschichte fand ich beim Lesen zunehmend nervig.

Wie bereits gesagt, gibt es mehrere Perspektiven, Alexander und Anton begleitet der Leser ebenso wie Eveline, Alexanders Mutter. Diese Drei sind mir tatsächlich in diesem Roman deutlich sympathischer gewesen als Mimi, vor allem Eveline und Alexander berühren mich emotional sehr. Anton ist ein Schlitzohr, mit teilweise windigen Ideen, aber dennoch sehr sympathisch, und auch bei ihm ist nicht alles Sonnenschein. Eine weitere Perspektive nimmt eine Frau ein, die wir bereits im Vorgängerband kennen lernten, und die wahrscheinlich im nächsten Band eine größere Rolle spielen wird. Darauf freue ich mich.

Neben den privaten Erlebnissen der Protagonisten erfährt der Leser einiges über das Weben, das Leben der Weber und ihrer Familie und die aufkommenden Probleme der Webereien, sowie natürlich über das Fotografieren, im Anhang gibt es dazu auch wieder historische Fotos. Sehr eindringlich fand ich auch die Schilderungen, wie schwer es ist, das Land auf der Alb zu bestellen.

Auch wenn mir in diesem Band die Geschichte um Mimi und Hannes/Johann zunehmend auf die Nerven ging, habe ich den Roman wieder gerne gelesen, die Protagonisten berühren alle mein Herz und ich begleite ihr Leben gerne. So freue ich mich auch schon auf Band 3 der Reihe, zudem der Roman eine Leseprobe enthält, die direkt wieder Lust macht, weiter lesen zu können. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

Die Fotografin - Die Zeit der Entscheidung - Petra Durst Benning
Die Fotografin - Die Zeit der Entscheidung
von Petra Durst Benning
(39)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,00

Petrus - Ein Papst zum Verlieben

PMelittaM aus Köln , am 01.05.2019

Kardinal Federico Santini, ein guter Freund Papst Petrus' und Großonkel von dessen Pressesprecherin Giulia, lädt seine Angehörigen und Petrus auf den Familiensitz ein und verkündet eine Überraschung bzgl. seines Erbes, die vor allem Giulia vor Probleme stellt, sie kann die Bedingung ihres Großonkels nicht erfüllen, und wird auch noch Opfer eines Anschlages, der sie fast das Leben kostet. Petrus muss einmal mehr ermitteln.

Hinaus aus Rom, hinein in die Albaner Berge geht es in diesem, dem fünften Roman der Reihe, doch keine Angst, das beliebte Romanpersonal ist vollständig an Bord, inklusive Monsignores, des Katers.

Petrus ist ein sympathischer und sehr weltlicher Papst, den man einfach mögen muss. Immaculata, seine Haushälterin verurteilt das des Öfteren, zeigt aber, gerade in diesem Roman, oft genug, dass sie auch nicht so gottgefällig lebt und denkt, wie sie glauben machen will. Francesco, Petrus' Privatsekretär und seine Pressesprecherin Giulia, die aus altem Adel stammt, vervollständigen das Figurenensemble und unterstützen Petrus bei seinen Ermittlungen.

Wer die bisherigen Romane verfolgt hat, kennt die Charaktere bereits gut, und hat gewisse Erwartungen an diese. Was veranstaltet Immaculata dieses Mal, um Petrus in „die richtigen Bahnen“ zu bringen, wie geht es mit Giulia und Francesco weiter, welcher Kriminalfall beschäftigt unsere Ermittler in diesem Roman. Wie man schon oben lesen konnte, wird es dieses Mal sehr persönlich für Giulia, persönlicher, als man zunächst vielleicht vermutet hat, und hier wird auch ein Endpunkt gesetzt, wofür und wie, das verrate ich natürlich nicht, aber den Fans der Reihe steht viel emotionales Auf und Nieder bevor. Dass Immaculata auch mit von der Partie ist, und sogar einen gewissen Anteil an der Geschichte hat, hat mich zwar etwas überrascht (dafür war ein kleiner Kniff nötig), aber letztlich geht es ohne sie auch gar nicht, immerhin bringt sie den Leser öfter zum Lachen (und manchmal auch zu einem kurzen Wutschnauben).

Ein neuer Charakter wird eingeführt: Eugenia, Giulias Großtante, die wunderbar in unser Ermittlerteam passt und hoffentlich auch in weiteren Romanen mitspielen darf. Neben Petrus ist sie hier meine Lieblingsfigur, sie ist herrlich unkonventionell und hat ihren Part zur Aufklärung beigetragen.

Der Fall lässt ebenso keine Wünsche offen, er ist kniffelig, es gibt mehr als einen Verdächtigen, der Leser kann schön mitraten und die Auflösung ist nachvollziehbar. Petrus läuft wieder zu Hochform auf, und hat einige kuriose Abenteuer, ich denke z. B. daran, wie er in Rom (ein Abstecher nach Rom ist auch hier nötig) einer Verdächtigen hinterher spioniert und alles Mögliche dafür tut, in deren Wohnung zu gelangen. Auch er bringt mich regelmäßig zum Schmunzeln.

Lesen lässt sich der Roman wunderbar leicht, man fliegt nur so durch die Seiten, amüsiert sich, rätselt, wird überrascht, drückt die Daumen und ist am Ende traurig, dass es (bis zum nächsten Band) vorbei ist. Daneben hat man als Leser ständig Appetit, weil Petrus gerne isst und auch gerne kocht, und das anschaulich beschrieben wird. Ein Kochbuch á la Petrus wäre eine guter Bonus zur Reihe.

Was soll ich sagen, ich bin begeistert, habe mich köstlich unterhalten und freue mich schon auf den nächsten Band. Wer gerne Krimis mit einer (mehr oder weniger großen) Prise Humor liest, sollte unbedingt einmal in die Reihe hineinschnuppern, aber auch Nicht-Krimifans könnten Spaß daran haben. Man muss nicht unbedingt mit Band 1 anfangen, es empfiehlt sich aber für den vollen Lesegenuss. Von mir gibt es absolut verdiente volle Punktzahl und selbstverständlich eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

Jubilate! - Johanna Alba, Jan Chorin
Jubilate!
von Johanna Alba
(10)
Buch (Taschenbuch)
10,00

Bedrückende Zukunftsvision, wenig emotional und zu langatmig erzählt

PMelittaM aus Köln , am 28.04.2019

Seit dem „Wandel“ ist der Wasserspiegel der Erde gestiegen und viele Menschen auf der Flucht. Großbritannien hat eine Mauer um die britische Insel gebaut, um „Andere“ abzuhalten, ins Land zu kommen. Die Mauer wird von „Verteidigern“ bewacht, die, sollte es jemand schaffen, die Mauer zu überwinden, Gefahr laufen, selbst auf dem Meer ausgesetzt zu werden. Jeder Brite muss wenigstens einmal im Leben auf die Mauer.

Der Leser begleitet Joseph Kavanagh, von seinen Mauerkameraden Yeti genannt, der zu Beginn des Romans seinen Dienst auf der Mauer antritt. Wer die Anderen sind, ist ihm nicht ganz klar, er weiß nur, das diese Menschen wegen des Wandels ihre Heimat verlassen mussten und nun verzweifelt nach etwas suchen, wo sie in Sicherheit sind. Diejenigen, die an der Mauer erwischt werden, haben zwar nur die Wahl zwischen Tod und Sklaverei (wer sich für letzteres entscheidet, wird verniedlichend „Dienstling“ genannt), aber ihre Kinder haben die Chance, britischer Bürger zu werden (wohl auch, weil das britische Volk selbst die benötigte Geburtenrate nicht mehr gewährleisten kann). Für mich dabei mit am schockierendsten war die Aussicht der Verteidiger selbst auf dem Meer zu landen, nicht, weil sie etwa Schuld daran sein könnten, dass jemand illegal ins Land gekommen ist, sondern einfach nur, weil für jeden, der es geschafft hat, einer gehen muss.

Der Dienst auf der Mauer ist langweilig, 12 Stunden müssen die Männer und Frauen ausharren und aufs Meer starren. Kommt es tatsächlich zu einem Überfall wird es brandgefährlich, denn die Anderen tun alles, um die Mauer zu überwinden, und so kommt es immer zu Toten auf beiden Seiten. Und selbst wenn man das überlebt, hat man noch lange nicht überlebt, denn dann droht die Aussetzung auf dem Meer.

Leider ist, trotz dieses Hintergrundes, auch der Roman relativ langweilig. Kavanagh erzählt in Ich-Form, und er erzählt ausführlich und erstaunlich sachlich, wenig emotional. Und das, obwohl er sich auf der Mauer verliebt, mehr als einmal in Lebensgefahr gerät und erleben muss, wie Kameraden sterben. Auch erfährt der Leser leider wenig über die gesellschaftlichen und sozialen Hintergründe des Landes bzw. der Welt und das alltägliche Leben, alles bleibt relativ abstrakt, die Charaktere blass. Das hat zwar einerseits auch etwas Bedrückendes, weil man als Leser so im Ungewissen bleibt, aber, es hätte den Roman auch interessanter machen können, hätte man mehr erfahren.

Die Geschichte ist hochaktuell, und oft hat man das Gefühl, die Situation zu kennen, auch der Bau einer Mauer, um sich abzuschotten, alles Fremde draußen zu lassen, ist eine durchaus mögliche und von einigen gewünschte Zukunftsversion. Das ist im Grund auch das, was den Roman letztlich ein wenig rettet. Mehr hätte man aber mit einer emotional packenderen und interessanteren Geschichte erreichen können. Erst im letzten Drittel kommt mehr Spannung auf, man kann nur hoffen, dass es viele Leser bis hierhin geschafft haben. Im Gegensatz zu anderen Rezensenten empfinde ich das Ende der Geschichte übrigens als sehr passend.

Die Geschichte lässt mich zwiegespalten zurück, zum einen macht sie mich betroffen, auch, weil so die Zukunft möglich sein könnte, zum anderen hätte ich mir eine weniger langatmige und sachliche Erzählweise und greifbarere Charaktere gewünscht, um wirklich emotional beteiligt sein zu können, vielleicht hätten der Geschichte auch einige Seiten weniger gut getan. Dass die Geschichte eine durchaus mögliche Zukunftsvision darstellt, ist bedrückend, sie aus der Sicht eines Einzelnen darzustellen, gar nicht einmal eine so schlechte Idee, die Umsetzung lässt aber leider zu wünschen übrig, da sie emotional nicht packt und wegen ihrer Langatmigkeit Gefahr läuft, dass das Buch schnell wieder aus der Hand gelegt wird. Bis zum Ende lesen lohnt sich aber. Ich vergebe 3 Sterne, aber auch eine Leseempfehlung – lasst euch auf die Geschichte ein und zum Nachdenken anregen.

Die Mauer - John Lanchester
Die Mauer
von John Lanchester
(97)
eBook
18,99

Ich mag den mythologischen Hintergrund, der Roman kann mich leider nicht überzeugen

PMelittaM aus Köln , am 27.04.2019

Káras Aufgabe als Walküre ist es, in der Schlacht gestorbene Helden nach Walhall zu bringen. Gerade ist sie mit Kriegsgott Tyr in einem Menschendorf, wo ein zukünftiger Held leben soll. Kára verliebt sich in Erik und hofft, das dieser der vorhergesagte Held ist.

Ich mochte Götter- und Heldensagen schon immer sehr und war daher sehr gespannt auf diesen Roman, der mich auch zunächst ziemlich fesselte, dann aber nach und nach seine Faszination für mich verlor.

Leider ist mir fast keiner der Charaktere nahe gekommen, vor allem Erik, aber auch Kára nicht. Dafür mag ich Eriks kleinen Bruder Irik sehr gerne, so dass ich doch hin und wieder emotional gepackt wurde. Der hinterhältige Loki, der auch eine relativ große Rolle spielt, hat für ein bisschen Pfiff gesorgt, aber vieles bleibt wenig nachvollziehbar, z. B. auch die große Liebe Káras zu Erik. Vielleicht wäre es besser gewesen, die Liebesgeschichte von Anfang an zu erzählen, so fängt das Ganze mittendrin an, irgendwann gibt es eine, nicht gekennzeichnete Rückblende, in der man erfährt kurz und unmotiviert erfährt, wie die beiden sich kennenlernten. Auch über Tyrs Beziehung zu Kára hätte ich gerne mehr gewusst.

Der Roman spielt zum Teil in einer Wikinger-Welt, allerdings erfährt man wenig über sie. Hin und wieder gibt es Überfälle durch Plünderer, aber auch Eriks Stammesgenossen scheinen gerne zu plündern. Außerdem gibt es Werwölfe, was mich tatsächlich gestört hat, zumal zu ihnen keine ordentliche Hintergrundgeschichte erzählt wird, und meiner Meinung nach passen sie auch nicht ganz in die Mythologie. Überfälle durch Plünderer, Überfälle durch Werwölfe, mir war das für einen nur etwa 300 Seiten langen Roman zu viel, da hätte man besser mehr Wert auf Charakterzeichnungen und nachvollziehbaren Aufbau der Geschichte legen sollen. Spannend ist das nämlich auch nicht, wenn man sich den Charakteren nicht verbunden fühlt.

Der andere Schauplatz ist Asgard selbst, hier „sieht“ man zwar so manches, Yggdrasil, die Nornen, Walhall usw., aber trotzdem fühlt auch das sich etwas blutleer an. Interessant sind hier vor allem die mythologischen Hintergründe.

Insgesamt ist die Geschichte leider oft sehr langatmig und vorhersehbar, und dreht sich immer wieder um das selbe: Ist Erik ein Held oder nicht – für einen Roman ein bisschen wenig Geschichte, das machen auch die vielen Einmischungen nicht besser. Außerdem gibt es immer wieder Szenen, die nicht ganz logisch erscheinen. Die ganzen Irrungen und Verwirrungen basieren größtenteils darauf, dass nicht miteinander gesprochen wird – für mich ein Grund, die Augen zu verdrehen. Teilweise finde ich die Wortwahl nicht gelungen, wenn z. B. von „Klamotten“ die Rede ist.

Im Grunde eine gute Idee, eine Walküre als Protagonistin, Asgard und Midgard (also unsere Welt) als Schauplätze, viel mythologische Hintergründe – aber leider wird der Roman dem nicht gerecht. Hier fehlt es an manchem, einer tiefgehenden Charakterzeichnung, durchgehend logischem und nachvollziehbarem Handeln und einer Geschichte, die durchgehend packt – all das ist leider nur im Ansatz vorhanden. Dennoch hat mir der mythologische Hintergrund sehr gefallen und ganz sicher werde ich noch „Die Götter von Asgard“ lesen. Von mir gibt es leider nur 2,5 Sterne (aufgerundet wo nötig).

Die Helden von Midgard - Liza Grimm
Die Helden von Midgard
von Liza Grimm
(7)
Buch (Taschenbuch)
12,99