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gaby2707 aus München

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Meine Bewertungen

Kaum zu glauben

gaby2707 aus München , am 25.05.2019

Kaum zu glauben

Lukas Reinhard feiert seinen 15. Geburtstag. Aufgewachsen in einer streng religiösen Familie mit seinen beiden jüngeren Schwestern ist er es, der immer wieder den Zorn seiner Eltern in Form von Schlägen und Misshandlungen zu spüren bekommt. Als er die todkranke Marie kennenlernt, beginnt er, sein bisheriges Leben zu hinterfragen und sich gegen seine Eltern aufzulehnen.


Der mitreißende Schreib- und Erzählstil von Claus Cant hat es mir sehr schwer gemacht, das Buch aus der Hand zu legen. Und so war es schneller ausgelesen, als ich gedacht hatte.

Lukas erzählt seine Geschichte in der Ich-Form, was mich durch ihn noch näher am Geschehen teilhaben lässt.

Die einzelnen Mitglieder der Familie Reinhard werden sehr ausführlich und gut vorstellbar beschrieben. Ich hatte von Anfang an Mitleid mit Lukas und habe mich gefragt, was bei den Eltern schief gelaufen ist. Dies wird dann am Ende des Buches auch erklärt. Sehr gut beschrieben finde ich die Wandlung von Lukas. Immer will er es seinen Eltern recht machen. Versteht aber nicht, wieso seine Eltern seine Bemühungen nicht anerkennen. Als er Marie kennenlernt, nimmt er natürlich wahr, dass es auch ein anderes Leben gibt. Ganz krass treten hier auch die Unterschiede der beiden Elternpaare zutage. Hier hatte ich an manchen Stellen ein paar Tränchen in den Augen.

Ein Buch ohne den erhobenen Zeigefinger, das zum Nachdenken anregt. Bei mir wird es noch eine Zeit nachwirken.

Marie - Geh nicht - Claus Cant
Marie - Geh nicht
von Claus Cant
(3)
Buch (Taschenbuch)
8,87

An die neue Kommissarin muss ich mich erst noch gewöhnen

gaby2707 aus München , am 25.05.2019

Kaum hat Softwareentwickler Florian Bauer seine Frau Anna mit seinem Geschäftspartner und bis dahin besten Freund Lothar Brinkmeier in seinem Bett erwischt und rausgeschmissen, werden sie am darauf folgenden Morgen von Brinkmeiers Zugehfrau tot in seinem Swimmingpool gefunden. Suizid, Unfall oder Mord – diese Frage müssen sich Kriminalhauptkommissarin Hanna Schmiedinger und ihr Kollege Rainer Talgruber von der Kripo in Traunstein fragen. Da wird auch schon das nächste Mordopfer gefunden…


Dies ist der erste Fall für die Traunsteiner Ermittlerin und ihr Team. Demzufolge erfahre ich hier schon mal sehr viel Privates von den Ermittlern, aber auch von den weiteren handelnden Personen. Richtig sympathisch ist mir Hanna bis jetzt nicht geworden, was auch an der meist etwas derben Sprache und dem rüden Umgangston, den sie pflegt, liegen mag. Rainer dagegen kann ich mir als guten Freund durchaus vorstellen. Die Gedanken der Handelnden werden kursiv dargestellt. Das lässt mich noch näher an dem Geschehen teilhaben.

Durch das viele Private geht leider die Spannung, die sich langsam aufbaut, immer wieder verloren. Schon früh hatte ich einen Verdacht, wer hier als Mörder seine Finger im Spiel haben könnte, was aber dem Lesegenuss keinen Abbruch getan hat. Was mich eher gestört hat, sind die vielen kleinen Nebenschauplätze, die zum einen nichts mit dem Fall zu tun hatten. Die mir aber auch zum Teil überhaupt nicht gefallen haben und sehr unrealistisch wirken. Es kam mir vor, als wenn plötzliche Ideen noch schnell verarbeitet werden müssten. Auch die Ermittlungen selbst kommen für mich unglaubwürdig rüber und haben mit Plizeiarbeit in meinen Augen wenig zu tun. Trotzdem hat mich das Ende mit seiner schlüssigen Auflösung entspannt zurück gelassen.

Gut gefallen haben mir die Beschreibungen der Umgegend, wenn die Kommissare unterwegs waren. Hier habe ich mich in Trostberg und Burghausen wie zuhause gefühlt.

Wer Krimis mag, die nicht bierernst gemeint sind, mit einem derben Zungenschlag und vielen kleinen Nebenschauplätzen, der ist hier genau richtig. Ich bin gespannt, welchen Fall Hanna das nächste Mal aufzulösen hat.

Hannas Leichen - Alex Buchenberger
Hannas Leichen
von Alex Buchenberger
(6)
Buch (Taschenbuch)
12,00

Fall Nr. 7 für Wallner, Kreuthner & Co.

gaby2707 aus München , am 22.05.2019

Fasching is und Leo Kreuthner hat in seinem Wilderer-Kostüm ein fesches Charleston-Madl aufgerissen. Nun, wohin kann er mit ihr verschwinden? Er hat kein Auto, keinen Führerschein, aber den Schlüssel zu einem Haus im Wald, von dem er glaubt, dass es in diesen Tagen unbewohnt ist. Kommissar Wallners Opa Manfred, heute als Sensenmann unterwegs, hat einen Führerschein und ist mit Wallners Auto unterwegs. Fluggs machen sich die drei auf den Weg. Im Haus dann die Überraschung: Der Hausherr ist doch anwesend. Er liegt in seinem Bett und ist tot – erschossen. Eine junge sturzbetrunkene Frau mit der Pistole in der Hand taucht auch gleich auf. Naja, und so kommt Kommissar Wallner mit seiner Ermittlertruppe ganz schnell zu einem neuen, diesmal recht kniffligen Fall.


Seit ich vor ca. 10 Jahren „Der Prinzessinnenmörder“ gelesen habe, ist keines der Bücher von Andreas Föhr ungelesen an mir vorbei gegangen.
Ich liebe seinen Schreib- und Erzählstil, seinen Humor, der immer in kleinen Dosen einfließt ohne platt zu wirken. Wenn dann Kreuthner so seine Gedanken kreisen lässt - das ist Kopfkino vom Feinsten. Dazu seine tollen Sprüche. Und schon schleicht sich ein Grinsen in mein Gesicht. Eine Liste mit den wichtigeren Personen aus dem Krimi ist im Anhang aufgeführt. Genauso wie das Rezept der „Teufelsravioli „Leonardo“, das hier im Buch eine Rolle spielt.
Die bayerischen Sprachschätze, mit denen sich Leo Kreuthner meist ausdrückt und die Beschreibungen der Landschaft und der Menschen am wunderschönen Tegernsee in Miesbach runden den lokalen Anstrich ab.
Ich mag seine grundverschiedenen Figuren, die mit den Jahren immer mehr an Tiefe und Ausstrahlung gewonnen haben. Ganz besonders in Herz geschlossen habe ich seinen Opa Manfred. Ich liebe den alten Herrn, der das „mausern“ immer noch nicht lassen kann und der auch hier wieder eine tolle Rolle gespielt hat. Den kleinen bucklerten Sensenmann habe ich immer noch vor Augen.

Der Kriminalfall ist sehr klug konstruiert, besticht durch Undurchsichtigkeit und hat mich immer wieder auf falsche Fährten gesetzt. Und dann ist doch alles ganz anders. Wallners Ermittlungen gehen diesmal zurück bis in den Herbst 1996 in Berlin. Immer wieder bekomme ich zu den Ergebnissen aus Bayern auch Häppchen aus der Bundeshauptstadt serviert. Bis sich alles schlüssig auflöst und ich mit dem Ergebnis zufrieden zurückbleibe.

Auch dieser Fall lässt sich ohne Kenntnis der vorhergehenden Bücher lesen. Aber ich bin mir sicher: Wer Wallner, Kreuthner & Co. Bei ihrer Arbeit oder im Privaten kennengelernt hat, der will einfach mehr von ihnen lesen.

Ich war jedenfalls wieder begeistert von einem spannenden Kriminalfall mit einem Schuss Humor und Protagonisten, die man einfach lieben muss.

Schwarzwasser - Andreas Föhr
Schwarzwasser
von Andreas Föhr
(15)
Buch (Taschenbuch)
9,99

Ein lohnender Ausflug nach Bella Italia

gaby2707 aus München , am 11.05.2019

Marina, Marina, Marina - Ti voglio al piu' presto sposar - Marina, Marina, Marina - Ti voglio al piu' presto sposar - O mia bella mora - No non mi lasciare - Non mi devi rovinare - Oh, no, no, no, no, no

Diesen Songtext von Rocco Granata hatte ich sofort im Ohr, als ich das Cover gesehen habe. Das war eine der ersten Singles, die mir meine Großeltern vor fast 60 Jahren aus ihrem Italienurlaub mitgebracht haben. Und das Lied hatte ich während des Lesens dauernd im Ohr.

Aber worum geht es:
Hauptsächlich um Marina, eine Frau mit verschiedensten Facetten, die Frau des Dorffrisörs.
Nino ist gerade mal 13 und unsterblich verliebt in die 30 Jahre ältere Marina, die Mutter seines besten Freundes. Die aber beginnt ein Verhältnis mit Ninos Vater, was Nino aber erst Jahre später erfährt.

Es geht um Liebe, Intriegen, Verrat, ein Wechselspiel der kleinen und großen Gefühlen, die locker-leichte Mentalität der Italiener und vor allem um die Bewohner des kleinen Ortes Sant´Amato, ein kleiner Küstenort an der italienischen Riviera. Ihre Geschichte begleite ich von 1960 bis 1968, mit einer kurzen Stippvisite ins Jahr 1980.
Bei einem Auflug zurück ins Jahr 1944 lerne ich die Auswirkungen des 2. Weltkrieges und das Leid der Bevölkerung kennen. Auch die Partisanenkämpfe werden hier thematisiert und waren für mich sehr interessant zu lesen.
Es ist kein ausgesprochenes Urlaubsbuch, wie das Cover vielleicht vermuten lässt. Es ist eher ein Einblick in einen Teil der italienischen Geschichte, verquickt mit dem Leben von 6 Familien und ihren Angehörigen, mit denen ich gleich zu Beginn des Buches in einem Personenverzeichnis bekannt gemacht werde und die mir während des Lesens immer wieder begegnen.

Ich meine spüren zu können, wie das Herz der Autorin an diesem kleinen Teil der Welt hängt und sie mir diesen als Leser näher bringen will. Was ihr bei mir sehr gut gelungen ist. Mir hat es auch sehr gut gefallen zu erfahren, wie die Autorin dazu kam, gerade diese Geschichte zu schreiben.

Zu Beginn eines jeden neuen Jahres bekomme ich einen Hit des Jahres mit interessanten Infos vorgesetzt, die ich während des Lesens leise vor mich hin summe.
Da jedes der 14 Kapitel mit den Zahlen in italienisch überschrieben ist, lerne ich sogar italienisch zählen von 1 bis 14. Was zusammen mit den immer wieder eingestreuten italienischen Worten das Gefühl in Italien zu sein noch verstärkt.
Die drei lecker klingenden Rezepte werde ich bestimmt mal ausprobieren. Einiges Wissenswerte erfahre ich am Ende der Geschichte in einem ausführlichen Glossar.

Grit Landau hat mich mit ihrem Roman am italienischen Lebensgefühl teilhaben lassen, mir die Geschichte etwas näher gebracht, mich mit interessanten Personen und ihrem Leben bekannt gemacht und mich vor allem sehr gut unterhalten. Ein Roman, der Liebe, Leidenschaft, sehr viel Gefühl und die verschiedenen Schicksale in sich vereint und den ich sehr gerne gelesen habe.

Marina, Marina - Grit Landau
Marina, Marina
von Grit Landau
(35)
Buch (Paperback)
14,99

Freunde für´s Leben

gaby2707 aus München , am 11.05.2019

Nach der fünfzehnjährigen Abi-Feier verlassen Niklas Hofmann, Marten Willemsen und Janine Peters die Party und übernachten alle ziemlich zugedröhnt in einem Waldstück. Hier holen Niklas die Schatten der Vergangenheit ein. Er sieht sich vor 16 Jahren Lisa Seibel, das Mädchen, zu dem er sich so stark hingezogen fühlte, überfahren und wie er sie mit Ziegelsteinen beschwert in den Rhein schleppt und untergehen lässt. Und wieder ist da, dieser Fuchs, der ihn anstarrt. Niklas kann mit seiner Schuld, die sich nach so vielen Jahren an die Oberfläche drängt, nicht länger leben und stellt sich der Polizei. Nach mehreren Recherchen, bei denen Niklas Schuld nicht nachgewiesen werden kann, ist er wieder auf freiem Fuß. Aber er gibt nicht auf, will unbedingt für sein Tun büßen. Carolin Seibel, Lisas Schwester, hat nie an ein Abtauchen ihrer Schwester geglaubt. Bis heute versucht sie, die wahren Begebenheiten herauszufinden und Lisas Mörder zu überführen. Fast zu spät merkt sie, dass sie dem Mörder sehr nahe gekommen ist und erkennt nicht die Gefahr in der sie schwebt.

„ Nebelherz“, der neue Thriller von Leonie Haubrich, hat auf mich von Anfang an einen tiefen Sog ausgeübt. Es ist mir sehr schwer gefallen, das Buch auch mal aus der Hand zu legen. Ich war ab der ersten Seite gefesselt und im Bann von Niklas, Marten und Janine gefangen.
Ich habe von Anfang an nicht wirklich an die Schuld von Niklas geglaubt. Wollte einfach nicht glauben, dass der sympathische junge Mann ein Mörder sein soll. Ich habe ihn zutiefst bedauert. Ihn, der einen Kunden nach dem anderen verliert, der seine schwangere Frau verliert, dessen Eltern ihn nicht mehr im Haus haben wollen und der nicht mehr ein noch aus weiß. Durch die Recherche von Carolin kommen immer neue Details auf. Genau wie sie weiß ich nicht, kann ich Niklas trauen oder nicht.

Obwohl ich bereits nach ca. der Hälfte des Buches geahnt habe, wer der Mörder sein könnte, blieb die Spannung erhalten. Denn die Frage nach dem Wie und dem Warum klärt sich zusammenhängend erst kurz vor Schluss.

Was auch hier meinem Lesegeschmack wieder sehr zugute gekommen ist: Leonie Haubrich kommt, obwohl es ein paar Tote gibt, ohne großes Blutvergießen aus. Ihre Stärke liegt erschaffen von glaubhaften Protagonisten, von spannungsgeladenen Szenen und von Wendungen, bei denen ich mit meinen „Ermittlungen“ wieder ganz am Anfang stehe.

Was mir auch sehr gut gefallen hat: Jeden Kapitelanfang ziert ein kleiner Fuchs, den ich schon auf den ersten Seiten kennengelernt habe, der schnüffelnd seine Nase in den Wind hält.

Wieder ein brillant ausgearbeiteter Psychothriller, bei dem ich nicht anders kann, als ihn mit 5 Sternen und einer Leseempfehlung zu bewerten.

Nebelherz - Leonie Haubrich
Nebelherz
von Leonie Haubrich
(2)
Buch (gebundene Ausgabe)
15,99

Sechs Geschichten von 6 Autoren

gaby2707 aus München , am 09.05.2019

In diesem kleinen Buch haben sich fünf Autorinnen und ein Autor mit ihren Kurzgeschichten verewigt. Alle Geschichten spielen in oder um München herum, in der Gegenwart oder zu Beginn der 1930er Jahre. Ich besuche den Mittelaltermarkt am Wittelsbacher Platz, schaue den Bauarbeitern bei einer Wohnhaussanierung in der Sedanstraße über die Schulter, besuche einen in der Nähe liegenden Wildpark und suche zusammen mit dem Täter sein Opfer in einer Discothek. Da die Geschichten sehr unterschiedlich sind, gibt es vier, die mir gut bzw. sogar sehr gut gefallen haben und zwei, die mich nicht so gut unterhalten konnten. Aber das ist natürlich alles Geschmackssache.

Ein kleines bisserl gestört haben mich immer wieder mal vorkommende Wort- bzw. Grammatikfehler.

Alles in allem haben mich die Geschichten leider nur mäßig unterhalten und die Lektüre bekommt von mir 3,5 von 5 Sternen.

Lynchen in München
Lynchen in München
(4)
Buch (Kunststoff-Einband)
7,00

Eine starke Frau geht ihren Weg

gaby2707 aus München , am 07.05.2019

Mimi Reventlow lebt und arbeitet nun schon einige Zeit in Laichingen auf der Schwäbischen Alb. Ausserdem betreut und pflegt sie liebevoll den schwerkranken Bruder ihrer Mutter, ihren Onkel Josef, der ihr in jungen Jahren die Fotografie nahe gebracht hat. Der Mann, in den sie verliebt ist, Hannes / Johann Merkle lebt nun auch wieder in seiner Heimatstadt. Aber die Verbindung der Beiden soll erstmal geheim bleiben. Warum – das erfärt Mimi auf leidvolle Weise erst später.Dem Webereibesitzer Herrmann Gehringer ist sie, die die Menschen „auf falsche Gedanken bringt“, ein Dorn im Auge. Dabei versucht sie doch nur, den jungen Leuten beizubringen, dass es ausser der Weberei auch noch andere Berufe gibt, die sie ergreifen könnten. Es ist also nicht so einfach für die liebenswerte Wanderfotografin.


Die Geschichte geht vom ersten Buch aus nahtlos über und ich bin sehr schnell wieder zuhause in dem Ort auf der Schwäbischen Alb und mitten unter ihren Menschen, wo die Männer in den Webereien arbeiten und die Frauen ausser dem Haushalt, den Kindern und der Arbeit auf dem Feld auch noch Stickereiarbeiten machen müssen, damit das Geld zum überleben reicht. Es schockiert mich auch diesmal, wenn ich lese, wie arm und kärlich, ohne Freizeit, das damalige Leben in diesem Landstrich war. Petra Durst-Benning bringt mir die Zeit, die Menschen und vor allem auch ihre Situationen gekonnt näher. So empfinde ich z.B. den Unterschied zwischen dem Land- und dem Stadtleben als riesengroß.

Ich werde mit Hochzeit und Tod, mit Verrat an Freunden und dem Lehrbeginn auf der Kunstschule konfrontiert. Die Personen, mit denen ich es hier zu tun habe, einige kenne ich schon, neue kommen hinzu, haben so vielfältige und vielschichtige Charaktäre. Hier finde ich Menschen, die ich gerne als Freunde hätte, wie z.B. Mimi, aber auch Menschen, die ich gar nicht leiden kann, wie z.B. Herrmann Gehringer. Ganz wie im realen Leben.

Die Autorin hat mich auch diesmal so in die Handlung hinein gezogen, dass ich auch diesmal wieder mit den Menschen auf der Alb gebangt und gelitten habe, mit ihnen gefeiert und mich mit ihnen über die tollen Fotografien gefreut habe, die Mimi von ihnen gemacht hat. Gefreut habe ich mich auch mit Alexander, der ein Stipendium bekommen hat und nun die Kunstschule in Stuttgart besuchen darf.

Es sind einige Fragen offen geblieben und so freue ich mich heute schon auf die kommenden Wochen und Jahre, in denen ich Mimi Reventlow hoffentlich bald auf ihrem Weg begleiten darf.

Ein tolles Buch über eine interessante Frau, die ihren Weg geht, in einer Zeit, die so ganz anders war, als die heutige. Ich habe mich wieder sehr gut unterhalten gefühlt.

Die Fotografin - Die Zeit der Entscheidung - Petra Durst Benning
Die Fotografin - Die Zeit der Entscheidung
von Petra Durst Benning
(40)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,00

Alles, was ich brauche

gaby2707 aus München , am 28.04.2019

Alles was ich brauche

Der ADAC-Reiseführer Sylt beinhaltet nicht nur diese schöne Insel, sondern streift auch die Inseln Amrum, Föhr und Helgoland.

Nach den ersten Impressionen und den ADAC TopTipps bekomme ich jede Menge Infos zu friesischen Traditionen, die Natur und Kultur auf der Insel, essen, einkaufen, feiern und Sportangebote, Einsanmkeit und Trubel. Von Westerland nach Rantum, Hörnum in den Norden nach Winningstedt, Braderup, Kampen und List. Dann in den Osten der Insel nach Munkmarsch, Keitum. Tinnum und Morsum. Überall bekomme ich weitere für die Orte relevante Infos. Anschließend geht es auf die 3 Nachbarinseln.

Zum Schluss gibt’s Sylt von A wie Anreise bis Z wie Zollbestimmungen. Ausserdem erfahre ich die wichtigsten Daten aus der Sylter Geschichte. Im Register finde ich auch noch mal alles von A – Z.

Ein kleines Buch mit allem, was ich für meinen Urlaub brauche.

ADAC Reiseführer Sylt - Knut Diers, Elisabeth Schnurrer
ADAC Reiseführer Sylt
von Knut Diers
(1)
Buch (Taschenbuch)
9,99

Ein Kriminalfall, der mich begeistert hat

gaby2707 aus München , am 28.04.2019

Meike Jacob bittet ihre Freundin Jana Yogt, die im Team der Koblenzer Kriminalpolizei als Tatortfotografin arbeitet, als Fotografin bei einer Wanderung über den Ahrsteig mitzukommen. Hier trifft sich eine Gruppe von ehemaligen Studenten, die diese Wanderung vor 30 Jahren schon einmal gemacht hat. Der Name Rainer Großmann, der dieses Treffen in die Wege geleitet hat, fällt auch im Zusammenhang mit einem nicht gelösten Altfall, dessen Akte Jana kürzlich erst in den Händen hatte. Dort war er als Zeuge eingetragen. Zufall? Als dann Antje Haak, ein Mitglied der Wandergruppe, tot aufgefunden wird, bekommen sowohl Jana als auch ihr Freund Hauptkommissar Clemens Wieland mit seinem Team richtig viel Arbeit.


In ihrem dritten Fall um die Tatortfotografin Jana Vogt, die immer auch ihren Airedale Terrier Usti dabei hat, nimmt mich Karin Joachim mit an die Ahr. Ich konnte dieses Buch richtig genießen, auch ohne die beiden Vorgänger, auf die in wenigen Sequenzen immer mal wieder „hingewiesen“ wird, kennen zu müssen. Die Hinweise lesen sich aber für mich so interessant, dass ich sowohl „Krähenzeit“ als auch „Bittertrauben“ lesen werde. Vor allem auch um Jana Vogt von Beginn an kennenzulernen.

Selten habe ich einen Krimi gelesen, in dem ich es mit so viele Personen zu tun hatte. Aber durch ihre Unterschiedlichkeit, durch die verschiedensten Charakterzüge, vor allem durch die eingängigen Beschreibungen jedes Einzelnen war es mit der Zeit kein Problem mehr, sie zuzuordnen. Da einige in ihren Beschreibungen recht undurchsichtig bleiben, bleibt es meiner Fantasie überlassen, mich in sie hineinzuversetzen.

Ich finde, in diesem Krimi wird die polizeiliche Arbeit sehr gut dargestellt. Es kommen viele einzelne Puzzleteile zusammen, nichts will zusammenpassen. Bei den Gesprächen zwischen Clemens und Jana fühle ich mich mittendrin, mache mir meine eigenen Gedanken zu dem Mord und dem Vermisstenfall, merke aber schnell, dass ich mich wieder auf einen Holzweg habe führen lassen. Die endgültige Auflösung hatte ich so nicht erwartet. Der Ausgang ist aber sehr gut nachzuvollziehen.
Aber auch das Private von Clemens und Jana kommt nicht zu kurz und wird authentisch dargestellt. Ich sehe Clemens richtig vor mir, wie er total erledigt von einem Fall bei dem nichts weiter geht, auf seinem Schreibtischstuhl ein Nickerchen macht.

Die Spannung hat bei mir schon im Prolog angesetzt und hält ihr Level konstant hoch. Und ich konnte das Buch fast nicht aus der Hand legen, bis ich die Hintergründe endlich zu fassen bekam und sich mein Puzzle vervollständigt hat.

Wunderschöne detaillierte und farbig gezeichnete Landschaftsbeschreibungen der Umgebung an der Ahr geben der Geschichte ihren lokalen Kolorit. Mich hat die Wanderung über den Ahrsteig mit dem Blick ins Tal so fasziniert, dass ich diesen Weg auch gerne mal gehen würde.
Auf einer Karte zur Orientierung vor Beginn der Geschichte kann ich die Wanderung vorbei an den einzelnen Ortschaften sehr gut nachvollziehen.

„Johannisglut“ ist ein Krimi ganz nach meinem Geschmack und ich habe eine neue Autorin für mich entdeckt. Ein spannender Kriminalfall (oder zwei), interessante Protagonisten und Einblicke in eine wunderschöne Landschaft. Hier habe ich mich richtig wohl gefühlt.

Johannisglut - Karin Joachim
Johannisglut
von Karin Joachim
(6)
Buch (Taschenbuch)
12,00

Nichts ist wie es zunächst scheint

gaby2707 aus München , am 27.04.2019

Romy Baccare hat ihren Jan geheiratet. Kaum sind sie aus den Flitterwochen zurück, wird Romy zum neuen Einsatz gerufen. Pferdezüchter Torsten Fischer hat sich wie es scheint in der Nacht zu seinem Geburtstag das Leben genommen. Aber es gibt auch Ansatzpunkte, die auf einen Mord hin deuten. Romy beginnt zu ermitteln und findet schnell heraus, dass Fischers Vita nicht stimmig ist. Er ist weder hier im Norden geboren, noch hier zur Schule gegangen. Erst 1995 taucht er erstmals hier auf??? Außerdem scheint der Familienvater ein Verhältnis gehabt zu haben. Aber kann man damit einen Mord begründen?


Dies ist nun schon der 8. Fall, bei dem ich der pfiffigen Kommissarin beim Ermitteln über die Schulter schaue. Und ja, ich habe sie, ihren Jan und die anderen Ermittler aus Stralsund und Rügen vermisst. Sehr hilfreich, besonders für Leseneulinge, finde ich die Aufzeichnung der Mitarbeiter der Kommissariate auf Rügen und in Stralsund auf den letzten Seiten. Hier werden sie detailliert vorgestellt.

Der neue Fall stellt sich als ganz schön verzwickt und verwinkelt heraus. Torsten Fischer scheint gar nicht so beliebt gewesen zu sein, wie man den Kommissaren glauben machen will. Stutzig machen auch die vielen Unfälle, bei denen jedes mal auch der Name Torsten Fischer in irgendeinem Zusammenhang auftaucht. Nicht leicht, dieses alles aufzudröseln. Aber was wäre ein Krimi ohne „Happy End“. Natürlich kommen Romy und ihre Kollegin Ruth Kranold den Tatsachen auf die Spur. Je tiefer sie graben, desto mehr Scheußlichkeiten kommen ans Tageslicht, was auch mich schon mitgenommen hat.

In diesem Krimi gibt es wieder sehr viele Figuren, bei denen ihre spezifischen Eigenschaften und die Milieus, aus denen sie kommen, sehr gut heraus gearbeitet wurden. Zu Beginn gibt es kein abzugrenzendes Gut oder Böse. Das stellt sich ganz langsam beim Lesen erst heraus. Dadurch erhöht sich auch die Spannung, die zwar schon seit der ersten Seite da ist, immer weiter. Fragen lösen sich auf, neue kommen dazu. Was auch dazu geführt hat, dass ich den Krimi in einem Rutsch durchgelesen habe.

Auch die Beschreibungen von Land und Leuten kommt nicht zu kurz und gibt der Geschichte ihre lokalen Reiz. Genau so, wie einige private Details und Begebenheiten, die locker unter die Krimihandlung eingestreut werden, und mich die Kommissare noch ein Stückerl besser kennenlernen lassen.

Dieser Fall hat es richtig in sich. Ich habe tief in die Gedanken einiger Menschen hinein schauen dürfen, habe mit ermittelt und mit gelitten. Alles in allem hat mich der Fall mit seinen Wendungen überraschen können und mir einige sehr interessante und spannungsgeladene Lesestunden geschenkt.

Fischermord - Katharina Peters
Fischermord
von Katharina Peters
(10)
Buch (Taschenbuch)
9,99

 
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