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Ein wunderbares Wintermärchen um Freunschaft und den Wunsch nach Abenteuer

Gueldenstern , am 16.01.2020

Zugebenermaßen so richtig objektiv bin ich nicht. Jedes Buch, welches ich von Nina Blazon bisher gelesen habe, hat mich bezaubert. Daher waren meine Erwartungen einerseits hoch gesteckt... andererseits hatte ich keine all zu große Angst, das die Autorin es nicht schaffen würde, diesen gerecht zu werden.

Mich ziehen Romane gerade zu magisch an, die Märchenmotive in ihre Handlung einbinden und gerade das Märchen der Schneekönigin hat es mir sehr angetan. Blazon gelingt es so wunderbar, die einzelnen Motive erkennbar einzubauen und trotzdem eine ganz eigene, neue Geschichte daraus zu machen. Aber wer wie ich auch eine große Schwäche für das Meer und die Sagen und Mythen die sich hierum Ranken hat, wird auch nicht enttäuscht werden.

Mir persönlich hat dabei die Vermischung von Märchen und Wirklichkeit der Figuren im Roman auf der einen Seite und Märchenmotiven, dir als Leser*innen kennen sehr gefallen. Das Spiel mit der Frage, welchen wahren Kern Märchen so in sich tragen können, fand ich sehr gelungen.

Doch eigentlich macht noch etwas ganz anderes, den Roman zu etwas besonderem. Der Fokus auf der Freundschaft der drei Frauen, Mailinn, Toma und Brigida hat mich besonders überzeugt. So unterschiedlich sie auch sind, sie werden nicht allein durch ihr Aussehen definiert oder durch eine Konkurenzsituation, die für Konflikte sorgen würde. Das glaubwürdig zu beschreiben, ihre Ängste und auch andere Gefühle der drei, das ist für mich definitiv eine große Stärke des Romans.

Es ist toll, das der Fokus so ganz auf den Fragen liegt, die Mailinn sich beantworten möchte. Auf dem Abenteuer das sie sich erhofft, aber auch auf Fragen, von denen sie gar nicht wusste, das sie sie Antwort danach gesucht hatte.

Und der geheimnisvolle Eismund bringt dann ebenfalls so seine Eigenheiten mit in die Geschichte, aber trotzdem bleibt er eigentlich eher am Rande. Auch wenn er schon eine wichtige Figur bleibt.

Gut und Böse vermischen sich in dieser Welt, keine der Figuren, ob es nun Mailinn ist, oder gar die hmm "Bösewichte" der Geschichte fehlt es an Tiefe und Vielschichtigkeit.

Der besondere Zauber dieses Wintermärchens hat mich dann sowieso sehr für sich eingenommen. Auch die ruhigen Momente der Geschichte haben für mich die Handlung vorangetrieben und sogar erst dafür gesorgt, das man die Figuren besser verstanden hat.

Eines dieser Bücher, bei denen ich manchmal erstaunt aufschaute um zu merken, oh da ist ja gar kein Schnee um mich herum^^

Rabenherz und Eismund - Nina Blazon
Rabenherz und Eismund
von Nina Blazon
(23)
Buch (gebundene Ausgabe)
18,00

Die Liebesgeschichte selbst fand ich toll

Gueldenstern , am 24.09.2018

So enthusiastisch ich über die Handlung objektiv bin, einfach weil die Liebesgeschichte einen für so Beworbene Fantasy anderen Verlauf nimmt. Die Geschichte selbst hat mich zwar gut unterhalten. Aber mehr auch nicht.

Dazu sind viele Entwicklungen einfach zu stark an das Ende des Buches gequetscht und eigentlich nimmt die Liebesgeschichte eben den Hauptteil der Handlung ein. Dadurch wird aber z.B der Umgang mit Dennas Magie stark in den Hintergrund gedrängt. Das fand ich schade, da gerade der Aspekt, wie Mara reagiert und ob Denna dann weiter ihre Freundin sein kann, eigentlich spannend gewesen wäre. Die Autorin wickelt diesen Teil aber meiner Meinung nach etwas unrealistisch ab - wenn man bedenkt das man sich laut Handlung in einem Land befindet, das Magie unter Strafe stellt. Und auch viel zu kurz.

Der wirklich spannende Teil wird leider ebenfalls auf sehr wenigen Seiten abgehandelt, während die Geschichte davor lange Zeit eher so dahinplätschert. Ja, die Freundschaft der beiden Mädchen steht dabei stark im Mittelpunkt. Dabei bleiben aber andere Figuren stark auf der Strecke. Vor allem Thandis, immerhin Dennas Verlobter. Wenn er nicht grade als der böse Bruder dargestellt wird kommt er praktisch überhaupt nicht vor. Die meiste Zeit unterdrückt er einfach nur seine Schwester und wahlweise mal seine Verlobte. Ich gebe zu, mir war das zu sehr Schwarz-Weiß gezeichnet um mich ganz zu überzeugen.

Und auch andere Figuren bleiben so stark im Hintergrund, das sie gar nicht nötig gewesen wären.

Das klingt jetzt alles so extrem negativ. Das liegt daran, das ich hier nun stark am Zerrlegen bin. So an sich ist der Roman nicht schlecht. Die Geschichte hat mich gut unterhalten, ging mir aber eben für meinen Geschmack zu wenig in die Tiefe. Immer wenn es um die Magie und die Gabe geht, die Denna hat, fehlte mir der gewisse Funke. Er ist einfach nicht auf mich übergesprungen. Schon die Unterdrückung der Magie durch die Königin - Dennas Mutter - hat mich nicht so richtig überzeugt.

Glaubwürdig fand ich Denna immer dann, wenn ihr einmal mehr klar wurde, das sich wohl noch nie jemand dafür interessiert hat was sie eigentlich für sich möchte.

Glaubwürdig fand ich Mara, die sich als Tochter des Königs ebenfalls herabgesetzt fühlte. Ich gebe aber zu, das ich es eher unglaubwürdig fand, wie sie als Prinzessin behandelt wurde. Ja, mir ist klar, Frauen werden und wurden so behandelt, wie es ihr widerfährt. Das heißt aber nicht das ich das in der Geschichte, um die es hier jetzt gerade geht, auch glaubwürdig umgesetzt fand. Das liegt auch daran, das Frauen in diesem Roman sehr wohl wichtige politische Ämter bekleiden und ansonsten eigentlich so gleichberechtigt beschrieben werden, das es eben einfach nicht schlüssig wirkt, das Mara als Tochter des Königs kein politisches Amt kleidet und zum Teil sogar nicht einmal als nahe Verwandte behandelt wird.

Was jedoch gelungen ist, das ist eben die Entwicklung der Liebesgeschichte. Ich fand die zarten Annäherungen zwischen den beiden Mädchen total gelungen. Romantisch, verträumt, aufregend. Wie das eben ist wenn man verliebt ist.

Eine Krone aus Feuer und Sternen - Audrey Coulthurst
Eine Krone aus Feuer und Sternen
von Audrey Coulthurst
(27)
Buch (Taschenbuch)
13,00

Gossip Girl meets Entzugsklinik

Gueldenstern , am 07.09.2018

Lexis Erlebnisse und ihre Sucht, das ist kein allzu kuscheliges Thema. Das sollte es meiner Meinung nach auch nicht sein. Egal wie solche Bücher gerne mal wirken können. "Clean" hat mich wohl vor allem deshalb interessiert, weil ich immer diese schrecklichen "Kind nimm bloß keine bösen Drogen"-Bücher aus der Schulzeit im Kopf habe. Darin wurde immer mit erhobenem Zeigefinger darauf hingewiesen, wie schlimm das alles ist und am Ende kam dann der perfekte Entzug und das goldene Happy End. Oder gleich Bücher wie "Wir Kinder vom Bahnhofzoo", die irgendwie auch so weit weg von der eigenen Lebensrealität waren, das sie eher als exotische Schreckensbücher auf mich gewirkt haben. Das lag sicher auch daran, das genau dieses Buch eben eine ganz andere Zeit abgebildet hat.

Instagramstars, Anspielungen auf die momentane Populärkultur, reiche Kids mit all ihren Problemen. Das nimmt die Autorin als Rahmen für ihre Handlung. Erst habe ich mich gefragt warum die Autorin hier eine Welt nimmt die ihren Lesern*innen so weit weg ist wie es nur geht. Andererseits hat es so etwas von Serien wie "Gossip Girl", ein Setting das sicher vielen vertraut ist, da die Serie sehr erfolgreich war.

Die schicke Entzugsklinik ist ein Stück weit trotzdem irgendwie ein Täuschungsmanöver. So toll ist eine Entzugsklinik in der Regel nicht, normalerweise gibt es kein instragramtaugliches Essen und schon gar keine Calvin Klein Schlafanzüge. Andererseits wird durch die schicke Fassade durchaus ein Kontrast zu Lexis Erlebnissen aufgebaut.

Nach und nach wird mir auch klarer, weshalb Dawson vielleicht genau dieses Szenario gewählt hat. Reiche Kids scheinen doch alles zu haben was glücklich macht, die perfekte Photoshopwelt bekommt aber durch die Figuren ihre Risse. Jeder Mensch hat Probleme und niemand ist perfekt. Auch jemand wie Lexi - mit 80.0000 Folowern bei Instagram.

An einigen Stellen merkt man das die Autorin mit Betroffenen gesprochen hat. Vor allem wenn es um die Gründe geht, die zum Teil bei den Figuren durchklingen. Auch das süchtig sein nicht automatisch bedeutet, Drogen zu nehmen.

Der Fokus liegt dabei sehr stark auf Lexi. Die andren Figuren lernt man eher nebenher kennen. Das ist aber eigentlich auch ganz gut so. Lexis eigene Geschichte reicht als roter Faden. Man erlebt wie sie langsam merkt, was eigentlich wirklich mit ihr los ist. Auch Rückschläge werden nicht ausgespart. Bis zu diesem Punkt fand ich das Ganze dann auch recht gut- Vor allem weil die Autorin sich bemüht nichts zu beschönigen.

Was ich überzogen fand, ist tatsächlich das Ende des Romans. Da merkt man, wir sind wieder in der Welt der schönen und Reichen angelangt. Das war mir zu sehr auf Hollywood Happyend getrimmt. Ich finde die Autorin hätte etwas realistischer sein können. Das war dann echt eher wie in Gossip Girl... Aber ok, ich bemühe mich mal im Kopf zu behalten, das vielleicht die Zielgruppe genauso ein Ende haben will.

Aber im Vergleich zu den Büchern die ich selbst mit 14, 15 dazu gelesen habe, ist "Clean" auf jeden fall viel besser geeignet sich dem Thema anzunähern. Wobei ich sagen würde, ja der Zeigefinger ist schon noch da. Aber er kommt etwas subtiler daher und versucht eher zu zeigen, ok. es läuft hier etwas falsch, aber das heißt nicht das es das Ende sein muss. Egal wie schlimm es ist, es kann einen Ausweg geben, wenn Du ihn Dir selbst erlaubst.

3,5 Sterne

Clean - Juno Dawson
Clean
von Juno Dawson
(18)
Buch (gebundene Ausgabe)
17,99

Ist der Hype gerechtfertigt?

Gueldenstern , am 27.07.2018

Erst vor kurzem gab es im Netz eine Diskussion darüber, ob wir eigentlich mehr Diversity, grade auch in der phantastischen Literatur brauchen. Darüber denke ich nach wie vor nach und auch, wie dieser Aspekt sich langfristig halten kann und nicht als Hype irgendwann wieder verpufft.

Wir sind jetzt in einer Zeit, in der endlich endlich auch große Verlage merken, das es wichtig ist Autoren eine Stimme zu geben die nicht aus einem weißen Umfeld kommen, mit strickt weißen Figuren (oder in denen dann z.B schwarze Figuren nur die Nebenfiguren sind und kaum eigene Handlung haben) und das Diversity auch bedeutet, das die Autoren mit genau diesem Backround darüber schreiben - und nicht eben jene weißen Autoren*innen.

Children of Blood and Bone soll sogar verfilmt werden und das, obwohl es in einem Setting spielt, das im Grunde noch nie einen solchen Hype erfahren hat.

Die Autorin spricht selbst davon, das sie eine Figur schaffen wollte, für schwarze Mädchen, die eine starke Frauenfigur im Mittelpunkt hat und die Menschen in die Schranken weißen, die schwarzen Mädchen absprechen Hermione Granger sein zu können. (Ich nehme an das sie darauf anspielte, welcher Aufschrei heraufbeschworen wurde, als Hermione im Theatherstück "The Cursed Child" mit einer schwarzen Frau besetzt wurde.)

Gerade weil der Roman genau diesen Hintergrund hat, genau weil die Autorin aus eigener Erfahrung schreibt, wollte ich "Children of Blood and Bone" lesen. Und ja das liegt auch daran, das meine Nichte über ihren Vater - meinen Bruder, nigerianische Vorfahren hat. Ich will das meine Nichte Bücher lesen kann, die ihre Hautfarbe einschließt und Heldinnen zeigt, mit denen sie sich identifizieren kann. Am liebsten wäre mir dabei eigentlich, das die Hautfarbe keine Rolle spielt. Aber wir Leben in einer Gesellschaft in der es nach wie vor eine Rolle spielt. Und ja, deshalb sind Bücher wie das vorliegende wichtig. Sprache hat Macht, wer nicht genannt wird, nur nett mitgemeint, der ist nicht sichtbar. Auch wenn uns das oftmals im Alltag nicht bewusst ist - es ist trotzdem die Wahrheit und kann nicht einfach wegdiskutiert werden.
Ich kann und will nicht wegdiskutieren das Rassismus nach wie vor existiert. Stellt euch mal die Frage, wie viele Autor*innen aus afrikanischen Ländern ihr kennt? Kennt ihr oder ich die Hauptstädte dieser Länder? Oder gar wichtige historische Persönlichkeiten - und ja jetzt mal außer Nelson Mandela, den ich hier dadurch nicht schmälern möchte, aber ich hoffe ihr wisst was ich meine?

Hier wird meiner Meinung nach auch thematisiert , was die sogenannten Kolonialmächte angerichtet haben. Die verschiedenen Stämme im Roman, kann man auch auf die Unterdrückung durch die weißen sich selbst als Zivilisiert bezeichnenden Großmächte übertragen. Auch im Roman spielt die Hautfarbe eine Rolle. Die Unterdrückung der Magie kann man als Unterdrückung der Kultur und des Wissens der verschiedenen Stämme verstehen, die durch die Europäischen Länder geschehen ist. Hautfarbe und das aussehen spielen im Roman eine Rolle.

Einerseits weil so auch der Hintergrund der Geschichte betont wird, andererseits weil hier auch Unterschiede aufgetan werden. Je heller desto privilegierter erscheinen die Figuren.

Gleichzeitig bekämpfen sich hier Stämme eines Volkes. Auch das kann man durchaus als Folge der Kolonialzeit verstehen. So hat z.B. die Festlegung der Grenzen Ruandas den Grundstein für den Völkermord in Ruanda gelegt, denn erst durch die Kolonialherren wurde überhaupt zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen so stark differenziert.

Adeyemi spricht sich in ihrem Nachwort klar darüber aus, das sie ihren Roman als Roman versteht, den sie gegen den Hass und den Rassismus für Menschlichkeit und Verständnis geschrieben hat. Sie möchte dazu beitragen das wir uns darüber klar werden, das wir alle Menschen sind. Und das wir nicht so unterschiedlich sind, wie sich das in vielen Köpfen nach wie vor festgesetzt hat.

Und ja, deshalb finde ich den Hype gerechtfertigt. Und zwar deshalb, weil ich möchte, das es irgendwann einfach normal ist das Diversity nicht mehr herausgehoben werden muss. Als etwas Besonderes. Das auch Bücher die z.B die nigerianische Kultur einbinden wie in diesem Fall, oder auch andre Kulturen einbinden, die uns aus europäischem oder USA Blickwinkel unbekannt und fremd erscheinen nicht exotisch erscheinen, sondern durchaus vertraut.

Nicht alle Entwicklungen haben mich dabei immer überzeugt. Es gibt eine, die halte ich, aufgrund der ganzen Thematik des Romans sogar für sehr fragwürdig und ich gebe zu, das genau das mein Lesevergnügen etwas getrübt hat. Trotzdem, ich bin gespannt auf Band 2, der ja bereits angekündigt wurde.

Children of Blood and Bone - Tomi Adeyemi
Children of Blood and Bone
von Tomi Adeyemi
(158)
Buch (gebundene Ausgabe)
18,99

Kurzweilige Strandlektüre

Gueldenstern , am 04.07.2018

Dieser Thriller war vor allem eins: eine schnelle, etwas oberflächliche Lektüre. Das liegt sicher auch an den wenigen Seiten, auf denen die Handlung erzählt wird. Alles wird recht schnell erzählt und ich hatte das Gefühl, die Autorin wollte keine Zeit verschwenden. Ich fühlte mich aber ganz nett unterhalten.

Gut gefallen hat mir, das man auch die Möglichkeit hat, die bisherigen Opfer kennen zu lernen und etwas über ihr Leben zu erfahren. Gerade hier fand ich das Ganze auch sehr glaubwürdig. Ich hatte wirklich das Gefühl Teenager kennen zu lernen. Ihre Handlungen und vor allem auch im Umgang mit Erwachsenen, das fand ich gelungen. Ich könnte mir gut vorstellen, das man sich in dem Alter damit stark identifizieren kann und daher sicher auch noch mal stärker mit der Geschichte mitfiebert.

Obwohl die Ereignisse schrecklich sind, fand ich aber, das gerade hier eine Schwäche des Romans liegt. Die Morde werden einfach abgehandelt, sie gingen mir nicht nahe. Und das obwohl ich beide Mädchen kurz kennen lernen konnte, es hat mich einfach nicht getroffen. Ich denke das hängt auch mit der Kürze zusammen. Kaum hat man ein Mädchen kennengelernt, ist ihr Erzählstrang schon vorbei. Etwas unglaubwürdig fand ich übrigens, das die angenommenen Selbstmorde nicht in Bezug zu einander gesetzt wurden, da sie erstens recht zeitnah erfolgen und zweitens an der gleichen Schule vorkamen.

Bei Tess angelangt, war ich aber schon neugierig, wer nun die Morde begangen hat. Als Leser*in weiß man durch die Erzählstimme des Mörders von Anfang an, das es hier keinesfalls um Selbstmorde geht. Die Lösung fand ich etwas konstruiert dargestellt, da meiner Meinung nach die falschen Fährten die die Autorin legt, etwas sehr durchsichtig waren. Dafür war allerdings sowohl das Motiv als auch der Mörder nachvollziehbar dargestellt.

Dabei spielt auch das Thema Außenseiter in der Schule eine Rolle und ich fand, dafür das der Roman sehr dünn ist, hat sich die Autorin glaubwürdig damit beschäftigt. Die Gefühlslage wird hier gut eingefangen und ich denke, das einige Szenen aus der Schule vielen Jugendlichen bekannt vorkommen werden. Gerade die große Unsicherheit, wie man sich Verhalten soll um ja nicht plötzlich selbst in die Rolle des "Nerds" und Außenseiters zu geraten, dieser Spagat, den man eventuell als Erwachsener unterschätzt.

Alles in allem habe ich mich kurzweilig unterhalten gefühlt und denke, das Buch richtet sich vor allem an Teenager, die nicht so viel lesen, aber durchaus mal im Urlaub zu einem Thriller greifen wollen. Da es recht kurz ist, als Strandlektüre für einen Nachmittag gut geeignet.

Mädchen, Mädchen, tot bist du - Mel Wallis de Vries
Mädchen, Mädchen, tot bist du
von Mel Wallis de Vries
(28)
Buch (gebundene Ausgabe)
12,00

NIcht überzeugend

Gueldenstern , am 18.05.2018

Inhalt:
Vor vielen Jahren wurde Xavir Argentum in die Höllenfeste gesperrt. Damals als Mitglied der legendären Sonnenhorde beging er ein ungeheuerliches Verbrechen. Doch er weiß, dass eine Intrige hinter den Ereignissen steckt. Landrill, Meisterspion und im geheimen Auftrag unterwegs, soll ihn dazu bewegen das Gefängnis zu verlassen, um das Schicksal seines Landes abzuwenden. Denn dunkle Zeiten sind angebrochen und ein gefährlicher Despot sitzt nun auf dem Thron. Er unterdrückt das Volk und bringt Krieg und Verderben über die Lande. Gemeinsam mit einigen alten Kriegern macht sich Xandir auf die Reise, seine alten Feinde zur Strecke zu bringen...

Elysia ist eine junge Hexe und mit ihrem Leben nicht so recht zufrieden. Sie spürt, dass das enge klosterähnliche Leben, welches ihr, als Schwester der Gemeinschaft aufgezwungen wird, nicht so recht zu ihr passt. Viel lieber ist sie mit Pfeil und Bogen im Wald. Dort fühlt sie sich frei und beherrscht ihre Magie besser als in langweiligen Unterrichtseinheiten. Ihre Mentorin Birgitta spürt das und nimmt sie immer wieder aus in die Natur. Als die beiden Zeuginnen neuer Pläne der Schwestern werden, die die Gemeinschaft die unabhängig war, unter die Herrschaft des Königs zu bringen, beschließen sie fortzugehen, in der Hoffnung auf andere zu treffen, die ihre Bedenken teilen...


Meine Meinung:
Gleich vorweg: "Höllenkönig" hat mich ziemlich enttäuscht. Sicher auch, weil der Klappentext rein gar nichts mit dem Inhalt zu tun hat. Alles deutet darauf hin, dass die Handlung fast ausschließlich im dort erwähnten Gefängnis spielen würde. Stattdessen findet gerade mal ein Bruchteil dort statt. Schnell wird das Ganze eine typische Story, in der eine Gruppe von Leuten loszieht, um einen ganz ganz doll bösen Menschen umzubringen. Das hat mich sehr enttäuscht, denn gerade weil der Klappentext so geheimnisvoll und düster klang, bin ich überhaupt neugierig geworden. Stattdessen reihen sich Klischees der Fantasyliteratur aneinander, platte Dialoge und eine Handlung mit wenig tiefe. So lässt sich das Ganze schnell zusammenfassen.

"Höllenkönig" bietet einfach absolut nix Neues. Eine typische Rollenspieltruppe mit gar finsteren Kriegern, allen voran der sogenannte Höllenkönig Xavir Argentum (jap der heißt echt so) und zwei Hexen Elysia (gähn) und ihre Lehrerin Birgitta (doppel gähn) die während ihrer Reise aufeinander treffen. Ich denke, wer viel Fantasy liest, wird sich genauso schnell langweilen wie ich. Der Roman bietet absolut nichts, was ich nicht schon woanders gelesen hätte (und das sehr viel besser...).

Außerdem, mich hat auch die Aufteilung der Frauen und Männerrollen gestört. Zwar wird Elysia als junge Frau beschrieben, die mit ihrer zugewiesenen Rolle brechen möchte, aber das funktioniert nur, weil sie als gefühllose Person beschrieben wird, der es nichts ausmacht Lebewesen aller Art zu töten. Und das wird nicht mal groß hinterfragt. Derlei Tiefgang wäre hier aber auch zu viel verlangt...

Mein größter Kritikpunkt ist allerdings wie der Roman mit den Ereignissen die zur eigentlichen Handlung führten umgeht. Ja, hier wurde der Xandir großes Unrecht getan, aber Gleiches mit Gleichem zu vergelten und das dann als Heldenhaft darzustellen, finde ich extrem bedenklich. Dazu kommt, das alles irgendwie so gleichgültig erzählt wird. Nichts berührt mich, es wirkt alles so dahin erzählt. Aber die Tiefe, die vor allem der sogenannte Höllenkönig bräuchte, fehlt komplett. Es passieren einige durchaus gerade für ihn und eine der Hexen einschneidende Ereignisse, aber ich muss zugeben, im Grunde war es mir eher egal. Es werden halt Morde an den Feinden der alten Sonnenhorde begangen und als Racheakte legitimiert. Ich gebe zu, das ich gedacht hätte, diese Art von Auge um Auge Mentalität hätten wir hinter uns gelassen...

Es wird einfach als vollkommen normal dargestellt, das man Menschen töten muss, um Gerechtigkeit zu erlangen. Kein Gerichtsurteil oder irgendeine moralische Instanz die Hinterfragt, ob die Handlungen hier nicht zum Teil bedenklich sind. Selbst Birgitta, die Elysias Handlungen zumindest ein wenig in Frage stellt, ändert ihre Meinung...

Der Roman versucht auch Einigies an Gesellschaftskritik los zu werden. Dabei steht vor allem der übliche Tyrann im Mittelpunkt, der Religionsfreiheit mit Mord und Totschlag unterdrückt und auch sonst superduperböse ist- damit auch hier ein Mord gerechtfertigt wird.

Ich mag düstere und ambivalente Figuren, aber hier wird mir das alles nur so hingeklatscht und leider mit zu wenig Substanz als das es mich überzeugen würde. Ich finde daher sehr problematisch wie hier mit Tod und Rache umgegangen wird. Der Klappentext hat leider etwas versprochen, was der Roman absolut nicht halten kann. Das passiert mir eher selten, aber ich hätte da auch besser aufpassen müssen und schauen, ob es noch andre Inhaltsangaben gibt.

Ich persönlich würde daher den Roman niemandem empfehlen. Mag sein das er seine Leser*innen finden wird. Ich persönlich belasse es dabei.

Höllenkönig - James Abbott
Höllenkönig
von James Abbott
(15)
Buch (Taschenbuch)
16,00

Genauso gut wie Band 1!

Gueldenstern , am 20.03.2018

Nachdem ich mich in der Welt der Unsichtbaren Bibliothek schon in Band 1 gut zurecht gefunden hatte, konnte ich mit Band 2 nahtlos anknüpfen.
Ich finde die Handlung profitiert sehr davon, das die Autorin nicht einfach nach Schema F vorgeht. Es gibt also keinen Aufguss mit der Konstellation die wir aus "Die unsichtbare Bibliothek" schon kennen. Und durch einen Ortswechsel, schafft die Autorin auch neue interessante Konstellationen.

Da Kai gleich zu Beginn entführt wird, ist Irene hauptsächlich auf sich allein gestellt, das hat mir allein schon deshalb gefallen, da ein Kritikpunkt aus Band 1 tatsächlich war, das Irene mit zwei Männern unterwegs ist und es mal wieder wirkte, als ob eine Frau eben Männer an ihrer Seite braucht.

Hier wird das Potential der Figur nun besser ausgeschöpft und es wird noch einmal deutlich, welche Macht Bibliothekare in der Welt der Romanreihe eigentlich haben. Wieder einmal ist sind es vor allem Wörter und Sprache die entscheiden, ob Irenes Vorhaben gelingt, Kai zu befreien und gleichzeitig einen Krieg zu verhindern.

Gleichzeitig erfährt man vor allem über Kai als Figur etwas mehr. Seine familiären Hintergründe spielen dabei eine Rolle, auch wenn ich finde, das hier hi und da etwas mehr Tiefe nicht geschadet hätte. Ich habe im Nachhinein das Gefühl das trotzdem vieles nur angedeutet wurde. Zudem spielt Kai ja nur insofern eine Rolle, als das er hauptsächlich gesucht wird^^ ich denke aber die Ereignisse haben auf jeden Fall weiter Auswirkungen auf die restliche Reihe.

Ich wünsche mir aber auch, das sowohl Irene und Vale näher beleuchtet werden, vor allem über letzteren hat man bisher kaum etwas erfahren, außer das er ein großer Detektiv ist.

Im Gegensatz dazu sind die Elfen stärker im Mittelpunkt der Handlung und daher hat meine Lieblingsfigur Silver natürlich auch wieder einen Auftritt. Schade das dieser eher kurz ausfällt. Ich fand es aber sehr interessant, wie die Autorin hier mit der Selbstwahrnehmung der Elfen umgeht und wie gerade die Gesellschaft in diesem Venedig funktioniert. Dieser Punkt war meiner Meinung nach sehr gut ausgearbeitet und ich fand, das gerade dadurch erst verständlich wurde, wie sie zu Menschen und andren Lebewesen wirklich stehen. Ihre Selbstinszenierung, die ich ja schon kannte, macht dadurch viel mehr Sinn. Außerdem war es faszinierend, wie es der Autorin gelingt das manipulative und auch narzistische Wesen heraus zu arbeiten und gleichzeitig zu zeigen, das jede Elfe noch mal andere Aspekte einbindet. So entstand ein differenziertes Bild und das gefiel mir gut!

Wer eine Schwäche für ein Venedig Szenario hat, wird hier sicher auch auf seine Kosten kommen. Denn die meiste Zeit spielt die Handlung genau in dieser Welt und daher passt der Titel wirklich sehr schön! Wer sich wundern sollte, weshalb die Stadt so Stereotyp dargestellt wird... das hat Gründe die aber im laufe der Handlung klar werden. Deshalb hat mich das auch nicht gestört, weil es nach und nach wirklich Sinn gemacht hat.

Fazit:
Ich habe eine wirkliche Schwäche für diese Reihe entwickelt und freue mich schon auf die restlichen Bände.

In diesem Band hat mir besonders gefallen das hier einige lose Fäden aus Band 1 aufgenommen wurden und vor allem die Welt der Drachen und Elfen näher erläutert wird. Trotzdem finde ich nicht,das sich die Autorin steigern konnte. Hi und da hätte ich mir vielleicht etwas mehr Spannung und Hindernisse gewünscht, die Irene überwinden muss. Durch die Tatsache das sie Worte als Waffe nutzen kann und dies Auswirkungen auf die Umwelt hat, gelingt ihr manche Flucht doch etwas sehr leicht.

Ich würde aber sagen, wer schon bei Band eins gerne weiter gelesen hat, kann hier auf jeden Fall nichts falsch machen. Und gleich gut der Vorgänger zu sein, ist ja auch nicht das Schlechteste! Ich persönlich hatte wieder meinen Spaß, nur ein paar mehr literarische Anspielungen hätte ich mir gewünscht.

Die maskierte Stadt - Genevieve Cogman
Die maskierte Stadt
von Genevieve Cogman
(29)
Buch (Taschenbuch)
11,00

Gut das Band zwei schon bereit liegt!

Gueldenstern , am 20.03.2018

Ich liebe Bibliotheken, Literatur und freue mich über jede weibliche Hauptfigur, die mehr machen darf, als verzückt zu schauen, wie die Männer die ganze Arbeit erledigen. Auch wenn Irene trotzdem vor allem von Männern umgeben ist, deren Aufgabe - zumindest im Fall ihres Studenten Kai - es zu sein scheint sie zu beschützen, habe ich "Die unsichtbare Bibliothek" wirklich gerne gelesen.

Allein schon, weil Irene als Bibliothekarin nicht nur Bücher verwaltet, sondern aktiv in allen Parallelwelten, die hier existieren, danach suchen darf. Außerdem ist sie nicht ganz so passiv, wie es bei meiner obigen Kritik erscheinen mag. Auch wenn ich zugebe, das ich mir mehr Frauen gewünscht hätte. Denn die Konstellation 2 Männer und eine Frau taucht irgendwie in Fantasyliteratur sehr häufig auf.

Ok aber ich wollte jetzt eigentlich zu meinem Lobrundumschlag zurück kehren:
Die ganze Welt in der die Handlung spielt hat mir von Anfang an gefallen. Schon allein, weil es so viele verschiedene Ausgaben eines Buches geben kann, wie es Welten gibt. Ich stellt mir sofort die Frage, wie dieses oder jenes Lieblingsbuch von mir aussehen könnte.

Das allein hat mir schon sehr viel Spaß bereitet und obwohl man quasi in diese Welt hineingeworfen wird, habe ich mich schnell zurechtgefunden und pudelwohl gefühlt. Allein die Grundidee lässt mir als jemand, die selbst eine Ausbildung in einer Bibliothek gemacht hat, das Herz aufgehen.

Aber da ist ein weiterer Aspekt, den ich persönlich super wichtig finde und der für mich tatsächlich ein bisschen den kleinen Unterschied gemacht hat. Die Macht von Sprache. Welche Auswirkungen Sprache hat, das ist ein wichtiger Punkt in der Handlung und vor allem für Irene. Denn Sie nutzt durch ihre Ausbildung als Bibliothekarin eine Sprache, die nur von Bibliothekaren*innen aus eben genau dieser unsichtbaren Bibliothek genutzt werden kann. Wenn sie dies tut, kann sie damit Dinge verändern, es hat immer konkrete Auswirkungen. Sprache und wie sie ihre Macht entfaltet spielt daher eine große Rolle, wird dabei aber eher als Teilaspekt der bibliothekarischen Arbeit eingeführt. Ich finde das deshalb interessant umgesetzt, weil für uns Sprache ein wichtiges Kommunikationsmittel darstellt und wir oftmals nur nebenbei bemerken, das was und wie wir es sagen, Auswirkungen hat.

Meine klaren Präferenzen liegen momentan auf Irene und einer weiteren Bibliothekarin - Bradamant, die als Gegengewicht zu der als moralisch integer dargestellten Irene, einen schönen Kontrast bildet.

Irenes Mitstreiter Kai ist für mich nun ja, ein bisschen langweilig, trotz der interessanten Wendung die ihn betrifft, ist er halt mal wieder unverschämt gut aussehend und klar, so ein bissl unnahbar und ein Traumtyp *gähn* Da ist der gute Detektiv Vale, der den beiden in London zur Seite steht, schon interessanter. Aber ich gebe zu, das liegt für mich daran das es deutliche Sherlock Holmes Parallelen gibt und ich liebe diese Figur einfach.

Die Schurken dieses Bandes - und ganz klar auch der Oberbösewicht den ich hier aber nicht verraten werde - gefallen mir ausgesprochen gut und sind daher selbstverständlich für den restlichen Spaß, an der Handlung, zuständig.

Klar merkt man aber auch, dies ist der erste Band einer Reihe. Ein paar Dinge werden erstmal erklärt, was aber auch dazu führt das man zumindest in groben Zügen weiß, welches Konzept hinter der Bibliothek steckt und auch, wie hier Magie und Realität verstanden werden. Die Figuren haben noch genug Raum, um sich weiter zu entwickeln und es wird noch längst nicht alles offen gelegt. Ich bin schon sehr neugierig, was ich in den nächsten Bänden noch so erfahren werde!

Fazit:

Für mich hat sich die Lektüre so richtig gelohnt. Ich habe total gerne weiter gelesen und konnte damit kaum aufhören. Gerade die Mischung aus Büchern, literarischen Anspielungen, die Macht der Sprache, das alles hat mich überzeugt. Dazu eine sympathische Hauptfigur die mich durch ihre Liebe zu Büchern schnell für sich einnehmen konnte.

Gut das der zweite Band schon bereit liegt!

Die unsichtbare Bibliothek - Genevieve Cogman
Die unsichtbare Bibliothek
von Genevieve Cogman
(29)
Buch (Taschenbuch)
10,00

Dieses Buch lässt mich nicht los!

Gueldenstern , am 06.03.2018

Lange habe ich es nicht geschafft meine Meinung zu diesem Roman zu formulieren. Ich weiß nicht genau weshalb es mir so schwer fällt. Denn Doerrs Roman hat mich sehr beeindruckt und ich muss immer wieder an bestimmte Szenen und Bilder daraus denken. Das passiert mir eher selten, vor allem wenn ich mir auch mit einer Bewertung schwer tue. Natürlich ist die Lektüre echt schon wieder drei Jahre her, aber trotzdem versuche ich gerade mir zu überlegen, was genau mich so beeindruckt hat.


Mir schießen immer wieder bestimmte Bilder in den Kopf, vor allem wen ich an Marie-Laure denke, deren Blindheit so beschrieben wurde, das ich zumindest eine Ahnung davon bekam, wie es wohl ist, die Umgebung nur durch tasten, riechen und hören, nicht aber durch die Augen wahrzunehmen. Allein dies könnte schon eine Erklärung für mich sein, weshalb mich der Roman nicht richtig loslässt.


Aber es ist auch die Mischung aus historischen Ereignissen und eben dieser Figurenkonstellation, wie wir sie hier vorfinden. Ich habe das Gefühl das Doerr genau dies mit einem sehr guten Gespür für seine Figuren erzählt hat.

Werners Leben ist geprägt von seiner Erziehung in Deutschland und ich finde gerade er macht auch nachvollziehbar, wie man in ein Regime hinein wächst. Selbst wenn man nicht Hundertprozentig hinter allem steht, Werner schiebt solche Dinge beiseite um nicht so zu Enden wie sein Vater. Grade in Regimen, wie dem der Nationalsozialisten werden und wurden Ängste auch gezielt genutzt um Menschen an sich zu binden.

Marie-Laures Leben ist zwar geprägt davon, das sie nicht sehen kann, aber das heißt nicht, das sie kein Leben hat. Es ist nur eben anders. Sie wächst in einer liebevollen Umgebung auf. Wie vor allem das Hören die beiden Figuren verbindet, das hat der Autor wirklich wunderbar beschrieben.

Ich kann mich auch gerade an die letzten Kapitel gut erinnern. Welche Ereignisse dazu führen das die Geschichte der beiden Jugendlichen mit einander verbunden wird. Aber auch, wie es Doerr gerade hier gelingt, einen Weg zu finden, das Leid der Menschen und die Zerstörung der Stadt in Worte zu fassen. Krieg ist nie etwas das leicht zu beschreiben.

Alles Licht, das wir nicht sehen - Anthony Doerr
Alles Licht, das wir nicht sehen
von Anthony Doerr
(50)
Buch (gebundene Ausgabe)
19,95

Konnte mich nicht überzeugen

Gueldenstern , am 06.09.2016

Der verschollene Prinz ist im Hinblick darauf, das es Fantasy mit Queeren Themen bei Mainstreamverlagen in Deutschland eher schwer hat, durchaus etwas Besonderes.
Leider spiegelt sich das nicht in der Handlung wieder. Ich fand die Geschichte insgesamt eher schwach konzipiert. Vor allem die Welt in der der Roman spielt, hat mich dabei nicht gänzlich überzeugt. Pacat bemüht sich dabei gängige Kategorieren aufzubrechen, das gelingt aber hier eher weniger. Denn das Homosexualität hier akzeptiert ist, hängt auch damit zusammen, das es für die Männer im Roman praktischer ist, Sex mit Männern zu haben, als mit Frauen. Diese könnten ja schwanger werden. Immer wieder stößt man auf dieses bemühte, Homosexualität als etwas normales darzustellen. Das heißt nicht, das ich es generell Ablehne, aber ich finde einfach das Pacat das nicht überzeugend macht. Man merkt einfach immer wieder die Absicht dahinter und das lässt es wiederum nicht glaubwürdig erscheinen.

Die Handlung ist an sich auch leicht durchschaubar. Eigentlich liest es sich eher wie eine der zahlreichen Gayromance-Stories, die man zu Hauf (und tatsächlich auch zum Teil besser) im Internet findet. Soweit ich das herausfinden konnte, war Pacats Roman ursprünglich tatsächlich erst online auf einer dieser Plattformen zu finden. Nachdem ich Band 2 auch schon gelesen habe, bin ich mir sehr sicher, zu wissen, wie die Geschichte ausgehen wird. Wobei ich fand, das dies auch schon hier klar wird.
Das ganze Schema von "Der verschollene Prinz" passt in das Schema, in dem oftmals ein Mann eher der Unterdrückende, dominante Part ist und der andere, der, der erst dafür sorgt das Liebe entsteht. Der aber gleichzeitig auch unterdrückt wird. Das spiegelt sich auch sehr offensichtlich in der Handlung wieder, denn Damen ist Laurents Sklave.
Laurent fand ich etwas spannender konzipiert, vielleicht weil er durch seine eher düstere Seite, etwas fassettenreicher wirkte.
Trotzdem insgesamt betrachtet, hat es mich nicht unbedingt begeistert. Die Fantasyelemente haben mich dabei genausowenig überzeugt, wie die Geschichte selbst.

Im Original gibt es insgesamt drei Bände, allerdings hat Heyne wohl entschieden, den dritten Band gleich nur noch in einem Sammelband heraus zu bringen.

Der verschollene Prinz - C. S. Pacat
Der verschollene Prinz
von C. S. Pacat
(19)
eBook (ePUB)
9,99

 
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