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Bewerter

Meine Bewertungen

Sehr gelungener Einzelband

Luise W , am 22.02.2019

Meine Erwartungen an Wie Eulen in der Nacht waren hoch. Rot wie das Meer zählt zu meinen liebsten Büchern, umso mehr freute ich mich auf einen weiteren Einzelband der Autorin. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Familie Soria, deren Mitglieder in der Lage sind, Wunder zu wirken. Das klingt im ersten Moment fantasievoller, als es ist, denn es sind nicht irgendwelche Wunder. Ohne zu viel verraten zu wollen, helfen die Sorias Menschen, die in irgendeiner Weise mit sich selbst zu kämpfen haben. Deshalb ist Bicho Raro, ihr Wohnort in der Wüste Colorados, zu einer wahren Pilgerstätte geworden, an der die Menschen verweilen, bis ihre Wunder vollbracht sind.

"Wunder sehen oft aus wie Magie, aber ein echtes Wunder ist auch Ehrfurcht gebietend, manchmal beängstigend und immer irgendwie schwer zu erfassen für unseren sterblichen Verstand." (S. 152 f.)

Die Figuren des rund 300-seitigen Buches sind zahlreich. Die Autorin schafft es aber, ohne dabei zu sehr ins Detail zu gehen, jedem eine eigene Persönlichkeit zu verleihen. Die Bandbreite der verschiedenen Schicksale ist vielfältig, sodass eine gute Identifikation mit den Figuren möglich ist.

Obwohl Wie Eulen in der Nacht ein vermeintlich dünnes Werk ist, hat es mir zu keiner Zeit an Beschreibungen gefehlt. Maggie Stiefvater gelingt es ausgesprochen gut, alle wichtigen Dinge zu erzählen und die Geschichte trotzdem nicht unnötig in die Länge zu ziehen.

Fantasy-Geschichten spielen oft an dunklen Orten, bei Nacht, Regen, Sturm und Gewitter. Das Setting in der Wüste bei erbarmungsloser Sonne und brütender Hitze ist eher ungewöhnlich. Dennoch gelang es, Handlungsort und Geschichte auf phantastische Art zu verknüpfen und den Schauplatz überzeugend darzustellen.

Maggie Stiefvater erzählt eine wundersame Geschichte, die sehr viel Interpretationsspielraum bietet. Mir gefiel, dass zwar Wunder gewirkt wurden, die Pilger sich letztlich aber doch selbst mit ihrer Persönlichkeit auseinandersetzen mussten. Hier wird sicherlich auch der ein oder andere Leser zum Nachdenken über sein eigenes Leben angeregt.

Fazit
Maggie Stiefvater konnte mich wieder überzeugen. Vor allem ihr Geschick, eine komplexe Geschichte mit gerade ausreichenden Details auf vergleichsweise wenigen Seiten in einem Einzelband darzustellen, begeistert mich sehr. Auch der Fantasy-Anteil war für meinen Geschmack genau richtig. Klare Empfehlung!

Wie Eulen in der Nacht - Maggie Stiefvater
Wie Eulen in der Nacht
von Maggie Stiefvater
(25)
Buch (Paperback)
14,99

Umsetzung konnte nicht überzeugen

Luise W , am 28.11.2018

Nebenan funkeln die Sterne versprach mir durch Cover und Klappentext eine romantische Geschichte mit London-Flair und Instagram-Nebenhandlung. Das hat leider nur zum Teil funktioniert.

Protagonistin Emma, schätzungsweise Mitte zwanzig, als Grafikerin selbstständig, kapselt sich nach einem traumatischen Erlebnis immer mehr von der Außenwelt ab. Mir blieb sie in weiten Teilen der Geschichte leider fremd. Schon zu Beginn war kaum Zeit, sich in ihr Leben hineinzufühlen, da tauchte auch schon Nachbar Nathan auf und brachte alles durcheinander. Auch verhielt sich Emma meinem Empfinden nach nicht ihrem Alter entsprechend. Sie wirkte auf mich eher wie eine junge Studentin, leicht naiv, impulsiv und sehr schnell eifersüchtig.

Da nur aus Emmas Perspektive erzählt wird, erfahren wir nur wenig über die anderen Figuren, die mir jedoch wesentlich glaubwürdiger erschienen. Keiner von ihnen war perfekt, alle hatten ihre Fehler und Probleme, was mir sehr gut gefiel. Natürlich verfällt Emma dem Love Interest Nathan praktisch sofort und braucht dann eine Weile, um es sich selbst einzugestehen. Das ist jedoch typisch für New Adult und entsprach meinen Erwartungen. Der Handlungsort London hätte meinetwegen gern eine größere Rolle spielen können. Da Emma vor allem anfangs ihre Wohnung aber nicht verlässt, bekommt man leider nur wenig davon mit. Ich hatte eher den Eindruck, die Geschichte würde nach New York passen.

Das Thema Instagram spielt eine große Rolle. Die Kapitel werden jeweils mit kleinen Text- und Kommentarauszügen aus Emmas Account eingeleitet. Was mir jedoch gar nicht gefiel, war Emmas Einstellung zu Instagram. Sie führt dort ein perfektes und glückliches Scheinleben, beinahe jedes Bild ist eine Lüge und dessen ist sie sich auch deutlich bewusst. Einige Follower sind ihr aber wirklich ans Herz gewachsen und echte Online-Freunde geworden. Das passt für mich nicht zusammen. Auch konnte ich nicht nachvollziehen, warum sie sich gezwungen sieht, ständig neue Lügen zu erzählen, statt einfach wenige echte Eindrücke zu geben. Ich halte das grundsätzlich durchaus für realistisch und auf den ein oder anderen Instagrammer trifft das vermutlich zu, hier konnten mich jedoch die Beschreibungen nicht überzeugen.

Ein weiterer Punkt ärgert mich wirklich sehr. Emma weiß ganz genau, dass sie psychologische Hilfe bezüglich ihres Traumas und der Abkapselung braucht. Sie hat sich online informiert, ihr Verhalten hinterfragt. Gegenüber sich selbst rechtfertigt sie sich mit dem Argument, dass doch aber viele andere Menschen genauso zurückgezogen leben. Was mich nun so ärgert, ist die Darstellung, dass alle Ängste und Probleme mit Hilfe von Nathan überwunden werden. Halleluja – alle Psychologen können einpacken, Nathan Burberry rettet künftig die Patienten. Nicht. Als ob es so einfach wäre. Hier hätte ich mir wesentlich mehr psychologische Tiefe erhofft. Und sollte die Lösung wirklich ohne fachliche Hilfe möglich sein, hätte Emmas Situation anders erzählt werden müssen.

Insgesamt muss ich sagen, dass mich bei dieser Geschichte die Umsetzung schlichtweg so gar nicht überzeugen konnte. Das Konzept gefällt mir nach wie vor, die Themen bieten eine tolle Grundlage. Leider ist es der Autorin in meinen Augen nicht gelungen, daraus einen guten Roman zu machen.

Fazit
Nebenan funkeln die Sterne konnte mich leider nicht überzeugen. Das Konzept bot viele Möglichkeiten und eine interessante Story, in der Umsetzung hapert es von der Protagonistin bis zu den Themen aber an zu vielen Stellen.

Nebenan funkeln die Sterne - Lilly Adams
Nebenan funkeln die Sterne
von Lilly Adams
(48)
Buch (Paperback)
12,90

Ein zauberhafter Spielzeugladen

Luise W , am 16.11.2018

Spielzeug hat mich wohl zuletzt beschäftigt, als ich selbst Kind war. Doch die Geschichte von einem zauberhaften Spielzeugladen geschrieben für Erwachsene sprach mich sofort an. Vielleicht lag es aber auch am wunderschönen, detailverliebten Buchcover.

Papa Jacks Emporium bietet in dieser Geschichte Unterschlupf für Protagonistin Cathy – fünfzehn Jahre jung, schwanger, von zu Hause geflohen. Schnell lernen wir auch Papa Jacks Söhne Emil und Kaspar kennen.

Fortan begleiten wir die Figuren beinahe fünfzig Jahre lang. Zunächst wird recht ausführlich von Cathys Ankunft erzählt, wie sie sich einlebt und in der Familie aufgenommen wird. In den darauffolgenden Jahren erhalten wir nur noch ausschnittweise Einblicke. Mir fiel es häufig schwer, eine klare Vorstellung der Charaktere zu haben, ohne ihre Entwicklung konkret mitverfolgen zu können. Zum Teil waren die Zeitsprünge doch erheblich.

Ein Spielzeug kann kein Leben retten, aber eine Seele. (S. 172)

Hervorzuheben ist jedoch die magische Atmosphäre im Spielzeugladen. Dort gibt es kein gewöhnliches Spielzeug, sondern wundersame Erfindungen, die die Naturgesetze brechen.

So verspielt die Atmosphäre im Emporium auch ist, sie kann nicht über die Erlebnisse hinwegtäuschen, die der Familie widerfahren. Der erste Weltkrieg, die wirtschaftliche Situation des Spielzeugladens und vor allem die Rivalität zwischen Emil und Kaspar zeigen immer wieder den Ernst des Lebens auf. Für mich blieb am Ende die Botschaft, auch in den dunkelsten Stunden auf kleine Wunder wie einen Spielzeugsoldaten mit dem Herz am rechten Fleck zu hoffen.

Fazit
Die kleinen Wunder von Mayfair ist ein zauberhaftes Buch für alle Erwachsenen, die im Herzen Kind geblieben sind. Wir begleiten die Figuren über viele Jahre hinweg im Spielzeugladen mit allen großen und kleinen Hürden des Lebens.

Die kleinen Wunder von Mayfair - Robert Dinsdale
Die kleinen Wunder von Mayfair
von Robert Dinsdale
(62)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,00

Spannend, erschreckend und leider gar nicht realitätsfern

Luise W , am 06.10.2018

Andreas Eschbach greift in NSA ein hochbrisantes Szenario auf: Moderne Computertechnik in den Händen der Nationalsozialisten.

Protagonisten sind in dieser Geschichte Helene Bodenkamp, Programmiererin im Nationales Sicherheits-Amt, und Eugen Lettke, ihr Vorgesetzter. Beide lernen wir bereits im Kindes- und Jugendalter kennen und begleiten sie schließlich in ihren Beruf. Helene ist ganz klar die Sympathieträgerin, denn sie durchschaut, wie es scheint als einzige, die Grausamkeit der Möglichkeiten, die die Technologie bietet. Lettke dagegen bedient sich dieser Möglichkeiten heimlich für eigene perfide Zwecke.

Es gibt eine seltsam anmutende Rollenaufteilung in der IT: Das Programmieren ist Frauen vorbehalten. Sie entwickeln die Abfrage-Algorithmen, während Männer die Ergebnisse analysieren. Weil Deutschland Vorreiter in Sachen Computer-Technologie war, sind auch damit verknüpfte Begrifflichkeiten im Buch auf Deutsch: So heißt es beispielsweise Komputer und Volkstelephon und das soziale Online-Netzwerk nennt sich Deutsches Forum.

Selten habe ich ein derart spannendes und rasantes Buch gelesen. Das knapp 800 Seiten starke Werk konnte ich kaum aus der Hand legen. Dabei liest es sich mal wie ein Thriller, mal wie ein harmloser Roman. Doch kaum findet man sich in einer normalen Alltagssituation wieder, folgt auch schon das nächste Wachrütteln.

Weil die Maschine alles liest, alles hört und alles einteilt in erlaubte Äußerungen und nicht erlaubte, in fragwürdige und anerkennenswerte, und weil nicht mehr interessiert, was jemand zu sagen hat, sondern nur noch, ob er das Richtige oder das Falsche sagt. (S. 775)

Eschbach greift an vielerlei Stellen historische Fakten auf und verknüpft sie mit seiner Geschichte. Umso erschreckender ist es, zu lesen, wie anders alles verlaufen wäre, hätte es zur NS-Zeit tatsächlich schon Computer gegeben. Meinem Empfinden nach ist NSA keineswegs ein historischer Roman. Vielmehr wirkt das ganze Szenario brandaktuell und dystopisch. Der totalen Überwachung der Bevölkerung steht nichts mehr im Weg. Gerade zum Ende hin entsteht ein unfassbar schockierendes Szenario. Die technischen Möglichkeiten sind das eine, aber dass sie auch tatsächlich genutzt werden, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Die Frage nach Datenschutz stellt sich in NSA gar nicht. Die Geschichte lehrt uns, wie wichtig dieses Thema ist, auch wenn uns beispielsweise die DSGVO zunächst auf die Nerven geht. In den Händen eines diktatorischen Regimes wird Datenschutz bei fortschreitender Technisierung die einzige Hoffnung sein.

Fazit
NSA schockt. Und das so sehr, dass es hoffentlich wirklich nur ein erfundenes Szenario bleibt. In den falschen Händen sind unsere Daten und damit wir selbst vor nichts mehr sicher. Spannend, erschreckend und leider gar nicht realitätsfern.

NSA - Nationales Sicherheits-Amt - Andreas Eschbach
NSA - Nationales Sicherheits-Amt
von Andreas Eschbach
(106)
Buch (gebundene Ausgabe)
22,90

Super Grundlage für Anfänger

Luise W , am 19.09.2018

Erst sah man es vereinzelt bei Bloggern oder auf Instagram, dann in der Uni bei Kommilitonen, schließlich im Freundeskreis: Bullet Journaling. Am Rande habe ich einiges mitbekommen, mich jedoch nie genauer damit befasst, geschweige denn, es selbst ausprobiert.
Einer dieser Instagram Accounts – Journalspiration – gehört Marietheres. Ich war sofort begeistert von ihrem minimalistischen, klaren Stil. So wundert es nicht, dass ihr Buch umgehend bei mir einziehen durfte. Und ich bin wirklich schwer angetan.

Zunächst werden Herkunft und Prinzip des Bullet Journaling erklärt, dann folgen Materialempfehlungen. Gerade für Anfänger wie mich zwei gute Grundlagen, um nicht Hals über Kopf loszulegen und den ein oder anderen Fehler zu machen.
Anschließend stellt die Autorin die wichtigen Bestandteile eines Journals vor und gibt jede Menge Tipps und Inspiration, was man außerdem in sein Journal einbinden kann. Stets werden Beispiele gezeigt, die die Erklärungen verdeutlichen und die man bei Bedarf direkt in ein eigenes Journal übernehmen kann. Ein kleiner Vorlagenteil, unter anderem mit Bannern und Schmuckelementen, schließt das Buch ab.

Optisch bin ich natürlich hin und weg, denn Marietheres‘ Stil zieht sich durch das gesamte Buch. Hier gibt es keine überladenen Wochenübersichten, bei denen man vor lauter Verzierungen die eigentlichen Aufgaben gar nicht mehr erkennt. Für viele mag das ein schönes Hobby sein, für mich geht dabei allerdings die Übersichtlichkeit verloren. Auch bei Marietheres gibt es Verzierungen, jedoch immer so dezent, dass der Fokus auf das Wesentliche erhalten bleibt.

Was soll ich sagen? Ich bin derart fasziniert und inspiriert, dass ich früher oder später (eher früher) definitiv ein eigenes Bullet Journal wagen werde. Sehr praktisch: Im Zusammenhang mit dem Buch hat der EMF Verlag auch eine Reihe Bullet Journals, ein Sticker- sowie ein Vorlagenbuch herausgebracht. Ich fürchte, da werde ich auch noch schwach.

Fazit
Der Journalspiration – Bullet-Journal-Guide bot mir als Anfängerin bei diesem Thema eine perfekte Grundlage. Der minimalistische Stil ist genau mein Fall, die vielen Beispiele und Vorlagen sind eine große Inspiration. Absolute Empfehlung!

Journalspiration - Bullet-Journal-Guide - Marietheres Viehler
Journalspiration - Bullet-Journal-Guide
von Marietheres Viehler
(4)
Buch (gebundene Ausgabe)
15,99

Alltagstaugliche und vielfältige Lettering-Projekte

Luise W , am 14.08.2018

Gleich zu Beginn: Diesmal passt der Titel. „Hand Lettering Projekte“ enthält genau das: Jede Menge Ideen und Projekte rund um das Trendthema Lettering. Die als „Frau Hölle“ bekannte Tanja Cappell widmete ihr erstes Buch „Hand Lettering Alphabete“ den Grundlagen des Letterings, hier folgt nun die geballte Ladung Praxisprojekte.

Dabei sind die Ideen in acht Kategorien thematisch eingeteilt und somit recht breit gefächert: Küche, Interior, Papeterie, Geschenke, Geburtstag, Hochzeit, Kind und Weihnachten. Vorangestellt ist ein kurzer Grundlagenteil, den das erste Buch eigentlich überflüssig macht. Widmet man sich konkreten Projekten, kennt man in der Regel die Lettering Grundlagen. Falls nicht, reicht die kurze Einführung wohl nicht aus.

Die einzelnen Projekte sind vielfältig und praxisnah sowie alltagstauglich. Dazu gehört jeweils ein Foto des fertigen Projektes und die entsprechende Anleitung mit benötigtem Material. Ob beabsichtigt oder nicht: Bei manchen Ideen gibt es konkrete Hinweise, wo das entsprechende Material erworben werden kann, bei manchen leider nicht. Sehr hilfreich ist die dreistufige Einteilung in Schwierigkeitsgrade.

Bei kniffligeren Projekten mit vielen Teilschritten wäre eine Schritt-für-Schritt-Anleitung nicht schlecht gewesen, aber es gibt, wie gesagt, nur ein Bild des Endergebnisses. Auch dieses Buch enthält wieder zwei Maxi-Poster mit vielen Vorlagen für die Projekte, sodass man ohne große Vorzeichnungen schnell starten kann. Insgesamt hätte ich mir gelegentlich Hinweise gewünscht, wie man die ein oder andere Idee abwandeln könnte, zum Beispiel mit anderen Materialien. Mit ein bisschen Kreativität und Einfallsreichtum sollte aber jeder auch für eigene Ideen inspiriert werden.

„Frau Hölle“ bleibt ihrer Linie mit diesem Buch treu – wer sie kennt und mag, wird auch das Buch mögen. Allerdings ist es kein Solo-Werk und ich finde es sehr bedauerlich, dass diese Info von außen und auch in weiten Teilen des Buches unsichtbar bleibt. Markus Hummel, auch bekannt als „Backbube“, der selbst bereits Bücher veröffentlicht hat, steuerte immerhin 14 der 50 Projekte bei. Leider fehlt sein Name auf dem Cover. Zwar geht die Autorin im Vorwort kurz darauf ein, doch im folgenden Hauptteil ist zunächst nicht erkennbar, von wem welches Projekt stammt. Erst ganz zum Schluss gibt es eine kleine Übersicht und eine Vorstellung der Mitwirkenden, zu denen auch Katja Heil gehört, die die Projekte fotografiert hat.

Fazit
Hand Lettering Projekte enthält, was der Titel verspricht: Vielfältige Ideen rund um das Thema Lettering, die alle Schwierigkeitsgrade abdecken und alltagstauglich sind. Von mir gibt es nur kleinere Punktabzüge, vor allem für die scheinbare Unterschlagung des Co-Autors Markus Hummel.

Handlettering Projekte - 50 neue Ideen für Feste, Wohndeko und mehr - Tanja "Frau Hölle" Cappell
Handlettering Projekte - 50 neue Ideen für Feste, Wohndeko und mehr
von Tanja "Frau Hölle" Cappell
(7)
Buch (gebundene Ausgabe)
19,99

Drama, Drama, Drama

Luise W , am 05.08.2018

Drama, Drama und noch mehr Drama. Ich muss es leider gleich zu Beginn sagen: An vielen Stellen hat mich Save you unglaublich genervt.

Die Handlung setzt direkt an den ersten Teil an. Und zwar mit viel Drama und einer Ruby, die in meinen Augen völlig überreagiert, ohne die Beweggründe von James zu kennen. Als Leser kennt man sie jedoch und kann deshalb kaum mit Ruby mitfühlen.

Generell wurde mir Ruby im Laufe der Geschichte zunehmend unsympathisch und ich konnte ihre Handlungen oftmals nicht nachvollziehen. James‘ Perspektive wurde dagegen wesentlich realistischer vermittelt.

Die Nebencharaktere bekommen im zweiten Band nun deutlich mehr Raum, was mir gut gefiel, vor allem, weil es mir Abwechslung zu Rubys Drama bot. Es gibt sogar Kapitel aus den Perspektiven von Ember und Lydia. Ihre Erzählstränge vertiefen sich, wir erfahren mehr über ihre Hintergründe und Erlebnisse.

Was sich schon im ersten Band andeutete, wurde im zweiten fortgesetzt: Mona Kasten gelang es an vielen Stellen leider nicht, die Geschehnisse glaubhaft wirken zu lassen. Vieles erschien mir zu gekünstelt und aufgesetzt.

Die Handlung schreitet, typisch für einen Mittelteil, nur langsam voran. Der Fokus liegt diesmal klar auf den Emotionen der Figuren. Mitfiebern konnte ich aber eigentlich nur bei James und Lydia.

Tja und auch hier erwartet den Leser natürlich ein fieser Cliffhanger am Ende, denn es folgt ja noch ein dritter Band. Im Gegensatz zum Auftakt, wo ich es ausgesprochen gelungen fand, konnte ich hier jedoch nur mit dem Kopf schütteln, weil das Ende so unfassbar überdramatisiert und absolut unglaubhaft war. (Stichwort Reaktion der Mutter, für alle, die es schon gelesen haben.)

Fazit
Nachdem ich von Band eins noch positiv überrascht war, hat mich der zweite Band leider vollkommen enttäuscht. Ohne Ende Drama und eine Protagonistin, die ich fast gar nicht mehr verstehen konnte. Positiv: Auch hier der fesselnde Schreibstil und dass die Nebenfiguren mehr Platz bekommen haben. Ansonsten konnte mich die Autorin nicht überzeugen, am Abschlussband bin ich kaum noch interessiert.

Save You / Maxton Hall Bd. 2 - Mona Kasten
Save You / Maxton Hall Bd. 2
von Mona Kasten
(191)
Buch (Paperback)
12,90

Schöner Sommerroman

Luise W , am 28.07.2018

Katharina Herzog verpackt in ihren fast 400 Seiten starken Roman sehr viel. Da wäre zunächst Annas nicht ganz einfache Familiensituation: Sie ist geschieden und kümmert sich so gut es geht um ihre zwei Kinder, von denen eines gerade mitten in der Pubertät steckt. Mit ihrer Mutter hat sie seit Jahren kein Wort gewechselt, doch nun nimmt diese Kontakt auf, denn sie leidet an fortschreitender Demenz.

Anna entscheidet spontan, zu ihrer Mutter zu fahren und es gibt einen ausschlaggebenden Moment, der dazu führt, dass auch die Kinder und ihr Exmann mitkommen. Ein Umstand, den ich gleich zu Beginn nicht recht nachvollziehen konnte. Generell gab es leider mehrere Situationen, in denen mir Annas Verhalten nicht gefiel.

Ihre Tochter Sophie mochte ich schon lieber. Gerade anfangs merkt man sehr, dass sie mitten in der Pubertät steckt. Sie weiß noch nicht wirklich, was sie mit ihrem Leben anstellen soll und versucht unter allen Umständen in der Schule zu den „Coolen“ zu gehören. Das Verhältnis zu ihrer Mutter ist unglaublich angespannt. Da die Geschichte aus beiden Perspektiven erzählt wird, kann man beide Seiten ganz gut verstehen.

Und dann gibt es noch Einblicke in das Leben von Annas Mutter Frieda. Sie schreibt die wichtigsten Momente in ihrem Leben für Anna auf, bevor sie diese durch die Demenz für immer vergisst. Den Umgang aller Figuren mit Frieda und ihrer Krankheit fand ich sehr gelungen dargestellt. Hier merkt man, dass die Autorin viel recherchiert hat.

Der Verlauf der Handlung wirkte leider manchmal recht konstruiert und ergab für mich kein rundes Gesamtbild. Die Figuren handelten mir oftmals viel zu sprunghaft. Gerade am Ende war es mir dann einfach zu viel Hin und Her. Sicherlich wurde das auch dadurch begünstigt, dass es eine große Anzahl Personen gab, die alle in ähnlichem Maß relevant waren.

Fazit
Die Geschichte ist, wie der Titel schon andeutet, ein schöner Sommerroman. Das Thema Demenz wird sehr gut angerissen. An ein paar Stellen haperte es für meine Begriffe bei den Figuren und ich konnte nicht so sehr mitfiebern, wie gehofft.

Immer wieder im Sommer - Katharina Herzog
Immer wieder im Sommer
von Katharina Herzog
(42)
Buch (Taschenbuch)
10,00

Für anspruchsvolle Leser

Luise W , am 28.07.2018

„Mausmeer“ hat gerade einmal 142 Seiten, aber etwas Leichtes für zwischendurch darf man hier nicht erwarten. Die Lektüre fordert. Und zwar zunächst Konzentration, denn Tamara Bach schreibt sehr besonders. Es gibt kaum Details – nur genau das, das wichtig ist. Der Rest bleibt der Fantasie des Lesers überlassen. Man liest eher die Gedanken von Ben und Annika als einen Roman. So, wie Gedanken eben sind: Mal kurz, mal lang. Mal verworren, mal klar.

Konzentration auch deshalb, weil aus beiden Perspektiven erzählt wird, beide in Ich-Form, aber ohne eine Angabe, um wen es sich gerade handelt.

Fordernd – dann, wenn es zu erkennen gilt, was geschieht und was zuvor geschah. Warum sind die beiden im Haus des Opas? Was geht im jeweils anderen vor? Auf den ersten Blick eine Alltagsflucht, auf den zweiten steckt mehr dahinter. Tamara Bach lässt Emotionen frei werden – zwischen den Zeilen. Man muss sie selbst finden.

Ich schaue nach einer Uhr, wo ist eine Uhr, alles ohne Zeit hier. (S. 39)

Das Thema? Kein typischer Jugendroman. Eine Geschwister-, keine Liebesbeziehung. Und dennoch: Sich selbst finden, Erwachsen werden, Fehler eingestehen – lernen, es besser machen.

Das Ende ist offen. Etwas anderes hätte hier auch gar nicht gepasst. Wir erleben Ben und Annika nur in der Blase des Osterwochenendes – nicht davor, nicht danach. Auch hier muss der Leser selbst denken.

Fazit
Was ich davon halte? Vom Stil sehr viel. Nur manchmal, da hätte ich doch gern das ein oder andere mehr erfahren. Leseempfehlung ja, aber nur eingeschränkt. Das wird nicht jedem gefallen und bei der Zielgruppe Jugendlichen kann ich es nur ganz schwer einschätzen.

Mausmeer - Tamara Bach
Mausmeer
von Tamara Bach
(5)
Buch (gebundene Ausgabe)
12,99

Schöne Sommergeschichte

Luise W , am 20.05.2018

Lena arbeitet als Krankenschwester in einem Hospiz auf Amrum. Ihr ruhiges Leben wir ganz schön durcheinandergewirbelt, als sich der Italiener Matteo nach ihrer Mutter erkundigt, die vor vielen Jahren vom Schwimmen nicht zurückkehrte. Recht spontan reist sie ihm mit ihrer Schwester hinterher, um endlich Licht ins Dunkel der Vergangenheit ihrer Mutter zu bringen.

Bereits das Cover stimmt auf eine sommerliche Geschichte ein und passt somit perfekt ans Setting der Amalfiküste. Der Titel bleibt zunächst etwas geheimnisvoll.

Katharina Herzog erzählt die Geschichte in zwei Zeit- und Perspektivebenen. Zum einen natürlich Lenas Geschichte in der Gegenwart, zum anderen kleine Einblicke in das Teenagerleben ihrer Mutter Mariella in den 1970ern. Die zweite Ebene fand ich besonders spannend und für meinen Geschmack hätte sie gern auch noch ausführlicher sein können.

Lena war mir als Figur durchaus sympathisch, allerdings dachte und handelte sie in einigen Situationen doch sehr stereotyp und fast etwas naiv. In meinen Augen entwickelt sie in dem kurzen Moment mit Matteo zu Beginn der Geschichte zu viele Gefühle und scheint später gar nicht mitzubekommen, dass es ihrer Schwester nicht so gut geht, was für mich als Leser offensichtlich war.

In der Ebene von Mariella gelang es der Autorin deutlich besser, Atmosphäre und Gefühle zu transportieren. In Lenas Teil blieb mir insbesondere am Anfang alles etwas zu blass. Ansonsten ist die Geschichte aber sehr schön konzipiert und geschrieben. Die Spurensuche der Schwestern war spannend zu verfolgen und auch nachdem sie „angekommen“ sind, gibt es noch vieles herauszufinden und aufzulösen. Als leichte Sommergeschichte kann ich das Buch guten Gewissens weiterempfehlen.

Fazit
‚Zwischen dir und mir das Meer‘ ist eine wunderbare Sommergeschichte, die anfangs auf Amrum, dann an der Amalfiküste spielt und eine Spurensuche in zwei Zeitebenen erzählt. Wer sich an etwas stereotypen Figuren nicht stört, wird sicher schöne Lesestunden mit dem Buch haben.

Zwischen dir und mir das Meer - Katharina Herzog
Zwischen dir und mir das Meer
von Katharina Herzog
(49)
Buch (Paperback)
12,99

 
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