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Karin Wenz-Langhans aus Limbach

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Meine Bewertungen

Wenn die Gefahr aus dem Abgrund kommt …

Karin Wenz-Langhans aus Limbach , am 28.11.2019

Der Abgrund – eine Leere zwischen den Sternen, die jenseits des galaktischen Domenaions liegt und seit jeher die Phantasie der Bewohner der Domänen anregt. Die Spiritisten fürchten eine in ihr lauernde Gefahr, während die Wissenschaftler davon ausgehen, dass sich in der Leere nichts befindet. Dennoch gibt es eine Forschungsstation am Außenrand, die den Abgrund im Auge behält.
Nie kam es zu irgendwelchen Zwischenfällen aus der Leere, aber plötzlich scheint sich eine gigantische Masse aus der Leere zu erheben.

Alleine schon der Gedanke eines Abgrunds, einer Leere, von der niemand weiß, was sie beinhaltet oder woher sie kommt, ist faszinierend genug, aber wenn dann noch eine riesige Macht aus ihr entsteigt, die mit scheinbar wenigem Aufwand ganze Planeten auslöschen kann, wird es richtig spannend. Wie kann man so einer Gefahr begegnen? Kann der Orden der Luminatoren, deren Aufgabe es ist, die Bewohner des Domenaions vor dem Abgrund zu schützen, seine Aufgabe erfüllen?

Der Orden schickt sein Flaggschiff, die Lichtbringer, zur Aufklärung der Gefahr aus dem Abgrund entgegen. Deren Admiral Corn „Eisenhand“ will das Problem mit Waffengewalt lösen. Gleichzeitig stößt der Raumretter Leitstern mit seinem Kapitän Bendis Kahain bei der Bergung eines Wracks auf Spuren der fremden Angreifer. Im Gegensatz zu Corn verfolgt Kahain eine andere Möglichkeit, um sich der Angreifer zu erwehren.

Was mir in dem Roman sehr gut gefällt, ist die Vielfalt an Lebensformen, die die Handlung bereichern. Auch die Mannschaft um Bendis Kahain setzt sich aus den verschiedensten Spezies zusammen, wobei man sagen muss, dass sich der Titel Raumretter zwar edel anhört, aber das eine oder andere Mannschaftsmitglied auch ganz gerne Wertgegenstände von den Wracks mitgehen lässt, um den kargen Lohn etwas aufzubessern. Nicht alle in seiner Mannschaft finden es gut, wenn Kahain in diesem Fall beide Augen zudrückt. Aber ihr Hauptziel, Leben zu retten, nehmen sie dennoch sehr ernst.

Ich fand es sehr spannend, wie Kahain eher zufällig auf eine alternative Spur zu der geheimnisvollen Macht aus dem Abgrund stößt und sämtlichen Befehlen zum Trotz diese verfolgt, als ihm klar wird, dass Millionen von Leben auf dem Spiel stehen. Das, was er und der Leser dabei über die Angreifer aus der Leere erfahren, ist mehr als überraschend. Und es zeigt, dass die Entscheidungen, die man wegen der Angreifer treffen will, gut überlegt sein müssen, denn nichts ist so, wie es scheint.

Die Art der Angreifer und ihre Bekämpfung führt in ein Dilemma, das beinahe nicht zu lösen ist, entsprechend zwiegespalten lässt einen auch das Ende des Romans zurück. Zwiegespalten in dem Sinne, dass man noch einige Zeit darüber nachdenkt, welche Konsequenzen andere Lösungen gehabt hätten. Dadurch wirkt der Roman noch länger nach, was ich sehr gut finde.

Faszinierende und interessante Lebewesen, eine spannende und packende Handlung sowie vielschichtige Charaktere haben mir viele schöne Lesestunden beschert.


Am Abgrund der Unendlichkeit - Bernd Perplies
Am Abgrund der Unendlichkeit
von Bernd Perplies
(2)
eBook
8,99

Spannender Abschluss der Krimireihe um Eddie und Zombie

Karin Wenz-Langhans aus Limbach , am 28.11.2019

Inzwischen lebt Eddie Beelitz seit ein paar Monaten mit ihrem Freund Jo Rheinhart, genannt Zombie, zusammen – das Zusammenleben tut vor allem Jo gut, der dadurch seine unterschwelligen Aggressionen und Depressionen immer besser in den Griff bekommt. Beruflich läuft es für Eddie jedoch immer noch etwas holprig, da ihr Kollege Adrian keine Möglichkeit auslässt, um Eddie wegen ihrer Teilzeitregelung zu mobben.

Als in einem alten Zechengelände eine weibliche Leiche gefunden wird, besteht die Staatsanwältin Dr. Röhmer jedoch ausdrücklich darauf, dass Eddie elementarer Bestandteil des Ermittlungsteams wird. Durch die Ermittlungen trifft aber auch Zombie auf einen alten Feind und sein dunkelstes Geheimnis droht ihn einzuholen.

Die Reihe um Eddie und Zombie umfasst drei Bände – und in dem Abschlussband befinden wir uns jetzt; wie also wird die Geschichte enden? Mit einem Happy End oder einer Katastrophe, denn Zombie geht zum einen keiner Konfrontation aus dem Weg, schon gar nicht, wenn Eddie dabei bedroht wird. Zudem schwebt das Aneurysma in seinem Kopf wie ein Damoklesschwert über Zombie, das zu platzen droht, sollte er einen entsprechenden Schlaf auf den Kopf bekommen.

Es bleibt also spannend, aber auch die Ermittlungen in dem Fall der toten Frau sind wieder sehr interessant. Diesmal führt die Autorin die Ermittler zu einer privaten Intensivpflege-Wohngemeinschaft, bei deren Zuständen mir als Leser ganz anders wurde. Und wieder mal kann Eddies Ermittlerinstinkt zeigen, was er wert ist. Wer mir nach wie vor gut gefallen hat, ist die Staatsanwältin, die genau mitbekommt, was in Eddies Abteilung abläuft und ihr den Rücken stärkt, aber auch klare Worte ihr gegenüber findet, als es für Eddie nicht so gut läuft.

Der dritte Teil um Eddie und Jo konnte mich wieder voll überzeugen, vor allem mit seinem ziemlich überraschenden Ende. Aber dennoch bin ich auch etwas traurig, dass diese Reihe nun zu Ende ist. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass sich Lucie Flebbe wieder neue tolle Charaktere und spannende Krimihandlungen einfallen lassen wird.

Jenseits von tot - Lucie Flebbe
Jenseits von tot
von Lucie Flebbe
(1)
eBook
9,99

Fünfter Teil der Suche nach dem reinen Herzen im Kampf gegen das Böse

Karin Wenz-Langhans aus Limbach , am 28.11.2019

Der vierte Band endet damit, dass Bernstadt nach einem furchtbaren und grausamen Kampf gefallen ist. Die letzten Überlebenden kämpfen sich durch Eis und Schnee fort von dem Ort des Grauens und hoffen, die nächstgrößere Stadt lebend zu erreichen.

Währenddessen kommen Helmko und Isidor vor den Toren Bernstadts an und müssen erkennen, dass sie zu spät gekommen sind. Fatalerweise bleibt ihr Erscheinen nicht unentdeckt und es kommt zu einer Konfrontation zwischen Teramon und Helmko.

Teramon wiederum gibt sich nicht zufrieden mit der Eroberung von Bernstadt, immer weiter will er seine böse Macht über das Land ausbreiten und schickt dafür den unter seinem Bann stehenden Heilswart Gero nach Kernstadt, um dort König Gisbert auf seine Seite zu ziehen. Ausgerechnet Gero, der mir sowieso schon mit seiner arroganten Art einfach nur unsympathisch ist. Aber auch Bernstadts ehemaliger Statthalter Harmen von Dernau macht sich nach Kernstadt auf, um dem König über die katastrophale Niederlage von Bernstadt zu berichten und um weitere Unterstützung zu bitten. Es kommt zu einem Wettlauf gegen die Zeit.

Der spannendste Handlungsstrang in diesem Buch spielt jedoch an einem ganz anderen Ort, der längst vergessen ist und bei dem es sich um die titelgebende Bergfestung handelt. Ausgerechnet der Priester Baldwin, der bei mir bisher sehr ambivalente Gefühle hervorgerufen hat, und seine Begleiter entdecken diesen verlassenen Platz und seine Geheimnisse. Und diese Geheimnisse sind mehr als verblüffend, vor allem hätte ich mit so einer Wendung niemals gerechnet. Diese Entwicklung würde so viel Potential und Möglichkeiten für den Kampf gegen Teramon und seine unheiligen Artefakte bieten, wenn ihre Protagonisten nicht mit ganz anderen Zielen beschäftigt wären. Es bleibt also weiterhin spannend, wohin dieser neu entstandene Handlungsstrang noch führen wird. In jedem Fall sorgt die Bergfestung dafür, dass der vorliegende fünfte Band zu meinen Favoriten der Serie zählt.

Ich bin nun sehr gespannt auf den sechsten Teil und kann sagen, dass die Gerwod-Saga bisher noch nichts von ihrem Reiz verloren hat, ganz im Gegenteil, die Geschichte bietet noch sehr viel Potenzial.

Gerwod V: Die Bergfestung - Salvatore Treccarichi
Gerwod V: Die Bergfestung
von Salvatore Treccarichi
(5)
eBook
3,99

Zweiter Teil um das geheimnisvolles Buch in Pirna

Karin Wenz-Langhans aus Limbach , am 28.11.2019

Endlich ist der langersehnte zweite Teil um Sophia aus Pirna und ihr geheimnisvolles Buch erschienen, und es geht genauso spannend weiter wie in „Die Fallstricke des Teufels“. Durch die Heirat mit dem Magister und guten Freund Heinrich Fuchs konnte die schwangere Sophia der Ehe mit dem undurchsichtigen Stadtschreiber Wolf Schumann entgehen, zumal Sophia nicht ahnt, welche Rolle Schumann bei ihrem bisher größten Schicksalsschlag spielt.

Heinrich Fuchs erweist sich auch weiterhin als guter Freund, der trotz der Ehe keinerlei Forderungen an seine Frau stellt, da er weiß, dass ihre Liebe dem toten Nikolas gehört. Aber der Alltag und die gemeinsame Suche nach der Wahrheit in dem Buch, welches Sophia seinerzeit im Kontor ihres Vaters gefunden hatte, schweißt die beiden immer mehr zusammen.

Wolf Schumann will ebenfalls den Inhalt des Buches entschlüsseln und für seine eigenen Zwecke nutzen – und dafür ist ihm jedes Mittel recht. Ich hoffe sehr, dass seine Intrigen ihn spätestens im dritten Band einholen werden.

Die Suche nach dem Code, mit dem man die fremdartigen Schriftzeichen des Buches entschlüsseln kann, erweist sich als schwierig und hält die eine oder andere spannende Überraschung bereit.

Eine weitere dramatische Wendung erfährt der Roman, als Sophias beste Freundin Maria unter Mordanklage gerät und die beiden Frauen ausgerechnet von einen Ereignis aus dem ersten Band eingeholt werden.

Gleichzeitig kämpft ein junger Mann namens Moses in einer Flößersiedlung im Elbsandsteingebirge um die Erinnerungen an sein früheres Leben, bevor er von den Flößern aus dem Fluss gezogen und vor dem Ertrinken gerettet wurde.

Man sieht, auch der zweite Teil kann mit einer spannenden Handlung und überraschenden Wendungen aufwarten. Dabei entwickelt sich das Ende völlig anders, als ich es erwartet hatte – wobei ich gestehen muss, ich hatte eigentlich gar keine konkrete Vorstellung einer Lösung für das Dilemma, in das Sophia unwissentlich immer mehr gerät. Umso gespannter bin ich jetzt, was uns im dritten Band erwarten und wie die Trilogie enden wird.

Wieder sehr gut gefallen haben mir die vielen kleinen und größeren historischen Details, mit denen die Autorin ihre Erzählung bereichert und die die Geschichte erst so richtig runden werden lassen. Und auch die liebevoll gezeichneten Charaktere konnten mich wieder überzeugen, mit ihren Stärken und Schwächen.

Die Handschrift des Teufels - Heike Stöhr
Die Handschrift des Teufels
von Heike Stöhr
(7)
Buch (Paperback)
10,95

Als wir zu träumen wagten …

Karin Wenz-Langhans aus Limbach , am 28.11.2019

Hamburg 1892: die Stadt wird von der furchtbaren Cholera heimgesucht, der tausende Menschen zum Opfer fallen. So auch die Mutter von Martha, deren Tod die Familie an den Rand des Zusammenbruchs bringt. Es liegt nun an der jungen Frau, für ihre Familie zu sorgen und ihr das Überleben zu sichern. Obwohl Martha aus dem armen Gängeviertel stammt, gelingt es ihr, eine Lehrstelle am Eppendorfer Krankenhaus zu bekommen, um zur Krankenschwester ausgebildet zu werden. Jedoch ist ihre Arbeit mit einer Anzahl von Einschränkungen für sie als Frau verbunden. Als Martha mit der Sozialdemokratie in Kontakt kommt, lernt sie weitere Frauen kennen, die bereit sind, für ihre Rechte zu kämpfen.

Mit dem vorliegenden Roman, der den Auftakt zu einer Serie um Martha und ihre Familie bildet, entführt Melanie Metzenthin die Leser in das Hamburg im ausgehenden 19. Jahrhundert, mitten in die damals fürchterlich wütende Cholera-Epidemie, die gerade in der Elbemetropole aufgrund schlechter Öffentlichkeitsarbeit zu hohen Verlusten an Menschenleben geführt hat. Vielen Familien werden geliebte Menschen entrissen – so auch in Marthas Familie. Ein Schicksalsschlag, der ihren Vater völlig aus der Bahn wirft: er sucht Trost im Alkohol und es bleibt an Martha hängen, für das Überleben ihrer Familie zu sorgen. Keine leichte Aufgabe, wenn man aus den untersten Schichten stammt, die für eine Lehrstelle sogar noch zahlen müssen.

Aber Martha hat eine rasche Auffassungsgabe und dank ihres erwachten Interesses an der Medizin findet sie neue Bekannte, die ihr unerwartete Möglichkeiten bieten. Martha ist eine Kämpferin, die trotz aller Widrigkeiten nicht aufgibt – das hat mir sehr gut gefallen. Aber das eine oder andere Mal macht sie auch einen Fehler, der durchaus wieder auf sie zurückfällt.

Besonders gut hat mir gefallen, dass Martha es sich nicht nehmen lässt, zu ihrer besten Freundin Milli zu stehen, die aufgrund ihrer schrecklichen familiären Situation in die Prostitution geraten ist. Zur damaligen Zeit hatte man sich als „anständiges Mädchen“ von Frauen wie Milli fernzuhalten. Umso offener ist Martha für die Ziele der Sozialdemokratie, die für die Rechte der Frauen und auch die der Prostituierten einsteht. Besonders beeindruckt hat mich die historische Figur der Lida Gustava Heymann, die mir bis zu diesem Buch unbekannt war. Ich bin froh, diese engagierte und mutige Frau durch die Autorin kennengelernt zu haben.

Wie schon in den anderen Büchern der Autorin gelingt es ihr wieder sehr gut, die damalige Zeit bei dem Leser aufleben zu lassen. Man ist oftmals schockiert über die damaligen Zustände, nicht nur in Bezug auf die Hygiene in der Krankenpflege; dadurch wird Marthas Kampf um ein besseres Leben für sich und ihre Familie sowie für die anderen Frauen umso eindrücklicher.

Sehr gut haben mir auch die Charaktere gefallen, die oftmals eine erstaunliche Entwicklung durchgemacht haben und mich mit ihrem Handeln einige Male überraschen konnten.

Für mich ist dieser erste Band ein sehr gelungener Auftakt zu der neuen Serie und ich bin gespannt, wie es mit Martha, ihrer Familie und ihren Freunden weitergehen wird.

Die Hafenschwester - Melanie Metzenthin
Die Hafenschwester
von Melanie Metzenthin
(36)
Buch (Paperback)
15,00

Vorhang auf für die Superschurkin Dominique

Karin Wenz-Langhans aus Limbach , am 28.11.2019

Superschurken wie Blofeld & Co. waren gestern, endlich betritt eine weibliche Superschurkin die Bühne: Dominique, die in Paris im monströsen Tour de Montparnasse lebt - man darf schließlich nicht kleinlich sein – mischt die Schurkenszene ordentlich auf.

Bisher habe ich mit Superschurken die Eigenschaft, über Leichen zu gehen, verbunden, aber das ist bei Dominique überhaupt nicht der Fall, im Gegenteil, sie ist immer darauf bedacht, dass es bei ihren Verbrechen keine Opfer gibt, weder bei Mensch noch Tier. Überhaupt agiert sie ziemlich clever, wie sie ihr Schurkentum aufbaut und die dazu nötige finanzielle Grundlage schafft. Zudem sorgt sie dafür, in der Pariser Öffentlichkeit ein überaus positives Image zu erlangen.

Ich gebe zu, dass ich mich dabei ertappt habe, sie und ihr Handeln zunehmend sympathisch zu finden. Im Gegensatz zu Mr. Right, der den amtlich anerkannten Superhelden der Welt mimt und der Einzige zu sein scheint, der Dominique wirklich gefährlich werden könnte.

Okay, im Laufe der Lektüre habe ich mich dann schon gefragt, warum Dominique eigentlich so ein extremes Geltungsbedürfnis hat, dass sie in allen möglichen Bereich ganz oben mitmischen will. Ihre Ziele erreicht sie auch nicht mit Können, sondern mit kleineren oder größeren Betrügereien an den richtigen Stellen – aber wie schon erwähnt, man darf schließlich nicht kleinlich sein als Superschurkin. Und irgendwie muss Dominique ihren extravaganten Lebensstil ja nach außen transferieren.

Aber wehe, man tut Dominique richtig weh – ihre Rache ist dann fürchterlich und dann kommt sie meinem Bild einer Schurkin ziemlich nahe.

Es ist aber nicht nur Dominiques Geschichte, die hier erzählt wird, sondern auch die von Luc, einem Pariser Studenten, der den Job als Liftboy bei Dominique annimmt und ihr nach dem ersten Aufeinandertreffen völlig verfällt. Danach besteht sein ganzes Lebensziel darin, von seiner Arbeitgeberin überhaupt wahrgenommen zu werden.

Der Schreibstil ist frisch, frech und witzig – man darf eben nicht alles so ernst nehmen. Es ist manchmal schon peinlich genug, wenn Dominique unserer Welt den Spiegel vorhält. Das Ende hat mich dann aber doch überrascht, weil ich damit, ehrlich gesagt, so nicht gerechnet hatte – gefällt mir aber.


Evil Miss Universe - Tobias O. Meissner
Evil Miss Universe
von Tobias O. Meissner
(6)
Buch (Paperback)
15,00

Spannender zweiter Teil der Trilogie

Karin Wenz-Langhans aus Limbach , am 28.11.2019

Semire kann sich im Kampf gegen Haus Schwertgrad durchsetzen, Quilûn kehrt als Erbe von Semires Vater, Graf Golar, an den Berg zurück und Kyrin sucht weiterhin nach dem Geheimnis der Magie des Berges, indem sie es schafft, den Kopf des Gravilioners vom Grund des Sees zu bergen.

So beginnt der zweite Teil im Kampf um die Macht am Berg Ianapat. Mit Spannung habe ich darauf gewartet, wie es dem Maler Quilûn ergehen wird, der überraschenderweise als Erbe von Graf Golar ins Haus Schneegrund zurückkehrt. Wer den ersten Teil gelesen hat, weiß, dass Intrigen und geheime Machenschaften innerhalb des Adels an der Tagesordnung sind, wie wird es da dem gutmütigen Quilûn ergehen, wenn er plötzlich im Zentrum der Macht steht. Werden die anderen Adligen ihn akzeptieren und unterstützen oder werden einzelne Gruppierungen die Gelegenheit ergreifen, um sich an die Spitze zu setzen? Für Semire steht es außer Frage, dass sie alles daransetzen wird, um die Macht des eigenen Hauses zu halten und zu stärken, auch wenn ihr als Frau eigentlich die Hände gebunden sind.

Die Magierin Kyrin sucht inzwischen fieberhaft nach den Geheimnissen der Magie am Berg, die sie gemeinsam mit Graf Golar erkunden wollte. Dabei betritt sie einen gefährlichen Weg, in dem sie versucht, Kontakt mit dem Gravilioner aufzunehmen, dessen Kopf sie vom Grund des Sees bergen konnte.

In diesem spannenden zweiten Teil erhalten sowohl die Protagonisten als auch wir Leser einige Antworten auf Fragen, die sich im Laufe des ersten Teils herauskristallisiert haben. Dabei konnte mich die Wendung der Handlung einige Male überraschen, eigentlich bei allen drei Hauptfiguren entwickelte es sich schlussendlich anders als ich es mir ausgemalt hatte. Die Macht der Liebe, die Abhängigkeit einer Sucht und der Traum von Freiheit spielen dabei eine ganz große Rolle.

Besonders interessiert war ich ja am Inneren des Berges und in diesem Buch werden wir ihn endlich näher kennenlernen. Dank Kyrin kommen wir auch hinter das Geheimnis der Magie und erfahren, welche Ziele Graf Golar mit seinen geheimen Nachforschungen tatsächlich verfolgt hat. Ziele, die mich ein weiteres Mal überrascht haben.

Das Ende des Buches erschüttert den Berg und seine Ordnung regelrecht in seinen Grundfesten und lässt mich gespannt auf den Abschlussband der Trilogie warten.

Ströme der Macht - Robert Corvus
Ströme der Macht
von Robert Corvus
(3)
Buch (Taschenbuch)
13,00

Ein düsteres und verschwiegenes Geheimnis der katholischen Kirche

Karin Wenz-Langhans aus Limbach , am 28.11.2019

Irland, 1912: der Weg der beiden gegensätzlichen jungen Frauen Cindy und Fiona, angeblich missraten und sündig, kreuzt sich in einer der sogenannten Magdalen-Wäschereien, die gefallenen Frauen eine Zuflucht bieten soll, um ihnen nach einer gewissen Zeit die Reintegration in die Gesellschaft zu ermöglichen. Dort treffen sie auf die junge Nonne Rose, die in die Wäscherei versetzt wurde. Bald stellt sich jedoch heraus, dass diese Magdalen-Wäschereien eher einem Vorhof der Hölle gleichen.

Die Magdalen-Wäschereien in Irland waren mir bis zu diesem Roman nicht bekannt und ich war entsetzt darüber, welche Zustände dort herrschten. Besonders schockierend finde ich, dass diese Einrichtungen bis in die 1990er Jahre überdauert haben und bis heute von der katholischen Kirche totgeschwiegen werden. Umso froher bin ich, dass die Autorin diesem düsteren Kapitel der Geschichte einen Platz eingeräumt und den betroffenen Frauen eine Stimme gegeben hat.

Die Magdalen-Wäschereien sollten vor allem Prostituierten eine Zuflucht und eine Möglichkeit geben, ihr Gewerbe aufzugeben und ein gottgefälligeres Leben nach Rückführung in die Gesellschaft führen zu können. In Wirklichkeit wurden die Frauen wie Sklaven gehalten, die nicht genügend zu Essen bekamen und auch keine Chance hatten, jemals diesen Einrichtungen zu entkommen. Ihre unehelichen Kinder wurden ohne das Wissen der Mütter an zahlungskräftige Adoptionseltern vermittelt. Gewalt durch die Nonnen sowie sexueller Missbrauch durch Priester und anderer Angehöriger der Kirche waren an der Tagesordnung.

Fiona und Cindy sind beides keine Prostituierten, sondern wurden aufgrund von Hass und unglücklicher Umstände ein Opfer der Wäschereien. Cindy ist eine Kämpferin, die sich nicht mit ihrem neuen Schicksal abfinden kann und will, was sie jedoch auch in Gefahr bringt. Für Fiona ist sie eine Art Anker, an dem sich die junge Frau aus gutem Haus orientiert – und eine Entwicklung durchmacht, die sie, wenn ihr Leben in normalen Bahnen verlaufen wäre, sicherlich niemals durchgemacht hätte.

In der Wäscherei treffen die beiden Frauen auf Schwester Rose, die die Bezeichnung Nonne wirklich verdient. Sie zeichnet sich durch Nächstenliebe und Empathie aus – ihr fallen zwar die Missstände recht schnell auf, aber da sie als Waise ihr ganzes Leben in einem Kloster verbracht hat, wagt sie es anfänglich nicht, dagegen aufzubegehren. Die Zweifel wachsen jedoch immer weiter.

Das Buch behandelt jedoch nicht nur die Geschichte der drei Frauen in der Wäscherei, sondern beschreibt auch die Schwierigkeiten, die alleinstehende Frauen in der Gesellschaft haben, die es tatsächlich schaffen, den Fängen der Nonnen zu entkommen. So geraten Cindy, Fiona und Rose noch in die Wirren des irischen Freiheitskampfes, bei dem sie sich für eine der Seiten entscheiden müssen.

Die Autorin hat mit dem vorliegenden Roman ein aufwühlendes Buch geschrieben, das gleich zwei Kapitel der irischen Geschichte erzählt: die der Magdalen-Wäschereien und die des irischen Freiheitskampfes. Es konnte mich wieder aufgrund des Schreibstils der Autorin voll überzeugen und hat mir spannende Lesestunden beschert.

Auf den zerbrochenen Flügeln der Freiheit - Rebecca Michele
Auf den zerbrochenen Flügeln der Freiheit
von Rebecca Michele
(12)
Buch (Taschenbuch)
14,00

Mein erster Ausflug ins Universum des Perry Rhodan

Karin Wenz-Langhans aus Limbach , am 28.11.2019

Von Robert Corvus habe ich beinahe alle Romane gelesen, aber mit dem vorliegenden Buch hatte ich meinen Erstkontakt mit Perry Rhodan und seinem Universum. „Schwarze Frucht“ ist zwar der zweite Teil der Dunkelwelten-Trilogie, kann aber ohne Vorkenntnisse von Band 1 gelesen werden und ist ein in sich geschlossener Roman.

Die Handlung führt den Leser in die dunkle Eiswelt Styx, einer Kolonie, die zu dem Konzern des Multimilliardärs Viccor Bughassidow gehört. Dort gehen in den Tiefen des unter dem Eis liegenden Ozeans seltsame Dinge vor sich, uralte verborgene Geheimnisse drängen an die Oberfläche. Währenddessen bahnen sich politische und gesellschaftliche Änderungen auf Styx an, die von Avea Zaruner vorangetrieben werden, einer wichtigen Managerin von Bughassidows Konzern.
Aus diesem Grund bittet Perry Rhodan den Milliardär, sich mit seiner Krusenstern zu der Kolonie zu begeben.

Da ich die anderen Science-Fiction-Romane des Autors kenne, fallen einem direkt die Unterschiede im Stil zum vorliegenden Roman auf, was auch daran liegt, dass man sich als Autor für die Rhodan-Serie an bestimmte Rahmenbedingungen zu halten hat. Und diese Rahmenbedingungen haben mir sehr gut gefallen und haben mich neugierig gemacht, mehr aus diesem Universum kennenzulernen. So wie ich es mitbekommen habe, ist für Perry-Rhodan-Fans die Krusenstern kein unbekanntes Schiff. Ihre Dimensionen und vor allem ihre spezielle Würfelform finde ich ziemlich faszinierend, zumal das Schiff derart groß ist, dass nicht mal sein Besitzer alle Winkel und Ecken kennt.

Bei einem Multimilliardär und Boss eines riesigen Konzerns hatte ich einen ganz anderen Typ Mensch erwartet, als es Bughassidow ist: er lässt überhaupt nicht den Boss raushängen und hat auch ein offenes Ohr für die Belange seiner Mitarbeiter, wenn sie ihn denn erreichen. Seine auffälligste Eigenschaft ist jedoch sein Entdeckerdrang und seine Neugier auf Neues und Unbekanntes, die ihn durchaus auch in Gefahr bringen kann.

Sehr gut gefallen haben mir die Posbis – positronisch-biologische Roboter – die ein fester Bestandteil der Rhodan-Romane sind. Vor allem fand ich ihre Namen recht witzig: Grüner Heinerich oder Madame Ratgeber; und ihre für sie typischen Charaktereigenschaften, die wahrscheinlich durch ihren biologischen Anteil begründet sind.

Perry Rhodan hat in dem Buch nur kleine Auftritte, aber das ist wohl durchaus öfter so, wie ich in der Leserunde erfahren habe, daher kann ich über ihn noch wenig sagen.
In jedem Fall möchte ich noch weitere Geschichten aus seinem Universum lesen, sowie seine Welten und Figuren kennenlernen.

Perry Rhodan: Schwarze Frucht - Robert Corvus
Perry Rhodan: Schwarze Frucht
von Robert Corvus
(1)
Buch (Taschenbuch)
10,00

Von dem Griff nach den Sternen

Karin Wenz-Langhans aus Limbach , am 23.06.2019

In den 1950er Jahren wächst Juni auf dem Flugplatz in New Orleans auf. Sie kann sich nichts tolleres vorstellen, als in einem Flugzeug zu fliegen, etwas, das durch ihren Stiefvater Ben möglich ist. Aber Juni will noch mehr: sie will zu den Sternen fliegen. In den 1960er Jahren ist ihr Traum zum Greifen nah: zusammen mit zwölf anderen Frauen wird sie zu einem Astronauten-Training der NASA zugelassen. Die verantwortlichen Forscher wollen beweisen, dass Frauen im All durchaus Vorteile gegenüber ihren männlichen Kollegen haben. Die Tests sind hart, aber die Frauen halten durch und erzielen hervorragende Ergebnisse.

Egal, ob man damals schon gelebt hat oder nicht, aber jeder weiß von der ersten gelungenen Mondlandung der Amerikaner im Jahr 1969. Und dass die Astronauten damals ausschließlich Männer waren. Was weniger bekannt ist, dass es Jahre zuvor ein Astronauten-Training gab, bei dem auch Frauen zugelassen waren, da einzelne Forscher beweisen wollten, dass Frauen von der Fitness mit den männlichen Astronauten mithalten können und zudem noch erhebliche Vorteile beim Flug in einem engen Raummodul mit sich bringen.

Genau dieses Thema greift Maiken Nielsen auf und verpackt es in einem großartigen Roman. Dabei steht die junge Juni im Mittelpunkt, deren Lebensweg der Leser von ihrer Geburt in Deutschland über die Flucht nach Frankreich und schlussendlich in die USA verfolgt.

Juni ist ein sonniges Kind, das nur so vor Energie sprüht: sie ist ständig am Rennen oder Springen und es ist schnell klar, dass sie über eine außergewöhnliche Konstitution verfügt. Es verwundert daher nicht, dass sie die Fliegerei schnell erlernt und einige Erfolge dabei erlangt. Als sie dann andere bekannte Pilotinnen der USA kennenlernt, fühlt sie sich im siebten Himmel: endlich ist sie unter Frauen, die alle die gleiche Leidenschaft teilen. Und diese Frauen sind auch ziemlich stark: sie leben nicht nur für die Fliegerei, sie bringen nicht selten dabei auch noch Beruf und Familie unter einen Hut – und müssen sich doch immer wieder gegen ihre männlichen Kollegen beweisen.

Dass diese starken Frauen schlussendlich zu dem Astronauten-Training der NASA für Frauen zugelassen werden, muss eine logische Konsequenz sein. Und das Training, welches sie bestreiten, ist wirklich mörderisch. Aber die Frauen sind bereit, für ihren Traum, ins All zu fliegen, alles aufzugeben und in das Training zu stecken. Bis man ihnen dann eröffnet, dass Frauen nicht ins All fliegen werden.

Es geht aber nicht nur um den Traum des Fliegens, sondern auch um Junis Geschichte und Herkunft, die ihre Mutter Martha aus guten Gründen lange vor ihr geheimhält. Als es jedoch an der Zeit wäre, ihr die Wahrheit zu sagen, schafft Martha einfach nicht die Kurve, bis es beinahe zu spät ist.

Unterbrochen wird die Handlung immer wieder durch Absätze, die von der Mondlandung handeln: vom Start von Apollo 11 bis zur Landung auf dem Mond, was mir sehr gut gefallen hat. Die Dialoge entstammen dabei historischen Aufzeichnungen.

Space Girls - Maiken Nielsen
Space Girls
von Maiken Nielsen
(14)
eBook
19,99

 
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