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Jill von Letterheart aus Berlin

Gesamte Bewertungen 113 (ansehen)


Meine Bewertungen

Zwischen Faszination und Erschütterung

Jill von Letterheart aus Berlin , am 06.07.2018

Bereits vor dem Lesen hatte ich mich auf eine traurige Geschichte und gewiss keine leichte Kost vorbereitet, was mich aber dann erwartet hat, hätte ich nicht gedacht.
Jeannette Walls hat mit Schloss aus Glas ihre Kindheit, ihre Familie und eine ganz eigene Lebensform in Worte gefasst, die ich ohne dieses Werk niemals begriffen hätte.
Abgeschottet von gesellschaftlichen Regeln führen ihre Eltern ein Leben, das teilweise einem wilden Abenteuer gleicht, jedoch alles andere als sicher für sie und ihre Geschwister ist.

Es gab so viele Szenen, die mich einfach erschüttert haben, ein Gewicht, das sich auf die Brust legt und einen nicht mehr richtig atmen lässt. Von Kindesgefährdung bis hin zu absoluter Vernachlässigung.
Den berüchtigten Rex wollte ich einfach nur noch schütteln, von der Mutter fange ich lieber gar nicht erst an. Doch dann kamen auch wieder Situationen, die so unglaublich gefühlvoll und voller Liebe waren, dass man jegliche Schrecken kurzzeitig vergessen konnte. Denn wer geht mit seinen Kindern schon auf Dämonenjagd, um die gruseligen Gestalten unter dem Bett zu verjagen? Schenkt ihnen die Sterne und Planeten vom Himmel, um nie in Vergessenheit zu geraten? Oder möchte ihnen gar ein Schloss aus Glas, den ganz eigenen Palast bauen?

Man hätte meinen können, dass sie sich vor lauter Erleichterung darüber, sich nicht gegenseitig umgebracht zu haben, wieder frisch ineinander verliebt haben.

Doch leider überwiegen die negativen Momente und Aspekte des Lebens der Familie Walls. Jeannette und ihre Geschwister müssen viel zu früh Verantwortung für sich selbst übernehmen, leben unter furchtbaren Umständen und scheinen nie irgendwo anzukommen.
Von einer Bruchbude in die nächste, ohne Essen, laufendes Wasser und einer Nachbarschaft, bzw. Mitbewohnern, bei denen jegliche Alarmglocken losgehen – erschaudern ist gar kein Ausdruck.
Doch was passiert, wenn die Eltern ihr eigenes Wohl über das ihrer Kinder stellen? Wenn sie ihre Kinder „fordern“, um ihnen mehr Möglichkeiten im Leben zu bieten? Ab wann ist das alles nur eine reine Ansichtssache, eine Entscheidung der Erziehung und ab wann überschreitet es Grenzen?

Wie diesen vier kleinen Knirpsen das Überleben gelungen ist, stellt sich für mich schon als ein Wunder heraus. Wieviel im Kopf eines kleinen Menschen vor sich gehen kann, was für Entwicklungen durchgemacht werden und zu welchen Erkenntnissen sie kommen ist einfach erstaunlich.
Die mit Abstand interessanteste und bewegendste Biografie, die ich je gelesen habe. Die Autorin hat es geschafft, dass ich das Gefühl hatte, meinen eigenen Empfindungen nicht mehr zu trauen.

FAZIT

Schloss aus Glas bietet eine Geschichte, wie ich sie niemals erwartet hätte. Ein Leben, das wild und ungezähmt ist, mich fasziniert und gleichzeitig erschüttert hat. An manchen Stellen wusste ich nicht recht, ob ich lachen oder weinen sollte. Weiterlesen, um zu erfahren, was aus Jeannette geworden ist, oder das Buch zuschlagen, aus Angst, dass es mir nicht gefallen könnte.
Ein erstaunliches Lebenswerk, das ich jedem nur empfehlen kann.
Eine Geschichte, die einem die Augen öffnet und eine Weitsicht bietet, die einem sonst wohl verwehrt bleibt.

Schloss aus Glas - Jeannette Walls
Schloss aus Glas
von Jeannette Walls
(70)
Buch (gebundene Ausgabe)
14,00

Mysteriös und faszinierend

Jill von Letterheart aus Berlin , am 06.07.2018

Auch, wenn ich mir Klappentext meistens nicht allzu genau durchlese, bzw. sie schnell wieder vergesse, so ist mir hier doch im Kopf geblieben, dass mich die Geschichte wage an den Film das Dorf der Verdammten erinnert hat, ein vielleicht etwas trashiger Film von 1995.
Und kaum beginne ich mit den ersten Seiten, merke ich schon, dass ich mit meiner Vermutung vielleicht gar nicht allzu falsch lag. Wulf Dorn schafft es hier eine fantastische Atmosphäre aufzubauen, die einem eine Gänsehaut beschert und bei der man nicht weiß, ob man das Buch einfach verschlingen möchte oder doch lieber zur Seite packen sollte. Ich hatte bereits die Erfahrung gemacht, dass man sich in seinen Geschichten leicht verlieren kann und so an der Nase herumgeführt wird – und trotz des Wissens bin ich schon wieder total in der Geschichte versunken.

Auch wenn natürlich viele Aspekte hier reine Fiktion sind, so gibt es doch auch Zwischensequenzen in diesem Buch, die sich auf einen wahren Hintergrund beruhen.
Und gerade dieser Wechsel, zwischen der aktuellen Story und Einblenden, die sich über die ganze Welt erstrecken hat nicht nur für eine Abwechslung in der Handlung, sondern vor allem für Spannung und Unbehagen gesorgt.
Somit hatte man zwar mehrere Perspektiven, für mich am intensivsten war aber die von Laura Schrader, die von ihren Erlebnissen berichtet. Die männlichen Charaktere hingegen konnte ich schon vom Namen her schwer auseinanderhalten.

Die ganze Idee wirkt im Nachhinein vielleicht ein wenig skurril, doch beim Lesen hat der Autor es geschafft, dass ich alles für möglich gehalten hätte. Ich habe mich gefühlt, als wenn ich überall Mäuschen gespielt und alles miterlebt hätte. So baut sich das Grauen immer mehr auf, und auch, wenn man immer im Hinterkopf behält, dass dies eigentlich unmöglich ist, hat sich selten etwas so realistisch und wahr angefühlt.
Für alle, die jetzt vielleicht überlegen, ob es ihnen doch zu krass sein könnte – es ist keine Horrorgeschichte, sondern einfach die Psyche, die mit einem durchgeht und das Gefühl verleiht, dass hinter jeder Ecke eine Gefahr lauern könnte.

Dazu werden hier viele Aspekte angesprochen, die zum Nachdenken anregen und das Geschehen zwar schrecklich, aber irgendwie nachvollziehbar darstellen. Durch den Spannungsbogen und die wechselnden Perspektiven lässt sich das Buch unglaublich schnell lesen, perfekt für zwischendurch!

FAZIT

Wulf Dorn hat es wieder einmal geschafft, mich absolut um den Finger zu wickeln und das Grauen in meinem Kopf Wirklichkeit werden zu lassen. Man nimmt sofort die angespannte Atmosphäre auf und traut sich nicht mehr das Buch aus der Hand zu legen aus Angst, das entscheidende Etwas zu verpassen.
Wer Die Nacht gehört den Wölfen gemocht hat, wird auf jeden Fall auch an dieser Geschichte gefallen finden!
Ein spannendes und beunruhigendes Leseabenteuer, bei dem man beim Thema Kinder nicht allzu zart besaitet sein sollte.

Die Kinder - Wulf Dorn
Die Kinder
von Wulf Dorn
(33)
Buch (Paperback)
16,99

Sehr durchwachsen...

Jill von Letterheart aus Berlin , am 06.07.2018

Bereits bevor ich selbst zum Buch greifen konnte sind mir schon einige Rezensionen und Leserstimmen aufgefallen. Ich versuche mich davon natürlich nicht beeinflussen zu lassen, doch interessieren tut es mich auf jeden Fall. Gerade, wenn wir hier, die Meinungen so stark auseinandergehen, was bei schwierigen Themen ja aber häufig der Fall ist, da Empfindungen einfach unterschiedlich sind.

An dieser Stelle muss ich allerdings gleich vorweg nehmen, dass ich eher zu der enttäuschten Fraktion zähle. Schon die ersten Seiten konnten mich nicht ansprechen, was sich leider im Laufe der Geschichte auch nicht mehr groß geändert hat. Tess ist durchaus ein starker und sehr eigensinniger Charakter, dennoch konnte ich keine Beziehung zu ihr aufbauen. Immer, wenn ich gerade das Gefühl hatte, mit ihr mitfühlen zu können, hat sie doch wieder Entscheidungen getroffen, die für mich nicht ganz nachvollziehen konnte oder mir zumindest die Nähe dazu gefehlt hat. Bei den anderen Charakteren lief das nicht anders, einige schienen für mich auch ganz willkürlich in der Geschichte platziert worden zu sein. Da dachte ich, dass diese eine entscheidende Wirkung auf die Story haben und dann….halt doch nicht.

Erstens: Ich konnte über die Gründe nachdenken, warum ausgerechnet mir so etwas passiert war.
Oder zweitens: Ich konnte so tun als wäre nichts.
Den ersten Hochrechnungen zufolge würde Möglichkeit zwei einen erdrutschartigen Sieg einfahren.

Wie schon erwähnt, hat natürlich jeder sein ganz individuelles Empfinden und viele andere werden begeistert sein von der Geschichte – ich habe einige begeisterte Rezensionen gefunden und diese unten auch verlinkt.
Dennoch, so schwer es mir auch fällt, muss ich gestehen, dass ich das Gefühl hatte, dass der Autor über etwas schreibt, von dem er keine Ahnung hat. Das soll sich keinesfalls anmaßend anhören, das war einfach nur mein Eindruck beim Lesen. Ich hatte einfach keinen roten Faden, die Zusammenhänge haben sich für mich nicht ergeben und ich habe mir von so vielen Situationen so viel mehr erhofft, was dann aber doch ausgeblieben ist.

Es gab durchaus Szenen, die unterhaltsam oder auch sehr mitfühlend waren, aber für mich persönlich einfach zu kurz, und schon war der Moment wieder vorbei. Es wurden so viele Dinge angedeutet, von denen ich eine Menge erwartet hatte und dann wurden sie wieder fallengelassen oder sind einfach im Sande verlaufen.
An sich bietet die Story viel Potenzial, und meine kleine Enttäuschung verbuche ich auf jeden Fall unter „Geschmackssache“. Der Schreibstil ist unglaublich angenehm und passt zur Geschichte und die Ideen sind skurril und abwechslungsreich, nur haben sie mich leider nicht erreichen können.

FAZIT

Für mich persönlich muss ich Ein Haufen unvollkommener Momente leider unter little mistake verbuchen, was mich selbst ein wenig traurig macht. Dennoch empfehle ich jeden, der von der Geschichte angesprochen ist, sich selbst ein Bild davon zu machen, da die Meinungen stark auseinandergehen und jeder anders empfindet.
Die Story bietet viel Abwechslung, Unterhaltung und regt zum Nachdenken an, nur hat sich mehr selbst leider kein Zusammenhang, kein roter Faden verdeutlicht, wodurch mir die Geschichte eventuell leichter gefallen wäre.

Mein Leben oder ein Haufen unvollkommener Momente - Peter Bognanni
Mein Leben oder ein Haufen unvollkommener Momente
von Peter Bognanni
(81)
Buch (gebundene Ausgabe)
18,00

Leider nicht nach meinem Geschmack

Jill von Letterheart aus Berlin , am 06.07.2018

Eigentlich ist der Einstieg in die Geschichte vom Inhalt genau richtig gewählt, man bekommt schon einen kurzen Auszug, von dem, was einen noch erwartet und dennoch begleicht man Nara durch ihren Alltag davor. Allerdings konnte ich mich hier schon weniger drauf einlassen, da mich der „Jugendslang“ der Protagonistin und ihrer Freundin ein wenig beim Lesen gestört hat. Es ist sicherlich nicht verkehrt, mit der Zeit zu gehen und die Sprache authentisch wirken zu lassen, mir war es in diesem Fall aber einfach zu viel und selbst Naras Gedankengänge haben sich in diesem Stil lesen lassen.
Das ist sicherlich Geschmackssache, ich habe an dieser Stelle aber herausgefunden, dass es eben nicht meins ist.

Dann bin ich gerade in die Geschichte reingekommen und wirklich interessiert, wie sich die weitere Handlung entwickeln wird, dann kommen immer mal wieder kleine Bemerkungen vor, die mich stutzen lassen. Nara ist Muslime und soll gerade dadurch hier im Kontrast stehen. Eigentlich lebt sie ihre Religion aber gar nicht aus und kann sich somit wunderbar von den terroristischen Vorurteilen distanzieren. Genau, erst einmal schlucken. Ich halte keinerlei von Rassismus, Verallgemeinerungen & Co.. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dies hier auch überhaupt nicht so gemeint war, allerdings hat es sich für mich doch schon ein wenig kritisch gelesen, an dieser Stelle hätte ich mir doch ein wenig mehr Aufklärung gewünscht. Es wird zwar mit eingebracht, dass das Christentum natürlich auch nicht nur seine Glanzseiten hat aber mpfh….vielleicht habe ich mich da auch einfach nur zu sehr drauf verbissen.
Naras Familie wird zwar unglaublich herzlich rübergebracht, engagiert sich in der Flüchtlingshilfe und Fremdenhass wird entgegengewirkt – aber wieso konnten all diese Aspekte nicht mehr beleuchtet und aufgeklärt werden?

„Mag sein, dass du denkst, es sei kindisch. Aber das Gegenteil ist der Fall. Weinen hilft der Seele, ihre Wunden zu heilen. Also lass die Tränen einfach laufen , und quäle dich nicht mit Fragen, auf die du vielleicht nie eine Antwort bekommen wirst.

Von der Spannung her fand ich die Ansätze auf jeden Fall nicht verkehrt, dennoch hätte ich mir einfach mehr gewünscht. Mehr Ausführungen, mehr Erklärungen und vor allem mehr Emotionen. Für solch ein traumatisches Erlebnis konnte ich mich leider nicht gut in die Situation hineinversetzen, rein vom Setting und Schreibstil her. Wobei ich der Autorin auf jeden Fall zugestehen muss, dass ich selbst eine Weile im Dunkeln getappt bin und die Zusammenhänge nicht gleich gefunden habe und fieberhaft miträtseln konnte.
Doch auch, wenn mich das Ende ein wenig überraschen konnte, so hat es sich für mich einfach nicht rund angefühlt. Die Idee hinter dem Ganzen finde ich eigentlich richtig gut, die Handlung sorgt für Spannung, auch wenn in meinen Augen noch Potenzial nach oben war und die Charaktere waren eigentlich abwechslungsreich, nur leider ziemlich oberflächlich gehalten. Inhaltlich wäre es auf jeden Fall auch für ältere Jugendliche zuzuordnen, dafür hat in meinen Augen aber einfach der Tiefgang gefehlt.

Ich habe mich unendlich schwer getan mit dieser Rezension, weil es wirklich eine kleine Herausforderung ist, das Gelesene zu bewerten. Das ich die untenstehende Kategorie ausgewählt habe, soll keinesfalls heißen, dass es sich hierbei um ein schlechtes Buch handeln würde, es hat lediglich einfach nicht meinen Geschmack getroffen. Untenstehend findet ihr aber viele begeisterte Stimmen von anderen Lesern, die euch die Geschichte schmackhaft machen können und von einem anderen Blickwinkel aus berichten.

Uarubama akun kad
ahibbaka kabil an ara alnur.
Vielleicht habe ich dich schon geliebt,
bevor ich das Licht erblickte.

FAZIT

So sehr ich mich auch auf Fanatisch gefreut habe, so war ich auch ein wenig enttäuscht. Die Idee ist eigentlich richtig, richtig gut und auch die Handlung hätte unglaublich viel Spannung, Erschrecken und wache Momente mit sich bringen können – nur leider ist bei mir der Funke nicht übergesprungen.
Wenn euch der Klappentext anspricht, dann greift auf jeden Fall zum Buch und gebt dem ganzen eine Chance, ich bin sicher, dass einige begeistert sein werden.
Für mich persönlich bleibt es aber eine Geschichte, die noch viel Potenzial hat und der ein wenig die Tiefe und Aufklärung fehlt und vor allem der Wow-Moment, der mich innehalten und noch lange zeit über die Geschichte nachdenken lässt.

Fanatisch - Patricia Schröder
Fanatisch
von Patricia Schröder
(73)
Buch (gebundene Ausgabe)
17,95

Fünf Gründe, zum Buch zu greifen

Jill von Letterheart aus Berlin , am 06.07.2018

Weltenbau

Der Klappentext lässt ja schon erahnen, dass wir uns in einer Zukunftsversion befinden, die die Menschheit mehr oder weniger vorangetrieben hat. Doch all die neuen Aspekte sind einfach so in die Geschichte mit eingeflossen, ohne, dass sie im Mittelpunkt standen aber auch nicht untergegangen sind.
Es ist nicht vollkommen abgedreht, wenn auch noch ein wenig utopisch. Dennoch war ich mehr als nur fasziniert und konnte mich an den ganzen Details gar nicht genug satt lesen.
Menschen sterben in der Regel keinen natürlich Tod mehr, außer er wird von einem Scythe ausgeführt.
Das ganze Leben und die Gesellschaft bekommt eine ganz neue Wendung, was uns auch schon zum nächsten Punkt führt…
Zum Nachdenken

…denn es ist nicht einfach nur so, dass Menschen einfach länger leben. Gerade durch die Tagebucheinträge ehemaliger oder älterer Scythe werden erst wichtige Punkte beleuchtet, auf die ich so schnell gar nicht gekommen wäre. Denn was macht das mit unserer Einstellung zum Leben? Zum Tod?
Religionen? Gibt es quasi nicht mehr. Denn es gibt scheinbar keine höhere Macht über der Menschheit. Doch geht dadurch nicht vielleicht etwas verloren? Und wenn die Menschheit womöglich schon vollkommen ist und die letzte Stufe des Fortschritts erreicht hat, was macht das Leben dann noch lebenswert? Was kann man Neues entdecken?
Hach, ich könnte mich Ewigkeiten in diesen Gedankengängen verlieren und bin einfach überwältigt.

Ein öffentliches Protokoll, dass Zeugnis ablegt, warum wir Menschen die Dinge tun, die wir tun – für jene, die niemals sterben, und jene, die noch geboren werden. Wir sind angehalten, nicht nur unsere Taten, sondern auch unsere Gefühle aufzuschreiben, weil bekannt sein muss, dass wir Gefühle haben. Reue. Trauer, zu groß, um sie zu ertragen. Denn wenn wir diese Gefühle nicht hätten, was für Monster wären wir?

Charaktere

Citra und Rowan entsprechen, zumindest in meinen Augen, so gar nicht den typischen Klischees aus 0815 Jugenbüchern. Auch, wenn sie auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten, so haben sie doch vor allem ihre Menschlichkeit und soziale Ader gemeinsam.
So liest man aus den verschiedenen Perspektiven und ist einfach hin und her gerissen, wen man eher ins Herz schließen und vor allem vertrauen sollte.
Doch auch die Scythe sorgen für ein facettenreiches Auftreten und die Lehrmeister unterscheiden sich nicht nur von ihrem Auftreten, sondern auch in ihrer Lehre selbst. Bei jedem Perspektivwechsel habe ich dem einen kurz hinterhergetrauert, nur um mich dann neu zu verlieren und das Gleiche wieder zu empfinden, als es dann wieder zurückgeswitcht ist.
Einzigartige Atmosphäre

Obwohl wirklich eine Menge passiert und die Welt so unglaublich viel zu bieten hat, geht doch auch eine außergewöhnliche Ruhe von der Geschichte aus, die einen wahrlich einlullen kann – aber im absolut positiven Sinne!
Es war einfach so viel, was sich nach und nach aufgebaut hat und der Autor unauffällig in den Kopf des Lesers gepflanzt hat.


Unerwartete Wendungen

Es gab wirklich viele Situationen, die mich sprachlos zurückgelassen und mit denen ich gar nicht gerechnet habe.
Gerade dadurch, dass man, was die Charaktere angeht ein wenig um die Nase geführt wird, kann man niemanden genau einschätzen, hofft zwar das beste, befürchtet aber wiederum das Schlimmste.
So saß ich jedes Mal aufs Neue mit angehaltenem Atem mit dem Buch in der Hand und habe mich einfach nicht getraut weiter zu lesen, aus Angst, dass einfach alles den Bach runtergehen wird.
Und dennoch konnte mich Neal Shusterman immer wieder überraschen und hat für ordentlich Unterhaltung gesorgt.

FAZIT

Obwohl ich Scythe sehnsüchtig erwartet habe, ist es doch erst einmal auf dem SuB gewandert…und würde es nicht auch bedeuten, dass ich dafür jetzt nicht mehr lange auf den zweiten Band warten müsste, könnte ich mich für diese Entscheidung ohrfeigen.
Ich bin überwältigt, begeistert, einfach verliebt. Die Welt und die ganze Idee dahinter ist unbeschreiblich atemberaubend, bietet unsagbar viel und die facettenreichen Charaktere und überraschenden Wendungen sorgen für jede Menge Unterhaltung.
Ich kann das Buch schlichtweg JEDEM nur empfehlen und kann meine Vorfreude auf die Fortsetzung gar nicht in Worte fassen – wahrlich ein Meisterwerk!

Scythe 01 - Die Hüter des Todes - Neal Shusterman
Scythe 01 - Die Hüter des Todes
von Neal Shusterman
(183)
Buch (gebundene Ausgabe)
19,99

Ganz klare Leseempfehlung!

Jill von Letterheart aus Berlin , am 06.07.2018

Ich muss gestehen, obwohl ich eigentlich kein Problem mit einer höheren Anzahl von Protagonisten habe, ist mir der Einstieg ein bisschen schwer gefallen. Die Namen waren für mich nicht alle sehr geschlechtertypisch, man ist immer wieder in neuen Situationen aufgewacht, so hat es doch ein wenig gedauert, bis ich mich reinfuchsen konnte.
Vielleicht war das aber auch gar nicht so verkehrt, denn genau dadurch war ich am Anfang selbst völlig überrollt von den Ereignissen, konnte es selbst kaum glauben, als ein Junge gestorben ist und wusste die restlichen Charaktere gar nicht zuzuordnen, geschweige denn, wie ich sie einschätzen kann.

Doch nach jeder weiteren Seite hatte ich das Gefühl ein besseres Gespür für die Situation und die Einschätzungen der vier Jugendlichen zu bekommen.
Auch, wenn Simons Auftritt eher kurz gehalten ist, so spielt seine Persönlichkeit, die nicht unbedingt sehr zu glänzen scheint, eine ziemlich präsente Rolle in der Geschichte.
Die anderen vier könnten unterschiedlicher nicht sein, was das Ganze aber umso unterhaltsamer gestaltet hat und dafür gesorgt hat, dass nie Langeweile aufkommen konnte. Vor allem die Entwicklung der Charaktere, insbesondere, Addy, hat mich absolut überwältigt. Trotz der großen Schritte, die diese jungen Menschen gemacht haben, kam es mir aber keineswegs übertrieben oder unrealistisch vor. Es war authentisch und hart.

So habe ich nach und nach jeden mehr ins Herz geschlossen, gerade dadurch, dass sie nicht fehlerfrei und dafür umso facettenreicher gestaltet waren.
Denn das ist es doch eigentlich, was uns wirklich reizt – zumindest geht es mir so. Natürlich ist es toll auch einfach mal abschalten und sich in einer fiktiven Welt verkrümeln zu können. Doch wenn man auf einmal sieht, dass Fehler menschlich und eben einfach normal sind, dann bringt es mir die ganze Geschichte und vor allem die Protagonisten näher. Ein Hoch auf diese Arbeit!

Verzwickter könnte eine Situation kaum sein und so beginnt ein brisantes Abenteuer, bei dem man nie sicher weiß, wem man trauen kann. Und auch, wenn sich an der einen oder anderen Stelle meine Vermutungen bestätigt haben, so konnten mich die Wendungen im Ganzen doch überraschen.
Klischees werden bei One of us is lying größtenteils raus gehalten und die Autorin zeigt ganz hervorragend, wie man ein einzigartiges und unvergessliches Jugendbuch gestalten kann. Es werden wichtige Themen angesprochen, die einem auf dem Weg zum Erwachsenwerden, aber auch im restlichen Leben noch über den Weg laufen und mit denen man lernen muss umgehen zu können.

Einfühlungsvermögen und Loyalität stehen ganz weit oben und werden wunderbar in die Geschichte mit eingearbeitet. Jeder hat sein Päckchen zu tragen und sieht vielleicht im ersten Moment nicht, wie es anderen ergehen könnte. Doch, wenn man sich entscheiden muss, sich seinen Ängsten zu stellen, um herauszufinden wer Freund und wer Feind ist, kann einem dieser Schritt eine Weitsicht ermöglichen, die man ansonsten wohl nie erreicht hätte.

FAZIT

In meinen Augen ist der Hype um One of us is lying definitiv gerechtfertigt!
Karen M. McManus zeigt mit ihrem Debütroman wie abwechslungsreich, spannungsgeladen und unterhaltsam ein Jugendbuch sein kann und auch größtenteils ohne bekannte Klischees auskommen kann.
Eine klare Leseempfehlung von mir!

One of us is lying - Karen M. McManus
One of us is lying
von Karen M. McManus
(155)
Buch (gebundene Ausgabe)
18,00

Leider eine kleine Enttäuschung

Jill von Letterheart aus Berlin , am 06.07.2018

Nachdem ich die ersten beiden Bücher der Again-Reihe von Mona Kasten gelesen und geliebt hatte, war die Freude auf ihr neues Werk Save Me unglaublich groß. Ich liebe den Schreibstil der Autorin und empfinde ihre Werke als Sterne in diesem Genre. Von der Covergestaltung dieses Buches muss ich wohl gar nicht erst anfangen, einfach ein Traum!

Und gleich beim Einstieg habe ich auch hier gemerkt, dass ich nur so durch die Seiten fliegen werde. Allerdings mit einem großen Manko – den Charakteren.
Ruby und James. Mona konnte mich bisher immer mit der Vielfalt und Authentizität ihrer Charaktere überzeugen, hier merkt man relativ schnell, dass man sich in typischen Klischees wiederfindet. Wobei ich gestehen muss, dass ich das nicht einmal all zu schlimm finden würde, wenn sich das nur auf die Struktur, bzw. den Aufbau der Geschichte beziehen würde. Allerdings wurde hier alles ungemein oberflächlich gehalten.
Trotz dessen, dass beide eigentlich einschneidende und klare Charakterzüge haben, werden diese immer wieder aufgehoben. Ein absoluter Badboy, der nichts darauf gibt, wer was von ihm hält? Nur so lange, bis dieses eine unscheinbare Mädchen auftritt, dass natürlich alles verändert.
Ein Mauerblümchen, das unbedingt im Verborgenen bleiben möchte? Nur so lange, bis der heißeste Badboy aller Zeiten auf sie aufmerksam wird.

Dabei gab es auch wieder unzählige andere Charaktere, die genug Stoff für Aufschwung und Abwechslung geboten hätten, aber auch hier wurde nur leicht an der Oberfläche gekratzt und der Rest im Raum stehen gelassen.
Ruby hat eine bezaubernde Familie: Eltern, die sie über alles lieben und eine Schwester, die bereits in ihren jungen Jahren ihren Platz in der Welt gefunden hat und stolz darauf ist. Dennoch scheint Ruby sich immer wieder für die drei zu schämen, hinter dem Deckmantel sie eigentlich nur schützen zu wollen. Das ist leider ein Charakterzug, bei dem sich mir die Nackenhaare kräuseln.
James Umfeld ist wesentlich chaotischer gestaltet, Eltern, die man kaum durchschauen kann, eine Schwester, die so viele Probleme hat, das sie ein eigenes Buch füllen könnte und einen Freundeskreis, der sich selbst nicht wirklich vertraut und dies mit Machogehabe und Gehässigkeiten überspielt.

„Das stimmt nicht“, murmle ich kopfschüttelnd. „Ich bin genau wie meine Freunde. Schlimmer sogar.“
Sie schüttelt kaum merklich den Kopf. „Jetzt gerade bist du es nicht.“

Und wieso kommen Menschen auf die Gedanken, sich einen Mensch zu suchen, den man nur lieben kann, wenn er sich ändert? Sollte man sich seinen Partner nicht gerade deswegen aussuchen, weil er genauso ist, wie er eben ist?
James scheint dies sogar annähernd verstanden zu haben, Ruby hingegen möchte ihn am liebsten einmal komplett umdrehen – oder doch nur sein wahres Ich zum Vorschein bringen?

Und noch ein ganz wichtiges Thema, das auf keinen Fall vergessen werden darf: Traumatische Erlebnisse.
Davon gibt es gleich zu genüge, ohne Anlauf und Verstrickungen in der Geschichte. Sie sprießen auf einmal aus dem Boden, als wäre die Blütezeit angebrochen.
Versteht mich nicht falsch, ein großes Geheimnis, das aufgedeckt werden muss, weckt definitiv auch mein Interesse. Aber so war es hier gar nicht aufgebaut, sie waren einfach auf einmal da, und dann auch gleich so viele Punkte, dass man kaum noch hinterhergekommen ist.

Ich merke gerade, dass die ganze Bewertung doch um einiges schlechter ausgefallen ist, als ich es zwischenzeitlich geplant hatte. Und vielleicht gehört dies ja auch alles einfach zu einem phänomenalen Auftakt, der einfach nur den Weg für weitere Bände ebnet. Aber da ich in den anderen Büchern der Autorin schon erfahren durfte, wie viel Leidenschaft sie in ihre Charaktere stecken kann, habe ich mich doch hier wirklich regelmäßig aufgeregt und vor allem zum Schluss konnte ich mich kaum noch einkriegen.
In dem Genre ist es sicherlich immer noch ein gutes Buch, doch in meinen Augen das bisher schlechteste und schwächste der Autorin.

„Es tut mir so leid“, flüstert er, und es hört sich an, als würde seine Stimme jeden Moment brechen.
„Das reicht mir nicht“, gebe ich genauso leise zurück.
Er lehnt sich nach vorne und drückt seine heiße Stirn gegen meine. „Mir auch nicht.“

Save Me war leider eher ein Ärgernis, als ein Lesevergnügen für mich. Ich habe mich auf ein neues fantastisches Buch der Autorin gefreut und war umso enttäuschter als mir ein Klischee nach dem anderen um die Ohren geflogen ist. So hat sich auch meine Verbundenheit gegenüber den Charakteren in Grenzen gehalten.
Vielleicht waren hier auch einfach die Erwartungen zu hoch, aber aktuell weiß ich nicht einmal, ob ich die Folgebände lesen werde.
All dies wirkt sicherlich abschreckender, als ich es ursprünglich geplant hatte – greift gerne zum Buch und macht euch ein eigenes Bild! In dem Genre ist Mona Kasten für mich weiterhin eine meiner Lieblingsautorinnen, nur konnte mich dieser Auftakt leider nicht überzeugen. Der Schreibstil war wie gewohnt einfach herrlich leicht und hat dafür gesorgt, dass man nur so durch die Seiten geflogen ist und ich bin mir sicher, dass viele dieses Werk lieben werden.

Save Me / Maxton Hall Bd. 1 - Mona Kasten
Save Me / Maxton Hall Bd. 1
von Mona Kasten
(291)
Buch (Paperback)
12,90

Was für ein Finale!

Jill von Letterheart aus Berlin , am 06.07.2018

Schon vor Monaten hatte ich mit diesem Werk auf Englisch begonnen, allerdings bin ich da kläglich gescheitert und nie über die 200 Seiten hinausgekommen. Als jetzt die deutsche Ausgabe erschienen ist und ich diese sowieso für meine Mama kaufen wollte, habe ich natürlich zur leichteren Variante gegriffen und das Buch in einem Schwung verschlungen…

Ich muss wohl nicht erwähnen, dass ich ein großer Fan der Autorin bin und ich große Erwartungen an dieses Buch hatte, was mehr oder weniger einen Abschluss der Reihe darstellt. (Es wird noch mindestens ein weiterer Band erscheinen, dort im Fokus stehen aber andere Charaktere)
Doch schon vorher war mir klar, dass dieser hier den zweiten Band kaum noch übertrumpfen kann. Wohl auch ein wenig geschuldet, dass ich sprachlich wieder geswitcht bin, war das Leseerlebnis daher natürlich trotzdem fantastisch, aber nicht mehr ganz so überwältigend. Einzelne Begriffe haben doch eine sehr eigentümliche Übersetzung erhalten und das „Feeling“ ist auch wieder ein anderes.

Ich liebe wirklich jeden einzelnen Charakter aus der Feder der Autorin, auch wenn sie noch so furchtbar gestaltet sind, ergänzen sie die Geschichten doch jedes Mal. Ob nun also Herzensmensch oder scheinbarer Bösewicht, man kann immer wieder von jedem überrascht werden.
Feyre hat vor allem im Vergleich zum Anfang eine enorme Entwicklung durchgemacht und hat endlich ihren Weg gefunden. Ich weiß, dass es einige gibt, die an den hier beschriebenen Liebespaaren ihre Zweifel haben, für mich ist es allerdings der Inbegriff einer Beziehung wie sie nicht nur sein sollte, sondern auch das Bild, das man gerade auch jüngeren Lesern mit auf den Weg geben sollte. Rhysand ist fürsorglich und würde für sie ebenso durchs Feuer gehen wie umgekehrt, allerdings wird hier auch genug Wertschätzung und Respekt entgegengebracht, so dass jeder seine eigenen Entscheidungen treffen kann.
Allgemein sind die Charaktere sehr facettenreich und mit einigen Fehlern aufgebaut, was dafür gesorgt hat, dass ich sie nur noch mehr ins Herz geschlossen habe und mich bei der Frage nach einem Liebling nur sehr schwer entscheiden könnte.

Dennoch muss ich sagen, dass mich gerade das Ende ein wenig enttäuscht zurückgelassen hat, auch wenn ich weiß, dass es mehr oder weniger weitergehen wird und viele Dinge (hoffentlich) noch geklärt werden.
Natürlich war es schön, dass viele Verknüpfungen wieder zusammengeführt wurden, doch war es mir einfach zu viel. Der gigantische Krieg, in dem einfach ALLES zum Einsatz kam. Einzelne Aspekte hätten hier in meinen Augen einfach mehr ausgeführt werden und andere dafür ganz weggelassen werden können.
Und nicht nur, dass sich die Ereignisse überschlagen haben, auch viele Hintergründe rund um die Nebencharaktere wurden zwar angeschnitten, sind dann aber doch wieder auf der Strecke geblieben.
Dennoch war es ein fantastisches Buch, vielleicht bin ich mittlerweile auch einfach nur von der Throne of Glass Reihe verwöhnt, die in meinen Augen noch so unglaublich viel mehr bietet.

Wenn auch nicht ganz so viele, gab es dennoch den einen oder anderen Überraschungsmoment, gerade, was die Charaktere anging. Hier bin ich immer wieder überrascht, was für starke Wendungen die Frau Maas mit einbauen kann und dennoch alles logisch und nachvollziehbar halten kann.
An der einen oder anderen Stelle wurde natürlich auch eine Träne vergossen, wo verrate ich euch natürlich noch nicht, das muss man einfach selbst durchleben.

Was mir besonders gut gefallen hat, ist noch einmal einen Abstecher durch das ganze Land machen zu können und auch noch neue Einblicke bei den anderen Höfen gewinnen zu können.
Von den überwältigenden Emotionen brauche ich wohl gar nicht erst anzufangen, zwischen panisch den Atem anhalten, vor Freude laut aufzuschluchzen und in Tränen auszubrechen war einfach alles mit dabei.

„Wir werden alles wiedersehen.“
Und als der nachtumtoste Wind uns davontrug, in eine ungewisse Zukunft, in ungeahnte Gefahren, da betete ich, dass ich mein Versprechen halten konnte.

FAZIT

Mit dem dritten Band hat Sarah J. Maas ein starkes vorläufiges Ende geschaffen, wenn dieser Band auch nicht zu meinen liebsten gehört. Dennoch ist es ein wahres Lesevergnügen, was bei dieser Autorin wohl aber auch keine allzu große Überraschung ist. Ich liebe die Charaktere und das abwechslungsreiche Setting, eine Atmosphäre, die einen Grat zwischen düster und strahlend hell beschreitet und einfach zum Träumen und Mitfiebern einlädt.

Das Reich der sieben Höfe 3 - Sterne und Schwerter - Sarah J. Maas
Das Reich der sieben Höfe 3 - Sterne und Schwerter
von Sarah J. Maas
(101)
Buch (gebundene Ausgabe)
21,95

Einfach genial!

Jill von Letterheart aus Berlin , am 06.07.2018

Es ist wirklich der Wahnsinn, kaum schlägt man das Buch auf und schon ist man auch gefangen in der prachtvollen Farbenvielfalt der Gestaltung. Stilrichtungen sind natürlich immer Geschmackssache, aber in meinen Augen haben Walter Moers und Florian Biege hier ganz Arbeit geleistet. Den jahrelangen Aufwand findet man hier auf jeden Fall wieder und all die Mühen haben sich gelohnt.
Selbstverständlich ist es gerade beim Lesen so toll, seiner Fantasie freien Lauf lassen zu können, allerdings kann ich mir für mich persönlich nicht vorstellen, dass ich mir die Welt rund um Buchhaim besser hätte ausmalen können.

In Hildegunst von Mythenmetz, der sich von der Lindwurmfeste aus auf den Weg nach Buchhaim gemacht hat, habe ich mich schon im ersten Band verliebt – was für ein unglaublicher Herzenscharakter. Mit seiner neugierigen und von Grund auf liebenswerten Art muss er sich einfach die Herzen der Leser schleichen. Von einer Intrige ins nächste Abenteuer, jede Situation scheint die vorherige noch zu übertrumpfen und man fiebert angespannt mit dem facettenreichen Protagonisten mit.

Doch auch andere Charaktere werden hier wieder mehr beleuchtet und so kann man entdecken, was sich alles noch in den Katakomben Buchhaims verbirgt, nicht zuletzt auch der Schattenkönig hat seinen großen Auftritt.
Und jeder Mitspieler in diesem spannenden Abenteuer ist so unglaublich charakteristisch gestaltet, dass man beim ersten Blick schon das Gefühl hat ihn seit Ewigkeiten zu kennen.

Am Ende diesen Bandes befindet sich noch ein interessantes Making-Off, das einmal näher legt, wie viel Arbeit tatsächlich in diesem Werk steckt – ein Ausmaß, das ich mir nicht hätte ausmalen können.
Doch wie oben schon erwähnt, hat sich die Arbeit mehr als nur gelohnt und ich kann es gar nicht erwarten, weitere Bücher von Walter Moers zu verschlingen, gerade nachdem Florian Biege mir diese unbeschreiblichen Bilder in den Kopf gesetzt hat.

Getürmt aus Buch auf Buch
Verlassen und verflucht
Gesäumt von toten Fenstern
Bewohnt nur von Gespenstern
Befallen von Getier
Aus Leder und Papier
Ein Ort aus Wahn und Schall
Genannt Schloss Schattenhall

FAZIT

Auch der zweite Band von Die Stadt der träumenden Bücher hat es mehr als nur in sich und zeigt mehr von den Katakomben Buchhaims. Ein spannendes Abenteuer, das hiermit endlich weitergeführt wird und dem ersten Band weder von der Story, noch der Gestaltung hinterhängt.
Eine ganz klare Leseempfehlung und ein Liebesgeständnis von mir an die Künstler – Danke!

Die Stadt der Träumenden Bücher (Comic) - Walter Moers
Die Stadt der Träumenden Bücher (Comic)
von Walter Moers
(15)
Buch (gebundene Ausgabe)
25,00

Ein gelungener Abschluss

Jill von Letterheart aus Berlin , am 06.07.2018

Und direkt landet man wieder zwischen Amber und Milo, eine Beziehung, wie sie passender nicht sein könnte. Es ist keine Lovestory, sondern einfach tiefsitzende Loyalität. Gerade auch die Gespräche zwischen den beiden lassen die Geschichte ein wenig aufleben und alles unterhaltsamer werden. Wobei ich leider gestehen muss, dass mir die humorvollen Momente aus den ersten beiden Bänden mehr zugesagt haben.
Ihre Mission ist teils immer noch die gleiche, Ambers Eltern müssen endlich aus dem Weg geschafft werden. Es scheint der Inhalt von Ambers Leben geworden zu sein, ganz neben der Sache mit der Verpflichtung als Stellvertreters des Höllenfürstens zu fungieren.

Der rote Faden der Story ist zwar ganz klar erkennbar, dennoch war dieser Band für mich wohl der schwächste – was allerdings nicht bedeuten soll, dass er mir nicht gefallen hat!
Aber auch, wenn die Szenen immer noch blutig und brutal waren, so haben mir doch die Horrorelemente aus dem ersten Band und die spannenden und emotionalen Szenen aus dem zweiten Band gefehlt. Jedoch musste ich auch hier, zum krönenden Abschluss die eine oder andere Träne vergießen und war oftmals geschockt, wie gnadenlos Derek Landy auf der Demon Road aufräumen kann.

„Es ist Natur, junge Frau. Der ewige Kreislauf des Lebens.“
„Wenn es der ewige Kreislauf des Lebens wäre, würde es mir ständig passieren. Aber das hier? Das wäre das erste Mal, dass ein kleines, pelziges Monster seine Eier auf mir ablegt. Es ist also kein ewiger Kreislauf des Lebens, sondern einfach nur eklig.“

Das alles hört sich nach mehr Kritik an, als es vielleicht eigentlich gemeint ist, ich muss an dieser Stelle aber auch sagen, dass meine Erwartungen an die Werke des Autors unglaublich hoch sind. Es gibt hier auch keine Enttäuschungen, einfach nur schwächere und stärkere Werke.
Die Story an sich ist einfach grandios und bringt Schwung in die Reihen der Jugendbücher, ob es nun um facettenreiche Gestaltungen der Charaktere, einen harten aber unglaublichen Humor oder um Spannung und Horror geht.
Bücher, die ich einfach immer nur empfehlen kann, zumindest, wenn man auf die oben genannten Punkte steht und vor allem auch Geschichten, die geschlechtsunabhängig begeistern können. Natürlich sollte man nie daran festlegen, allerdings kann ich es schon nachvollziehen, dass man lieber Bücher mit einem Charakter liest, mit dem man sich identifizieren kann. Die Charaktere hier haben alle ihre Macken und Fehler, sind aber unglaublich cool und offen.

Das Ende habe ich so an sich wirklich nicht erwartet, fand es aber auf jeden Fall gelungen. Es ist ein Abschied, der nicht von Dauer sein muss. Ganz vielleicht, treffen wir Amber ja irgendwann wieder und machen eine Spritztour über die Demon Road…
FAZIT

Mit Finale infernale hat Derek Landy einen gewieften dritten Band der Reihe Demon Road geliefert, der, so anders er auch ist, einen passenden Abschluss bildet. Und ganz vielleicht wird es irgendwann auch ein Wiedersehen geben, auf das ich mich jetzt schon freue.
Bis dahin, passt auf euch auf und haltet euch von der Demon Road fern!

Demon Road - Finale infernale - Derek Landy
Demon Road - Finale infernale
von Derek Landy
(5)
Buch (gebundene Ausgabe)
18,95

 
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