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Smilla507 aus Rheinland Pfalz Unsere Top-BuchhändlerInnen

Gesamte Bewertungen 447 (ansehen)


Über mich:
liebe historische und christliche Romane u.v.m.

Meine Bewertungen

Herzerwärmendes Finale

Smilla507 aus Rheinland Pfalz , am 14.07.2019

„Gott hat uns alle reich gesegnet“, sagte Rachel.
Jane und Mercy nickten.
„Das hat er wirklich.“

Ivy Hill im Jahr 1821
Eine eingeschworene Gemeinschaft hat sich in Ivy Hill gebildet. Nach mehreren Ereignissen, die man in den ersten beiden Bänden verfolgen konnte, darf man nun lesen, wie viele Puzzleteilchen ihren Platz finden. In „Die Braut von Ivy Green“ sind die Hauptakteure Jane (die Inhaberin des Wirtshauses „the Bell“) und Mercy. Letztere musste den Verlust ihrer Existenzgrundlage erleben und fühlt sich in ihrer neuen Lebenssituation nicht wohl. Aber sie und einige andere Bewohner Ivy Hills müssen Entscheidungen treffen, die ihre Zukunft stark verändern werden.
Neu hinzu kommt Victorine, eine französische Modistin, deren geheimnisvolle Vergangenheit Stück für Stück ans Licht kommt. Ansonsten erlebt man in gewohnter Weise das ländliche Leben Ivy Hills, einem fiktiven Dörfchen in der Grafschaft Wiltshire.

Die ersten Seiten musste ich mich wieder einlesen, die vielen Romanfiguren mit ihren Namen miteinander verknüpfen. Ich fand dank der gekonnten Einflechtung der vergangenen Handlung schnell wieder rein und mühelos floss ich durch die 487 Seiten hindurch. Julie Klassen versteht es in Perfektion, die Regency Ära wiederzugeben und dem Leser die Szenen vor Augen zu malen.

Gefreut habe ich mich über ein kleines „Easter-Egg“ – zwei Protagonisten aus einem ihrer Romane, die eine kleine Rolle spielten. Kleiner Tipp: Der Roman wird im Anhang unter „Weitere Titel von Julie Klassen“ an erster Stelle genannt.
Eine größere Rolle spielt der Glaube an Gott, der viele Romanfiguren eint. Ganz ungezwungen und unaufdringlich wird immer mal wieder darüber gesprochen. Eher aus dem Gesamtbild der Handlung kann man erkennen, wie gesegnet die Damen sind und wie Gott ihre Wege führt.

Die Ivy-Hill Trilogie erinnerte mich sehr an den Klassiker „Cranford“ von Elizabeth Gaskell. Was hier fesselt, sind die zwischenmenschlichen Beziehungen, die Entwicklungen der Liebesgeschichten, die Entscheidungen, die die Menschen treffen und dann auch noch das „Schicksal“, welches auch noch seine Hände im Spiel hat.

Die Braut von Ivy Green - Julie Klassen
Die Braut von Ivy Green
von Julie Klassen
(2)
Buch (Taschenbuch)
18,99

Ein Wimmelbuch, das Spaß macht

Smilla507 aus Rheinland Pfalz , am 12.07.2019

Meine 6jährige hat sich über dieses – in der Tat verrückte – Bibelwimmelbuch amüsiert. Kaum hatte sie es erblickt, wurden die Seiten betrachtet und über die lustigen „Fehler“ und Situationen, die man entdecken kann, gelacht.

Auf jeder Doppelseite wird eine bekannte biblische Geschichte dargestellt. Am Rand sind Motive aus dem großen Suchbild herausgepickt, die man finden soll. Außerdem ist auf jeder Doppelseite ein Teddy versteckt, den es zu finden gilt. Ein bisschen wie bei „Wo ist Walter“, jedoch nicht so schwierig und nicht so klein gedruckt (und nicht ganz so wimmelig, wie auf dem Cover). Für Kinder ab ca. 4 Jahren ideal. Lustige Szenen ziehen das Auge an, animieren zum Sprechen – denn nicht alles ist so „biblisch“ und die Kinder erkennen das sofort. Ein Ägypter, der Skateboard fährt, ein Angler in einem Boot, Noahs Arche wird nicht nur von Noah, sondern auch ganz vielen Bauarbeitern fertiggestellt und manche gibt es sogar doppelt. Bei der Zerstörung der Mauer von Jericho hat sich eine Rockband reingemogelt, bei Daniel in der Löwengrube hüpft ein Löwe Hüpfkästchen usw. usw.

Folgende Geschichten gibt es in Bildform: Noah und die Arche / Mose und die Flucht voll Wunder / Josua zerstört Jericho / David besiegt Goliat / Daniel in der Löwengrube / Jona und der große Fisch / Jesus macht viele Menschen satt / Jesus heilt einen Kranken.
Die Bibelstellen sind natürlich auch angegeben worden.

Wimmelbücher sind prima, um Langeweile zu vertreiben und Wartezeiten zu überbrücken. Super für (Auto-)Fahrten – sofern dem Kind dabei nicht schlecht wird. Von meiner Tochter gibt es begeisterte 5 Sterne.

Das total verrückte Bibel-Wimmelbuch - Josh Edwards, Emiliano Migliardo
Das total verrückte Bibel-Wimmelbuch
von Josh Edwards
(1)
Buch (gebundene Ausgabe)
12,99

Du bist etwas Besonderes

Smilla507 aus Rheinland Pfalz , am 12.07.2019

Die kleine Giraffe Lulatsch, auch Lu genannt, wacht eines Morgens auf – mit einem Knoten im Hals. Geht der wieder weg? Von Dreckspatz, Angsthase und Frechdachs bekommt sie Tipps, die aber nicht helfen. Doch dann kommt seine Mama, die Lu tröstet und den Hals wieder entknotet. Und Lu erklärt, warum die Giraffen einen langen Hals haben: „Für jedes Tier hat sich Gott etwas Besonderes ausgedacht.“ Das macht Lu froh und dankbar.

Wenn man krank ist, vielleicht sogar eine Krankheit hat, die sehr sichtbar ist, fühlt man sich gar nicht wohl. Vor allem, wenn man ständig darauf angesprochen wird und vermeintlich wertvolle Tipps bekommt. Da hilft dieses Pappbilderbuch, sich in die Situation der kleinen Giraffe zu versetzen. Die Botschaft am Schluss des Buches erwärmt das Herz in besonderer Weise: Du bist gut, so wie du bist. Gott hat sich was dabei gedacht, als er dich so erschaffen hat. Jeder hat seine Gaben.

Die Altersempfehlung ab 3 kommt ganz gut hin. Manche Kinder werden es auch schon eher mögen, aber der Text ist schon ein wenig umfangreicher als der für Zweijährige. Die Illustrationen von Nina Dulleck sind niedlich, aber nicht verkitscht niedlich, sondern trotzdem noch realistisch gezeichnet. Außerdem nicht zu überladen und aufs Wesentliche beschränkt. Der Hintergrund der Bilder ist immer weiß, wodurch die Bilder viel besser wirken und durch die stabilen Seiten perfekt für kleine Händchen.

Ein super schönes Bilderbuch, das die Herzen meiner Töchter (und auch meins) im Sturm erobert hat!



Lulatsch, die kleine Giraffe - Silvia Hilli Weber
Lulatsch, die kleine Giraffe
von Silvia Hilli Weber
(1)
Buch (gebundene Ausgabe)
11,99

Süße Liebesgeschichte!

Smilla507 aus Rheinland Pfalz , am 28.06.2019

Eine Frau wie Miss Bell passte nicht in das Bild einer gottesfürchtigen Mennonitin. Er konnte aber noch nicht genau sagen, woran das lag. […] Aber wie sollte er sie bechreiben? „Sie ist ein Vollblutpferd“, sagte er schließlich, „das versucht, sich als Maultier auszugeben.“ (S. 109)

Louisa verliert ihren langjährigen Arbeitsplatz als Sängerin in einem Saloon. Da sie von den Eskapaden ihres Bruders Bradley gehört hat, der als Soldat in einem Fort dient, macht sie sich auf die Reise zu ihm. Sie hofft auf eine Stelle im Fort, sodass sie ihrem Bruder helfen kann, wieder „in die Spur“ zu kommen und beim obersten Offizier, Major Adams, ein gutes Wort einzulegen. Unterwegs trifft sie auf eine mennonitische Gouvernante, die ebenfalls unterwegs zum Fort ist. Sie soll die Töchter des Majors unterrichten. Allergiebedingt muss sie jedoch umkehren und weist Louisa an, die Lehrbücher an ihrer Stelle zu überbringen. Kaum im Fort angekommen erfährt Louisa, dass sie als Sängerin nicht willkommen ist. Da man sie für die Gouvernante hält, packt sie die Gelegenheit beim Schopf und korrigiert dieses Missverständnis nicht.

Daniel Adams hat ziemlich viel um die Ohren mit seinen beiden Teenie-Töchtern. Sie zu beschützen, inmitten eines Lagers voller Männer, ohne Ehefrau. Mit einem Soldaten, der nur Blödsinn im Kopf zu haben scheint und zwei Indianerstämmen, die für Unruhen sorgen. Sehr erleichtert ist er, als endlich die Gouvernante im Fort eintrifft und sogar einen guten Draht zu seinen Töchtern hat.

Als Frau in einem männerdominierten Fort zu leben und zu arbeiten war ziemlich herausfordernd. Regina Jennings hat das Leben dort sehr gut beschrieben. Ich konnte wunderbar in die Handlung eintauchen, den lockeren und manchmal auch humorvollen Schreibstil genießen. Man hofft und bangt mit Louisa, dass die Scharade auffliegen könnte. Das hält die Spannung hoch und sorgt zugleich für ein paar Missverständnisse und Herzschmerz. Um den Schein zu wahren, muss Louisa sich teilweise sehr verstellen, sich das Schulwissen der Mädchen selbst beibringen. Man spürt, unter welcher Spannung sie steht.

Der Roman hat einen christlichen Hintergrund, der mehr zum Ende hin zum Tragen kommt. Louisa hat ein völlig falsches Bild von Gott, sieht sich als Sünderin und unwürdig. Der gläubige Daniel hilft ihr, die Wahrheit zu erkennen und zu begreifen. Diesen Prozess hätte die Autorin meiner Meinung nach etwas besser herausarbeiten können, weswegen ich einen halben Stern abziehe und 4,5 Sterne vergebe.

Die Liebesgeschichte ist wirklich süß und sehr romantisch, das Setting einerseits sehr abgelegen und dennoch nicht langweilig. Die perfekte Entspannungslektüre!

Liebesglück mit Hindernissen - Regina Jennings
Liebesglück mit Hindernissen
von Regina Jennings
(1)
Buch (gebundene Ausgabe)
17,00

Wunderbare Fortsetzung! Das Warten hat sich gelohnt!

Smilla507 aus Rheinland Pfalz , am 18.06.2019

„Ist das wirklich Gottes Wille für mein Leben?“ (S. 94, Anna)

Anna und Geesje sind mir bereits im Buch „Töchter der Küste“ ans Herz gewachsen und ich möchte ausdrücklich empfehlen, die Reihenfolge einzuhalten! Die Handlung knüpft fast nahtlos an den ersten Band an, nur wenig Zeit ist verstrichen, seitdem Anna (oder Anneke, wie sie von Geesje genannt wird) zurück nach Chicago gekehrt ist. Zurück zu ihren Adoptionseltern, zurück in die gehobene Gesellschaft – doch ist dieses Leben das, was sie sich wünscht? Während sie versucht, ihren Eltern eine gute Tochter zu sein, sich deren Wünschen zu beugen, begibt sie sich auf die Spuren der Vergangenheit und ihrem Platz im Leben.
Geesje lebt weiterhin in Holland, Michigan. Sie sieht sich mit neuen Herausforderungen in Form eines neuen Gastes konfrontiert: Cornelia, die mit ihrem Großvater Marinus aus den Niederlanden in die Vereinigten Staaten ausgewandert ist. Während das junge Mädchen bei ihr wohnt, findet Marinus eine Bleibe bei ihren Nachbarn. Beide sind sehr verschlossen, bedrückt, der Großvater stur und voller Wut. Geesje merkt sehr bald, dass da einiges im Argen liegt und versucht mit Gottes Hilfe, die Mauern von Cornelia und Marinus abzutragen. Dabei stößt sie nach und nach auf Ungeheuerliches.

Während also Anna neue Schritte im Glauben tut, schöpft Geesje aus ihrer Lebenserfahrung und ihrem starken, gewachsenen Glauben. Sie beide erzählen abwechselnd in Ich-Perspektive und Gegenwartsform aus ihren sehr unterschiedlichen Leben – als würde man direkt bei ihnen sein. Und so nahm mich ihr Schicksal wieder einmal gefangen.

Bei Lynn Austins Romanen kann man immer auf eine gute Portion Tiefgang gefasst sein. In diesem Fall geht es um Sünde, die Gnade der Vergebung, Gottes unerschütterliche Liebe und das Vertrauen in ihn, es gut zu machen. Die Wendungen, die die Handlung nahm, hat mir zum Ende hin immer wieder Gänsehaut beschert, manchmal traten mir die Tränen in die Augen, weil Cornelias Schicksal mich so berührt hat. Zu lesen, wie Gott in all ihre Trauer wirkt und heilt, ist wie Balsam für die eigene Seele.

Das Ende ist diesmal nicht so offen, lässt dem Leser aber Spielraum, die Handlung gedanklich weiterzuspinnen. Natürlich wäre ich glücklich, sogar noch einen dritten Band zu lesen, denn Anna, Geesje und Cornelia sind mir wahnsinnig ans Herz gewachsen. Trotzdem kann man das Buch nach Beenden zufrieden schließen und Lynn Austin danken, dass sie sich von ihren Lesern überreden ließ, diese Fortsetzung zu schreiben.

Ufer der Erinnerung - Lynn Austin
Ufer der Erinnerung
von Lynn Austin
(1)
Buch (gebundene Ausgabe)
19,95

schöne Urlaubslektüre

Smilla507 aus Rheinland Pfalz , am 13.06.2019

„Ich schau mir lieber hier das echte Leben an. Das ist besser als jede Fernsehsendung: Drama, Komödie, Freude, Traurigkeit, Lachen, Tränen … Liebe. Diese Stadt steckt voller Geschichten.“ (Charley, Hope Harbors Tacokoch auf S. 39)

Charley ist eine Romanfigur mit einer Nebenrolle, die jedoch alle Bände miteinander verbindet. Ebenso Eleanor, eine betagte ältere Dame, die man ebenfalls in Band 1 „Cranberrysommer“ kennenlernen konnte. Nun legt sich der Fokus auf den Anwalt Eric und BJ, eine Handwerkerin. Eric verschlägt es nach einer Kündigung nach Hope Harbor, zurück in die Heimat und zu seinem Vater. Gleich zu Beginn prallen er und BJ im wahrsten Sinne des Wortes aufeinander. So können sich die beiden anfangs nicht „riechen“, was dadurch erschwert wird, dass BJ ausgerechnet das entstehende Bed & Breakfast von Erics Vater umbaut. Aber dank Charley, dem Tacokoch mit seinem Imbiss-Stand kommen sich der junge Anwalt und die Bauleiterin trotz aller Skepsis näher.

BJ hat neben ihrer Arbeit mit der ehrenamtlichen Tätigkeit bei „Helfende Hände“ viel zu tun. Eleanor ist gesundheitlich nicht mehr ganz auf der Höhe und kommt allein in ihrem Haus nicht mehr zurecht. Oft bittet sie BJ um Hilfe. Auch Eric macht sich Sorgen um einen kubanischen Mitarbeiter aus BJs Handwerkerteam.

Füreinander da sein, sich gegenseitig helfen, das wird in Hope Habor ganz groß geschrieben. Einem kleinen Küstenstädtchen mit nur wenigen Einwohnern, in dem jeder jeden kennt und sich Neuigkeiten rasend schnell herumsprechen. Als Leser wird man das Gefühl nicht los, dass Charley mit Gottes Hilfe da seine Finger im Spiel hat. Auch wenn mich die Idee im ersten Band noch begeistern konnte, empfand ich seine Rolle als Verkuppler mit mystischem Touch diesmal etwas zu gewollt.

Auch die Entwicklung von BJ und Eric, ihre Entscheidungsfindungen, haben mich ein wenig auf die Geduldsprobe gestellt. Als Leser weiß man ganz genau, wohin der Hase läuft, aber diese beiden tun sich ziemlich schwer damit. ;) Trotzdem lese ich ich Irene Hannons Romane sehr gerne, sie bieten entspannte Lesestunden mit einer Prise Tiefgang. Perfekt für sommerliche Urlaubstage oder um die Sehnsucht nach Meer zu stillen.

Der Weg zu den Dünen - Irene Hannon
Der Weg zu den Dünen
von Irene Hannon
(6)
Buch (Paperback)
14,95

Kein typischer Regency Roman

Smilla507 aus Rheinland Pfalz , am 30.05.2019

Louise lebt mit Ehemann und Söhnchen auf dem Landsitz Sudeley Castle. Alles ist ruhig und beschaulich, bis ein Brief ihrer Cousine Lilian eintrifft, in dem diese um Obdach bittet. Louise empfindet es als ihre Christenpflicht, dem Bitten nachzugeben, auch wenn sie und Lilian eine belastete Vergangenheit haben. Als die junge Witwe anreist, hat sie eine Menge Trubel im Gepäck. Kurz darauf treffen nämlich auch noch Cousin Bradley mitsamt einiger zwielichtiger Männer ein. Sie besuchen Pferderennen, Cricketspiele und mischen die Nachbarschaft auf.

Die ersten Seiten musste ich mich zwar einlesen, aber dann nahm mich Ingrid Kretz mit ihrem bildhaften Schreibstil für sich ein. Im Gegensatz zu vielen anderen Regency Romanen steht hier keine Liebesgeschichte im Vordergrund, sondern das gesellschaftliche Leben zu Beginn des 19. Jahrhunderts und die Zwistigkeiten zwischen Lilian und Louise. Außerdem auch noch persönliche (Glaubens-)Herausforderungen Louises und aufkeimende Unstimmigkeiten in ihrer Ehe mit Peter. Wohin mich die Autorin führen würde, war mir anfangs nicht ganz klar, aber die Handlung nahm mehr und mehr krimihafte Züge an. Damit konnte sie mich dann fesseln.

Die Erzählperspektiven wechseln zwischen Louise und Lilian ab, wobei die junge Witwe mir suspekt und unsympathisch war. Louise ist in ihrer Situation gefangen und manchmal hätte ich sie wie eine gute Freundin gerne geschüttelt, um ihr einen Weg aufzuzeigen. Ich konnte ihr Verhalten allerdings gut nachvollziehen, da es mir schon ähnlich ging (nur mit anderen Umständen und Auslösern). Zum Ende hin kam in mir der Wunsch auf, über Lilian weiter zu lesen, obwohl sie doch wenig sympathisch war. Vielleicht schreibt die Autorin ja einen 2. Band...? Lilians Entwicklung, besonders mit ihrem Hintergrund, verspricht interessant zu werden.

Ingrid Kretz hat mit ihrem historischen Hintergrundwissen, das sie mit der Handlung verwoben hat, punkten können. Man kann dadurch wunderbar in diese Ära eintauchen und trotz der leichten Einstiegsschwierigkeiten, die ich anfangs hatte, gebe ich 4,5 Sterne.

Mond über Sudeley Castle - Ingrid Kretz
Mond über Sudeley Castle
von Ingrid Kretz
(5)
Buch (gebundene Ausgabe)
16,00

Fasznierendes Thema für Kinder ab Grundschulalter

Smilla507 aus Rheinland Pfalz , am 20.05.2019

Engel kommen in vielen biblischen Geschichten vor, allem voran in der Weihnachtsgeschichte. Unweigerlich kommen irgendwann die Fragen der Kinder: Was ist ein Engel? Wo leben Engel? Wie sehen Engel aus? Usw.

So ist es auch bei meiner 8-jährigen Tochter, mit der ich dieses Sachbuch gemeinsam gelesen habe. Es hat sie fasziniert zu entdecken, dass es ziemlich viele Geschichten in der Bibel gibt, in denen Engel eine wichtige Rolle spielen.

Zu Beginn werden die wichtigsten Fragen beantwortet, die Kinder häufig unter den Nägeln brennen: Wie sehen Engel aus? Engel in der Bibel. Der Engel Michael, Engel Gabriel. Was machen Engel?

Danach werden in angenehmer Schriftgröße Geschichten und Bibelstellen mit Engeln wiedergegeben. Die Geschichte selbst wird verständlich zusammengefasst und zugleich erklärt. Unterstützt wird das durch Illustrationen, die zum Text passen. Das animierte meine Tochter dazu, in dem Buch zu blättern, darin zu schmökern. Meist erweckten die Überschriften direkt ihr Interesse.

Es gab jedoch immer mal Erklärungsbedarf, weswegen wir das Buch gemeinsam gelesen haben. Begriffe, wie »Nachkommen« waren ihr noch nicht so geläufig. Die Altersempfehlung ab 5 Jahren empfinde ich ein wenig zu früh. (Meine fast 6-jährige Tochter wäre jedenfalls noch nicht weit genug dafür, deshalb: Erst mal anschauen und prüfen, ob das was für das eigene Kind ist.) Für Grundschulkinder empfinde ich das Buch als optimal. Hier ist nun der Wissensdurst sehr groß und so sorgte es für viele Aha-Momente!

Sag mal, gibt es Engel wirklich? - Wendy Maartens
Sag mal, gibt es Engel wirklich?
von Wendy Maartens
(3)
Buch (gebundene Ausgabe)
12,99

Aus gutem Grund eine meiner Lieblingsautorinnen

Smilla507 aus Rheinland Pfalz , am 20.05.2019

Der Prolog beginnt im Jahr 1867, in dem Daniel, ein junger, aus ärmlichen Verhältnissen stammender Mann, mit dem plötzlichen Tod seines Vaters konfrontiert wird. Trost findet er im gemeinsamen Musizieren mit Clara Endicott. Die enge Freundschaft zwischen den beiden wird von Claras Vater, der sich für seine Tochter etwas besseres erhofft, nicht gern gesehen. Und so schickt er sie nach London, weit weg von Daniel.

Zwölf Jahre später ist Clara eine erfolgreiche Journalistin, die Ungerechtigkeiten aufdeckt. Sie setzt sich für die Rechte der Arbeiter ein. Daniel hingegen hat es geschafft, eine eigene Eisenbahngesellschaft zu gründen und ist nun ein wohlhabender Geschäftsmann. Als Clara wieder nach Baltimore zurückkehrt, treffen sie aufeinander. Als hätte es die langjährige Trennung nie gegeben, knüpfen sie nahtlos an ihrer Freundschaft an. Allerdings haben sie nun völlig entgegengesetzten Überzeugungen.

Ihre Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt. In Daniel schlummert eine große Verbitterung, die im Unfalltod seines Vaters begründet ist. Er ist voller Wut gegenüber dem damaligen Fabrikbesitzer, sinnt nach Rache und Gerechtigkeit. Clara sinnt auch nach Gerechtigkeit, indem sie mit den Gewerkschaften sympathisiert. Daniel gerät da schnell in den Fokus ...

... und damit hat die Autorin einen historischen Roman geschrieben, der meine Erwartungen völlig über den Haufen schmiss. Zunächst ging ich davon aus, dass die Musik eine große Rolle spielen würde. Diese ist eher Hintergrundrauschen und ein gemeinsames Hobby. Im Fokus stehen vielmehr die ersten Gewerkschaften, außerdem noch ein weiteres Thema, das ich absolut nicht auf dem Schirm hatte. Es kommt in historischen Romanen eher selten vor und sorgte für viel Spannung zum Ende hin.

Ein Konflikt zwischen Daniel und Clara ist der Glaube an Gott. Mit dem möchte Daniel nichts mehr zu tun haben, gibt ihm die Schuld an dem, was geschehen ist. Und Clara nimmt kein Blatt vor den Mund, eckt damit bei Daniel an. Elizabeth Camden zeigt anhand der beiden, wie schwer der Weg der Vergebung sein kann. Außerdem kann es sehr schwer sein zu erkennen und zu aktzeptieren, wenn aus Freundschaft mehr wird. ;)

Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und bildhaft, man kann ihre Romane sehr gut lesen, abtauchen und dabei neue Facetten geschichtlicher Hintergründe kennenlernen. Nicht umsonst gehört E. Camden zu meinen Lieblingsautorinnen!

Die Lady von Bolton Hill - Elizabeth Camden
Die Lady von Bolton Hill
von Elizabeth Camden
(9)
Buch (Paperback)
14,95

Zweckehe mit Hindernissen

Smilla507 aus Rheinland Pfalz , am 08.05.2019

Bradys Frau Audrey ist erst kürzlich verstorben und seitdem versucht der alleinerziehende Vater Beruf und Alltag mit Baby unter einen Hut zu bekommen. Als wäre das nicht genug, möchten seine Schwiegereltern das Sorgerecht für den 6 Monate alten Sam haben. Als es auf Messers Schneide darum steht, kommt ihm durch Zufall die rettende Idee: Wenn er seine Jugendfreundin Hope heiraten würde, wären die Chancen wesentlich höher, das Sorgerecht zu bekommen ...

Hope ist Bradys Idee gegenüber nicht abgeneigt. Eine Zweckehe - warum nicht? Sie kennen und mögen sich schon sehr lange. Was beide nicht ahnen: Alte Wunden können aufbrechen, auch wenn man einen Neustart wagt. Trauer, Enttäuschungen, Verletzungen, Ängste gilt es zu bewältigen.

Die Handlung baut zwar nicht extrem aufeinander auf, wer die vorigen Bände allerdings kennt, erfährt, wie es den anderen Pärchen weiterhin ergeht. Man kann natürlich unschwer erahnen, dass es einen vierten Band geben wird und um wessen Liebesgeschichte es gehen wird. ;)

Trotz aller Romantik und dem Wissen um ein schönes Ende ist dieser Liebesroman keiner mit rosa Zuckerguss. Es gibt einiges, das Brady und Hope zu bewältigen haben, aber Sam versüßt ihnen und dem Leser die Auf und Abs. Ich mochte die Szenen mit dem kleinen Kerl, die mich an die Zeit erinnerten, als meine Kinder noch so klein waren.

Normalerweise lese ich Denise Hunters Bücher flott und flüssig, aber in diesem sind leider ziemlich viele Fehler - deutlich mehr als fünf. Das hat meinen Lesefluss und -genuss etwas getrübt. Deswegen gebe ich 4 Sterne. Ansonsten war es wieder eine Hunter, wie man sie kennt. Schöne Entspannungslektüre!

Love is on the Air - Denise Hunter
Love is on the Air
von Denise Hunter
(1)
Buch (Taschenbuch)
16,00

 
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