Persönliche Lese-Tipps für Sie
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BuchhändlerInnen im Portrait

Meine Lieblingsbuchhändler

Wiebke Renken
aus der Thalia-Buchhandlung in Günthersdorf

Gesamte Empfehlungen 68 (ansehen)


Alter:
48 Jahre
Abteilung:
Belletristik
An meinem Beruf gefällt mir:
jeden Tag neuen Menschen zu begegnen, kleinere oder größere Rätsel zu knacken und mit passenden Ideen und Antworten unsere Gäste glücklich - oder mindestens zufrieden - zu stimmen :-)!!!
Im Beruf seit:
1993
Das beste Buch aller Zeiten:
Janzin, "Das Buch vom Buch", Schlütersche

Meine Empfehlungen

Großartiger Nordic-Noir-Roman

Wiebke Renken aus der Thalia-Buchhandlung in Günthersdorf , am 01.06.2020

Ich freue mich jetzt schon auf die Übersetzungen der beiden weiteren Hulda-Bände! Man sieht beim Lesen die raue isländische Landschaft mit der kargen Natur vor sich, die Reykjaviker Kriminalpolizistin Hulda Hermannsdottir ist zäh, zielstrebig und nicht leicht unterzukriegen. Ihr Vorgesetzter würde sie am liebsten sofort in den Ruhestand abschieben, die Kollegen den letzten Fall, an dem Hulda arbeitet, „deckeln“ und abgehakt sehen. Hulda aber ist unbequem, zumal sie schnell merkt, wieviel bei der Ermittlungsarbeit um den Fall der russischen Asylberwerberin Elena offen geblieben ist. Huldas eigene Geschichte kommt in verschiedenen Handlungssträngen auch zunächst bruchstückhaft zutage und was es mit dem Titel „Dunkel“ auf sich hat, lässt es einem auch kalt den Rücken runterlaufen. Das Strickmuster des Romans ist nun nichts völlig Neues, die Charaktere aber überzeugend, psychologisch interessant und die Kulisse stimmig. Eines der Bücher, bei denen man wirklich nur noch lesen will – rundum brilliant!

Dunkel - Ragnar Jónasson
Dunkel
von Ragnar Jónasson
(143)
Buch (Paperback)
15,00

Horrorkabinett Familie: Märchenhaft und grausam zugleich

Wiebke Renken aus der Thalia-Buchhandlung in Günthersdorf , am 26.05.2020

Für Leser, die sich mit Psychologie und Familienaufstellungen beschäftigen, sicherlich eine Fundgrube. Diese Familie ist keine, die diesen Namen auch nur irgendwie verdient. Der Vater grobschlächtig, zu Wut – und Gewaltausbrüchen neigend, die von auffälliger Sanftheit und typische Kiefernbewegungen angekündigt werden. Eine Mutter, die Zielscheibe dieser Ausbrüche ist und aus Angst nur noch funktioniert. Die kleine Junge Gilles und seine vier Jahre ältere Schwester, deren Name niemals im Buch auftaucht, die sich gegenseitig alles sind, was die Eltern nicht sein können. Es gibt groteske Szenen, kindlich-phantasievolle Lösungsansätze, verzweifelte Rettungsaktionen bis zum Äußersten. Dieser Roman ist anrührend, brutal, manchmal kaum auszuhalten. Und doch liest man bis zum Schluss, denn auch unser heranwachsendes Mädchen ist doch irgendwie die Tochter ihres Vaters und wächst damit über sich hinaus.

Das wirkliche Leben - Adeline Dieudonné
Das wirkliche Leben
von Adeline Dieudonné
(134)
Buch (gebundene Ausgabe)
18,00

Man liest und schwankt zwischen Lachen und traurigem Mitgefühl

Wiebke Renken aus der Thalia-Buchhandlung in Günthersdorf , am 20.05.2020

Eine Story voller Hoffnungsfunken, das alles irgendwie doch noch gut wird... man liest dieses Buch mit lachendem und weinendem Auge... Will spricht nicht mehr, seitdem seine Mutter bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Sein Vater Danny versucht alles irgendwie am Laufen zu halten - verliert aber seinen Job auf der Baustelle. Ein Pandabären-Kostüm verändert das Leben der beiden - mehr sei aber nicht verraten. Britisch-humorvoll, traurig-wunderschön und dann wieder total schräg - es erinnert sofort an Nick Hornbys “About a Boy” oder auch an die Romane von Tommy Jaud. Die Szenen und die sehr eigenwilligen Typen (Krystal, Ivan und Ivana) lassen hoffentlich die Verfilmung nicht lange warten! :-)

Pandatage - James Gould-Bourn
Pandatage
von James Gould-Bourn
(116)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,00

Soziale Gerechtigkeit und Möglichkeiten auf Chancen für Kinder mit schwierigen Ausgangslagen

Wiebke Renken aus der Thalia-Buchhandlung in Günthersdorf , am 12.05.2020

Jeremias Thiel wächst, bis er 11 Jahre alt ist, in prekären Verhältnissen auf. Die Eltern beziehen Hartz 4, sind depressiv, ohne Struktur und können nicht mit dem wenigen Geld umgehen. Chancen ergeben sich für den Jungen erst, als er in ein SOS-Kinderdorf kommt und ihm somit Möglichkeiten auf Bildung und Kindheit gegeben werden. Heute als Student ist es ihm wichtig, Kindern eine Stimme zu geben und Politikern zu verdeutlichen, wie der Weg aus Armut und Chancenlosigkeit gelingen kann bzw. was diesen Chancen auf Teilhabe im Weg steht. Er zieht dazu mehrere Studien zur Kinderarmut heran, hier wird es teils sehr theoretisch und liest sich wie eine Seminar-/ Hausarbeit. Für viele mit sozialen/ pädagogischen Berufen (oder in der Ausbildung zu diesen) werden diese Stellen aber sehr von Bedeutung sein. Jeremias Thiel zeigt auch, wie wichtig Bezugspersonen, gute Grundbedingungen, Struktur im Alltag und Hoffnung für eine gute Entwicklung sind. Wenn das Buch insgesamt auch etwas "hölzern" zu lesen ist, steht dahinter die Intention, Kinder eine Stimme und Rechte geben zu wollen. Dies wird mit Herzblut vertreten und verdient wirklich Respekt, danke für dieses Engagement und die Einblicke!

Kein Pausenbrot, keine Kindheit, keine Chance - Jeremias Thiel
Kein Pausenbrot, keine Kindheit, keine Chance
von Jeremias Thiel
(4)
Buch (Paperback)
16,00

Alte Riten, verzweifelter Mut und christliche "Ordnung"

Wiebke Renken aus der Thalia-Buchhandlung in Günthersdorf , am 25.04.2020

Vardø ist eine Insel ganz oben im Nordosten von Norwegen, die Autorin führt uns zurück ins 17. Jahrhundert. 1617 kommen bei einem Sturm, der so plötzlich auftritt wie „ein Fingerschnipsen“ 40 Männer auf See ums Leben. Ihre Frauen und Familien bleiben auf sich allein gestellt zurück. Nach einigen Jahren wird ihnen ein gläubiger Schotte, ein sogenannter „Kommissar“ mit der Funktion eines Richters gesandt, mit ihm Ursula, seine junge, unerfahrene und frisch angeheiratete Frau.
Atmosphärisch düster mit sehr gegensätzlich gezeichneten Charakteren. Einerseits selbstbewusste, starke Frauen, andererseits die der Kirche zugewandten Frauen. Ein sehr aufreibender Schluss…
Für alle, die Norwegen, Meer und raues und ursprüngliches Leben mögen!

Vardo – Nach dem Sturm - Kiran Millwood Hargrave
Vardo – Nach dem Sturm
von Kiran Millwood Hargrave
(33)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,00

Gut und feinsinnig beobachtet

Wiebke Renken aus der Thalia-Buchhandlung in Günthersdorf , am 08.04.2020

Sina, die allein erziehende Mutter und Ellen, die sich neben ihrer Rente jobbt. Bei beiden einerseits das ganz normale Alltagsleben mit allen Hindernissen – aber wann kippt alles? Gezeigt wird das fragile Geflecht von Beziehungen, wie stabil und vertrauensvoll sind diese und wieviel Eigennutz steckt darin? Wie kommt man einerseits finanziell aber auch emotional über die Runden, was brauchen wir wirklich zum Leben, um glücklich zu sein? Martina Borger hat eine tolle Beobachtungsgabe und schärft den Blick auf das scheinbar ganz normale Leben zweier Frauen unserer Zeit, die auch gleich nebenan leben könnten.

Wir holen alles nach - Martina Borger
Wir holen alles nach
von Martina Borger
(46)
Buch (gebundene Ausgabe)
22,00

Wende und Wendungen – nichts bleibt, wie es war!

Wiebke Renken aus der Thalia-Buchhandlung in Günthersdorf , am 04.04.2020

Im Mittelpunkt des Romans steht Norbert Paulini, ein leidenschaftlicher Leser und Buchliebhaber, der schon als Heranwachsender äußert, er wolle „Leser“ werden. In Dresden-Blasewitz erschafft er aus dem Nachlass seiner Mutter ein Antiqiuariat, das in der DDR Rang und Namen hat; Norbert Paulini ist und bleibt ein berühmt-anerkannter Sonderling, der in seiner eigenen Welt lebt, auch dann noch, als sich ´89 alles verändert… Die Haupt- und Rahmengeschichte ist bibliophil-nostalgisch, man gibt sich dieser zunächst gerne hin, versinkt wie die Hauptfigur Paulini in der Welt der Schrift – um dann festzustellen, dass man sich hat hinreißen lassen. Das es mehr gibt und jeder Charakter in seiner ganz eigenen Welt lebt, eigene Interessen hat und jeder mit einer ganz eigenen Darstellungsweise auch manipulieren könnte… Insgesamt spielt mir Schulze doch zu sehr mit dem Leser. Stilistisch raffiniert, aber für den Leser ein Labyrinth. Man ist häufig ratlos und fragt sich, wer denn nun eigentlich gemeint ist, hier hätte ich mir dann doch eine offenlegende, klare Schluss-Szene (vorm „Weggang“ des einen oder anderen…) gewünscht. Für Bibliophile, Dresdener, Elbsandsandsteingebirgsfreunde trotzdem empfehlenswert, sprachlich beeindruckend und inspirierend - man erhält jede Menge neue Lese- und Rechercheanregungen!

Die rechtschaffenen Mörder - Ingo Schulze
Die rechtschaffenen Mörder
von Ingo Schulze
(33)
Buch (gebundene Ausgabe)
21,00

Einblicke in amerikanische Verhältnisse und Lebensabschnitte

Wiebke Renken aus der Thalia-Buchhandlung in Günthersdorf , am 25.02.2020

Zwei Schwestern, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Michaela, kurz Mickey, die Polizistin und Kacey, die jüngere, die ihre Drogenabhängigkeit mit Prostitution finanziert. Eine Familiengeschichte, die zu Herzen geht. Zugleich eine Milieubeschreibung der Stadt Philadelphia mit allen Problemen und v. a. dem Problemviertel Kensington. Zudem ein hintergründiger Kriminalfall, denn es reihen sich die Todesfälle an jungen Prostituierten und Mickey recherchiert gerade aus Sorge um ihre Schwester auf eigene Faust. Insgesamt eine „Packung“ von einem Roman, die für den Leser nicht einfach mal eben so nebenbei verkraftet werden kann. Alles wird aus Mickeys Perspektive als Ich-Erzählerin erzählt. Man muss es ganz klar auch sagen: Ein Roman, der nah geht und auch weh tut. Doch so tough die Protagonistin auch ist, so sensibel und charakterstark ist sie auch. Ein Roman, der einem die Augen öffnet.

Long Bright River - Liz Moore
Long Bright River
von Liz Moore
(67)
Buch (gebundene Ausgabe)
24,00

Grandios - diesem Buch wünsche ich ganz viele Leserinnen!

Wiebke Renken aus der Thalia-Buchhandlung in Günthersdorf , am 25.02.2020

Emotional, bewegend, überzeugend – ein ganz fantastisches Buch. Der „Palais de la femmes“ in Paris, seine Geschichte und die von Blanche Peyron (seiner Begründerin) und die persönlichen Geschichten der Frauen, die heute dort wohnen. Die dort Schutz suchen und ein Heim finden, nachdem sie z.B. auf der Strasse gelebt haben oder nach Frankreich geflüchtet sind, weil in ihrem Heimatland Irrglauben Tradition hat.
„Der Zopf“ hat mir bereits sehr gefallen, mit diesem Buch hat sich Laetitia Colombani nochmal übertroffen! Vor allem, weil sie wie ihre Hauptfigur Solene mit Herz und Seele schreibt und SIEHT und dies mitteilen will. Für mich jetzt schon DAS Buch des Frühjahrs!

Das Haus der Frauen - Laetitia Colombani
Das Haus der Frauen
von Laetitia Colombani
(235)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,00

Einfach mal selber machen!

Wiebke Renken aus der Thalia-Buchhandlung in Günthersdorf , am 06.01.2020

Kennen Sie auch noch die Kellerregale in denen Marmelade und Gelees bevoratet wurden, Weckgläser mit eingemachten Birnen oder die gute alte Kartoffelkiste? So ähnlich müssen die beiden schwedischen Autorinnen leben, deren Buch ist eine wahre Fundgrube und Schatzkiste ist! Mal ganz ländlich-traditionell, wie mit der Herstellung von Joghurt oder Quark über international, gerade bei den Würzmitteln oder auch, und dies habe ich mir zur Umsetzung erstmal vorgenommen, industriell gefertigtes und bei Kindern beliebtes, wie Cornflakes, Ketchup oder Süssigkeiten. Sehr inspirierendes Buch ( ich brauche dann nur noch mehr Platz im Keller :-) und einen größeren Kühlschrank!)!

Speisekammer - Lisa Eisenman Frisk, Monica Eisenman
Speisekammer
von Lisa Eisenman Frisk
(10)
Buch (gebundene Ausgabe)
36,00

 
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