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BuchhändlerInnen im Portrait

Monika Fuchs
aus der Thalia-Buchhandlung in Hamburg
Unsere Top-BuchhändlerInnen

Gesamte Empfehlungen 769 (ansehen)


Über mich:
bin eine Buchhändlerin, die mit Herzblut dabei ist. Ich liebe gut gemachte Unterhaltungsliteratur, bei denen ich auch noch etwas über das Leben und die Geschichte lernen kann.
Alter:
56 Jahre
Abteilung:
Belletristik (Romane, Krimis, Historische)
Funktion:
Buchhändlerin
Lieblingsautoren:
Nina George, Nicole Walter, Julia Fischer, Charlotte Roth, Carmen Lobato, Lydia Conradi, Heidi Rehn, Micaela Jary
An meinem Beruf gefällt mir:
dass ich Menschen mit meinen Lieblingsbücher glücklich machen kann.
Im Beruf seit:
1982
Das beste Buch aller Zeiten:
Nina George, Das Lavendelzimmer

Meine Empfehlungen

Für Katzenfans und Freunde moderner Märchen

Monika Fuchs aus der Thalia-Buchhandlung in Hamburg , am 15.01.2020

Ende 2017 habe ich mein erstes Buch von Antonia Michaelis gelesen – „Das Institut der letzten Wünsche“. Und da ich das Buch so zauberhaft fand, war klar, dass ich bei Gelegenheit weitere Bücher von ihr lesen werde. Nun war der Zeitpunkt gekommen. Ich musste mich nur noch entscheiden, ob ich zuerst „Mr. Widows Katzenverleih“ oder „Paradies für alle“ lesen wollte. Als bekennender Katzenfan fiel die Wahl nicht schwer. Und so ist es nun dieses Buch geworden. Aber „Paradies für alle“ wird sicherlich auch noch irgendwann folgen.

Mr. Widows ist ein alter Mann, der dem modernen Leben trotzt, aber doch trotzdem auch davon profitiert. Er lebt in einer alten Villa, die inmitten von modernen Hochhäusern liegt. Mit ihm zusammen wohnen dort ca. 40 Katzen, die ihm alle irgendwie zugelaufen sind. Er nimmt auf jede einzelne Rücksicht. Und so ist sein ganzes Haus durchaus sehr chaotisch. Aber genau so etwas lieben Katzenbesitzer in der Regel ja. Mr. Widows selbst ist der Inbegriff eines alten englischen, verschrobenen Gentlemans. Er liebt seinen Earl Grey Tee und seine selbstgebackenen Scones mit Orangen-Marmelade.
Eines Abends findet er bei seinem abendlichen Spaziergang – er meinte ein ganz feines Maunzen von kleinen Katzen in Not gehört zu haben – nicht nur einen Wurf junger Kätzchen in einem Papiercontainer, sondern auch eine junge Frau, die sich dort anscheinend versteckt hält. Er nimmt sowohl die Frau als auch die Katzen mit in seine Villa. Und so nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Die junge Frau nennt sich Nancy Müller. Aber wir wissen, dass es nicht ihr richtiger Name ist. Sie ist vor etwas auf der Flucht. Aber was das ist, erfahren wir erst im Laufe der Geschichte. Da sie im Moment nicht weiß, wo sie hinsoll, und Mr. Widows langsam allein nicht mehr fertig wird, bietet er ihr eine Stelle als Mädchen für alles an. Dazu zählt auch, dass sie die Katzen zu den Menschen bringt, die aus unterschiedlichsten Gründen Katzen mieten möchten, oder diese eben wieder abholt. Dieser Katzenverleih ist eine ganz entzückende Idee. So können auch Menschen, die sich auf Dauer eine Katze nicht leisten können, immer einmal in den Genuss einer Katze kommen. Die Gründe, warum sie eine Katze haben möchten, sind sehr vielfältig. Und die Menschen dürfen sich nicht einfach eine Katze aussuchen, sondern die Katzen suchen sich den Menschen aus, den sie auf Zeit begleiten möchten.

Neben Mr. Widows und Nancy Müller kommen im Laufe der Handlung noch weitere Personen ins Spiel. Da sind der junge Künstler Ron Linden und seine Mutter Frau von Lindenthal, Hannah, die Enkelin von Mr. Widows, Kai, ein Verbrecher und seine Entourage, sowie Cynthia, eine blonde Sirene, die Nancy verfolgt und dem Künstler den Kopf verdreht hat. Und natürlich ganz viele verschiedene Katzenpersönlichkeiten – die eigentlichen Stars des Romans, sowie rosa Nilpferde.

Aus diesen ganzen Persönlichkeiten entwickelt sich ein modernes Märchen mit einer kleinen Krimihandlung. Denn langsam aber sicher verschwinden immer mehr Katzen. Und Mr. Widows erhält Briefe, in denen Lösegeld für die Katzen gefordert wird. Doch wer steckt dahinter? Es gibt so einige Verdächtige. Und so läuft dieser herrlich verrückte Roman auf ein sehr spannendes Finale hinaus.

Wer Katzen liebt, gerne moderne Märchen mag und sich auf phantasievolle Geschichten einlassen kann, der wird mit diesem Buch viel Spaß haben. Antonia Michaelis hat wieder ganz viele sehr eigenwillig Charaktere geschaffen, denen man gerne im Roman folgt. Es ist auch dieses Mal ein kluger Roman, der viel über die menschlichen Wünsche und Ängste Aufschluss gibt. Es ist ein Roman über die Liebe, über Freundschaft und über Familie. Und das ganze durchaus wieder in einer poetischen Sprache. Dabei ist er auch noch sehr rasant, verrückt und ein wenig überdreht. Teilweise musste ich sogar laut lachen!

Hach, ich wünschte, ich könnte wenigstens zeitweise einmal in Mr. Widows Haus zu Gast sein und die vielen Katzen kennenlernen. Es sind so herrliche Tiere. Und jeder Katzenbesitzer erkennt sicherlich einige der Charakterzüge und Macken (haben Katzen Macken???) der eigenen Lieblinge wieder.

Mr. Widows Katzenverleih - Antonia Michaelis
Mr. Widows Katzenverleih
von Antonia Michaelis
(6)
Buch (Taschenbuch)
9,99

Leider der letzte Band dieser Reihe

Monika Fuchs aus der Thalia-Buchhandlung in Hamburg , am 13.01.2020

Im Frühjahr 2019 habe ich Ihnen den ersten Band „Wolken über dem Himmel“ aus der Reihe „Hotel Inselblick“ von Anke Petersen vorgestellt. Einen Monat später folgte dann der zweite Band „Wind der Gezeiten“. Danach mussten wir als e-book-Leserinnen bis Januar 2020 warten, die Taschenbuch-Leserinnen sogar bis Anfang Februar 2020. Und nun soll diese schöne Reihe, die uns immer wieder auf die Nordseeinsel Amrum entführt, zu Ende sein?

Der dritte Band beginnt im Juni 1914. Die Familie und die Angestellten des Hotel Inselblicks bereiten sich auf die Hochzeit der Enkelin Nele vor, die im zweiten Band auf so tragische Weise ihre Eltern verloren hat. Seit dem zweiten Band, der 1903 geendet hatte, ist inzwischen Wilhelm, Martas Mann verstorben. Marta trauert sehr, aber diese Hochzeit ist der erste Lichtblick seit langem, auch wenn Nele nach der Hochzeit die Insel Amrum verlassen wird. Ida und Thaisen sind inzwischen ein ganz normales Ehepaar und haben schon eine Tochter. Ida leitet zusammen mit ihrer Mutter das Hotel, Thaisen kümmert sich weiterhin um seine Buddelschiffe. Doch dann beginnt am 01. August der 1. Weltkrieg und für alles Beteiligten ändert sich das Leben radikal. Der dritte Band geht bis zum Mai 1919. Die Autorin beendet ihn aber so, dass sie sich durchaus noch ein Hintertürchen offenlässt, um die Reihe vielleicht doch noch fortzusetzen. Ich würde mich sehr darüber freuen.

Ich habe es genossen, die Familie Stockmann und ihre Angestellten und Freunde wiederzutreffen, wenn auch leider Wilhelm fehlt. Besonders gefreut habe ich mich, dass wir Ebba, die Köchin, die jetzt im Ruhestand ist, und Jasper, den Mann für alle Fälle, wiedertreffen. Diese beiden sehr eigenwilligen Persönlichkeiten sorgen in der Geschichte auch in der schwierigen Zeit immer wieder für ein Schmunzeln. Die eigentliche Hauptperson ist in diesem Band Nele, die nun frisch nach ihrer Hochzeit allein dasteht. Wie wird es ihr ergehen? Und was ist mit den anderen Männern der Familie und den Angestellten? Wie werden Marta und Ida es schaffen, das Hotel durch diese schwierige Zeit zu steuern?

Dieser dritte Band hatte geschichtlich noch einige Überraschungen für mich bereit. Ich dachte, ich wüsste schon relativ viel über den 1. Weltkrieg. Aber dass Amrum eine gewisse Sonderstellung innehatte, war mir nicht bewusst.

Hotel Inselblick - Stürmische See - Anke Petersen
Hotel Inselblick - Stürmische See
von Anke Petersen
(2)
Buch (Taschenbuch)
9,99

Die komplette Geschichte in einem Band

Monika Fuchs aus der Thalia-Buchhandlung in Hamburg , am 09.01.2020

Nachdem ich kurz vor Weihnachten 2019 sah, dass der Jugendroman „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ von Judith Kerr ins Kino kommt, wollte ich endlich das nachholen, was ich in meiner Jugend verpasst habe – nämlich dieses Buch zu lesen. Und als ich es bei thalia.de recherchiert habe, sah ich, dass es gleich alle drei Bände zusammen für einen sehr günstigen Preis gab. Da habe ich dann natürlich gleich alle drei Bücher zusammen als e-book gekauft. (Davon ganz abgesehen war mir bis dahin gar nicht bewusst, dass die Geschichte weitergeht).

Nachdem ich nun alle drei Bände gelesen habe, kann ich Ihnen diese Bücher auch für Erwachsene sehr empfehlen!

In den 60er Jahre hat Judith Kerr nach der Ermutigung ihres Ehemanns angefangen, ihre Familiengeschichte abgewandelt als Jugendbücher zu verfassen. Wobei ich nicht sicher bin, ob die Autorin sie selbst als Jugendbücher gesehen hat. Ich selbst tu mich bei den beiden Folgebänden sehr schwer damit.

Im ersten Band „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ begleiten wir die damals neunjährige Protagonistin Anna mit ihren Eltern und ihrem Bruder auf die Flucht vor den Nationalsozialisten in die Schweiz, nach Frankreich und letztendlich nach England. Annas Vater war zum Glück sehr weitsichtig und hatte einen Schutzengel, der ihn rechtzeitig gewarnt hat, Deutschland zu verlassen. So sind Anna und ihre Familie schon 1933 vor der Machtübernahme Hitlers geflohen. Somit konnten sie einiges retten, aber eben nicht alles. Außerdem hatte auch der Vater die Hoffnung, dass der „Spuk“ in Deutschland schnell vorbei sei. Da der Vater Schwierigkeiten hat, seine Texte bei Zeitungen unterzubringen, wird es für die Familie immer schwieriger ihr gewohntes Leben zu leben. Außerdem fangen Anna und ihr etwas älterer Bruder in jedem neuen Land von vorne an. Sie müssen eine neue Sprache lernen und neue Freunde finden. Ein Leben, was anfangs noch wie ein Abenteuer wirkt, lässt sie letztendlich doch vor ihrer Zeit erwachsen werden.

Der zweite Band „Warten bis der Frieden kommt“ beginnt 1940 und endet mit dem Waffenstillstand 1945. Inzwischen sind Anna und ihr Bruder Jugendliche. Max studiert bereits in Cambridge, während Anna eine Stelle als Sekretärin annimmt. Außerdem nimmt abends sie an Kunstkursen teil. Für die Familie sieht es immer noch schlecht aus. Der Vater schafft es einfach nicht, Geld zu verdienen. So bleibt es an Anna und ihrer Mutter hängen, die Familie, die in einem einfachen Hotel wohnt, zu versorgen. Wir erleben mit Anna und ihrer Familie den Luftkrieg über London kennen. Und wir entdecken, wie Anna sich zum ersten Mal verliebt

Der dritte Band „Eine Art Familientreffen“ spielt nur in einer Woche im November 1956. Annas Vater ist inzwischen verstorben, ihre Mutter ist zum zweiten Mal verheiratet und lebt wieder in Berlin. Max, Annas Bruder arbeitet als erfolgreicher Anwalt. Und Anna ist verheiratet und richtet grad das erste eigene Heim ein. Da wird sie von dem neuen Mann ihrer Mutter nach Berlin geholt, da ihre Mutter einen Selbstmordversuch gemacht hat. Anna fliegt nach Berlin und erinnert sich an die zurückliegenden Jahre.

Ich bin sehr froh, dass ich diese drei Bücher jetzt gelesen habe. Auch wenn die Autorin selbst gesagt hat, dass es ein Roman sei, so sind doch ganz deutlich viele Parallelen zu ihrem eigenen Leben zu erkennen. Es ist ausgesprochen interessant zu erkennen, wie sich die Familie auf der Flucht verändert. Wie alle Abstriche von ihrem bisherigen Leben machen müssen. Wie zu erwarten, gelingt dies den Kindern besser. Am meisten Schwierigkeiten hat der Vater mit der Situation, er kann die Familie nicht mehr versorgen und muss teilweise sogar dabei zusehen, wie seine Frau oder Tochter sich nicht zu schade sind, Hilfe von Freunden anzunehmen, was er als Almosen empfindet. Ich habe es bewundert, wie besonders die Kinder in England angekommen sind und England als ihre Heimat empfinden. Dabei hat es auch dieses Land es den Emigranten nicht einfach gemacht. So sind alle jungen deutschen Männer interniert worden, als der Krieg zwischen Deutschland und England ausgebrochen ist. Dabei wurde kein Unterschied gemacht, ob es geflohene Juden oder andere deutsche Bürger waren. Und ich bin beschämt davon, dass Judith Kerr anscheinend keine Ressentiments gegen die Deutschen nach dem Krieg hatte.

Eine wirklich sehr lesenswerte Trilogie, die ich gerade auch für Erwachsene sehr interessant finde. Sie zeigt auf, wies es damals war. Aber sie öffnet uns auch die Augen und wir können einmal in uns gehen und betrachten, wie wir heute mit Flüchtlingen umgehen.

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl, Band 1-3 - Judith Kerr
Als Hitler das rosa Kaninchen stahl, Band 1-3
von Judith Kerr
(15)
Buch (Taschenbuch)
9,99

Der Beginn einer neuen Zeit

Monika Fuchs aus der Thalia-Buchhandlung in Hamburg , am 08.01.2020

Der Beginn einer neuen Zeit

Dies ist jetzt nach „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ und „Warten bis der Frieden kommt“ der abschließende Band der Trilogie, in der Judith Kerr in Romanform von ihrem Leben als Emigrantin geschrieben hat.

Seit dem Ende des zweiten Bands sind wieder einige Jahre ins Land gezogen. Das Buch beginnt am 10.11.1956 und endet am 16.11.1956. Anna ist inzwischen mit einem bekannten Autor verheiratet und richtet die erste gemeinsame Wohnung ein. Ihr Vater ist bereits 1948 in Hamburg verstorben, ihre Mutter lebt mit einem neuen Ehemann in Berlin, und Max arbeitet als Anwalt, ist verheiratet und hat ein Kind.

Am 10.11. bekommt Anna ein Telegramm von Konrad, dem neuen Ehemann ihrer Mutter. Ihre Mutter liegt mit Lungenentzündung im Krankenhaus. Es wäre besser, wenn Anna nach Berlin kommt. Und so begibt sich Anna auf die Reise in die Heimat ihrer Kindheit. Während der knapp sechs Tage besucht sie ihre Mutter im Krankenhaus, wobei sich herausstellt, dass die Mutter einen Selbstmordversuch verübt hatte. Anna redet viel mit ihrer Mutter und versucht so, sie aus dem Koma zu erwecken. Ob es an Annas Ansprache lag oder nicht, ihre Mutter kommt wieder zu sich. Während der Zeit, wo Konrad arbeiten muss und Anna nicht im Krankenhaus ist, besucht sie Berlin und erinnert sich an früher.

Zur gleichen Zeit findet in Ungarn der Volksaufstand gegen die Sowjets statt und die Menschen in Europa befürchten den Ausbruch eines 3. Weltkriegs.

Wie auch bei dem zweiten Band bin ich der Meinung, dass die beiden Bände nur bedingt Jugendbücher sind. Anna ist in dem dritten Band inzwischen über 30 Jahre alt. Sie lebt ein relativ normales Leben in der Nachkriegszeit. Es gibt also auch hier wieder keine großen Spannungsbögen. Mich als Erwachsene hat die Geschichte sehr interessiert. Gerade auch unter dem Aspekt, dass Anna als geflohene Jüdin und inzwischen Engländerin zurück in das Land kommt, aus dem sie 1933 vor den Nationalsozialisten fliehen musste. Wie mag es sich für sie angefühlt haben? Welchen Menschen kann sie trauen? Was mögen die Menschen während des 3. Reichs gemacht haben. Ich war erstaunt, wie wenig Ressentiments Anna hatte. Wobei sie auch nicht direkt den Kontakt zu den Deutschen gesucht hat und auch nicht explizit darauf hingewiesen hat, dass sie ursprünglich Deutsche war. Eine sehr schwierige Situation, die ich mir nur sehr schwer vorstellen kann.

Der abschließende Band ist der kürzeste Band der Trilogie. Er umfasst tatsächlich nur eine Woche im Leben Annas. Als sie zurück in London ist, beginnt ein komplett neuer Lebensabschnitt für sie, an dem uns die Autorin leider nicht mehr teilhaben lässt. Ich werde wahrscheinlich demnächst die Biografie von Astrid van Nahl „Judith Kerr – Die Frau, der Hitler das rosa Kaninchen stahl lesen“. Sobald ich das Buch ausgelesen habe, werden Sie hier an dieser Stelle wieder meine Besprechung finden.

Ich verstehe, dass die drei Bände der Trilogie Klassiker der Emigrantenliteratur sind. Alle drei Bände kann man gut als Erwachsener lesen. Sie zeigen auf eine sehr persönliche Weise auf, wie sich das Leben für Juden, die nach England vor den Nationalsozialisten geflohen waren, dargestellt hat. Kein einfaches Leben. Aber es war ein Leben. Und Judith Kerr als auch ihr Bruder Michael Kerr sind nachher wirklich in England angekommen. England ist ihre neue Heimat geworden.

Eine Art Familientreffen - Judith Kerr
Eine Art Familientreffen
von Judith Kerr
(3)
Buch (Taschenbuch)
8,99

Annika Rose ist so anders und so liebenswert

Monika Fuchs aus der Thalia-Buchhandlung in Hamburg , am 05.01.2020

Ich weiß gar nicht mehr, wie ich auf dieses Buch gekommen bin. Hat mich der Titel neugierig gemacht, den Klappentext zu lesen? Oder war es eine Empfehlung des Verlags? Die amerikanische Autorin Tracey Garvis Graves sagte mir auf jeden Fall nichts. Und auf Deutsch gibt es von ihr im Moment auch nur einen weiteren Roman, der nur noch als e-book erhältlich ist. Das Buch hat mich dann aber so richtig gefangengenommen, dass ich habe es innerhalb von zwei Tagen durchgelesen habe.

Zum Inhalt muss ich nur noch einige wenige Ergänzungen nachliefern. Das Buch beginnt im August 2001 in Chicago. Annika trifft per Zufall ihre große Liebe von der Universität, Jonathan, wieder. Seit dem letzten Treffen sind knapp 10 Jahre vergangen. Annika ist glücklich und möchte Jonathan unbedingt wieder treffen. Dann springt die Geschichte zurück ins Jahr 1991. Annika studiert an der University of Illinois. Sie möchte Bibliothekarin werden. Bücher, Tiere und Schach sind ihr Leben. Vor Menschen hat sie Angst, da sie sie nicht verstehen kann. Im Schachclub lernt sie Jonathan kennen, der von der ausgesprochen attraktiven Frau sehr angetan ist. Er versucht alles, um sie näher kennenzulernen. Und so wird er einer der wenigen Menschen, mit denen Annika zurechtkommt. Das Buch springt zwischen 2001 und 1991/1992 hin und her. Langsam erfahren wir in den Rückblenden, wie sich die Liebe zwischen den beiden entwickelt und was die große Tragödie ist, die dafür gesorgt hat, dass die beiden sich anscheinend 1992 getrennt haben. Meistens wird die Geschichte aus der Sicht von Annika erzählt, aber teilweise erzählt auch Jonathan seine Sicht. Beides in Ich-Form. Da aber über jedem Kapitel der Name des Erzählers und das Datum steht, kommt man ohne Probleme zurecht.

Mich hat diese Geschichte sehr berührt. Annika hat eine Autismus-Spektrum-Störung. D.h. sie kann andere Menschen nicht wirklich lesen und weiß oftmals nicht, wie sie zu reagieren. Zwischenmenschliche Spiele sind ihr fremd. Wenn sie etwas nicht versteht oder sie Angst bekommt, zieht sie sich zurück, läuft weg und versucht im Schlaf ihre innere Ruhe zurückzufinden. Seitdem sie in Therapie ist, versteht sie die Menschen langsam besser. Und sie hat gelernt, in schwierigen Situationen ihre Mitmenschen zu kopieren. Meistens kommt sie so durchs Leben, aber es funktioniert nicht immer. Sie ist herrlich ehrlich, Diplomatie liegt diesen Menschen einfach nicht.

Die Probleme, die Annika mit Menschen hat, haben nicht nur Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung, sondern z.T. auch Menschen, die hochsensibel sind. So habe ich mich in Annika ganz oft wiedergefunden. Solche Menschen wie Annika brauchen Menschen, die sie und ihre Ängste verstehen, und die damit umgehen können. Für Annika sind es ihre Eltern, ihr älterer Bruder, ihre beste Freundin und eben Jonathan. Es war so schön zu sehen, dass es anscheinend eine zweite Chance für die Liebe der beiden gibt. Doch dann kommt das 38. Kapitel. Und ich war wie vor den Kopf geschlagen. Denn es kommt zu einer erneuten Katastrophe. Wie wird es für die beiden ausgehen?

Ein wunderschöner und romantischer Liebesroman mit einer Protagonistin, die einfach anders ist. Manche mögen solche Geschichten kitschig nennen. Aber ich liebe solche Geschichten!

Annika Rose und die Logik der Liebe - Tracey Garvis Graves
Annika Rose und die Logik der Liebe
von Tracey Garvis Graves
(7)
Buch (Paperback)
14,99

Doch ganz anders als die Verfilmung

Monika Fuchs aus der Thalia-Buchhandlung in Hamburg , am 04.01.2020

2012 habe ich meinen ersten Gereon Rath Krimi von Volker Kutscher gelesen – „Die Akte Vaterland“. Das war bereits der vierte Fall dieser inzwischen auf sieben Bände angewachsenen und sehr erfolgreichen Krimiserie, die im Berlin Ende der 20er und in den 30er Jahre spielt. Ich bin damals gut reingekommen und war eigentlich auch überzeugt von dieser Reihe. Aber irgendwie war es dann doch bei dem einen Band geblieben. Als nun die so gehypte TV-Serie „Babylon Berlin“ im öffentlichen Fernsehen zu sehen war, war auch ich natürlich neugierig. Ich gebe allerdings zu, dass ich nach dem ersten Abend eigentlich schon aufgeben wollte. Zu viele verschiedene Erzählstränge, die ich einfach nicht zusammenbekam. Da hat es mir auch nicht geholfen, dass ich bei Wikipedia geluschert habe. Irgendwie passte das alles nicht zusammen. Doch zum Glück gibt es ja heutzutage die Mediathek. Und so habe ich mir den 1. Teil (die ersten drei Folgen) also noch ein zweites Mal angeguckt. Und dann war ich angefixt. Nachdem ich allerdings alle Folgen angeguckt hatte, blieben für mich noch viele Fragen offen. Und so habe ich dann doch noch zu dem Buch gegriffen.

Volker Kutscher schreibt einfach toll. Ich war sofort in dem Krimi drin. Habe aber auch ganz schnell festgestellt, dass die Serie „Babylon Berlin“ und das Buch „Der nasse Fisch“ zwei ganz unterschiedliche Geschichten sind. Natürlich gibt es viele Überschneidungen, aber eben auch große Unterschiede. Das fängt alleine schon mit der Vorgeschichte von Gereon Rath an. Und geht weiter mit den ganz anderen Geschichten von Charlotte Ritter und ihrer Freundin Greta. Beide Versionen haben ihren Reiz. Aber mir persönlich hat die Geschichte des Buches deutlich mehr gefallen. Sie erschien mir plausibler als die Verfilmung.

Gereon Rath ist mehr oder weniger zwangsversetzt worden nach Berlin. In Köln ist etwas vorgefallen, was seine dortige Weiterarbeit unmöglich gemacht hat. Durch Vitamin B hat er in Berlin eine neue Chance bekommen, allerdings bei der Sitte. Er möchte aber zurück zur Mordkommission. Doch diese Plätze sind sehr begehrt und Ernst Gennat nimmt nur wirklich die Besten. Da kommt es Gereon gerade recht, dass er anscheinend einen entscheidenden Hinweis zu einem Mordfall hat. Aber diesen verschweigt er und ermittelt auf eigene Faust. Damit will er sich Ernst Gennat empfehlen. Doch er ahnt nicht, was er mit diesen Ermittlungen lostritt.

Mich haben die Beschreibungen des Berlins Ende der 20er Jahre fasziniert, aber auch schockiert. Berlin ist ein Moloch oder ein Tanz auf dem Vulkan. Die Weimarer Republik ist ziemlich unregierbar. Stahlhelm und andere ehemalige Kriegsteilnehmer versuchen immer noch, das Kaiserreich wieder herzustellen, oder die Ohnmacht der Regierenden für ihre Zwecke auszunutzen. Dazu kommen noch die vielen Exilrussen, die auch unterschiedlichste politische Ziele verfolgen. Und die Ringvereine (Zusammenschlüsse von Verbrechern) sorgen zusätzlich dafür, dass ein Leben in Berlin nicht einfach ist. Mit all diesen Gruppierungen bekommt es Gereon Rath zu tun. Und dann gibt es ja auch noch Charlotte Ritter, die Gereon besser gefällt, als ihm lieb ist.

Ein spannender Krimi, der mich jetzt endgültig davon überzeugt hat, dass ich peu á peu einfach die weiteren Bände lesen muss. Gerade als nicht so häufige Krimi-Leserin gefällt mir, dass es in dieser Reihe auch eine Liebesgeschichte gibt. Und ansonsten ist es natürlich genau die Zeit, die mich immer wieder in den Bann zieht. Wahrscheinlich lese ich erst einmal demnächst den ganz aktuellen Fall. Und dann so nach und nach in chronologischer Reihenfolge die, die mir noch fehlen. Ich werde Sie auf dem Laufenden halten.

Der nasse Fisch - Volker Kutscher
Der nasse Fisch
von Volker Kutscher
(2)
Buch (Taschenbuch)
12,00

Ein neues Leben in England

Monika Fuchs aus der Thalia-Buchhandlung in Hamburg , am 03.01.2020

Nachdem ich Ihnen nun vor Kurzem „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ vorgestellt habe, musste ich unbedingt die Geschichte von Anna und ihrer Familie weiterlesen. Und nach einer kurzen Pause, die ich ein anderes Buch lesen und Ihnen vorstellen werde, wird dann der dritte und abschließende Teil „Eine Art Familientreffen“ folgen.

„Warten bis der Frieden kommt“ schließt nicht nahtlos an den ersten Band an. Er beginnt 1940 und endet mit dem Kriegsende 1945. Anna ist inzwischen 15 Jahre alt und hat Miss Metcalfes Internatsschule für Mädchen abgeschlossen. Sie lebt bei einer amerikanischen Familie, bis diese zurück in die USA geht. Ihr Bruder Max studiert durch ein Stipendium in Cambridge Jura und ihre Eltern leben in einem einfachen Hotel, in dem zumeist Flüchtlinge wie sie leben. Da der Vater leider immer noch kein Geld verdient, muss Annas Mutter als Sekretärin arbeiten. Und auch für Anna beginnt der Ernst des Lebens. Sie besucht einen Kurs, um ebenfalls als Sekretärin zu arbeiten. Zum Glück entdeckt sie auch noch Kunstkurse für wenig Geld, so dass sie neben der Arbeit auch noch etwas Schönes hat, auf das sie sich freuen kann.

Der zweite Band gilt wieder als Jugendbuch. Er wird dieses Mal sogar ab 12 Jahren empfohlen. Ich bin mir bei dieser Altersangabe sehr unsicher, da die Autorin meiner Meinung nach zu wenig Höhen und Tiefen in ihre Erzählung eingebaut hat. Aber da ich selbst keine Kinder habe, ist es nur so eine Vermutung von mir.
Als Erwachsene hat mir das Buch hingegen sehr gut gefallen. Judith Kerr erzählt wieder aus der Sicht des Mädchens Anna. Inzwischen ist sie für ihr Alter sehr erwachsen geworden. Für sie stellt sich überhaupt nicht die Frage, ob sie weiter zur Schule gehen oder sofort Geld verdienen möchte, um sich am Haushaltseinkommen zu beteiligen. Die Autorin schildert sehr anschaulich, wie sich das Leben für die Flüchtlinge in England darstellte. Unterstützung vom Staat gab es wohl kaum. Arbeit für Nicht-Engländer gab es aber ebenfalls kaum. Also leben die Flüchtlinge unter sehr schwierigen Umständen. Dazu kommen die Bombardierungen durch die Deutschen. Alle leiden unter der Angst, dass Hitler auch England überrennen könnte. Und die Lebensmittelversorgung wird eng. Doch trotzdem verliebt sich Anna das erste Mal. Und die Familie hält zusammen, auch wenn es immer wieder einmal Streit zwischen den Eltern gibt, da der Vater nicht in der Lage ist, etwas zum Unterhalt beizutragen. Aber es gibt Freunde, denen es besser geht. Und man hilft sich gegenseitig.

Mich hat fasziniert, wie Judith Kerr dieses Leben erzählt hat. Einerseits fehlt mir ein wenig die Emotionalität. Aber ich befürchte, dass man sie sich in dieser Zeit und unter diesen Umständen einfach nicht mehr leisten konnte. Man musste überleben und jeden Tag aufs Neue hoffen, dass man nicht von einer Bombe getroffen wird. Andererseits lässt es die Geschichte aber auch so realistisch wirken. Und sie zeigt, was die Engländer für Menschen sind. So schnell lassen sie sich nicht aus der Ruhe bringen.
Schockiert war ich, wie Anna auf die Bilder von den befreiten Konzentrationslagern reagiert hat.

Ich bin gespannt, wie es im dritten Band mit der Familie weitergeht. Gehen die Eltern zurück nach Deutschland, damit der Vater endlich wieder schreiben kann und seine Texte auch veröffentlicht werden? Und was werden Max und Anna machen, die inzwischen in England richtig angekommen sind? Sie fühlen sich inzwischen nicht mehr als Flüchtlinge sondern als Einheimische.

Ein sehr interessantes Buch für alle, die sich dafür interessieren, wie es sich als Flüchtling in einem fremden Land und mit einer fremden Sprache lebt. Und dieses Thema ist heute leider noch genau so aktuell wie zu der Zeit als Judith Kerr ihre Trilogie geschrieben hat.

Warten bis der Frieden kommt - Judith Kerr
Warten bis der Frieden kommt
von Judith Kerr
(6)
Buch (Taschenbuch)
7,99

Was macht Freundschaft aus?

Monika Fuchs aus der Thalia-Buchhandlung in Hamburg , am 29.12.2019

Als ich dieses Buch in der Piper Verlagsvorschau entdeckt habe, hat mich zuerst der Titel angesprochen. Und der Klappentext hörte sich dann auch noch so schön an, dass ich dieses Buch lesen musste. Die Autorin Lioba Werrelmann kannte ich bis dahin noch nicht, obwohl sie bereits vorher zwei Bücher geschrieben hatte.

Nachdem ich dieses Buch nun ausgelesen habe, musste ich einmal mehr feststellen, dass ich teilweise Bücher ganz anders empfinde, als die Verlage sie beschreiben und andere Leserinnen sie empfinden. Im Nachhinein ist der Klappentext für mich nicht stimmig. Lioba Werrelmann erzählt die Geschichte der zwei Freundinnen Julia und Isabelle, die beide in der Gegenwart um die Mitte Vierzig sind. Die beiden Frauen haben sich in der Redaktion einer kleinen, linken Zeitschrift kennengelernt und mochten sich am Anfang überhaupt nicht. Julia ist allein mit ihrer Mutter aufgewachsen, die bipolar ist und ihrer Tochter nicht wirklich Liebe geben konnte. Dadurch ist Julia sehr zurückhaltend, fast durchscheinend und versucht es möglichst jedem recht zu machen. Isabelle ist das Gegenteil davon. Sie ist in wohlhabenden Verhältnissen aufgewachsen mit einer sehr liebevollen Mutter und einem Vater, der meistens beruflich unterwegs war. Um Geld musste sie sich nie Gedanken machen. Sie genießt das Leben genauso, wie sie es sich vorstellt. Nach und nach werden aus den beiden Frauen beste Freundinnen, die fast alles zusammen machen, wobei Isabelle den Ton angibt. Doch es gibt mehrere Geheimnisse in der Freundschaft. Beide Frauen verstecken etwas, was die jeweils andere niemals wissen darf.

Nach einem Prolog beginnt das Buch in der Gegenwart im Frühling. Julia hat ein Haus und ein Boot an der Havel organisiert, um mit Isabelle, deren neunjähriger Tochter Matilda und deren gleichaltriger Freundin Charlotte eine gemeinsame Zeit zu verbringen. Julia weiß, dass Isabelle schwer an Krebs erkrankt ist. Aber sie weiß nicht, wie schlimm es wirklich um Isabelle steht. Das Buch endet im Winter, aber da ist Isabelle leider schon gestorben und Julia muss sehen, wie sie ihr Leben ohne die beste Freundin weiterleben soll. Dazwischen gibt es immer wieder Rückblicke in die Zeit vor 25 Jahren, als die beiden Freundinnen sich kennengelernt haben und später Rückblicke in die Zeit vor 10 Jahren, wo plötzlich völlig überraschen Matilda geboren wird.

Ich weiß nicht, ob ich ein völlig anderes, idealistisches Bild von Freundschaften, speziell von besten Freundinnen habe. Für mich war dies keine wirkliche Freundschaft. Isabelle ist egoistisch und zieht ihr Ding durch. Dinge, die sie nicht mag, blendet sie aus. Und Julia ist extremst ängstlich. Nie sagt sie Isabelle ihre wahre Meinung. Immer versucht sie ihrer Freundin alles recht zu machen. Und doch schlummern da diese zwei Geheimnisse, die erst am Ende offenbart werden. Man ahnt nur schon beim Lesen, dass beide Frauen etwas zurückhalten.

Trotzdem las sich das Buch sehr gut. Gerade den psychologischen Hintergrund fand ich sehr interessant. Aber ich wurde mit keiner der beiden Frauen wirklich warm. Ich hätte sie beide immer wieder einmal schütteln mögen. So eine Freundschaft, wie die beiden sie hatten, möchte ich nicht haben. Ich empfand diese Freundschaft einfach als unehrlich. Nun stehen Sie vor der Wahl, lesen oder nicht lesen. Sind Sie neugierig geworden, ob sie die Geschichte auch so empfinden wie ich oder eher so, wie die anderen Leserinnen, die eine ganz andere Meinung zu dem Buch hatten? Schade, dass ich hier von Ihnen keine Reaktionen darauf bekommen kann.

Sprachlich bekommt der Text etwas eindringliches, weil die Autorin mit sehr kurzen Sätzen arbeitet, die aneinandergereiht sind.

Eine sehr intensive Geschichte über zwei beste Freundinnen, die der Tod trennt. Eine Geschichte über Liebe und Verrat. Und eine Geschichte über Freundschaft.

Erzähl mir was Schönes - Lioba Werrelmann
Erzähl mir was Schönes
von Lioba Werrelmann
(10)
Buch (Taschenbuch)
13,99

Nicht nur für Jugendliche ab 14 Jahren

Monika Fuchs aus der Thalia-Buchhandlung in Hamburg , am 20.12.2019

Jetzt, wo gerade die Verfilmung von Caroline Link im Kino angelaufen ist, wollte ich nun endlich auch einmal das Buch lesen, von dem ich schon so viel gehört habe. Ursprünglich ist das Buch 1973 erschienen. Da war ich 10 Jahre alt. Nur leider habe ich das Buch als Jugendliche nie für mich entdeckt, noch war es bei uns Schullektüre. Erstmals ist es mir während meiner Ausbildung in einer Fremdsprachenbuchhandlung aufgefallen. Der Titel „When Hitler stole pink Rabbit“ prägt sich ja doch ein, weil er so ungewöhnlich ist. Und dann lief irgendwann der Film von 1978 im Fernsehen. Damals habe ich ihn angeguckt, aber er hat mich nicht so fasziniert, dass ich daraufhin das Buch lesen wollte.

Jetzt habe ich es aber endlich nachgeholt. Und ich muss sagen, dass man dieses Buch auch sehr gut als Erwachsene lesen kann. Ich finde es sehr spannend zu lesen, wie die Situation für Anna, 1933 gerade einmal 9 Jahre alt, ist. Sie versteht noch gar nicht, was eigentlich in Deutschland gerade passiert. Von einem auf den anderen Tag ist ihr Vater plötzlich in die Schweiz verschwunden. Und wenig später zieht sie zusammen mit ihrer Mutter und ihrem älteren Bruder nach. Die Nervosität der Mutter überträgt sich auch auf die Kinder. In der Zeit von 1933 bis 1937 zieht die Familie insgesamt von Deutschland in die Schweiz, von der Schweiz nach Frankreich und von Frankreich nach England. Immer muss sie neue Sprachen lernen, neue Freunde finden und sich in neuen Schulen zurechtfinden. Dazu kommt, dass auch die Kinder merken, dass es für die Familie finanziell immer schwieriger wird. Dadurch gerät auch die Ehe der Eltern in eine Schieflage.

Da das Buch aus kindlicher Sicht erzählt ist, wird man sanft und vorsichtig auf die Situation in Deutschland vorbereitet. Und dadurch, dass die Familie Deutschland und Frankreich bereits vor 1938 verlassen hat, sind Anna und ihrer Familie auch die schlimmsten Verfolgungen erspart geblieben. Trotzdem merken sie, dass es in Deutschland immer schlimmer wird. Einmal hört Anna zufällig etwas mit, was für ihre jungen Ohren nicht bestimmt ist. Und zum Ende des Frankreich-Aufenthalts bekommt die ganze Familie den Ernst der Situation in Deutschland zu spüren.

Auch wenn die ganzen Gräuel nur durchscheinen, wissen wir als Erwachsene ja, was damals passiert ist. Mich hat dieses Buch trotzdem sehr bewegt. Ich kann es mir sehr gut für Kinder als Einstieg in dieses Thema vorstellen, aber auch als Erwachsener bekommt man einen anderen Blickwinkel. Und der macht uns heute vielleicht empathischer für die Menschen, die heutzutage auf der Flucht sind und alles zurücklassen mussten. Ein wirklich tolles Buch!

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl - Judith Kerr
Als Hitler das rosa Kaninchen stahl
von Judith Kerr
(16)
Buch (Taschenbuch)
7,99

Monika Fuchs aus der Thalia-Buchhandlung in Hamburg , am 20.12.2019

Ich habe dieses Buch erst als Erwachsene für mich entdeckt und finde es unglaublich gut. Diese Sicht aus Kinderaugen gibt einem plötzlich einen ganz anderen Einblick in das, was damals passiert ist. Und es macht vielleicht empathischer für die heutigen Flüchtlinge.

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl (Band 1)
Als Hitler das rosa Kaninchen stahl (Band 1)
von Judith Kerr
(6)
eBook
6,99

 
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