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BuchhändlerInnen im Portrait

Thomas K.
aus der Thalia-Buchhandlung in Neunkirchen

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Im Beruf seit:
1999

Meine Empfehlungen

Die Brüder Grimm geraten abermals in einen Strudel mysteriöser Ereignisse.

Thomas K. aus der Thalia-Buchhandlung in Neunkirchen , am 26.01.2019

Ein Thronerbe, den es nicht geben darf, ein magisches Elixier, furchterregende Schreckgestalten aus fernen Gefilden und eine ebenso schöne wie geheimnisvolle Prinzessin...
Dies sind nur einige der Zutaten, mit denen Kai Meyer in diesem zweiten Roman rund um Wilhelm und Jacob Grimm aufwartet - sehr zum kurzweiligen Vergnügen des Lesers.

Unbedingt ans Herz gelegt seien an dieser Stelle auch die meisterhaft inszenierten Hörspiele zu den beiden meyerschen "Grimm"-Büchern. Wahrhaft großes Kino für die Ohren.

Die Winterprinzessin - Kai Meyer
Die Winterprinzessin
von Kai Meyer
(6)
Buch (Taschenbuch)
12,99

Ein spannender, sozusagen "grimmiger" Roman...

Thomas K. aus der Thalia-Buchhandlung in Neunkirchen , am 26.01.2019

Was soll man sagen: ich habe einfach ein Faible für Kai Meyers Geschichten, und die hier Vorliegende bildet keine Ausnahme, zumal weite Teile ihres handelnden Personals aus einigen DER klassischen Geistesgrößen aus deutschen Landen schlechthin bestehen, namentlich die beiden Hauptprotagonisten: Jacob und Wilhelm Grimm. Die beiden Brüder geraten in ein dichtes Gestrüpp dunkler Machenschaften und mysteriöser Vorkommnisse, in deren Mittelpunkt unter anderen ein (vermeintlich) unvollendetes Manuskript Friedrich Schillers, eine undurchschaubare Gräfin sowie unheimliche Geschehnisse im fernen Warschau stehen.

Anhänger der literaturwissenschaftlichen Orthodoxie werden angesichts der Grimm, Goethe, Schiller und Co angedichteten Taten vielleicht die Haare zu Berge stehen, aber Kai Meyer versteht es, Historie und Fiktion so gekonnt und charmant miteinander zu verweben, dass das Resultat ein höchst unterhaltsamer Abenteuerroman ist, dessen realen Vorbildern man mit umso mehr Neugier nachstöbern möchte.

Die Geisterseher - Kai Meyer
Die Geisterseher
von Kai Meyer
(6)
Buch (Taschenbuch)
12,99

Desillusionistischer Agententhriller fernab aller sonst üblichen Omnipotenz-Klischees.

Thomas K. aus der Thalia-Buchhandlung in Neunkirchen , am 15.09.2018

Die ehedem so vielversprechende Karriere des jungen MI5-Agenten River Cartwright nimmt nach einem verpatzten Einsatz eine deprimierende Wendung und führt ihn geradewegs ins "Slough House" und zu den daselbst dahinvegetierenden sog. "Slow horses" - in Ungnade gefallenen Geheimdienstlern auf dem Abstellgleis.
Während River einem Dasein voller sinnloser Aufgaben zwischen grauen Wänden und staubigen Akten entgegensieht, kommt es zu einem spektakulären Entführungsfall: ein junger Mann wird entführt, seine Geiselnehmer drohen mit seiner Enthauptung. Eigentlich keine Aufgabe für die desolate Truppe und ihren wenig ansehnlichen Boss Jackson Lamb... oder vielleicht doch?

"Slow Horses" aus der Feder des britischen Autors Mick Herron stellt den Auftaktband zu einer vielversprechenden und in Großbritannien seit Jahren sehr erfolgreichen Romanreihe über Jackson Lamb und seine Schar an Ausgemusterten dar. Dies freilich auch mit dem ein oder anderen Problemchen eines solchen Auftaktbandes: die Figuren und ihr Umfeld müssen erst einmal eingeführt werden, die Geschichten erst noch ihren Rhythmus finden. So flacht die Spannung nach dem starken Einstieg etwas ab, kommt jedoch im letzten Drittel wieder in Fahrt.
Trotz dieser kleinen Unwucht hat der Roman mich nicht mehr losgelassen, ich erwarte neugierig die Nachfolger.

Mit den "lahmen Gäulen" setzt man jedenfalls nicht auf`s falsche Pferd.

Abschließend bitte ich um Nachsicht für den vorangegangenen Satz... ;-)

Slow Horses - Mick Herron
Slow Horses
von Mick Herron
(50)
Buch (gebundene Ausgabe)
24,00

Ein in jedem Sinne barockes Buch...

Thomas K. aus der Thalia-Buchhandlung in Neunkirchen , am 03.08.2018

Der Historiker Leonard Horowski entführt uns in seinem Mammutwerk "Das Europa der Könige" in jene ferne, längst vergangene Epoche, als die politische Macht in der alten Welt noch nahezu ausnahmslos in den Händen miteinander in mannigfaltiger Wechselwirkung stehender Adels- und Königshäuser lag. Horowski schlägt dabei einen für Geschichtswälzer erfrischend anderen, nahezu romanhaften Ton an, und breitet dergestalt ein solch` buntes und lebenssattes Panoramagemälde vor den Augen des Lesers aus, das sich Raffaels "Die Schule von Athen" dagegen wie eine grobe Skizze ausnimmt.
Dabei ist es die erklärte Absicht des Autors, die aus heutiger Sicht bizarren - sowie nach dem Urteil der meisten Historiker fast bedeutungslosen - Intrigen und Ranküne unter den Adelsgeschlechtern wieder in ihr Recht zu setzen, als das, was sie für die Zeitgenossen eben meistenteils waren: überlebenswichtige Kämpfe um die eigene Position in der alles bestimmenden Machthierarchie (...und wie sinnfrei und grotesk wird manches, das uns heute in unserem Alltag immens bedeutsam erscheint, wohl für unsere Nachkommen wirken?)
Dabei nimmt Horowski anhand einzelner Episoden mit Vorliebe die heute eher in Vergessenheit geratenen Figuren in den Blick, deren Schicksale dennoch unauflöslich mit den großen Zeitläuften verflochten sind.
Ein prachtvolles, unterhaltsames Opus, das für seine Leser dank der ausführlich dargelegten vielfältigen Adels-Verwandtschaften kreuz und quer durch Europa sogar den Sudoku-Denksport ersetzen kann.
Ein unbedingter Lesetip für jeden Geschichtsinteressierten.

Das Europa der Könige - Leonhard Horowski
Das Europa der Könige
von Leonhard Horowski
(17)
Buch (gebundene Ausgabe)
39,95

Ein weiterer Fall für Stalins ultimativen Geheimagenten Inspektor Pekalla.

Thomas K. aus der Thalia-Buchhandlung in Neunkirchen , am 30.06.2018

Mit der Reihe rund um die ehemalige rechte Hand des Zaren sowie Stalins Nonplusultra-Geheimagenten Inspektor Pekalla ist Sam Eastland eine spannende und unterhaltsame Krimi-Serie vor eindrucksvoll koloriertem historischem Hintergrund gelungen, welcher zugleich meist der Anlass für den jeweiligen Falles liefert - in diesem Band etwa die Entwicklung des berühmten russischen Panzers T34, von Spöttern damals als "Roter Sarg" verunglimpft.
Mag auch die Hauptfigur mitunter etwas überzeichnet und zu sehr mystisch überhöht sein, mag man auch die Darstellung Stalins als stellenweise zumindest fragwürdig empfinden - sehr unterhaltsam und gekonnt geschrieben ist das Ganze allemal, ein echter "neudeutsch" so genannter Pageturner.
In all meiner Unbedarftheit entdeckte ich - einmal mehr - erst nach Erwerb des Buches den Reihencharakter dieses Krimis (es handelt sich um den zweiten Band in Eastlands Pekalla-Werk), wie auch immer, dem Lesevergnügen tat dies keinerlei Abbruch.
Puristen starten ansonsten natürlich mit dem ersten Band der Serie: "Roter Zar".
So oder so: für Liebhaber historisch grundierter Kriminalromane ist der Lesespaß garantiert.

Der rote Sarg / Inspektor Pekkala Bd.2 - Sam Eastland
Der rote Sarg / Inspektor Pekkala Bd.2
von Sam Eastland
(10)
Buch (Taschenbuch)
9,99

Es ist nie zu spät, für etwas einzustehen...

Thomas K. aus der Thalia-Buchhandlung in Neunkirchen , am 30.06.2018

Der verwitwete Feuilletonredakteur Dr. Pereira führt im Portugal der 30er-Jahre ein eher stilles, zurückgezogenes Dasein im Schatten der heraufziehenden Salazar-Diktatur.
Die dunklen Zeichen seiner Zeit sucht er geflissentlich zu ignorieren, widmet sich stattdessen der Zwiesprache mit seiner verstorbenen Frau sowie abseitigen Literaturstudien und hebt ansonsten tunlichst nicht den Blick über den Omelette-beladenen Tellerrand.
Dies ändert sich durch die Bekanntschaft mit einem jungen, politisch engagierten Journalisten und dessen Freundin; unverhofft und Schritt für Schritt sieht sich Pereira gezwungen, sei inneres Refugium zu verlassen und Stellung zu beziehen.
Der im Stile einer protokollierten Aussage verfasste Roman war der wohl größte Erfolg des italienischen Schriftstellers Antonio Tabucchi (1943-2012). Mag er auch die Rezensenten zum Zeitpunkt des Erscheinens gespalten haben, für mich stand dies` Buch am Anfang meines Buchhändlerlebens und nimmt schon allein deswegen eine besondere Stellung in meiner persönlichen Lesegeschichte ein. Und auch nach Jahr und Tag ist es mir noch immer in bester Erinnerung und bleibt allemal eine Leseempfehlung für all jene wert, die es noch nicht kennen.
Ein aufrichtiges, zeitloses Plädoyer dafür, die Zeitläufte nicht einfach so vorbeifließen zu lassen, sondern ggf. aufzustehen, EINzustehen, sich einzubringen.
Von daher zur Zeit (Stand 2018) wieder alarmierend aktuell...

Erklärt Pereira - Antonio Tabucchi
Erklärt Pereira
von Antonio Tabucchi
(7)
Buch (Taschenbuch)
9,90

Eine erzählerische Schatzkiste voller Witz, Wahn und Wunder - aber auch voller bodenloser Schrecken.

Thomas K. aus der Thalia-Buchhandlung in Neunkirchen , am 28.06.2018

Wie nur soll man die Komplexität dieses Werkes mit wenigen Zeilen zu packen bekommen? Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, und dennoch braucht es an dieser Stelle der rezensionstechnischen Vollständigkeit halber zumindest den Versuch.
Wohlan:
Der Leser wird in Köhlmeiers Mammutwerk zum "Beichtvater" des Lebens von Joel Spazierer, einer bizarren Figur voller gut ausgeleuchteter Abgründe, welche sich, unbeirrt von Begriffen wie Gut und Böse durch die Jahre und Jahrzehnte hindurchlaviert, -lügt, -stiehlt und sogar -mordet, und dabei dennoch den Leser (respektive Zuhörer) für sich einzunehmen versteht, unter anderem deshalb, weil er es mit der Wahrheit nicht immer allzu genau nimmt.
Köhlmeiers Meisterschaft bei diesem sich selbst so bezeichnenden Schelmenroman zeigt sich - einmal mehr - im virtuosen Vexierspiel mit verschiedenen Erzählperspektiven und Zeitebenen, während er zugleich gekonnt Wahrheit, Lüge und Fiktion miteinander verflicht.
Durchschnittliche Schriftsteller verfertigen aus einer einzigen Idee gefühlt tausend immer gleiche Buchreihen, herausragende verdichten tausend Ideen und Gedanken zu einem einzigen Werk. "Die Abenteuer des Joel Spazierer" gehören fraglos zur letzten Kategorie.
Ein Roman für Feinschmecker.

Die Abenteuer des Joel Spazierer - Michael Köhlmeier
Die Abenteuer des Joel Spazierer
von Michael Köhlmeier
(9)
Buch (Taschenbuch)
14,90

Beinharter Thriller von enormer Zugkraft

Thomas K. aus der Thalia-Buchhandlung in Neunkirchen , am 28.06.2018

Der gebürtige Südafrikaner John Turner, vor Jahren mit Frau und Kind in die Vereinigten Staaten emigriert, hat es als Kleinunternehmer in Tucson, Arizona zu bescheidenem Wohlstand gebracht. Seine Ehe freilich ist nach Jahr und Tag nur noch von gegenseitiger Abneigung geprägt.
So scheint sein Dasein freudlos dahinzuplätschern, bis eines Abends plötzlich drei maskierte Gestalten in sein Heim eindringen und ihn und seine Familie als Geiseln nehmen.
Doch bricht das grimme Schicksal tatsächlich willkürlich und anlasslos über John herein? Oder holt ihn ein Echo seines früheren, nicht ganz lupenreinen Lebens in Südafrika ein? So oder so: eine lange, schlimme Nacht beginnt...

Dieser Roman stellte meine erste Begegnung mit Roger Smith dar, welcher als Thriller-Autor für die eher hartgesottene Leserschaft gilt - und nun, da ich mir mit zuckendem Augenlid die Blutstropfen aus dem Antlitz wische, kann ich dies vollumfänglich bestätigen.
Allerdings verkommt die Gewaltdarstellung nie zu bloßem l'art pour l'art, sondern ist zwangsläufiger Teil der gekonnt und temporeich auf zwei Zeitebenen erzählten Handlung.
Nichts für Zartbesaitete, aber Freunden der härteren Gangart sei dies` Buch unbedingt empfohlen!

Mann am Boden - Roger Smith
Mann am Boden
von Roger Smith
(7)
Buch (Paperback)
14,95

Fesselnder Krimi vor dramatischem Hintergrund

Thomas K. aus der Thalia-Buchhandlung in Neunkirchen , am 30.05.2018

Nur der "Mischehe" mit seiner treu zu ihm stehenden "arischen" Frau verdankt es der aufgrund seiner jüdischen Glaubenszugehörigkeit aus dem Staatsdienst entlassene Kommissar Richard Oppenheimer, dass er noch unter den Lebenden weilt. Und doch fürchtet er jeden Tag um seine blanke Existenz im vom Krieg gezeichneten Berlin.
Umso ungläubiger reagiert er, als ein SS-Offizier ihn eines Tages zur Mitarbeit an der Aufklärung einer bizarren Mordserie abkommandiert...
Harald Gilbers ist ein spannender Kriminalroman mit einem ungewöhnlichen Protagonisten gelungen, über dessen Haupt stets das Damoklesschwert der eigenen Vernichtung dräut.

P.S.: Ob sich Richard Oppenheimer und Gereon Rath wohl irgendwann einmal über den Weg laufen...? ;-)

Germania / Kommissar Oppenheimer Bd.1 - Harald Gilbers
Germania / Kommissar Oppenheimer Bd.1
von Harald Gilbers
(30)
Buch (Taschenbuch)
9,99