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Monika Schulte aus Hagen Unsere Top-BuchhändlerInnen

Gesamte Bewertungen 453 (ansehen)


Meine Bewertungen

Macht einfach Spaß zu lesen!

Monika Schulte aus Hagen , am 13.10.2019

Was für eine herrliche Geschichte! Vor einiger Zeit habe ich "Der Duft des Sussita" von Robert Scheer gelesen und da hatte ich schon jede Menge Spaß. Aus der Zeit ist mir auch Onkel Sauberger bekannt, der auch in der "Matthäus-Passion" wieder eine große Rolle spielt. Wie schön, ihm wieder zu begegnen und seinen Geschichten lauschen zu können!

Lothar Matthäus, der als Trainer für die israelische Mannschaft Maccabi Netanja arbeiten soll, spielt eher eine Nebenrolle, obwohl er stets dabei ist. Die Hauptperson ist eindeutig sein Dolmetscher, der Ich-Erzähler und halt Onkel Sauberger, der immer noch am liebsten Schweinefleisch isst und das ausgerechnet im gelobten Land! Sein Konsum an Wurst ist fast schon legendär!

Lothar Matthäus, sein Dolmetscher und Onkel Sauberger machen sich auf den Weg einmal quer durch Israel, um irgendwo ein großartiges Fußballtalent zu entdecken, dass die Mannschaft endlich voranbringen könnte. Die Talentsuche entpuppt sich allerdings als sehr große Herausforderung, doch Onkel Sauberger wäre nicht er selbst, wenn er nicht aus jeder Situation das Beste machen würde. In der Hauptsache geht es ihm natürlich ums Essen.

Unter nahöstlichen, blauen und heißem Himmel begegnen die drei Männer den unterschiedlichsten Menschen und Religionen. Als Leser sitzt man irgendwie mit im Auto, erlebt alles hautnah und erfährt so ganz nebenbei sehr viel über Land und Leute.

Robert Scheer erzählt ehrlich, genau und witzig. Die Handlung schreitet leicht und unterhaltsam voran. Die Geschichte ist erfrischend bunt und heiter und ich hoffe, dass es weitere Geschichten von Onkel Sauberger geben wird. Ob Lothar Matthäus mit seiner Talentsuche Erfolg gehabt hat? Tja, das müsst Ihr schon selbst lesen!

Matthäus-Passion - Robert Scheer
Matthäus-Passion
von Robert Scheer
(1)
eBook
3,99

Wohlfühlkrimi mit Dame und Dackel

Monika Schulte aus Hagen , am 06.10.2019

Tante Frieda, eine rüstige alte Dame, die in Hanaus schönem Viertel Hohe Tanne lebt, kommt es komisch vor, dass plötzlich so viele Männer in ihrer Umgebung sterben. Geht das noch mit rechten Dingen zu oder steckt da doch mehr dahinter? Der letzte Tote hatte offensichtlich mit Drogen zu tun und so siedelt die Polizei das Ganze auch in der Drogenszene an, doch könnte es sein, dass die Polizei sich da irrt? Tante Frieda ist sich da mittlerweile sehr sicher. Zusammen mit ihrer immer hungrigen Nichte Lena, versucht sie dem Ganzen auf die Spur zu kommen - nicht immer mit legalen Mitteln, aber dafür sehr gewitzt.

"Tante Frieda: Ein Hohe-Tanne-Krimi" - ist eine sehr originelle Geschichte. Absolut unterhaltsam, charmant und komplett unblutig. Tante Frieda, eine resolute alte Dame mit Dackel, sie muss man einfach mögen. Die Handlung schreitet leicht voran und ehe man sich versieht, hat die Autorin den Leser doch glatt auf die falsche Fährte geführt!

Ich bin schon sehr gespannt auf die weiteren Abenteuer der alten Dame, denn hier ist perfektes Lese-Vergnügen garantiert.

Tante Frieda Bd.1 - Heidi Gebhardt
Tante Frieda Bd.1
von Heidi Gebhardt
(3)
Buch (Taschenbuch)
9,99

Pflichtlektüre für Jedermann!

Monika Schulte aus Hagen , am 04.10.2019

Mary Berg, eigentlich Miriam Wattenberg, beginnt an ihrem 15. Geburtstag Tagebuch zu schreiben. Es ist das Jahr 1939. Die deutsche Armee marschiert in Polen ein. Die jüdische Bevölkerung wird ins Warschauer Ghetto getrieben. Mary beschreibt sehr eindringlich das Leben im Ghetto, wie immer mehr Menschen im Ghetto leben müssen, überwiegend unter unmenschlichen Bedingungen. Die Bevölkerung leidet, sie hungert. Immer mehr Krankheiten breiten sich aus. Mütter, Väter und Kinder werden wahllos drangsaliert oder gleich erschossen.

Mary beschreibt aber auch, wie sich die jüdische Bevölkerung nicht unterkriegen lässt. Heimlich werden Schulen gegründet. Theateraufführungen werden organisiert. Sammlungen finden statt, um denen zu helfen, die wenig oder gar nichts mehr haben.

Die ersten Deportationen in Vernichtungslager beginnen. Die Todesmaschinerie nimmt ihren Lauf. Immer mehr Menschen verschwinden. Mary hat Glück im Unglück. Ihre Mutter ist gebürtige Amerikanerin und hat somit einen besonderen Schutzstatus. 1942, nach 4 Jahren im Ghetto, kann Mary mit ihren Eltern und der Schwester nach Amerika fliehen. Familie und Freunde müssen zurückgelassen werden und Mary lebt seitdem mit einem schlechten Gewissen.

"Wann wird diese Hölle endlich enden?" - Ein sehr berührendes, bedrückendes Zeitzeugnis. Ich habe in den letzten Jahren viele Bücher über den Zweiten Weltkrieg gelesen und immer wieder bin ich erschüttert über die grausame Herrschaft der Nazis. Jetzt ein Tagebuch zu lesen, einen Bericht aus erster Hand, lässt mich wieder einmal traurig zurück. Unfassbar, unvorstellbar was all die Menschen erleiden mussten.

"Wann wird diese Hölle endlich enden?" - Dieses Buch sollte Pflichtlektüre für Jedermann sein.

Wann wird diese Hölle enden? - Mary Berg
Wann wird diese Hölle enden?
von Mary Berg
(22)
Buch (gebundene Ausgabe)
23,00

Eine meiner schönsten Lese-Entdeckungen 2019!

Monika Schulte aus Hagen , am 02.10.2019

Das Jahr 1922. Stella, die Tochter des Gutsverwalters, liebt das Leben auf dem Land und sie liebt Carsten, den Sohn des Gutsherrn. Die beiden haben schon ihre Kindheit miteinander verbracht und für Stella steht fest, dass sie Carsten einmal heiraten wird. Sein Vater sieht das anders. Stella ist nicht standesgemäß. Als ihr Vater plötzlich stirbt, taucht bei der Beerdigung ihre Halbschwester Luna auf. Von deren Existenz hat sie bisher noch nicht einmal etwas geahnt. Stellas Ziehmutter legt ihr nahe, mit Luna nach Hamburg zu gehen und dort ein neues Leben zu beginnen.

Lorenzo ist ein armer Landarbeiter in der Romagna. Seine große Liebe gilt Giuseppina, der Tochter eines Kaufmanns, doch meint sie es wirklich ernst mit ihm? Als Lorenzo sich mit den falschen Leuten anlegt, muss er zu seinem Onkel nach Hamburg fliehen.

Das Leben in der Stadt haben sich beide anders vorgestellt. Hier herrscht Armut und oftmals Hunger. Während Stella ihrer Schwester im Laden hilft, bewährt sich Lorenzo, in dem er immer wieder neue Ideen einbringt, wie man das Geschäft zum Laufen bringt. Nach und nach wird aus dem kleinen Laden ein bekanntes Feinkostgeschäft und aus den Bewohnern des Hauses eine Wohngemeinschaft, die sich gegenseitig hilft und stützt.

"Bella Stella" - ein ganz wunderbarer Roman mit überraschenden Wendungen! Mitreißend und atmosphärisch hat dieses Buch alles, um ein echter Erfolgsroman zu werden. Tiefsinnig und unterhaltsam mit vielschichtigen und interessanten Persönlichkeiten. Der Schreibstil äußerst angenehm und bildhaft. Als Leser ist man dabei. Man liebt, man leidet, man hofft. Von der ersten Seite an war ich begeistert und mochte gar nicht mehr aufhören. Eine meiner schönsten Lese-Entdeckungen 2019!

Bella Stella - Brigitte Pasini
Bella Stella
von Brigitte Pasini
(9)
Buch (Taschenbuch)
10,99

Das perfekte Lesevergnügen für trübe Herbst- und Wintertage!

Monika Schulte aus Hagen , am 28.09.2019

Die Innenarchitektin Lexie Cavendish ist noch immer dabei, das Rätzel ihrer Mutter zu lösen. Einst hatte sie auf Dunmore Castle gearbeitet und war plötzlich verschwunden. Lexie erinnert sich nur, dass sie schon einmal auf der Burg war. Auch der Ort Cerigh kommt ihr bekannt vor, doch niemand will ihr so richtig Auskunft geben. Die Frauen des Ortes haben ihre Mutter offensichtlich nicht gemocht, doch was ist damals wirklich geschehen? Und was haben der Burgherr und sein Sohn Grayson damit zu tun? Immer wieder passieren merkwürdige Dinge. Immer wieder gerät Lexie in Gefahr. Zudem wird sie ständig von schlimmen Albträumen heimgesucht.

Lexie hat sich längst in Grayson verliebt. Auch er scheint Gefühle für sie zu hegen, doch kann sie Grayson tatsächlich trauen? Und wie soll das überhaupt gehen? Schließlich arbeitet Lexie für Graysons härtesten Konkurrenten.

Voller Spannung habe ich den zweiten Teil erwartet! Und wie schon im ersten Teil, fesselt Kathryn Taylor den Leser mit ihrer Geschichte. Die Stunden sind beim Lesen nur so davon geflogen. Man fiebert förmlich mit Lexie mit. Wird es ihr gelingen, all die Geheimnisse und Rätzel der Vergangenheit zu lösen? Spannend, lebendig, bildhaft. Das perfekte Lesevergnügen für trübe Herbst- und Wintertage mit einem Ende, das ich so nicht erwartet habe. Absolute Lese-Empfehlung!

Dunmor Castle - Der Halt im Sturm - Kathryn Taylor
Dunmor Castle - Der Halt im Sturm
von Kathryn Taylor
(17)
Buch (Taschenbuch)
10,00

Es ist nie zu spät für einen Neuanfang!

Monika Schulte aus Hagen , am 22.09.2019

Es ist nie zu spät für einen Neuanfang!

Der Geriater Alexander hat seinen Vorruhestand perfekt geplant. Zuhause hat er alles verkauft. Seinen Lebensabend möchte er nun in einem kleinen irischen Cottage verbringen. Zuvor muss er jedoch an die Algarve reisen. Sein alter Freund Joe ist verstorben. Er schließt sich einer Busgruppe an, die aus Rentnern besteht. Sie wollen auch nach Portugal, haben dort ein altes Haus gekauft und wollen noch einmal etwas Neues wagen.

Den Beginn seines Vorruhestandes hat sich Alexander jedoch irgendwie anders vorgestellt, denn anstatt in Ruhe mit dem Bus an die Algarve zu zuckeln, findet er sich in einem alten Kleinbus wieder und nicht nur das, er ist der Fahrer!

Die Rentnergruppe bringt seinen streng durchdachten Plan ganz schön durcheinander, doch Alexander muss erkennen, dass die alten Leute die richtige Einstellung zum Leben haben. Sie lieben das Leben. Sie sind positiv gestimmt, wollen noch einmal etwas erleben. Sie sind eben "high on life".

Als Alexander bei der Beerdigung seine Jugendliebe Veronica trifft, ist es um ihn geschehen und er weiß plötzlich nicht mehr, ob er wirklich noch weiter nach Irland fahren soll.

"Silbergrau mit Wellengang" - eine originelle Geschichte um eine Handvoll alter Leutchen, die noch einmal durchstarten wollen. Ein Lesevergnügen der besonderen Art mit viel Wärme und einer wunderbaren Leichtigkeit. Ein ganz bezauberndes Buch, das zeigt, dass es nie zu spät für einen Neuanfang ist.

Ganz hinreißend wie Alexander sich im Laufe der Fahrt nach Portugal wandelt und endlich lernt, das Leben zu lieben. Eine hinreißende Geschichte, die einfach Spaß macht, sie zu lesen! Sie gehört definitiv in die Kategorie "Glücklichmachbuch"!

Silbergrau mit Wellengang - Joachim Steidel, Andrea Reichart
Silbergrau mit Wellengang
von Joachim Steidel
(1)
Buch (Paperback)
12,80

Ein farbenprächtiges Gesellschaftsbild einer Zeit im Umbruch

Monika Schulte aus Hagen , am 21.09.2019

Wo Peter Prange drauf steht, ist auch Peter Prange drin. Mit dem ersten Teil seiner Geschichte über die Familie Ising, ist dem Autor wieder einmal ein großes Meisterwerk gelungen. Wer dieses Buch gelesen hat, wird es so schnell nicht vergessen. Bei jeder Zeile spürt man, wie intensiv sich Peter Prange mit der Zeit der Machtergreifung Hitlers auseinandergesetzt hat.

Die Geschichte handelt von Hermann Ising, seiner Frau und den fünf Kindern. Fünf Kinder, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Charly, die ihren Traum wahr werden lässt und Kinderärztin wird. Georg, der lieber Auto-Ingenieur wird, anstatt die Zuckerfabrik des Vaters zu übernehmen. Edda, für die die Filmwelt alles bedeutet und die an der Seite der berühmten Leni Riefenstahl arbeiten darf und nicht nur das.

Zu den Geschwistern gehört auch Horst, bei weitem nicht so intelligent wie die anderen. Er wird in der Partei Karriere machen.

Das Nesthäkchen Willi ist der Jüngste. Er wurde mit dem Downsyndrom geboren. Was das unter dem Nazi-Regime bedeutet, muss ich nicht extra erklären. Hitler hat 1939 die Anordnung zur Ausrottung lebensunwerten Lebens offiziell erlassen und hierzu gehörten verstörenderweise Menschen mit Behinderungen.

Während Charly versucht, ihren kleinen Bruder zu retten, wird ihre große Liebe Benjamin Jungbluth bedroht. Er, der Architekt, der noch so Großes vorhatte, versucht - vielleicht schon zu spät - das Land zu verlassen. Wird es ihm gelingen?

"Eine Familie in Deutschland - Zeit zu hoffen, Zeit zu leben" - nicht nur die Geschichte einer Familie, sondern auch die Geschichte der Konstruktion des Volkswagens im Wolfsburger Land.

Es ist ein sehr intensives Buch, das man nicht so leicht aus der Hand legt. Nur wenige Autoren verstehen es, auf diese Art und Weise Zeit, Orte und Begebenheiten dem Leser so nahe zu bringen. Als Leser wird man in die Geschichte hinein gezogen. Man ist stiller Beobachter. Man fiebert, man leidet mit den Personen mit.

Wie der Autor selbst, frage auch ich mich: Wie hätte man damals selbst reagiert? Wäre man in der Partei gewesen, wie Hermann Ising, mehr oder weniger, damit man seine Ruhe hat? Hätte man sich eventuell von der Propagandamaschinerie beeinflussen hatten oder wäre man in den Widerstand gegangen? Hätte man das Land verlassen oder hätte man, wie so viele, gedacht, das wird schon wieder?

Peter Prange ist für mich einer der größten deutschen Geschichtenerzähler. Wieder einmal hat er ein farbenprächtiges Gesellschaftsbild jener Jahre entworfen. Es ist ein großartiges Buch, das unbedingt gelesen werden muss!

Eine Familie in Deutschland - Peter Prange
Eine Familie in Deutschland
von Peter Prange
(44)
Buch (Taschenbuch)
13,00

Intensiv. Außergewöhnlich. Ungewöhnlich.

Monika Schulte aus Hagen , am 09.09.2019

Sarah und die Erzählerin lernen sich an Silvester kennen. Sarah, laut und ungestüm, immer auf der Überholspur. Zu stark geschminkt, zu impulsiv, zu schnell. Und da ist die Erzählerin, deren Namen der Leser nie erfahren wird. Die Erzählerin, eine Lehrerin mit Kind, alleinerziehend. Sie ist ruhig. Sie ist unauffällig.

Die beiden verlieben sich ineinander. Eine Liebe wie ein Orkan. Eine Liebe, die über beide hinwegfegt, voller Leidenschaft, alles verzehrend. Voller Zweifel und voller Verzweiflung, voller Liebe. Diese Liebe ist zügellos. Sie verausgabt beide und doch kann die eine nicht ohne die andere.

Als Sarah schwer erkrankt, flieht die Erzählerin nach Triest. Dort lebt sie allein in der Wohnung einer Freundin. Sie kann nicht aufhören an Sarah zu denken. Sie kann aber auch nicht zurück. Ob Sarah noch lebt? Ob Sarah schon tot ist? Sie weiß nicht mehr, was sie kann, was sie will. Und ihr Kind? Und wieder rollt ein Orkan über sie hinweg...

"Es ist Sarah" - ein Buch geschrieben wie ein Trommelfeuer. Die Worte wie ein Orkan, der nicht nur über die beiden Protagonistinnen hinwegfegt, sondern auch über den Leser. Eine sehr intensive Sprache, in einem wilden, impulsiven Takt. Geschrieben, als würden Peitschen knallen.

Keine schöne Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen, sondern die Geschichte über eine alles verzehrende Beziehung. Eine Beziehung voller Emotionen, voller Verzweiflung voller Verlangen. Tragisch. Aufwühlend. Ein intensives Buch. Ungewöhnlich. Außergewöhnlich.

Es ist Sarah - Pauline Delabroy-Allard
Es ist Sarah
von Pauline Delabroy-Allard
(3)
Buch (gebundene Ausgabe)
22,00

Unblutig, großartig, einmalig!

Monika Schulte aus Hagen , am 06.09.2019

Sophia Alvarez, eine Ermittlerin aus Leidenschaft, hat sich mit der Münchner Mordkommission überworfen und wird strafversetzt in den Bayerischen Wald. Hier ist sie aufgewachsen. Hier wollte sie nie wieder hin. Kaum dort angekommen, geht an Pfingsten ein junges Mädchen in Flammen auf. Während der Polizeichef von Bogen von Suizid ausgeht, ist sich Sophia sicher, dass es Mord war. Obwohl sie sich eigentlich nur um Verkehrsangelegenheiten kümmern soll, nimmt sie heimlich die Ermittlungen auf. Sie kann einfach nicht anders. Sie muss ermitteln und das Ergebnis wird nicht nur die Dorfgemeinschaft durcheinander bringen.

Als ich die letzten Zeilen gelesen, das Buch schließlich zur Seite gelegt habe, habe ich laut ausgerufen: "Wow! Hammer!". Die Geschichte wird mit jeder Seite spannender. Ein sehr intensives Buch mit einem Thema, das es in sich hat. Ein Buch, das man nicht so leicht aus der Hand legt. Psychologisch so aufgebaut, dass man leicht atemlos werden kann.

Man schaut dem möglichen Täter beim Lesen über die Schulter. Man ist dabei, lernt seine Gedanken, sein Wesen kennen und wird doch immer wieder auf eine andere Spur geführt. Der Autorin gelingt der Aufbau eines enormen Spannungsbogens.

Ganz wunderbar auch die private Sophia, die zweifache Mutter, die in ihren Heimatort verbannt wird, an den sie keine guten Erinnerungen hat und deren Kinder bei ihrem Exmann leben. Immer wieder wird sie von Zweifeln geplagt, sagt sich, dass sie keine gute Mutter ist, nicht besser als die eigene.

In Bogen ermittelt sie nicht nur unerlaubterweise, hier muss sie sich auch ihrer eigenen Vergangenheit stellen und wird feststellen, dass es für einen Neuanfang nie zu spät ist.

Genau und ehrlich beschreibt die Autorin, wie eine Dorfgemeinschaft tickt. Der Leser wird konfrontiert mit uralten Bräuchen und Vorurteilen. Auch Sophie Alvarez ist davor nicht gefeit.

"Suppenbrunzer" - eine wahnsinnig spannende Geschichte zu einem sehr wichtigen Thema. Außerordentlich gut gelungen! Unblutig, großartig, einmalig! Ich hoffe, Sophia Alvarez bald bei ihrem zweiten Fall begleiten zu dürfen!

Suppenbrunzer - Nicole Lingen
Suppenbrunzer
von Nicole Lingen
(4)
Buch (Taschenbuch)
11,90

Ein großartiger Roman aus der Welt der Kunst!

Monika Schulte aus Hagen , am 05.09.2019

Wir schreiben das Jahr 1922. Fünf Menschen beginnen ihr Studium am Bauhaus im Weimar. Sie sind jung. Sie sind wild. Sie sind frei. Sie lieben ihre junge Kunstwelt, sie lieben das Besondere am Bauhaus.

Paul Beckermann ist einer von ihnen. Er erzählt ihre Geschichte. Neben seinem Studium am Bauhaus arbeitet Paul für Ernst Steiner. Für Steiner malt er kitschige Landschafts- und Mädchenbilder, die im großen Stil von Amerikanern gekauft werden. Paul braucht das Geld, um unabhängig von seinen Eltern das Studium finanzieren zu können.

Am Bauhaus haben die jungen Studenten mit Künstlern mit Itten, Kandinsky und Klee zu tun. Von Itten übernehmen sie u.a. die Sitte, strengt zu fasten. Das Fasten schafft Klarheit, sie bekommen einen besseren Blick für die Kunst. Das Fasten, das Studium, es bringt die Studenten oft an ihre Grenzen. Sie feiern, sie nehmen Drogen, verbringen aber auch viel Zeit in der Natur. Eine herrliche Zeit für die jungen Menschen, die die Kunst so lieben und nach Erfolg streben.

Paul ist in Charlotte verliebt, doch sie ist mit Jenö zusammen, der wiederum von Walter geliebt wird. Geheime Lieben, Lebensläufe, Schicksale. Die Zeit vergeht. Einige von ihnen werden zu Jungmeistern ernannt, dürfen nun selbst unterrichten.

Die goldenen Zwanziger Jahre sind bald vorbei. Eine andere Zeit bricht an, eine düstere Zeit. Das Bauhaus mit seiner modernen Kunst ist verpönt bei den Nationalsozialisten. Das Bauhaus in Weimar muss schließen. Sie siedeln sich in Dessau an. Charlotte, die ursprünglich aus Prag stammt, wird zur unerwünschten Person erklärt, doch zum Fliehen ist es zu spät.

"Diese goldenen Jahre" - es ist ein Roman, der mich fasziniert hat. Ein Roman, mit dem man eintaucht in die Welt der Kunst, die vielleicht nicht jedem geläufig sein mag. Am Bauhaus gibt es eine Weberei, eine Metallwerkstatt, eine Druckerei. Es sollen Produkte erschaffen werden mit einfachen und klaren Formen. Industriell hergestellte Gebrauchsgegenstände, die auch für gewöhnliche Menschen erschwinglich sind, die ihnen das Leben leichter machen sollen

Das Bauhaus - eine spannende Zeit, vielleicht sogar der Zeit voraus. Im Jahr 2019 feiert das Bauhaus 100jähriges Jubiläum. Das Buch passt hervorragend. Es ist ein großartiges Buch. Es fesselt, es begeistert. Ich weiß nicht, ob es Zufall ist oder gewollt, aber könnte es sein, dass bei der Form des Buch (sehr eckig) an das Bauhaus gedacht wurde?

"Diese goldenen Jahre" - ein Roman, der bestens unterhält und die Bauhaus-Ära lebendig werden lässt. Unbedingte Lese-Empfehlung!

Diese goldenen Jahre - Naomi Wood
Diese goldenen Jahre
von Naomi Wood
(5)
Buch (gebundene Ausgabe)
22,00

 
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