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Ein Schelm aus Aventurien

Gesamte Bewertungen 53 (ansehen)


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Märchenhaftes Casual-Adventure

Ein Schelm aus Aventurien , am 23.10.2016

Vor langer Zeit vertrieben die Menschen alle magischen Wesen. Daher steht die Beziehung zwischen Menschenfrau Evelin und dem Katzenmenschen Aurelio unter keinem guten Stern. Doch nicht nur die Menschen machen Jagd auf Aurelio, auch der König der Katzenwesen ist hinter ihm her...

'Forest Legends – Der Ruf der Liebe' ist ein Casual-Adventure, das ein Point'n'Click-Adventure mit zahlreichen Minispielen verbindet und dadurch wie ein Wimmelbild-Adventure wirkt, bei dem man die Wimmelbilder vergessen hat.

Point'n'Click-Adventure bedeutet, dass man Hindernisse überwindet, indem man Gegenstände sinnvoll miteinander kombiniert. Das ist im großen und ganzen gut gelungen: Bei den meisten Rätseln ist die Lösung nachvollziehbar, es gibt allerdings auch ein paar Aufgaben, bei denen die Lösung nicht unbedingt Sinn ergibt. In solchen Fällen kann entweder die sehr niedlich gestaltete Tippfunktion um Hilfe bitten oder in die integrierte Komplettlösung schauen. Ein automatisch geführtes Tagebuch hält alle wichtigen Erkenntnisse fest.
Aufgrund des riesigen Spielfeld kann es schnell passieren, dass man nicht mehr weiß, wo jetzt die Truhe war, zu der man gerade den Schlüssel gefunden hat. Für diesen Fall gibt es eine Karte, die anzeigt, wo es noch etwas zu tun gibt. Das ist auch sehr hilfreich, wenn man irgendwo etwas übersehen hat. Außerdem bietet die Karte eine Schnellreisefunktion, die dem Spieler viel lästige Laufarbeit abnimmt.

Die Minispiele sind Denkaufgaben. Diese fangen sehr einfach an, steigern sich im Lauf des Spiels aber zumindest bis zu einem mittleren Schwierigkeitsgrad, sind also mit etwas Tüftelei noch lösbar. Wer keine Lust hat, darf die Spiele nach kurzer Wartezeit überspringen.Als nervtötend entpuppt sich das Hexenküchen-Minispiel, in dem man regelmäßig Tränke brauen muss. Da der Brauvorgang letztendlich immer der gleiche ist und das Minispiel dazu nicht besonders anspruchsvoll, kommt hier schnell Langeweile auf.

Punkten kann das Spiel mit seiner Geschichte und der märchenhaften Atmosphäre. Eigentlich ist die Geschichte recht vorhersehbar und das Motiv 'Rette deinen Liebsten' ist auch nicht übermäßig originell, aber durch das Spieldesign fühlt man sich wirklich wie in einem Märchen der Gebrüder Grimm: Man begegnet ständig Wesen, die Hilfe brauchen; man trifft sprechende Pilze und Kobolde; die einsame Hexenhütte im Wald ist genauso da wie Rapunzels Turm und zahlreiche Memos helfen nicht nur dabei, Rätsel zu lösen, sondern verbreiten auch eine unglaublich stimmige Atmosphäre. Schön ist auch, dass viele Objekte, die nichts mit den Rätseln zu tun haben, reagieren, wenn man sie anklickt. Dadurch entsteht das Gefühl einer lebendigen Welt. Die Gesamtspielzeit für Hauptspiel und Bonuskapitel beträgt gut vier Stunden.

'Forest Legends – Der Ruf der Liebe' zieht den Spieler tief in seine märchenhafte Atmosphäre. Das Spiel kann zwar nicht ganz mit 'richtigen' Adventures mithalten, aber das will es als Casual-Adventure auch gar nicht. Gerade für Gelegenheitsspieler, die sonst überwiegend Wimmelbild-Adventures spielen, ist 'Der Ruf der Liebe' ein wunderschönes Bindeglied zwischen diesem Genre und einem normalen Point'n'Click-Adventure.

Forest Legends - Der Ruf der Liebe
Forest Legends - Der Ruf der Liebe
(1)
Game (PC)
4,99

Und am Ende der Straße steht mein Haus am See

Ein Schelm aus Aventurien , am 21.10.2016

Als Henry seiner Freundin Ann einen Heiratsantrag macht, lehnt sie ab: Jemand hat in der Nacht zuvor Henrys Gesicht auf allen Fotos in ihrem Album zerkratzt. Außerdem hat sie eine Nachricht von ihrem Bruder erhalten – nur ist der seit 15 Jahren tot...

'Das Haus am See – Kinder der Stille' ist ein Wimmelbild-Adventure. Während man sich durch ein Point'n'Click-Adventure rätselt, wird man immer wieder mit Wimmelbild-Szenen konfrontiert, in denen man versteckte Objekte suchen muss, und mit Minispielen, in denen man sich Denkaufgaben stellen muss.

Der Adventure-Teil ist nicht besonders schwierig. Das liegt zum einen daran, dass die Rätsel so plausibel sind, dass man gleich auf die Lösung kommt; zum anderen daran, dass Henry nicht mit hilfreichen Kommentaren spart, die auf den richtigen Weg führen. Die größte Schwierigkeit stellen aber nicht die Rätsel dar, sondern dass man versehentlich einen Gegenstand übersieht. Falls das passiert, gibt es mehrere Hilfefunktionen: Ein automatisch geführtes Tagebuch zeichnet alle relevanten Entdeckungen auf. Eine Karte zeigt an, wo noch offene Aufgaben auf den Spieler warten, bietet aber leider keine Schnellreisefunktion. Das Spiele ist zwar so gestaltet, dass die relevanten Bereichen meistens dicht beieinander liegen, aber auf eine paar längere Wanderungen muss man sich schon einstellen. Falls das alles nicht weiterhilft, kann man sich von der wiederaufladbaren Tippfunktion einen konkreten Hinweis geben lassen.

Die Wimmelbilder sind ebenfalls nicht besonders anspruchsvoll. Die meisten Objekte findet man spätestens auf den zweiten Blick. Vereinzelt kommt es vor, dass man Gegenstände aufgrund der teilweise etwas unscharfen Grafik nicht erkennt, ab und zu machen es auch Übersetzungsfehler unmöglich, dass gesuchte Objekt zu finden. In solchen Fällen hilft auch hier die wiederaufladbare Tippfunktion.
Es gibt relativ wenige Wimmelbild-Szenen, wodurch sich die vorhandenen besser in die Geschichte einfügen. Einige Wimmelbilder wiederholen sich, wobei Änderungen erhalten bleiben und die erneute Freischaltung nur an Orten erfolgt, die man sowieso noch einmal besuchen muss; außerdem wird sie auf der Karte angezeigt. Im Bonuskapitel wiederholen sich allerdings einige Szenen aus dem Hauptspiel, hier sucht man teilweise auch noch einmal exakt die gleichen Gegenstände.

Denkaufgaben gibt es ebenfalls relativ wenige. Der Schwierigkeitsgrad der meisten Aufgaben ist mittel, also nicht im Vorbeigehen zu lösen, aber immer noch gut zu knacken, wenn man ein bisschen nachdenkt und knobelt. Es gibt in Sachen Schwierigkeitsgrad aber auch ein paar Ausreißer nach unten, die man lösen kann, ohne groß nachdenken zu müssen (wie das 'Malen nach Zahlen' im Bonuskapitel). Nach kurzer Wartezeit lassen sich alle Aufgaben überspringen.

Richtig gut gelungen ist die Geschichte, auch wenn sie einen gewaltigen Logikfehler enthält. Dafür bekommt man aber einen gelungenen Spannungsbogen, bei dem man das Geheimnis allmählich aufdeckt und der so den Spieler lange bei Laune hält. Auch die unheimliche Atmosphäre ist gut umgesetzt, hier sticht vor allem das Kinderzimmer hervor. Wenig verständlich ist daher die Altersfreigabe, denn für jüngere Kinder kann das Spiel durchaus zu gruselig sein. Eine Freigabe ab zwölf Jahren wäre durchaus zu rechtfertigen gewesen. Die Spielzeit beträgt für Hauptspiel und Bonuskapitel insgesamt etwa dreieinhalb Stunden.

'Das Haus am See – Kinder der Stille' richtet sich aufgrund des geringen Schwierigkeitsgrads hauptsächlich an Genre-Einsteiger, bietet aber auch erfahrenen Spieler eine schöne Spielerfahrung, wenn sie Wimmelbild-Adventures in erster Linie wegen der Geschichte spielen.

Das Haus am See - Kinder der Stille - Purple Hills
Das Haus am See - Kinder der Stille - Purple Hills
(1)
Game (PC)
4,99

Auf der Spur des Weswolfes

Ein Schelm aus Aventurien , am 20.10.2016

Auf der Suche nach ihrer verschwundenen Großmutter bietet sich der jungen Ashley ein Bild des Grauens: Das Anwesen ist verwüstet, überall gibt es Kampfspuren und im Keller liegt ein toter Nachbar. Alle Hinweise sprechen für einen Werwolf als Täter, doch konnte Großmutter rechtzeitig fliehen oder ist sie der Bestie zum Opfer gefallen? Ashley begibt sich auf die Suche...

'Der Fluch der Werwölfe' ist ein Wimmelbild-Adventure. Den größten Teil des Spiels nimmt ein Point'n'Click-Adventure ein, regelmäßig darf man aber auch in Wimmelbild-Szenen nach versteckten Objekten suchen und Denkspiele lösen.

Der Adventure-Teil ist nur mäßig. Das liegt zum Teil an den Rätseln, die entweder so einfach sind, dass sich die richtige Lösung direkt aufdrängt, oder keinen logischen Sinn ergeben, wie die Kiste, die man herunterholt, indem man mit einem Steinwurf das Seil durchtrennt, an dem sie hängt. Ähnlich störend sind die gescripteten Rätsel: So findet man im lauf des Spiels mehrere Stofffetzen, kann aber nur mit einem davon eine Pfütze aufwischen. Komfortfunktionen für den Spieler gibt es wenige: Das automatisch geführte Tagebuch protokolliert nur die Geschichte, ist aber auch nicht nötig, um Rätsel zu lösen. Eine Tippfunktion dagegen gibt es in diesem Teil des Spiels nicht. Als kleinen Ausgleich hat man eine Karte. Diese zeigt aber nicht an, wo die nächste Aufgabe wartet, sondern nur, wo generell noch interessante Stellen sind – wer nicht weiterkommt, muss im Zweifelsfall durchprobieren. Außerdem bietet sie keine Schnellreisefunktion, alle Wege müssen Bild für Bild zurückgelegt werden.

Die Wimmelbild-Szenen sind ebenfalls nicht übermäßig gelungen. Die meisten Objekte sind gut zu erkennen, für einige muss man zweimal hinsehen und ein paar Gegenstände sind so klein, dass man wirklich suchen muss. Im Gegensatz zum Adventure gibt es hier eine Hilfefunktion, wenn man ein Objekt nicht aufspüren kann. Gerade bei den sehr dunkel geratenen Wimmelbildern ist das hilfreich.
Lustig ist auch, wenn die Bezeichnung in der Liste auf mehrere Objekte im Bild zutrifft, man aber nur ein spezifischen nehmen kann.
Die Wimmelbilder wiederholen sich mehrfach, teils auch sehr kurz hintereinander. Die erneute Freischaltung erfolgt ohne Zusammenhang oder spielerische Logik, wird aber wenigstens auf der Karte angezeigt, so dass man nicht das gesamte Haus absuchen muss. Schlecht gelöst ist, dass bei den Wiederholungen die Gegenstände von der neuen Suchliste neu im Bild auftauchen und man sie so sehr schnell gefunden hat. Bei einigen Objekten wäre auch eine präzisere Bezeichnung hilfreich gewesen.

Denkspiele gibt es nur sehr wenige, und die, die es gibt, stellen den Spieler vor keine großen Herausforderungen. Falls man keine Lust auf Knobelei hat, kann man sie nach kurzer Wartezeit überspringen.

Die Geschichte an sich, bei der man immer mehr Hinweise findet und Großmutter zwar verpasst, ihr trotzdem aber immer näher kommt, wäre eigentlich ganz spannend. Leider nimmt es dem Szenario einiges an Bedrohlichkeit, wenn Ashley viel Zeit damit vergeudet, hin und her zu laufen oder einige Rätsel sehr umständlich löst, weil das im Script so vorgesehen ist, rational aber wesentlich einfacher ginge. Die Spielzeit beträgt gut zwei Stunden für das Hauptspiel plus rund zehn Minuten für den Ausklang.

'Der Fluch der Werwölfe' bietet einen mäßigen Adventure-Teil; Wimmelbilder, bei denen sich schnell Eintönigkeit einstellt sowie kaum Denkspiele und schießt sich in Sachen Geschichte häufiger selbst ins Knie. Damit kann das Spiel auf keinem der Gebiete überzeugen.

Der Fluch der Werwölfe
Der Fluch der Werwölfe
(1)
Game (PC)
4,99

Schöne Schauergeschichte

Ein Schelm aus Aventurien , am 18.10.2016

Die Detektive werden diesmal von einem Arzt um Hilfe gebeten. Dessen Patienten, die Zwillinge Roderick und Madeleine Usher, sind durch ein Band miteinander verbunden, dass den einen fühlen lässt, was der andere spürt. Jetzt ist Madeleine verschwunden, und Roderick ist dem Tod nah...

'Der Untergang des Hauses Usher' ist der sechste Teil der 'Dark Tales'-Reihe, die lose auf Geschichten von Edgar Allan Poe basiert. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen, man muss die anderen Teilen nicht kennen, um der Handlung folgen zu können. Wie seine Vorgänger ist das Spiel ein Wimmelbild-Adventure, das ein Point'n'Click-Adventure mit Wimmelbildern und Denkaufgaben aufpeppt.

Der Adventure-Teil ist etwas fordernder als im Vorgänger. Bei den meisten Rätseln erschließt sich die Lösung sofort, diesmal sind aber auch ein paar dabei, für die mehr als ein paar Sekunden nachdenken muss. In solchen Fällen bringen Kommentare des Protagonisten den Spieler auf die richtige Spur; außerdem gibt es ein automatisch geführtes Tagebuch, das alle wichtigen Erkenntnisse festhält. Falls das nicht reicht, kann man einen Blick auf die Karte werfen, die zwar etwas unübersichtlich gestaltet ist, aber anzeigt, wo es noch etwas zu tun gibt (sehr hilfreich, wenn man einen Gegenstand übersehen hat) und dank Schnellreisefunktion lästige Laufwege abkürzt. Wenn das auch nicht hilft, steht die wiederaufladbare Tippfunktion mit konkreten Hinweisen bereit. Sehr praktisch ist, dass sich die Aufladezeit dieser Funktion individuell einstellen lässt und so an die Fähigkeiten jedes Spieler angepasst werden kann.

Zum Ausgleich sind die Wimmelbilder etwas einfacher geworden. Die meisten Objekte sind groß und einfach zu entdecken; gut in den Hintergrund eingearbeitete Gegenstände kommen nur selten vor. Falls sich ein Objekt zu gut versteckt, hilft die wiederaufladbare Tippfunktion auch hier. Es wird viel Abwechslung geboten, so darf man nicht nur Objekte nach einer Liste suchen, sondern muss z.B. auch Paare finden oder Gegenstände durch ein Rätsel identifizieren, damit man weiß, wonach man sucht. Anstelle der Wimmelbild-Szene kann man auch ein Partie 'Drei gewinnt' spielen; für jede Dreierkette wird ein Objekt aus dem Wimmelbild entfernt.
Die Wimmelbilder wiederholen sich, wobei Änderungen erhalten bleiben. Das passiert aber fast ausschließlich in Bildern, in denen es ohnehin noch etwas zu erledigen gibt und wird außerdem auf der Karte angezeigt.

Die Denkaufgaben reichen im Schwierigkeitsgrad von 'sehr einfach' bis 'mittel': Die einfachereren Aufgaben hat man im Handumdrehen gelöst, die schwierigeren kann man mit ein bisschen Geduld und Knobelei immer noch lösen. Falls nicht, kann man die Denkspiele überspringen; die Wartezeit hierfür lässt sich ebenfalls individuell einstellen.

Die Geschichte geht einen anderen Weg als die beiden Vorgänger, bei denen es sich um Krimi- bzw. Abenteuergeschichten handelte, und setzt deutlich auf Mystery und Horror. Die USK-Freigabe ab 6 Jahren ist wegen der unheimlichen Elemente fragwürdig; die sonst meistens lockerere pegi-Freigabe ist ab 12 Jahren. Neben dem gelungenen Spannungsbogen, in dem man nach und nach alle Informationen über das Haus Usher zusammenträgt, fesseln gerade diese Elemente den Spieler, da bis zum Schluss offen bleibt, ob das wirklich alles passiert oder nur im Kopf des Protagonisten stattfindet. Witzig ist der Fanservice, der geboten wird: So muss man u.a. Geschichten von Edgar Allan Poe nach Erscheinungsdatum sortieren oder kann einer Poe-Statue begegnen, die Schwierigkeiten hat, 'Der Rabe' zu vollenden. Die Spielzeit beträgt knappe drei Stunden.

Edgar Allan Poe war bekannt für seine Schauergeschichten, und an dieser Variante von 'Der Untergang des Hauses Usher' hätte er bestimmt seine Freude gehabt.

Dark Tales - Der Untergang des Hauses Usher (Edgar Allan Poe)
Dark Tales - Der Untergang des Hauses Usher (Edgar Allan Poe)
(1)
Game (PC)
8,99

Xena Summers in 'Sie leben'

Ein Schelm aus Aventurien , am 28.09.2016

Modedesignerin Kate Evans wird von Dämonen angegriffen. In letzter Sekunde helfen ihr die Wächterinnen, ein Geheimbund von Dämonenjägerinnen, dem auch schon Kates Mutter angehörte. Auch Kate wird in den Orden aufgenommen . Ihr erster Einsatz kommt schneller als erwartet, denn um die Wächterinnen auszulöschen, manipulieren die Dämonen die Zeit...

'Dark Angels – Maskerade der Schatten' ist ein Wimmelbild-Adventure. Der Fachmann weiß, was ihn erwartet: In einem Point'n'Click-Adventure muss man rätseln, in Wimmelbildern nach versteckten Gegenständen suchen und in Denkspiele Köpfchen beweisen.

Das Adventure nimmt, wie im Genre üblich, den größten Teil des Spiels ein. Besonders anspruchsvoll ist es nicht, die meisten Lösungen springen den Spieler förmlich an und fordern wenig Kopfarbeit. Kate gibt an vielen Stellen zusätzlich Kommentare ab, die in die richtige Richtung lenken. Hilfe bieten ein automatisch geführtes Tagebuch, das alle wichtigen Erkenntnisse aufzeichnet, und eine wiederaufladbare Tippfunktion. Letztere sollte man mit Bedacht einsetzen, da bereits die Anzeige eines Schritts in die richtige Richtung als Tipp gilt und die Funktion danach aufladen muss. Eine Karte gibt es nur teilweise: Die ersten Schauplätze sind noch klein und übersichtlich, so dass man eine Karte auch kaum vermisst. Im letzten Abschnitt, der wesentlich umfangreicher ist als die vorherigen, bekommt man eine Karte, die aktuelle Aufgaben anzeigt und eine Schnellreisefunktion bietet.
Extrem schlecht gelöst sind Chakram und Tränke, für die man keinerlei Erklärung bekommt, wie man sie im laufenden Spiel einsetzt bzw. was sie bewirken. Ein kurzer Hinweis 'das Chakram-Symbol ist jetzt hier' oder 'die Tränke haben Effekt x, y und z' hätten sehr weitergeholfen.

Bei den Wimmelbildern wird viel Abwechslung geboten: Mal sucht man klassisch nach einer Liste; mal nach Einzelteilen, um daraus einen Gegenstand zu basteln; mal muss nach Umrissen suchen und die gefundenen Gegenstände gleich im Bild einsetzen und es gibt umgedrehte Wimmelbildern, in denen man sinnvoll Objekte platzieren muss. Da ist es nicht schlimm, dass sich manche Bilder in einem anderen Modus wiederholen. Die meisten Wimmelbild-Szenen sind dabei ziemlich einfach geraten, den Großteil der Objekte hat man schnell gefunden. Etwas kniffliger sind nur die Einzelteilsuchen, in denen einige Gegenstände so gut ins Bild eingearbeitet sind, dass man schon sehr genau hinschauen oder die wiederaufladbare Tippfunktion bemühen muss.

Die Denkspiele haben einen angenehmen Schwierigkeitsgrad. Es sind zwar ein paar dabei, die sehr einfach sind, aber die meisten sind auf einem Niveau, auf dem man sie nicht beiläufig lösen kann, es mit ein bisschen Kopfarbeit aber schafft. Falls nicht, lassen sich alle Denkaufgaben nach kurzer Wartezeit überspringen. Lästig ist nur das Puppenspiel mit dem König, das lediglich Versuch-und-Irrtum ist und keinerlei Fähigkeiten erfordert.

Die Geschichte ist großartig und wirkt, als hätte man Buffy Summers mit Xena gekreuzt und diese Kreuzung die Hauptrolle in 'Sie leben' übernommen. Durch die unterschiedlichen Schauplätze wird viel Abwechslung geboten. An einigen Stellen muss man Entscheidungen treffen, es ist allerdings schade, dass diese keinen relevanten Einfluss auf den Verlauf der Handlung haben. Die Spielzeit beträgt etwa drei Stunden.

'Dark Angels – Maskerade der Schatten' ist ein abwechslungsreiches Wimmelbild-Adventure mit ein paar Schwächen im Detail.

Purple Hills - Dark Angels - Maskerade der Schatten
Purple Hills - Dark Angels - Maskerade der Schatten
(1)
Game (PC)
7,99

New Age Outlaws

Ein Schelm aus Aventurien , am 26.09.2016

Diebin Marla hat sich das falsche Haus für einen Einbruch ausgesucht: Wo sie nur ein bisschen Silber stehlen wollte, trifft sich ein Geheimbund, der die Übernahme des Königreichs plant und auf Zeugen keinen Wert legt. Marla wird überwältigt, ihr Bruder Ray entführt. Mit etwas Hilfe kann die Diebin entkommen und muss nicht nur ihren Bruder retten, sondern auch die Pläne des Kults vereiteln...

'Fall of the New Age' ist technisch gesehen ein Wimmelbild-Adventure, geht für das Genre aber ungewöhnliche Wege. Man muss sich zwar auch hier durch ein Point'n'Click-Adventure rätseln, Wimmelbilder nach versteckten Objekten durchsuchen und Minispiele lösen, aber die Verteilung ist anders, als man erwartet.

Die namensgebenden Wimmelbilder werden sehr dosiert eingesetzt, was aber den Vorteil hat, dass sie sich sehr gut in die Geschichte einfügen. Auch ein weiterer Punkt stärkt die Immersion: Während man sich bei anderen Wimmelbild-Adventures häufig fragt, warum man den ganzen Krempel einsammeln soll, wenn man doch nur ein Objekt behalten darf, ergibt es es hier immer Sinn, alle Gegenstände zu finden. Es gibt zwei Typen von Wimmelbild-Szenen: Im ersten sucht man nach einer Liste nach den Gegenständen, die eine Kombination bilden, mit der man eine Tür öffnen kann. Im zweiten Typ bekommt man die Umrisse gezeigt (kann sich aber auch den Namen anzeigen lassen) und muss alle entsprechenden Objekte finden, um eine Verkleidung für Marla zu basteln. Bei diesen Wimmelbildern ist die Steuerung etwas träge, häufig kann das Spiel nicht verarbeiten, wenn man schnell zwei Objekte hintereinander anklickt. In allen Bildern hat man alle Objekte schnell gefunden, besondere Mühe hat man sich beim Verstecken nicht gegeben. Falls man doch einen Gegenstand übersieht, hilft eine Tippfunktion.

Die Denkaufgaben, die man in regelmäßigen Abständen lösen muss, fangen sehr einfach ein, werden im Lauf des Spiels aber etwas schwieriger; wirklich fordernd sind sie allerdings nicht – mit etwas Herumprobieren lässt sich jedes Rätsel knacken. Bei einem Zahnrad-Rätsel wäre aber eine sauberere Programmierung schön gewesen, denn es lässt sich nicht immer erkennen, ob sich die Zahnräder berühren oder überlappen. In solchen Fällen kann man die Denkspiele überspringen.

Den größten Teil des Spiels nimmt das Point'n'Click-Adventure ein, das sehr unausgewogen ist. Entweder sind die Rätsel so einfach, dass man sofort auf die Lösung kommt, oder die Lösungen sind völlig abwegig und unlogisch. Letzteres wird zudem noch mit gescripteten Rätseln kombiniert, also Aufgaben, die sich nur mit einem bestimmten Gegenstand lösen lassen, obwohl es mit einem anderen auch ginge. So schleppt man einen guten Teil des Spiels einen Schürhaken mit sich herum, mit dem sich eigentlich ein guter Teil der Rätsel lösen ließe – man kann mit ihm aber weder nach Gegenständen angeln noch Gegenstände zerbrechen, dafür benötigt man einen Haken an einem Stock bzw. einen Speer. Dazu kommt, dass man bei einigen Rätsel pixelgenau klicken muss, weil die Lösung sonst nicht akzeptiert wird. Als Ausgleich für diese Patzer gibt es eine Tippfunktion, die nicht einmal aufladen muss, und eine integrierte Komplettlösung. Eine Notizblock zeichnet alle wichtigen Entdeckungen automatisch auf. Eine Karte gibt es ebenfalls, diese bietet aber keine Schnellreisefunktion. Die Sinnabschnitte, in die das Spiel unterteilt ist, sind zwar jeweils nur wenige Bildschirme groß, aber gerade gegen Ende sollte man sich auf viel Laufarbeit einstellen. Bei den sich ständig wiederholenden Minispielen 'Verkleiden' und 'Schlösser knacken' hätte man sich ein bisschen mehr Abwechslung gewünscht.

Die Geschichte um den mächtigen Geheimbund, mit dem man sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefert, fängt stark an und bleibt lange spannend, gegen Ende ist die Luft aber heraus. Vor allem das Finale ergibt keinen Sinn und ist sehr konstruiert. Das sogenannte Bonus-Kapitel ist keins: Das Hauptspiel hört einfach mitten in der Geschichte auf, das Ende erfährt man erst im Bonus-Kapitel. Die Spielzeit beträgt insgesamt etwa dreieinhalb Stunden.

Während sehr gut gelungen ist, wie 'Fall of the New Age' die Wimmelbilder sinnvoll in die Geschichte einbettet, gilt für das Adventure das Gegenteil. Hätte man hier auf Adventure-Logik geachtet, anstatt nur eine Geschichte erzählen zu wollen, wäre das Spiel sehr gut geworden. Aufgrund der Schwächen ist es in der vorliegenden Form nur spielerischer Durchschnitt.

Purple Hills - Fall of the New Age (Collectors Edition)
Purple Hills - Fall of the New Age (Collectors Edition)
(2)
Game (PC)
8,99

Sleepy Hollow

Ein Schelm aus Aventurien , am 19.09.2016

1799 wird der New Yorker Polizist Ichabod Crane nach Sleepy Hollow beordert, wo ein kopfloser Reiter Menschen enthaupten soll. Der rationale Crane hält nicht viel von diesen Ammenmärchen, bis er selbst Augenzeuge der Untaten des Reiters wird...

'Cursed Fates – Der kopflose Reiter' ist ein Wimelbild-Adventure. Den größten Teil des Spiel nimmt ein Point'n'Click-Adventure ein, in dem man regelmäßig auf Wimmelbild-Szenen stößt und in Minispielen seinen Verstand beweisen muss.

Der Adventure-Teil ist im großen und ganzen gelungen, hat aber ein paar kleine Macken. Die Rätsel sind überwiegend ziemlich einfach zu lösen; ein paar Aufgaben sind so originell, dass man nicht gleich auf die Lösung kommt, aber auch nicht völlig absurd; und leider haben sich auch einige Rätsel eingeschlichen, die völlig unlogisch sind. Eine wiederaufladbare Tippfunktion hilft in solchen Fällen mit einem Hinweis weiter, wo es noch etwas zu gibt; mit welchem Gegenstand, muss man selbst herausfinden. Wichtige Erkenntnisse werden automatisch im Tagebuch notiert, es gibt aber nur wenige Rätsel, für die man diese Funktion benötigt. Was fehlt, ist eine Karte. Man hat je nach Kapitel nur Zugang zu einem bestimmten Teil von Sleepy Hollow, eine Schnellreisefunktion hätte trotzdem einiges an Laufarbeit erspart.
Der geringe Schwierigkeitsgrad wird durch eine hohe Rätseldichte kompensiert. So hat man immer etwas zu tun, leider passiert es so auch schnell, dass man einen Gegenstand oder einen Interaktionspunkt übersieht, die sind nämlich nicht immer auf Anhieb erkennbar.

Die Wimmelbild-Szenen haben einen angenehm fordernden Schwierigkeitsgrad. Die meisten Objekte springen nicht direkt ins Auge, sind aber auch nicht so geschickt versteckt, dass man Stunden benötigt, um sie zu finden. Ein paar Ausnahmen gibt es auch hier: Einige Objekte sind so klein, dass man gute Augen braucht; einige Objekte sind farblich nicht vom Hintergrund zu unterscheiden und liegen dann noch in dunklen Ecken. Falls man an so einem Gegenstand scheitert, hilft auch hier die wiederaufladbare Tippfunktion.
Die Wimmelbilder wiederholen sich. Meistens passiert das in Räumen, in denen man ohnehin noch etwas zu tun hat; regelmäßig passiert die erneute Freischaltung aber auch da, wo man schon alles erledigt hat. Da mangels Karte die aktiven Wimmelbild-Szenen nicht angezeigt werden, muss man dass alles absuchen oder die Tippfunktion bemühen. Änderungen aus dem ersten Durchgang werden zurückgesetzt, was spätestens dann immersionshemmend wirkt, wenn wieder ein Gegenstand herumliegt, den man in der ersten Runde eingesammelt hat und noch mit sich herumträgt. Wenigstens sucht man einmal nach Liste und einmal nach Bildern, so dass man nie zweimal die gleichen Objekte suchen muss.

Der Schwierigkeitsgrad der Denkspiele reicht von Beschäftigungstherapie (also Aufgaben, die nur etwas Zeit, aber keine Denkleistung verlangen) über sehr einfach bis zu einfach. Eine große Herausforderung stellt keine der Aufgaben dar. Wer will, kann sie trotzdem nach kurzer Wartezeit überspringen. Da sich eins der Minispiele mehrfach wiederholt, kann das sehr nervenschonend sein.

Die Geschichte orientiert sich deutlich an Tim Burtons Film 'Sleepy Hollow', der seinerseits lose auf Motiven aus Washington Irvings Kurzgeschichte 'Die Legende von der schläfrigen Schlucht' ('The Legend of Sleepy Hollow') basiert. Selbst Ichabod Crane sieht Johnny Depp gerade so weit ähnlich, dass man keine Klage wegen Urheberrechtsverletzung befürchten muss. Der Spielablauf ist zwar etwas repetitiv, aber das gleicht die filmreife Geschichte wieder aus. Auch die Synchronsprecher liefern gute Arbeit und tragen damit viel zur Atmosphäre bei - im Gegensatz zu den Animationen, der galoppierende Gaul ist selbst für Wimmelbild-Verhältnisse lächerlich. Man merkt außerdem, dass man ein Adventure um des Adventures Willen hat: Die Verteilung der Gegenstände ergibt häufig nur aus gamistischer Perspektive Sinn. Die Spielzeit beträgt für Hauptspiel und Bonuskapitel insgesamt rund vier Stunden.

Auffällig ist die Ähnlichkeit des Spiels zu 'Lost Fables / Lost Souls 2 – Enchanted Books'. Die Kommentare der Protagonisten sind sich sehr ähnlich, bei den Wimmelbildern wird die gleiche Strategie verfolgt und selbst ein paar Minispiele kommen nahezu 1:1 in beiden Spielen vor. 'Cursed Fates' wirkt dabei wie eine Weiterentwicklung, mit der man ein paar Kinderkrankheiten aus 'Lost Enchanted Books' behoben hat.

'Cursed Fates – Der kopflose Reiter' hat zwar ein paar Macken, die das Spiel von der Höchstwertung trennen, ist von diesen abgesehen aber ein sehr schönes Wimmelbild-Adventure und überzeugt mit einer filmreifen (besser gut geklaut als schlecht erfunden) Geschichte.

Purple Hills - Cursed Fates - Der kopflose Reiter
Purple Hills - Cursed Fates - Der kopflose Reiter
(1)
Game (PC)
4,99

Unkomfortables Spieldesign

Ein Schelm aus Aventurien , am 18.09.2016

Als der Archäologe Stan Smith (nicht verwandt mit 'American Dad' Stan Smith) bei einer Ausgrabung ein uraltes Buch findet, wird er in dieses hineingesaugt. Seine Schwester Bella versucht, ihn zu befreien, doch das magische Amulett, das dafür nötig ist, wurde in fünf bekannten Geschichten verteilt, und deren Protagonisten geben die Teile nicht ohne Gegenleistung heraus...

'Enchanted Books' weiß selbst nicht so genau, zu welcher Serie es gehört. Laut Cover ist es der zweite Teil der 'Lost Souls'-Reihe, laut Titelbildschirm gehört es zur 'Lost Fables'-Reihe. Wie dem aus sei, die Geschichte ist inhaltlich abgeschlossen und damit eigenständig spielbar.

Bei dem Spiel handelt es sich um ein Wimmelbild-Adventure. Während man die meiste Zeit damit verbringt, sich durch ein Point'n'Click-Adventure zu rätseln, kommen auch Wimmelbild-Szenen, in denen man nach versteckten Gegenständen such, und Denkspiele nicht zu kurz.

Der Adventure-Teil ist durchwachsen, was weniger an den Rätseln als vielmehr am Spieldesign liegt. Die Rätsel sind grundsätzlich nicht besonders schwierig. Auch wenn man ein paar Mal einige Sekunden nachdenken muss, liegen die meisten Lösungen doch sehr nahe. Protagonistin Bella gibt sich aber alle Mühe, als dümmster Mensch der Welt wahrgenommen zu werden, denn ihr häufigster Kommentar ist 'Das ist aber knifflig' – der kommt auch bei solch nobelpreisverdächtigen Rätseln wie der Frage, was wohl in ein sonnenförmiges Loch gehören könnte.
Während der Schwierigkeitsgrad niedrig ist, kann es trotzdem passieren, dass man festhängt, weil man einen Gegenstand übersehen hat. Da man teilweise pixelgenau klicken muss, hat man schnell ein Objekt als nicht interaktiv eingestuft, obwohl man es mitnehmen kann. In diesem Fall hilft die wiederaufladbare Tippfunktion. Weniger hilfreich ist die Karte, was zwei Gründe hat: Zum einen zeigt sie nur mit einem Countdown an, wie viel Arbeit generell noch an diesem Schauplatz wartet, aber nicht, ob hier gerade noch eine Aufgabe aktuell ist. Zum anderen liegt es am Spieldesign: Jede Geschichte besteht aus einer Handvoll Schauplätzen mit je 1-3 Bildschirmen. Zwischen den Schauplätzen kann man nur mittels Karte wechseln, und es nicht möglich, gezielt zu einem Bildschirm zu springen, so dass das Spiel ziemlich abgehackt wirkt. Ein automatisch geführtes Tagebuch gibt es auch, was aber überwiegend die Geschichte protokolliert. Es gibt nur ein Rätsel, bei dem das Tagebuch hilfreich sein kann.

Die Wimmelbilder sind etwas schwieriger ausgefallen, stellen den Spieler aber auch nicht vor unlösbare Probleme. Die meisten Objekte findet man beim spätestens auf den zweiten Blick oder wenn man das Bild mit etwas Konzentration absucht. Vereinzelt sind Objekte so gut in den Hintergrund eingearbeitet, dass man Adleraugen braucht, um sie zu finden. Weniger schön ist, dass einige Gegenstände so dunkel gehalten sind, dass man sie selbst bei optimalen Lichtverhältnissen kaum sehen kann. Falls das vorkommt, hilft auch hier die wiederaufladbare Tippfunktion.
Die Wimmelbilder wiederholen sich, teilweise auch sehr kurz hintereinander. Änderungen aus der ersten Runde werden dabei zurückgesetzt, so dass wie Wiederholung weder immersionsfördernd noch motivierend wirkt. Wenigstens darf man im zweiten Durchgang die jeweils andere Variante spielen: Hat man zuerst nach einer Liste gesucht, sucht man jetzt nach Bilder und umgekehrt. Werden Wimmelbild-Szenen erneut freigeschaltet, wird das nicht das auf der Karte angezeigt, so dass man alle Szenen abklappern kann, wenn man festhängt.

Der Schwierigkeitsgrad der Denkspiele reicht von einfach bis mittel; wer häufiger Wimmelbild-Adventures spielt, sollte keine Probleme haben, die schwierigeren mit etwas Konzentration zu lösen. Falls es nicht klappt, lassen sich alle Spiele nach kurzer Wartezeit überspringen. Bei einigen Denkaufgaben wäre eine ausführlichere Beschreibung aber dringend nötig gewesen.

Die Geschichte ist sehr abwechslungsreich; durch die völlig verschiedenen Schauplätze (so darf man Cthulhus Rückkehr verhindern oder ein Liebespaar von der Titanic retten) kommt keine Langeweile auf. Nachdenken darf man über sie aber nicht, weil sonst die Logikfehler auffallen. Auch merkt man deutlich, dass das Adventure gescriptet ist: So wird man vom Kardinal in die Kapelle geschickt, um dort Gegenstand A zu holen. Dafür braucht man aber Schlüssel B, den man bekommt, wenn man den in der Kapelle gefundenen Gegenstand C beim Kardinal mit Objekt D benutzt. Adventure um des Adventures Willen funktioniert zwar, aber wesentlich geschmeidiger wirkt es, wenn sich die Lösungskette logisch in die Welt einfügt. Seltsam ist, dass es sieben Geschichten gibt, von denen aber nur fünf spielbar sind. Das wirkt, als sei man nicht rechtzeitig fertig geworden. Warum man die Geschichten, die in keinerlei Beziehung zueinander stehen und nach denen man immer wieder bei Null anfängt, in einer festgelegten Reihenfolge spielen muss, erschließt sich nicht. Die Spielzeit beträgt etwa drei Stunden.

'Enchanted Books' bietet zwar eine abwechslungsreiche Geschichte, aber die ist nicht stark genug, um die ganzen Fehler im Spieldesign auszubügeln. Das Spiel ist nicht schlecht, aber hätte man sich stärker an den Genre-Kollegen orientiert, vor allem in Sachen Karte, hätte es richtig gut werden können.

Purple Hills - Lost Souls 2 - Enchanted Books
Purple Hills - Lost Souls 2 - Enchanted Books
(1)
Game (PC)
7,99

Besser als der Vorgänger

Ein Schelm aus Aventurien , am 15.09.2016

Im Rom des 17. Jahrhunderts treibt ein Dieb sein Unwesen, der Edelmännern ihren Schmuck raubt. Um den Täter zu fassen, wird der Meisterdetektiv aus seinem Ruhestand zurückgeholt. Doch der Fall ist komplizierter als gedacht, denn der Dieb scheint ein Gestaltwandler zu sein...

'Maske der Eifersucht' bzw. 'Die Gesichter der Missgunst' (der erste Titel steht auf dem Cover, der zweite im Titelbildschirm) ist der Nachfolger von 'Duft des Verlangens' und damit der zweite Teil der 'European Mystery'-Reihe. Das Spiel nimmt aber keinen Bezug auf den Vorgänger, so dass man diesen nicht kennen muss, um spielen zu können. Auch bei 'Maske der Eifersucht' handelt es sich um ein Wimmelbild-Adventure, mit dem Schwerpunkt auf Adventure. Dieses nimmt viel Raum ein, in dem man Rätsel löst. Die genretypischen Wimmelbilder und Denkspiele kommen zwar vor, werden aber sparsamer eingesetzt als bei vielen anderen Spielen.

Der Adventure-Teil ist nicht besonders anspruchsvoll. Die Lösungen der Rätsel ergeben sich entweder von selbst oder sind so plausibel, dass man gleich darauf kommt; ansonsten gibt der Protagonist auch noch hilfreiche Kommentare von sich. Das größte Problem ist, gerade im späteren Spiel, sich zu merken, wo man den gerade gefundenen Gegenstand einsetzen konnte. Hilfe bietet hier eine Karte, die anzeigt, wo es noch etwas zu erledigen gibt, und zusätzlich eine Schnellreisefunktion bietet, was sehr viel Laufarbeit erspart. Das obligatorische Notizbuch darf auch nicht fehlen, das alle wichtigen Erkenntnisse automatisch notiert. Die einzige Ausnahme bildet ein Rätsel, bei man im Spiel einen Code notieren muss, weil der Protagonist den aus irgendeinem Grund nicht ins Tagebuch schreiben und sich auch keine vier Ziffern merken kann. Hängt man trotz allem fest, hilft eine wiederaufladbare Tippfunktion.

Die Wimmelbild-Szenen haben einen angenehmen Schwierigkeitsgrad. Die Objekte springen nicht direkt ins Auge, sind aber auch nicht so gut versteckt, dass man den Bildschirm Pixel für Pixel mit der Lupe absuchen muss, sondern sind mit etwas Konzentration zu finden. Falls nicht, hilft auch hier die wiederaufladbare Tippfunktion. Die Wimmelbilder kommen im Vergleich zu anderen Spielen des Genres relativ selten vor, wodurch sie sich aber besser in die Geschichte einfügen und sich auch nicht wiederholen.

Ähnliches gilt für die Denkaufgaben, von denen man auch nur relativ wenigen begegnet. Der Schwierigkeitsgrad der vorhandenen Aufgaben reicht von einfach von mittelschwierig, alle Denkspiele lassen sich mit etwas Knobelei lösen. Falls nicht, lassen sie sich nach kurzer Wartezeit überspringen. Bei einigen Spielen hätte die Erklärung etwas detaillierter sein dürfen, und beim Spiegelspiel ist es unglaublich nervtötend, dass man die Spiegel verschieben muss und nicht frei setzen kann.

Die Geschichte ist repetitiv (man verfolgt den Antagonisten, der entkommt … und entkommt … und entkommt), hält den Spieler aber durch die Hintergründe, die man nach und nach aufdeckt, bei der Stange. Das helle und freundliche Rom mit seinen Bewohnern und Sehenswürdigkeiten ist zudem eine nette Abwechslung zu den sonst so häufig verwendeten düsteren Geisterstädten. Technisch wenig schön sind die teilweise sehr langen Ladezeiten zwischen den Bildern, obwohl der PC deutlich über den Anforderungen liegt. Die Spielzeit ist mit rund zweieinhalb Stunden relativ kurz.

'European Mystery – Maske der Eifersucht' ist nicht perfekt, dafür hauen die kleinen Schwächen in der Summe zu sehr rein. Das Spiel ist aber insgesamt trotzdem ein schönes Wimmelbild-Adventure und besonders empfehlenswert für Spieler, die ein Wimmelbild-Adventure in erster Linie wegen des Adventure-Teils spielen.

European Mystery - Maske der Eifersucht
European Mystery - Maske der Eifersucht
(1)
Game (PC)
7,99

Can we please have quiet on the set?

Ein Schelm aus Aventurien , am 09.09.2016

Nachdem sein letztes Filmprojekt gescheitert ist und nicht vollendet werden konnte, ist der Regisseur M.W. Vernon dem Wahnsinn verfallen und hat sich in sein Studio auf einer abgelegenen Insel zurückgezogen. Für sein größtes Projekt braucht er die Schauspielerin Rita Ray, die er kurzerhand dorthin entführt. Ritas Tochter Helena versucht, ihre Mutter zu befreien, doch Vernon hat sich gut auf ungebetene Gäste vorbereitet...

'Film Fatale – Die Entführung der Rita Ray' ist ein Wimmelbild-Adventure. Daher ist es wenig überraschend, dass man die meiste Zeit mit einem Point'n'Click-Adventure verbringt, aber zwischendurch immer wieder Wimmelbild-Szenen nach versteckten Objekten durchsucht und Denkaufgaben knackt.

Der Adventure-Teil ist nicht besonders schwierig. Die meisten Lösungen liegen ziemlich nahe oder ergeben sich von selbst, wenn man das automatisch geführte Tagebuch regelmäßig konsultiert, um alle gefundenen Hinweise anzuschauen. Bei den paar Aufgaben, bei denen die Lösung nicht gleich auf der Hand liegt, hilft Helena mit einem Kommentar weiter. Zusätzlich kann man mit der Karte nicht nur schnellreisen, sondern sich auch anzeigen lassen, wo noch Aufgaben warten. Gegen Ende des Spiels funktioniert das aber nicht mehr. Wer dann festhängt, muss Raum für Raum abarbeiten, da die Tippfunktion nur prüft, ob im aktuellen Raum noch eine Aufgabe offen ist.

Ebenfalls nicht besonders schwierig sind die Wimmelbild-Szenen, von denen es in diesem Spiel relativ viele gibt. Die meisten Objekte sind groß und gut zu erkennen. Etwas schwieriger wird es nur, wenn die Gegenstände nicht gut zu erkennen sind, weil sie die gleiche Farbe wie der Hintergrund haben oder teilweise verdeckt sind. Gegenstände, die wirklich geschickt in den Hintergrund eingearbeitet wurden, sind aber kaum zu finden. Ungünstig ist, dass einige Objekte beim besten Willen nicht als das zu erkennen sind, was sie darstellen sollen. In solchen Fällen hilft die wiederaufladbare Tippfunktion. Gegen Ende des Spiels wiederholen sich einzelne Wimmelbilder, wobei Änderungen rückgängig gemacht werden und man so teilweise die gleichen Objekte noch einmal sucht. Bei der Vielzahl von Wimmelbild-Szenen im Spiel wäre das nicht nötig gewesen.

Im Gegensatz zu den Wimmelbildern kommen Denkspiele nur im begrenzten Umfang vor. Der Schwierigkeitsgrad schwankt dabei zwischen 'sehr einfach' und 'ordentlich, aber mit etwas Übung oder Knobelei zu lösen'. Wer keine Lust darauf hat, kann die Denkaufgaben nach kurzer Wartezeit überspringen.

Die Geschichte ist Standardkost für das Genre, dafür bietet der Schauplatz eine interessante Abwechslung zu Spukschlössern und Geisterstädten; außerdem gibt es hier auch einen innerweltlichen Sinn, warum man ein Rätsel nach dem anderen lösen muss. Die Atmosphäre ist sehr gut eingefangen, man fühlt sich durch die zahlreichen Details wie die herumstehenden Requisiten wirklich wie in einem alten Filmstudio. Dramaturgisch schwächelt die Geschichte: Zwischendurch auch mal ein Erfolgserlebnis haben zu dürfen ist für Spieler motivierender als den Bösewicht immer einen Schritt voraus zu sehen. Die Spielzeit ist sehr kurz, nach nicht einmal zwei Stunden hat man das Ende gesehen.

'Film Fatale – Die Entführung der Rita Ray' lässt den Spieler zwar zahlreiche Wimmelbilder in einer wunderbar atmosphärischen Spielwelt lösen, schafft aber aufgrund der vorhandenen Schwächen,
allen voran die extrem kurze Spielzeit, nicht den Sprung zu einem wirklich guten Spiel.

Film Fatale: Die Entführung der Rita Ray
Film Fatale: Die Entführung der Rita Ray
(1)
Game (PC)
7,99

 
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