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horrorbiene

Gesamte Bewertungen 61 (ansehen)


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Bücherblog: http://armariumnostrum.wordpress.com

Meine Bewertungen

King muss man mögen – ich mag ihn

horrorbiene , am 20.03.2015

Ich mag ja Stephen King. Seine Bücher sind so unheimlich atmosphärisch, da er so ausführlich schreibt. Das ist nicht jedermanns Sache. Ich kann mich in seinen Bücher verlieren. Wenn King eine Szene beschreibt, wie hier z.B, die, in der der sechsjährige Jamie mit seinen Soldaten auf dem Sandhügel spielt und Charles Jacobs sein “Fünfter im Spiel”, kann ich beinahe riechen, was Jamie in dieser Straße an diesem Tag riechen konnte. Die Szenen leben förmlich. Das ist bestes Kopfkino.
In diesem Buch begleitet der Leser Jamie vom kleinen Jungen zum äteren Mann und erlebt mit, wie Charles Jacobs immer wieder in sein Leben tritt und wieder daraus verschwindet. Aber Jacobs ist kein normaler Mann. Als der Leser ihn kennen lernt ist er ein von der Elektrizität faszinierter sehr junger Pastor, dessen Leben sich jedoch nach einem Schicksalsschlag radikal verändern sollte. Auch Jamie verändert sich im laufe des Buches sehr. Diese Veränderung in diesem Leben mitzuerleben, ist für sich genommen schon spannend, wenn manch einer dies auch als langweilig empfinden könnte. Das Buch arbeitet ab einem bestimmten Punkt auf das Finale hinaus, dass zwar spektakulär war, aber ruhig noch ein klein wenig spektakulärer hätte sein können. Zwar spielte das Übernatürliche im gesamten Buch schon eine kleine aber feine Rolle, doch irgendwie hätte ich noch mehr erwartet. Dennoch hat mir das Buch und das Finale gut gefallen, da es auf diese Weise immer noch Möglichkeiten gibt, zu denken, dies könnte real sein.
Mich jedenfalls hat das Buch absolut gefesselt, so dass ich die 509 Seiten an einem Tag gelesen habe. Ohnehin finde ich, dass Kings Bücher am besten wirken, wenn man sie in einem kurzen Zeitraum lesen kann, dann wirken sie wirklich beinahe “wie echt”. Ich freue mich schon auf die nächste King’sche Neuerscheinung.

Fazit: Man mag diesem Buch vielleicht ankreiden, dass es langweilig sei, da es “nur” Jamies Lebensgeschichte erzählt. Mir hat diese Geschichte jedenfalls sehr gut gefallen, da sie so atmosphärisch erzählt ist, dass ich das Gefühl hatte, dies mit ihm zu erleben. Ich konnte manche Dinge beinahe riechen, so gut ist es hier erzählt. Das ist für mich typisch King und so liebe ich es. Ein bisschen mehr Mysterie hätte dem Buch zwar gut zu Gesicht gestanden, aber es hat mich auch so in seinen Bann gezogen, so dass ich es an einem Tag einfach auslesen musste. Mich konnte dieser neue King jedenfalls überzeugen.

Revival - Stephen King
Revival
von Stephen King
(35)
Buch (gebundene Ausgabe)
22,99

Gutes Buch nach bewährtem Rezept

horrorbiene , am 20.03.2015

- Enthält kleine Spoiler zu den vorangegangenen Bänden. -
Ich mag diese Reihe wirklich sehr. Zum Erscheinen des neuesten Albae-Bandes, eine Reihe, die zwar die Zwerge gut ergänzt, aber in meinen Augen nicht ganz mithalten kann, habe ich den ganzen zusammenhängenden Komplex in einem Rutsch (erneut) gelesen. Zurück blieb das Gefühl, dass aber bei den Zwergen noch nicht alles erzählt war. So wollte ich z.B. unbedingt wissen, wie es mit Ingrimmsch weiter geht, der ja dummerweise diesen Albae-Trank zu sich genommen hat. Würde er das überstehen und immer noch er selbst bleiben? Leider hatte Heitz in seiner Danksagung besonders betont (in bold und unterstrichen), ein fünfter Band sei nicht geplant. Wie schön, dass er seine Meinung geändert hat und noch schöner: In dieser Danksagung hat er jedoch ausdrücklich darauf verzichtet das Ende der Zwerge/Albae-Reihen zu verkünden. So freue ich mich jetzt schon auf das irgendwann Kommende.
Dieses Buch hat mir jedenfalls viele schöne Lesestunden beschert. Ein nörgelnder Kritiker könnte an dieser Stelle negativ anmerken, dass man das alles schon irgendwie gehört hat und es nur aufgewärmt wäre. Sicherlich hatten wir in den vorangegangenen Bänden bereits einen zurückgekehrten Tungdil und eine große Bedrohung des Geborgenen Landes, die natürlich nur durch die Zwerge abgewendet werden kann. Ich persönlich würde sagen, dass Heitz hier auf bewährte und bekannte Elemente zurückgreift und den Fans somit genau das liefert, was sie lesen möchten. Wen das vorher vielleicht schon genervt hat, sollte diesen Band dann vielleicht nicht mehr lesen. Für meinen Teil ist das Buch jedenfalls genau so, wie ich es erwartet habe.
Einzig zwei Dinge stören mich. Zum einen habe ich mich gefragt, wieso auf einmal die Karte fehlte. Sicher, hätte ich in den anderen Bänden nachschlagen können, doch dafür war ich zu faul. Es wäre meiner Ansicht nach auch nicht so schlimm gewesen eine der alten Karte zu nehmen und einfach die neuen Grenzen einzuzeichen. Zwar kenne ich das Geborgene Land schon, aber für die bessere Plastizität wäre eine Karte sehr förderlich gewesen. Zum anderen hat mein Lesegenuss etwas darunter gelitten, dass es auf einmal zwei Helden gab, die die Geschichte erzählten, aber beide nicht immer im Mittelpuntk des Geschehens waren. So konnte Boindil als Großkönig z.B. nicht mit auf die Erforschungsmission, so dass wir diese aus Tungdils Sicht erlebten, andere Teile dagegen aus Boindils Sicht. Im Grunde ist das ja auch nicht verkehrt, nur dadurch das die Handlung sehr geradlinig verläuft, fehlt ein Charakter komplett und das hat mich gestört. Für eine mögliche Fortsetzung sehe ich jedoch Besserung aufgrund der Entwicklung, die die Charaktere hier genommen haben.

Fazit: Der Triumph der Zwerge ist wie die Vorgänger auch, ein klassicher Zwerge-Roman. Für Freunde der Reihe demnach absolut zu empfehlen. Wem dagegen es vorher schon gegen den Strich gegangen ist, dass alles nach einem ähnlichen Schema abläuft, sei gewarnt, dass dieses Buch diese Tradition fortsetzt. Da dies aber genau das ist, was ich lesen wollte und auch in Zukunft will, hat mir das Buch sehr gut gefallen.

2 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich.
Der Triumph der Zwerge / Die Zwerge Bd.5 - Markus Heitz
Der Triumph der Zwerge / Die Zwerge Bd.5
von Markus Heitz
(18)
Buch (Paperback)
16,99

Immer noch kein Hit

horrorbiene , am 03.02.2015

Eigentlich wollte ich nach der Lektüre des Auftaktbandes den Nachfolger gar nicht mehr lesen, aber als dieser dann unverhofft bei mir Einzug erhielt, las ich ihn doch. Warum ich die Reihe abbrechen wollte? Zwar haben mir Passagen aus dem erste Band wirklich extrem zugesagt, nämlich die, in denen es darum ging, eine Buchhandlung einzurichten, aber der Großteil des Buches war mehr ein – nett gesagt – mäßiges märchenhaftes Jugendbuch:

Zwar hat das Buch mit über 500 Seiten mit einer recht kleinen, engen Schrift einen ganz ordentlichen Umfang, dennoch kehrt nie Ruhe ein, Ereignisse kommen Schlag auf Schlag, Tiefe wird weder bei den Charakteren noch bei der Handlung erzeugt. Letztere ist zudem auch noch extrem vorhersehbar und alles, aber auch wirklich alles wendet sich letztlich zum Guten und alle Rätsel können wie durch Zufall – oder eher durch die magische Begabung Corries’, man kann es sich auch sehr einfach machen – gelöst werden. Statt Spannung herrscht demnach gähnende Langeweile. Auch die – ich nenne sie nun einfach mal so – magische Parallelwelt ist sehr blass gezeichnet. Zwar tauchen allerlei verschiedene Wesenheiten und Charaktere dort auf, doch außer einer kurzen Beschreibung darf sich der Leser selbst denken, wie alles aussieht.

Zudem haben mir die Figuren nicht gefallen: Corrie verhältt sich größtenteils zu kindisch, da sie alles anfassen und ausprobieren muss.

Vor der Lektüre dieses Buches war ich also vorgewarnt, was den Schreibstil des Autorenduos betrifft und nachdem ich mich darauf eingelassen habe, muss ich dem Buch hoch anrechnen, dass es sich trotz der 600 Seiten sehr leicht und fluffig lesen lässt. Dabei sind aber angesprochene Kritikpunkte immer noch zu erkennen: Inhaltliche Tiefe such man in diesem Buch vergeblich, Ereignisse erfolgen Schlag auf Schlag, Rätsel werden wieder nur zufällig gelöst und auf so manche Erklärung wartete ich vergeblich. Der Knaller ist jedoch, dass das Buch Das Geheimnis von Pamunar heißt und auch tatsächlich ein Kapitel im allerletzten Teil des Buches ebenfalls, aber gelüftet wurde es nicht. Da die Gruppe dringend das dritte Buch finden muss, laufen sie einfach am Geheimnis vorbei und am Ende wird gesagt, dass es damit ja nun kein Geheimnis mehr sei. Warum das passierte, was passierte und ob es rückgängig gemacht werden konnte oder nicht und ob die Gefahr nun gebannt ist – diese laut Buchtitel ganz unwichtigen Details werden einfach nicht erläutert. Oder vielleicht doch aber dann nur so kurz, dass ich es überlesen habe? Man weiß es nicht. Genauso waren sie stets auf der Suche nach einem Verräter in den eigenen Reihen. Okay, dachte ich mir. Ich kann mich zwar nicht mehr erinnern, worin dieser Verrat im ersten Teil Bestand, aber das wird sicher noch mal geklärt. Pustekuchen. Erst wird ein Verräter präsentiert, dann wird dies wieder relativiert, und den echten Verräter kennt man immer noch nicht. Nur dass ich auch noch nicht weiß, woraus dieser kleine und der große Verrat nun bestand. Es ist zum Haare raufen.
Am ärgerlichsten ist jedoch, dass es Potential zum Miträtseln geben würde, aber einfach alles fügt sich zu leicht, oder wird vorweg genommen. So z.B. das Rätsel wo das dritte Buch zu finden ist. Statt dass Passagen von den Figuren vorgelesen oder zumindest zusammen gefasst werden, nein sie überlegen, haben einen Geistesblitz und – statt hier noch einmal “öffentlich” nach der Lösung zu suchen, war sie dann einfach da. Und dann auch noch völlig plump. Das alles liest sich mal wieder wie ein Buch für Jugendliche bzw. ältere Kinder. Wenn da nicht die Kampfszenen wären.
Wie gesagt, da ich wusste, was mich erwartete, habe ich mich nicht mehr aufgeregt, sondern mich meinem Schicksal ergeben und das Buch zügig durchgelesen, was auch prima ging. Ich wurde seicht unterhalten und zwischendurch war es sogar mal etwas spannend. Was mir aber ein absolutes Rätsel ist, ist wie man ein Buch mit 600 Seiten in relativ kleiner Schrift schreiben kann und dennoch keine Tiefe entsteht. Dabei war diesmal nicht mal viel Vorgeplänkel, sondern es ging sehr schnell los mit der Suche nach dem Buch. Dadurch fehlte diesem Teil aber das, was den ersten Band rettete: die Buchhandlung. Sie waren nur zu Beginn kurz da. Die einzige Handlung dort: Gespräche und das Aufräumen eines zusammengebrochenen Regalbretts. Sehr sehr schade.
Man muss diesem Teil dennoch anrechnen, dass es gewisse Entwicklungen im Schreibstil der Autoren gibt – oder merkt man da die Unterstützung des Lektorats? Corrie ist nicht mehr ganz so kindisch und viele Dinge werden nun nicht mehr ganz so plump geschildert, wie es vielleicht noch im ersten Band gewesen wäre. Nach wie vor vermisse ich mehr Erklärungen, mehr Inhalte, schlicht mehr Tiefe. Diese Reihe und ich werden jedenfalls keine Freunde mehr werden.

Fazit: Ich bin auch mit diesem Buch und seinem Schreibstil überhaupt nicht warm geworden, obwohl man es trotz der Länge leicht lesen kann. Auch dem zweiten Teil fehlt es an inhaltlicher Tiefe. Die Geschehnisse erfolgen wie in Kinder/Jugend-Büchern Schlag auf Schlag, zudem ist keine nennenswerte Weiterentwicklung der Schreibstils aus dem ersten Band zu erkennen. Zudem fehlt hier auch noch der Charme, den die Szenen bei der Entstehung der Buchhandlung versprüht haben. Nach wie vor ist diese Reihe nichts für mich. Da ich jedoch vorgewarnt war, war die Lektüre noch erträglich.

Das Geheimnis von Pamunar / Taberna Libraria Bd.2 - Dana S. Eliott
Das Geheimnis von Pamunar / Taberna Libraria Bd.2
von Dana S. Eliott
(11)
Buch (Taschenbuch)
9,99

Eine etwas lang geratene Fortsetzung

horrorbiene , am 03.02.2015

Der erste Band der Cormoran-Strike-Reihe hat mir gut gefallen. Strike ist ein Ermittler, der dem Militär nach Kriegsunglück, bei dem er den Unterschenkel eines Beines verloren hat, den Rücken zugekehrt hat, um sich sein Geld nun als Privatdetektiv zu verdienen. An seiner Seite steht seine Sekretärin Robin, mit der er gemeinsam bereits einen medienwirksamen Fall aufklären konnte, so dass die Detektei nun gut läuft. Strike ist dabei nicht nur wegen seiner Prothese kein 0815-Typ, sondern hat er auch viele Eigenheiten. So vergesse ich beim Lesen stets, dass er eigentlich mit 36 noch jung ist, da er im Buch wesentlich älter erscheint.
In diesem Buch musste nun nichts mehr eingeführt werden, außer die Protagonisten des neuen Falls. Die Hauptfiguren sind bereits aus dem Vorgänger bekannt, so dass die Handlung sehr schnell in Gang kommt. Allerdings hatte ich auch diesmal wieder das Gefühl, als hätte der Geschichte ein wenig Straffung sehr gut getan. Die Ermittlung ist zwar nicht langweilig, aber es werden nicht viele Details aufgedeckt, dir zur Lösung des Falls beitragen können. Stattdessen werden viele verschieden beteiligte Personen interviewt, wobei Strike große Fortbewegungsprobleme hat, da er sich das Knie am amputierten Bein verdreht hat und nun noch mehr gehandicapt ist. Es geht daher alles irgendwie im Schneckentempo vorwärts. Am Ende hat Strike die Erleuchtug. Der Leser aber, der vorher bei jedem Schritt und Tritt dabei sein konnte, wird nun außen vor gelassen und erfährt nur noch Bruchstücke, bis im Finale dann der Mörder geschnappt wird. Das empfand ich stilistisch gesehen als ungeschickt. Auf diese Weise konnte ich nie wirklich miträtseln, wer den Mord nun begangen hat, da Strike auch mehr durch Eingebung darauf gekommen ist, statt durch Ermittlungsergebnisse. Dies ist bei einem Krimi recht ernüchternd.
Der Fall ist an sich aber wirklich gut gemacht: Ein Autor verschwindet und hinterlässt ein äußerst brisantes Manuskript, in dem er vielen seinr Bekannten ans Bein pinkelt. Seine Frau lässt ihn erst nach mehreren Tagen durch Strike suchen, der sich schnell in Londons Literatur- und Verlagswelt einarbeitet. Die Thematik des Falles hat mit daher sehr gut gefallen. Allerdings muss ich sagen, dass der Inhalt des Manuskripts sehr krank ist – so etwas würde ich niemals lesen wollen – und daher das Opfer mir sehr unsympathisch war. Auch die Passagen, in denen das Mordszenario geschildert wird, empfand ich als ziemlich happig, dabei bin ich eigentlich kein zimperlicher Leser, da habe ich mein Kopfkino gut im Griff, aber hier ist mir auch etwas komisch geworden. Dies passt aber zu der Stimmung der Serie. Sie ist irgendwie düsterer, als bei manch anderen Krimis, was mir sehr gut gefällt.
Die “Hin-und her”-Entwicklung der Beziehung zwischen den Hauptcharkteren hat mir auch gut gefallen und ich bin mir sicher, dass hier das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.

Fazit: Der Seidenspinner ist eine gelungene Fortsetzung von J. K. Rowlings Krimireihe um den Privatdetektiv Strike, die eine ganz eigene, düstere Stimmung verströmt, was mir gut gefällt. Leider ist das Finale meiner Meinung nach nicht gut gelungen, weil der Leser bei den entscheidenen Schlussfolgerungen außen vor gelassen wird, er aber nicht ausreichend Informationen hat, um selbst zu rätseln. Außerdem hätten die Ermittlungen gut um ein ganzen Stück gekürzt werden können. Nichtsdestotrotz, hat mir das Buch gut gefallen und ich habe Gefallen an dieser Reihe gefunden, so dass ich Cormoran Strike und seinen Ermittlungen auch weiterhin treu bleiben werde.

Der Seidenspinner / Cormoran Strike Bd.2 - Robert Galbraith (Pseudonym von J.K. Rowling)
Der Seidenspinner / Cormoran Strike Bd.2
von Robert Galbraith (Pseudonym von J.K. Rowling)
(55)
Buch (gebundene Ausgabe)
19,99

Ein rundum gelungenes Fantasy-Werk

horrorbiene , am 27.11.2014

Ich habe zwar relativ lange an diesem Buch gelesen, was eigentlich nie ein Zeichen dafür ist, dass ich ein Buch mag, doch bei diesem Buch war es anders. Dass ich nicht zum Lesen kam lag diesmal auch nicht am Buch und zudem ist die Schrift hier klein gedruckt, so dass diese 767 Textseiten eben auch seine Zeit brauchen.
Das Buch ist auf eine Weise aufgebaut, die ich sehr mag und die mich sehr an Der Name des Windes erinnert hat. Vaelin Al Sorna gefeierter Held, gefürchteter Feind und Verurteilter Mörder ist auf der Reise zu einem entscheidenden Kampf, bei dem es um sein Leben geht. Auf der Schiffsreise dorthin wird er von einem berühmten Historiker begleitet, der die Zeit nutzt, um seine Lebensgeschichte und wie er zum Hoffnungstöter wurde, aufzuschreiben. Vaelins Geschichte beginnt mit dem Moment, in dem er dem sechsten Orden – nicht ganz freiwillig – beitritt. Dort soll er eine schwere, aber gute Ausbildung zu einem Krieger erhalten. Zu Beginn des Buches begleitet der Leser Vaelin bei den einzelnen Abschnitten seiner Ausbilung, bei der stets eine Prüfung den Abschluss bildet. Anschließend erzählt er wie er zum Werkzeug des Königs wurde und letztlich “die Hoffnung des Reiches” auf dem Schlachtfeld tötete. Am Ende des Buches ist der Leser demnach völlig im Bilde, wie Vaelin zu dem Menschen wurde, den er gleich zu Beginn kennengelernt hat. Diese Art eine Geschichte zu erzählen nimmt zwar auf eine gewisse Art die Spannung weg, da man ja das Ende bereits kennt, aber dennoch ist für mich sehr spannend gewesen, die einzelnen Episoden Vaelins Lebens zu erleben. Der Autor hat bei der Erzählung auch eine gute Balance gefunden zwischen erzählerisch dichter und atmosphärisch geschilderten Ereignissen aus seinem Leben und dem Weglassen von alltäglichen oder anderem Füllwerk. So hatte ich das Gefühl Vaelin sehr gut zu kennen und fand ihn auch sehr sympathisch, ohne dass mir bei seiner doch mehrere Jahre dauernden Geschichte langweilig wurde. Im Gegenteil, ich fühlte mich sehr gut unterhalten. Auch die Zeitsprünge, die gegen Ende eingebaut waren, trugen zur Spannung bei, so dass dieses Buch wirklich ein absolut rundes Werk ist, bei dem ich nichts zu bemängeln hatte – im Gegegsatz zu Im Namen des Windes bei dem mir der Spannungsbogen fehlte und ein Nebencharakter sehr nervte. Aufgrund des bevorstehenden Kampfes und dem vorangegangenen Krieg, was zur Verurteilung Vaelins führte, gibt es hier einen Spannungsbogen, denn der Leser möchte wissen, wieso dieser sympathische und loyale Vaelin nun zum Tode verurteilt wurde.
Ich bin ein klein wenig traurig, dass das Buch bereits ausgelesen ist, denn ich hatte viele unterhaltesame Lesestunden mit Vaelin, doch es freut mich, dass dies nur der Auftaktband war. Zwar ist diese Episode aus seinem Leben nun erzählt und ich bin gespannt, wie Ryan das nächste Buch konstruieren möchte, doch es gibt auf jeden Fall noch viel für Vaelin zu tun und Rätsel zu lösen. Diese geplante Fortsetzung steht auf meiner Must-Read-Liste nun ganz oben – hoffentlich dauert es bis zum Erscheinen nicht allzu lange.

Fazit: Ich bin so froh, dass ich dieses Buch gelesen habe. Es hat mir sehr viel Freude bereitet, da es alles hat, was ich mir von einem guten Fantasy-Roman verspreche: Es hatte gute Charaktere, eine ausgewogene Balance zwischen Spannung und atmosphärisch dichter Erzählweise und eine gute Story, die auch noch Potential für eine Reihe bietet. Vor allem aber hatte ich einfach nichts zu meckern. Es gibt nichts, was ich an diesem Buch ändern würde – es ist einfach gute Fantasy. Nun freue mich mich sehr auf die Fortsetzung.

Das Lied des Blutes / Rabenschatten-Trilogie Bd.1 - Anthony Ryan
Das Lied des Blutes / Rabenschatten-Trilogie Bd.1
von Anthony Ryan
(93)
Buch (gebundene Ausgabe)
24,95

ENDLICH geht es weiter

horrorbiene , am 27.11.2014

Die Worte des Lichts ist der ja nur der erste Teil des zweite Bandes, daher finde ich es sehr schwierig, dieses Buch zu bewerten, da es zwar an einem sinnvollen Moment endet, aber man doch eindeutig merkt, dass es eben noch nicht das richtige Ende samt Finale war.
Vom ersten Buch (bzw. den ersten beiden deutschen Teilen) war ich hellauf begeistert. Die Geschichte – und damit im Prinzip die gesamten Sturmlicht-Chroniken – sind aufwendig, ausgeklügelt, ausführlich und brillant. Die Serie steht im Hinblick der Genialität Martins Lied von Eis und Feuer in nichts nach, ohne aber durch die Vielzahl an Personen zu unübersichtlich zu werden. Zudem hat diese Serie einen völlig anderen Charme, sie ist einfach nur genial. Ich habe sehr lange und sehr sehnsüchtig auf diese Fortsetzung gewartet. Als ich dann allerdings mit dem Lesen beginnen wollte, wollte ich eigentlich nicht. Denn die Pause zum nächsten (echten) Band ist wieder so groß und ich hatte Angst, die vielen Details mir hierfür mühselig wieder zu rekonstruieren, um sie dann doch wieder zu vergessen. Die Serie ist einfach zu gut, als dass ich so große Pausen haben möchte. Allerdings hat mich die Aussicht dann bestimmt gut und gern 15 Jahre zu warten bis alle Bücher erschienen sind, dann doch so ernüchtert, dass ich einfach angefangen habe zu lesen. Es hat sich herausgestellt, dass es gar nicht so schwer war, wieder in das Buch zu finden, was eindeutig für das Buch spricht.
Die Geschichte setzt dort an, wo Der Pfad der Winde aufhört. Schallan begibt sich mit Jasna auf den Weg zur Zerbrochenen Ebene, so dass endlich alle Haupterzählstränge an einem Ort spielen. War vorher die Perspektive um Schallan noch etwas dröge, ist dies hier schon lange nicht mehr. Die Geschichte wird dadurch wesentlich runder und es ist absehbar, wie es innerhalb der Saga weiter gehen kann (das ist z.B. etwas, was ich bei Martins Lied von Eis und Feuer nie erahnen konnte und kann und mich daher etwas stört). Das Buch an sich wird dadurch allerdings nicht vorhersehbar. Es geschehen hier immer Dinge, die ich nicht erahnen konnte. Zudem konnten mich manche Dialoge wirklich überraschen und ich musste einige Male herzhaft lachen. Auch sind noch längst nicht alle Geheimnisse aufgeklärt, so dass noch genügend Spielraum für die Fortsetzungen bleibt, allerdings wird durch eine Perspektive im Zwischenspiel auch mehr von einem Rätsel enthüllt. Eine gute Mischung.
Der Schwerpunkt in diesem Buch liegt meines Erachtens nach bei Schallan. Ihrer Perspektive wird nicht nur viel Raum gelassen, es wird auch enthüllt, wieso sie so wichtig ist. Zudem gibt es immer mal wieder Rücckblenden, die sie zeigen, wie sie damals mit ihrer Familie zusammen gelebt hat. Da sie sich weiter entwickelt hat, ist auch ihre Perspektive spanneder zu lesen. Zwar ist auch Kaladin immer noch eine zentrale Figur, aber die Perspektive von Danilar/Adolin ist diesmal kürzer ausgefallen. Doch das macht nicht viel aus, da wie gesagt mittlerweile alle Hauptpersonen auf einem Fleck sind und die Perspektiven so oft doppeln, bzw. es einen Schlagabtausch gibt.
Auch dieses Buch ist wieder unheimlich gut und mitreißend geschrieben, so dass ich es trotz der vielen Seitenzahlen unheimlich schnell gelesen, ja verschlungen habe. Sanderson schafft es, dass der Leser Teil der Geschichte wird. Dies ist wirklich richtig gute Fantasyunterhaltung und ich bin immer noch der Meinung, dass Sanderson gerade dabei ist, sich hiermit sein eigenes Monument zu schreiben.
Doch bei dieser Serie sucht nicht nur der Inhalt Seinesgleichen, auch die Ausstattung des Buches ist hervorzuheben: Das eine Vorsatzblatt ist eine Farbkarte, das andere eine farbige Zeichnung von Schallan. Zudem gibt es zahlreiche Abbildungen, die sogar im (illustrierten) Inahltsverzeichnis aufgeführt sind, so dass lästiges Suchen ausbleibt. Auch wenn im Inhalt steht, man solle die Abbildungen nicht vor der Lektüre betrachten, habe ich keine gravierenden Spoiler ausmachen können – die Bilder dürfen demnach gern auch vorher schon betrachtet werden. Dass die Kapitelanfänge zudem auch noch illustiert sind, ist ein prima Bonus.

Fazit: Ich habe das Gefühl, ich kann nicht so wirklich in Worte fassen, wie genial ich die gesamte Serie aber auch dieses Buch finde. Meiner Meinung nach, hat Sanderson hier noch eine kleine Schippe draufgelegt. Ich kann nur jedem Liebhaber der High-Fantasy empfehlen, diese Serie zu lesen. Mit Die Sturmlicht-Chroniken wird sich Sanderson in die Reihen der ganz Großen einreihen können. Für mich gehört Sanderson bereits jetzt dazu.

Die Worte des Lichts / Die Sturmlicht-Chroniken Bd.3 - Brandon Sanderson
Die Worte des Lichts / Die Sturmlicht-Chroniken Bd.3
von Brandon Sanderson
(9)
Buch (gebundene Ausgabe)
24,99

Eine gelungene Fortsetzung

horrorbiene , am 10.09.2014

Dieser Vierteiler um Gair und die Wilde Jagd gefällt mit im Allgemeinen sehr gut, nur fällt es mir bei jedem neuen Teil erneut schwer wieder in die Geschichte zu finden, da mir immer wieder wichtige Details entfallen. Doch zum Glück war es auch diesmal wieder so, dass ich recht einfach zurück ins Buch finden konnte. Nur die Sinnhaftigkeit mancher Erzählstränge bzw. deren Einordnung in den großen Zusammenhang ist mir noch nicht wirklich präsent, doch sind diese Passagen kurz genug, dass sie nicht beim Lesen störten. Das einzige, das wirklich fehlt und mir das Lesen unheimlich vereinfacht hätte, ist eine Landschaftskarte. Hier ist von vielen Völkern, Ländern und Orten die Rede, die ich ohne Karte nicht gut miteinander in Beziehung setzen konnt.
Im zweiten Teil kam mit Teia eine neue Hauptfigur hinzu, der damals sehr viel Raum gelassen wurde und Gair somit ins Hintertreffen geriet. In diesem Band wurde nun zwischen diesen Hauptfiguren und -Erzählsträngen eine gute Balance gefunden, schon allein deshalb, da die beiden endlich zusammenliefen und so das Buch mehr einen übergeordneten Zusammenhang erhielt. Auch die Perspektive von Tanith fließt wieder in die anderen mit ein, so dass dieses hier wirklich ein schönes komplettes Buch ist. Die Zeichen stehen nun auf Finale, dass es dann im nächsten Buch zu lesen geben wird.
In diesem Teil ist wieder alles enthalten: poltische Intrigen, Hoffen und Bangen, aber auch Trauer in Sachen der Liebe, eine Schlacht, viel Magie und Charakterentwicklung. So wie die anderen Teile auch, ist dieses Buch gut geschrieben und unterhaltsam. Die Hauptgeschichte wird auch entschieden weitergeführt. Und obwohl diese Serie sich vieler klassischer Elemente der Fantasy bedient und man sagen könnte, dass sei alles nur ein zweiter Aufwasch, gefällt mir doch gerade diese neue Zusammenstellung von bekannten Elementen sehr gut. Ich freue mich nun darauf im nächsten Band endlich das Finale dieses guten Vierteiles lesen zu können.

Fazit: Der dritte Band der Serie bietet dem Leser nun eine Zusammenführung einiger wichtiger Erzählstränge und dies macht dieses Buch wesentlich kompletter als der Vorgänger es war. Alles fügt sich nun zusammen und alle Zeichen stehen auf Finale, auf das ich eigentlich gar nicht so lange warten mag. Wem also Band zwei nicht so gut gefallen hat, den Auftakt aber mochte, wird hier wieder die Freude an diesem Vierteiler zurückgewinnen können.

Der Schleier der Macht / Magier Gair Bd.3 - Elspeth Cooper
Der Schleier der Macht / Magier Gair Bd.3
von Elspeth Cooper
(1)
Buch (Paperback)
14,99

Konsequente Weiterführung der Rahmenhandlung

horrorbiene , am 10.09.2014

Auch Teil fünf der Krimiserie um die amerikanische Polizeichefin Kate Burkholder bleibt der Tradition des ersten Teils treu: Protagonisten und das Milieu sind dieselben, denn wieder gibt es einen Kriminalfall bei den Amischen aufzuklären und wer könnte dafür besser geeignet sein, als die ehemalige Amische Burkholder?
Dieses Mal wird Burkholder während ihrer Streife zu einem Verkehrsunfall mit einem Buggy gerufen. Ausgrechnet der Mann ihrer besten Freundin aus Jugendzeiten und deren Kinder sind in dem Unfall schwer verwundet worden und sterben schließlich am Unfallort. Doch irgendetwas scheint nicht zu stimmen. Weder das Unfallauto noch Teile davon sind aufzufinden. Burholder nimmt die Ermittlungen auf.
Die Story ist wie auch in den vorangegangenen Bänden in sich logisch geschildert und durch geschickte Wendungen spannend aufgebaut. Bis zum Ende bleibt unklar, wer der Mörder ist, dies wird tatsächlich erst im Finale enthüllt, was mir gut gefallen hat. Jedoch empfand ich im Nachhinein den Fall als etwas unrealistisch, aber nun gut. Es kann auch mal ein angefaulets Ei bei den Ideen dabei sein. Nichtsdestotrotz ist das Buch ähnlich geschrieben wie die Vorgänger: spannend und kurzweilig. Dies trötest über die eigenartige Auflösung hinweg. Ein wirkliches Highlight findet hier in Hinblick statt, dass Burkholder nun auch ermittlungstechnisch mit dem Fall ihrer Jugend konftrontiert wird. So nimmt nicht nur Burkholder, sondern auch ihre Beziehung zu Tomasetti entscheidende Entwicklungen, die eigentlich bereits überfällig waren. Die positiven Entwicklungen aus dem vorangegangenen Band, in dem sie begonnen hat ihre Vergangenheit aufzuarbeiten und den Alkoholkonsum einzuschränken, wird hier demnach konsequent und logisch fortgesetzt, was ich wirklich begrüße. Die Serie hat damit weiterhin an Tiefe gewonnen und ich bin gespannt, wie es mit Burkholder weitergeht.

Fazit: Teuflisches Spiel setzt gekonnt an den Vorgängern an und zeigt doch Entwicklungen bei den Charakteren auf und führt die Rahmenhandlung konsequnt weiter. Zwar hat mir die Auflöung nicht wirklich gefallen, da ich sie als nicht nachvollziehbar empfand, aber nun gut das ist Geschmackssache, das Buch ist dennoch gut geschrieben. Wer die anderen Bände mochte, ist hier genau richtig. Ich empfehle auf jeden Fall die Bücher aufgrund der Entwicklung, die die Charaktere vollziehen in der chronologischen Reihenfolge zu lesen.

Teuflisches Spiel / Kate Burkholder Bd.5 - Linda Castillo
Teuflisches Spiel / Kate Burkholder Bd.5
von Linda Castillo
(18)
Buch (Taschenbuch)
9,99

Ein mitreißendes Sommer-Buch

horrorbiene , am 13.07.2014

Ich weiß noch, dass ich, als ich, als das Buch vom Verlag angekündigt wurde, vollkommen hingerissen war, von der Beschreibung des Buches und der Verheißung auf wunderbar sommerliche Lesestunden, die sie versprach. Normalerweise fällt dieses Genre und damit auch dieses Buch gar nicht in mein Beuteschema und dennoch – oder gerade deswegen – musste ich dieses Buch schlussendlich bei Erscheinen lesen. Zu Beginn war ich allerdings etwas enttäuscht, da ich recht schwer in das Buch hineingefunden habe. Beth erzählt aus der Ich-Perspektive, wie sie unerwarteten und damit untypischen Besuch von ihrem Vater bekommt, der ihr eine Post-Sendung aus Ungarn weiterleitet. Wie Beth mit ihrem Vater umgangen ist und auf das Paket reagiert habe, empfand ich als überaus befremdlich und für mich beim besten Willen nicht nachvollziehbar. Sie möchte das Paket schlicht nicht öffnen und benimmt sich ihrem Vater gegenüber kalt und ablehnend, dabei ist er nur der Bote. Er verlässt erneut die Stadt und Beth kann es dann irgendwann doch nicht lassen und öffnet das Paket, in dem sich ein Scrapbook ihrer Mutter mit Erinnerungen ihrer Mutter an ihre gemeinsamen Sommer befindet. Ab dem Moment, in dem Beth das Buch ihrer Mutter aufschlägt, spielt das Buch praktisch in einer episondenhaften Rückblende auf Beths Sommer bei ihrer Mutter in Ungarn. Und ab diesem Moment wurde das Buch richtig gut und mitreißend. Der Leser erlebt auch hier in Ich-Perspektive, wie Beths Mutter nach Ungarn gelangte und Beth in ihren Besuchen bei ihr immer größer wird, heranwächst und ihrer Mutter immer ähnlicher wird. Dabei wird Ungarn unheimlich gut heraufbeschworen und ich konnte beinahe die Luft riechen und den Eistee schmecken und wurde ganz nebenbei an einen eigenen Sommer-Urlaub in Ungarn erinnert. Beths Erinnerungen lassen sich sehr leicht lesen und nehmen den Leser mit in das sonnige und unbeschwerte Leben Ungarns. Allers verlief für Beth prima, daher war mir lange Zeit nicht klar, wie es zu diesem Bruch mit ihrer Mutter kommen konnte – und dann kam der Knall, der das Leben der damals 16-jährigen Beth völlig durcheinander brachte. Beths Verhalten daraufhin mag ihrem Alter entsprechend und angemessen gewesen sein, dennoch finde ich ihr Verhalten übertrieben und unpassened. Zumindest nach einiger Zeit Abstand hätte sie ihr Verhalten noch einmal überdenken können. So ist das Buch am Ende sehr tragisch – unnötig tragisch wie ich finde.
Das Lesen des Buches hat mir einige sehr unterhaltsame Lesestunden bereitet, dir mir auch nicht vermiest werden konnten, durch das für mich nicht nachvollziehbare Verhalten Beths. Allerdings hat jeder Mensch ein anderes emotionales Empfinden und ich musste in der Pubertät auch nicht solche verwirrenden Erlebnise über mich ergehen lassen und vielleicht mag ich es daher so unpassend finden, dennoch bleibt für mich diese Tragik im Raum die schlichtweg unnötig gewesen ist. Schön bzw. ausgleichend wäre es gewesen, wenn Beth noch während dieses Buches den Kontakt zu ihrer Jugendliebe aufgenommen hätte und somit auch dieser Handlungsstrang abgeschlossen gewesen wäre. So habe ich das Gefühl, als hätte mich die Autorin in der Luft hängen lassen. Schade.
Als wirklich gelungene Abrundung, hätte ich es schön gefunden, wenn in diesem Buch, die eine oder andere Seite des Scrapbooks ihrer Mutter abgebildet gewesen wäre. Dies hätte die Atmosphäre nachhaltig gehoben.

Fazit: Mein Sommer am See ist ein wirklich mitreißendes Buch. Auch wenn ich Beths Verhalten nicht komplett nachvollziehen kann, hat mich das Buch dennoch berührt und mir unterhaltsame Lesestunden bereitet. Wenn man dieses Buch in die Hand nimmt, wird man entführt in die sonnigen Sommer Ungarns, daher würde ich unbedingt empfehlen für die bessere Atmosphäre das Buch im Sommer draußen in der Sonne zu lesen.

Mein Sommer am See - Emylia Hall
Mein Sommer am See
von Emylia Hall
(20)
Buch (Taschenbuch)
9,99

Irgendwie … überflüssig

horrorbiene , am 13.07.2014

obender Sturm spielt genau im Anschluss des vierten Zwergen-Bandes Das Schicksal der Zwerge. Befremdlich fand ich deshalb die zeitliche Angabe, zu der dieses Buch startet: 6291. Sonnenzyklus, Frühsommer. Befremdlich deshalb, da meiner Erinnerung nach Das Schicksal der Zwerge im 6292. Sonnenzyklus endete. Da sofot klar ist, dass das Buch direkt im Anschluss spielt, kann da irgendetwas nicht stimmen, aber nun gut. Die aufmerksamen Leser meiner Rezensionen werden nun vielleicht denken: “Hat sie das nicht schon zum dritten Teil geschrieben?!” Ja, habe ich. Und nein, es ist kein Irrtum. Es ist tätsächlich so. Bei einem Buch kann so ein Fehler ja mal passieren. Aber bei zweien?! Oh je.
Oh je, fast das Buch eigentlich auch ganz gut zusammen. Denn eigentlich macht sich der Inhalt selbst überflüssig, wenn es denn ein guter Roman sein soll: Erst werden Protagonisten eingeführt und Spannungen zwischen diesen aufgebaut und am Ende alles futsch. Ich habe mich ernsthaft gefragt, wieso ich eigentlich diese 500+ Seiten gelesen habe. Dieses Buch hat jedoch sehr wohl seine Daseinsberechtigung: Es wird sicher die Lücke zwischen dem Zwerge Band 4 und Band 5 schließen und somit kann ich nun schon erahnen, was die Zwerge beim nächsten Mal zu bekämpfen haben. Anonsten trifft es der Titel “Legenden der Alabae” recht gut. Heitz schreibt hiermit die fiktive Historie der Albae nieder. Und die Geschichte ist eben manchmal nicht so, dass man einen guten Roman daraus machen kann. Wobei, wenn man die Geschichte selbst in der Hand hat… Doch Heitz schreibt in seinem Nachwort, dass diese Handlungen im Prinzip so logisch sind und ihm es nicht leicht gefallen ist, dies so zu schreiben. Das kann ich mir sehr gut vorstellen: Erst viele Dinge konstruieren wie die beiden verfeindeten Albae-Städte, deren Charakteren Leben einhauchen, sie mit Liebe beschreiben und dann alles, aber auch wirklich alles hops gehen lassen, wäre mir auch nicht leicht gefallen. Nur als Leser stehe ich wirklich dumm da. Da mir die Albae ohnehin nicht ganz sympathisch sind und hier mit den beiden Städten wieder komplett neue Charaktere und Gegebenheiten eingeführt wurden, hatte ich zu Beginn arg zu kämpfen in das Buch zu finden. Anders ausgedrückt: Ich habe mich im Grunde beim Lesen gelangweilt. Und am Ende war dann auch noch all die gesamte Liebesmühe’ für die Katz.
Ich möchte nicht falsch verstanden werden. Ich mag die Bücher von Markus Heitz sehr gern. Er kann sehr gut schreiben und schafft tiefgründige und mehrperspektivische Werke. Der Name Heitz steht bei mir für Qualität. Aber bei diesem Buch hat er meiner Meinung nach keine sehr gute Idee gehabt. Die Lücken zwischen den Zwerge-Bänden zu schließen finde ich an sich wirklich extrem gut, aber auch nur, wenn dazwischen eine schöne Geschichte erzählt wird und nicht nur – wie hier – dargestellt wird, was in der Zwischenzeit innerhalb und außerhalb des Geborgenen Landes passiert ist. Wobei die Darstellung auch hier gut geschrieben und im Prinzip auch spannend geschildert wird. Aber die Handlung ist meiner Meinung nach nicht erwähnenswert und macht sich so auch noch selbst überflüssig. Man hätte auch gut einfach im nächsten Zwerge-Band sagen können, das sind die neuen Gegner, sie kommen aus dem Jenseitigen Land. Fertig. Aber so? Uff.
Zwischendurch hatte das Buch einen Lichtblick, nämlich wenn die Perspektive in das Geborgene Land schwenkt und die Geschichte um Carmondai erzählt wird. Die hat mir gut gefallen. Ebenso wie die kleinen Episoden mit Ingrimmsch. Leider war letztgenannter nur zweimal dran. Das fand ich sehr schade. Aber daran kann man sehr gut sehen, was meine Empfindungen zu diesem Buch sind: Es füllt die Lücke zum Zwerge Band 5 und der darf jetzt auch schon sehr bald kommen. Mehr nicht.

Fazit: Tobender Sturm ist für mich überflüssig. Er soll wohl die Lücke zum kommendn Zwerge-Band schließen, ist auch gut und spannend geschrieben, der Inhalt gibt meiner Meinung nach aber nur wenig her und macht sich selbst am Ende überflüssig. Ich habe mich über weite Strecken des Buches gelangweilt. Das kann Markus Heitz wesentlich besser! Ich warte nun sehnsüchtig auf die Fortsetzung der Zwerge!

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Die Legenden der Albae 04. Tobender Sturm - Markus Heitz
Die Legenden der Albae 04. Tobender Sturm
von Markus Heitz
(4)
Buch (Paperback)
16,99

 
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