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Carmen Vicari aus Dossenheim

Gesamte Bewertungen 31 (ansehen)


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Meine Bewertungen

Was, wenn der Traumprinz erst Nummer 5 ist?

Carmen Vicari aus Dossenheim , am 19.04.2018

Sophie Lechner arbeitet als gelernte Konditorin in der TV-Show Wir kriegen´ s gebacken! mit. Ausgerechnet an einem Freitag dem 13. geht bei Sophie allerdings alles schief. Erst vertauscht sie Shampoo mit Duschgel, dann kommt sie auch noch zu spät zur Arbeit, ihr Regisseur wechselt, beim Dreh läuft nicht alles optimal und als wäre das alles immer noch nicht genug, verlässt sie ihr Freund Jan nach 5 Jahren Beziehung. Für die abergläubische Sophie ein ganz klarer Hinweis, dass Freitag der 13. verflucht ist.

Tief geknickt schleppt ihre Schwester Bea Sophie zum Rummel. Eigentlich mehr zur Aufmunterung gedacht, schiebt Bea ihre Schwester bei der Wahrsagerin Esmeralda ins Zelt. Doch dann kommt alles anders. Esmeralda prophezeit, dass Sophie erst glücklich mit einem Mann werden kann, wenn sie 7 Männer in ihr Bett gelassen hat. Doch es gibt eine weitere Hürde. Dies muss vor ihrem nächsten Geburtstag geschehen, in nicht mal 100 Tagen. Für Bea eine Katastrophe, für Sophie ein Hoffnungsschimmer, denn zu dem 7. Mann fehlen ihr nur noch zwei und die sollte man doch in der Zeit finden können? Wäre ihr Regisseur nur nicht so sympathisch und perfekt …

Bereits mit ihrem letzten Roman Mann mit Meerblick konnte mich die Autorin begeistern, so dass ich gespannt auf das neuste Buch gewartet habe. Mit „Der verflixte 7. Mann“ trifft Sandra Grauer zum einen den Nerv der Koch- bzw. Backshows, zum anderen aber auch die immer wieder hochkommende Welle an Horoskopen, verbunden mit dem festen Glauben daran.

Mit ihrer Protagonistin Sophie hat Sandra Grauer eine Figur geschaffen, die der Leser gleich ins Herz schließen kann. Herzlich, sympathisch, manchmal etwas unbeholfen und absolut nicht perfekt. Mit ihrer Art (ich sage nur, Horoskop-App und Kaffeesatzdeutung – täglich) konnte sie mich gleich für sich gewinnen, ihr Humor entbehrt nicht einer gewissen Selbstironie und die Situationskomik wird kommt in diesem Buch gewiss nicht zu kurz. Sophies neuer Regisseur Adam Ritter nimmt zwar den Part des Prinz Charming ein, jedoch ist auch er nicht perfekt, sondern hat seine Ecken, Kanten und eine Vergangenheit.

Mit viel Liebe und Herzblut wird hier eine Geschichte erzählt, die gar nicht so abwegig ist, jedoch hätte ich mir an mancher Stelle noch etwas mehr Tiefgang gewünscht, nicht zuletzt bei den Backrezepten. Fakt ist, man bekommt Appetit beim Lesen. Von daher wäre eine kleine Rezeptsammlung, zwischendrin oder zumindest am Ende ganz schön gewesen. Tut aber der eigentlichen Geschichte keinen Abbruch, denn diese ist rund und zauberhaft.

Fazit:

Ein wundervoller Sommerroman, zum Träumen, Genießen und Appetit holen, auch für jene, die nicht an Horoskope und Prophezeiungen glauben.

Der verflixte 7. Mann - Sandra Grauer
Der verflixte 7. Mann
von Sandra Grauer
(1)
eBook
6,99

Tulpenwoede in Amsterdam

Carmen Vicari aus Dossenheim , am 12.03.2018

Amsterdam, 1636: Der Waise Pieter van Winkel wird von seinem Onkel Joost zu dem schon berühmten Maler Rembrandt Harmenszoon van Rijn gebracht. Es war der letzte Wunsch seines Vaters, dass Pieter den Malerberuf ergreift. Und tatsächlich zeigt Pieter auch eine ungewöhnlich Begabung. Doch nicht nur das Malen und Porträtieren scheint ihm zu liegen, vielmehr reizen den stillen Jungen mathematische Berechnungen, Rätsel und Wahrscheinlichkeitsrechnungen.
Als mehrere Morde im Umfeld von Rembrandt geschehen, stellt Pieter Berechnungen an, um dem Mörder auf die Spur zu kommen. Zwar deutet alles auf Rembrandt als Täter hin, doch Pieter ist sich sicher, dass es irgendjemanden gibt, der seinem Meister schaden möchte. Doch wer? Doch dann gerät Pieter plötzlich selbst ins Visier des Mörders …

Mit Tulpengold hat sich die Autorin Eva Völler gleich mehreren Schwerpunkten gestellt. Zum einen wird der Tulpenwahn in Amsterdam und ganz Holland thematisiert, bei dem die Preise für Tulpen teilweise schwindelerregende Höhen erreichten und Menschen ebenso reich wie in den Ruin stürzen konnten. Vor allem nach dem Zusammenbruch im Jahr 1637. Des Weiteren lernt der Leser den bekannten Maler Rembrandt Harmenszoon van Rijn näher kennen, bekommt einen kleinen Einblick in sein Leben und seine Werke. Und zu guter Letzt entwickelt sich die Geschichte noch zu einem Krimi, bei dem ein Junge mit einen Asperger Syndrom zur Schlüsselfigur wird.

Kurz gesprochen, der Roman bietet alle Facetten, die ich gerne habe, vereint in einem historischen Roman. Eva Völlers Schreibstil war wieder so mitreißend und informativ, dass die Seiten nur dahin flogen, wenn man nicht gerade zum Verdauen des Gelesenen oder zum Recherchieren das Buch aus der Hand legen musste. Denn gerade zweiteres kam bei mir öfter mal vor. Die Autorin lässt einige Werke von Rembrandt Harmenszoon van Rijn in dem Buch auftauchen, benennt Techniken der Malerei, die mir so nicht gängig waren. Gerade diese Punkte reizten mich aber dann, das Buch einmal zur Seite zu legen und nachzuschlagen, einfach, um eine bessere Vorstellung von dem Ganzen zu bekommen.

Pieter van Winkel ist ein sehr plastischer und lebhafter Charakter, dem man direkt anmerkt, dass er sich der Autorin von selbst vorgestellt und regelrecht aufgedrängt hat. Er ist sehr liebenswert und schon nach kurzer Zeit war ich mit ihm warm und versuchte, seinen Gedankengängen zu folgen.

Auch die anderen Charaktere sind vielschichtig und plastisch gezeichnet, die ganze Atmosphäre lässt den Leser in das Leben in Amsterdam im 17. Jahrhundert eintauchen und sollte man sowohl Amsterdam bzw. die Möbelstücke der damaligen Zeit aus Museen oder von Bildern her kennen, fühlt man sich direkt zurecht und wohl.

Fazit:
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Der Tulpenwahn oder auch die Tulpenmanie war eine Periode im Goldenen Zeitalter der Niederlande, die man so schnell nicht vergisst.

Tulpengold - Eva Völler
Tulpengold
von Eva Völler
(46)
Buch (gebundene Ausgabe)
22,00

Das neue Zeitalter hat begonnen ...

Carmen Vicari aus Dossenheim , am 09.02.2018

Milan ist der dritte Sohn des Erzpriesters Nandus Tormeno. Nachdem ihn schon seine ältesten Söhne enttäuscht haben, ruhen nun alle Hoffnungen auf dem jüngsten Spross. Ihn will er nach seinem Gutdünken leiten und formen. Immerhin soll Milan in seine Fußstapfen treten und diese noch vergrößern.

Doch Milan denkt gar nicht daran, die Pläne seines Vaters zu verfolgen. Er will sein eigenes Leben führen, fernab von den Idealen und Vorstellungen seines Vaters, die ihm zudem immer mehr missfallen. In der Diebin Felicia findet Milan eine Gleichgesinnte. Felicia gehört zu den Rebellen aus dem Schwertwald und möchte Milan gerne für ihre Sache gewinnen. Doch kann sie Milan wirklich von ihrem Kampf der Gerechtigkeit überzeugen?

Über all dem Geschehen schwebt eine uralte Prophezeiung, die besagt, dass nach der Ankunft des „Schwarzen Mondes“ in Azuhr das neue Zeitalter der Magie eingeläutet werden wird. Ist dieser Zeitpunkt nun gekommen?

Auf der Insel Cilia findet der Leser eine mittelalterlich wirkende Welt, in der die Magie längst erloschen zu sein scheint. Doch die Erzpriester sind vorsichtig, allen voran Nandus, der Mären von überall sammelt und den Himmel nach besonderen Unregelmäßigkeiten absucht. Ihm fällt zuerst auf, dass etwas nicht stimmt und als dann die erste Märe zum Leben erwacht, wird schnell klar, dass das neue Zeitalter begonnen hat.

Der Einstieg in diese wundersame Geschichte wird dem Leser vom Autor leicht gemacht. Schnell taucht man in die Welt von Azuhr ein, erlebt im Prolog eine Schreckensnacht, die alles verändert und nach der man als Leser nicht nur schluckt, sondern auch erst einmal eine kurze Pause braucht.

Danach geht es 53 Jahre später weiter. Schon bald entwickelt die Geschichte einen regelrechten Sog, der den Leser mitreißt und nicht mehr los lässt. Man taucht in die Geschichte ein, wird zu einem Begleiter Milans, schaut aber auch der Diebin Felicia über die Schulter und darf bei den Versammlungen der Liga Mäuschen spielen.

Die Figuren sind sehr plastisch und schnell entwickelt man für Milan, Felicia und einige anderen Sympathien. Ein Unterbrechen des Buches fiel mir sehr schwer. Viel zu gefangen war ich von der Handlung, den Schauplätzen und den verschiedenen Mären, die nach und nach Wirklichkeit wurden.

Das Ende ist offen, wie es sich für den ersten Teil einer Trilogie gehört. Das Buch bietet eine wunderbare Mischung aus sinnlicher und düsterer Atmosphäre, es ist sowohl humorvoll wie auch unheimlich, tragisch und mystisch. Der Leser erlebt ein wahres Wechselbad an Emotionen, was mir sehr gut gefallen hat.

Milan entwickelt sich im Laufe der Geschichte immer weiter. War er zu Beginn noch recht naiv und grün hinter den Ohren, hat er am Ende des Buches schon fast das Zeug zu einem Helden. Ich bin sehr gespannt, wie es mit ihm und den anderen weitergehen wird.

Fazit:
Das Buch bietet nicht nur eine spannende und abwechslungsreiche Geschichte, sondern lässt dank der schönen Sprache, der dichten Atmosphäre und den farbenprächtigen Bildern das Kopfkino regelrecht explodieren. Cilia ist fantastische Insel, auf die ich hoffentlich bald wieder zurückkehren kann.

Die Chroniken von Azuhr - Der Verfluchte (Band 1) - Bernhard Hennen
Die Chroniken von Azuhr - Der Verfluchte (Band 1)
von Bernhard Hennen
(33)
Buch (Paperback)
16,99

Kleine Dinge ganz groß

Carmen Vicari aus Dossenheim , am 24.02.2017

Kleine Dinge ganz groß. Schon seit jeher haben mich eher die kleinen, unscheinbaren Dinge interessiert. Als man noch analog fotografierte, tobte ich mich hierbei an unserem Gartenteich aus. Nach diversen Umzügen ging mein Fokus hieraus eher verloren und ich beschränkte mich mehr auf die Schnappschüsse und letztlich auch Kinderbilder.

Nun aber soll sich das wieder ändern. Damit das auch dieses Mal richtig klappt, habe ich mir das Buch „Die Fotoschule in Bildern. Makrofotografie“ angeschaut. Das Buch wurde von drei Autoren geschrieben. Alle drei fotografieren schon seit Jahren und können daher auf einen umfangreichen Erfahrungsschatz zurückgreifen.

Dies merkt man deutlich in der Art, wie sie schreiben, beschreiben und ihre Tipps geben. Das Buch ist strukturiert und thematisch wie folgt sortiert:
• Im eigenen Garten
• Auf der Wiese
• Im Wald
• Am und im Wasser
• Im Schmetterlingshaus
• In den Morgenstunden
• In der Abenddämmerung
• Makromotive im Winter
• Im Heimstudio
• Exkurse

In jedem Kapitel finden sich dann noch einmal Unterthemen, die auf einer Seite näher beschrieben und mit einem oder zwei großformatigen Bildern untermalt werden. Natürlich erfährt man in einer Randnotiz auch, welches Equipment für das Bild verwendet wurde, ob und wie es bearbeitet wurde und wer der Fotograf war.

Natürlich haben mich die Motive sehr inspiriert, aber noch mehr hat mich in erster Linie die dahinterstehende Technik interessiert. Diese bekommt man ein wenig in den Exkursen gezeigt und erläutert. Die Exkurse sind nicht gesammelt am Ende des Buches zu finden, sondern verteilen sich im Buch. Hier wird vor allem eingegangen auf:
- Bildkomposition
- Verhaltensregeln in der Natur
- Helferlein
- Fotografische Grundlagen
- Motivbestimmung
- Focus-Stacking
- „Altglas“
- Bildbearbeitung
- Ausrüstung

Jeder der Autoren kommt bei diesem Buch zu Wort, man sieht die unterschiedlichen Meinungen und kann für sich selbst einen eigenen Weg ausloten.

Das Buch eignet sich aus meiner Sicht für leicht Fortgeschrittene als guter Einstieg. Anfänger dürfte es vielleicht eher überfordern. Fortgeschrittene können sich noch Anregungen oder den letzten Schliff aus dem Buch holen.

Fazit:
Mir selbst gefällt es sehr gut. Ich habe bereits viele neue Ideen, muss aber mein eigenes Equipment umrüsten und aufstocken. Allerdings werde ich mir die Technik an sich noch etwas genauer ansehen müssen.

Die Fotoschule in Bildern. Makrofotografie - Eileen Hafke, Manfred Huszar, Sandra Malz
Die Fotoschule in Bildern. Makrofotografie
von Eileen Hafke
(4)
Buch (Paperback)
34,90

Tödliche Idylle

Carmen Vicari aus Dossenheim , am 20.12.2016

Keeley kehrt nach 10 Jahren zurück in die kleine englische Stadt zurück, in der sie mit ihren Eltern aufgewachsen ist und wo immer noch der Fleischerladen von ihrem Vater existiert. Nach ihrem unruhigen Leben in Indien und New York, möchte sie etwas Ruhe haben und plant daher, den ehemaligen Fleischerladen in ein Yoga-Café umzubauen und nebst Yoga-Kurse auch vegetarische Speisen anzubieten.

Die Ankunft in Belfrey ist eher zurückhaltend – kühl, was Keeley doch etwas verwundert. Doch dann erfährt sie, dass jemand versucht hat, den Laden anzuzünden und dass im Laden eine Leiche gefunden wurde.

Ihr alter Schulfreund Ben Taylor übernimmt die Ermittlungen und bald erkennt Keely, dass sich Menschen im Laufe ihres Lebens ändern können und dass sie selbst in Gefahr schwebt…

Die Handlung beginnt sehr ruhig, so dass man selbst erst einmal in der kleinen Stadt ankommen kann. Keeley erinnert sich noch an manchen Einwohner und lässt den Leser an diesen Erinnerungen daran teilhaben. Aber es gibt auch viele neue Einwohner und die gilt es zu entdecken. Daher stehen die Ermittlungen im Mordfall zunächst weniger im Fokus der Geschichte und man macht sich zuerst auf eine Entdeckungsreise durch die Kleinstadt, lernt alte wie neue Bewohner kennen.

Diese ruhige Art liebe ich an Cosy-Crimes oder wie man sie auch bei uns bezeichnet „Kuschelkrimis“. Cosy-Crimes zeichnen sich durch ein gemächlicheres, ruhigeres Erzähltempo aus und bestechen durch ihre dichte Atmosphäre, den Lokalkolorit und weniger durch Action, Mord und Totschlag. All diese Punkte konnte ich in diesem Roman wiederfinden.

Vielleicht ist das Buch ein wenig zu emotional, gerade im Hinblick auf Keeleys Beziehung zu Ben Taylor, dennoch passte diese Stimmung für mich zu dem Cosy-Crime, der weiterhin parallel mitlief. Nach 2/3 des Buches stieg dann die Spannung plötzlich an. Die Ereignisse überschlugen sich und so endete das Buch mit einem Knall, der in sich jedoch schlüssig und rund.

Das Buch ist durch Keeley sehr yogalastig, was man auch durch einige Sonderkapitel bemerkt. Hier beschreibt die Autorin einige Yogaübungen bzw. –atmungen, die im Text vorkamen bzw. genannt wurden. Eine nette Idee, denn durch die Erwähnung von Keeley war – zumindest ich – neugierig, wie diese Übung wohl geht.

Fazit:
Ein Cosy-Crime in einem stillen Winkel von England, der zum Entspannen, Träumen und Mitraten einlädt, von dem ich doch sehr auf ein baldiges Wiedersehen mit Keeley Carpenter hoffe.

Mord im stillen Belfrey - Michelle Kelly
Mord im stillen Belfrey
von Michelle Kelly
(10)
Buch (Taschenbuch)
9,99

Auf den Spuren des Reformators

Carmen Vicari aus Dossenheim , am 13.11.2016

Nächstes Jahr jährt sich zum 500. Mal die Veröffentlichung der 95 Thesen, die Martin Luther einst an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg geschlagen haben soll (31.10.2017). Passend zu diesem Jubiläum kommen bereits jetzt viele Neuerscheinungen auf den Markt, die sich mit dem Leben Luthers befassen. Nicht nur Unterhaltungsromane, auch Sachbücher haben Konjunktur.

Eines dieser Sachbücher ist »Der rebellische Mönch, die entlaufene Nonne und der größte Bestseller aller Zeiten« . In diesem Werk begeben sich Christian Nürnberger und Petra Gerster auf die Spuren des Reformators. Aber nicht nur Martin Luthers Leben wird in diesem Buch beleuchtet, eine ganz besondere Person an seiner Seite erhält auch ein eigenes Kapitel – die einstige Nonne Katharina von Bora, Martin Luthers Ehefrau.

Neben seinem Leben, wie er Mönch wurde, was ihn zu seinem Wirken trieb, wie er sich lossagte, heiratete und schließlich seine Thesen veröffentlichte, die Bibel neu übersetzte – all das wird in diesem Buch betrachtet und beschrieben. Dabei schreiben die beiden Autoren verständlich, nicht ausufernd, sondern können die Informationen gut dem Leser nahe bringen, ohne ihn dabei zu überfordern oder zu ermüden.

Das Buch wird durch Bildmaterial aufgelockert, weshalb ich für Ebook-Leser dann zu einem Farbdisplay rate.

Fazit:

Eine spannende und vor allem sehr informative, sachliche Einstimmung auf das kommende Lutherjahr, bei dem die Autoren auch den aktuellen Bezug zu unserer jetzigen Zeit nicht vergessen

Der rebellische Mönch, die entlaufene Nonne und der größte Bestseller aller Zeiten, Martin Luther - Christian Nürnberger, Petra Gerster
Der rebellische Mönch, die entlaufene Nonne und der größte Bestseller aller Zeiten, Martin Luther
von Christian Nürnberger
(7)
Buch (gebundene Ausgabe)
14,99

Autoren mit einem Interview neu kennengelernt

Carmen Vicari aus Dossenheim , am 29.04.2016

Bereits seit über 10 Jahren ist mir das Autorenehepaar Iny Lorentz ein Begriff. Was mit der „Kastratin“ anfing und seinen großen Durchbruch mit der „Wanderhure“ fortsetzte, wurde für mich bald zu einem Autorenduo, das ich dauerhaft auf meiner Leseliste stehen hatte. In den folgenden Jahren habe ich nicht nur die Bücher von Iny Lorentz, wie auch die unter verschiedenen Pseudonymen erschienenen Bücher, gelesen, ich habe auch immer, sofern sich die räumliche Gelegenheit dazu bot, die Lesungen der beiden besucht.

Dadurch kam man den beiden Autoren etwas näher, aber dennoch blieb die Faszination und Neugierde, was denn eigentlich hinter dem Duo steckt. Als nun Droemer Knaur auf der Leipziger Buchmesse ein Buch über Iny Lorentz ankündigte, das von dem Journalisten Peter Lückemeier geschrieben wurde, war mir klar, dass es bald bei mir einziehen würde.

Zwar heißt das Buch im Untertitel „Iny Lorentz im Gespräch“, jedoch hatte ich die ganze Zeit ein eher trockenes Sachbuch vor Augen, in dem Peter Lückemeier zwar mit den beiden Autoren gesprochen, seine Texte jedoch selbst formuliert und in Sachbuchstil abgefasst hat. Umso überraschter war ich, als ich jetzt ein Buch in den Händen hielt, das ein rund 186 Seiten starkes Interview mit den beiden Autoren wiedergab. Konnte das funktionieren?

Gespannt fing ich an zu lesen. Peter Lückemeier hat versucht, das Interview thematisch etwas zu sortieren. So findet der Leser im Innern des Buches folgende Kapitel:

- Das Phänomen Iny Lorentz
- Zwei Menschen
- Kritik und Kampf
- Durchbruch
- Schreiben
- Leben
- Rat für angehende Autoren
- Happy End

Schnell merkt der Leser, dass Peter Lückemeier die beiden Autoren zu Hause besucht und auch dort interviewt hat. Er hat dabei wohl fast wortwörtlich die Antworten der beiden notiert, denn der Text spiegelt dies in meinen Augen, wohl auch durch die gesammelten Erfahrungen von den vielen Lesungen, wieder. Dadurch ist das Buch keineswegs langweilig oder ermüdend, sondern sehr lebendig und unterhaltsam, aber auch nachdenklich. Die Fragen sind sehr verschieden und handeln nicht nur von den Büchern und dem Erfolg der beiden, sondern beschäftigen sich auch mit deren Leben vor dem Erfolg und wie sie z.B. ihren Alltag strukturieren, ihre Denk- und Sichtweise.

Peter Lückemeier hat ein Interview geführt, das viele Bereiche abdeckt und für mich, die ich ja doch schon einiges Dank der Lesungen und deren anschließenden Fragerunden wußte, viel Neues und Interessantes bot.

Fazit:
Das Buch bietet eine gute Gelegenheit, den beiden Autoren näher zu kommen, ohne sie dabei mit der eigenen Anwesenheit zu belästigen. Sie zu verstehen und auch ihre Bücher in einem etwas anderen Licht zu sehen. Mir hat das dünne Büchlein trotz meiner anfänglichen Skepsis sehr gut gefallen und ich kann es nur jedem weiterempfehlen, der sich für Iny Lorentz, deren Leben und Werke interessiert. Näher kommt man wohl selten an einen Autoren heran.

Die Schöpfer der Wanderhure - Peter Lückemeier
Die Schöpfer der Wanderhure
von Peter Lückemeier
(1)
Buch (gebundene Ausgabe)
14,99

"Aber die Liebe blieb?" - "Bis zum Schluss!"

Carmen Vicari aus Dossenheim , am 14.09.2015

Josie Wagner glaubt, mit Ende dreißig ihr Leben im Griff zu haben. Bis zu jenem Tag, an dem sie ein Schreiben von der Bank erhält. Darin wird sie aufgefordert, eine fällige Summe für ein Schließfach zu bezahlen. Nur von welchem Schließfach ist da die Rede?

Josie begibt sich zur Bank, um das herauszufinden und stellt dabei fest, dass sie ein wertvolles Amethystcollier mit dazu passenden Ohrgehängen und einem Bild einer Frau geerbt hat. Der begleitende Brief von ihrer verstorbenen Tante wirft mehr Fragen auf, als er eigentlich erklärt.

Während Josies Lebensgefährte schon anfängt, das Geld aus dem Verkaufserlös des Colliers zu verplanen, interessiert sich Josie immer mehr für die Geschichte, die hinter dem Collier steht. Ehe Josie es sich versieht, öffnet sich ihr die wundervolle Welt der Edelsteine und sie begibt sich auf die Suche nach einer fast vergessenen Familientragödie.

Die Geschichte gliedert sich in zwei Handlungsstränge. Im ersten Handlungsstrang begleitet der Leser Josie auf ihrer Suche nach der Geschichte zu dem Collier und ihrer Ahnin Sophie, der das Collier einst gehört hat. Der andere Handlungsstrang widmet sich eben jener Sophie, die 1827 in Idar gelebt und in Karl, der bald darauf nach Brasilien auswanderte, verliebt gewesen war.

Für mich war es das erste Buch von Sylvia Lott. Sehr schnell fand ich Zugang zur Geschichte und den beiden Hauptprotagonisten. Mit viel Herzblut beschreibt die Autorin die Lebensgeschichte zweier starker Frauen so plastisch, dass man regelrecht in die Geschichte eintauchen kann. Neben der Geschichte der beiden Frauen, erfährt der Leser aber auch noch viel Interessantes zur Geschichte Idar-Oberstein, den Edelsteinen, der Suche und Bearbeitung derer und der Auswanderungswelle der Deutschen nach Brasilien. Diese Informationen werden so geschickt in den Lauf der Geschichte eingewebt, dass der Leser diese Informationen nebenbei mitnimmt und sich erst nach und nach bewusst wird, was er dabei an neuem Wissen aufgenommen hat. Mich konnte die Autorin mit diesem Wissen für Idar-Oberstein und Edelsteine im Allgemeinen derart begeistern, dass ich demnächst wieder mal einen Ausflug nach Idar-Oberstein plane.

Die Charaktere sind sehr facettenreich und plastisch. Als Leser erhält man schnell ein Bild von ihnen, aber auch die Umgebung, in der die Geschichte spielt wird sehr farbenprächtig im Kopfkino heraufbeschworen. Bald schon findet man sich im Dschungel Brasiliens wieder und hört die typischen Geräusche eines Regenwaldes. Die Spannung im Buch steigt, nicht zuletzt durch den fortwährenden Perspektivenwechsel stetig an, bis ich das Buch am Höhepunkt einfach nicht mehr aus der Hand legen mochte und so die Nacht zum Tag machte.

Fazit:
Auch wenn es für mich das erste Buch von Sylvia Lott war, so bin ich mir nach dieser Lektüre sicher, es wird definitiv nicht dabei bleiben. Einzig das Cover will nicht so recht zu der farbenfrohen und spannenden Geschichte passen.

Die Lilie von Bela Vista - Sylvia Lott
Die Lilie von Bela Vista
von Sylvia Lott
(7)
eBook
8,99

Ungwohnter Schreibstil in einem wunderbaren Deutsch

Carmen Vicari aus Dossenheim , am 21.08.2015

Bereits im ersten Band wollte sich Dr. Leo Petermann, Gründer und Chef des Software-Konzerns „Pythagoras“, aus dem aktiven Berufsleben zurückziehen. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin wollte er in der bayrischen Abgeschiedenheit ruhige Tage verleben. Doch es sei ihm nicht gegönnt.

Auf einem Kongress in Wien, bei dem Petermann eine Rede halten soll, tritt sein alter Kompagnon an ihn heran. Er habe Angst und bittet Petermann um Hilfe, denn das dubiose Versicherungsunternehmen Cautio scheint Versicherungen zu verkaufen, die bei Todesfall selbst als Erben auftreten. Dabei kommen die Versicherungsnehmer scheinbar auf natürliche Weise ums Leben. Aber so ganz glaubt der Kompagnon von Petermann dies nicht.

Tatsächlich nimmt sich Petermann der Sache an und deckt tatsächlich einige Todesfälle auf. Als Petermann feststellt, dass auch sein Vater bei diesem Versicherungsunternehmen eine Versicherung abgeschlossen hat, arbeitet die Zeit gegen ihn…

Das Buch ist die Fortsetzung von „Herrn Petermanns unbedingter Wunsch nach Ruhe“ aus dem Jahre 2013. Beide Bücher sind zwar eigenständig, jedoch freut man sich, wenn man Herrn Petermann nach so langer Zeit wiedersieht.

Aber zunächst muss sich der Leser umgewöhnen. Im Gegensatz zu anderen Büchern, verzichtet der Autor auf Dialoge und schreibt alles aus der Sicht von Herrn Petermann. Das erfordert eine Umstellung und bremst den Lesefluss erst einmal aus. Eine Umstellung jedoch lohnt sich, denn zeitgleich verfügt der Autor über die Gabe sprachlich nicht nur ein sehr gutes Deutsch zu schreiben, sondern den Leser mit dem ungewohnten Stil an das Buch zu binden.

Auch die Landschaftsbeschreibungen sind sehr schön ausgeführt und lassen das Kopfkino lebendig und farbenfroh werden, was wunderbar zu de, gewählten Cover passt. Leider ist das Ende sehr abrupt gekommen. Mir war es im Vergleich zum Tempo des restlichen Buches deutlich zu schnell, obwohl die Spannung bis zuletzt gehalten werden konnte. Auch konnte ich die Lösung des Falls nicht ganz überzeugen.

Fazit:
Trotzdem habe ich das Buch gerne lesen, vor allem, nachdem ich die Anfangsprobleme hinsichtlich des ungewohnten Schreibstils überwunden hatte. Gerade sprachlich ist das Buch eine schöne Herausforderung, die mir sehr gut gefallen hat.

Herr Petermann und das Triptychon des Todes - Michael Böhm
Herr Petermann und das Triptychon des Todes
von Michael Böhm
(2)
eBook
2,99

Ein neuer Fall für Eichborn und Wagner

Carmen Vicari aus Dossenheim , am 21.08.2015

Nachdem Nicolas Eichborn nur knapp dem Tod entrungen ist, wartet auch schon ein neuer Fall auf ihn. Zusammen mit seiner Kollegin, der Fallanalytikerin Dr. Helen Wagner wollte Eichborn eigentlich nach einem Urlaub in Mexiko wieder an den heimischen Schreibtisch in Berlin zurückkehren. Aber Schreibtischarbeit ist einfach nichts für ihn und so ermittelt er schon bald in Mordfällen, die seltsamerweise pensionierte Ärzte mit jüdischen Namen aus der ehemaligen DDR betreffen. Die Mordserie scheint aber nicht nur Berlin zu betreffen, auch in anderen Städten werden pensionierte Ärzte umgebracht. Die Morde scheinen nicht zusammen zu passen, denn die Morde erfolgen nach keinem bestimmten Schemata.

Eichborn fühlt sich herausgefordert und macht sich auf die Suche nach dem oder den Mörder(n). Dabei stellt er fest, dass nicht nur Amateure, sondern auch Profikiller wohl am Werk sind. Aber wer steckt dahinter und was haben die Pharmaunternehmen damit zu tun?

Bei dem Buch handelt es sich um den zweiten Teil von V.S. Gerling mit dem Duo Eichborn/Wagner. Die beiden Ermittler, die sich im ersten Teil schon nahe kamen, sind mittlerweile ein Paar geworden. Daher verwundert es mich wenig, dass die beiden ihren Spaß miteinander haben, woran auch der Leser Teil haben darf. Obwohl die Geschichte wieder ein sehr spannender, fesselnder Thriller ist, dem es nicht an Toten mangelt, kommen auch viele witzige und sarkastische Dialoge im Text vor. Diese heitern zum einen den Text etwas auf und geben dem Leser ein wenig Raum zum Verschnaufen und Schmunzeln.

Neben den bekannten Hauptpersonen, führt Gerling auch einige Nebenfiguren ein, welche er gut herausarbeitet und farblich darstellt. Wer den ersten Teil gelesen hat, der freut sich über das Wiedersehen mit Eichborn und Wagner, aber auch Neulinge kommen mit dem Buch zurecht, benötigt man die Kenntnisse des ersten Bandes nicht zwangsläufig und auch die Protagonisten werden hier ausreichend eingeführt und bildhaft beschrieben. Dabei erscheinen sie nicht etwa steif und unnahbar, wie ich das schon in einigen Büchern erlebt habe, sondern sie sind menschlich dargestellt und durch die witzigen Dialoge kommt neben der Spannung auch ein gewisser humoristischer Unterhaltungsfaktor zum Tragen.

Fazit:
Gerlings Schreibstil weiß den Leser ans Buch zu fesseln. Es fällt einem schwer, die Protagonisten allein zu lassen und man greift schnell wieder nach dem Buch, um der Geschichte weiter folgen zu können. Viel zu schnell ist der Fall gelöst und die beiden Ermittler warten, wie auch der begeisterte Leser, auf den nächsten Fall, der hoffentlich bald erscheinen wird.

Reihe:
1. Das Programm
2. Falsche Fährten

Falsche Fährten - V. S. Gerling
Falsche Fährten
von V. S. Gerling
(16)
Buch (Taschenbuch)
14,80

 
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