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Gesamte Bewertungen 462 (ansehen)


Meine Bewertungen

Rundum gelungener Abschluss

Achtung, inhaltliche Spoiler vorhanden, da Band 3 der Trilogie!

Was für ein wunderschönes Fest! Endlich haben Anna und Sebastiano ja gesagt und der Abend mit der Feier und den vielen Gästen ist einfach nur wunderschön. Alle feiern und tanzen ausgelassen und doch ist Anna unruhig, denn die Prophezeiuung über ihre ungeborene Tochter will ihr einfach nicht aus dem Kopf gehen. Kaum hat sie diesen Gedanken zu Ende gedacht, taucht ausgerechnet ihr Widersacher auf und entführt Sebastiano. Ohne den kleinsten Hinweis, wo sich Sebastiano aufhalten könnte, scheint es ein sinnloses Unterfangen zu sein, ihn jemals wiederzufinden. Gerade als Anna völlig verzweifelt, bekommt sie von unerwarteter Seite doch noch Hilfe und es beginnt ein neues Abenteuer für Anna und ihre Freunde.
Meine Meinung
Wie schon die Cover der beiden Bände davor ist auch dieses wieder ein wunderschönes Highlight und passt einfach perfekt zu den anderen.
Ein wenig schwermütig bin ich aber doch geworden, denn mit dem dritten Band ist auch wieder das Ende der Serie rund um Anna und Sebastiano erreicht.
Eva Völler beginnt mit ihrer Geschichte wieder mitten im Geschehen, dieses Mal mit der standesamtlichen Hochzeit Annas und Sebastianos. Wie auch zuvor gelingt es schnell, wieder in die Geschichte zu kommen, denn die Autorin baut immer wieder Erinnerungen an Ereignissen aus den vorhergehenden Bänden und auch aus der Zeitenzauber Trilogie mit ein. Es war fast so, als hätte man die Vorgänger gerade erst beendet, so präsent waren die Erinnerungen dadurch. Allerdings sollte man die Reihe auf jeden Fall in der richtigen Reihenfolge lesen, damit man auch einfach alle Charaktere und Ereignisse miteinander verknüpfen kann.
Der Schreibstil ist locker, modern, flüssig und ich war schneller am Ende des Buches angelangt, als es mir lieb war, dabei habe ich das Lesen extra noch ein wenig herausgezögert, weil ich noch nicht Abschied nehmen wollte. Mit dem Ende verknüpft Eva Völler ihre Geschichten insgesamt miteinander und klärt, was bis dato noch offen war.
Von Beginn an ist die Geschichte wieder sehr fesselnd, wobei ich mich ein wenig gewundert hatte, dass sie die Autorin hier wieder ein Element mit einbaut, dass sie bereits in einem der vorherigen Teile hatte. Wer allerdings die Zeitenzauber Trilogie nicht gelesen hat, trifft auch hier auf eine tolle Idee. Auch wenn dieses Element mir bereits bekannt war, war es trotzdem nicht langweilig, denn die Umsetzung des gesamten ist schlüsig und hat mich sehr gut unterhalten. Es gibt immer wieder Momente, die überraschen können und das Abenteuer liest sich in einem Rutsch.
Wie auch in den Bänden zuvor erzählt die Protagonistin Anna in der Ich-Form von ihren Abenteuern. Da man Anna schon seit einer Weile begleitet, kann man sich auch hier wieder in schnell in sie hineinfühlen.
Aber auch sonst ist Anna nach wie vor eine unheimlich sympathische Protagonistin, auf der einen Seite ist sie immer noch ein wenig naiv, ist sich aber über all den Zeiten und Abenteuern treu geblieben, genauso wie sie ihren Freunden und natürlich auch Sebastiano gegenüber loyal ist. Sie ist mutig, auch wenn sie manches Mal wieder aus dem Bauch heraus agiert, so ist sie immer noch die Anna, die man lieben gelernt hat.
Sebastiano ist in diesem Band ein wenig anders, auch wenn er im Grunde seines Herzens, genau wie Anna, unverwechselbar bleibt. An dieser Stelle möchte ich allerdings auch gar nicht mehr über ihn verraten, denn es wird spannend.
Neben diesen beiden Protagonisten sind hier wieder einige bekannte Charaktere wieder dabei. Fatima, Ole, Barnaby, Jeffrey, Walter, Jose und wie sie alle heißen. Man hat auch bei diesen Nebencharakteren einfach das Gefühl, das sie mit Herz zum Leben erweckt wurden und so wirken sie auch: lebendig und jeder für sich einzig, sowohl im Auftreten als auch im Verhalten.
Mein Fazit
Ein rundum gelungener Abschluss, bei dem man viel mit den Protagonisten und deren Freunden mitzittern und mitfiebern konnte. Wunderbar leicht und flüssig erzählt Eva Völler ihre Zeitreisegeschichte und man hat das Gefühl, zu alten Freunden zurückgekehrt zu sein. Wer die vorherigen Bände mochte, wird mit Sicherheit auch diesen letzten Teil mögen, alle anderen sollten hier am besten mit der Zeitenzauber Trilogie beginnen. Es lohnt sich auf jeden Fall, Anna und Sebastiano auf ihren Abenteuern zu begleiten.

Auf ewig uns - Eva Völler
Auf ewig uns
von Eva Völler
(19)
Buch (gebundene Ausgabe)
15,00

Macht nachdenklich

New York 1969, es ist ein heißer Sommer und die Geschwister Gold haben Ferien. Allerdings ist es ihnen langweilig, bis zu dem Moment, als sie von der Wahrsagerin erfahren, die in ihre Siedlung gezogen sein soll. Diese soll den Menschen nicht nur etwas über ihre Zukunft sagen können, sondern auch über den Tag, an dem sie sterben werden. Die Geschwister sind neugierig und lassen sich von der Frau ihr Sterbedatum nennen. Jahre später sind die Erinnerung daran immer noch in den Köpfen der Geschwister, auch wenn jeder von ihnen einen anderen Weg einschlägt. Simon und Klara zieht es nach San Francisco und während Simon in einem Club tanzt, versucht sich Klara in einer Zaubershow. Daniel wird später ein Arzt bei der Army und Varya widmet sich der Forschung.
Meine Meinung
Das Cover ist schlicht, aber sehr hübsch, wobei mir das Buch selbst auf den ersten Blick nicht aufgefallen wäre. Erst als ich über den Inhalt erfuhr, wurde ich wirklich neugierig auf die Geschichte.
Der Beginn macht neugierig auf den Verlauf des Geschehens, denn zum Zeitpunkt, zu dem die Geschwister auf die Wahrsagerin treffen, sind sie alle noch viel zu jung, um die wirklichen Ausmaße der Wahrsagung ermessen zu können. Danach wird die Geschichte unterteilt in die einzelnen Lebensabschnitte der vier Geschwister und es wird schnell klar, dass sie trotz allem nicht vergessen können, was ihnen vorhergesagt wurde.
Chloe Benjamin verfügt über einen sehr einfühlsamen, aber auch unaufgeregten Schreibstil, der es dem Leser möglich macht, tief in die verschiedenen Geschichten der Geschwister abzutauchen.
So unterschiedlich die Geschwister auch in ihren Charakteren sind, so überzeugend werden sie von der Autorin dargestellt. Man erfährt nicht nur mehr über jeden Einzelnen sondern auch ein wenig über das zeitliche Geschehen. Was mich hier aber immer wieder berühren konnte, waren die Momente, in denen klar wurde, dass die Geschwister trotz räumlicher Entfernung miteinander verbunden blieben. Auch dieser Gedanke: wie würde ich mein Leben leben, wenn ich den Tag meines Todes vorher wüsste, hat mich während des Lesens permanent beschäftigt und mir durchaus mehr die Reaktionen der Geschwister näher bringen können.
Wie bereits erwähnt, widmet Chloe Benjamin jedem der vier Geschwister nach einem gemeinsamen Beginn einen eigenen Abschnitt. Der dritte Person Erzähler schafft es, dass man hier nicht nur der reine Beobachter bleibt, sondern durchaus mitfühlen kann, wie es den Geschwistern ergeht.
Diese vier sind völlig unterschiedliche Charaktere und genau diese Umsetzung der unterschiedlichen Eigenschaften der Einzelnen ist wirklich detailliert und ausdrucksstark herausgearbeitet. Simons Schicksal hat mich schon sehr berührt, zwar habe ich selber die Zeit, in der seine Lebensgeschichte erzählt wird, nicht mitbekommen, aber es war eine sehr bewegende Zeit und ich konnte es sehr gut nachempfinden, was in ihm vorging. Aber auch die anderen drei Geschwister sind in ihrer Art besonders und ich möchte hier gar nicht zu sehr auf jeden Einzelnen eingehen, denn genau das macht diese Geschichte nämlich zu etwas besonderem.
Mein Fazit
Eine sehr ruhige, aber auch sehr emotional erzählte Geschichte über vier Geschwister, die in Kindertagen ihr Todesdatum erfahren. Die Geschichte hat mich durchweg bewegt ud beschäftigt beim Lesen. Die Charaktere sind intensiv und voller Leben geschildert und auch vom jeweiligen Zeitgeschehen darf der Leser etwas erfahren. Man muss sich durchaus ein wenig auf diese besondere Geschichte einlassen können, aber dafür erhält man eine Geschichte die noch lange in einem nachklingen wird.

Die Unsterblichen - Chloe Benjamin
Die Unsterblichen
von Chloe Benjamin
(67)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,00

Das Grauen liegt in der Realität

Nach einem Herzinfarkt erkrankt die zweiundsiebzigjährige Monika an einer unheilbaren Demenz. Ihr Sohn Joel, der nach zwanzig Jahren zum ersten Mal wieder nach Hause zurückkehrt, hat sich um seine Mutter gekümmert, doch er merkt schnell, dass er das alleine nicht kann. Als ein Platz im Pflegeheim Nebelfenn frei wird, bringt er Monika dort unter, denn dort bekommt sie alle Hilfe, die sie benötigt. Doch schon nach sehr kurzer Zeit bemerkt Joel Veränderungen an seiner Mutter. Sie nimmt immer mehr ab, spricht immer ausfallender und vor allem weiß sie von Dingen, von denen sie eigentlich gar nichts wissen dürfte. Auch die anderen Patienten, Kunden von ihren Betreuern genannt, aus dem Nebelfenn spüren, dass hier etwas vor sich geht. Eine der Pflegerinnen, Nina, einst Joels beste Freundin, versucht alles, um Monika besondere Pflege zuteil werden zu lassen, doch auch sie merkt, dass hier etwas nicht stimmt.
Meine Meinung
Ui, dieses Cover, auch wenn es sehr schlicht ist, wirkt es doch beklemmend, was wohl auch mit an den Augen der älteren Dame liegt. Mich hat es auf jeden Fall so neugierig gemacht, dass ich es gleich zur Hand nehmen musste und auch der Klappentext verspricht eine gruselige Story.
Ich bin auch sehr gut in die Geschichte gekommen, was vor allem an Mats Strandbergs Schreibstil liegt. Dieser ist regelrecht minimalistisch, er verwendet wirklich kein Wort zu viel und doch spürt man Atmosphäre und kann sich Personen und Umgebungen sehr gut und klar vorstellen. Dank dieser knappen Sätze und auch der kurzen Kapitel fliegt man beim Lesen förmlich durch die Seiten und das Buch wurde rasch ein Pageturner.
Was die Geschichte spannend gemacht hat, sind die eindrücklichen Beschreibungen des Lebens in dem Pflegeheim, sowohl was die Patienten angeht als auch, was die Angehörigen und die Mitarbeiter angeht. Es gab einen Satz, der mir beim Lesen permanent durch den Kopf ging: hoffentlich werde ich niemals so hilflos sein und so enden müssen. Lange Zeit war ich mir gar nicht so sicher, ob Strandberg hier nur mit der Psyche des Lesers spielt und der Horror der des alltäglichen Geschehens ist oder doch noch etwas eher übersinnliches hinzu kommt. Richtig gegruselt habe ich mich nicht und doch fand ich es sehr hart, sehr beängstigend und erschreckend. Auch wenn die Geschichte in Schweden spielt, so treffen die Bedingungen eines Pflegeheimes wohl auch auf uns zu: einsame, alte und vor allem hilfsbedürftige Menschen, deren Angehörige sich so gut wie gar nicht um sie kümmern und völlig überlastetes Pflegepersonal. Was sich dann als wirklich übernatürlich herauskristallisiert, mag für Leser fern des Horrorgenres dann ein wenig an den Haaren herbeigezogen wirken, hat mir aber soweit ganz gut gefallen, auch wenn ich doch gerne genauere Erklärung gehabt hätte.
Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven durch einen personellen Erzähler in dritter Person. Dieser erzählt aus Sicht Joels, Ninas und aus dem Pflegheim Nebelfenn. Der Leser bekommt hier einen guten Überblick, kann aber doch noch eine ganze Weile miträtseln, ob die unerklärlichen Erscheinungen, die Monika betreffen, wirklich geschehen oder ob es mit Monikas Krankheit zusammenhängt.
Die Charaktere hat Strandberg wirklich sehr intensiv gezeichnet. Man kann sich ein genaues Bild machen sowohl von den Hauptcharakteren als auch von den Nebenfiguren. Ganz klar und deutlich kristallisiert sich heraus, dass hier doch so gut wie jeder Geheimnisse und etwas zu verbergen hat. Strandberg hält hier, vor allem in Nebelfenn, eine gewisse Anzahl an wirklich stereotyp wirkenden Charakteren bereit und hält hier durchaus der Gesellschaft den Spiegel vor.
Mein Fazit
Auch wenn ich es jetzt nicht allzu gruselig empfunden habe, war ich doch vom Inhalt gefesselt und gespannt auf die gesamte Entwicklung der Geschichte. Mats Strandberg erzählt hier durchaus auch über reale Schrecken in unserer Gesellschaft, die den Leser nicht allzu gern als eigene Altern denken lässt. Die stereotypen Charaktere passen hier hervorragend zur Geschichte und die Umstände im Heim wirken nur leider zu alltäglich. Genau das machte für mich hier eher den Horror aus, als das Übersinnliche. Unterhaltsam, spannend, kurzweilig.

Das Heim - Mats Strandberg
Das Heim
von Mats Strandberg
(24)
Buch (Paperback)
14,99

Spannend, wie immer

Im Augenblick ist es sehr ruhig im Frankfurter K11, Pia Sander ist gerade mit ihrem Mann aus ihrem Hof in ein kleines Häuschen gezogen, Bodenstein hat Urlaub und auch sonst ist nur eine Notbesetzung vor Ort. Doch dann wird Pia zu einem Einsatz in einem Wohnhaus, das zu einer ehemaligen Fabrik gehört, die Leiche des über achtzigjährigen Theo Reifenrath gefunden. Sein Hund Becks scheint verschwunden, wird dann aber in seinem Hundezwinger halb verhungert und verdurstet aufgefunden und neben Becks liegen Knochen, menschliche Knochen. Als die Spurensicherung das ganze genauer unter die Lupe nimmt, tauchen weitere Leichen auf. Was hat Theo Reifenrath mit den Leichen zu tun? Warum verschwand Reifenraths Frau vor zwanzig Jahren spurlos? Einst war das Paar bekannt als Pflegeeltern für Problemkinder, kann es hier Zusammenhänge geben?
Meine Meinung
Optisch passt Muttertag hervorragend zu den vorherigen Büchern der Reihe, von denen bereits acht Bände zuvor erschienen sind.
Schon lange bin ich ein Fan dieser Reihe und habe alle Teile der Taunus-Krimi-Reihe förmlich verschwunden. Auch der neunte Band steht seinen Vorgängern in nichts nach. Nele Neuhaus versteht es perfekt, den Leser schnell in den Bann ihrer Geschichte zu ziehen, dabei schreibt sie absolut klar, flüssig und verständlich. Ein Schreibstil, mit dem sie mich schon lange zu fesseln weiß und der wirklich spannend zu lesen ist.
Auch die Geschichte wird wieder sehr schnell spannend, man begleitet die Ermittler wieder bei ihren Nachforschungen, kann natürlich ordentlich miträtseln und mitüberlegen, wer denn der Täter ist und welches sein Motiv. Auch die vielen kleine Puzzleteile und Details ergeben nach und nach ein klares Gesamtbild, wobei hier vielleicht der ein oder andere Zufall ein wenig zu viel des Guten zu sein scheint. Trotzdem drückt dies keineswegs auf die Spannung, sondern lässt den Leser nur noch mehr mitfiebern. Die Spannung steigert sich nach und nach und es wird auch wieder persönlich für einen der Ermittler. Wie so oft gelingt es Frau Neuhaus aber sehr geschickt, mich immer wieder aufs Neue in die Irre zu führen und die Auflösung weiß zu überraschen. Genauso gibt es auch innerhalb der Geschichte immer wieder Wendungen und Überraschungen, so dass hier keinerlei Langeweile aufkommt.
Aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt Neuhaus den Krimi. Wir verfolgen die Ermittler, gehen mit diesen den Spuren nach und dürfen auch das ein oder andere Detail aus der Forensik bei den Obduktionen miterleben. Neuhaus verschönert hier nichts und beschreibt auch durchaus wieder detaillierter, was vielleicht für die ganz zart besaiteten Leser nicht so sehr geeignet ist, doch diese Momente halten sich noch in Grenzen. Neben den Ermittlungen erfährt man wieder von dem Täter in der Ich-Form und von einer weiteren jungen Frau. Wer diese ist, ergibt sich allerdings erst im Laufe des Krimis.
Zu den Charakteren brauche ich wohl für die Fans der Reihe nicht mehr allzu viel sagen. Sowohl Pia Sander als auch Oliver von Bodenstein sind wie gute alte Bekannte und ich freue mich immer wieder, von ihnen zu hören. Mittlerweile merkt man beiden sehr gut an, dass sie im Laufe der Reihe älter geworden sind, doch im Kern sind sie sich und ihrer Linie absolut treu geblieben. In diesem Band stehen die persönlichen Belange der Protagonisten aber deutlich im Hintergrund. Auch sonst trifft man hier wieder viele bekannte Ermittler aus vorherigen Teilen und man fühlt sich wohl in diesem Team.
Mein Fazit
Wer Fan der Reihe ist, wird auch an dem neunten Band wieder seine wahre Lesefreude finden. Es ist leicht und flüssig erzählt, dabei spannend mit überraschenden Wendungen. Die glaubwürdig dargestellten Ermittlungen lassen mitfiebern und miträtseln und sorgen für Spannung, denn Neuhaus versteht es ausgezeichnet, den Leser in die Irre zu führen. Für mich war es wieder ein Lesehighlight, welches mich unglaublich gut unterhalten hat.

Muttertag - Nele Neuhaus
Muttertag
von Nele Neuhaus
(74)
Buch (gebundene Ausgabe)
22,00

Ein leiser, märchenhafter Roman

Harry Crane ist glücklich, denn an seiner Seite ist seine große Liebe Beth und genau sie ist es, die ihn rundum zufrieden sein lässt. Doch als eines Tages ein furchtbares Unglück passiert und Beth tödlich verunglückt, bricht für Harry eine Welt zusammen. Ein Jahr vergeht und doch ist es für Harry kein bisschen besser geworden, deshalb beschließt er, sich in seine geliebten Wälder zurückzuziehen und dort für immer zu verschwinden. Aber da hat er nicht mit der zehnjährigen Oriana gerechnet, die ihm mitten im Wald begegnet. Diese hat einen ähnlichen Schicksalsschlag wie Harry erlitten, denn es ist ebenfalls genau ein Jahr her, dass ihr Vater plötzlich verstarb. Oriana liebt Märchen und glaubt ganz fest daran, dass ihr Vater nicht tot, sondern nur verwunschen ist. Und Harry? Dieser soll Oriana dabei helfen, ihren Vater wieder zurückzuverwandeln.
Meine Meinung
Das Cover ist schlicht und doch erweckt es durch seinen besonderen Glanz Aufmerksamkeit und ich war neugierig auf die Geschichte hinter dem Cover.
Die Geschichte beginnt auch gleich mitten im Geschehen und zieht einen auch förmlich hinein, denn man erlebt gleich gemeinsam mit Protagonisten Harry den furchtbaren Unfall.
Der Schreibstil des Autors Jon Cohen ist sehr intensiv und gefühlvoll, seine Sprache hat etwas poetisches, märchenhaftes und passt dadurch auch sehr gut zu der Geschichte. Mit Worten beschreibt er Charaktere und Umgebungen, wobei es mir an manch einer Stelle doch zu weit ausschweifte.
Genau dieses weite Ausschweifen machte es mir auch zwischendrin immer ein wenig schwerer, den Lesefluss aufrecht zu erhalten. Das lag noch nicht einmal so sehr an dem Inhalt, denn es ist eine leise und emotionale Geschichte, zu der ein großes Tempo nicht gepasst hätte. Für mich selber aber war es in dem Moment des Lesens leider zu langatmig, gerade der Mittelteil mit all seinen Bäumen und deren Beschreibungen machten es mir schwer, am Ball zu bleiben.
Zu Beginn gibt es noch zwei unterschiedliche Perspektiven, die der Autor recht schnell miteinander verknüpft. Der Leser lernt hier sowohl Harry als auch das Mädchen Oriana und deren Mutter Amanda kennen und erlebt sowohl den Verlust der geliebten Menschen als auch den Umgang mit der Trauer der Hinterbliebenen. Das hat Jon Cohen wirklich einzigartig und mit sehr viel Gefühl dargestellt, gerade diese unterschiedlichen Arten mit Verlusten umzugehen, waren sehr glaubhaft.
Nachdem dann die beiden Protagonisten Harry und Oriana aufeinander treffen, wird es auch Momente geben, die den Leser lächeln lassen, Humor findet man hier genauso, wie auch tiefe Gefühle und Trauer. Trotzdem verliert die Geschichte nie dieses märchenhafte und besondere.
Erzählt wird die Geschichte durch einen auktorialen Erzähler, der dem Leser nicht nur am Geschehen teilhaben lässt, sondern auch an den Gefühlen der Protagonisten. Wobei ich hier doch das ein oder andere Verhalten Harrys nicht immer nachvollziehen konnte.
Protagonist Harry ist ein sehr eigenartiger Charakter, der durchaus liebenswert ist, mir aber an manch einer Stelle etwas, sagen wir naiv, vorkam. Amanda, Orianas Mutter, nimmt hier ebenfalls eine Protagonistenrolle ein. Diese war mir zunächst nur bedingt sympathisch, wobei mir ihre Reaktion auf den Verlust eines geliebten Menschen noch recht nahe kam. Je mehr ich sie kennenlernte, desto besser konnte ich sie verstehen. Zu guter Letzt ist da noch Oriana, die mich zwar auch schmunzeln ließ, die mir aber auch hin und wieder mit ihrer Art etwas zu viel wurde.
Was mich ein wenig störte, waren der große Raum, dem die Nebenfiguren bekamen. Zwar waren z. B. Deans ehemaliger Kollege oder die Bibliothekarin sehr wichtig, aber ausschweifend über ihre Vergangenheiten zu erfahren, ließen für mich jedes Mal die Spannung abflachen.
Mein Fazit
Eine sehr gefühlvolle und märchenhafte Geschichte über Verlust und Umgang mit der Trauer, aber auch mit Momenten zum Lächeln und Lachen. Leider waren, vor allem im Mittelteil, viele Momente, die sich zu sehr in die Länge zogen und für mich persönliche in diesem Moment zu langatmig wirkten. Manchmal braucht man aber auch für solch eine Geschichte die richtige Zeit, damit diese so wirkt, wie gedacht. Die Beziehung zwischen den Charakteren kam sehr gut zur Geltung und es sind diese leisen Momente, die durchaus berühren können.

Die wundersame Mission des Harry Crane - Jon Cohen
Die wundersame Mission des Harry Crane
von Jon Cohen
(49)
Buch (Paperback)
15,95

Immer wieder lustig

(Rezension meiner Tochter mit meiner Hilfe ;))
Was gibt es tolleres als schulfrei zu haben, weil die gesamte Stadt eingeschneit wurde? Nichts, endlich Zeit um in Ruhe vor dem Computer zu sitzen und Spiele zu zocken. Dachte Greg zumindest, bis ihn seine Mutter an die frische Luft schicktE. Aus der Nachbarschaft wird ein riesiger Schneeballschlachtenplatz und es bilden sich Banden vor allem zwischen der Oberen Silvesterstreet und der Unteren Silvesterstreet.
Meinung
Eigentlich bin ich gar keine so große Leseratte, aber Gregs Tagebuch gehört zu meinen absoluten Lieblingsserien und ich habe mich richtig gefreut, als ich gesehen habe, dass ein neuer Band endlich erscheint.
Die Illustrationen in dem Buch sind einfach nur lustig und es macht einen riesen Spaß, die Geschichte in Bildern zu verfolgen und dabei zu lesen, was los ist. Dabei gibt es eine ganze Menge zu lachen und die komischen Situationen, in die Greg sich immer wieder bringt, sind auch dieses mal absolut witzig.
Einmal mit dem Lesen begonnen, habe ich das Buch in einem Rutsch verschlungen und es erst wieder zur Seite gelegt, als es zu Ende war. Es zieht einen richtig in die Geschichte und man hat das Gefühl, Greg mittlerweile richtig gut zu kennen.
Wie auch in den Teilen vorher erzählt Greg von sich, seiner Familie und seinen Freunden. Greg ist wie ein guter, wenn auch äußerst chaotischer Freund, den man nur zu gerne besucht. Bei Greg ist einfach immer etwas los und die Situationen, in die er meist unfreiwillig gerät, könnten auch mir genau so passieren. Wobei ich hoffe, dass das nicht so sein wird.
Ob in der Schule, zu Hause mit seinem Bruder Manni oder bei einer Schneeballschlacht, ich habe so manches Mal laut gelacht.
Ohne seinen besten Freund Rupert könnte ich mir Greg auch nicht vorstellen. Die beiden verbringen, wie immer, sehr viel Zeit miteinander und sie halten, wie es sich für Kumpel gehört, fest zusammen.
Fazit
Ich liebe Gregs Tagebücher und ich hatte mich so sehr auf das neue Buch gefreut, dass dann wieder viel zu schnell vorbei war, weil es einfach nur toll und leicht zu lesen ist. Natürlich sind es auch die vielen, absolut witzigen Bilder, die einen tief in das Buch versinken lassen. Auch wenn man keine allzu große Leseratte ist, so ist dieses Buch trotzdem leicht und schnell zu lesen. Ich freue mich schon jetzt darauf, wieder mehr von Greg lesen zu dürfen.

Gregs Tagebuch 13 - Eiskalt erwischt! - Jeff Kinney
Gregs Tagebuch 13 - Eiskalt erwischt!
von Jeff Kinney
(8)
Buch (gebundene Ausgabe)
14,99

Nicht ganz so wie erwartet

Seit ihrem ersten Tag am College sind Aspen und Bethany beste Freundinnen, als sie erfolgreich das College beendet haben, lädt Bethany ihre Freundin zu einem Roadtrip ein. Einziger Wehrmutstropfen an der Sache ist, dass ausgerechnet Bethanys großer Bruder Bram sie auf dieser Reise begleiten wird. Doch ihrer Freundin zu liebe nimmt Aspen sich zusammen und verspricht ihr diese gemeinsame Reise. Aber als die Abreise vor der Tür steht, kommt alles ganz anders, als gedacht. Kurzfristig sagt Bethany die Reise ab und Aspren steht allein vor Bram. Zunächst möchte sie die Reise absagen, doch Bram unterbreitet ihr einen Vorschlag, den sie auf keinen Fall ablehnen kann.
Meine Meinung
Das Cover finde ich sehr hübsch und ansprechend und so dachte ich, es wird mal wieder Zeit für einen leichten und lockeren Liebesroman, denn der wurde mir auch durch den Klappentext versprochen.
Der Beginn lässt den Leser sehr schnell in die Geschichte rund um Aspen und Bram eintauchen und man erhält zunächst einmal einen guten Einblick, warum Aspen so eine Abneigung gegen den großen Bruder ihrer besten Freundin hegt. Auch der Schreibstil der Autorin Kati Wilde ist sehr angenehm und leicht, so dass man sehr schnell durch die Seiten fliegt. Allerdings hatte ich mir hier doch mehr einen Roadtrip mit Liebesgeschichte erhofft, erhalten habe ich einen Roman, in dem der Erotikanteil ab einem gewissen Punkt für mich zu viel wurde. Die zu Beginn noch lustig leichte Liebesgeschichte driftete dann in eine Richtung, die für mich nicht so recht zu den Charakteren passen wollte. Fans von erotischer Literatur dürften hier dann wohl eher auf ihre Kosten kommen, denn für mich war ab da die Handlung ziemlich abgeflacht.
Durch witzige Schlagabtäusche zwischen Bram und Aspen wird der Roman aufgelockert, ansonsten war es ein recht typischer New Adult Roman mit vielen Klischees. Zwar fühlte ich mich sehr gut unterhalten, doch schon zu Beginn ahnte ich den weiteren Verlauf der Geschichte und aus welchen Gründen es Höhen und Tiefen zwischen Bram und Aspen geben würde.
Der Roadtrip selber war leider nicht so spannend, wie ich es mir erhofft hatte. Von der Landschaft selber bekommt man nicht allzu viel mit und die Reise ist ebenfalls recht komfortabel. Also nur wenig Schlafsackfeeling und harte Wanderung, stattdessen gab es einen kostspieligen SUV und Luxushotels.
Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive aus der Sicht Aspens. Man darf an ihren Gedanken teilhaben und die Geschichte aus ihrem Blickwinkel betrachten, so dass man hier auch schnell einen Bezug zur Protagonistin aufbauen kann.
Diese Protagonistin war mir auch eigentlich ganz sympathisch und ich konnte ihre Handlungen gut nachvollziehen. Sie steht zu ihrem Wort und hält fest zu ihrer Freundin und ihrer Familie, die für sie durch und durch wichtig sind. Für diese Menschen, die ihr am Herzen liegen, würde sie alles geben. Mit ihrer manchmal etwas größeren Klappe und mit manch einer Aktion brachte sie mich durchaus ab und an zum Schmunzeln.
Aspen ist reich, ist grummelig und auf den ersten Blick arrogant. Dadurch, dass er schon sehr früh seine Eltern verloren hat, musste er früh Verantwortung übernehmen und stellt schon gewisse Ansprüche an andere und an sich selbst. Seine schnelle Wandlung war für mich ebenfalls ein etwas wunder Punkt, weil diese für mich zu schnell kam, ansonsten war er für mich einfach zu vorhersehbar und klischeehaft.
Neben den beiden gab es nur wenige Nebenfiguren, wichtig für die Handlung sind vor allem Bethany und Murphy, aber auch Aspens Cousin bringt noch einmal etwas Schwung in die Geschichte. Doch neben den beiden Hauptcharakteren blieben die weiteren Charaktere sehr blass und im Hintergrund.
Mein Fazit
Ich hatte von dieser Geschichte eine leichte und lockere, aber auch humorvolle Liebesgeschichte erwartet. Der Einstieg in den Roman konnte mir dieses auch noch bieten, doch ab einem gewissen Punkt wurde es für mich einfach zu viel Erotik und zu wenig Handlung. So ganz habe ich die schnellen Gesinnungswandlungen der Protagonisten auch nicht geglaubt und fand es im großen und ganzen sehr klischeehaft. Sicherlich kann man einen Liebesroman genauso wie das Rad nicht neu erfinden, aber hier gab es leider zu wenig Überraschungen. Trotz meiner Kritik hatte das Buch durchaus einen guten Unterhaltungswert und war nicht langweilig und auch die Protagonistin war mir durchaus sympathisch. Fans von erotischen Romanen kommen hier bestimmt auf ihre Kosten.

Lost in a Kiss - Kati Wilde
Lost in a Kiss
von Kati Wilde
(24)
Buch (Paperback)
12,99

Wie ein achtziger Jahre Horrorfilm

Zweiunddreißig Jahre ist es her, seit Brandon eine Halloweenparty im Glasbungalow seines Vaters abgehalten hat. Heute ist es wieder soweit neben ihm gibt es zehn weitere damalige Freunde, die er erneut zu einer Party eingeladen hat. Doch niemand weiß eigentlich so genau, worum es geht, denn es ist ewig her, dass sie sich gesehen haben und seitdem sie alle ihre Wege gegangen sind. Damit die Party so authentisch wie nur möglich wird, müssen die Gäste alle ihre Handys abgeben. Aber als Brandon das Fest wie eins mit einer spannenden und schockierend wirkenden Showeinlage beginnt, geschieht ein Unglück. Plötzlich stehen die einstigen Freunde in einem fremden Haus, ohne jeglichen Kontakt zur Außenwelt, denn der Bungalow steht fernab und einsam auf einer Insel auf einem Felsplateau. Als die Partygäste dann noch eine mysteriöse Botschaft ihres Gastgebers erhalten, wird ihnen klar, diese Party bringt den Tod und es soll nur einer überleben.
Meine Meinung
Ein schlichtes, düsteres Cover, das gleich meine Aufmerksamkeit erweckte und das mich neugierig machte, als ich las, worum es hier gehen soll. Das Grundthema klingt sehr spannend und auch ein wenig gruselig und so fühlte es sich dann auch beim Lesen ein wenig an. Denn ich kam mir hier vor, wie in einem Gruselfilm der Achtzigerjahre und ich könnte mir auch absolut vorstellen, dass sich dieses Buch als Film richtig gut machen würde.
Der Einstieg in den Thriller fällt sehr leicht, denn es wird gleich mit einigen rätselhaften Momenten aufgewartet. Auch der Schreibstil an für sich macht es leicht, der Geschichte zu folgen. Allerdings tat ich mich hier hin und wieder etwas schwerer, den Perspektiven zu folgen. Denn diese ergeben keine klare Linie und während man einer handelnden Person zuschaut, bekommt man noch ab und an die Gedanken einer ganz anderen Person geliefert. Genau aus diesem Grund aber könnte ich mir vorstellen, dass es als Film wirklich gut passen könnte, als Buch verlangt es ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit. Trotzdem ist die Sprache leicht, geradlinig und verständlich.
Der Beginn nimmt den Leser gleich mit auf eine spannende Reise auf die Insel, allerdings wechselten sich für mich die spannenden Momente mit Momenten ab, die zu langatmig wurden. All die Rückblicke in die Vergangen-heit der Gäste, die sich während der Gespräche untereinander entwickelten, waren einfach für mich nicht so wichtig, für die Handlung in der Gegenwart. Zwar wusste man dadurch mehr über die Beziehungen untereinander, aber sie machten zu wenig neugierig auf die Ereignisse von vor zweiunddreißig Jahren. Diese blieben einfach zu sehr im Hintergrund, dabei hätte diese Story einiges zu bieten gehabt.
Die Atmosphäre der Geschichte kam immer mal wieder durch, bekam aber noch nicht so viel Tiefe, dass ich mich wirklich gegruselt hätte. Wobei dies natürlich dann auch wieder reine Geschmackssache ist, denn was für den einen ruhig etwas gruseliger wirken könnte, ist für den anderen schon zu hart. Alles in allem konnte ich mir die Umgebung sehr gut vorstellen und somit auch mein Kopfkino genügend in Gang setzen. Die wirklich blutigen Szenen halten sich in Grenzen und somit ist die Geschichte auch durchaus auch für Leser mit nicht ganz so starken Nerven, auch wenn es mal den ein oder anderen Schocker gab.
Erzählt wird das Ganze aus den unterschiedlichsten Perspektiven, auch hier hatte ich wieder den Eindruck, dass dies wie in einem Film dargestellt wird. Man wechselt hier zwischen den einzelnen Gästen, dem Gastgeber und Momenten aus der Vergangenheit. Die wirkliche Auflösung bekommt man allerdings wirklich erst am Ende und ich muss sagen, ich bin hier absolut nicht drauf gekommen, wer nun wirklich dahinter steckt.
Die Charaktere waren hier vielzählig, wobei es keinen wirklichen Protagonisten gab, bzw. wobei sich erst im letzten Drittel einer etwas mehr in den Vordergrund schob. Ansonsten bleiben die Charaktere alle auf einem Level und ohne viel Tiefgang, was mich aber bei einem Thriller dieser Art nicht wirklich stört, denn hier liegt einfach der Schwerpunkt mehr auf den Ereignissen und den Hintergründen. Alles in allem blieben die Charaktere auf einem vorstellbaren Level, die ihre Rollen, die sie in der Geschichte darstellten, gut darstellten.
Mein Fazit
Wer authentische und reale Thriller mag, der dürfte hier eher weniger Freude haben, denn die Geschichte wirkt an manch einer Stelle durchaus sehr haarsträubend. Für einen Thriller a la Gruselschocker hätte es noch ein wenig dichter in der Atmosphäre sein können, allerdings wurde vieles zumindest so gut dargelegt, dass mein Kopfkino seinen eigenen Gruselfilm daraus gemacht hat. im großen und ganzen konnte mich die Geschichte durchaus ganz gut unterhalten und ich muss sagen, dass ich es mir tatsächlich gut als Film vorstellen könnte.

Die Party - Jonas Winner
Die Party
von Jonas Winner
(66)
Buch (Paperback)
12,99

Rundum gelungener Dilogieabschluss

Achtung, Band 2 der Dilogie – inhaltliche Spoiler zu Band 1!

Einst lebte Rain gemeinsam mit ihrer Mutter Storm als Ghost am Rande von Grey, doch dann änderte sich ihr Leben, als sich herausstellte, dass sie die Tiberius Tochter ist und somit die Prinzessin von Hope. Noch ist es nicht allzu lange her, dass über Hope die Rebellion tobte und sowohl Rain als auch ihr Freund Lark haben herbe Verluste erlitten. Doch der Kampf um die Herrschaft über Hope ist noch lange nicht vorbei, während im Hintergrund noch immer die Rebellen versuchen, ihre Strippen zu ziehen, sind sich auch die Führer Hopes nicht einig. In mitten all dessen steht Rain und weiß nicht, wem sie überhaupt noch trauen kann. Lediglich Lark, der sie einst verriet, scheint noch auf ihrer Seite, oder?
Meine Meinung
Das Cover passt einfach nur perfekt zu dem ersten Band und nebeneinander sehen diese Bücher einfach toll aus. Ausserdem gehört “Die Vereinten” zu einem der von mir am sehnsüchtigsten erwarteten Bücher in diesem Jahr, denn der erste Band der Dilogie “Die Perfekten” war im vergangenen Jahr mein absolutes Überraschungshighlight.
Der Einstieg in den zweiten Band fiel mir recht leicht, denn er knüpft beinahe nahtlos an den ersten Teil an, allerdings ist schon ein wenig Zeit vergangen und man kann sowohl Rain als auch Lark in ihrer “neuen” Umgebung beobachten. Hin und wieder gibt es kleinere Einstreuungen, die Bezug auf die Vergangenheit nehmen, allerdings ohne sich dabei in Details zu verlieren.
Caroline Brinkmanns Schreibstil ist einfach nur klasse, denn sie schafft es, dass Bilder der Geschichte lebendig werden, überlässt dem Leser aber auch genug Raum für eigene Fantasien. Sprachlich ist es jung und modern und trotz all der dramatischen Ereignisse spürt man doch auch einen gewissen Humor, z. B. wenn sie Rain mit ihrer Mutantenmanguste Pi agieren lässt. Somit ist die Geschichte perfekt für jüngere Leser, aber auch spannend genug für Erwachsene.
Die Spannung der Geschichte ist gleich vom ersten Augenblick an gegeben, offene Fragen aus Band 1 werden geklärt und als Leser erfährt man hier einiges über die Hintergründe. Die Grundspannung begleitet den Leser auch gerade immer in den Momenten, in denen Rain und Lark vor Entscheidungen stehen. Wem können sie vertrauen oder gibt es vielleicht nur noch sie selbst? Was sollen sie tun, um sich wirklich richtig zu entscheiden? Was ist richtig, was ist falsch? All das beschäftigt auch den Leser selbst in der Geschichte, allein auch aus dem Grund, dass man sich seit dem ersten Band doch sehr verbunden mit den Protagonisten fühlte.
Wie auch schon zuvor begleiten wir aus abwechselnder Perspektive Rain und Lark, hin und wieder werden auch noch weitere Sichten gezeigt, die ebenfalls die Spannung mit steigern. Man darf hier durchaus noch miträtseln, welche Geheimnisse noch hinter den Mauern von Hope auf die Menschen warten und ja, auch dabei trifft man auf die ein oder andere Überraschung.
Der dritte Person Erzähler lässt die Ereignisse rund um die Protagonisten und den sie begleitenden Nebenfiguren lebendig und authentisch wirken. Wie schon im ersten Band konnte ich vieles vor mir sehen, mich aber auch in die Charaktere einfühlen. Gerade Rain, oder eher Rajana, ist mir im Laufe der Geschichte sehr ans Herz gewachsen.
Rain ist eine sehr mitreißende Protagonistin, die durchaus mehr als nur Ecken und Kanten hat, denn hinter ihrem Auftreten steckt eine unglaublich tapfere und mutige junge Frau, die gerade im Moment auch sehr unter dem Verlust der Mutter, bzw. der Frau, die sie Zeit ihres Lebens als Mutter kannte, leidet. Hat man ihr Vertrauen, so kämpft sie bis aufs Blut für denjenigen, doch Vertrauen schenkt sie nicht so leicht. Sie ist eine Heldin, mit der man sich schnell verbunden fühlt und mit ihr mitzittert.
Lark ist, genau wie Rain, eine sehr gut und detailliert ausgearbeitete Figur, die in der gesamte Geschichte immer wieder vor Entscheidungen gestellt wird, die wohl niemand treffen möchte. Für seine Familie und allen voran für seine Schwester Rose, würde er wirklich alles geben und gerät dabei so manches Mal in Schwierigkeiten.
Neben Rain und Lark gibt es eine kleinere Menge gut ausgearbeiteter Nebencharaktere, wie z. B. Cassian, die ebenfalls dafür sorgen, dass der Leser zwischen Vertrauen und Flucht vor diesem steht. Man weiß hier wirklich kaum, ob und wem man trauen kann und wird auch hier letzten Endes von dem ein oder anderen überrascht.
Rose und auch Mutantenmanguste Pi sorgen auch in diesem Teil wieder dafür, dass dem Leser zwischendurch das Herz aufgeht. Rose mit ihrer offenen, kindlichen Art, Pi mit seinem Mut und wie er seiner Rain treu ergeben ist.
Mein Fazit
Eine absolut gelungene Fortsetzung der Dilogie, deren Ende nicht besser hätte gewählt sein können. Hier passte für mich einfach alles sehr gut zusammen, sei es der lockere, mitreißende Schreibstil oder die Verbundenheit zu den Charakteren. Man fiebert hier mit und man leidet mit und wem man sein Vertrauen schenken soll, bleibt dem Leser genau wie den Protagonisten immer wieder ein Rätsel. Eine tolle Dystopie sowohl für jüngere als auch für erwachsene Leser, die ich sehr gerne weiterempfehlen möchte.

Die Vereinten - Caroline Brinkmann
Die Vereinten
von Caroline Brinkmann
(23)
Buch (gebundene Ausgabe)
18,00

Erschreckend

Tod durch Erwürgen, Tod durch eine Kugel in den Nacken, Tod unter einer Hebebühne – auf den ersten Blick scheinen die Morde, zumal sie keinerlei Muster aufweisen, nichts miteinander zu tun zu haben. Doch als Ermittler Kiefer Larsen immer mehr über die einzelnen Hintergründe erfährt, ahnt er, wer dahinter stecken könnte. Doch bisher gelingt es ihm einfach nicht, Motive hinter den Taten zu finden. Er muss immer tiefer in die abgründigen Gedanken der vermutlichen Täter abtauchen und bekommt ein grauenhaftes Ergebnis, denn die Täter sind scheinbar noch lange nicht fertig mit ihren Morden. Wird es Larsen gelingen, die Täter zu stellen?
Meine Meinung
Ein True-Crime-Thriller, dessen Cover schon ein wenig schaurig aussieht, sprach mich gleich auf den ersten Blick an und es macht sehr neugierig. Dazu kamen dann noch die Hintergründe der beiden Autoren: einen Tatortautoren und einen leitenden Ermittler einer Mordkommission, die mich dann wirklich gespannt auf das Buch machten.
Der Einstieg fällt zwar vom reinen sprachlichen recht leicht, da der Schreibstil einfach und gut verständlich ist, machte mich aber auf Grund vieler und teilweise extrem schneller Zeitsprünge und dadurch auch Perspektiven-wechsel äußerst konfus. Erst nach einer Weile folgten die Sprünge nicht mehr so schnell aufeinander und so langsam ergab das Gelesene auch ein Bild.
Wie erwähnt, fand ich den Schreibstil sehr gut und flüssig zu lesen, hält man sich dann vor Augen, dass die Ereignisse im Buch auf wahren Begebenheiten beruhen, hat es sogar ein wenig Gänsehautpotential. Manch eine etwas detailreich beschriebene Szene ist nichts für Leser mit schwachen Nerven, hält sich aber durchaus noch in Grenzen.
Dadurch, dass ich den Beginn noch sehr verwirrend fand, dauerte es ein wenig, bis für mich Spannung aufkam. Doch so nach und nach entwickelt sich ein Sog und man verfolgt gespannt, ob es den Ermittlern gelingen wird, den Fall noch aufzuklären. Leider schweiften die Autoren immer Mal wieder zwischendurch zu sehr in Richtung Leben des leitenden Ermittlers ab, was ich wiederum nicht ganz so interessant fand. Hier hätte es gerne ein wenig straffer gestaltet werden können. Doch die detailreich erzählten Szenen und vor allem die wirklich gut ausgearbeiteten Charaktere konnten mich dann doch zufrieden stellen.
Erzählt werden hier die unterschiedlichsten Perspektiven, mal bekommt der Leser die Sicht der Ermittler, mal die Sicht der Täter, von denen man recht schnell erfährt, um wen es sich da handelt und deren Darstellungen schon sehr gut gelungen sind. Aber man erlebt auch etwas aus der Sicht der Opfer, bzw. eines Opfers und das macht es für mich eh immer sehr spannend.
Die Charaktere, vor allem Daniel Becker, fand ich sehr gut ausgearbeitet. Als Leser bekommt man hier einen sehr intensiven Blick auf die Psyche des Täters. Daniel Becker ist arrogant, skrupellos, durchweg von sich überzeugt und manipulierend, aber man erlebt ihn auch von einer anderen Seite, nämlich wenn es um seine Schwester, die eine geistige Behinderung hat, geht. Sein Partner und Freund seit Kindertagen, Moritz Vogel, war hier ein Mitläufer, der Becker regelrecht hörig war. Dieses Zusammenspiel der beiden Täter ist schon sehr erschreckend, aber da man auch weiß, dass es so auf realen Ereignissen basiert, ist es noch einmal mehr erschreckend. Auch die weiteren Personen der Handlung bekommen ein detailliertes Leben, so dass auch diese authentisch sind.Gerade auch Ermittler Larsen wird noch einmal ausführlich gezeichnet. Alles in allem hatte ich beim Lesen durchaus klare Bilder vor Augen.
Mein Fazit
Alles in allem konnte mich dieses Buch vor allem auf Grund der wahren Begebenheiten erschrecken. Durch die klaren Charakterzeichnungen erfährt man hier so einiges über Täter, Opfer, Zeugen und Ermittler und hat dadurch einen guten Einblick in das Geschehen. Zwar war mir der Anfang noch zu verwirrend und hier und da gab es auch kleinere Längen, doch im großen und ganzen las sich der True-Crime-Thriller sehr spannend. Wer vor den detailliert beschriebenen, aber auch realen Taten der beiden Männer nicht zurückschreckt, wird hier gute Unterhaltung finden.

Die Elemente des Todes - Claus Cornelius Fischer, Axel Petermann
Die Elemente des Todes
von Claus Cornelius Fischer
(48)
Buch (Paperback)
14,99

 
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