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Bea Marie Unger aus Sinzig

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Herausfordernd und radikal im Ansatz

Bea Marie Unger aus Sinzig , am 22.03.2016

Der Roman handelt vom Leben und Sterben einer Frau, die als Kind sexuell und auch auf andere Weise missbraucht wurde.
Der Rote Faden ihres Lebens zieht sich von Anfang an leuchtend durch ihre Geschichte, die durch Begegnungen in ihrem Leben geprägt ist.
Eng verwoben ist das Schicksal der Nonne mit der zweiten Hauptfigur, einer jungen Frau, die rein zufällig durch einen Unfall mit ihr in Kontakt kommt und die sich auf die sterbende Frau einlässt, erst unfreiwillig, doch mit zunehmender Vertrautheit immer mehr aus eigener Zuneigung, die sich herleitet aus der wachsenden Verantwortung für ihr eigenes Tun.
Je mehr sich die Frauen aufeinander einlassen, umso mehr wird beiden ein Sog bewusst, der ein Zurück nicht zulässt.
Die Lebensbeichte der Nonne und deren durch den Sterbeprozess eingeleiteter letzter Wille zur eigenen Reflektion ihres Lebens bindet die junge Frau an ihre Rolle der fremden Zuhörerin, ob sie das möchte oder nicht.
Ihre eigene Geschichte, die sie der sterbenden Nonne nach deren ausführlichen Lebensinhalt erzählt, zeigt, wie die „Ordnung des Lebens“ jedem Menschen immer wieder neu eine Chance gibt, Dinge zu erfassen, die ohne das Wissen um die in jedem Menschen angelegte Weisheit als Zufall erscheinen lässt.
Es geht um Macht und Missbrauch, um Zerstörung der Menschenwürde und deren langwierigen Folgen für die Betroffenen.
Es geht um Selbsterkennung, um das Zulassen von Gefühlen aus allen Bereichen von hell bis dunkel oder nur schwarz und weiß.
Es geht um einem langen Weg der Suche nach Lebendigkeit hin zu sich selbst. Auf einem Weg durch tiefe Schmerzen, denen sich jeder Suchende mutig stellen muss, der jedoch Schritt für Schritt in die Weite führt.
In eine Weite, die dem Leben neuen Raum und neue Chancen gibt, die man nur selbstverantwortlich leben kann.
Es ist der Raum, der sich öffnet, weil der Mensch daraufhin angelegt ist, ob er das weiß oder nicht.
An all dem zieht der Rote Faden des Romans die Leser/Innen von der ersten bis zur letzten Seite durch eine spannende Konstruktion voller vermeintlicher Zufälle, die sich erst im letzten Satz voll erschließen.
Es zeigt sich ein Kreis, der mit Verstand und Herz durchbrochen werden kann und neues Leben zulässt.


Fazit:
Es ist ein lesenswerter, fesselnder Roman, der die Wirklichkeit, so wie sie ist, in den Blick nimmt, der aber auch Herzensbildung und Herzenswärme nicht verschweigt und der wachrüttelt für die Verantwortung des eigenen Tuns, das letztendlich jedes einzelne Leben ausmacht.
Der Roman ist zum einen gut geeignet als spannende Lektüre, die die Freizeit „wissbegieriger Leseratten“ bereichert, die gerne ein fesselndes Buch von vorne bis hinten ohne Punkt und Komma lesen, weil sie einfach nicht mehr aufhören können.
Darüber hinaus spricht der Roman allerdings auch durch Lebenserfahrung gereifte Leser/Innen an, die die Tiefe des Inhaltes aufgrund eigenen Wissens nachvollziehen und einordnen können in das unaufhörliche Werden und Entwickeln eines jedes Menschen.
EIN WUNDERBARES BUCH!!!
UNBEDINGT LESEN!!!

Mea maxima culpa - Christa Schyboll
Mea maxima culpa
von Christa Schyboll
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